Kapitel 32

Story by SethGodofChaos on SoFurry

, , , , ,

Imported from SF2 with no description provided.


Kapitel 32

Neugier, Gier und Erfolgssucht

in den Jahren 2303 bis 2389

Am darauffolgenden Morgen, genauer gesagt um 4:30 Uhr in der Frühe, wurde Mitchell unsanft aus dem Tiefschlaf gerissen als der Türsummer ging.

„Herein!“, murmelte er verdrossen.

Nachdem die Tür sich geöffnet hatte, Louanne Dupont im Türrahmen stand und er sie erkannte, schreckte er endgültig hoch. „Ist etwas passiert?“, fragte er irritiert.

„Passiert? Nicht direkt, aber wir waren die halbe Nacht noch zusammen gesessen und haben darüber beraten, was mir mit den von euch mitgebrachten Proben veranstalten.“

„Ah, sehr gut. Ihr seid mir wohl einige Schritte voraus. Mir schwebte ursprünglich vor, dass ich mich mit euch heute beraten wollte und die Proben für weite-re Klonreihen herhalten sollen.“

Dupont hob eine Augenbraue an. „Dann sind wir uns alle einig, denn das war auch genau das, was uns vorschwebte.“

„Perfekt, dann fangt schon mal an. Ich bin in einer Stunde bei euch“, merkte Mitchell auf und schickte sich an aufzustehen.

„Ich gehe besser, bevor du dich erhebst“, sagte Dupont schnell entschlossen. „Es gibt bestimmte Dinge die eine Mutter nicht sehen will.“ Grinsend verließ sie das Zimmer und schüttelte den Kopf.

Zwanzig Minuten später war der leitende Wissenschaftler der Station aus dem Bett gestiegen, hatte sich zur Nasszelle begeben und trat erfrischt und halbwegs munter aus der Dusche, stand nackt im Raum und schaute auf den Schreibtisch.

„Computer! Logbucheintragung starten“, befahl er.

„Logbuchaufzeichnung bereit.“

„Starten!:

„Leitender Wissenschaftler, Doktor Robert Mitchell, Datum 10.09.2303.

Wir haben heute beschlossen, dass wir das Experiment mit verschiedenen Tierarten nochmals nachvollziehen wollen...“

In diesem Augenblick ging wieder der Türsummer, so dass er gezwungen war die Aufzeichnung zu unterbrechen und „Herein!“ rief.

Die Tür öffnete sich und der Hybrid-Klon trat ein. Mitchell zuckte zusammen und registrierte erst in diesem Moment, dass er unbekleidet war.

„Guten Morgen, Doktor Mitchell“, grüßte Anthro höflich. „Ich hoffe, dass ich nicht ungelegen erscheine.“

„Komm rein und sag' mir was dein Begehr ist.“

Der Hybrid trat endgültig ein, die Tür schloss sich und beide standen sich gegenüber.

„Ich war gerade aus der Dusche gekommen und dabei einen Logbucheintrag zu verfassen“, erklärte Mitchell kurz.

„Ah ja. Lassen sie sich durch mich nicht aufhalten“, sagte der Hybrid und musterte den Doktor flüchtig von oben bis unten, sah dann an sich selbst hinab, nickte kurz und hub an: „Ich habe gehört, dass sie mit den neugewonnen Proben weitere Experimente durchführen wollen. Ich würde gerne dabei sein und mehr Lernen, vor allem bin ich sehr neugierig präzise zu erfahren, wie ich entstanden bin.“

Mitchell hielt den Kopf schief, traute zunächst seinen Ohren nicht, ließ unbewusst seinen Blick über den Körper des Hybriden streifen und spitzte die Lippen. „So sei es. Das ist kein Problem. Aber lass' mich zunächst den Eintrag vervollständigen.“

„Sehr gerne.“

„Computer Eintrag fortsetzen:

„... Diesmal jedoch mit artspezifischen Ei- und Samenzellen. Von mehreren Mitarbeitern kam die Idee, dass es sich bei der Intronenmutation vielleicht um eine Reaktion auf das verschmelzen einer Rindereizelle und einer Raubtiersamenzelle handeln könnte...“

Unvermittelt starrte er den Anthro an und rieb sich kurz unter dem Kinn.

„... Unser Kind interessiert sich sehr für unsere Arbeit und beobachtet uns mit

scharfen Augen.“

„Anthro!“, hub Mitchell an. „Bevor wir mit den Zellproben beginnen und unter verschiedenen Grundvoraussetzungen einzelne Versuchsreihen starten, möchte ich dich um etwas bitten.“

Der Hybrid sah ihn fragend an und nickte leicht. „Ich höre!“

„Du bist jetzt seit drei Jahren auf der Station und hast mit deinem Verhalten unsere und vor allem meine eigenen, Bedenken aus dem Weg geräumt. Wir kennen uns seither und haben immer eine gewisse Distanz gewahrt, obwohl unsere Neugier geradezu unbändig ist.“

„Ich kann mir denken worauf sie hinaus wollen, Doktor“, ging der Anthro da-zwischen. „Sie wollen mich gründlicher untersuchen, wollen genau wissen wie es zu meinem Aussehen und meiner Intelligenz kam.“

Mitchell entgleisten kurz die Gesichtszüge und er fühlte sich durchleuchtet. Antwortete dann aber kurz und knapp: „Ja!“

„Ich bin einverstanden, wenn sie entsprechende Vorsicht walten lassen. An manchen Körperpartien bin ich zuweilen empfindlich.“

„Selbstverständlich. Es geht am Ende ja auch nur um die präzise Datengewinnung.“

Der Hybrid nickte erleichtert und verließ das Quartier.

Eine Stunde später erschien Mitchell im Labor und stellte fest, dass sich der Klon bereits in die Hände seines Teams begeben hatte und den Mitarbeitern bei all ihren Handlungen genau zusah.

Umringt von acht Wissenschaftlern stand der Hybrid geduldig in der Mitte und ließ sich mehrere Messsonden anlegen, liefen deren Daten über die jeweiligen Tablets und tauchten schließlich als Zusammenfassung auf den großen Monitoren auf, wurden vom Zentralcomputer registriert und gespeichert.

„Wir haben alles“, verkündete Waters über ihre Schulter hinweg und an Mitchell gewandt.

„Sie sind sehr schnell. Haben sie auch Blut- und Lymphwerte genommen?“

„Aber sicher doch, Doktor. Eine solche Gelegenheit lassen wir uns doch nicht entgehen.“

Mitchell schob kurz den Unterkiefer hervor. „Ich brauche noch etwas mehr. Es geht dabei darum, dass wir etwas brauchen, dass uns unsere weiteren Experimente zielgerichteter durchführen lässt.“

Waters, wie auch Haddad und Dupont drehten sich zu ihm um, schauten fragend in seine Augen. Es folgten einige Minuten des Schweigens, dann hatte zumindest Helena Waters eine vage Eingebung.

„Oh nein!“, hub sie an. „Das machen sie schön selbst!“

„Was denn? Es ist ein ganz normaler Vorgang bei einer intensiven Analyse. Und für die weiteren Kulturen und später Klone wären ein paar Samenzellen nicht schlecht.“ Dabei grinste Mitchell Waters schief an. „Sie wären genau die richtige dafür. Wenn ich mich recht erinnere, dann sprach unser Hybrid doch positiv auf sie an.“

„Das ist jetzt ne Schweinerei“, polterte sie.

„Nein, wenn sie ein Reagenzglas nehmen, dann bleibt alles schön sauber“, erwiderte er süffisant.

Waters verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf, während sie dabei laut seufzte. „Na schön. Was bleibt mir anderes übrig.“

Der Hybrid-Klon hatte das Gespräch logischerweise verfolgt und war gänzlich unbeobachtet, einen Schritt vorausgeeilt. „Miss Waters“, intonierte er mit leicht erregter Stimme, „holen sie bitte ein passendes Gefäß.“

Die Wissenschaftlerin drehte sich abrupt zu ihm um, erkannte, dass sie sich eilen musste und beim Anblick, die Szene noch mit einem „Großer Gott!“ kommentierte. So verschwand sie im hinteren Teil des Großlabors, hörte mein Poltern und Klirren und stand schließlich zentral vor dem Objekt des Geschehens.

„Und was soll ich jetzt machen?“, fragte sie, während sie an der Situation zweifelte und sich tatsächlich an Lehrfilme zur Rinderbesamung erinnert fühlte.

Wobei der in diesem Teil der Anatomie besagte Stier ihr Anweisungen gab und nicht fast lautlos nur dem Trieb folgte.

„Fassen sie vorne an und stülpen sie das Glas drüber. Sie müssen nur dafür sorgen, dass mein Ejakulat dahin geht wo es hin soll. Den Rest erledige ich gerade selbst“, presste der Anthro hervor und schloss die Augen.

Eine halbe Minute später war der Spuk vorbei, der Hybrid fletschte die Zähne, brüllte markerschütternd auf und brandete eine wahre Flut seines Samens in das Reagenzglas. Waters hatte die Augen weit aufgerissen und verfolgte das Ganze, als wäre sie nicht dabei, sondern nur ein Zuschauer.

Schließlich entspannte sich der Hybrid, atmete tief durch und tippte der Wissenschaftlerin auf die linke Schulter. „Miss Waters?! Hallo!? Ich bin fertig.“

Mitchell fing laut an zu lachen, ob der lapidaren Aussage des Klons und Waters kam wieder zu sich, realisierte was gerade passiert war und vor allem, dass sie den erigierten Penis eines hybriden Tierwesens in der Hand hielt.

„Miss Waters, ich danke ihnen für diesen Dienst an der Wissenschaft und jetzt können sie den Anthro wieder loslassen und das Reagenzglas mit einem freu-digen Lächeln der aufzeichnenden Kamera im Hintergrund präsentieren“, sagte Mitchell mit einem zweideutigen Unterton.

Waters wurde knallrot, drehte sich aber um und hob das Reagenzglas ins Bild.

Ihr Lächeln dabei war eher gekünstelt und erinnerte entfernt an den Joker aus Batman.

„So ihr Lieben“, frohlockte Robert Mitchell. „Da wir jetzt alles haben, geht es ans analysieren und dann an die Computer. Wir haben einiges vor uns.“

Im Verlauf der nächsten Jahre wurden verschiedenste Testreihen gestartet. Mal wurde die unveränderte Eizelle eines irdischen Tieres mit einer Samenzelle vom Hybrid-Klon gekreuzt, mal wurde es eine veränderte mit selbiger. Später versuchte man es mit modifizierter Samenzelle und unveränderter Eizelle, dann wieder mit unmodifiziertem Samen und veränderter Eizelle oder schließlich mit einer komplett künstlichen Erzeugung.

Egal was sie auch taten, es schlug fehl.

Das im Jahr 2340 immer noch im Amt befindliche Wissenschaftlerteam war nicht nur in die Jahre gekommen, sondern wurde nach und nach durch Neulinge aufgefrischt und ersetzt.

Louanne Dupont erlitt im August 2340 während einer Probenuntersuchung einen Herzinfarkt. Ihr Sohn Robert Mitchell stand daneben als es passierte, sah mit an wie sie am Mikroskop zusammenrutschte, sich an die Brust griff und ihre Atmung unregelmäßig wurde, sie nach Luft rang.

Er griff ihr in Sekundenschnelle unter die Arme, hob sie aus dem Stuhl und legte sie vorsichtig auf den Boden. Die sofort herbeieilenden Mitarbeiter befreiten sie von ihrer Oberbekleidung, prüften Atmung und Puls.

Ein hinzugerufener Arzt konnte jedoch nur noch ihren Tod feststellen.

So begrub Robert seine Mutter hinter dem Stationsgelände, direkt neben ihrem Ehemann, Marc Mitchell, seinem Vater, welcher sich sechs Jahre zuvor das Leben genommen hatte.

Immer stärker der Demenz anheimfallend, ertrug er am Ende den Zustand nicht mehr, dass immer mehr weiße Flecken in seinem Gedächtnis aufblitzten und bereitete in einer lichten Phase seinem Leben ein Ende.

Robert selbst hatte eine Tochter namens Laura Mitchell, deren Mutter, Verena Boldt, leider während der Geburt starb und er somit neben seiner leitenden Funktion alleinerziehend war.

Helena Waters arbeitete zur gleichen Zeit ihre Tochter Sabrina ein, welche aus der Beziehung mit Ronny Freigang stammte.

Nala Haddad und Liam O'Connor waren seinerzeit nicht nur als Doppelpack auf Genro gelandet und sehr gute Freunde gewesen, aus ihrer Freundschaft entwickelte sich beruflich und auch privat eine alle Grenzen überschreitende Liebe, aus der zwei Söhne und eine Tochter hervorgingen, welche die klangvollen Namen Samuel, Faris und Akilah Haddad-O'Connor trugen.

Sie alle wurden von ihren Eltern innerhalb der Sicherheit und auch in den er-weiterten Grundlagen der Genetik ausgebildet, denn eine Universität gab es auf Genro nicht und an promovierte Doktoren war nicht heranzukommen.

Eine große Hilfe bei der Umstrukturierung der Teams und deren Ausbildung war der Hybrid-Klon Anthro.

Drei Jahre später sollten wiederholt Versuche starten, unter den gleichen Bedingungen, wobei es diesmal einen entscheidenden Unterschied gab.

Der Hybrid hatte eindringlich mit Laura Mitchell gesprochen, ebenso mit Sabrina Waters und dem Haddad-O'Connor Trio. Er appellierte in mehreren Ge-sprächen an deren gesunden Menschenverstand und verwies darauf, dass er keine Duplikate neben sich haben möchte. Und wenn doch, dass sie keine Kopien seiner selbst erstellen mögen, sondern tunlichst andere anthropomorphe Arten erschaffen sollten.

Soweit, so gut, versprachen sie es ihm und er zeigte sich sichtlich beruhigt.

So vergingen wiederum Jahre, welche geprägt waren von Misserfolgen und einem plötzlich auftauchenden Virus der dem Steuerungsserver des Großlabors für mehrere Monate heftig zu setzte und letztendlich nur eine Maßnahme zu ließ – Daten retten soweit es geht und dann das komplette System neu auf-setzen. Damit war die Arbeit der vorangegangen Jahrzehnte nur noch ein großer Haufen Schrott und alles durfte von vorne beginnen.

Das I-Tüpfelchen bildete dann noch ein Anruf von Krondals Adjutant, welcher im Auftrag seiner Exzellenz nachfragen ließ, ob alle noch in einem halbwegs geordneten Geisteszustand wären.

Die Antwort war kurz, aber sehr prägnant und lautete: „Kümmern sie sich um ihren eigenen Mist und lassen sie uns in Ruhe.“

Damit hatte Krondal nicht gerechnet und war entsprechend ungehalten, aber ihm waren die Hände gebunden. Es gab keinerlei direkte Bedrohung durch die Cherit, welche ein Handeln erfordert hätte und damit auch keine Rechtfertigung, wenn er wiederholt ein Schiff nach Genro entsandt hätte.