Kapitel 5
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Kapitel 5
Vorbereitungen
Tage später…
Die Har’lin’ga verließ den Subraum und näherte sich dem Planeten Genro im Elara-System.
„Commander Shar’tark“, rief der Kommunikationsoffizier, „wir werden gerufen.“
„Auf den Schirm“, befahl der Haldoraner.
„Aye! Verbindung kommt.“
„Hier ist Captain Theseus von der Osiris! Commander Shar’tark, ich bin erfreut sie zu sehen. Allerdings hatte ich auch die Re-harachte erwartet“, begann der Anthro-Widder das Gespräch.
„Captain Theseus, ich grüße sie!“, kam die Erwiderung. „Wie lautet der Status?“
„Wir haben die Osiris, Nephtys und Amun-Re im Orbit. Mit ihrer Ankunft sind wir dann mit vier Schiffen vor Ort, was vollkommen ausreichen sollte. Die Abtrünnigen der Antermerianer sind bereits auf dem Weg und sollten, laut unseren Berechnungen, in drei Tagen eintreffen. Ich hoffe, dass sie auch gute Neuigkeiten überbringen.“
„Aber sicher doch. Da die Re-harachte zusammen mit der Horem-hab im Or-bit um die Erde bleiben und sich alles auf eine ziemlich schwierige Suche nach sogenannten Sektierern konzentriert, haben wir Zeus, Zoya und einen Mister Kromberg mitgebracht. Wobei ich bei letzterem etwas vorsichtig wäre.“
„Klingt ausgezeichnet“, hub Theseus an, „aber was ist mit diesem Kromberg?“
„Er ist etwas, nun ja, speziell, würde ich sagen.“
„Inwiefern?“
„Ich drücke es mal so aus – er kommt mit uns Küchenschaben, wie er sich unfein ausdrückte, nicht so klar und anthropomorphe Tiere sind bei ihm gerade noch akzeptiert, auch wenn er scheinbar ein Auge auf den Captain der Horem-hab geworfen hat. Jedenfalls war Captain Melina froh, dass wir ihn mitgenommen haben.“
„Auch das noch“, seufzte der Widder. „Sobald ihr in Reichweite seid, schickt Zoya, Zeus und diesen Kromberg auf den Planeten. Vielleicht hilft es ihm die Anthro-Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben.“
„Klingt wie in einem der irdischen Zoos“, entfuhr es Shar’tark.
„Ja, so kann man es sehen. Aber Zoya und Zeus sollen sich nach der Landung umgehend in die Verteidigungszentrale nach Bri’tek begeben. Die Zeit zur Vorbereitung läuft ab“, merkte Theseus noch an.
„Machen wir. Ich schicke die Drei sofort hin.“
„Ausgezeichnet. Bis später, Commander!“, schloss der Widder ab und verschwand vom Schirm.
Shar’tark betätigte das Com. „Zeus, Zoya, Kromberg. Sofort zum Hangar zwei und Fähre Tri’tok besetzen. Shi’lota, sofort zu Hangar zwei, sie bringen unsere Delegation zum Planeten. Die Koordinaten der Verteidigungszentrale Bri’tek sind bereits in den Bordcomputer gespeist. Shar’tark, Ende!“
Wenige Minuten später und in Reichweite Genros machte sich eine kleine Fähre auf den Weg um ihre kostbare Fracht abzuliefern.
Auf der Erde waren im Milwaukee-Tief mittlerweile alle U-Boote auf 2000 Meter abgesunken und hielten die Positionen.
Die Umbauarbeiten an den Fähren der Re-harachte und Horem-hab hatten länger gedauert als geplant, denn immerhin sollten die Insassen lebend wieder zurückkehren und nicht zu ihrer eigenen Beerdigung tauchen.
Innerhalb von Norad hatten sich sehr schnell die passenden Gruppen gebildet. So bestand jede aus zehn menschlichen Soldaten und zwei Anthros. Lediglich eine Gruppe schlug aus dem Rahmen und beinhaltete Andrew, Kira, Cyron, Stella, Apophis und Jody Thorn, während Altarion Rogers den Kopf bildete. Dieser Gruppe stand es zu, die graue Eminenz, genannt Krondal, festzunehmen und nützliche Informationen zu erhalten.
„Haben wir eine Möglichkeit die Androiden aus größerer Entfernung auszumachen?“, fragte Boner frei heraus und bekam lediglich ein Schulter-zucken als Antwort.
„Na toll, ihr meint doch wohl nicht, dass die sich persönlich vorstellen und sagen: ‚Hallo, ich bin Synthetischer und dazu noch ein Verschwörer‘.“
„Das erwartet keiner. Allerdings bin ich ganz deiner Meinung und der Bekloppte auf dem Unterseeboot war in der Tat ein Zufallsprodukt“, entgegnete Rogers schließlich.
„War wohl an einem Montag gebaut worden“, witzelte Johns, der gerade neben Boner stand und das kurze Gespräch verfolgte.
„Eine durchaus humoristische Einlage Privat, aber gerade etwas fehl am Platze“, maßregelte ihn Rogers, wenn auch mit einem leichten Grinsen. „Wir werden uns erstmal diese Graue Eminenz greifen. Da der scheinbar nicht locker lässt und auch im Vorfeld schon in alle möglichen Verschwörungen und Geheimoperationen verwickelt war, bin ich der Überzeugung, dass er nicht nur das Kommando über diese Synth-Attacken hat, sondern auch weiß, wie man sie ausfindig machen kann.“
„Du meinst, dass er weiß wo die ihren Haken haben?“, mischte sich Apophis ein.
„Eben. Genau das meine ich. Etwas in ihrem Verhalten muss sie verraten oder vielleicht gibt es sogar eine Signatur, welche sie aus größerer Entfernung verrät.“
„Vielleicht sogar ein Transponder?“, hakte Andrew nach.
„Das wäre der Idealfall“, antwortete Rogers.
„Ich denke, dass das so sein wird. Immerhin möchte der Hersteller doch wissen wo sich seine Produkte herumtreiben“, warf Kira ein.
„Oder der Koordinator. Dann wird es dieser Krondal garantiert wissen“, schloss Rogers das Gespräch ab und deutete auf eine der Fähren. „Jetzt rein da und Abflug. Wenn wir noch länger warten und diskutieren, fällt dem feinen Herrn unter Umständen noch ein sich aus dem Staub zu machen.“
„Ich bin der Überzeugung, dass er wie damals in seiner Villa sitzt. Wie eine große schwarze Spinne, auf ihre Beute wartend“, warf Cyron ein.
„Du vergisst dabei, dass er keine Spinne ist und vor allem darfst Du nicht vergessen was er auf Festrid angerichtet hatte“, entgegnete Stella.
„Du meinst die Aktion mit den Cyborg-Wölfen und Cyborg-Raubkatzen?“
„Genau die und die wurden immerhin hier auf der Erde entwickelt und ich kann mir gut vorstellen, dass das Gebiet um sein Anwesen und insbesondere das Anwesen selbst durch eine Ansammlung dieser Cyborgs bewacht wird.“
„Das freut mich und gibt der ganzen Sache doch gleich etwas sehr Bekanntes“, mischte sich Kira ein und verdrehte die Augen. „Kann es nicht auch mal etwas einfacher sein?“
Während des Gespräches hatten die Mitglieder der Gruppe die Fähre betreten, ihre Plätze eingenommen und konnte der Start erfolgen.
„Wie weit ist es?“, erkundigte sich Stella.
„Zwei Stunden Flugzeit“, kam Rogers Antwort und der Säbelzahnhybrid wirkte nicht glücklich dabei.
„Genug Zeit sich auf uns vorzubereiten“, seufzte Chiron.
„Genau das ist das Problem“, murmelte Apophis vor sich hin. „Der wird alles auffahren was er kann um uns zu stoppen.“
„Keine Sorge“, munterte Rogers auf, „wir fliegen unter dem Radar.“
„Netter Versuch Altarion“, polterte Andrew dazwischen, „aber ich sehe da vorne schon das erste Problem.“
„Was? Wo?“, fragte der Säbelzahn und verzog das Gesicht.
„Genau da“, ergänzte Andrew und zeigte auf einen roten Punkt auf dem Head-up, welcher sich zu nähern schien, dabei aber sehr langsam war.
„Ich scanne“, ging Kira dazwischen und versuchte das Geheimnis des roten Punktes zu lüften.
Gefühlte Minuten des Schweigens vergingen, dann endlich kam ihr Bericht. „Es handelt sich um eine Kampfdrohne.“
„Eine was? Momentmal, die hatten die Haldoraner doch komplett eliminiert“, knurrte Jody Thorn.
„Scheinbar nicht oder nicht richtig“, konstatierte Rogers.
„Abgeschossen, lahmgelegt, aber nicht zerstört. Krondals Schergen müssen mächtig auf Draht gewesen sein und haben sich wohl mindestens eine davon geschnappt und wieder hinbekommen“, schlussfolgerte Andrew.
„Sieht schwer danach aus. Auf jeden Fall wird es nicht lustig“, gab Stella zu bedenken.
„Und es wird wohl auch nicht bei der einen bleiben“, befürchtete Kira.
„Haben wir ein paar Jagdgleiter in Reichweite?“, erkundigte sich Cyron.
„Ja“, hub Rogers an. „Fähre rot-eins an Norad! Könnt ihr mich hören? Hier ist Captain Altarion Rogers.“
„Hier Norad! General Grain hier, ich höre dich!“
„Zoran, gib sofort Startbefehl für sechs Jagdgleiter. Wir bekommen über kurz oder lang ein Problem.“
„Befehl ist so gut wie erteilt“, hub der General an und betätigte die entsprechenden Buttons auf seiner Konsole, „und jetzt erkläre mir bitte, warum zum Geier ich gerade unsere bisherige Geheimhaltung habe auffliegen lassen.“
„Aber natürlich. Kampfdrohnen!“
„Kampfdrohnen? Die sind doch alle zerstört“, erwiderte Zoran Grain ungläubig.
„Das dachten wir, aber Krondal scheint fleißig gewesen zu sein. Auf jeden Fall haben wir da mindestens eine auf dem Radar und auf dem Weg hierher.“
„Klingt nach Kampfhandlungen über bewohntem Gebiet.“
„Das befürchte ich auch. Lass die Jäger kreisen und warne die Bevölkerung in der Umgebung. Es sollen sich alle in Sicherheit bringen. Erst, wenn alles im grünen Bereich ist, soll der Angriff erfolgen.“
„Das ist klar und hätte ich eh getan. Sonst noch was?“
„Wünsch uns Glück.“
„Auch das noch.“
„Typisch. Rogers, Ende!“
„Der General scheint seinen merkwürdigen Humor wiedergefunden zu haben“, stellte Cyron fest.
„Hör bloß auf“, seufzte Rogers und winkte ab.
Die Fähre mit Zoya, Zeus und Kromberg setzte unweit des Flusses Tiglus auf, nachdem die anfänglichen Koordinaten geändert wurden.
„Dann lasst uns mal aussteigen“, intonierte Zeus und betätigte den Taster der Ausstiegsluke, welche sich mit einiger Verzögerung zischend öffnete.
Der Duft frischen Wassers und der warme Wind der über die Ufer glitt, drang ins Innere des Raumfahrzeuges ein, ließ alle Anwesenden tief durchatmen.
„Nach ihnen Mister Kromberg“, hub Zoya an und deutete zum Ausgang.
„Sehr gerne. Hauptsache ich werde nicht gleich erschossen“, murmelte Kromberg und setzte sich in Bewegung.
Draußen angekommen zögerte er nicht lange und ging direkt zum Flussufer, kniete sich hin und griff beherzt ins Wasser.
Wenige Augenblicke später gesellten sich Zeus und Zoya hinzu.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich noch mal einen Planeten betreten werde, der lebensfreundlich ist“, seufzte der Alte.
„Wie meinen sie das?“, fragte Zoya.
„Die Guardian… sie wurde mein Zuhause und wäre dann auch meine Grabstätte geworden, beerdigt im Weltall“, sinnierte Kromberg.
„Das heißt, dass wir sie aus ihrem Sarg geholt haben“, stellte Zeus fest.
„In einem gewissen Sinne, ja.“
„Das sollte sie eigentlich freuen“, merkte Zoya an.
„Das tut es auch. Na ja, mittlerweile. Ganz am Anfang dachte ich nur, dass ihr mich besser in Ruhe gelassen hättet. War schön friedlich ohne euch. Im Laufe der Zeit wurdet ihr mir jedoch zunehmend sympathischer und jetzt… ihr habt hier einen wunderschönen Planeten, ein wahres Paradies.“
„Unsere Heimat“, begann Zeus, „aber jetzt kommen sie mit, wir gehen erstmal ins Dorf…“
„… Welches Dorf? Sollten wir nicht nach Bri’tek? ... “, mahnte Zoya.
„… Das kann noch etwas warten. Erstmal werden wir Mister Kromberg in die Obhut der Bewohner geben und dann fliegen wir nach Bri’tek“, schloss Zeus ab.
„Okay, machen wir uns auf den Weg“, stimmte Zoya zu und marschierte los.
„Los geht’s“, bestätigte Zeus und klopfte Kromberg auf die linke Schulter, welcher daraufhin aufstand und ihnen folgte.
„Hier hat sich in der Tat nichts geändert“, flüsterte Andrew.
Die Chafrengruppe, nebst Rogers und zwei Privates war außerhalb der Reichweite des Wohnsitzes der Grauen Eminenz gelandet und hatte sich unbemerkt dem Stadtrand von Gary genähert.
„Du meinst…“, hub Tarja an und wurde von Kira unterbrochen.
„… das wir höllisch aufpassen müssen. Es ist zu ruhig.“
„Ruhe jetzt“, zischte Rogers und deutete an, dass sich alle flach auf den Boden legen sollten.
Apophis rutschte näher an den Säbelzahntiger-Hybriden heran. „Wie willst du vorgehen?“
„Die Stille macht mich extrem nervös. Es ist quasi nichts zu hören, nicht mal die Zikaden und wir sind mitten im Sommer.“
„Nun ja, wenigstens würden wir sofort merken, wenn sich etwas nähert.“
„Stimmt auch wieder. Aber die Drohnen, wenn er hier welche haben sollte, verhalten sich verdammt ruhig…“, begann Rogers.
„… bis zum entscheidenden Moment und dann ist es zu spät“, ergänzte Apophis.
„Eben. Wir brauchen ein williges Opfer, welches dumm genug ist sich als Zielscheibe vorzuwagen.“
„Ich gehe vor. Ich zwar nicht dumm, aber ewig und drei Tage können wir hier nicht liegen“, schlug Apophis vor.
„Keine gute Idee, denn wenn dir etwas passiert, bringen mich deine Eltern und Großeltern um. Ganz zu schweigen von deiner Tochter und deiner Frau.“
„Schwund ist immer“, sagte er noch und kroch schon los, an Rogers vorbei und blieb zwanzig Meter voraus liegen, bewegte sich nicht und lauschte.
Nichts, keinerlei Regung, keinerlei fremdes Geräusch. Apophis entschloss sich offensiver zu werden und hob den Kopf, schaute angestrengt in alle Richtungen. Es war nichts zu hören und nichts zu sehen.
Gerade wollte er sich weiter in Bewegung setzen, da geschah es.
Aus dem Dunkel heraus schoss eine Drohne heran, packte Apophis und hob ihn in die Luft.
Damit war es vorbei mit der Stille. Wie aus einer Kehle schrien alle auf, sprangen wie auf Kommando auf die Beine und rannten zum Ort des Geschehens. Vorbei war es mit der Aufmerksamkeit und die Vorsicht wich der blanken Angst um den Säbelzahntiger, sprinteten die Chafren vorwärts, eröffneten das Feuer und brachten die Kampfdrohne zur Strecke.
Apophis ging mit ihr gemeinsam zu Boden. Glücklicherweise gab es einen gravierenden Unterschied. Die Drohne war zerstört und Apophis lebte, wenn auch unter Schock stehend und nach Luft ringend.
„Verdammte scheiße!“, brüllte er noch, wirbelte herum, eröffnete ebenfalls das Feuer und ließ eine weitere Kampfdrohne in unmittelbarer Nähe zusammenbrechen.
„Es geht los!“, schrie Rogers und nahm eine weitere ins Visier, feuerte und traf.
„Passt auf, dass ihr euch nicht gegenseitig umbringt. Die Dinger sind überall!“, schrie er weiter und deutete nach links und rechts.
Rubinrote und Saphirblaue Strahlen zuckten durch die Dunkelheit, trafen fauchend ihre Ziel, ließen die Panzerungen der feindlichen Drohnen aufleuchten.
„Wie viele sind es?“, schrie Tarja fragend.
„Zu viele“, versuchte Rogers zu antworten, „mindestens ein Dutzend.“
„Das schaffen wir nicht“, brüllte Andrew, „Wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen.“
„Keine Zeit dafür. Wir müssen jetzt durch oder niemals“, verneinte Rogers. „Geht so oft wie es geht in Deckung und konzentriert das Feuer auf einzelne Drohnen. Je schneller jede für sich fällt, umso schneller geht es der nächsten an den Kragen.“
„Aye, Sir!“, kam die geschriene Antwort der Privates.
Das Gefecht dauerte nicht mehr als zehn Minuten und erweckte den Eindruck von Stunden. Letztendlich brach jedoch die Verteidigung des Anwesens in sich zusammen und es herrschte wieder Ruhe, selbst die Zikaden begannen zu zirpen.
„Was?“, hub Andrew an, „Das war alles?“
„Halt bloß die Klappe“, entgegnete Kira barsch.
„Was denn? Das war doch noch harmlos.“
„Eben, drum. Es ging zu einfach, wenn man davon absieht, dass es Apophis fast den Kopf gekostet hätte.“
„Das war nur die Perimeterverteidigung“, mischte sich Rogers ein. „Wenn wir ins Gebäude vordringen kommen wahrscheinlich ganz andere Sachen zum Vorschein.“
„Du meinst noch mehr davon?“, fragte Chiron.
„Mit Sicherheit“, munkelte Rogers, „und jetzt rein. Ich glaube nicht, dass unser Aufstand hier draußen unbemerkt blieb. Es wundert mich eh, dass nicht schon die nächste Angriffswelle rollt.“
Da das Überraschungsmoment zerstört war, bewegte sich die Meute nunmehr auffällig und nach allen Seiten absichernd in Richtung des Villeneingangs.
Vor der Tür angekommen drückten sich alle mit dem Rücken zur Wand.
„Andrew! Kira! Tür seitlich absichern! Chiron! Tarja! Ihr kommt mit mir ums Haus! Wir übernehmen den Hintereingang. Der Rest schlägt sich in die Büsche, tarnt sich und zielt auf den Zugang und auf das freie Gelände“, ordnete Rogers an.
„Aye, Sir!“, kam die einhellige Bestätigung.
Auf Genro erreichten ein schwarzer Einhornhengst, eine geflügelte Hybridin und ein etwas in die Jahre gekommener Mensch den Rand des Dorfes Felgan.
Zunächst noch unbeachtet schritten die drei durch die erste Gasse, waren auf dem Weg zum Dorfplatz und damit auch zur nahegelegenen Taverne.
Allerdings blieb es nicht dabei, denn plötzlich hörte man einen schrillen Schrei aus einem der Fenster der anliegenden Häuser und Sekunden später war das Trio von Dutzenden von Dorfbewohnern umringt.
„Lasst mich doch mal durch“, brüllte jemand aus dem Hintergrund.
Nur schwerlich teilte sich die Menge, welche etwas verunsichert war, da niemand mit dem Eintreffen der drei gerechnet hatte und vor allem auch, weil niemand die erwachsene Zoya kannte, ganz zu schweigen von Zeus und Kromberg.
„Himmel, Arsch und Wolkenbruch!“, wetterte die Stimme weiter, „Jetzt kriegt euch doch endlich wieder ein.“
Schließlich schaffte es eine Gestalt, welche zur Stimme gehörte, sich durch die Masse zu wühlen und baute sich direkt auf, stemmte die Fäuste in die Hüften.
„Na sieh einer an“, murmelte der Anthro-Kater vor sich hin.
„Du musst Hylas sein“, stellte Zoya fest.
„Hmmm…, ich kenne dich zwar nicht, aber einiges an dir erinnert mich an Apophis“, sinnierte Hylas und kratzte sich unter dem Kinn.
„Sicher, er ist mein Vater.“
Mit einem Schlag entspannte sich die Situation, begannen einige zu begreifen wer da vor ihnen stand, riss Hylas die Augen auf.
„Wenn Apophis dein Vater ist, dann müsste eine Frau namens Jody Thorn wohl deine Mutter sein. Auch, wenn ich das für unmöglich halte“, grübelte Hylas weiter.
„Glaub es ruhig“, fuhr Zoya fort, „und jetzt würde ich gerne all die anderen kennenlernen, von denen ich zwar durch meine Eltern, Groß- und Urgroßeltern gehört habe.“
„Hmmm… Urgroßeltern… oh je. Sind wir wirklich schon so alt geworden, dass Cyron und Stella Urgroßeltern geworden sind?“
„Leider ja, aber trotzdem sind alle immer noch taufrisch“, merkte Zoya aufmunternd an.
„Dann kommt mal mit. Pathenon und Shiva werden sich bestimmt freuen euch kennenzulernen. Und dann berichtet doch mal, warum genau ihr hier seid und vor allem was uns erwartet. Ich traue Gerüchten immer seltener“, grummelte der Luchs etwas müde.