Kapitel 29

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 29

Wie soll man es nennen?

Jody Thorn lag auf dem Bett und neben ihr ihre frisch geborene Tochter. Sie schlief selig und nuckelte am Daumen. Isis hatte nicht gelogen. Sie war ein süßes Baby, hatte einen wilden rothaarigen Schopf. Ihr Kopf war der einer Raubkatze, der Körper fast rein menschlich, die Beine ebenso. Lediglich ein kurzer puscheliger Schwanz irritierte und das Fell, welches den Kopf überzog, sich über den Hals erstreckte und an den Oberarmen in verschmälernden Streifen endete.

„Wow!“, entfuhr es Kital. „Das ging jetzt aber schnell.“

Jody schaute die Medizinerin und ihren geliebten Säbelzahnkater glücklich an. „Ja. Ich hatte nicht mal Schmerzen. Ich hatte das Gefühl, dass sie mir nicht wehtun wollte.“

„Faszinierend! Wer hat die Nabelschnur durchtrennt?“, fragte Kital.

„Oh, das war sie selbst. Sie hat sie durchgebissen.“

Apophis schaute etwas entrückt auf seine Tochter und dann zu Kital. „Das wird ja was werden.“

Die Kätzin zuckte mit den Schultern und schaute sich das Baby und dann Jody genauer an, zückte einen Bioscanner. „Sieht alles super aus. Ruh' dich erstmal aus. Später solltest du zum Labor kommen, damit wir euch nochmal genauer betrachten können.“

Jody und Apophis nickten zustimmend und Kital verließ den Raum.

„Hast du dir schon einen Namen überlegt?“, fragte Apophis.

„Ich hätte da einige Ideen.“

„Dann lass mal hören.“

„Wie wäre es mit Nereide?“

„Hmmm... klingt sehr exotisch.“

„Was? Du willst doch wohl nicht behaupten, dass Nereide exotischer wäre als Apophis, Hadron, Pathenon oder Shiva.“

„Ähm... da hast du allerdings recht. Lass mal die anderen Namen hören.“

„Helena, Aphrodite, Syrte, Artania.“

Apophis schaute Jody schief an und mit jedem Namen schräger. „Du hast aber daran gedacht, dass unsere Tochter mit dem Namen, den wir jetzt aussuchen, leben muss?“

Jody zog einen Flunsch und begann zu schmollen. „Dann denk du dir doch was aus. Aber komm mir nicht mit so was wie Nidala oder Niagara.“

Der Säbelzahntiger saß da und überlegte.

Plötzlich klopfte es an der Tür und sie öffnete sich zischend, nachdem Jody: „Herein“, gerufen hatte.

Cyron, Stella, Chiron, Tarja nebst Finlay und Sitara erschienen.

„Aber hallo. Wir wollten doch mal das frische Mäuslein sehen“, intonierte Chiron.

„Ein was bitte?“, fragte Apophis irritiert.

„Ich meinte unser Enkel- und Urenkeltöchterchen“, korrigierte sich der Tigerkater.

„Ach so. Aber seht doch selbst.“ Apophis stand auf und machte Platz.

„Och, ist die süß und wie niedlich die am Daumen nuckelt“, quietschte Tarja.

Stella quietschte nicht, aber klatschte in die Hände und lief freudig rot an der Nase an. Cyron kratzte sich unter dem Kinn und schien langsam zu begreifen, dass er jetzt Urgroßvater geworden war, noch nicht mal die fünfzig erreicht hatte, aber jetzt doch nach außen hin als alt galt.

„Habt ihr denn schon einen Namen?“, fragte Sitara an die frisch gebackenen Eltern gewandt.

Jody und Apophis sahen sich und seufzten gleichzeitig.

„Aha. Das hatte ich mir gedacht. Habt ihr schon Ideen?“, bohrte Sitara.

„Hm... na ja... hm... Jody hätte da schon was im Angebot.“

„Angebot? Wir sind doch nicht auf irgendeinem Basar“, polterte Cyron.

„Ja doch. Wir hätten da Nereide, Artania, Helena und Syrte“, sagte Jody voller Stolz.

„Was? Euch ist schon klar, dass das Mädchen mit diesem Namen leben muss?“

Apophis und Jody schauten Cyron schief an, so als ob sie gerade das Gefühl hätten, heimlich belauscht worden zu sein.

„Ah, sieht so aus, als ob ihr diese Diskussion gerade selbst hattet.“

Die frische Mutter nickte langsam und zog eine Augenbraue hoch. „Und wie zu erwarten kam von deinem Enkel nichts.“

„Na ja, wenn ich ehrlich bin, war es damals bei Sitara und Tarja nicht anders“, entschuldigte sich Cyron und hob die Hände in die Luft.

Tarja überlegte etwas und es folgte ein Schwall voller Namen: „Chiara, Finja, Imani, Naira, Nayeli, Rania, Ramira, Samira, Xamira, Zahira, Zoya.“

„Könntest du das bitte wiederholen, aber so langsam, dass man es mitschreiben kann?“, bat Jody.

„Aber sicher doch. Chiara, Finja...“

„Finja scheidet aus, ist zu ähnlich zu Finlay“, entschied Apophis. „Weiter.“

„Imani...“

„Klingt nach einem altirdischen Model“, warf Jody ein.

„Naira, Nayeli, Rania...“

„Nayeli klingt schon mal gut.“

„Ramira, Samira, Xamira, Zahira und Zoya.“

„Hmmm... Zoya hat was“, sinnierte Apophis.

„Wieso, Zoya?“, fragte Tarja überrascht.

„Das kann ich beantworten“, rief Jody dazwischen. „Es gab vor Urzeiten einen Roman auf der Erde, der hieß die rote Zorra und ihre Bande. Und wenn unsere Tochter, wie Isis es vorab anmerkte, tatsächlich eine Art Anführerin sein sollte und eine rothaarige Zicke wird, dann bietet sich Zoya doch super an.“

Apophis fing an zu grinsen und so nach und nach zeichnete sich eben selbiger Gesichtsausdruck auf allen Mienen ab.

„Sehr gut. Willkommen auf Genro und im Leben, Zoya“, intonierte Cyron.

Jody schaute auf ihre Tochter, welche in ihrem Arm lag, immer noch selig schlummerte und dabei am Daumen nuckelte. „Hallo, meine kleine Zoya“, flüsterte sie liebevoll.

Im Vorfeld hatte Cyron sich durch die Station begeben und war auf der Suche nach Syrgon fündig geworden. Der Wolf brütete in einem kleinen Zimmerchen über den technischen Daten des vor Jahren zerstörten Mech, wälzte Konstruktionspläne und Explosionszeichnungen, studierte jedes Detail.

Der Tigerkater trat durch die geöffnete Tür hindurch, baute sich direkt vor dem Wolf auf und musterte ihn. „Hier bist du?“

Der nickte kurz und schaute auf. „Klar, wo sollte ich sonst sein.“

„Was machst du da?“

„Ich überlege gerade, ob wir diesen Antermerianern noch einen Gefallen aus dem berühmten Kreuz leiern könnten.“

„Ah und das wäre?“

„Wenn wir eh schon die Erde und alles mögliche verteidigen müssen, läge es doch im Bereich des Möglichen, dass wir einen neuen Mech bräuchten“, verkündete der Rüde verheißungsvoll.

„Hmmm... das ist eine sehr gute Idee. Nimm die Pläne komplett mit, dann setz dich in eine Fähre die in Kürze, mit einer Gruppe von gesundeten Besatzungsmitgliedern der Kreuzer, starten wird und begib dich zur Ra-em. Deine Wölfin hat nach dir gerufen und machte dabei eine sehr nachdrückliche Aussage.“

„Ah! Und die wäre?“

„Bringt mir meinen verdammten Wolfsrüden hierher. Ich will ihn bei mir haben.“

„Oh, dann scheint es ihr dringend nach mir zu gelüsten.“

„So deutlich will ich das gar nicht wissen, aber es macht den Eindruck.“

„Gut! Dann packe ich alles zusammen und verschwinde hier.“

„Dann ab mit dir.“

Während Cyron mit den anderen über Babynamen diskutierte, war die Fähre, mit weiteren vierzig Besatzungsmitgliedern und Syrgon an Bord, bereits in Richtung der Kreuzer unterwegs, mit der Ra-em als erstes Ziel.

Die kleiner gewordene Gruppe der Kampfanthros arbeitete sich langsam, aber stetig vor, folgte dem Gang und kam schließlich an der Gabelung an.

„Du sagtest nach links?“, fragte Sadral sicherheitshalber.

„Ja“, erwiderte Cassan kurz und knapp.

„Dann gehen wir erstmal nach rechts.“

„WAS? Warum das denn? Wir wissen nicht was sich dort befindet und be-stimmt nicht das, was wir suchen.“

„Taktik ist nicht gerade deine Stärke oder?! Wenn wir jetzt gleich nach links gehen, dann erreichen wir zwar das Ziel, aber was ist, wenn sich hier, auf der rechten Seite, etwas befindet was uns dann den Rückweg abschneidet?“

„Da hast du allerdings recht. Es dürfte auffallen, wenn wir uns an diesem Zentralrechner zu schaffen machen.“

„Eben! Also los!“

Auf Cyndra ging es langsam, aber sicher, vorwärts. Der Techniker mit den zwei linken Händen schaffte es tatsächlich, ohne technische Zwischenfälle, medizinische Notfälle oder gar Mordversuchen an seinen talentierteren Kolleginnen und Kollegen, drei weitere Multiphalanxen an der Osiris zu montieren.

Derweil war Captain Maahes gemeinsam mit Anubis in seinem Schiff unterwegs um die Frachtdecks zu inspizieren.

„Wie viele eurer Waffenträger sollen eigentlich pro Schiff mitgenommen wer-den?“, fragte der Löwe.

Der Antermerianer schaute sich um und schätzte die Größe ab. „Hier sollten circa fünfzig Stück hineinpassen. Wenn wir noch zwei der anderen, etwas kleineren Decks mit dazunehmen, dann bekommen wir noch dreißig der zu fünfundsiebzig Prozent aufgezogenen Exemplare hinzu.“

„Du meinst also, dass wir am Ende allein hier schon achtzig Tierchen an Bord haben?“

„Genauso ist es. Auf der Re-harachte und der Horem-hab wird es genauso sein. Außerdem nehmen wir einen der kleineren Frachträume in Beschlag, um die Spezialnahrung zu transportieren, welche die Jungtiere benötigen. Die ausgewachsenen Skorpione brauchen dann nur Wasser und ganz natürliche Nahrung.“

„Klingt interessant. Das wären dann also insgesamt zweihundertvierzig Stück. Eine richtige Arme.“

Der Schakalgott nickte. „Wir rechnen mit dem Unmöglichen.“

„Und das wäre?“

„Das die Strömung der Abtrünnigen uns vielleicht einen Schritt voraus ist, es nicht nur zu einem Raumkampf kommen könnte, sondern zu einem Kampf auf der Planetenoberfläche der Erde. Und genau das will keiner, aber sollte in Erwägung gezogen werden.“

„Die Alternative...“, begann Maahes.

„... die Erde und auch die Menschheit zu opfern und zuzusehen wie alle zu Sklaven werden und wieder in der Steinzeit landen. Die Abtrünnigen lassen keinerlei Technologie bei den Unterdrückten zu.“

„Das wäre das Aus.“

„Ja. Aber nicht nur bei den Menschen. Auch bei den Chafren, den Cherit und nicht zuletzt auch bei den Hermonitern, Balgaranern und Haldoranern.“

„Das ist etwas sehr viel Verantwortung, meinst du nicht?“

„Allein schaffen wir das nicht. Wir brauchen euch, allein schon als Vermittler.“

„Hmmm... ich hoffe, dass wir, wenn es dazu kommen sollte, gut vermitteln können.“

„Das werdet ihr. Immerhin hatten es die Cherit auch geschafft einen Friedens-vertrag mit den Menschen herzustellen.“

„Das stimmt allerdings.“

„Und da ist noch etwas. Ich weiß nicht, ob ich mir jetzt die Zunge verbrenne oder ob Isis auf Genro eh schon mächtig ausgeholt und mittlerweile alles auf den Tisch gelegt hat. Aber da ist noch etwas anderes.“

Der Löwenkater schaute den Schakal durchdringend an. „Um was geht es?“

„Die Cherit sind Versprengte.“

„Wir sind was?“

„Reste, Versprengte. Genro war eure Heimat, aber ihr wurdet von den Abtrünnigen angegriffen und fast komplett ausgelöscht und das vor Jahrmillionen. Die Reste fanden auf Festrid eine neue und unbehelligte Heimat, begannen von neuem, löschten jede Erinnerung daran aus, wollten nichts mehr davon wissen.“

„Moment! Du meinst, dass wir die Gelegenheit hätten im Verbund eine Art Rache zu nehmen?“

„Genau so ist es.“

„Stopp, stopp! Jetzt lass mich das alles mal mit dem was Sachmet sagte zusammenfügen, wenn auch in ganz kurzer Form“, hub Maahes an.

„Vor Jahrmillionen entwickelten sich Cherit auf Genro. Ihr entwickeltet euch parallel dazu, aber in einem anderen Universum. Keiner wusste von dem anderen. Ihr hattet die Möglichkeit entwickelt die Grenzen der Universen zu überwinden und auch Dimensionen zu formen, neue hinzuzufügen und wieder zu reduzieren. Liege ich soweit richtig?“

Anubis nickte und fügte hinzu, dass die Antermerianer seit Jahrmilliarden existieren.

„Gut, sei es so! Es kam bei uns auf Genro zu einer normalen Entwicklung. Die Abtrünnigen spalteten sich ab und sprangen in unser Universum, entdeckten Genro, wollten sich hier breit machen und vernichteten die aufstrebenden Cherit. Die Reste flüchteten, entdeckten Festrid, siedelten sich neu an und verdrängten die Vergangenheit.

Später erklärten euch die Abtrünnigen den Krieg, griffen euch in eurem eigenen Universum an und rissen euch mit einem überstürzten Sprungmanöver in unser Universum mit. Ihr landetet vor den Toren der Erde, kollidiertet im Aste-roidengürtel mit einigen größeren Felsbrocken. Die Kampfinsel wurde komplett zerstört, der Systemvernichter der Abtrünnigen zerbrach. Ein Teil verschwand in den Tiefen des Alls, ein Teil stürzte in die spätere Antarktis. Ein extrem großer Asteroid zerbrach und von dem stürzte ein Teil auf den Mars, löschte alles aus und ein Teil stürzte auf der Erde ab und verursachte vor 64,7 Millionen Jahren das Aussterben der Dinosaurier.

Seit zwanzig Millionen Jahren umkreisen zwei Kampfinseln getarnt im Asteroidengürtel die irdische Sonne, bewachen die Menschheit.

Später tauchen wir bei der Erde auf, es kommt zur Götterdämmerung bei verschiedenen Kulturen, wobei ihr da im alten Ägypten vorher da wart, später gingt und wir euren Platz unbewusst einnahmen.

Wieder später verschwanden auch wir von der Erde.

Tausende Jahre später; von den Kampfinseln aus, versucht ihr an das tief unter dem Eis liegende Systemvernichterwrack heranzukommen. Es werden kleine Schiffe entsandt mit geklonten Drohnen und die werden entdeckt, teilweise abgeschossen und der Ufo-Wahnsinn auf der Erde entsteht.

Dann tauchten aber tausend Jahre später unwissend wir wieder auf und es kam zum Krieg. Auf Genro werden Chafren gezüchtet, auf der Erde Kampfanthros und auf dem Mars gebunkert.

Dann kommt es zum Friedensvertrag zwischen Cherit und Menschen, die Chafren entwickeln sich ganz normal als Zivilisation.

Und jetzt haben wir die Chafren und uns Cherit im Kampf gegen die Menschen. Die sind aber nicht der Feind. Es kommt jetzt eher zu einem weiteren Zusammenschluss zwischen uns, den Chafren und den Menschen und das unter eurer Federführung. Die wahren Feinde sind die Abtrünnigen, die sich aus euren Reihen abgesplittert hatten.“

„Das trifft genau so zu.“

„Ist das nicht etwas zu viel Krieg und zu viel herum Gespiele mit Universen, Systemen und vor allem mit Genro. Ich meine... Stell dir mal vor, du lebst friedlich und naiv in einer heilen Märchenwelt, dann kommt auf einmal eine Mördermaschinerie in Gang, du befindest dich im Kriegszustand, wirst allem beraubt was du kennst. Dann kommen noch Menschen ins Spiel, dann tauchen wir Cherit auch noch auf. Alles ist kaputt und dann kommt ihr und alles wird für die Chafren noch abstruser. Aber nein, das reicht nicht aus. Die ganze Wahrheit ist ein reiner Horror und ein Hin und Her um diesem einen Planeten, ihrem Heimatplaneten.“

Anubis seufzte und senkte den Blick. „Im Prinzip stimmt das.“

„Sei mir nicht böse, aber das ist für die Chafren ne ganz miese Nummer und ich bin echt gespannt, wie ihr den Mist verkaufen wollt.“

„Ich auch, wenn es Isis nicht bereits getan hat, denn sie ist auf Genro.“

„Wobei und wenn ich es recht überlege, dann spielt das eigentlich keine Rolle. Da waren halt vorher Cherit im Ursprung auf Genro, wurden vernichtet und hinterließen nur sehr dünne Spuren. Für die Chafren ist das ja kein Problem, denn sie entstanden durch Genexperimente.“

„Nicht ganz“, hub Anubis an. „Es spielt schon eine Rolle. Denn was die Wissenschaftler schlampigerweise verschwiegen hatten war, dass sie nicht aufpassten. Der Planet Genro trug eine sehr mystische Artenvielfalt, also Drachen, Einhörner, Pegasi und auch Tauren. Lediglich Anthros fehlten.

Es wurden zwar fleißig Tiere von der Erde herangebracht, aber die wurden sehr miserabel untergebracht und so brachen vereinzelte Exemplare aus. Diese wurden später wieder eingefangen, aber hatten sich unbemerkt mit der einheimischen Fauna gepaart, brachten mischerbigen Nachwuchs in die Station und damit auch in die Genetik mit hinein. Durch die Intronenviren, die die Men-schen einschleusten wurde quasi nur ein Beschleunigungseffekt in Gang gesetzt, welcher früher oder später auf ganz natürlichem Wege zu der Entstehung anthropomorpher Arten in seiner ganzen Vielfalt geführt hätte.“

„Okay, das ist dann schon relevant und sollte der Vollständigkeit halber preisgegeben werden. Aber was ist mit diesen Haldoranern und Balgaranern?“

„Das sind Spezies unseres Universums. Zwei sehr friedliebende Zivilisationen. Die Balgaraner bestehen aus einer Mischung aus Spinne und Käfer, sind sehr zuvorkommend und nur an Geschäften interessiert, Feindseligkeiten sind ihnen fremd. Lediglich Spinnenphobiker dürften da ein Problem mit haben.

Die Haldoraner sind etwas eigen, aber gut zu händeln. Sie sehen aus wie überdimensionierte Kreuzungen aus Ameise und Küchenschabe, haben die Fähigkeit entwickelt bei jeder gestellten Frage sofort den dahintersteckenden Sinn zu erfassen und jedes Gespräch in ihre gewünschte Richtung zu leiten. Wenn man von ihnen etwas gefragt wird, dann muss man die reine Wahrheit sagen. Jeden noch so kleinen Winkelzug erkennen sie sofort und brechen den weiteren Kontakt ab. Ihre Mandibeln sind fast ständig in Bewegung und sie haben einen ziemlich trockenen und fiesen Humor.“

„Klingt extrem interessant. Aber wir sollten den Chafren jetzt wirklich alles erzählen. Sie sind ja immerhin keine reinen Klone, sondern am Ende doch auf natürlichem Wege entstanden, wenn auch beschleunigt.“

Anubis nickte leicht, wiegte den Schakalkopf immer wieder hin und her und murmelte vor sich hin. „Nein. Ich werde Isis nicht ins Handwerk pfuschen. Sie weiß was sie macht und das ist gut so. Jeder weitere Stress könnte den Chafren übel mitspielen und sie wissen eh, dass sie Cherit- und Menschengene in sich tragen. Das Ganze jetzt noch aufzubauschen und ihren Heimatplaneten ausgerechnet jetzt, in diesen unruhigen Zeiten, in einen Wechselbalg der Zivilisationen zu verwandeln, halte ich für unklug.“

Maahes kratzte sich am Kopf und wühlte durch die Mähne. „Mag sein, aber ich denke, dass sie es herausfinden werden.“

„Natürlich, aber sieh mal, sie haben eh schon so viel selbst herausgefunden. Aber und das ist wichtig, sie haben es selbst gefunden und hatten dadurch Zeit sich innerlich damit abzufinden, innerlich stabil zu bleiben. Das Ziel ist das eine, aber der Weg dahin meist das entscheidende.“

„Du hast recht. Belassen wir es dabei und ich habe schon wieder vergessen, was du mir alles erzählt hast.“

Der Antermerianer lächelte und klopfte dem Löwenkater freundschaftlich auf die Schulter.

Derweil wurde die nächste Multiwaffenphalanx an ihre Position gehoben, positioniert und von zehn Technikern vorschriftsmäßig montiert.