Kapitel 5

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 5

wie aus dem Nichts

Im Orbit um Antermerius hatten sich die Dimensionstransfertunnel schon längst wieder geschlossen und waren die Transportschiffe in unserem Universum angekommen, standen sie kurz vor der Ankunft im Elara-System, als an Bord derer plötzlich die Alarmsirenen schrillten.

<„Officer Shu!“>, schrie ein aufgebrachter Chons-Klon via Intercom. <„Wir bekommen Besuch. Einhundertzwanzig Flugobjekte nähern sich unserer Flotte, Ankunft in zwölf Myton bei gleichbleibender Geschwindigkeit.“>

<„Ich habe es auf dem Schirm“>, antwortete der leitende Offizier. <„Hast du eine Analyse um was es sich handelt?“>

<„Augenblick! … Ja, es handelt sich um unbemannte Drohnen. Größe pro Objekt 2,10 Mitrox, Typus unbekannt, Funktionen unbekannt.“>

<„An alle Schiffe! Schilde auf Maximum, Polarisation wechselnd und Modulation rotierend. Wir müssen mit einem Angriff rechnen. Hat schon jemand unseren Geleitschutz ausfindig gemacht?“>

<„Hier Chons 33! Bisher noch nichts.“>

<„Verdammt! Die sollten doch schon hier sein. Okay, haltet durch. Geschwindigkeit auf möglichstes Maximum.“>

<„Sir! Die Transferebenen öffnen sich.“>

<„Gebt dem Geleitschutz sofort die Lage durch, die sollen direkt dazwischen gehen.“>

<„Aye!“>

Wenige Minuten später meldete sich ein Maahes-Klon via Intercom: <„Hier Tripet-Staffel, Staffelführer Maahes 97! Wie ist ihr Status?“>

<„Hier Shu 71, leitender Offizier! Status in voller Einsatzbereitschaft und direkt zum Ziel. Wir haben ein Problem mit 120 unbekannten Flugobjekten, die direkten Kurs auf uns nehmen.“>

<„Wir haben sie auf dem Radar und gehen zum Abfangen voraus.“>

<„Danke und beim nächsten Mal, macht es bitte nicht so spannend.“>

<„Können wir nicht garantieren. … Los geht’s Jungs. Wir haben was zu erledigen.“>

<„Aye, Staffelführer. Wir folgen ihnen.“>

Während die Transporter sich dem Mond Cyndra näherten, gingen die Gleiter des Geleits auf Tuchfühlung mit den Drohnen und stellten sehr schnell fest, dass ich sich tatsächlich um einen Angriff handelte. Die Vielzahl von Transfertoren hatte die Aufmerksamkeit erregt, während die vier Fähren von Maahes, Sachmet und Seth noch als ungefährlich eingestuft worden waren.

<„Was immer es ist“>, hub Maahes 97 an, <„es ist rein künstlich und mir scheint, dass es komplett auf Automatik läuft.“>

<„Wie kommst du denn darauf?“>, fragte Maahes 33.

<„Die vier Fähren, welche zuvor auf dem Genromond gelandet sind, kamen schadlos durch, ebenso die beiden Kampfinseln im dreißig Lichtjahre entfernt liegenden Solarsystem. Scheinbar ist eine festgelegte Grenze zur Anzahl der Transfertore im System hinterlegt und wenn der Wert überschritten wird, dann erfolgt erst die Abwehr.“>

<„Klingt logisch. Dann stellen wir doch mal fest, wie flexibel die Dinger auf einen Angriff unsererseits reagieren“>, verkündete Maahes 58 und nahm die erste Drohne ins Visier.

Mehrere saphirblaue Strahlen zuckten durch das Schwarz des luftleeren Raumes, schlugen sauber geführt auf der Drohne auf und brachten sie zur Explosion.

<„Klasse!“>, hörte man den Löwen-Klon rufen. <„Das ist genau wie Tontauben schießen.“>

<„Nicht so schnell!“>, mahnte Maahes 97 zur Vorsicht. <„Es kann auch nur ein Test gewesen sein und das böse Erwachen kommt erst noch.“>

<„Davon bin ich nicht überzeugt“>, kam die Antwort und mit mehreren weiteren Schüssen, gefolgt von einer Explosion, ward die nächste Drohne verschwunden.

<„Hmmm … das geht mir zu einfach“>, murmelte Maahes 97 und machte in seinem Cockpit ein finsteres Gesicht.

Leider sollte er recht behalten. In die Drohnen kam jetzt Bewegung, sah man kurz Abschirmfelder um diese aufblitzen, und löste sich deren Formation auf, verstreuten sich die Roboter und gingen zum Angriff über.

Wenige Sekunden später schlug eine direkt auf der Außenhaut eines Gleiters auf, verankerte sich in der Duraniumhülle, fuhr Arme aus und begann auf die Kanzel einzuschlagen. Wie schwere Hammerschläge hagelten die Stahlfäuste hernieder, brachten schließlich das Glas zum Bersten.

Das letzte was Maahes 22 herausbrachte war ein erstickter Aufschrei. Danach sah man nur noch den leblosen Körper durch den Raum schweben.

<„Verdammt!“>, schrie Maahes 58, <„Warum musst du immer recht haben?“>

<„Das habe ich nicht und gerade jetzt hätte ich lieber das ganze Gegenteil. – Staffel ausschwärmen und angreifen. Verstrickt sie in Fernkämpfe und versucht sie zu verwirren. Geht zwischen ihre Linien und haltet euch die Dinger vom Leibe.“>

<„Verstanden, Staffelführer!“>

Der Kampf dauerte bereits vierzig Minuten und von den zwanzig Gleitern waren nur noch acht übrig, da entschloss sich der Feind die Taktik zu ändern, drehte von den Resten ab und begann den Transportern nachzujagen.

<„Sofort beidrehen“>, schrie Maahes 97, <„und hinterher. Die dürfen die Flotte auf keinen Fall erreichen.“>

<„Sind schon auf dem Weg“>, kam die Bestätigung und der Achtertrupp jagte jetzt die Jagenden.

Die zwanzig Fähren, welche ihrerseits wieder zu Gejagten wurden, stellten mit Unbehagen fest, dass sich die Distanz zwischen ihnen und den Angreifern sehr schnell reduzierte und ihr Geleit immer noch hinterher hinkte, somit niemals rechtzeitig eintreffen würde.

Plötzlich rief Chons 33: <„Officer Shu! Ich registriere eine Raumverzerrung.“>

<„Eine was? Wo genau?“>

<„Direkt zwischen unserer Flotte und den angreifenden Drohnen. Es handelt sich um einen Subraumtunnel.“>

<„Was? Wie ist das möglich? Wer sollte das sein?“>, schrie der Shu-Klon aufgebracht.

<„Ich weiß es nicht. Aber die Ankunft des fremden Schiffes wird auf zehn Sepan gerechnet.“>

<„Was mag da jetzt passieren?“>, murmelte Shu verwirrt und in Panik zugleich.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In der Subraumöffnung erschien ein gewaltiges Kampfschiff, verließ diese und schwebte plötzlich von jetzt auf gleich zwischen den Fronten.

Der Pulk der Transportfähren war hinter diesem Schiff verschwunden, außer Sicht für das eigene Geleit und auch von den Sensoren der angreifenden Drohnen verschwunden.

Während die Geleitgleiter in größerer Entfernung die stählerne Wand vor sich sahen, quasi die Notbremse ziehen konnten und damit ihrer Vernichtung entgingen, hatten die feindlichen Drohnen kein Glück und schlugen ungebremst auf der Außenhaut des Kolosses ein, zerstoben in kleinen Explosionen.

„Captain! Wir haben den Subraum verlassen“, hub Myalina an.

„Danke, Steuermann!“, entgegnete Cyrus.

Der Stier, wie auch die an der Steuerungskonsole sitzende Eisfüchsin sowie der Rest der Besatzung des Kreuzers mit Namen Quantaros, stammten vom Planeten Festrid, nannten sich selbst Cherit.

Der Testflug sollte eine neue Grenze überschreiten, sollte beweisen, dass man Raum und Zeit voneinander trennen und beides nach Belieben so krümmen und stauchen konnte, dass man mit wesentlich mehr als Lichtgeschwindigkeit das Universum bereist.

Der erste Test war hier und jetzt von Erfolg gekrönt, aber alles Weitere sollte sich schnell ändern. Eben war der Captain noch stolz gewesen, so brachte ihn die folgende Meldung aus dem Gleichgewicht und den Angstschweiß auf die Stirn.

„Captain“, kam die Meldung von der Taktikkonsole, „wir werden angegriffen. Anzahl der anfliegenden Objekte beträgt 98 Stück. Es handelt sich um rein künstliche Sonden.“

„Kurs?“

„Direkt auf uns zu. Einschlag Längsschiff in zwölf Sekunden“, schrie die Wölfin Milanda.

„Oh nein! Wo genau?“, kam die mehr sinnlose Frage von Cyrus.

„Mittschiffs.“

In diesem Moment hörte man schon die Explosionen, wurden empfindliche Stellen des Testschiffes getroffen, durchschlugen die Drohnen die Hülle, explodierten anteilig im Inneren, fingen Teile der Konstruktion Feuer.

Das wäre nicht unbedingt das Todesurteil gewesen, wenn nicht zehn der Drohnen den Durchschlag halbwegs überstanden hätten und mitten im Maschinenraum explodiert wären. Zwei davon in direktem Kontakt mit dem Raum-Zeit-Verzerrungsgenerator.

Soeben noch der ganze Stolz der Cheritflotte, in diesem Augenblick in einer gewaltigen Wolke aus glühenden Metalllegierungen, geschmolzenen Kunststoffen und zerborstenem Glas aufgelöst, im All zerstoben.

<„Was war denn das?“>, fragte Chons 33 via externem Intercom.

<„Egal was es war. Es hat uns allen den Arsch gerettet“>, antwortete Maahes 97. <„Und wer es war, werden wir wohl nie erfahren. Auf jeden Fall war es ein schönes Schiff und bestimmt eine stolze Besatzung.“>

<„Setzen wir den Kurs zum Transportzug und damit nach Genro“>, ordnete Maahes 97 an.

<„Hier Osiris!“>, rief der Administrator der Kampfinseln Byblos und Attikon ins Intercom.

<„Hier Ammon! Was gibt es an Neuigkeiten?“>

<„Wir hatten Feindkontakt im Elara-System.“>

<„Verdammt! Status?“>

<„Mehrere Maahes-Klone der Tripet-Staffel sind verloren. Die Transportfähren sind komplett durchgekommen und stehen kurz vor der Landung auf dem Genromond. Acht Gleiter des Geleits sind auch noch vorhanden.“>

<„Wie viele Angreifer waren es?“>

<„Laut Meldung von Maahes 97 handelte es sich um 120 Kampfdrohnen.“>

<„Klingt nach einem Automatiksystem. Wie viele sind von denen noch vorhanden?“>

<„Nicht eine.“>

<„Was? Wie haben die Gleiter das geschafft? Ein Verhältnis von 1 zu 6 klingt nicht nach einem Erfolgsversprechen.“>

<„Das ist ja das Merkwürdige. Es waren nicht unsere Gleiter. Ein vollkommen unbekanntes Schiff tauchte aus dem Subraum auf, stand plötzlich mitten im Raum, zwischen den Transportern und den Drohnen.“>

<„Klingt jetzt sehr mysteriös“>, konnte sich Ammon nicht verkneifen.

<„Eben!“>

<„Was ist mit dem Fremdschiff?“>

<„Es wurde leider vernichtet. Die Drohnen müssen wohl sehr unglücklich eingeschlagen sein und die zentrale Energieversorgung erwischt haben.“>

<„Das ist mehr als bedauerlich. Vielleicht kommen weitere von denen an und das Eine war nur ein Anfang. Beobachtet beide Systeme sehr genau. Ich wünsche, falls es so sein sollte, einen friedlichen Erstkontakt. Aber letztendlich überlasse ich dir die Entscheidung, ob das möglich ist oder die Fremden ein Hindernis darstellen.“>

<„Das werden wir machen.“>

<„Ausgezeichnet. Ammon, Ende!“>

Auf dem dritten Planeten des Solarsystems hatten sich die Löwinnen der Darlet-Staffel verstreut, untersuchten Boden- und Wasserproben.

„Das Ganze wirkt wie Antermerius in grauer Vorzeit. Es ist geradezu paradiesisch“, himmelte Sachmet 14.

„Aber das Paradies hat einen Haken“, murmelte Sachmet 17.

„Der wäre?“

„Da hinten kommt Besuch auf vier Beinen.“

„Scanner!“, kam der Befehl.

„Fleischfresser. Oh, wie hübsch. Es sind Löwen“, hauchte Sachmet 17 entzückt.

„Hmmm … fremdartige, wilde, urtümliche Artgenossen. Tut mir Leid, aber denen möchte ich nicht unbedingt begegnen, wenn die nur ansatzweise so sind, wie die unsrigen –zigfachen Urahnen.“

„Da magst du recht haben.“

„Warne unsere Löwinnen. Die sollen auf sich achten.“

„Aye!“

„Ach ja, was sagen denn die Ergebnis der Wasserproben?“

„Darauf wollte ich gerade zu sprechen kommen. Die Tests sind mehr als fragwürdig.“

„Inwiefern?“

„Die DNA-Analyse ist irritierend. Nachdem was ich hier habe, scheint in ganz geringen Mengen unsere eigene DNA enthalten zu sein.“

„Wie bitte?“

„Na ja, wir scheinen ein Teil der Fauna auf diesem Planeten zu sein.“

„Wie das … Moment mal. Ich greife die Daten ab.“

Es folgten einige Momente des Schweigens und der Sachmet-Klon schloss die Augen, griff auf das zentrale Datennetz zu.

„Ich habe vermutlich die Antwort. Die Vintara geriet in einen Kampf mit den Abtrünnigen und stürzte ab. Soweit zu den Fakten. Jetzt die Schlussfolgerung … sie ging auf diesem Planeten nieder, nicht im Elara-System, und die DNA der Besatzung blieb in Spuren erhalten und vermischte sich mit den Ansätzen der Entwicklung hier. Das würde bedeuten, dass wir es mit eigenständigen Nachkommen der unsrigen Entstehung und der hiesigen haben.“

„Das hätte eine ungeheure Tragweite“, sinnierte Sachmet 14.

„Ja. Die DNA ist kompatibel. Unsere Pilotinnen sollen sich bloß von den einheimischen Arten fernhalten. Sie wären unter Umständen nicht Beute, sondern potentieller Partner zur Fortpflanzung. Das darf nicht passieren. Es reicht schon, wenn es vor Jahrmilliarden der Fall war und wir hier etwas unbeabsichtigt erschaffen haben.“

„Ich werde sie sofort informieren.“

„Danke.“

Sachmet 08 hörte den warnenden Funkspruch nur geistig entfernt.

Sie war gerade mit mehreren Bodenproben beschäftigt, hatte ihre Analysen fast abgeschlossen, da hörte sie ein Knacken im dichten Gestrüpp hinter sich.

Sie hielt zunächst inne, drehte sich dann langsam um und erstarrte. Durch die dichten Zweige hindurch schauten sie zwei Augen an.

Diese Augen verfolgten präzise jede ihrer Bewegungen, das Lebewesen selbst blieb zunächst verborgen.

„Hallo!“, sagte sie schließlich. „Du musst dich nicht verbergen. Ich habe dich längst gehört und gesehen.“

Als wäre das das Kommando gewesen, bewegte sich ein gefleckter Vierbeiner aus dem Dickicht heraus, kam langsam auf sie zu und hielt einige Mitrox vor ihr inne.

Eindeutig handelte es sich um ein einheimisches Raubtier, eine elegante und muskulöse Raubkatze, ähnlich denen die vor Jahrmilliarden auf Antermerius lebten und nur noch aus fernen Überlieferungen bekannt waren.

Tatsächlich war dieses Exemplar ein Urjaguar, der angelockt durch den Duft der Löwin näher gekommen war.

Unglücklicherweise hatte der Sachmet-Klon den Funkspruch nicht erfasst und somit auch nicht den Hinweis über die DNA-Verwandtschaft mitbekommen und folglich auch nicht die Schlussfolgerung ziehen können, dass sich männliche Exemplare der einheimischen Raubkatzen unter Umständen den Löwinnen der Antermerianer durchaus in Paarungsabsicht nähern könnten.

Was der Sachmet-Klon jedoch wusste war, dass sie sich gerade in ihrer Hitze-Phase befand, aber dies eine ganz normale Sache war und niemanden interessierte. Fast niemanden, denn der vierbeinige Jaguarkater hob seine Nase, atmete tief und sehr neugierig, witterte sehr wohl die intensiven Pheromone und folgte seinem Ansinnen.

Zu spät begriff sie die Zusammenhänge, kam sie zu spät dahinter was der Begehr des Katers war.

Wild und ungestüm stürzte er sich auf die Anthro-Löwin, wehrte sie sich heftig um sich schlagend, jedoch ohne Erfolg.

Nach wenigen Sekunden hatten die scharfen Krallen des Tieres ihre Kleidung in Fetzen gerissen, tiefe Wunden geschlagen, ging sie unter Schmerzen zu Boden und als sie benommen die Gegenwehr aufgab, war es geschehen und sie verlor das Bewusstsein.

Minuten später kam sie zu sich, richtete sich langsam auf.

Sie sah an sich herab und sondierte ihren Zustand. Sie tastete die Wunden ab, fauchte leise auf, als diese bei Berührung stechend brannten, seufzte laut auf als sie merkte, dass sich ihre Kleidung in einem desolaten Zustand befand.

Das war jedoch nicht das Schlimmste. Viel schwerer war für sie die Erkenntnis, dass sich der Kater an ihr vergangen hatte, in sie eingedrungen war. Der feine Geruch zwischen ihren Schenkeln verriet die furchtbare Tat, ebenso der feuchte, leicht klebrige, milchige Film der ihre Scham bedeckte.

Welche Konsequenzen jetzt auf sie zukamen, konnte sie sich nicht einmal ansatzweise ausdenken.

Die Anthro-Löwin blieb einstweilen sitzen, schaute sich nervös um und merkte, dass sie allein war.

„Toll“, murmelte sie. „Die Tierwelt wird mir echt unsympathisch. Vergewaltigt von einem primitiven Kater und jetzt …?“

Sie suchte die weitere Umgebung ab und sah ein kleineres Gewässer, überlegte einige Momente und traf eine Entscheidung. Sie ging zum Wasser, riss sich die restliche Kleidung vom Leibe und stieg ins kühle Nass.

Keine Sekunde zu spät wie sie merkte, denn plötzlich tauchten zwei weitere Sachmet-Klone auf. Die beiden waren auf der Suche nach ihr, da sie auf den Funkspruch von Sachmet 14 nicht reagiert und sich auch sonst seit geraumer Zeit in Schweigen gehüllt hatte.

„Was machst du da?“, fragte Sachmet 11.

„Ich bade, wie du siehst“, kam gespielt unbedarft die Antwort.

„Das sehe ich auch. Aber warum hast du auf den Funkspruch nicht reagiert?“

„Welcher Funkspruch?“

„Die Warnung, dass unsere DNA sehr ähnlich ist mit derer der hiesigen Fauna und wir, wenn auch mit geringer Wahrscheinlichkeit, als Partner dienen könnten.“

„Oh, das hört sich nicht besonders einladend an“, murmelte Sachmet 08 leise und schickte sich an, das Gewässer zu verlassen.

„Genau. Komm lieber raus und zieh dich wieder an. Wir warten auf dich.“

Die Löwin griff nach ihrer Unterwäsche, zog sich diese an und fluchte plötzlich, als sie entsetzt feststellte, dass ihr Overall zerrissen war.

„Was hast du?“, fragte Sachmet 06 entnervt und schaute sich nebenbei nach allen Seiten um.

„Irgendwas oder irgendjemand hat meinen Overall zerstört. Habt ihr was gesehen?“

„Nein, als wir eintrafen warst du lediglich im Wasser. Was soll das? Was ist hier wirklich passiert?“, bohrte Sachmet 11 und wurde misstrauisch. „Hier stimmt doch was nicht. Was willst du verheimlichen?“

„Ich bin keine gute Schauspielerin, oder?“, seufzte Sachmet 08.

„Nicht wirklich, Süße. Was ist vorgefallen?“

„Ich hatte gerade meine Bodenproben fertig, da hörte ich ein Knacken im Gestrüpp.“

„Und weiter?“

„Es war eine der einheimischen Raubkatzen, genauer gesagt ein Kater.“

„Oh verdammt!“, entfuhr es Sachmet 11. „Er hat dich angefallen, du hast dich gewehrt, dein Overall ging kaputt, du hast wundervolle Schrammen und bist von ihm vergewaltigt worden.“

Sie nickte nur und schaute zu Boden.

„Kein Grund zur Panik, meine Kleine. Wir Klone sind unfruchtbar. Wir können zwar in die Hitze kommen und uns paaren, aber es bleibt ohne Konsequenzen, weil wir vom Start weg steril sind.“

„Er hat mich gegen meinen Willen benutzt, wie ein Tier. Ich bin kein Tier, verdammt nochmal.“

„Das ist etwas anderes und steht auf einem anderen Blatt. Aber was willst du jetzt tun, ihn suchen und zur Strafe kastrieren? Er ist ein Tier und folgte seinem Trieb und als er dich fand warst du eh in Hitze. Er hielt deine Pheromone für eine willige Einladung. Er kennt keine Anthros.“

„Macht es auch nicht besser“, murmelte Sachmet 08 und seufzte wiederholt.

„Jetzt komm. Wir fliegen zurück zur Byblos. Unsere Mission hier ist beendet. Alles Weitere obliegt nicht mehr unseres Einflusses.“

Wenige Minuten später waren die Triebwerke gestartet und die Gleiter auf dem Weg zur Byblos.

Auf dem Mond Cyndra, im dreißig Lichtjahre entfernt gelegenen Elara-System, hatten die Transportschiffe auf dem Plateau aufgesetzt und begannen die Entladetätigkeiten.

„Hallo!“, intonierte Sachmet.

„Ah, ich grüße dich!“, kam die kurze Reaktion eines Anubis-Klons.

„Womit beginnt ihr?“

„Wo habt ihr die aufsteigenden Gänge gefunden?“

„Das kann dir Seth besser beantworten, immerhin hat er die Messungen vorgenommen“, sagte die Löwin und zeigt auf den Halbesel, welcher in einiger Entfernung stand und sich mit einem Klon aus der Sobek-Reihe unterhielt.

Der Anubis-Klon bedankte sich artig und schritt in die angezeigte Richtung.

„Nein, nein! Die Kavernen befinden sich mittig unter dem Plateau und weiter östlich. Wir stehen hier westlich und da befindet sich nur ein seitlicher gangartiger Ausläufer den keiner braucht, da er eine Sackgasse ist“, erklärte der Anthro-Hengst aufgeregt.

„Laut unseren Messung ist hier aber Westen und nicht Osten“, erklärte der Sobek-Klon eingeschnappt.

„Dann sind eure Messungen für den Arsch. Hier ist Osten.“

„Entschuldigt bitte, wenn ich mich einmische. Ich bin Anubis 217 und möchte gerne wissen wo es sich anbietet den Zugangsschacht zu bohren.“

„Ah, endlich mal jemand mit einer konstruktiven Frage“, hub Seth erfreut an. „Mit dem Alligator kann man sich ja kaum unterhalten. Streitet sich mit mir über Ost und West.“

„Es ist tatsächlich Ost und nicht West. Die Vermessungen erfolgten beim Überflug und einige der Transporter kamen von der anderen Seite aus der Umlaufbahn herein. Daher die Irritation“, erklärte der Schakal-Klon und versuchte damit das Feuer zu löschen.

Der Sobek-Klon winkte schließlich ab, drehte sich um, konnte es sich aber nicht nehmen lassen noch eins draufzusetzen: „Und wenn du dich schon streitest, dann pass nächstes Mal besser auf, denn ich bin kein Alligator. Meine Vorfahren waren Panzerechsen. Doofes Maultier.“

Seth schaute ihm verkniffen hinterher, öffnete den Mund um etwas zu erwidern, ließ es aber sein.

„Der hat gesessen“, murmelte der Anubis-Klon.

„Nicht wirklich. Maultiere sind impotent und Sachmet kann das bei mir sehr deutlich widerlegen.“

„Darauf wollte ich nicht hinaus. Er kann seinen Fehler nicht eingestehen. Nur darauf kam es mir an.“

„Oh, das meintest du. Ein kleiner hellgrüner Besserwisser also“, stellte Seth fest.

„So würde ich das nicht sagen, aber es kommt hin. Aber jetzt zu meiner Frage. Wo ist der Auswurfgang des Magmas?“

„Ziemlich zentral, etwa eintausend Mitrox von hier. In etwa dort wo das fünfte Transportschiff steht.“

„Welches von denen?“, fragte Anubis 217 sicherheitshalber.

„Das mit der lustigen Pfeilsymbolik.“

„Ah, das von Sobek 300. Der liebt diese Dinge. Muss immer auffallen.“

„Dann such mal dort. Der Auswurfschacht misst laut meinen Geräten circa dreißig Mitrox im Durchmesser, geht zweihundert Mitrox fast senkrecht nach unten und mündet in eine kleine Kaverne mit einem Durchmesser von durchschnittlich vierzig Mitrox“, erläuterte Seth.

„Klingt perfekt für den Anfang. Wir starten sofort mit den Arbeiten“, sagte der Anubis-Klon noch und empfahl sich mit einem kurzen Kopfnicken.

Seth selbst schickte sich und schritt in Richtung der wesentlich kleineren Landefähren mit denen Sachmet, Maahes und er selbst hierhergekommen waren.

Auf halbem Wege hörte er die Stimme der Löwin: „Seth, bist du in der Nähe?“

„Ja, ich höre dich und bin auf dem Weg zu dir. Was gibt es denn?“

„Osiris möchte mit dir reden. Es gibt Neuigkeiten vom dritten Planeten des dreißig Lichtjahre entfernten Solarsystems.“

„Bin gleich da“, sagte er noch und beschleunigte seine Schritte.

Wenige Augenblicke später betrat er Sachmets Fähre und traf auch auf Maahes.

Er nickte kurz und nahm in einem der Sessel Platz. „Dann schießt mal los. Was gibt es?“, hub er an.

Die Löwin machte ein sehr finsteres Gesicht und Seth merkte, dass sich sehr unangenehme Fakten über ihnen zusammenzubrauen schienen. „Das wird dir der Administrator selbst sagen“, sagte sie kurz und deutete auf den Bildschirm.

Der Halbesel drehte sich um und schaute auf den Monitor von dem aus ihn Osiris‘ Gesicht sorgenvoll ansah. <„Ich grüße dich, Officer Seth!“>, hub dieser an.

<„Hallo, Administrator Osiris!“>

<„Lassen wir die Förmlichkeiten. Wir wissen beide wer und was wir sind. Ebenso die anderen. Die Lage ist zu ernst um uns mit Floskeln aufzuhalten.“>

<„Wie du wünschst. Was gibt es dringendes?“>

<„Auf dem dritten Planeten sind außergewöhnliche Dinge zutage getreten.“>

<„Hört sich böse an“>, seufzte Seth.

<„Mehr als das. Aber erstmal zu euch. Wie läuft es auf dem Mond?“>

<„Erstmal was positives. Sachmet hat den Mond auf den Namen Cyndra getauft.“>

<„Ach ne. Typisch Weibchen, immer den Blick auf das Unwesentliche. Aber sei es drum.“>

<„Ganz vorsichtig auf den billigen Plätzen“>, murmelte Sachmet säuerlich.

<„Mitnichten und das wird sich gleich noch zeigen“>, knurrte Osiris zurück. <„Was machen die Arbeiten?“>

<„Die haben begonnen. Die Sobek-Klone sind schon am Bohren und Schaufeln.“>

<„Perfekt! Und jetzt zu den unangenehmen Sachen. Wir haben die Überreste der Vintara ausfindig gemacht. Zumindest nehmen wir es an.“>

<„Oh, das hört sich interessant an. Aber warum nimmst du es nur an?“>

<„Weil wir nur die Auswirkungen dessen in den Boden- und Wasserproben gefunden haben, was seinerzeit dazu führte.“>

<„Du sprichst in Rätseln.“>

<„Gleich nicht mehr. In den Wasserproben fanden unsere Sachmet-Klone der Darlet-Staffel DNA-Spuren, bekannte DNA-Spuren.“>

<„Das ist eigentlich nichts ungewöhnliches“>, mischte sich Maahes ein.

<„In diesem Fall schon, denn es handelt sich um unser eigenes Erbgut.“>

Es herrschte plötzlich eisiges Schweigen und Seths Blick wanderte zu Sachmet, welche ihrerseits auf das Bildschirm-Konterfei von Osiris starrte, während Maahes zu Seth schaute und ihnen dreien fast zeitgleich die Kinnlade herunterklappte.

<„Was ist los mit euch? Hat es euch die Sprache verschlagen?“>, brach Osiris in die Stille hinein.

<„Nein, Sir! Äh, Osiris. Das kam jetzt nur etwas überraschend“>, löste sich Maahes aus der Erstarrung.

<„Ja, so war es bei mir auch. Aber das ist noch nicht alles. Wie mir berichtet wurde, haben wir Glück, dass die Klone zwar Spaß an der Freude haben können, aber ihnen bei der Erzeugung die Fertilisation vorenthalten wird.“>

<„Das ist Standard um der Überpopulation vorzubeugen. Selbst wir reproduzieren uns nur, wenn eine Klonreihe beginnt Ausfallerscheinungen hervorzubringen und es um eine Auffrischung geht.“>

<„Genauso ist es. Aber eine unserer Sachmets wurde bei der Überprüfung von Bodenproben von einem gefleckten Raubtier auf Tenerra angegriffen und vergewaltigt.“>

<„Auch das noch“>, knurrte Maahes und Seth schnaubte verächtlich. <„Was jetzt?“>, wandte sich der Halbesel an Osiris.

<„Ihr bleibt dort und überwacht die Arbeiten. Ich habe mit Ammon gesprochen und er ist einverstanden, dass wir eine Kampfgleiterstaffel mit vierzig Maahes-Klonen auf Cyndra und Genro stationieren, zusätzlich zu den Gleitern die jetzt bei euch sind. Die werden auch zum zweitgrößten Kontinent fliegen und überprüfen, ob sich die Abtrünnigen immer noch aktiv zeigen.“>

<„Da fällt mir ein, dass wir ein fremdes Schiff zu Besuch hatten“>, fügte Seth an.

<„Ach?“>

<„Aus dem Subraum tauchte plötzlich ein Schiff auf, von der Größe her könnte es ein Schlachtkreuzer gewesen sein und stellte sich scheinbar ungewollt zwischen unsere Darlet-Staffel und mehreren Dutzend Angriffsdrohnen der Abtrünnigen. Das fremde Schiff wurde leider vernichtet, aber ebenso die angreifende Staffel. Daher haben es alle Transporter geschafft.“>

<„Wir haben scheinbar mehr Glück als Verstand“>, murmelte Osiris und verschränkte die Arme.

<„Es sieht ganz danach aus. Gibt es sonst noch etwas, Sir?“>

<„Bleibt anständig. Vor allem du und Sachmet. Osiris, Ende!“>

„Wie soll ich das denn jetzt verstehen?“, sagte Seth und schaute die Löwin an.

„So wie er es sagte. Bleib anständig.“

„Mit dir bin ich immer anständig gewesen.“

„Vor allem ständig“, kicherte Sachmet.

„Kein Wunder, wenn du auch ständig rollig bist“, entfuhr es Seth.

„Bei dir ist das kein Wunder“, entfuhr es der Löwin schnippisch.

„So, jetzt beruhigt euch mal wieder“, ging Maahes dazwischen. „Zum einen gefällt mir euer Thema nicht, zum anderen haben wir viel zu tun.“

„Entschuldige bitte“, gab Seth zu und zeigte sich einverstanden. „Lasst uns rausgehen und schauen was die Aushubarbeiten machen.“

„Ausnahmsweise eine gute Idee von dir“, stichelte Sachmet, nahm sich den Helm, setzte ihn auf und verließ die Fähre, nachdem sich das Zwischenschott hinter ihr geschlossen hatte.

Die Sachmet-Staffel war in der Zwischenzeit auf der Byblos eingetroffen, hatte sich bei Osiris gemeldet und ihm über die Vorfälle berichtet.

Dienstbeflissen wie der war, leitete er umgehend die Fakten an Ammon weiter und es kam zum zuvor erwähnten Bericht an das Trio auf Cyndra.

Die Sachmet-Klone hatten es sich in ihren Quartieren bequem gemacht und frönten Freizeitaktivitäten. Lediglich Sachmet 08 schlug aus der Reihe, saß da und resümierte die vergangenen Ereignisse.

Immer wieder kam ihr der Jaguar vor Augen und sie versuchte krampfhaft die Abfolge der Geschehnisse zu rekonstruieren. Schließlich gab sie auf, da sie auf eine Wand auflief, spätestens ab dem Moment in dem sie das Bewusstsein verlor.

Alles Nachfolgende war reine Spekulation und basierte nicht auf Fakten, sondern auf Indizien. Sie wollte sich für den Umstand ohrfeigen, dass sie ins Wasser ging und die verräterischen Spuren abwusch. Eine DNA-Analyse des Raubtiersamens hätte exakte Daten liefern können, auf jeden Fall mehr als die Wasser- und Bodenproben.

So saß sie da, fühlte sich beschmutzt und wie eine Ausgestoßene, missbraucht von einem wilden Tier, degradiert zu einem eben solchen. Doch plötzlich kam ihr eine Idee, ein Gedanke, welcher sich formte und zu einem Entschluss reifte.

Wenn der Kater wirklich in sie eingedrungen sein sollte, dann musste er Spuren seines Spermas in ihr hinterlassen haben und genau diese konnte man im medizinischen Labor der Byblos analysieren. Somit war die extrem unangenehme Situation vielleicht ein doch nicht ganz verlorener Unglücksfall und konnte enorm weiterhelfen.

Von diesem Gedanken beseelt, erhob sie sich, richtete ihre Sachen und verließ ihr Quartier, machte sich auf den Weg zur medizinischen Abteilung.

Dort angekommen traf sie auf den Horus-Klon mit der Registriernummer 33.

„Oh! Ich grüße dich Sachmet 08. Wie kann ich dir helfen?“, flötete der Halbfalke.

„Hallo Horus. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll“, druckste sie herum.

„Wenn du auf den Vorfall auf Tenerra anspielst, da bin ich schon informiert. Ich wollte dich, sobald ich ausreichend Zeit gehabt hätte, eh kontaktieren.“

„Ah, sehr gut. Es geht mir darum, dass sich vielleicht noch DNA-Spuren des Jaguars in meinem Inneren befinden könnten.“

„Genau das ist auch meine Vermutung und eine gute Chance, eine sehr präzise Analyse vorzunehmen.“

„Dann beginnen wir doch damit“, munterte ihn der Sachmet-Klon auf.

„Komm mit. Wir gehen dafür in den hinteren Teil der Abteilung. Das muss nicht jeder mitbekommen, wissen eh schon genug Leute Bescheid und so eine Kampfinsel ist auch nur ein Urzeitdorf mit Klatschbasen.“

„Sehr gern“, entgegnete sie und folgte dem Falken merklich entspannter.

„Leg dich da hinten hin und lass es einfach über dich ergehen.“

„Okay.“

„Keine Sorge, es ist zwar unangenehm, aber tut nicht weh.“

„Das ist wohl der Standardsatz von Medizinern“, knurrte Sachmet vor sich hin.

Es dauerte keine zehn Minuten und der Horus-Klon war fertig.

„So, meine Gute. Jetzt schauen wir doch mal was der Sequenzierer sagt“, murmelte er versonnen und schaute auf die Displays.

„Was ist mit mir?“, fragte Sachmet.

„Du kannst wieder aufstehen und dich anziehen. Aber bleib noch hier, wir müssen dringend reden.“

Die Löwin zog sich ihre Kleidung an und setzte sich mit angewinkelten Beinen auf die Kante der Liege.

Der Horus-Klon beobachtet sie unauffällig dabei und hub schließlich an: „Du begibst dich bitte zu einem Schiffspsychologen. Die Sache muss aufgearbeitet werden.“

„Na ja, so extrem war es nun auch wieder nicht. Immerhin habe ich eine Filmriss und vom eigentlichen Akt nichts mitbekommen“, wiegelte Sachmet 08 ab.

„Oh doch. Allein schon wie du jetzt sitzt, zeigt mir, dass du schwer angeschlagen bist und dringend ein fachliches Gespräch brauchst. Also tu dir selbst den Gefallen und geh zum Psychologen.“

„Wenn du darauf bestehst, dann werde ich das tun.“

„Braves Löwchen“, entglitt es dem Falken. „Und da haben wir auch schon die Ergebnisse.“ Er machte in sorgenvolles Gesicht.

„Was ist? Was hast du?“

„Zu 80 Prozent kompatibel mit unserer DNA. Jetzt will ich auf Nummer sicher gehen, ich nehme dir Blut ab.“

„Warum?“

„Wenn das Erbgut prozentual so gut passt, dann verlasse ich mich nicht darauf, dass wir Klone zeugungsunfähig sind. Das Sperma einer komplett fremden Fauna ist vielleicht in der Lage diese Schranke zu überwinden.“

„Oh, bitte nicht“, seufzte die Löwin bitter.

„Deinen rechten Arm bitte“, forderte der Horus-Klon auf und nahm das entsprechende Gerät zur Hand.

„Wenn es sein muss“, grollte sie widerwillig.

„Ja, es muss sein.“

Nach wenigen Minuten stand die Diagnose im Raum. „Ich weiß nicht, ob ich applaudieren oder Buh-Rufe starten soll. Mädchen, du bist scheinbar schwanger. Jedenfalls sollten in deinem Blut die Estradiol-Werte bedingt durch deine Rolligkeit erhöht sein, aber das sind sie nicht. Eher ist es so, dass dein ACG-Wert scheinbar ansteigt. Aber genaues weiß ich erst in ein paar Tagen. Sei also so lieb und komme in drei Tagen nochmals her.“

„Ist das nicht etwas früh. Wenn, dann ist die Befruchtung erst“, sie sah kurz auf die Uhr, „circa achtzehn Adaster her.“

„Ich weiß, dass das im ersten Moment etwas zu voreilig vorkommen mag, aber du vergisst, dass wir keinerlei Ahnung haben wie schnell der Samen der dortigen Tierwelt auf die Eizelle einer Antermerianerin wirkt und dazu noch auf einen Klon, welcher in fast jeder Hinsicht optimiert ist.“

„Ich bin nicht begeistert. Vor allem, was ist, wenn es so sein sollte.“

„Dann bin ich da und werde dich begleiten.“

„Hältst du das nicht für riskant? Wer weiß was dabei herauskommt?“

„Ich glaube nicht, dass das Kind dich töten will oder die anderen an Bord.“

„Das will ich hoffen, sonst muss ich mir früher oder später einen anderen Weg suchen“, schloss Sachmet 08 ihre Gedanken ab und verließ die Krankenstation.

Zurückgekehrt in ihr Quartier, legte sie sich ins Bett, rollte sich in die Bettdecke ein, schloss die Augen und ließ ihren Tränen freien Lauf.

Später schlief sie ein und hatte einen unruhigen Traum, in welchem sie schwanger war, aber etwas in ihr anders als geplant ablief. Sie bekam kein normales Kind, sondern eine Mischung aus aufrechtgehender Raubkatze und Vierbeiner. Ein Wesen über das in tiefster Mythologie und vor extrem weit zurückliegender Zeit orakelt wurde. Etwas, was sie einerseits entsetzte und abstieß, aber auf der anderen Seite in seinen Bann zog und eine Art von Liebe und Zuneigung in ihr erzeugte.

Kurz bevor sie schweißgebadet hochschreckte, sah sie noch wie ihr Kind und sie in einer Langstreckenfähre saßen und, scheinbar auf der Flucht, einen weit entlegenen Planeten ansteuerten. An den Namen konnte sie sich nach dem Erwachen nicht mehr erinnern.