Camilla - Die Eroberin, Kapitel 11
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Kapitel 11
Bevor noch mehr Peinlichkeiten an die Ohren der Anwesenden dringen konnten, klopfte es wieder einmal an der Tür.
Diesmal wurde diese Unterbrechung jedoch nicht als lästige Störung wahrgenommen, sondern als fast ersehnte Rettung.
„Herein, wenn es kein Schneider ist“, flötete der Anubis-Taur.
„Hallo, sie hatten nach einem Arzt gerufen?“, stellte sich eine leger gekleidete junge Rattendame vor.
„In der Tat“, begann Camilla, „treten sie erstmal ein. Wir haben tatsächlich eine Art von Patienten.“
„Wo ist er denn?“, fragte sie und sah sich um.
Camilla deutete auf den Anubis-Tauren-Roboter.
„Ein Roboter?“, fragte das Rattenmädchen ungläubig.
„Er war ein Roboter. Er befindet sich in der Transformation.“
„So etwas geht nicht“, beteuerte sie.
„Doch, mit Hilfe von nicht irdischem Einfluss“, hielt Camilla vorsichtig dagegen.
„Wie soll der denn aussehen? Bei allem Respekt, Miss Queen, aber bei allen nicht irdischen Zivilisationen haben wir in nicht einem Fall eine Fähigkeit entdeckt, welche künstliche Substanzen in biologische transformieren kann und selbst die Nanotechnik schafft es nicht etwas ähnliches auszulösen.“
„Doch und ich bin der Beweis“, erwiderte Anubis und tippte auf seine Nase, welche fast komplett der eines echten Caniden glich.
Die Ratte trat näher und beäugte sich die Nase genauer, pfiff schließlich anerkennend. „Wie ist das möglich?“
„Können sie schweigen?“, hakte Camilla nach.
„Nur, wenn ich mitmachen darf und alles erfahre. Auf eine solche Gelegenheit habe ich schon immer gewartet. Endlich mal was erleben und nicht als Arzthelferin auf einem Kreuzfahrtschiff vegetieren.“
„Dann schau erstmal nach Anubis“, forderte Camilla.
„Anubis? Sagten sie gerade, dass der Roboter Anubis heißt?“, fragte die Rättin und fing an zu lachen. „Wer nennt einen Roboter wie einen ägyptischen Gott?“
„Genauso wie ich nicht Isodora heiße, sondern Isis“, mischte sich die menschlich anmutende Frau ein.
„Ah ja. Die Gemahlin Osiris höchstpersönlich. Jetzt übertreiben sie aber.“
Als Reaktion breitete Isis ihre Schwingen aus, füllte den Raum aus.
„Ooooookay“, hub das Rattenmädchen an. „Das überzeugt mich. Ich werde mir jetzt Anubis ansehen. Worum genau geht es?“
„Er hat Hunger“, gab Camilla kurz ein Statement.
„Hunger? Das bedeutet, dass er innerlich zumindest rudimentär Verdauungsorgane oder ähnlich gebildet haben müsste. – Was machen deine Systeme?“, erkundigte sie sich.
„Meine Systeme melden einige Merkwürdigkeiten, die Zustände sind nicht stabil.“
„Interessant.“ Sie holte einige Instrumente aus ihrem Koffer und begann mit der Untersuchung. Nach 10 Minuten gab sie eine erste Erklärung ab. „Er hat Hunger und einen einfachen ersten Verdauungstrakt ausgebildet. Er muss dringend kleine Mengen an kohlehydratreicher Nahrung zu sich nehmen, Eiweiße sind auch gut, vor allem ausreichend Flüssigkeit. Egal wie ihr es gemacht habt, aber die innere Umwandlung verläuft rapide schnell. Wenn ihr nicht aufpasst unterzuckert er oder dehydriert. Daher meine Expertise: Ab in den Speisesaal, egal wie wild und zerfleischt er gerade wirkt. Er braucht Nahrung.“
„Dann mal los“, verkündete Camilla, packte Anubis bei der Hand und zog ihn hinter sich her.
Der Speisesaal erwies sich als gerade zu verwaist. Die Gruppe war quasi allein.
„Hier“, begann die Rättin, „du isst das und das.“ Sie packte ihm Weizenbrot, tierische Butter und etwas tierisches Fleisch auf den Teller, dazu eine Schale mit Müsli und Stutenmilch. „Das sollte erstmal reichen und den Anfangsbedarf an Eiweiß und Kohlenhydraten abdecken. Ach ja. Nehmt ihm eine Flasche Isotonic-Getränk mit. Das haut nochmals Energie rein. Mit der ersten Nahrungsaufnahme dürfte jetzt auch die Transformation seines Verdauungssystems noch schneller ablaufen, ebenso wird ab jetzt auch das Wachstum von Zellen wie Fleisch, Haut und Fell extrem beschleunigt. Hat er eine Art von Sexualtrieb?“
„Aber wie!“, bestätigte Camilla.
„Viel Spaß mit ihm. Das dürfte sehr schnell zum Dauerzustand werden.“
„Noch mehr als jetzt?“
„Oh, ist er schon so triebig?“
„Er ist dauergeil und dass er gerade im Moment nicht mit einem Ständer hier steht liegt nur an den äußeren Umständen.“
„Falls du mit ihm nicht klar kommst, dann ruf mich. Ich kann einspringen“, sagte das Rattenmädchen und fing an zu kichern.
„Ich werde das schon schaffen. Wie heißt du überhaupt?“
„Ich bin Greta Pint“, antwortete sie brav.
„Ich werde dich rufen, wenn es zu viel wird, aber ich denke, dass ich das schon aushalten werde.“
„Viel Glück, ich bin jetzt wieder weg. Ruft nach mir, wenn die Luft brennt.“
Die Ratte verließ den Raum und hinterließ einige ratlose Gesichter.
„Was war das denn jetzt?“, sinnierte Stephen.
„Eine untervögelte Ratte“, konstatierte Isis.
„Ich habe keinen Bedarf, aber jetzt werde ich etwas essen.“
„Mach dich bereit auf etwas Neues. So etwas wie Geschmack kennst du ja noch nicht.“
„Doch, bei dir, aber du bist ja keine Speise, sondern ein Genuss.“
„Danke für das Lob“, entgegnete Camilla und wurde verlegen.
Am Tisch angekommen, biss der Anubis-Taur vorsichtig in das Weizenbrot und begann automatisch zu kauen.
„Ziemlich trocken“, nuschelte er mit vollem Mund.
„Mit vollem Mund spricht man nicht“, ermahnte ihn Camilla.
„Vorzüglich, Miss Queen!“, lobte Frank Simson, „Ihre Erziehung scheint sich auszuzahlen.“
„Mein lieber Frank, hatten sie jemals Zweifel daran?“
„Miss Queen, wenn es mir erlaubt ist frei zu sprechen, dann …“
„… Schießen sie los …“, unterbrach ihn die Fuchs-Wölfin.
„… muss ich eingestehen, dass ich aufgrund gewisser Wortwahlen und Redewendungen, in letzter Zeit wirklich Zweifel hatte.“
„So ist das Leben. Alles ändert sich und entwickelt sich weiter.“
„Und manches in ungeahnte Bahnen“, fügte Stephen hinzu und sah zu Isis.
„Du kannst dich nicht beschweren, mein Schatz“, wies ihn die bleiche menschliche Göttin zurecht.
„So war das auch nicht gemeint“, rechtfertigte sich der Wolf.
„Gut so“, stichelte Isis.
„Anubis Liebling. Du sollst die Butter auf das Brot streichen, dafür hast du das Messer und dann legst du die Wurst darauf. Dann ist das Ganze nicht mehr trocken“, leitete Camilla ihren Taur an.
„Oh, dann werde ich das ausprobieren“, verkündete Anubis und stellte sich erstaunlich geschickt an.
Schließlich schaffte er es, packte das Wurstbrot und biss herzhaft hinein, begann wiederholt zu kauen und schloss plötzlich die Augen, schnaubte leicht und es zeichnete sich ein leichtes Lächeln ab. „Das schmeckt wundervoll.“
„Sag ich doch“, pflichtete ihm Camilla bei. „Und vergiss nicht etwas zu trinken.“
„Camilla, du bist meine Partnerin, nicht meine Mutter.“
„Oh oh. Vorsicht Schwesterchen, dein Traumprinz wird aufsässig“, witzelte Stephen.
„Halt bloß die Klappe. Er entdeckt sich nur neu“, wiegelte Camilla ab.
„Oder er kommt in die Pubertät“, stichelte Stephen weiter.
„Nein“, mischte sich Isis ein, „die hat er schon lange hinter sich. Glaubt mir, er war schwierig.“
„Ich bin überhaupt nicht schwierig“, ging Anubis schmatzend dazwischen.
„Da muss ich ihm recht geben“, bestätigte Camilla, „problematisch wird er erst, wenn er ständig unterbrochen wird.“
„Das geht mir auch so“, platzte es aus Stephen heraus und Isis fing an zu lachen. „Nicht nur dir, mein Süßer.“
„Ich glaube, dass das fast jedem Lebewesen so gehen dürfte, wenn es mitten im schönsten Moment nicht weiter machen kann oder darf“, fasste Camilla passend zusammen.
„Können wir wieder aufs Zimmer gehen?“, fragte Anubis. „Ich habe ein zufriedenes Gefühl im Körper und möchte das analysieren.“
„Aber sicher doch. Im Augenblick können wir eh nicht viel machen. Falls jemandem noch etwas einfallen sollte – ihr wisst wo ihr uns findet. Sagt aber vorher per Telefon Bescheid und steht nicht plötzlich im Raum“, schloss Camilla die Runde ab und stand auf.
„Stimmt“, ergänzte Anubis. „Nichts ist schlimmer als eine unterdrückte Ejakulation.“
„Sag ich doch, Rohrkrepierer“, führte Stephen den Gedanken zu Ende.
„Soweit wollen wir es nicht kommen lassen“, verkündete Isis, tippte dem Wolfsrüden auf die linke Schulter und deutete an, dass sie ebenfalls gehen sollten.
„Bis später mal“, verabschiedete der sich und verließ mit seiner Göttin den Raum. Wenig später schlossen sich Anubis und Camilla an, ebenso Frank Simson.
„Wie geht es dir?“, fragte Camilla, als beide ihre Suite betreten hatten.
„Mit dieser Art der Fragestellung habe ich leichte Probleme. Ich kann mit Emotionen und der Einstufung von Gefühlen nicht hundert Prozent etwas anfangen.“
„Das ist schade, denn bei Sex hatte ich eher einen anderen Eindruck.“
„Die sexuelle Vereinigung mit dir und das körperliche und geistige Spiel der Lust und Begierde, ebenso Liebe, sind eine extrem starke Emotion, sind tiefe Gefühle und keine oberflächlichen. Ich spreche bei der Einstufung eher von einfachen Dingen wie momentane Zustände in Wohlbefinden, innerlicher Ruhe oder vergleichbarem.“
„Du sprichst von Müdigkeit, Sättigung oder Hunger?“
„Auch das, wobei ich nicht weiß wie sich richtiger Hunger anfühlt.“
„Hattest du als Gott in deinem ursprünglichen Körper keinen Hunger?“
„Nicht vergleichbar mit lebenden Wesen.“
„Kennt ihr Götter so etwas wie Angst oder vielleicht sogar Todesangst?“
„Ich denke schon, zumindest in Ansätzen. Als ich Seth mit Ölen übergoss und anzündete, da sah ich in seinen Augen tatsächlich etwas Vergleichbares wie Furcht, für immer zu vergehen. Ebenso als ich ihn für seine Untaten häuten ließ und er mit nacktem Fleisch vor mir stand.“
„Und doch verging er nicht, hat sich regeneriert.“
„Wir kennen Schmerzen. Unsterblichkeit bedeutet nicht, dass wir unzerstörbar sind. Osiris ist das beste Beispiel. Seine Einzelteile leben nicht im herkömmlichen Sinne, das Zusammenfügen dieser ließ ihn wieder auferstehen und löste eine Regenration aus.“
„So kam es zu Horus.“
„Gutes Beispiel“, lobte Anubis.
„Erzähle mir von Seth?“
„Warum sollte ich dir von ihm erzählen?“, staunte Anubis.
„Wenn wir auf Sirius B auf ihn tatsächlich treffen sollten, würde ich gern mehr über ihn wissen.“
„Kenne deinen Feind?“, hakte der Schakal-Taur-Roboter nach.
„So ungefähr. Ich bin einfach neugierig was er für ein Typ ist und was hinter all den Überlieferungen steckt.“
„Hmmm… wo soll ich beginnen?“
„Am Besten da wo es wirklich anfängt“, bat Camilla ihren Anubis-Tauren-Roboter.
„Es ist nicht sehr einfach und ein Teil aus den Überlieferungen, welche gerne als Mythologie bezeichnet werden, ist unvollständig oder in der Abfolge nicht stimmig.“
„Versuch es einfach.“
„Hast Du dir schon mal Gedanken darüber gemacht wo die ganzen Übersetzungen der Hieroglyphen herkommen?“, fragte Anubis.
„Die stammen von Ausgrabungen weit vor unserer Zeit. Also, zu der Erdzeit als noch Menschen die dominante Spezies waren, bevor der große Gau erfolgte und sich die Natur schneller anpasste als der Mensch.“
„Das ist richtig. Genauer gesagt stammen alle Schlussfolgerungen, alle Übersetzungen von nur einem Fundstück ab, dem sogenannten Stein von Rosette. Er ist nur ein Bruchstück eines langen Textes und in drei Sprachen verfasst, dem Altägyptischen in Hieroglyphen, in Demotisch und Altgriechisch.
Aber wer sollte sich ca. 196 v.Chr., nach Menschrechnung, die Mühe machen einen solchen Text in diesen drei Sprachen zu verfassen und dann wird ausgerechnet durch einen gewaltigen Zufall dieses Bruchstück gefunden? Vom Rest fehlt jede Spur.“
„In der Geschichte gibt es viele solcher Zufälle und Rätsel. Das Bernsteinzimmer existierte, wurde aber bis heute nicht gefunden“, gab Camilla zu bedenken.
„Ich rede hier von einer bewusst gelegten Spur, einer Fährte, die auf eine nicht ganz korrekte Übersetzung lenken soll. Es soll Mythologie sein und bleiben.“
„Dann schieß mal mit der Wahrheit heraus.“
„Seth ist nicht Osiris Bruder, er sein Sohn. Es wird immer wieder geschrieben, dass Isis, Nephtys, Osiris und Seth Geschwister sind, was viele Sachen vereinfachen soll, aber die Abfolgen nur komplizierter macht.“
„Oh“, entfuhr es Camilla.
„Osiris stieg ja mit Nephtys ins Bett, dazu später, aber das war nicht der erste Fehltritt seinerseits. Er war ziemlich umtriebig, was gerne verschwiegen wird und in all den Übersetzungen nicht erwähnt wird.“
„Du meinst wie Zeus in der griechischen Mythologie?“
„Ja, so in etwa. Osiris konnte seine Gestalt auch wandeln und näherte sich Fremden in wechselnder Gestalt. So war er zwar Isis untreu, näherte sich der Göttin Kyrene in Gestalt Apollons und zeugte mit ihr Seth. Allerdings merkte Isis den Frevel noch während des Aktes, verfluchte den Samen ihres Gemahls.
So entsprang Seth nicht auf normalem Weg dem Leib seiner Mutter, sondern brach aus ihrer Hüfte hervor. Durch den Fluch wollte Isis ihrem Gemahl alles Negative entreißen. Das Kind der beiden sollte ein missgestalteter Hybrid sein, eine Stimme erhalten, welche keine aushält, sollte das blanke Chaos sein, einen Charakter der Zerstörung erhalten und der umtriebige Geschlechtstrieb sollte auch ganz allein auf das Kind übertragen werden.“
„Das stellt jetzt aber alles auf den Kopf“, konstatierte Camilla.
„Aber du wirst merken, dass es am Ende logisch wird“, hielt Anubis dagegen und fuhr fort: „Seth wurde geboren und hatte tatsächlich all die Eigenschaften die Isis an Osiris hasste. Seth war ein Hybrid geworden, er bestand aus allen möglichen Attributen, welche die Ohren des Erdferkels betrafen, den Kopf eines Mulis, das Gebiss eines Schakals, ebenso die Beine des Schakals, der Rumpf und auch die Genitalien eines Mulis. Der Trieb stammt vom Hengst, der alles bespringt was halbwegs erreichbar ist. Damit Seth jedoch keinen nachhaltigen Schaden anrichten kann, nahm Isis den Spermien die Fruchtbarkeit und verhinderte damit Nachkommenschaft.
Seth fand später heraus wer sein Vater ist, wanderte vom späteren Libyen nach Ägypten, stellte Osiris zur Rede und verlangte einen Platz an dessen Seite.
Die göttliche Neunheit wurde zusammengerufen, beriet und schlug vor, dass Seth einen Thron erhalten soll, damit Osiris nicht gänzlich das Gesicht verliert.
Isis willigte Zähne knirschend ein, schwor sich aber alles zu tun, dass Seth scheitert und auf ewig verschwindet. Selbst Osiris fühlte sich in seiner Haut nicht wohl und kam auf die Idee, dass er seine Schwester Nephtys an Seth übergibt, wohl wissend, dass diese eine extreme Abneigung ihm gegenüber empfand.
Somit war die Katastrophe vorprogrammiert und der erste Schritt ins Verderben getan.“
„Du meinst, dass dann alles so passiert ist, wie es passieren musste?“
„Genau. Seth ist nicht unbedingt der Täter, er ist auch gleichzeitig das Opfer und der Gedemütigte. Nephtys ließ nichts unversucht um Seth die Ehe zur Hölle zu machen. Sie ließ ihn quasi im Regen stehen, wann immer er geil war. Dass er in sie eindrang liegt nur daran, dass er sie übermochte und vergewaltigte. In ihrer Not vertraute sich Nephtys schließlich ihrem Bruder Osiris an, schilderte den Vorfall und bat um Hilfe.
Der Gemahl der Isis wandte sich seinerseits an die Neunheit und bat um den Ausschluss des Seth und die Entziehung des Throns. Da Seth im Vorfeld schon ziemlich ungestüm war und Anat und Astarte im Bett belagert hatte, ebenso Hathor am Flussufer vergewaltigte, entschlossen sich die Götter ihn rauszuwerfen. Osiris übermittelte die Entscheidung Nephtys, welche unendlich dankbar war, sich im Freudentaumel Osiris näherte und schwanger wurde.“
„Woraus dann du entstanden bist“, fügte Camilla hinzu.
„Richtig. Ich wurde gezeugt und nach meiner Geburt zu Hathor gebracht, die mich dann vor dem Zugriff des Seth schützen sollte. Seth selbst war außer sich vor Wut, griff Nephtys an, wurde in die Wüste verbannt. Er schwor Rache zu üben und Osiris zu töten, was ihm später auch gelang. Allerdings wurde er rechtzeitig gefunden, widerbelebt und konnte mit Isis den Falken Horus zeugen. Auch dieser wurde vor Seth versteckt.“
„Aber Seth hatte seine Ohren und Augen überall und erfuhr von dir und Horus.“
„Auch das ist richtig. Allerdings kam er an uns nicht heran. So erklärte er Osiris und Isis den Krieg, zog mit einer Armee aus der Wüste kommend herein, überwältigte die Wachen und überwältigte Osiris wiederholt. Diesmal zerstückelte er ihn, nahm seine Teile und verstreute sie. Niemals sollte Osiris wieder auferstehen.
Isis erfuhr von der schändlichen Tat, zog ihrerseits zu Felde und zerschlug die Armee des Seth. Blind vor Wut verwandelte sich Seth in einen Stier, stürmte auf Isis los, diese jedoch verwandelte sich in eine Hündin und konnte ihm entkommen. Seth selbst wollte Isis jedoch nicht töten, ihm stand der Sinn nach Sex. Er wollte Isis überwältigen, sie vergewaltigen, seine Geilheit abspritzen und die Göttin demütigen.
Jedenfalls musste Seth einsehen, dass er Isis nicht habhaft werden würde, brach die Verfolgung ab, war aber so erregt, dass er seinen Samen in den Sand ejakulierte, was wiederum eine Demütigung darstellte, welche Isis noch verstärkte, indem sie sich umdrehte, sah, dass er sich selbst mit seinem Samen besudelte und laut lachend auf ihn zeigte, ihn als Verlierer und unfähigen Versager bezeichnete.
Später, als Horus erwachsen war, schickte Isis ihren Sohn aus um die Einzelteile des Osiris zu finden und Rache an Seth zu üben. So lud, in Vorbereitung dessen, Isis als vermeintliches Zeichen der Versöhnung den Hybriden zu einem Festmahl ein. Seth selbst liebte Salat, hatte sogar einen eignen Salatgarten. Isis wusste das und richtete einen herrlichen Salat her, ließ zuvor ihren Sohn Horus jedoch auf diesen ejakulieren. Der Samen des Horus war blankes Gift für Seth.
Seth aß den Salat, starb nicht daran, war aber so geschwächt, dass er sich in die Wüste zurückzog. Horus hatte mit ihm ein leichtes Spiel. Er überraschte ihn, forderte ihn zum Kampf. Im Zuge dessen verlor Horus sein linkes Auge und Seth seine Hoden, anschließend zwang Horus ihn auf die Knie, stieß ihm seinen Penis ins Maul und masturbierte oral, spritzte seinen Samen in voller Wirkung in Seths Kehle, welcher daraufhin vergiftet zusammenbrach.
Isis hatte daraufhin jedoch Gewissensbisse und gab Seth in letzter Sekunde ein Gegengift, spielte sich als Wohltäterin auf.
Während Isis mit der Genesung des Seth beschäftigt war, sammelte Horus die Körperteile des Osiris ein, ließ sie durch Maat, Thoth und mich zusammenfügen. Die Trauerfeier konnte beginnen.“
„Und jetzt sind wir hier, die Teile des Osiris sind wieder verstreut und wir fangen mit dem Ganzen wieder von vorne an?“
„Nicht ganz. Horus musste damals suchen, wir haben eine gute Vorstellung wo sie liegen. Lediglich Seth mit seiner neuen Armee dürfte eine Überraschung darstellen.“
„Und das kommst du ins Spiel?“
„Unter anderem. Ich glaube das Isis da noch einiges vorbereitet hat.“
„Da lasse ich mich mal überraschen.“