Kapitel 18
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Kapitel 18
Nebenwirkungen
Die drei echten Kampfroboter nahmen Verbindung mit dem Zentralcomputer der Station auf und gaben die Daten weiter. Der Computer reagierte darauf argwöhnisch, da er keinen Kontakt zu den vier bereits erwähnten Einheiten bekam.
„Der Zutritt ist verweigert. Geben sie ihre Daten über das Netzwerk beim Zentralrechner ein“, schnarrte einer der Roboter.
Der Trick schien nicht aufzugehen. Erst standen die vier da, nahmen über die internen Transponder Kontakt zueinander auf und sie berieten die weitere Vorgehensweise. Die anderen drei wurden nicht ungeduldig. Immerhin waren die Einheiten schon sehr lange in Betrieb und Verbindungsschwierigkeiten mit dem Zentralrechner nichts Ungewöhnliches. Also standen alle nur da und warteten auf die weiteren Geschehnisse. Nur die vier Abtrünnigen unterhielten sich sehr rege. Am Ende des Gesprächs waren sie sich einig.
Sie drehten sich um und entfernten sich ein paar Schritte vom Zugangsbereich. Auch das war nichts Ungewöhnliches. Es gab Stellen im Wald, an denen die Funkverbindung einfach nicht möglich war und dann wurde es an anderer Stelle erneut versucht. Es blieb weiterhin still und man hörte das Rauschen der Blätter.
Plötzlich rief die Einheit Nummer elf in den Wald hinein. Jetzt war es offen-sichtlich, dass etwas nicht stimmen konnte. In die Dreiergruppe Kampfeinheiten kam hektische Bewegung. Das stank ihnen und sah verdammt nach Verrat aus.
Sie eröffneten das Feuer und trafen zunächst nur die Panzerung. Unsere Vierergruppe wich den Geschossen aus so gut es ging, rannte quer durch den Wald, aber immer am Zaun entlang, hinter dem sich der innere Bereich befand. Sie drehten sich dabei so, dass sie immer eine gute Schussposition hatten. Kampfeinheit Nummer fünf gelang es schließlich und sie eröffnete das Feuer. Ihre Maschinenkanonen spien unzählige Geschosse aus, trafen den Zielbereich und vernichteten den ersten Gegner.
Der Zentralcomputer der Basis registrierte die Unregelmäßigkeit, wertete die übermittelten Daten der drei Kampfeinheiten aus, stellte fest, dass es ihm nicht möglich war die anderen vier Einheiten zu erreichen und traf eine Entscheidung. Er schickte die Messerdrohnen in die Richtung, in die Kampfeinheit Nummer elf vor wenigen Augenblicken gerufen hatte.
Unsere Freunde hörten den Ruf und sprangen auf. Es wurde ernst. Sie sprangen auf die Schneise und brachen durchs Unterholz. Sie versuchten soweit in Deckung zu bleiben wie es ging und es ihren Vormarsch nicht behinderte.
Sie kamen etwa sechshundert Meter weit, da schrie der erste: „Messerdrohnen!“
Sie warfen sich zeitgleich zu Boden und schauten in die Luft. Zwischen den Bäumen schossen unzählige Drohnen hindurch und näherten sich. Die Tauren eröffneten als erste das Feuer und holten auf Anhieb zwei der Maschinen her-unter. Eine Dritte wurde durch Sandra zerstört.
Leider traf sie auch verschiedene Bäume und Äste. Holzsplitter flogen umher und regneten auf die Chafren herab.
„Verdammter Mist!“, schrie Chiron, „Passt auf herunterfallende Gegenstände auf.“
Immer mehr Drohnen surrten zwischen den Bäumen herum. Ihre Anzahl war unüberschaubar.
Plötzlich schrie jemand auf. Crown war getroffen worden. Ein Ast hatte sich durch seine rechte Schulter gebohrt. Sofort waren zwei andere zur Stelle und gaben ihm Deckung. Ein weiterer Chafre stürzte zu Boden, es war Torus. Er hatte sich aus seiner Deckung gelöst um eine bessere Schussposition zu erhalten. Eine Drohne war von hinten auf ihn zugeflogen, wurde aber glücklicherweise entdeckt und abgeschossen. Die Messer standen schon still und sie stürzte unkontrolliert zu Boden, als sie ihn traf. Zwei der Messer steckten in seinem Rücken. Ein anderer Stier rannte zu ihm, stellte fest, dass er noch lebte, zog die Messer heraus und versorgte provisorisch die Wunden.
Die Kampfeinheiten waren vollkommen damit beschäftigt die zwei verbliebenen echten Kampfroboter auszubooten. Es gelang ihnen nur schwerlich und sie steckten immer wieder heftige Treffer ein. Die Vierergruppe löste sich schließlich auf und griff einzeln an. Damit waren die beiden verbliebenen Roboter überfordert und kassierten in wenigen Sekunden einen schweren Treffer nach dem anderen. Einer von beiden explodierte wegen Überlastung der Energiekupplung zwischen Kernzelle und Waffensteuerung, der andere lag hilflos auf der Seite, weil ihm ein Bein abhanden gekommen war.
Diesen Verlust registrierte der Verteidigungsrechner und aktivierte die innere Verteidigung. Die schweren Maschinenkanonen auf dem Dach der Station griffen in das Geschehen ein und spuckten tödliche Geschosssalven in den Wald. Hart wie Hammerschläge trafen sie die Kampfeinheiten.
Das war der Moment für die Drachen. Sie griffen an. Eben noch war die Luft über der Station frei von allem, so verdunkelte sich der Himmel plötzlich unter den gewaltigen Schatten von elf Drachen. Die Maschinenkanonen waren damit beschäftigt die Kampfeinheiten zu bearbeiten und wurden von dem Luftangriff überrascht.
Die Salven der Kanonen brachten eine der vier verbündeten Kampfeinheiten zu Fall und amputierten ihr das rechte Bein. Sie lag hilflos da und der Beschuss hörte einfach nicht auf.
Die Drachen kreisten über der Basis, orientierten sich und stürzten hinab. Der erste fuhr die riesigen Klauen aus, erwischte eine der Kanonen und riss sie aus der Verankerung. Ein zweiter Drache tat es ihm gleich und zerstörte auf diese Art die nächste Kanone, welche in Richtung der Truppe feuerte. Ein dritter Drache stürzte hinab, wurde aber von einer plötzlich auf das Dach tretenden Kampfeinheit überrascht und unter Beschuss genommen. Er versuchte abzudrehen, aber es war zu spät.
Mehrere Geschosse trafen ihn schwer am Hals. Blut lief in Strömen aus mehreren Wunden. Die Halsschlagader war getroffen und dem Tier schwanden die Sinne. In einem letzten Aufbäumen richtete er seine Flugbahn so ein, dass er die Kampfeinheit treffen würde. Noch im Flug, kurz vor dem Aufschlagen auf dem Dach, starb er an seinen Verletzungen. Aber er hatte es geschafft. Die Kampfeinheit wurde unter seinem schweren Körper begraben und mit dem Schwanz schlug er die letzte der drei Maschinenkanonen vom Dach.
Die anderen Drachen zogen sich zurück.
Die noch bewegungsfähigen Kampfeinheiten liefen zurück in den Wald und eröffneten das Feuer auf die Drohnen. Ihre Waffen waren sehr effektiv, außer-dem kam noch dazu, dass sie präziser und schneller zielen konnten als ihre lebenden Mitstreiter. Eine Drohne nach der anderen verschwand vom Himmel. Die noch verbliebenen acht Drohnen versuchten die Verluste zu kompensieren, was ihnen aber nicht gelang und ihr Flug schien ins Chaos abzugleiten.
Eine versuchte den direkten Weg zwischen den Bäumen hindurch zu nehmen. Das gelang ihr anfangs auch, allerdings kreuzte eine andere Drohne ihre Flugbahn. Sie musste ausweichen und durchschlug den Stamm eines Baumes. Ächzend und unter lautem Krachen gab der nach, neigte sich zur Seite, fiel und er-fasste eine dritte Drohne. Beide stürzten gemeinsam und der Baum zerschmetterte sie, als er auf dem Boden auftraf. Die restlichen sieben Drohnen ließen sich schon etwas besser im Auge behalten.
Sandra feuerte zum unzähligsten Male und zerstörte eine weitere Drohne. Ikarus schoss ebenfalls eine nach der anderen ab und am Ende hatten sie es geschafft. Das Surren war verstummt und die Messerdrohnen zerstört.
Die Verletzten wurden geborgen und von einigen AnChafren ins Lager gebracht. Sie sollten dort bleiben und die Verwundeten versorgen. Glücklicher-weise waren es nur zwei. Die Anderen gingen weiter in Richtung der Basis und erreichten sie nach mehreren Minuten. Es war totenstill und das beunruhigte die meisten.
„Das sieht verdammt nach einer Falle aus“, sagte Grey.
„Da magst du Recht haben, aber das finden wir nur heraus, wenn wir reingehen“, entgegnete Syrgon.
Kira fand indessen die beschädigte Kampfeinheit Nummer zwanzig und packte ihre Werkzeuge aus. Mehr schlecht als recht schaffte sie es das abgetrennte Bein wieder zu montieren und der Roboter stellte sich selbsttätig wieder auf die Beine.
„Ich danke dir“, sagte dieser plötzlich.
Kira nickte ihm nur zu und ging auf den Eingang zum inneren Bereich zu, die anderen waren schon angekommen.
„Wie kommen wir da jetzt rein?“, fragte Tarja.
„Keine Ahnung, aber es handelt sich doch nur um einen simplen Zaun. Da kann man doch hervorragend drüber klettern“, sagte Bargon.
Einheit Nummer elf bemerkte was der Wolf vor hatte und rief dazwischen.
Der Wolf hielt inne und drehte sich um. „Was ist los? Warum habt ihr den Zaun nicht zerstört?“
Der Kampfroboter antwortete ohne zu zögern. „Weil der Zaun von einem elektromagnetischen Feld geschützt wird. Wenn sich jemand auf weniger als zwei Meter nähert, dann wird er gegrillt. Selbst für uns ist der Zutritt durch den Zaun hindurch nicht möglich.
Und Geschosse und auch Laserstrahlen werden abgelenkt. Die einzige Möglichkeit hineinzukommen ist durch das Tor und das besteht aus Panzerstahl. Aber ich habe da eine Idee.“
Seine Roboterfreunde unterhielten sich kurz über stumme Transpondersigna-le, danach war der Plan perfekt. Einheit Nummer zwanzig war getroffen und musste dringend in die Wartung, er war der perfekte Lockvogel. Er schaltete seine Netzwerkkennung zu und setzte sich mit dem Zentralcomputer in Verbindung.
Er simulierte, dass er Einheit Nummer zwei wäre, welche zerstört hinter dem Tor lag und bat um Reparaturarbeiten. Auf die Frage hin was geschehen wäre log er und gab vor, dass es sich um einen Hinterhalt gehandelt hätte und die abtrünnigen Kampfeinheiten zerstört wären. Der Computer verifizierte die Da-ten mit seinen eigenen Feststellungen und sie ergaben einen logischen Sinn.
Unter einem Quietschen und Stöhnen öffnete sich das Tor. Der Weg war frei.
Die Truppe trat ein, verteilte sich schnell auf dem Gelände und drückte sich gegen die Wände des Gebäudes. Soweit so gut.
Die Kampfeinheiten betraten das Gelände und hinter ihnen schloss sich, wie von Geisterhand, das Tor. Sie saßen in der Falle. Egal was jetzt passieren würde, sie konnten nicht mehr entkommen. Ein weiteres Tor, mit der Aufschrift Han-gar, glitt auf und alle starrten gebannt in die fragliche Richtung. Sie legten mit den Waffen an und waren feuerbereit. Aber es geschah nichts.
Das Tor zum Wartungshangar hatte sich geöffnet und damit einen Weg ins Innere des Gebäudekomplexes freigegeben. Sie rannten hinein und erstarrten in ihrer Bewegung. Da standen sieben Kampfeinheiten und zielten auf sie.
„Rückzug auf den Vorplatz“, schrie Tarja.
Die Chafren in der ersten Reihe wollten aus der Schusslinie flüchten, drehten sich um und stießen mit den dahinter stehenden zusammen. Es gab ein heil- und kopfloses Durcheinander. Schließlich schafften sie es doch, den Vorplatz zu erreichen und kein einziger Schuss war gefallen. Sie flüchteten hinter das Gebäude und versuchten erst mal ihre Gedanken zu sortieren.
„Verdammt noch mal, was sollte das?“, fragte Grey. Er hatte in der hinteren Reihe gestanden und fast überhaupt nichts mitbekommen.
„Im Wartungshangar stehen sieben Einheiten und die haben zweifelsohne auf uns gezielt“, antwortete Tarja.
Plötzlich kam eine Kampfeinheit um das Gebäude herum und stellte sich vor die Truppe. „Ihr könnt den Hangar gefahrlos betreten. Ich habe mit den Einheiten eine Verbindung hergestellt. Sie sind wegen Reparaturarbeiten abgestellt und inaktiv. Es kann also nichts passieren.“
Ein aufatmen ging durch die Reihen.
Sinja fing an zu schluchzen und weinte: „Wir werden hier alle sterben. Wir haben uns zu viel zugemutet.“
Grey der neben ihr stand, nahm sie in die Arme und tröstete sie. „Nein, nein. He, Liebes. Wir kommen hier alle wieder raus und werden noch unseren Welpen davon erzählen.“
Sie schien sich wieder zu fangen, krallte sich in sein Fell, schaute ihm in die Augen und küsste ihn voller Inbrunst.
„Eh, das ist ja sehr schön, aber gerade nicht der richtige Zeitpunkt dafür“, sagte Sirius, der direkt daneben stand.
Die beiden streichelten sich noch kurz und ließen dann voneinander ab.
„Okay, Leute. Trauen wir der Einheit und starten den zweiten Versuch“, sagte Tarja aufmunternd.
Sie rannten bis zum offenen Tor, sahen sich um und drangen ein. Im Hangar standen die sieben Einheiten, aber wie versichert blieben die vollkommen reg-los.
„Ich entschärfe die Einheiten und deaktiviere die Netzwerkmodule“, sagte Kira.
Pedro half ihr dabei und nach zwei Stunden war es vollbracht. Diese Einheiten würden ihnen nicht mehr gefährlich werden.
Alle hatten Kira in Aktion erlebt und mit angesehen wie sie sieben weitere Kampfeinheiten reprogrammierte und anschließend aktivierte.
Sie nahmen ihre Funktionen auf, prüften ihre Systeme und eine blecherne Stimme ertönte: „Kampfeinheiten Nummer dreizehn, vierzehn, fünfzehn, sechzehn, siebzehn, neunzehn und eins stehen zur Verfügung.“
Cyron überlegte, nahm die Unterlagen zur Hand und überprüfte die aufgezeichneten Daten. „Also, wenn man den Aufzeichnungen glauben schenken darf, haben wir es jetzt noch mit zehn Messerdrohnen und sechzehn Kampfeinheiten zu tun, wenn wir unsere vier, die sieben weiteren hier und die drei vor dem Gebäude liegenden abziehen.“
„Nicht ganz“, ergänzte Kampfeinheit Nummer elf mit Kiras Stimme. „Es sind noch fünfzehn Einheiten. Eine liegt zerstört auf dem Dach.“
„Das ist noch besser“, entgegnete Grey.
„Nicht ganz. Sie liegt zerstört unter einem der Drachen, den sie abgeschossen hatte.“
Ihnen wurde nach und nach bewusst was der Roboter eben gesagt hatte.
„Du meinst, wir haben einen unserer Freunde verloren?“
„Ja.“
Das traf alle hart. Es war der erste direkte Verlust in diesem Kampf, bisher waren es nur Verletzte. Das Gesicht der ganzen Aktion veränderte sich dadurch und zeigte nur noch stärker, dass sie höllisch aufpassen mussten und dass es um alles oder nichts ging.
„Gut. Machen wir weiter. Es wäre auch im Sinne unseres toten Freundes.“
Alle nickten zustimmend, trotzdem wurde ihnen gezeigt, dass sie nicht unverwundbar waren.
„Als nächstes werde ich noch mal aktiv werden“, sagte Kira feierlich und zauberte aus ihrer Werkzeugtasche vier kleine elektronische Geräte.
Alle schauten sie an und auf die Bauteile.
„Das sind kleine Funkgeräte. Ich habe sie auf unsere Frequenz eingestellt und baue sie jetzt unseren Einheiten ein. Dadurch haben wir mit ihnen immer Kontakt und wissen was sie tun. Natürlich wissen sie auch was wir tun, aber damit müssen wir leben.“
Sie machte sich ans Werk. Lötete hier herum und schraubte dort herum und war nach einer weiteren halben Stunde fertig. Sie schloss die Wartungsklappen und rutschte vom Rücken ihres säbelzähnigen, vierpfotigen Plüschfreundes.
Cyron grinste und schüttelte den Kopf. „Dann lasst uns mal starten. Ich schlage vor, dass wir sieben Kampfeinheiten durch das Gebäude schicken. Die kennen sich hier aus und können schon mal das Gröbste wegräumen. Die defekte Einheit zwanzig bleibt hier und kann notfalls den Hangar absichern, ebenso wie Nummer eins, fünf und zwölf.“
Das war die Idee schlechthin und stieß auf Begeisterung.
„Setzt euch erstmal hin und macht es euch bequem, dass wird jetzt eine Weile dauern“, sagte Chiron und schaute sich um.
Er entdeckte eine kleine Tür am Rande des Hangars und ging darauf zu. Er öffnete sie und trat in einen Raum an dessen Wänden große Monitore ange-bracht waren. Er erkannte, dass es sich um einen Überwachungsraum handeln musste, ähnlich dem der anderen Basis, nur dass es hier lediglich Monitore gab und kein Hologramm.
Er stellte sich in die Tür und rief nach Kira. Die kam auch prompt angelaufen und brachte im Schlepptau Cyron, Tarja und Stella mit. Die Tiger waren einfach zu neugierig.
Einige von der Truppe lehnten sich derweil an die vorhandenen Träger und Maschinenteile des Hangars und schalteten ihre Funkgeräte ein. So konnten sie direkt das Geschehen verfolgen.
Die Tiger und die Luchsin standen im Monitorraum und schauten sich um.
Kira ergriff die Initiative und schaltete die Monitore ein. „Ah, das ist super. Da bin ich ja wieder voll in meinem Element“, sagte sie, nahm sich einen Stuhl, lächelte die anderen frech an und versank in den Anzeigen und Darstellungen.
Kurze Zeit später stand sie auf und begann zu erklären. „Also, die Monitore auf der rechten Seite zeigen die Ebenen minus eins bis minus fünf, die auf der linken Seite die Ebenen darunter bis minus zehn. Auf dem Monitor hinten rechts in der Ecke, sieht man den Aufzug zum Panzerraum, in welchem der Mech steht. Der Monitor darunter zeigt die entsprechende Zugangstür auf Ebene minus vierzig.“
„Faszinierend“, entfuhr es Tarja, „Du meinst also, wir können die Kampfeinheiten von hier aus auf jedem ihrer Schritte begleiten?“
Kira nickte: „Ja, das können wir und das tun wir auch.“
Mittlerweile war Ruhe im Hangar eingezogen. Einige AnChafren hatten sich hingelegt und waren prompt eingeschlafen, andere unterhielten sich und arbeiteten das Erlebte auf. Grey und Sinja hatten sich in eine Ecke verdrückt und kuschelten miteinander, ebenso hatten sich Ikarus und Sandra ein stilles Plätzchen gesucht. In einer anderen Ecke des Hangars saßen zwei Wolfsrüden, streichelten sich verstohlen und waren sehr darauf bedacht ihre Zuneigung zueinander geheim zu halten.
Die Tiger schauten Kira bei ihrer Arbeit zu und starrten interessiert auf die Monitore. Auf vielen waren Kampfeinheiten zu sehen die durch die ausladen-den Gänge patrouillierten und hin und wieder schwebte eine Drohne durchs Bild.
„Das sieht verdammt böse aus“, sagte Chiron, „Die Dinger sind einfach überall.“
„Abwarten“, sagte Kira, „unsere Kampfeinheiten fangen erst an.“
Sie sahen wie die sieben Roboter in den ersten Gang einbogen und auf den ersten Gegner trafen.
<„Hier Einheit elf. Wir eröffnen den Angriff.“>
Vom Hangar her hörte man jemanden sagen, dass es los ginge und dass man den Robotern die Daumen drücken soll.
„Okay, Blechkameraden. Zeigt denen wo der Hammer hängt“, flüsterte Kira.
Das erste Zusammentreffen war schnell beendet. Schon nach wenigen Sekunden lagen die ersten beiden feindlichen Einheiten am Boden und fünf Drohnen waren vom Bild verschwunden.
„Das nenne ich mal einen super Einstand“, rief Tarja fröhlich und klatschte begeistert in die Hände.
<„Hier Einheit elf. Alle Einheiten im nominellen Bereich. Zwei Kampfeinheiten und fünf Drohnen eliminiert. Setzen Einsatz fort.“>
Das war eine gute Nachricht.
Cyron fing an eine Strichliste zu machen. „Wir haben nur noch fünf Drohnen, aber dafür noch dreizehn Roboter an der Backe. Wenn jetzt nichts schief geht und jede unserer Einheiten nur eine feindliche platt macht, dann haben wir es mit sechs Einheiten zu tun und das ist zu schaffen.“
Die umprogrammierten Roboter gingen weiter, betraten den nächsten Gang und schossen eine Drohne ab.
„Treffer“, schrie Cyron auf, „Ja, gut so. das wird was werden. Nur noch vier von diesen Schwirrteilen.“
Chiron schaute seinen Schwiegervater schief an. „Dir scheint das ja richtig Spaß zu machen.“
„Nicht unbedingt, aber mit jeder Maschine die vernichtet wird, steigt unsere Chance unbeschadet aus der Sache herauszukommen“, kam dessen Antwort.
Das sah Chiron ein und schloss kurz die Augen.
Im Hangar wurden die gemachten Angaben auch aufmerksam verfolgt und bereiteten den Anwesenden große Freude.
„Siehst du. Ich habe dir doch gesagt, dass alles gut wird“, sagte Grey an Sinja gewandt und küsste sie zärtlich auf die Stirn.
Sie kuschelte sich in sein Fell und schloss die Augen.
Syrgon stand auf, sah sich um und merkte das zwei Wölfe fehlten. Er machte sich auf die Suche, denn er wollte ihnen die frohe Botschaft verkünden. Er sah sich intensiv um und ging langsam durch den Hangar. Nichts. Die beiden waren verschwunden. Er suchte weiter und nahm hinter einem Vorsprung eine Bewegung war. Neugierig schlich er sich an und starrte um die Ecke.
Die Streicheleinheiten die Wotan Sirius zuteil werden ließ, blieben nicht ohne Folgen und endeten damit, dass Sirius seinen Partner bestieg.
Genau in diesem Moment kam Syrgon dazwischen und erwischte die beiden in flagranti.
„Eh, ihr Beiden. Wenn ihr denkt, dass eure sexuelle Zuneigung geheim ist, dann habt ihr euch getäuscht. Das ist schon lange bekannt und wenn ihr damit fertig seid“, er deutete bei beiden unter die Gürtellinie, „dann kommt gefälligst wie-der vor und zu den anderen. Es gibt Neuigkeiten.“
Den beiden Rüden war der Auftritt mehr als peinlich, aber da es eh kein Geheimnis mehr war, konnten sie auch sehr gut weitermachen.
Nach fünf Minuten kamen sie aus ihrer Ecke hervor.
Die Gesichter der anderen sprachen Bände. Von dem einen oder anderen wurde ihnen ein Kuss zugeworfen.
Syrgon bemerkte das und ging dazwischen. „Wenn ihr mit eurem Getue fertig seid, dann sagt Bescheid. Ich habe nämlich die Schnauze voll von eurem dämlichen Herumgewichse. Bloß weil ihr zu blöd seid einen Partner oder eine Partnerin zu finden, heißt das noch lange nicht, dass das andere nicht dürfen.“
Die Angesprochenen senkten die Blicke und nickten. Syrgons Zurechtweisung hatte tief getroffen und saß.