Kapitel 37

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 37

der Feind ist schon da

Während die Einen sich die Ansprachen der jeweiligen Präsidenten ansahen, um anschließend in wilde Diskussionen zu verfallen, saß Scott Adwardson am Funkgerät und verständigte die Außenstelle auf Kap Hoorn über den Fund und die Daten der Analysen.

Auf dem südafrikanischen Zipfel nahm man die Informationen mehr als skeptisch auf, wie auch anders, glaubte man ihm nicht sonderlich, denn die pure Existenz eines nicht irdischen Wesens, zu einer Zeit als die Dinosaurier mit ihrem Aussterben beschäftigt waren, war relativ unwahrscheinlich. Es sei denn...

Die Antwort sollten die vier Polarforscher in Kürze erhalten. Durch ihren Fund hatten sie eine nicht ansatzweise zu erahnende Kette in Gang gesetzt. Eine Kette die sich im ewigen kilometerdicken Eis des Südpols bildete und Tod und Vernichtung bringen sollte.

Der Inhalt des Probencontainers war zwar keine gelegte Falle, aber genauso gut hätte es eine sein können. Ein perfider Mechanismus, welcher genau auf diesen einen Moment gewartet hatte, war aktiviert worden.

Die Abtrünnigen hatten Vorsorge getroffen. An Bord des abgestürzten Teilstücks des Systemvernichters hatten genug deaktivierte Angriffsdrohnen den Aufprall überstanden, ähnliche, wie sie auf Sabeth quasi aus dem Nichts aufgetaucht waren. Aber damit nicht genug, während der größte Teil der abtrünnigen Antermerianer den Absturz nicht überlebte, verkohlt im Inneren des Wracks lag, wurden drei von ihnen beim Einschlag auf der Erdoberfläche hinausgeschleudert und starben dort. Später, mit der einsetzenden Vereisung, wurden ihre Leichen begraben und verschwanden damit aus dem Sichtfeld.

Eben jedem dieser, wurde schon in früher Zeit ein Chip implantiert. Eine Art Rückfallversicherung, die dafür sorgte, dass nach dem Tod und dem einsetzenden Zellverfall, kurz Verwesung genannt, der biochemische Prozess eine kleine, aber existierende Spannung erzeugt, welche ihrerseits den Chip aktiviert und dieser damit die Angriffsdrohnen. Diese sollten sich anschließend auf den Weg machen und den Toten auffinden und bergen, egal was auch passiert.

Unsere wagemutigen Eismenschen hatten ausgerechnet in einem Teil des Eispanzers gebohrt, in dem einer der Abtrünnigen lag. Und wie das Unglück begann, sollte es sich auch fortsetzen. Sie bohrten die tiefgefrorene Leiche an und nahmen im Probencontainer ausgerechnet den Teil des Körpers mit, in dem sich der Chip verbarg.

Den Rest kann sich jeder vorstellen. Sie nahmen den Container mit, der Inhalt taute auf, die Verwesung setzte sofort ein, der Chip wurde aktiviert und im Inneren des Wracks wurde etwas geweckt.

Noch wusste keiner davon, aber einige Kilometer von der Bohrstelle entfernt, glühte es im Untergrund, hörte man fauchende und schabende Geräusche, schmolz das Eis und wurde gleichzeitig weggeschaufelt.

Sechs Drohnen hatten den Aufprall vor Jahrmillionen überstanden und bahn-ten sich, auf Geheiß des Toten, ihren Weg an die Oberfläche, erreichten diese und machten sich unaufhaltsam auf den Weg. Geradewegs zum Sender hin, geradewegs auf die Polarstation zu.

Scott Adwardson erläuterte zum x-ten Mal was sie gefunden hatten und immer noch zweifelte man an seiner Aussage. Er wirkte sichtlich entnervt und wollte aufgeben, als er vor der Station ein lautes Poltern hörte.

Er ließ den Funkkanal offen, legte den Kopfhörer zur Seite und stand auf.

Was dann geschah weiß niemand konkret, man hörte es nur am anderen Ende der Leitung. Aber nachdem, muss es wohl so abgelaufen sein: Adwardson hörte das Poltern, stand auf, ging zur Schleusentür, zog sich seine Jacke über und öffnete die Außentür. Danach hörte man nur noch Schreie, Schüsse und das Abfeuern von Laserwaffen, anschließend brach der Funkkontakt ab und jeder Versuch die kleine Station zu erreichen schlug fehl.

Man informierte nach langen Stunden die zuständigen Einsatzleitungen und kam schließlich zur einhelligen Meinung, dass man einen Trupp losschicken sollte, um nachzusehen. Nach eben dieser Zeitspanne setzten sich mehrere Gleiter in Bewegung, welche nicht nur Material an Bord hatten. Es waren schwere Fluggeräte, die ganze Truppenverbände transportieren konnten. Und so kam es, dass direkt vor der Station fünf Gleiter landeten und zehn Forscher ausspuckten, drei Personen der Einsatzleitungen und fünfzig privat angeheuerte, schwer bewaffnete Soldaten. Schließlich war der Kontakt scheinbar gewaltsam beendet worden und wenn auch nur ansatzweise etwas an dem wirren Zeug, was Adwardson von sich gegeben hatte, stimmen sollte, dann war größte Vorsicht geboten.

„Ausschwärmen und Absichern“, befahl der Truppenführer und kreiste mit dem erhobenen Zeigefinger.

„Aye!“, kam kurz und knapp die Antwort.

Die Soldaten teilten sich auf, sicherten das Außengelände ab und zehn von ihnen drangen in die Station ein. Von der Außentür und der dahinterliegenden Schleuse war nicht mehr viel übrig. Die Wände hatten Einschusslöcher von Projektilen und vereinzelt waren die Brandspuren von abgefeuerten Laserwaffen an den Wänden.

„Corporal“, rief Leutnant Milton in den Zugangsraum hinein.

„Ja, Sir!?“

„Durchsuchen und Absichern! Denken sie dran, wir suchen nach vier Forschern und hoffentlich lebend.“

„Aye, Sir!“

Sechs Soldaten, vom Gefreiten bis zum Hauptgefreiten, drangen in die einzelnen Räume vor, durchsuchten jeden Zentimeter und fanden nichts. Es gab nicht die geringste Spur menschlichen Lebens.

„Sauber!“, war die Meldung, die nach und nach aus jedem Winkel der Station kam und verkündete, dass sich weder Freund noch Feind auffinden ließ.

„Gut! Das FBI soll rein kommen und die Spuren sichern“, gab Milton die Order.

„Verstanden! Ich gebe weiter, dass die Specialagents Mulder und Scully anfangen können.“

Milton sah den Hauptgefreiten an, als ob der ihm gerade einen unanständigen und vollkommen sinnfreien Witz erzählt hatte und schüttelte den Kopf. Wenige Augenblicke später traten vier Mitarbeiter der Bundespolizei ein und begaben sich ins Labor.

Während drei sich mit Schwarzlichtlampen umsahen und den Boden ableuchteten, an den Wänden noch mehr Belege des Gemetzels fanden, begab sich der vierte zu den Analysegeräten, schaute auf die Monitore, zog einen Daten-stick aus der Tasche, drehte sich zu den Anwesenden um, sah, dass er nicht beobachtet wurde und kopierte eifrig die vorhandenen Daten.

Im Anschluss daran zog er aus einer anderen Tasche einen weiteren Daten-stick, steckte diesen in den passenden Anschluss und gab einen kurzen Befehl in die Rechner ein. Was nur er wusste war, dass dieser Datenstick einen Virus enthielt, der alle Beweise vernichten sollte.

„Milton!“, rief eben jener über seine Schulter hinweg.

„Ja, Sir.“

„Hatte ich ihnen nicht gesagt, dass ihre Männer hier nichts, aber auch wirklich nichts anzufassen haben?“

„Ja. Das hatten sie gesagt und ich habe auch darauf geachtet, dass sich alle daran halten.“

„Dann frage ich mich warum ich keine Daten von den Rechnern mehr erhalte und jedweder Inhalt nur noch Schrott ist?“

„Das kann nicht sein. Ich halte mein Hand ins Feuer für meine Jungs.“

„Dann haben sie sich aber gerade mächtig verbrannt. Verdammt nochmal, die Daten waren vielleicht lebenswichtig und jetzt... sehen sie selbst.“

Der Leutnant schaute zweifelnd auf die Monitore, welche wirres Zeug anzeigten und zuckte mit den Schultern. „Entschuldigen sie, Sir. Aber damit kann ich nichts anfangen.“

„Schön für sie. Ich auch nicht. Nicht mehr! Sie haben mich enttäuscht. Nehmen sie ihre Männer und verlassen sie das Gebäude. Sichern sie lieber draußen weiter ab und gehen sie mir aus dem Weg, ihre Leute haben genug Schaden angerichtet.“

Milton knirschte mit den Zähnen, aber kam dem Ansinnen des FBI-Mitarbeiters nach.

„Alles klar“, verkündete der, nachdem die Soldaten abgezogen waren. „Ich habe die Daten und der Rest ist Geschichte.“

„Der arme Milton.“

„Was soll´s. Ein Bauernopfer gibt es immer.“

„Tja ja und der Trick mit dem FBI klappt auch immer wieder.“

„Man muss den Leuten nur genug Zeit geben den falschen Eindruck zu bekommen und wer kennt schon offiziell Mitarbeiter des CIA?“

„Keiner.“

„Eben. Er wird es überleben. Packt zusammen. Wir haben was wir wollten. Jetzt heißt es abziehen, abwarten und der Gegenseite den nächsten Schritt überlas-sen.“

„Meinst du, dass die mit der Parole: „Wir kommen in Frieden“, landen werden?“

„Da bin ich mir absolut sicher und meine Kristallkugel hat mich noch nie im Stich gelassen. Also, weg hier.“

Keine zehn Minuten später war die Station verlassen, die Gleiter auf dem Weg aus der Eiswüste heraus, die vier CIA-Agenten zufrieden und Leutnant Milton zerknirscht und schweigsam. Aber es brodelte in ihm, denn ganz blöd war er nicht und diese vier FBI-Agenten ihm zu sortiert im Auftreten.

Er saß neben seinem Corporal und fing an mit ihm zu tuscheln. „Glaubst du an das Märchen, dass wir an dem Rechner waren?“

„Ganz ehrlich? Die Sache stinkt mir gewaltig. Wenn die vom FBI sind, dann fresse ich einen Besen.“

„Eben. Die suchen einen Dummen und haben garantiert alles was die wollten.“

„Ja. Die haben nicht mal nach den Leichen suchen lassen. Wollten plötzlich ganz schnell weg.“

„Ich habe da eine Idee. Wir sollten die vier mal in den Schwitzkasten nehmen und herausfinden, was hier wirklich gespielt wird.“

„Bist du verrückt geworden? Leg dich bloß nicht mit denen an.“

„Warum anlegen? Es kann doch was passiert sein auf dem Rückflug und ich sitze nicht gerne mit dem Feind in den eigenen Reihen in einem Boot.“

„Stimmt auch wieder. Aber, was hast du vor?“

„Rede mal mit den anderen. Wenn wir einen Streit untereinander vom Zaun brechen könnten und die sich einmischen, dann fällt es nicht auf, wenn die unter den Hammer kommen.“

„Gute Idee. Ich schaue mal nach genügend Streitthemen.“ Der Corporal stand auf und ging zu einem seiner Soldaten, sah ihn auffordernd an und baute sich vor ihm auf. „So. Wer war der Verrückte, der sich an den Computern in der Basis zu schaffen gemacht hat? Waren sie es?“

Der Angesprochene fühlte sich unwohl und stand seinerseits ebenfalls auf. „Was soll ich gemacht haben? Ich war nicht mal in der Nähe der Rechner.“

„Ach so? Da habe ich aber ganz was anderes in Erinnerung!“

„Dann sollten sie mal dringend zum Optiker. Ihre Augen sind scheinbar nicht mehr die besten.“

Das nahm sein Vorgesetzter zum Anlass, ihm eine Lektion zu erteilen. Er packte ihn am Schlafittchen und schüttelte ihn leicht. „Was war das gerade?“

Die anderen Soldaten beobachteten bis dahin nur die Szene, fühlten sich jetzt jedoch bemüßigt einzugreifen und den Streit zu schlichten.

Miltons Plan ging auf, der Streit ging in die zweite Runde und alle machten mit. Alle, bis auf die vermeintlichen FBI-Agenten, denn die hielten sich noch raus. Noch! Aber der Leutnant wollte genau das ja nicht, er wollte, dass die vier sich einmischen.

Also ging er zu ihnen, stellte sich vor einen der weiblichen Agenten und schaute auf diese herab. „Wollen sie nicht auch was dazu sagen? Immerhin sind es ihre verdammten Computerdaten, die verloren gingen.“

Die Agentin schaute auf und dem Leutnant ins Gesicht. „Wenn sie ihre Truppe nicht im Griff haben, dann ist das nicht unser Problem. Sorgen sie gefälligst für Ruhe.“

Derweil eskalierte im Hintergrund der Streit immer weiter und drei Soldaten schritten ein, um die beiden Kampfhähne voneinander zu trennen. Es entstand rasch ein kleineres Handgemenge in dessen Zuge der Corporal plötzlich seine Waffe aus dem Holster zog und augenscheinlich blind feuerte.

Der Anschein trog jedoch, denn er schoss schon sehr zielgerichtet und das in Richtung der Agenten. Diese fühlten sich jetzt ihrerseits bedroht und gezwungen Maßnahmen zu ergreifen.

So sprangen alle vier auf und stürzten sich in das Getümmel, versuchten dem Corporal die Waffe zu entwinden bevor noch ein Unglück geschieht. Zufrieden schaute Milton dem bunten Treiben zu und verschränkte die Arme.

Das Handgemenge artete für seinen Geschmack aber immer mehr aus und nahm im Laufe der folgenden Minuten eine Form an, die ihm dann doch nicht gefiel. So griff er ein, zog seine Waffe und schoss einem der Agenten ins linke Bein. Der schrie getroffen auf und ging zu Boden. Schlagartig ward Stille, keiner rührte sich mehr, bis auf den am Boden liegenden und sich vor Schmerz windenden.

„Na also. Geht doch. Pakt die vier Agenten mal in Watte und schnallt sie in einer Ecke gut fest.“

Die Soldaten standen erst irritiert herum, schienen aber dann zu begreifen was das Ganze zu bedeuten hatte und schickten sich an, den Befehl auszuführen.

Weiter kamen sie aber nicht. Der Pulk bestehend aus drei Gleitern flog bis zu diesem Zeitpunkt noch unbehelligt über die vereiste Oberfläche der Antarktis. Bis jetzt und das änderte sich ohne Ankündigung, als plötzlich einer der Gleiter von etwas unbekanntem getroffen wurde und sich regelrecht gevierteilt zerlegte. Im Anschluss, war jedes der frisch entstandenen Einzelteile der Meinung, sich schnellstens von den anderen zu verabschieden und dringend eine andere Flugrichtung einnehmen zu müssen, um dann fernab zu explodieren und zu Boden zu fallen.

Die Insassen der anderen Gleiter registrierten dies mit Schrecken und vergaßen schlagartig jeden Streit.

„Verdammt, was war das?“, schrie Milton in Richtung des Piloten.

„Keine Ahnung, Sir! Aber wir werden angegriffen.“

„Angegriffen? Von was und von wo?“

„Keine Peilung“, kam die Antwort und der neben ihnen fliegende Gleiter teilte von einer Sekunde zur anderen das Schicksal des zuvor abgestürzten.

„So ein verdammter Scheiß. Abdrehen! Sofort! Lass dir was...“, weiter kam er nicht. Ein schriller Ton erfüllte den Passagierraum, danach sah man einen haar-feinen Riss im Boden und Milton spuckte Blut.

Fassungslos standen die Soldaten, der Corporal und die Agenten in nächster Nähe. Der zuvor angeschossene Agent schrie auf und verstummte wieder.

Die Blicke wechselten zwischen dem am Boden liegenden Agenten und Milton hin und her und egal wo sie hinsahen, es war ein Albtraum. Während der Agent sein Leben durch Querteilung verloren hatte und sich seine obere und untere Körperhälfte, bedingt durch das Rütteln des Gleiters, merklich voneinander entfernten, schickte sich der Leutnant an mittig auseinander zu klappen, sich buchstäblich für seine Mannschaft zu teilen.

Diese finstere Szenerie hielt jedoch nur einen Augenblick an, dann wurde die schwere Maschine erneut getroffen und explodierte noch im Flug.