Camilla - Die Eroberin, Kapitel 17
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Kapitel 17
Nachdem beide geduscht hatten, angezogen und vor die Suite getreten waren, beschlossen sie in den Speisesaal zu gehen.
Auf ihrem Weg dorthin waren sie allein und unterhielten sich angeregt.
„Um nochmal auf deine Idee mit unserem Nachwuchs zu kommen“, hub Camilla an. „Das kam etwas plötzlich.“
„Na ja, du hattest da mal etwas angedeutet und ich weiß, dass du bereit bist von Anubis Kinder zu empfangen“, erwiderte der Taur.
„Ja schon, aber sowas sollte nicht so daher gesagt werden und vor allem sehr gut überlegt sein.“
„Es wäre auf jeden Fall eine Bereicherung unseres Lebens“, gab Anuset zu bedenken.
„Da halte ich gegen und sage, dass es auch eine einschneidende Veränderung unseres Lebens ist. Immerhin werde ich schwanger, laufe wie eine Tonne durch die Gegend, habe Stimmungsschwankungen, kann mich nicht mehr mit gewissen Dingen beschäftigen.“
„Wie ich schon sagte, ich bin bereit, wenn du es bist.“
„Und ich sagte auch, dass wir erstmal diese Sache hinter uns bringen sollten. Dein Armee wartet auf deine Kommandos und muss die Artefakte herausrücken.“
„Danke, dass du das sagst. Ich wollte es gerade erfolgreich verdrängen.“
„Tja, hat wohl nicht geklappt. Abgesehen davon – ich wundere mich, dass ich bisher noch nicht schwanger geworden bin.“
„Du warst nicht in Hitze, mein Schatz.“
„Schon, aber die Möglichkeit besteht trotzdem“, gab Camilla zu bedenken.
„Du meinst, dass wir uns einschränken sollten?“
„Sexabstinenz?“, fragte die Fuchswölfin zurück.
„Ja“, antwortete Anuset und machte einen traurigen Eindruck.
„Nö. Wir sollten dabei nur vorsichtig sein.“
„Vorsichtig? Also, du hattest den Rüden mit Knoten und den ganzen Hengst. Was meinst du jetzt mit Vorsicht?“
„Ich meine, dass ich aufpassen muss, wenn ich die Anzeichen meiner Hitze wahrnehme. Dann solltest du nicht unbedingt täglich mehrfach deine Fuchswölfin beglücken.“
„Ich werde dich warnen, wenn ich bei dir einen Anstieg der Pheromone rieche.“
„So so. Wirst du das und dich damit um einen heißen Akt mit mir bringen?“
„Warum? Ich habe zwei Hände, du hast zwei Hände, außerdem hast du ein wundervolles freches Mundwerk.“
„Ah ja. Gut das du meinen Hintern nicht erwähnt hast.“
„Das wollte ich dir selbst überlassen“, stellte Anuset frech fest.
„Unfassbar. Du hast also mit dem Gedanken gespielt mich auf dem anderen Loch zu bespringen?“
„Nicht direkt. Aber ich hätte ja abrutschen können.“
„Süßer! Dein Kolben ist dafür beim besten Willen zu groß. Du kommst da gar nicht rein.“
„Probieren geht über Studieren.“
„Du bist wirklich versaut. Sind alle Götter so?“
„Sachmet“, rutschte es Anuset heraus.
„Ach ja. Du hattest ja was über die Löwin erzählt.“
„Eben. Sie war mir nicht abgeneigt, wenn auch nur heimlich.“
„Du meinst, dass du deinen drei Frauen untreu warst?“
„Wieso untreu? Keine von denen wollte mich und Sachmet war rollig.“
„Oooookay. Und wie ist sie so?“, fragte Camilla neugierig.
„Sie ist eine Löwin, nicht mehr und nicht weniger“, wiegelte der Taur ab.
„Ist sie besser als ich?“
„Niemand ist besser als du.“
„Mit dieser Antwort habe ich gerechnet.“
„Wenn du die Antwort kennst, warum fragst du dann?“
„Weil ich es sehr genau wissen möchte.“
„Meinetwegen. Sie ist anders.“
„Das möchte auch so sein, denn immerhin bin ich eine Fuchswölfin.“
„Und meine Partnerin für alle Zeit“, ergänzte Anuset.
„Das wollte ich hören“, trumpfte Camilla auf.
„Jetzt lass uns was essen und dann auf die Brücke gehen.“
„Ich denke, dass wir uns beeilen sollten, denn das Schiff wird bald landen.“
„Wohl an“, bemerkte Anuset und beide betraten den Speisesaal, trafen dort auf Camillas Butler Frank Simson und ihren Stiefbruder Stephen Fang, nebst Isis, welche sich erfolgreich von der Brücke und Captain Degreen getrennt hatte. Außerdem saß Greta schräg gegenüber.
Nachdem Fuchswölfin und Taur sich am Buffet bedient hatten, schlenderten sie genussvoll zum Tisch und damit den anderen.
„Hallo ihr drei“, hub Camilla zum Gruß an.
„Ihr führt was im Schilde“, erwiderte Isis und hatte ein seltsames Leuchten in den Augen.
Greta betrachtete die Runde, stand auf und baute sich neben dem Tisch auf.
„Darf ich euch Gesellschaft leisten?“, fragte sie.
„Aber sicher doch. Nimm Platz“, lud Camilla sie ein. „Zu deiner Frage Isis“, fuhr die Fuchswölfin fort, „du ahnst doch, dass Anuset und ich was vor haben.“
„Wie kommst du darauf“, erwiderte die bleiche menschliche Göttin gespielt entrüstet.
„Dein Leuchten in den Augen hat dich verraten“, hielt Camilla gegen.
„Ich hatte nur guten Sex mit Stephen“, lenkte diese schnell ab und erreichte dass der Wolfsrüde heftig hustete.
„Stephen. Selbst dein Husten rettet dich nicht. Du bist als Isis Sextoy entlarvt“, stellte Camilla fest.
„Ist das so offensichtlich?“, fragte der Rüde.
„Wenn es dir gefällt, dann ist es okay.“
„Es macht sehr viel Spaß und Isis sorgt dafür, dass es so bleibt.“
„Genau. Er macht Mama sehr stolz“, setzte Isis eins drauf.
„Oh, er ist ein Pet?“, fragte Greta neugierig.
„So würde ich es nicht nennen, aber es geht in die Richtung“, erklärte Camilla.
„Lassen wir das Thema“, forderte Stephen.
„Sehr schön“, hub Isis an, „Ihr habt also was vor.“
„Ich weiß nicht, wie ich es am besten ausdrücken soll …“, suchte die Fuchswölfin nach Worten.
„… wir wollen Kinder“, platzte Anuset dazwischen.
Tödliche Stille am Tisch ...
Wenn es ein Western und nicht ein Science Fiction mit harter Erotik wäre oder kurz gesagt furry-porn mit dem Versuch einer Story rundherum, dann müssten an dieser Stelle die berühmten Dornenbüsche durch den Speisesaal rollen und eine leise Melodie gepfiffen werden.
Aber, da es kein Western ist, gibt es jetzt auch keine Dornenbüsche, sondern lediglich die tödliche Stille.
Weiterhin herrschte Stille …
Undurchdringlich …
Nichts sagend …
Selbst die Gesichter der Anwesenden zuckten nicht einmal …
Die Augen waren starr, die Pupillen geweitet und selbst die Atmung schien erloschen zu sein …
„Wie war das?“, brachte Butler Frank Simson als erster heiser hervor.
„Anuset und ich haben uns geeinigt, dass wir Kinder wollen“, stellte Camilla erneut ihre Aussage in den Raum.
„Wann? Wie? Warum?“, fragte Stephen.
„Erstens: Nicht jetzt gleich. Zweitens: Ficken. Drittens: Weil es Spaß macht und wir welche haben wollen.“
„Schon klar, vor allem das Zweite. Das Erste beruhigt mich, aber das Dritte – ich weiß ja nicht“, konstatierte Stephen.
„Wir bringen erstmal unseren Auftrag zu Ende“, stellte Camilla fest.
„Das wollte ich hören“, knurrte Isis leicht gereizt, „Ehrlich? Ihr überrascht mich immer wieder.“
„Aber gerne doch“, witzelte Anuset.
„Das war nicht lustig gemeint. Erst die Nummer auf Camillas Bett in ihrer Villa, dann diese Rätsel. Dann fängst du an sie als Partnerin zu sehen, vögelst sie durch, nachdem du zwei deiner Subroutinen fehlerhafterweise zu früh aktiviert hast, anschließend bist du nicht nur Anubis, sondern auch noch Seth. Habe ich was vergessen?“, grollte die Göttin.
„Nein. Das trifft es im Großen und Ganzen“, bestätigte Anuset.
„Bist du Stolz darauf?“, stichelte Isis.
„Nur, wenn ich mit Camilla Kinder habe.“
„Du bist so doof“, entfuhr es der Göttin.
„Danke, ich habe bei anderen Göttern gelernt.“
„Vorsicht, mein Freund“, ermahnte Isis.
„Was ist eigentlich mit Nephtys?“, lenkte Camilla das Gespräch in eine neue Richtung und brachte Greta in den Mittelpunkt.
„Na ja. Sie ist sehr erfreut an Bord zu sein“, merkte die Rättin an.
„Das glaube ich nicht“, hielt Camilla gegen.
„Das war auch sarkastisch gemeint“, rechtfertigte sich Greta.
„Ah, hier sind sie“, rief eine Stimme von der Eingangstür her.
Alle drehten sich um und erkannten den ersten Offizier Onari.
„Miss Onari“, rief das Rattenmädchen erfreut.
„Ich habe sie vermisst.“
„Oh, dafür muss ich mich entschuldigen.“
„Nicht schlimm. Wie geht es dieser Nephtys?“
„Sie flucht vulgär und will uns alle in den Tod schicken“, fasste Greta kurz zusammen.
„Also nichts Neues“, bestätigte die Hyäne, „sind sie in der Runde entbehrlich?“
„Ich weiß nicht“, hub Greta an und sah zu Camilla, Isis und Anuset, dann zu Frank und Stephen.
„Miss Onira“, begann Anuset, „ich wollte Greta etwas zu Tauren erzählen und wie die auch ein Teil des Niedergangs der Menschheit waren.“
„Oh, das klingt interessant. Darf ich mich dazusetzen?“
„Sehr gern“, lud Camilla ein und deutete auf einen freien Stuhl. „Schieß los“, forderte sie auf, bremste sich kurz und schüttelte den Kopf.
„Später gerne“, erwiderte Anuset, „jetzt aber zu einer sehr alten und sehr langen Geschichte, vor allem unbekannten.“
„Mach hin, wir werden alle nicht jünger“, motzte Camilla.
„Es geschah vor Milliarden von Jahren. Dass den Menschen bekannte Universum entstand. Was aber keiner wusste, dass es ein Universum gab, welches noch viel früher entstand. Ein Paralleluniversum in welchem es vor Zivilisationen wimmelte. Es gab Balgonier, Haldoraner, Maldaven und Antermerianer.“
„Anuset“, ging Isis dazwischen, „das solltest du lassen. Das geht jetzt wirklich zu weit.“
„Warum?“, bremste Camilla die Göttin.
„Das wirst du erfahren, wenn es soweit ist“, zischte Isis.
„Isis. Sie werden es eh erfahren und es wäre besser, wenn sie es jetzt verstehen würden. Es wird ihnen vieles erklären.“
„Mach doch was du willst. Ich glaube nicht, dass sie es wirklich verstehen.“
„Dann lass mich fortfahren“, sagte Anuset und hob kurz den linken Zeigefinger.
„Dann mach“, stimmte Isis zu.
„Ich mache es kurz. Wir sind Antermerianer. Die Götter der alten Menschheit gibt es nicht. Wir wurden zu Göttern erkoren, weil wir wesentlich weiter entwickelt sind als die Menschen es damals waren.“
„Ah ja“, entfuhr es Camilla, „wusste ich es doch. Du bist ein Alien und wolltest irgendwo da draußen schon immer mal mit einer Fuchswölfin vögeln und Kinder zeugen.“
„So ein Quatsch“, wies Isis sie zurecht, „hör einfach weiter zu.“
„Wir kamen aus einem anderen Universum, hatten eigentlich nur Forschung im Sinn. Leider gab es einen abtrünnigen Zweig, welcher uns das Leben schwer machte. Im, von den späteren Menschen genannten, Sonnensystem trafen wir unglücklicherweise auf diesen abtrünnigen Zweig. Es kam zu einem Kampf und unser Schiff wurde zerstört.
Ein Teil unseres Schiffes trudelte in die Tiefen des Alls, ein anderer Teil stürzte auf die Erde, welche eine brodelnde Ursuppe beherbergte, aber noch einen kleinen Anstoß benötigte um Leben hervorbringen zu können.
Unsere DNA stürzte ins Urmeer der Erde und löste den Beginn der Evolution aus.
Später suchten wir an gleicher Stelle nach unserem verlorenen Schiff, die Abtrünnigen leider auch, es kam wieder zum Kampf und wieder geschah das Unfassbare.
Unser Schiff, dass der Abtrünnigen und ein großer in Mitleidenschaft gezogener Asteroid besiegelten viele Schicksale. Ein Asteroidenteil, sowie ein Bruchstück des Abtrünnigenschiffes stürzte auf den Mars, löschte dort alles aus, hinterließ die bekannte Wüste.
Ein anderes Stück dieses Schiffes, des Asteroiden sowie unser Schiff stürzten auf die Erde. Das entstandene Leben wurde ausradiert und der Weg für neue Spezies frei.
Später schickten wie erneut Suchtrupps, fanden auf der Erde eine beginnende Katastrophe vor.
Die Menschen machten sich in ihren Anfängen auf den Weg, was interessant, aber natürlich war.
Es gab aber auch Arten die nicht auf die Erde gehörten. Es gab Mischwesen, welche aus der irdischen Ur-Suppe, unserer DNA und die der Abtrünnigen erschaffen waren. Es waren Einhörner, Drachen, Tauren entstanden.
Allerdings suchten auch die Abtrünnigen und es kam zum Kampf. Die frühen Menschen, Neandertaler und auch die wilde Fauna erlebten einen Krieg zu Boden und in der Luft, welcher zur Folge hatte, dass die Erde aufgeteilt wurde. Es kam zum Waffenstillstand und die Götterwelten entstanden.
Ganz am Anfang die Mayas, Azteken, Ägypter, Babylonier, Iren, später Inkas, Griechen, Römer, Germanen.
Blöd war nur, dass sich die Cherit einmischten oder besser gesagt, sie gerieten zwischen die Fronten. Ihr Schiff wurde durch einen Unfall zerstört, ein Teil dieser Spezies schaffte es notfallmäßig zu landen. Diese Spezies waren Anthros, stammten vom Planeten Festrid. Wir legten den Beginn der Götterverehrung, dann wurden die Cherit entdeckt und es ging erst richtig los.
Alle Götter waren befreundete oder verfeindete Antermerianer, wobei die Götter der Iren, Germanen und vor allem der Babylonier die Abtrünnigen von uns waren.
Später gingen wir, verließen die Erde, brachten Frieden und Gleichgewicht, tilgten unliebsame Spuren.
Aber die Menschen entwickelten sich in der Technik weiter, leider nicht im Geiste.
Sie erfanden die Raumfahrt und der Kampf, welcher immer wieder auf der Erde ausgetragen wurde, verlagerte sich für sie in den Raum. Die Cherit tauchten im Orbit des Planeten auf, sie wollten wissen was damals vorgefallen war.
Das Schiff verunfallte, stürzte auf die Erde und es gab nur wenige Überlebende.
Bis auf einen, starben alle durch Gifttiere oder durch Schusswaffen.
Lediglich ein Charon von Tabalth überlebte, wurde gefangen genommen. Auf seiner DNA beruhen alle auf der Erde existierenden Anthros.
Auf alle anderen Sachen, die abliefen und die wesentlich komplexer sind, gehe ich besser nicht ein. Es ist eh schon kompliziert.
Eines gebe ich aber noch zum Besten. Manches sieht auf Anhieb einfach und logisch aus, so auch die Geschichte der Menschheit, aber wenn man genauer hinsieht, seine Horizonte öffnet, dann sind da ganz andere Dinge geschehen als man denkt.“
Es herrschte Schweigen.
„Tja so war das damals“, hub Isis an und klopfte kurz auf den Tisch.
„Das ist unglaublich“, flüsterte Camilla. „Aber wie sind die Anthros und die Menschen eins geworden?“
„Es gab eine Schlüsselfigur, sie hieß Selestral.“
„Selestral?“, fragte Stephen.
„Sie entstand aus der Paarung eines Cherit-Jaguares namens Lisan mit einer menschlichen Frau namens Min‘tau. Er wurde von den Mayas als Gottheit angesehen und eine Jungfrau sollte ihm geopfert werden. Statt sie zu fressen, unterhielt er sich mit ihr, freundeten sie sich an, wurden ein Liebespaar und Selestral entstand.“
„Wow!“, entfuhr es Camilla.
„Es kommt noch besser“, fuhr Isis fort, „denn diese Seletral war bis ins 3000 Jahrtausend lebendig, kämpfte aber mit Centauren und Anthro-Cherit an der Seite des Hethiter-Königs Mutwattalli III. gegen Ramses II. und besiegte ihn.
Und Ramses II. war eine genetische Rückkopplung aus einem Anthro-Geparden der Cherit mit einer menschlichen Frau, war körperlich entstellt. Und Tut-Anch-Amun starb so früh, weil er Sohn der späteren Nofrete und eines Anthro-Löwen war, genetisch so schwere Defekte hatte, dass er zum Tode verurteilt war. Echnaton selbst ließ die Anthros von der Erde vertreiben zu seiner Zeit, tilgte alle ihre Spuren.“
„Aber Ramses II. hatte den Kampf gegen die Hethiter gewonnen“, mischte sich Stephen ein.
„Das war Bedingung eines unheiligen Deals. Keiner sollte erfahren, dass die Anthros jemals auf der Erde waren. So schrieb man Ramses II. den Sieg zu, wenn er versprach, dass weder Cherit noch Antermerianer jemals existieren“, erklärte Anuset weiter.
„Die ganze Geschichte ist eine Lüge?“, knurrte Camilla.
„Teils, teils“, beschwichtigte Anuset, „aber ihr könnt beruhigt sein, die Pyramiden wurden wirklich von den Ägypten gebaut.“
„Immerhin etwas“, sagte Camilla und lächelte.
„Und um was handelt es sich bei den anderen, komplexeren Sachen?“, bohrte Greta.
„Jetzt bin ich gespannt“, entfuhr es Onari.
„Viel zu kompliziert“, seufzte Anuset und schaute zu Isis.
„Ich versuche es kurz und knapp zuhalten“, hub die menschliche Göttin an, „Die Menschheit hatte es nicht verkraftet, dass sie nicht die Nummer eins im Universum ist und erklärte den Cherit den Krieg. Als man merkte, dass man denen nicht beikommen kann, versuchte man schon sehr früh auf dem Planeten Genro eine identische Spezies zu züchten. Es gab Unfälle, Reinfälle, jede Menge Tote und Ungereimtheiten bis in die heutigen Tage. Diese Genexperimente fanden dort und auf der Erde statt, wir sind die Kinder dieser Unfälle auf der Erde. Auf Genro hingegen entwickelte sich eine eigene Anthro-Zivilisation, welche sich Chafren nennt. Und diese hatten einen Götterglaube.“
„Lass mich raten. Ihr seid deren Götter?“, fragte Camilla nach.
„Genau!“, entfuhr es Anuset.
„Das bedeutet, dass alles nur ein riesiges Gemenge an außerirdischen Spezies ist und die Menschheit, also das Leben auf der Erde überhaupt einem großen Unfall entstammt und im weiteren Verlauf ebenso?“
„Genau!“
„Was für eine riesige Scheiße“, murmelte Onari.
„Soweit zu einem Crashkurs in terranischer Historie“, schloss Isis ab.
„Und jetzt müssen wir mit den Fragmenten selbst einiges in Ordnung bringen?“, hakte Camilla nach.
„So kann man es auch sehen. Es muss alles zusammengefügt werden.“
„Und dann?“, fragte Stephen.
„Die Götter gehen heim“, erklärte Anuset.
„Du wirst gehen?“, fragte Camilla, die plötzlich glasige Augen bekam.
„Nein“, erwiderte Anuset energisch, „Isis geht und diese Nephtys auch. Ich bleibe. Ich werde wohl lediglich in eine rein anthropomorphe Hybridform gewandelt.“
„Und was ist, wenn ich dich als Taur behalten will? Ich habe mich an diese Form gewöhnt?“
„Für einige Sachen ist die echte Anthroform besser.“
„Ich will dich so behalten wie du bist und bisher hat doch alles geklappt. Ich habe nichts vermisst, eher hatte ich mehr.“
„Dann soll es so sein.“
„Das wird sich zeigen, wenn wir auf die Teile den Kopf setzen und Osiris spricht“, verkündete Isis.
„Achtung! Achtung! Alle Passagiere begeben sich unverzüglich in die Starträume. Das Schiff wird in 20 Minuten in die Atmosphäre des Planeten Sirius A eintreten.“
„Lasst uns gehen“, forderte Camilla auf und alle verließen den Speisesaal.