Camilla - Die Eroberin, Kapitel 3
Imported from SF2 with no description provided.
Kapitel 3
Am nächsten Morgen erwachte Camilla bevor der Butler Frank Simson sein Weckritual vollziehen konnte.
„Ich bin munter“, hub die Fuchswölfin an, gähnte herzhaft und streckte sich, sah ihn dann an und fuhr fort: „du kannst dir deine Litanei also sparen.“
„Sehr wohl Miss Queen. Trotzdem wünsche ich ihnen einen schönen guten Morgen.“
„Danke Frank, zu welcher Uhrzeit ist die Ankunft des Supreme angegeben?“
„Wenn sie sich beeilen, dann sind sie schneller fertig als er geliefert wird.“
„Frank, sie werden mir langsam unheimlich. Sie sind so voller Widerworte.“
„Ich probiere gerade eine Neuerung in meiner Programmierung aus“, bestätigte der künstliche Dobermann.
„Mir bleibt aber auch nichts erspart“, seufzte Camilla und stand auf.
„Soll ich ihnen ihren ersten Kaffee wie immer aufs Zimmer bringen?“, fragte Frank.
„Nein, heute bitte im Esszimmer. Ist mein Stiefbruder auch schon wach?“
„Bisher habe ich keinerlei Geräusche aus seinem Zimmer vernommen, aber wenn sie wünschen, dann sehe ich gerne nach.“
„Nicht nötig“, wiegelte Camilla ab. „Ich möchte nicht, dass er nachher bei wichtigen Dingen gestört wird.“
Der Butler schaute die Fuchswölfin zunächst fragend an, dann wechselte seine Miene in ungläubiges Staunen und am Ende in eine leicht finstere Nuance. „Das möchte ich nicht sehen.“
„DAS möchte niemand sehen“, ergänzte Camilla und schüttelte den Kopf.
In diesem Moment klopfte es an der Tür.
„Herein“, rief Camilla und schaute in Richtung des Zimmerzugangs.
„Hallo Schwesterherz“, rief Stephen überschwänglich, nachdem er die Tür geöffnet und seinen Kopf durch den Spalt geschoben hatte.
„Guten Morgen Stephen. Wie ist das werte Wolfsbefinden?“
„Sehr erbaulich, gerade zu euphorisch.“
„Es klingt schwer nach „gut, dass ich das nicht erleben musste““, mischte sich Frank ein.
„Unser Butler ist etwas vorlaut oder täusche ich mich?“, entgegnete Stephen etwas entrüstet in Camillas Richtung.
„Ich hoffe, dass sie auf die Hygiene geachtet haben“, ergänzte der Dobermann. „Ich möchte nicht über unschöne Reste stolpern.“
Stephen schüttelte den Kopf und atmete tief durch. „Keine Sorge Frank.“
„Miss Queen“, wechselte der schnell das Thema. „Ich werde sie jetzt allein lassen. Es wäre nicht gut, wenn der Supreme geliefert wird und keiner öffnet.“
„Tun sie das und nehmen sie den Lustmolch gleich mit“, gab Camilla grinsend von sich und deutete auf ihren Stiefbruder.
„Mister Lang, würden sie mich begleiten?“, forderte der Dobermann den Wolfsrüden auf.
„Aber sicher doch. – Bis später, Schwesterchen.“
Butler und Wolf verschwanden aus Camillas Blickfeld, während die Fuchswölfin sich nochmals kurz streckte und das Badezimmer betrat.
Eine halbe Stunde später erschien die Fuchswölfin im Speisezimmer und schaute auf die Standuhr. „Dann lasst mich mal zusammenfassen. Wir sind morgen auf dem Weg zum Space-Port, haben normales Gepäck bei uns und den Supreme, welcher unsere Ausrüstung schleppt.“
„Kurz und präzise wie immer, Miss Queen“, warf Frank Simson ein.
„Und ein Schleimer ist er auch noch“, fügte Stephen hinzu und rollte mit den Augen. „Aber er hat Recht.“
„Mir ist irgendwie nicht wohl bei dem Gedanken mit dem Lufttaxi zum Space-Port zu fliegen und dann mit einem autonomen Lastenroboter quer durch die Schalterhalle zu marschieren“, begann Camilla zu zweifeln.
„Gestern gefiel dir der Gedanke noch sehr gut“, versuchte Stephen sie zu beruhigen.
„Gestern Abend waren wir alle sehr enthusiastisch.“
„Mach dir keine Sorgen, es wird alles gut gehen.“
„Ich denke daran, dass der Supreme nur bis Sirius A darf. Nach B und C dürfte es sehr schwierig, von D ganz zu schweigen.“
„Jetzt schlag dir verdammt nochmal diesen blöden Sirius D aus dem Kopf“, wurde Stephen leicht sauer. „Was wir suchen ist auf Sirius B, irgendwo in der Einöde. Bis Sirius A kommen wir garantiert.“
„Du hast ja Recht, Stephen …“, wollte sie wieder ein Veto einlegen, kam aber nicht weiter, da die Türglocke schellte.
„Ah, das muss die Lieferung sein“, frohlockte Stephen und rannte aus dem Zimmer und öffnete die schwere Haustür.
Zunächst hörte man nichts, außer dem Rauschen des etwas kräftigen Windes, welcher um die Villa wehte. Anschließend ein tiefes Seufzen und dann ein lautes Knurren. „Kommt schnell her. Das müsst ihr euch ansehen“, schrie der Wolf schließlich.
Schnellen Schrittes begaben sich Butler Frank und Camilla in Richtung des Geschehens und betrachteten das Objekt der Begierde.
„Das ist jetzt nicht euer Ernst“, fing sich die Fuchswölfin und stemmte die Fäuste in die Hüften.
Frank Simson schaute leicht betroffen drein und zuckte untypisch mit den Schultern. „Da kennt sie wohl jemand sehr genau“, murmelte er vor sich hin.
Stephen grinste schief und schaute seine Stiefschwester entschuldigend an. „Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich dich vorgewarnt oder ein anderes Modell gewählt.“
„Lass gut sein“, fauchte die Fuchswölfin, „du kannst nichts dafür und musst dich nicht entschuldigen. Aber, wenn ich den erwische, der den da so hergerichtet hat, dann kann der sich warm anziehen.“
„Na ja, Miss Queen. Wenn ich sie etwas aufmuntern darf – er sieht vorzüglich aus.“
„Er? Es ist ein es, es ist ein verdammter Lastenroboter, es ist ganz stupider Big Dog Supreme.“
„Das trifft es, Schwesterchen. Big Dog und dein ach so geliebter Anubis ist …“, hub Stephen an und wurde durch Camilla harsch unterbrochen: „… ein Schakal. Er ist ein Schakal, kein Hund.“
„Er sieht auf jeden Fall so aus“, schloss Camillas Stiefbruder seinen Gedanken ab.
Plötzlich meldete sich derjenige zu Wort, um den es im Disput ging, aber der bisher schwieg. „Wenn ich mich vorstellen darf – ich bin ein Modell der BD Supreme Reihe, ein vollkommen autonom agierendes Robotersystem, bestellt zu Diensten von Miss Camilla Queen. Ich bitte die von mir erwähnte vorzutreten und mir ihren Namen, zur Stimmerkennung, selbst zu nennen. Ein Stimmmuster ist bereits vorprogrammiert und muss abgestimmt werden“, schnarrte der Roboter mit einer unerhört samtigen Stimme.
„Nur zu, Schwesterchen. Er ist deiner.“
„Du Depp!“, entfuhr es Camilla, sie trat hervor und schaute den Roboter eindringlich an, so wie sie den Eindruck seinerseits hatte. „Mein Name ist Camilla Queen“, fuhr die Fuchswölfin energisch fort.
„Name der Zugriffsberechtigten bestätigt und gespeichert. Mein Name ist Anubis und ich bin für sie vorbereitet.“
Camilla lief knallrot unter ihrem Fell an. Egal wer sich das ausgedacht hatte, er würde schweren Ärger bekommen. „Na schön, Anubis!“, knurrte sie gereizt, „Dann wirst du deine Aufgabe an meiner Seite bestimmt schon kennen?“
„Ich werde ihre Ausrüstung tragen“, kam wie selbstverständlich die Antwort.
„Sehr gut.“ Die Fuchswölfin betrachtete den Anubis-Verschnitt ausgiebiger.
In der Tat hatte sich jemand einen großen Aufwand gemacht den Roboter im Aussehen dem Totengott, dem Wächter der Waage, anzupassen. Das war ihm auch sehr gut gelungen, wenn auch vierbeinig, einem Tauren ähnlich und mechanisch, metallisch-glänzend.
Camilla ging auf ihn zu, umrundete ihn und strich mit der linken Hand vorsichtig über die Aluminiumhaut.
„Gib mir deinen aktuellen Status!“, forderte sie ihn schließlich auf.
„Alle Systeme grün – nominell. Powerzellen auf voller Kapazität. Sensorische Systeme auf voller Leistung und aufnahmebereit.“
„Ausgezeichnet, dann folge mir“, sagte Camilla, drehte sich um, schritt in Richtung Treppe. „Kommt ihr auch mit oder wollt ihr mich mit meinem neuen Liebhaber allein lassen? Immerhin ist es Anubis und er hat nicht nur vier Beine, er hat auch zwei Arme am Torso und Hände.“
„Er ist ein Roboter und kein Lebewesen“, murmelte Stephen.
„Das habe ich gehört“, entgegnete Camilla und schnippte mit den Fingern.
Widerwillig, aber gehorsam folgten Stephen und Butler Frank dem Duo und stiegen die Treppen empor.
Im Arbeitszimmer angekommen, standen die Vier im Raum und sahen sich um. Fein säuberlich waren die Gerätschaften aufgestapelt und boten einen sehr übersichtlichen Anblick.
„Das ist alles was du zu transportieren hast“, hub Camilla an.
„Ich sehe es mir gleich an“, säuselte der Schakal-Tauren-Roboter und trat näher.
Er stand da, sah sich den Stapel an, umrundete anschließend die Kisten und länglichen Ausrüstungsgegenstände.
Schließlich erhob er seine Stimme: „Das Gewicht beläuft sich auf 420 Kilogramm, meine Belastungsgrenze ist also weit unterschritten. Wann soll ich reisefertig sein?“
„Morgen früh werden wir mit einem Flug-Taxi zum Space-Port fliegen. Das Ziel unserer Reise ist zunächst mit einem normalen Ausflugsschiff Sirius A, anschließend werden wir mit einem Transfershuttle nach Sirius B fliegen“, erklärte Camilla.
„Sirius B?“, fragte der Roboter eher rhetorisch. „Sie wissen, dass das Gebiet Sirius B und C für Lastenträger und andere autonom agierende Systeme gesperrt ist?“
„Das ist uns sehr wohl bewusst, daher werden wir auch versuchen einen nicht ganz legalen Transfer in Gang zu setzen“, bestätigte Stephen und hob eine Augenbraue.
„Ihre angehobene Augenbraue zeigt mir sehr deutlich, dass die Situation zwar nicht aussichtslos ist, aber einen leicht bis mittelschweren Charakter der Illegalität hat“, konstatierte der mechanische Anubis.
„Na toll, ein Roboter mit Moral“, entfuhr es Frank Simson.
Die Mienen von Stephen und Camilla erstarrten, selbst der Lastenroboter schien das Gleiche zu tun. Dieser Zustand hielt für gefühlte Minuten an, zog sich tatsächlich aber nur über wenige Sekunden.
Dann drehten sich drei Köpfe in Zeitlupentempo in Richtung des Butlers und schauten in von oben bis unten musternd an.
„Interessant“, stellte Camilla fest. „Ausgerechnet du stellst so etwas fest.“
„Miss Queen, ich darf doch sehr bitten. Sie werden mich doch nicht etwa mit dem da vergleichen?“
„Im Grunde genommen ist da kein großer Unterschied“, warf Stephen ein.
„Jetzt enttäuschen sie mich aber wirklich“, maulte der Butler. „Ich bin ein Dobermann und der da ist ein Haufen Blech und das sieht man ihm auch noch an.“
„Ich bin eine autonome Einheit“, entrüstete sich der Lastenträger.
„Und wo ist der Unterschied?“, grummelte der Dobermann leicht angesäuert.
„Wir sind uns sehr ähnlich“, begann der Anubis-artige, „im Inneren sind wir sogar fast identisch. Wir unterscheiden uns nur im Äußeren und in unserer Aufgabenstellung.“
„Unfassbar!“, wurde Frank Simson sichtbar wütend.
Camilla fing an zu Grinsen. „Er gefällt mir langsam aber sicher immer mehr.“
„Hast du dich etwa verliebt?“, stichelte Stephen.
„Er ist witzig, er hat was“, verkündete die Fuchswölfin und kratzte sich unter dem Kinn, verschränkte schließlich die Arme vor der Brust.
„Danke Miss Queen“, säuselte der Lastenroboter, „aber ich gebe trotzdem zu bedenken, dass es Komplikationen geben wird, wenn wir auf Sirius B gesichtet werden.“
„Das lass unsere Sorge sein. Zerbrich dir nicht deinen elektronischen Kopf über Sachen, die dich nichts angehen.“
„Diese Sachen, wie sie gerade sagten, gehen mich sehr wohl etwas an, da ich derjenige bin, der das Problem darstellt“, klärte der mechanische Anubis auf.
„Schwesterchen, du hast da einen echten Freund gefunden“, sagte Stephen und fing an zu lachen.
„Lach du nur, vielleicht …“, überlegte Camilla laut.
„… denk nicht mal dran“, ging ihr Stiefbruder energisch dazwischen.
„Du weißt doch gar nicht, was ich für einen Gedanken hatte.“
„Ich befürchte schlimmes.“
„Ich dachte daran, ihn auf Dauer zu behalten. Dann gäbe es vielleicht weniger Diskussionen über seine Einsatzziele und unsere Missionen.“
Stephen atmete hörbar auf. „Ich dachte schon …“.
„Das würde dann etwas zu weit gehen“, knurrte Camilla, „dann könnte ich mir ja gleich von Frank meine Phasen versüßen lassen.“
„Miss Queen! Das geht jetzt aber zu weit, wenn ich bitten darf“, verkündete der Butler peinlich berührt.
„Fein! Dann sind wir uns ja einig. Außerdem ist dieser Anubis ein Lastenträger und hat eh nicht das nötige Equipment. Zumindest glaube ich nicht, dass er auf Sex programmiert ist. Da fehlen doch schon einige Dinge, die selbst Frank nicht hat.“
Der Lastenroboter stellte sich leicht in Präsentationspose. „Ich bin durch Programmierung zu vielem fähig, Miss Queen und auch in meinen körperlichen Komponenten ausbaufähig und persönlichen Wünschen anpassbar.“
„Bring mich nicht auf dumme Gedanken“, wurde Camilla barsch.
„Schwesterchen“, ging Stephen dazwischen, „wenn du das tust, dann ist es wirklich verdammt weit mit dir gekommen. Du bist ja eh schon in der Öffentlichkeit mit einem gewissen Ruf versehen, aber wenn das passiert und rauskommt, dann ist es endgültig kaputt.“
„Es wird nichts passieren und selbst wenn, wer sollte es erfahren?“
„Ich sage besser nichts mehr. Es ist dein Roboter. Mach was du denkst.“
„Egal wie, wir gehen jetzt zu Bett und Anubis bleibt hier“, ordnete Camilla an und verließ den Raum.
In ihrem Zimmer angekommen, schloss sie die Tür hinter sich, zog sich aus und legte sich auf ihr Bett.
Eigentlich wollte sie schlafen, aber aus irgendeinem Grunde kam sie nicht zur Ruhe, wälzte sich hin und her.
‚Sirius A, Sirius B, Osiris-Fragment, Anubis, Sirius D. Wo ist da der Haken?', grübelte sie.
Etwas lag da im Argen, sie wusste, dass etwas nicht stimmte und die Kombination aus Sperrzone, Fragment und diesem Lastenroboter in Form eines Anubis-Schakal-Tauren eine vielleicht unheilvolle Verbindung hatte.
Sie hatte diese Vorahnung, konnte diese aber nicht deutlich fixieren.
Allein schon der Gedanke an diesen Anubis und vor allem seine Andeutung, dass er programmierbar und auch physisch aufrüstbar wäre, zeigte ihr, dass da etwas nicht stimmen konnte.
Wieso kam jemand auf die Idee ihr gerade einen Lastenträger, zwar als Tauren, aber in Form des altägyptischen Gottes Anubis zu schicken, der ihr dann auch noch Widerworte anbietet, unverschämt frech ist, zweideutig in der Ausdrucksweise und dann auch noch von sich aus auf die Idee kommt sich mit ihr paaren zu wollen.
Sie setzte sich im Bett aufrecht, starrte ins Halbdunkel, atmete tief durch. „Kommt nicht in Frage, dass ich jemals mit einem Roboter ficke“, rief sie laut durch das Zimmer.
Wie auf Kommando schien sich etwas aus dem Dunkel auf sie zu zubewegen. Hatte einen schemenhaften Umriss, kam näher, wurde deutlicher.
„Was machst du hier?“, fragte Camilla.
„Das weißt du genau. Ich weiß es auch, da ich Anubis bin.“
„Wie bist du hier hereingekommen?“, entrüstete sich die Fuchswölfin.
„Auch diese Frage kannst du dir selbst beantworten. Ich bin auf deinen eigenen Wunsch hier.“
„Du bist nur ein Roboter und ich einfach nur etwas aufgewühlt.“
„Nein, bist du nicht. Ich bin hier, weil du es willst, weil du mich brauchst, so wie ich dich.“
„Was meinst du damit?“
„Ich brauche dich um nach Sirius D zu kommen und du mich, damit du Sirius D erreichst.“
„Da können wir zusammen nicht hin.“
„Doch, gemeinsam schaffen wir das.“
„Du hast selbst gesagt, dass es schon für Sirius B und C schwierig wird.“
„Wir werden mir einen organischen Überzug besorgen. Ich brauche Fleisch, Haut und Fell.“
„Wie stellst du dir das vor?“
„Wir werden das passende finden.“
„Du bist dir da aber sehr sicher. Trotzdem bleibst du ein Roboter.“
„Ich bin ein Autonom, vergiss das nicht. Ich programmiere mich auch ständig selbst und passe mich den Bedürfnissen meiner Besitzer an. Ich bin auf dich programmiert und passe mich immer mehr deinen Wünschen an.“
„Welch Glück, dass das nicht in allen Bereichen geht.“
Plötzlich stieg der Umriss des Roboters aus dem Halbdunkel hervor, auf ihr Bett, stellte sich seitlich neben sie und präsentierte ihr etwas, was sie erschreckte.
„Was? Das kann nicht sein?“
„Auch er kann dir gehören. Er war schon die ganze Zeit da.“
Camilla erkannte vor ihren Augen die Form und Ausmaße eines erigierten Rüdenpenises. Erkannte sie, dass er tief aus dem metallischen Inneren herausgewachsen war und was sie extrem irritierte war, dass er nicht künstlich, sondern aus Fleisch und Blut war.
Vorsichtig streckte sie die Hand aus, berührte das geschwollene Glied, strich sanft darüber und spürte, dass es warm, glatt und leicht feucht war. Zudem spürte sie das pulsieren aus seinem Inneren heraus.
Der Roboter drehte seinen Torso zu ihr, sah sie Anubis an, schien ein Lächeln zu simulieren, gab ein merkwürdiges Stöhnen von sich, sprang vom Bett und verschwand im Halbdunkel, löste sich förmlich in Luft auf.
Mit einem erstickten Aufschrei erwachte Camilla und sah sich erschrocken um.
Hatte sie sich das alles eingebildet? Hatte sie das gerade erlebt oder hatte sie geträumt? War sie am Ende doch innerhalb ihrer Gedanken eingeschlafen und war das alles nicht passiert?
Egal wie, alles war ein Grund mehr, dass sie aufpassen sollte. Alles deutete daraufhin, dass sich große Probleme anbahnen würden und es eine direkte Verbindung zwischen ihr und diesem Roboter gibt.
Es war drei Uhr Nachts und Camilla schloss die Augen, drehte sich zur Seite und schlief wieder ein. Der nächste Tag würde anstrengend werden.