Kapitel 11

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 11

Beute

„Was ist denn hier passiert?“, fragte Tarja geistesabwesend.

Cyron schaute seine Tochter sorgenvoll an. „Wir wurden angegriffen. Es waren mehrere fliegende Roboter mit Messern.“

Kira nickte. „Ja, wir haben deren Bekanntschaft auch gemacht.“

Der Computer im Inneren des Felsenlabyrinths registrierte den Verlust seiner Messerdrohnen und ordnete die Herstellung von Neuen an. Im Berg bewegte sich plötzlich eine gewaltige Maschinerie. Fließbänder liefen an, Arbeitsroboter kamen in Bewegung und die Produktion neuer Drohnen lief auf vollen Touren.

„Aber, wir haben auch was feines mitgebracht“, trumpfte Tarja auf.

Sie stellten die Kiste ab und öffneten sie. Cyron schaute misstrauisch und der hinzugetretene Chiron äugte unschlüssig auf den Papierwust.

„Was ist los, hat es euch die Sprache verschlagen?“, fragte der Tigertaur.

„Nein, nein. Wir stehen im Moment noch etwas unter Schock. Wisst ihr, es ist eine Sache zu wissen, dass man in einen Kampf zieht und es ungemütlich wer-den kann, aber was ganz anderes, wenn es plötzlich wirklich passiert und dann gleich noch mit solcher Wucht.“

Tarja nickte.

„Aber gut. Lasst uns mal sehen was wir da haben.“ Cyron hockte sich vor die Kiste und nahm einen Stapel Papiere nach dem anderen heraus. Seine Augen wurden von mal zu mal größer und er fing an zu lächeln. „Volltreffer“, sagte er schließlich, „Wir haben was wir brauchen.“

Es stellte sich heraus, dass die Papiere ungeheuer wichtige Informationen enthielten. So standen unter anderem taktische Daten, Grundrisse aller Stationen und Basen, Bewaffnungen, elektronische Schlüssel und Kodierungen geschrieben.

Die Nachricht von diesem Fund verbreitete sich in Windeseile unter den Beteiligten und ließ wieder eine bessere Stimmung aufkommen. Außerdem be-fand sich ein gewaltiger Stapel an Büchern darunter. Es waren allesamt Bedienungsanleitungen für Computerprogramme.

Kira ging auf Cyron zu. „Cyron, ich möchte die Bücher gerne an mich nehmen und sie studieren. Ich erkläre mich bereit die Arbeit an den Computern zu übernehmen.“

Cyron überlegte kurz und willigte ein.

Die Luchsin schnappte sich die Bücher und verschwand mit ihnen und ihrem säbelzähnigen Freund in ihrem Zelt.

Es war seit einiger Zeit dunkel geworden und überall brannten Lagerfeuer.

Tarja, Cyron und Chiron hatten sich zusammengetan und die ersten Wachen eingeteilt. Der Umlauf musste rotierend und fließend sein.

„Achtet immer auf fremde Geräusche und plötzliche Bewegungen. Wir können uns eine solche Schlappe, wie am Nachmittag, nicht mehr leisten. Und noch einen Rat. Rechnet mit dem Unmöglichen und feuert erst, dann stellt Fragen.“

Die Wachen nickten, zogen vorsorglich ihre Waffen und aktivierten sie. Dann gingen sie los und umkreisten das Lager. Kira hockte zusammen mit Pedro in ihrem Zelt und las fleißig in den Büchern. Ab und zu entfleuchte ihr ein leises Oh und Aha, ansonsten war es still um sie herum. Ihr Freund ließ sie keine Sekunde aus den Augen und bei den Umhersitzenden machte mal wieder das Gerücht die Runde, dass die beiden was miteinander haben. Und es wurden Vermutungen darüber angestellt, wie es wohl aussehen würde, wenn der viel größere Kater sich mit der kleinen Luchsin paarte.

Viele lagen an den Feuern und schliefen oder dösten vor sich hin. Andere überprüften ihre Waffen und übten sie möglichst schnell und geschickt zu ziehen. Cyron, Chiron, Stella und Tarja hatten sich zu einem Kreis gesetzt und lasen ebenfalls in Unterlagen.

„Okay, hier stehen verschiedene Zahlenkolonnen. Es handelt sich dabei um die manuelle Deaktivierung der Verteidigungssysteme, der Energieabschirmungen und der Lichtschranken“, sagte Cyron.

Tarja nahm ihm das Blatt aus der Hand und verglich die Daten mit den Aufzeichnungen in ihrer Hand. „Das passt“, sagte sie. „Die Daten passen hervor-ragend zu dem was ich hier habe. Auf meinen Papieren befindet sich der Grundriss der Anlage, mit Hinweisen auf die Lichtschranken und die Verteidigungen. Entsprechend ihrer Lage sind sie mit Nummern versehen und wie ich gerade sehe, steht auf dem anderen Papier hinter jeder Zahlenkombination ei-ne passende Ziffer. Damit müsste es uns möglich sein, in den Komplex einzudringen und ein paar unangenehme Sachen auszuschalten. Allerdings müssen wir erstmal soweit kommen.“

Chiron nickte. „Keine Sorge mein Schatz. Wir schaffen das schon.“

An einem anderen Lagerfeuer saßen ein Säbelzahntiger und eine Füchsin zusammen und schauten in die Flammen.

„Meinst du, dass wir es überleben werden?“, fragte die Füchsin.

„Ja. Aber natürlich. Wir bleiben zusammen und ich werde auf dich aufpassen“, sagte der Säbelzahnkater.

Sie lächelten sich beide an.

„Wie heißt du überhaupt?“

„Mein Name ist Grey“, kam seine Antwort.

„Ich heiße übrigens Sinja.“

Er seufzte.

Sie kuschelte sich an ihn und schlief ein, während er sie streichelte.

Kira hatte genug gelesen und legte die Bücher beiseite. Sie trat vor das Zelt, sah sich um und ging zum Grüppchen der vier Tiger, welche immer noch in der Zettelwirtschaft herumwühlten.

„Ah, hallo“, merkte Stella auf.

„Ich habe für heute genug gelesen und denke, dass ich mit der Technik halbwegs klar komme“, sagte Kira.

„Das ist super. Hast du was herausgefunden?“

„Ja, das habe ich. Die Computer in der Grotte gehören zu einem Netzwerk, das bis zur Basis in den Urwald reicht. Wenn es klappt, kann man die ganze Urwaldbasis von hier aus kontrollieren und lahm legen. Es müssen Codierungen existieren, die es mir ermöglichen einen Zugriff auf die Basis hier und die andere Station zu bekommen.“

Cyron fing an zu grinsen. „Sie ist gut, sie ist sogar sehr gut!“

„Taaaataaaa!“, intonierte Tarja und reichte Kira die Kombinationen rüber.

Die nahm den Zettel, hielt den Kopf schief und jauchzte erfreut auf. „Genau das ist es was ich brauche.“ Sie steckte den Zettel ein, bedankte sich und ging in ihr Zelt zurück, dann löschte sie das Licht.

Ein Stück außerhalb des Lagers standen der Pegasushengst Ikarus und die Einhornstute Sandra beisammen und knabberten an ihrem Grünzeug. Sie waren sich auch näher gekommen und mittlerweile sehr gute Freunde geworden.

„Ob es heute Nacht ruhig bleibt?“, fragte Sandra und schnaubte leise.

„Ich denke schon, immerhin haben wir den ersten Angriff überstanden und so schnell dürfte kein neuer erfolgen.“

Sie wieherte leise und ging an ihm entlang, rieb ihren Kopf an seiner Schulter und stieß ihre Nüstern in seine Flanke. Er öffnete die Augen und schaute sie an. Sie hatte eine traumhafte Figur und ihr aufgerichteter Schweif wehte verlock-end. Er schob seine Nüstern unter ihren Schweif und stupste sie an.

Plötzlich schrie jemand: „Alarm! Wir werden angegriffen!“

Es kam Trubel in die Meute. Das Zelt, vor dem die beiden gestanden hatten, wurde geöffnet und Syrgon hechtete heraus.

Der Wolf sah sich um. „Mach später weiter Ikarus. Sonst schießen die, bevor du dazu kommst.“

Mehrere packten brennende Lagerfeuerscheite, hielten sie in die Luft um das Gelände besser zu beleuchten und zogen gleichzeitig ihre Strahler. Ikarus und auch die Tauren aktivierten ihre Laserkanonen und bekamen die nötigen Informationen auf ihre Monitore. Sandra wurde vom Pegasus in den Hintergrund gedrängt und er stellte sich schützend vor sie.

Sie schauten sich um.

„Messerdrohnen! Zwanzig Stück und sie kommen über die Felshänge“, schrie Ikarus.

Wenn noch jemand was sagen wollte, war es sinnlos. Es verstand eh keiner mehr, denn der Rest ging im Fauchen der Handlaser und Brummen der Lasergeschütze unter. Es mutete wie ein Gemetzel an. Man erkannte die Positionen der Drohnen lediglich an ihren verräterischen Ziellasern.

Aber das reichte vollkommen aus und eine nach der anderen torkelte vom Himmel, blieb am Boden liegen oder explodierte noch in der Luft. Nach nur drei Minuten war der Spuk vorbei. Die Laserwaffen hatten ihren zweiten Einsatz hinter sich gebracht und bestens bewährt, genauso wie ihre Träger.

Diesmal kehrte wesentlich schneller Ruhe ins Lager ein, als beim ersten An-griff. Sie schienen sich ziemlich gut mit dieser Gefahr abgefunden zu haben und waren nicht mehr so erschrocken oder kopflos.

Cyron schaute sich um. „Scheint ja alles in Ordnung zu sein.“

Er ging in sein Zelt und stolperte über ein Gerät, welches sie zwar mitgenommen hatten, aber dessen Funktion ihm nicht klar war. Er nahm es mit raus, um es Chiron zu zeigen. Beide schauten ziemlich dumm drein und wendeten das Ding hin und her und schüttelten letztendlich den Kopf.

„Keine Ahnung was das sein soll“, sagte Chiron.

Kira stand ganz in der Nähe und sah den beiden zu. Sie ging näher heran und bekam leuchtende Augen. „Ein aktives Laserradarband.“

Die beiden Tigerkater schauten sich fragend an und dann zur Luchsin.

Die riss das Gerät förmlich aus Cyrons Händen und ging einen Schritt zurück. „Ich weiß was das ist und auch wie es funktioniert. Ich habe es in den Büchern gelesen.“

Beide zuckten mit den Augenbrauen. Cyron sah Chiron an und meinte, dass er ja schon vorher sagte, dass sie was Besonderes wäre. Chiron hielt den Kopf schief und wartete auf das, was da jetzt kommen möge. Kira fackelte nicht lange. Sie nahm ihren Laser, aktivierte ihn und öffnete mit einer Kralle eine kleine Buchse an der Seite. Sie öffnete die Tasche, in der sich das Gerät befand und zog ein dünnes, aber sehr langes Kabel heraus. Die anderen AnChafren und QuChafren hatten bemerkt, dass sich etwas interessantes ereignete und umringten das Luchsmädchen.

Die ließ sich nicht beirren und machte weiter. Sie steckte den Stecker des Gerätekabels in die Buchse und holte ein kleines rundes und vollkommen un-scheinbares Ding aus der Tasche. Sie legte es auf den Erdboden und schlug mit ihrer Hand auf die Oberseite.

Plötzlich leuchtete das Gerät gelb auf, begann leise zu summen und erhob sich in die Luft. Das gelbe Licht in seinem Inneren war nicht gleichmäßig und schien sich zu drehen. Das Gerät stieg immer höher, über ihre Köpfe hinweg und stand dann still.

Kira schaute jedoch nicht besonders glücklich drein. „Ich brauche mehr Energie“, sagte sie an Cyron gewandt.

Der nickte kurz, verschwand und tauchte mit einer der Ladeeinheiten für die Handlaser auf. „Reicht das?“

Kira nickte begeistert. Sie aktivierte die Ladestation, nahm ihren Handlaser und hielt ihn direkt daneben. So schnell sie konnte zog sie den Stecker aus ihrem Laser und stöpselte ihn in das Ladegerät.

Das Laserradarband, wie die Luchsin es nannte, spuckte kurz, taumelte in der Luft und dann geschah es, worauf sie gewartet hatte. Über ihren Köpfen, in zehn Metern Höhe fächerte sich ein gelber Teppich auf.

Kira klatschte in die Hände. „Haben wir noch ein zweites?“

„Sekunde.“ Cyron verschwand wieder im Zelt und klapperte eine Zeit lang her-um, dann erschien er wieder und hatte zwei weitere von diesen Geräten dabei.

„Reicht das?“

Kira nahm sie ihm ab und aktivierte sie ebenfalls. „Jetzt können wir alle beruhigt schlafen gehen“, sagte sie abschließend.

„Was? Und wieso sollten wir das können?“, fragte einer der Stiere.

„Ganz einfach“, erklärte Kira, „Wenn irgendwas diese gelbe Fläche durchdringen sollte, wird es vom Radar erfasst und die eingebaute Lasereinheit zerstört das Ziel. Außerdem wird ein Alarm ausgelöst, für den Fall das doch etwas den Schild durchdringen sollte.“

Alle staunten und starrten weiterhin auf den gelben Schleier über ihnen.

„Moment, ich zeig es euch“, sagte sie, nahm einen Stein und warf ihn senkrecht in die Höhe.

Als er den Schleier erreichte, ertönte ein extrem lautes Heulen und fauchend nahmen die Laser ihre Arbeit auf. Der Stein war innerhalb von Sekunden pulverisiert und die kleinen Brocken fielen zu Boden.

Cyron war entzückt. „Okay, ich glaube wir minimieren die Wachen und be-grenzen sie auf Bodenziele, von oben dürfte unbemerkt nichts mehr zu uns durch dringen.“

Die Situation hatte sich zu ihren Gunsten entspannt, viele kehrten in ihre Zelte zurück, andere begaben sich wieder an ihre Lagerfeuer, legten neue Holzscheite auf, schliefen kurze Zeit später auch ein.