Kapitel 23

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 23

hoher Besuch

Die Gruppe um Cyron stand immer noch im Wald und diskutierte über die verschiedenen Möglichkeiten die sie erwarten würden und wie sie diesen beikommen könnten. Am Ende kam immer das gleiche Ergebnis heraus.

Es gab keinen Weg zurück, keine Chance irgendetwas am Ablauf der Dinge zu ändern. Das Ende war so oder so immer das gleiche. Es würde auf allen Seiten Schäden geben und deren Umfänge waren zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar.

Isis, welche nach eigener Ansage den Mond Cyndra verlassen hatte, entschloss sich am Rande des Urwalds zu materialisieren, die Phasen anzupassen und Gestalt anzunehmen. Den Rest des Weges zur Basis wollte sie auf ihren Schwingen zurücklegen.

Also nahm sie drei Schritte Anlauf, breitete ihre Flügel aus und erhob sich in die Lüfte, folgte einer breiten Schneise in Richtung Station.

Die Gruppe war zwar wortreich, aber auswegarm geblieben und schickte sich an, den Rückweg zur Basis anzutreten. So drehte sich Cyron um, ging drei Schritte, als er plötzlich ein rauschendes Geräusch wahrnahm.

Im Gehen drehte er sich um, sah nach oben, schrie auf und warf sich zu Boden. Der Rest der Gruppe warf sich instinktiv ebenso zu Boden und bedeckte die Köpfe mit den Händen.

Dann hörte man einen dumpfen Schlag auf dem Waldboden und langsame Schritte, welche sich näherten.

Chiron hob als erster den Kopf.

„Steht auf. Ich bin keine Gefahr“, sagte Isis in ruhigem Ton.

So erhob sich als erster der Tigerkater. Die anderen folgten der Aufforderung und sahen erstaunt auf eine entfernt bekannte Gestalt.

Da stand die Antermerianerin mit ausgebreiteten Schwingen vor ihnen, hatte die Arme in die Hüften gestützt, lächelte gütig und war sich ihrer weiblichen Reize wohl sehr bewusst.

„Hallo, Chafren und hallo, Menschen.“

„Wir grüßen dich, Isis“, erwiderte Jody Thorn den Gruß und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

„Warum lachst du?“, fragte diese verwirrt.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal fast allen Göttern der alten Ägyptern gegenüber stehen würde und jetzt auch noch die gute alte Isis persönlich.“

„Danke, dass ich alt bin. Du bist nicht gerade der Inbegriff für Nettigkeiten.“

„Entschuldigung.“

„Darf ich fragen, was ihr hier draußen macht? Immerhin gibt es in der Basis einiges zu tun.“

„Ja. Wir haben frische Luft geschnappt.“

„Ah ja. Und das gemeinsam. Sehr schön, vor allem ist es schön, dass ihr euch so gut versteht. Zusammenhalt ist sehr wichtig, bei den vor uns stehenden Aufgaben.“

Apophis nickte langsam und überlegte.

Isis stutzte und schaute ihm intensiv in die Augen und dann zu Jody. „Ihr habt Fragen und traut uns nicht.“

Sandra zuckte zusammen. „Woher willst du das wissen?“ Sie schloss die Augen, weil sie merkte, dass die Art ihrer Fragestellung sie eindeutig ans Messer geliefert hatte.

„Hab' ich es mir doch gedacht. Nun gut. Ich bin hier um eure Bedenken auszuräumen.“

„Ah. Wir sind ganz Ohr“, polterte Cromwell.

„Mister Cromwell. Es freut mich sehr, dass sie die Seiten gewechselt haben und definitiv auf der richtigen angekommen sind. Aber nun zu eurem Argwohn.

Wir sind dringend auf eure Hilfe angewiesen. Ihr sollt die Menschen auf unsere Ankunft vorbereiten. Es geht nicht darum, dass die Menschheit uns als Götter akzeptieren soll. Genau das wollen wir nicht. Vielmehr geht es darum, dass wir genau das verhindern wollen.“

„Aha. Was will denn der angeblich unbekannte Feind, wenn ihr es wirklich nicht seid?“, fragte Apophis frei heraus.

„Tja, da kommen wir zu der Sache, die man Wahrheit nennt und die wir euch zu gerne nicht unter die Nase gerieben hätten.“

„Wie wäre es mit der kompletten Wahrheit. Wir haben schon so viel gehört, da dürfte es kaum etwas schlimmeres geben als Informationen die man verdreht oder gar nicht erst an uns weiter gibt“, knurrte Cyron.

Isis nickte und faltete betont eindrucksvoll die Flügel hinter ihrem Rücken zusammen. „Wir haben den Feind in unseren eigenen Reihen. Es gibt eine größere Gruppe von Extremisten. Sie halten sich für Götter und wollen mehr oder weniger die Vorherrschaft in allen Universen und Dimensionen erlangen und alles darin kontrollieren. Wir sind der Gegenpol und unser Ziel ist es sie aufzuhalten, egal was passiert.“

„Was würde im schlimmsten Fall passieren?“, fragte Andrew.

„Wenn wir scheitern, wird die Erde versklavt, wer sich weigert wird sterben. Ebenso wird das Schicksal der Cherit, der Chafren, ferner der Balgaraner, Haldoraner und auch der Hermoniter besiegelt.“

„Klingt nach einem: Es muss gelingen“, warf Cyron ein.

„Genauso ist es. Es gibt keine Alternative. Wir wollten es euch nicht sagen, weil wir befürchteten, dass ihr unter diesem Druck zusammenbrechen könntet. Es passiert nicht immer, dass man ganze Universen retten muss.“

„Ich glaube, dass du da recht hast und ich überlege, ob wir es den anderen sagen sollten und wenn ja, wie wir es ihnen am besten beibringen.“

„Ich schlage vor, dass ihr in die Basis zurückgeht. Ich werde euch begleiten, immerhin bin ich der Commander der ganzen Aktion und daher sollte meine plötzlich Anwesenheit nicht sonderlich verwundern.“

„Ja. Wir sollten außerdem mal Kontakt zu Sadral herstellen. Von den Kampfanthros haben wir lange nichts mehr gehört. Außerdem haben wir noch eine andere Sache am Hals“, gab Tarja zu bedenken.

„Und das wäre?“, fragte Andrew.

„Zeus.“

„Ach ja. Unser freizügiger Samenspender“, der Säbelzahnlöwe verdrehte die Augen.

„Um den braucht ihr euch nicht zu sorgen. Er hat eine Aufgabe zu erfüllen, allerdings weiß er es noch nicht.“

„Oh, ein weiteres Rätsel?“

„Nur für ihn. Ihr wisst, dass er was zu tun hat, mehr braucht es nicht.“

„Gut, gehen wir wieder rein. Unsere Bedenken haben sich ja zerstreut“, sagte Cyron.

„Ja und es hat nicht mal weh getan“, warf Stella zynisch ein.

Isis zuckte kurz mit den Schultern, blickte zu Jody und nahm sie kurz zur Seite, deutete auf Apophis und winkte ihn zu sich heran. „Für euch habe ich noch eine Information. - Passt gut auf euer Kind auf. Es wird enorm wichtig sein.“

„Wie meinst du das?“ Jody wurde neugierig.

„Lass es mich so ausdrücken. Es wird ein Bindeglied zwischen Chafren, Cherit, Menschen und uns Antermerianern sein.“

„Och nö“, entfuhr es Apophis. „Fang bloß nicht mit so was wie einem Heiland an. Das würde eher Cromwell zu Gesichte stehen.“

„Wie wird mein Kind aussehen? Wird es ein Junge oder ein Mädchen?“, platzte es aus Jody heraus.

Apophis schloss die Augen und lächelte etwas.

„Es wird ein Mädchen. Sie wird halb Mensch, halb Säbelzahntiger.“

Jody schaute etwas irritiert. „Oh!“

„Sie wird so aussehen wie wir Antermerianer, mit einigen Abweichungen. Sie wird einen menschlichen Körper haben, einen Säbelzahntigerkopf, dessen Fell über die Schultern hinweg bis über die Oberarme reicht und lange Säbelzähne. Sie wird sehr weiblich werden, lange feuerrote Haare haben und auch Schwingen.“ Die Göttin zeigte auf ihren Rücken. „Und sie wird anstrengend sein. Freu dich schon mal drauf.“

Das wollte Jody nicht wirklich hören und zog einen Flunsch. „Ich hätte besser nicht gefragt. Das waren einige Informationen zu viel.“

„Du hattest gefragt“, entgegnete Isis und ging an den beiden vorbei, folgte den anderen.

Apophis nahm Jody in die Arme und küsste sie innig. „Ich freue mich schon riesig.“

Die beiden lösten sich voneinander und gingen Hand in Hand hinterher.

In der Station angekommen, begaben sich alle schnurstracks zur Ebene -6. Dort saß Kira und tippte fleißig auf der Tastatur herum und versuchte Anhalts-punkte zu Sabeth zu finden.

„Huhu, da sind wir wieder“, flötete Andrew beim betreten des Computerraumes.

„Ah, sehr gut. Ich suche derweil eventuell vorhandene Dateien die mir Aufschluss geben könnten was es mit Sabeth auf sich hat“, erklärte die Luchsin kurz.

„Sehr gut. Aber vielleicht musst du gar nicht mehr suchen, denn wir haben Besuch mitgebracht.“

„Aha, wen denn diesmal?“

Es bedurfte keiner weiteren Frage und keiner Erläuterungen, denn Isis trat ein und verneigte sich.

Kira schaute stumm auf die geflügelte Obergöttin und brachte keinen Ton hervor. Skort saß gerade in einer Ecke des Raumes und unterhielt sich mit Gregor Binder. Nur flüchtig schaute er auf, sah sie und verstummte ebenfalls. Bin-der war irritiert, ob der plötzlichen Stille im Raum, drehte sich um und erstarrte.

„Was ist? Hat es euch die Sprache verschlagen?“, fragte Apophis, welcher sich an Isis vorbei in den Raum drängelte.

Skort fand seine Sprache wieder und erhob sich langsam. „Nein, nein“, stammelte er. „Aber es wird immer doller. Erst Sachmet hier, die anderen Götter auf den Cheritkreuzern und jetzt hoher Besuch von Isis. Ich frage mich gerade wer als nächstes aufkreuzt?“

„Das klingt ziemlich sarkastisch“, mischte sich Hadron ein.

„Ich finde, dass er recht hat“, warf Ariana dazwischen. „Ich glaube nicht an Götter oder an irgendetwas übernatürliches. Religionen sind mir zu wider.“

Isis drehte sich zur Löwin und nickte ihr freundlich zu. „Das musst du auch nicht. Niemand muss einer Religion angehören und Glaube an etwas höheres ist etwas ganz anderes.

Glaube braucht kein feststehendes Gebäude, in welches man geht und ihn unter einer Art Gruppenzwang zelebriert. Glaube ist im Herzen, in der Seele, im Körper und im Geist.

Leider wird Glaube immer wieder mit Religion gleichgesetzt und das hat in allen möglichen uns bekannten Kulturen, egal welcher Spezies, immer wieder zu Problemen geführt. Der Zwang mitmachen zu müssen ist da noch das kleinere Übel.

Vielmehr erwächst aus einer großen Religion irgendwann ein Gefühl der Überlegenheit, was aber eher als Überheblichkeit zu bezeichnen ist. Meistens ist es das was der Einzelne daraus macht. Leider gab es immer wieder Fälle in denen ein Einzelner ganze Gruppen beeinflussen konnte und sich sogenannte Sekten bildeten, welche sich selbst zerstörten oder versuchten andere zu vernichten. Ganz groß in Mode war bei solchen fanatischen Blüten der Hass auf Andersdenkende, Nichtreligiöse oder Gläubige anderer Götter.

Das alles hatte in der Regel nur mit wirtschaftlichen, geo- und machtpolitischen Motivationen zu tun, welche verdeckt unter dem Mantel einer Religion ausgelebt wurden. Mister Cromwell wird mir da zustimmen“, erklärte Isis und drehte sich zum von ihr Genannten um.

Cromwell schluckte kurz und hob die Arme in die Luft. „War ja wieder klar, dass bei negativen Äußerungen mein Name fällt.“

„Wieso negativ? Ist denn ihr Zusammenschluss, ihre verbohrte Zusammenrottung, die ursprünglich Krondal ins Leben rief, etwa keine Sekte? Wollen sie leugnen, dass auch sie nicht davor zurückschreckten anderen Schäden zuzufügen? Das fremdes Leben, nur weil es anders denkt, weil es anders fühlt und anders lebt und eben nicht so ist wie sie es gern hätten, ihnen nichts Wert ist? Sie haben mit ihrem Konzil mehr als ausreichend gezeigt, in welche Richtung falsch verstandener und falsch gelebter Glaube gehen kann“, entgegnete Isis barsch.

Cromwell lief rot an und kaute die Luft im Mund. „Du wagst es mich zu verurteilen? Wer bist du, dass du dir das Recht herausnimmst, über mich und mein Werk zu richten?“

„Oh oh. Mister Cromwell. Nur ein kleiner Hinweis. Sie kehren gerade wieder den sturen Fanatiker heraus“, mahnte Tarja.

„Und? Was soll's, ihr urteilt über Dinge, die ihr gar nicht versteht.“

„Ach so?“, ging Shana ihn harsch an. „Was verstehen wir denn nicht? Das gerade das Christentum und der Islam in der Vergangenheit sich Jahrhunderte spinnefeind waren und sich bei jeder sich bietender Gelegenheit bekämpften? Und nicht genug damit, nein, Andersdenkende und Nichtgläubige wurden bevorzugt einen Kopf kürzer gemacht, obwohl sie mit diesen dämlichen Religionskriegen nichts zu tun hatten. Und Menschen wie sie, sind es, die unbedingt wollen, dass es nie endet.“

Cromwell lief nicht mehr rot an, er strahlte förmlich wie glühendes Eisen, seine Augen wurden starr, er fixierte Shana und brüllte laut herum. „Ihr seid doch des Teufels. Ihr alle. Ihr pfuscht Gott ins Handwerk, dem einzig wahren und wunderbaren, dessen Sohn auf die Erde kam um die Menschheit zu erlösen. Ihr Kreaturen seid einfach nur widerliche Abkömmlinge Satans persönlich.“

Apophis wurde es zu bunt. Er packte Cromwell am Schlafittchen und hob ihn von den Beinen. „Jetzt halt einfach mal die Fresse, du verbohrtes Arschloch und höre mir mal zu, denn wer schreit hat in der Regel unrecht. Daher werde ich dir kleingeistiger Person ein paar nette Fakten erzählen, Fakten die du nicht leugnen kannst.

Erstens: Was ist mit den christlichen Seefahrern? Im Namen deines Gottes sind Menschen zur See gefahren um angeblich fremde Länder zu entdecken. Was am Ende dabei herauskam ist deutlich lesbar in uralten Geschichtsbüchern. Sie landeten auf fremden bewohnten Kontinenten, infiltrierten unabhängige Kulturen, raubten diese aus, plünderten und brandschatzten. Wer sich nicht zum christlichen Glauben bekannte, der wurde rigoros gejagt und als Heide, als Ungläubiger zur Strecke gebracht.

Zweitens: Was ist mit der Verfolgung von Andersdenkenden, von Menschen die der christlichen Kirche nicht folgen wollten, sondern sich eher der Wissenschaft und der Forschung verschrieben hatten? Was ist mit Fortschritten die er-zielt wurden, aber durch eben jene, ach so tolle christliche Kirche negiert wurden? Da wurden Menschen vor einer verbohrten und verblödeten Menschen-menge gehängt, enthauptet, gevierteilt, bei lebendigem Leibe verbrannt oder von der heiligen Inquisition gefoltert, zur Widerrufung gezwungen und als Toren hingestellt.

Drittens: Was ist mit der Machtgier der Kirche? Gib deinen Zehnt, ansonsten fährst du nach deinem Tode zur Hölle und erfährst nicht die Segnung ins ewige Paradies einzuziehen. Arme wurden, durch eine solche geld- und machtgierige Einstellung, noch ärmer und die Kirche baute sich riesige Paläste, presste aus der Bevölkerung jeden noch so kleinen Taler heraus.

Und jetzt, schauen wir doch mal auf den Islam. Der ist auch nicht besser. Auch da ging es nur um Geld, Ländereien und geopolitische Süchte. Das schlimme ist nur, dass, wenn man den Geschichtsbüchern glauben darf, das Christentum erst im 20. Jahrhundert aus dem Fanatismus fast komplett herausgewachsen war. Lediglich der Islam stand noch tausend Jahre in der Vergangenheit und zelebrierte vielerorten Hass auf Andersdenkende, war Fanatismus Normalität, Ehrenmorde gebilligt, war er jähzornig und aggressiv, waren Terroranschläge als Märtyrertum anerkannt, Zwangsehen an der Tagesordnung.

Willst du das alles leugnen?

Ist all das, was in der Vergangenheit geschah etwa der Wille des Gottes, egal wie er genannt wird?

Nein! Bestimmt nicht!

Eher ist es so, dass da Religionen auf der Erde zelebriert wurden und noch heute werden, die nur eines kennen: Die Vernichtung alles fremden, ohne es zu verstehen und ohne es zu kennen.

Vielleicht wäre es besser, wenn wir gar nichts tun und lieber diese abtrünnige Gruppierung der Antermerianer auf die Erde los lassen und gemütlich dabei zu sehen, wie ihr elendig verreckt, denn dann ist es tatsächlich das Werk und der Wille der Götter.

Cromwell, wenn ich ehrlich bin. Ich weiß nicht was schlimmer ist. Die Antermerianersekte, die euch und das ganze Universum versklaven will oder ein Haufen religiöser Fanatiker auf der Erde, die sich in großen Teilen wie Idioten benehmen, in Hass aufblühen und sich auf alles Fremde stürzen um es zu töten, da es ja so einfach ist, anstatt mal über den Tellerrand zu sehen, aus dem kleinen stinkenden Tümpel der Selbstgefälligkeit herauszuschwimmen und frisches Fahrwasser zu begrüßen.“

Die Anwesenden starrten auf Apophis und Cromwell, welcher sich immer noch im Griff der säbelzähnigen Raubkatze befand und dessen Gesichtsfarbe vom vorhergegangenen knallrot zu leichenblass gewechselt hatte.

„Lass ihn runter!“, mahnte Cyron.

Apophis sah zu seinem Großvater, seufzte und ließ Cromwell einfach zu Boden gehen. „Schafft mir diesen Stück Scheiße aus den Augen, sonst vergesse ich mich noch“, knurrte er noch und wandte sich ab, verschränkte die Arme.

„Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass du das jetzt genossen hast“, merkte Skort an und schaute nachdenklich.

„Wenn ich ehrlich sein soll? Nein! Ich mag solche einseitigen Zurechtweisungen überhaupt nicht. Ausgewogene Diskussionen sind mir lieber, aber bei der Blüte sind Argumente und Fakten sinnlos.“

„Bei ihm sieht man deutlich was falsch verstandene Religion auslösen kann. Daher hasse ich Religionen, egal welche“, warf Ariana harsch in den Raum.

„Und du, mein lieber Sohn“, begann Chiron, „musst dringend darauf achten, dass du nicht auch so wirst wie dieser Cromwell. In meinen Augen warst du gerade fast auf dem gleichen armseligen Level.“

„Inwiefern?“, fragte Apophis scharf.

„Genau das meine ich. Gerade jetzt ist deine Stimme immer noch erregt und das sogar mir gegenüber. Die Fakten die du gebracht hast, sind nicht von der Hand zu weisen, aber die Art und Weise wie du es vermittelt hast, ist dann doch schon etwas bedenklich gewesen.“

Apophis ging in sich und überlegte. Minuten des Schweigens vergingen, dann hob er das etwas gesenkte Haupt, schaute Chiron an. „Du hast recht. Wenn ich es recht bedenke, dann war ich genau so eifrig im Verurteilen wie Cromwell.“

Isis stand etwas abseits und nickte. „Er hat recht. Es ist immer wieder eine feine Gratwanderung zwischen Glaube und Fanatismus. Es ist immer wieder ein ständiges Selbsthinterfragen und auch zuweilen ein innerer Kampf, um in bestimmten Situationen nicht plötzlich wie ein Eiferer zu werden.“