Kapitel 17
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Kapitel 17
Einheit 11
Die Sonne schickte sich an, sich über das am Horizont liegende Gebirge zu erheben und ihre wärmenden Strahlen auszuschicken.
Unsere wackeren Krieger pellten sich nur mühsam aus den Betten. Die Aufregungen und der Stress der letzten Tage hatten ihre Spuren hinterlassen. Das war im bevorstehenden Kampf gegen Maschinen ein Handicap, denn Maschinen schliefen nie und zeigten auch keine Ermüdungserscheinungen.
So versammelten sich alle auf dem Dorfplatz und grummelten leise vor sich hin oder standen einfach nur in Gedanken versunken herum. Einige Dorfbewohner waren auf den Beinen und brachten Lebensmittel, teils zum sofortigen Verzehr, teils als Proviant.
Shiva hatte in ihrem Wirtshaus, ebenso wie Kira draußen, eine lange Nacht hinter sich gebracht. Sie hatte vor Monaten heimlich damit begonnen im Hinterhof ihrer Schänke eine Pflanze anzubauen. In alten Schriften, welche sie bei Hargot gefunden hatte, wurde sie beschrieben. Sie hatte den Ozelot danach gefragt, der schaute sie schief an, verschwand und erschien mit einer Tüte voller Samen.
„Hier“, hatte er gesagt, „das dürfte für den Start reichen. Du musst sie säen und gut pflegen.“
Letzte Nacht war es endlich soweit und die ganzen Mühen hatten sich gelohnt. Sie hatte mehrere Stunden damit zugebracht die Früchte der Pflanzen zu ernten, hatte diese dann wiederum stundenlang über offenem Feuer geröstet, anschließend zerkleinert, gemahlen und am Ende ein angenehm duftendes bräunliches Pulver erhalten. Sie las in den alten Schriften was weiterhin zu tun wäre, bereitete heißes Wasser und übergoss das Pulver mit dem siedenden Nass. Zu guter letzt filterte sie noch die groben Bestandteile und Pulverreste aus dem Getränk und freute sich. Sie probierte es und fand, dass es zwar etwas bitter schmeckte, aber seine aufmunternde Wirkung stellte sich fast sofort ein und das war auch der Zweck der ganzen Sache.
Mittlerweile waren wirklich fast alle erschienen, bis auf Pathenon. Sie saßen auf dem Dorfplatz herum, aßen etwas und ließen sich von der Sonne aufwärmen. Da tauchte plötzlich Shiva auf und bat einige Dorfbewohner ihr zu helfen. Zu sechst verschwanden sie im Wirtshaus und tauchten kurze Zeit später, mit mehreren Kannen und Tassen bewaffnet wieder auf.
„Guten Morgen“, sagte sie, „Ich glaube, ich habe hier genau das was ihr jetzt braucht.“
Sie füllten mehrere Tassen mit einer heißen, braunen Flüssigkeit und reichten sie an die Zielpersonen weiter.
„Was ist das?“, fragte der Wolf Sirius, „Wollt ihr an uns was ausprobieren?“ Er sog den Duft ein und war angenehm angetan. „Hm … lecker riechen tut’s ja“, meinte er und schlürfte einen Schluck.
Der Geschmack war fremd und gewöhnungsbedürftig.
Shiva lächelte ihn freundlich an. „Das ist ein aufmunterndes Getränk. Es heißt Kaffee und enthält eine Substanz, welche sehr schnell und aufputschend wirkt. Ich denke, dass ihr das gut gebrauchen könnt.“
Der Wolf nickte. „Das ist ne prima Idee von dir gewesen.“ Er trank die Tasse leer und reichte sie Shiva.
Die goss sie wieder voll und gab sie an den nächsten weiter. So nach und nach hatten alle eine Tasse des fremden Getränkes zu sich genommen und nach wenigen Minuten stellte sich tatsächlich eine Wirkung ein.
Das enthaltene Koffein kannte der Körper der Chafren nicht, war nicht daran gewöhnt und reagierte entsprechend stark darauf. Die Stimmung hob sich und einer nach dem anderen schien aus seiner morgendlichen Starre zu entkommen. Sie wiederholte die Prozedur und reichte einem jeden noch eine Tasse. Nachdem auch diese geleert war, waren alle so munter, dass sie wahrscheinlich in den nächsten Tagen gänzlich ohne Schlaf auskommen würden.
Shiva war von der starken Wirkung überrascht und erfreut. Sie nahm zusammen mit den anderen Dorfbewohnern die Kannen und Tassen und brachte sie zurück in die Schänke.
Wenige Minuten später tauchte das Jaguarweibchen wieder auf, was ein allgemeines feixen und johlen verursachte. Sie hatte in der einen Hand einen großen Beutel in dem sich Kaffeepulver befand.
„Hier“, rief sie schon von weitem, „damit ihr was für unterwegs habt.“ Sie über-gab ihn Tarja.
Das Pulver war aber nicht der Grund für die Reaktion von vielen. Der Grund dafür befand sich an der anderen Hand der Jaguarin. Mit Shiva tauchte nämlich auch Pathenon auf und die beiden machten einen sehr vertrauten Eindruck, küssten und streichelten sich unablässig und konnten scheinbar ihre Hände nicht voneinander lassen. Chiron und Tarja kicherten und nickten sich beide zu. Ihre Vermutung hatte sich bestätigt.
Pathenon ging zu Cyron und begrüßte ihn. Der lächelte ihn schief an und sagte nichts. Sein Blick pendelte zwischen dem Jaguarweibchen und seinem Tigerfreund.
Der starrte ihn an, seufzte, nickte schließlich und flüsterte Cyron ins Ohr: „Ja.“
Cyron grinste breit und schlug Pathenon auf die Schulter. Damit waren nun wirklich alle erschienen und packten ihre Sachen zusammen. Sie waren erstaunlich unbedrückt und frohen Mutes. Da fiel Cyron plötzlich etwas ein.
„Moment mal“, rief er, „Wo ist eigentlich Kira?“
„Hier“, rief diese und trat aus dem Gewühl hervor.
„Sag mal. Wie sieht eigentlich der Kampfroboter aus? Hast du was Interessantes herausgefunden?“
„Also, wie er aussieht weißt du ja selbst. Er ist groß, aus Metall, er ist glänzend und er ist mit schweren Waffen ausgerüstet und …“
„Aoorgh, das weiß ich selbst.“
„ … dann lass mich doch ausreden …“
Cyron verdrehte die Augen.
„ … und er steht nicht mehr auf der Wiese.“
Cyron erstarrte. „Soll das jetzt ein Witz sein oder meinst du das ernst?“
„Mein Name ist Kira und ich meine es so, wie ich es sage.“
„Aber wo zum Henker ist das Ding jetzt?“
„Wenn du dich umdrehst, dann wirst du ihn sehen.“
Cyron zuckte zusammen und drehte sich um, ebenso alle anderen, die ihr Gespräch mitbekommen hatten und erstarrten zur Salzsäule. Unbemerkt, aufgrund der allgemeinen Hektik, war der Roboter zwischen den Häusern hervorgetreten und hatte sich hinter der Truppe aufgebaut.
„Was?“, mehr brachte Cyron nicht hervor.
„Guten Morgen, Einheit Nummer elf steht zur vollen Verfügung. Status der Netzwerksysteme unbekannt, Status der internen Systeme ist grün, Waffensysteme alle im nominellen Bereich“, dröhnte Kiras Stimme aus dem Metallpanzer.
Das war eine Überraschung. Sie lösten sich aus der Starre und gingen lang-sam auf den Roboter zu.
„Wie hast du das gemacht und vor allem, was hast du gemacht?“, fragte Tarja.
Die Kampfeinheit war mittlerweile von allen umringt.
„Nun, ganz einfach. Ich öffnete unseren Blechkameraden, studierte sein Innen-leben und fand ein Interface zur Reprogrammierung. Ich wühlte in unseren Ausrüstungskisten und fand eine, in der eine Menge Elektronikschrott zu liegen schien. Der Rest war relativ simpel. Ich schnappte mir ein Keyboard stöpselte es an den Steuerungs- und Diagnoserechner und ließ ein Wartungsprogramm durchlaufen.
Ich kappte zuerst die Verbindung zum Netzwerk, dann änderte ich die Programmierung damit er nicht mehr uns angreift, sondern seine eigenen Kampfeinheiten und andere Waffensysteme. Nachdem das getan war, baute ich noch eine Sicherung ein und speiste meine Stimme in das System ein damit wir ihn von den restlichen Robotern unterscheiden können. Tja das war eigentlich schon alles.“
„Das war alles? Alles? Du bist fantastisch. Du bist wirklich die Beste und hast uns alle mehr als überrascht.“
Cyron ging zu seiner Frau, umarmte und küsste sie. „Aber du bist meine Beste und übertriffst alle um Längen.“
Stella lächelte ihn an. „Alter Charmeur. Das hättest du nicht zu sagen brauchen. Das weiß ich doch und ich werde auch nicht eifersüchtig, wenn du Kira als die Beste bezeichnest, weil ich weiß wie du das meinst.“
Cyron seufzte und schaute seine Tigerin verliebt an. „Leute“, sagte er laut, „Jetzt haben wir unseren eigenen Kampfroboter.“
Ausgelassene Freude breitete sich aus.
„Du sagtest was von einer Sicherung“, hinterfragte der Tiger.
„Ja“, entgegnete die Luchsin und holte ein kleines unscheinbares Gerät hervor. „Das ist die Sicherung. Es ist ein einfacher Sender. Sollte etwas schief gehen und die Kampfeinheit uns angreifen, dann betätigt man einfach diesen Knopf hier und sie wird abgeschaltet.“
Cyron nickte anerkennend. „Sehr gut! Du hast wirklich an alles gedacht.“
Sie räumten den Dorfplatz auf, nahmen ihre Waffen und Ausrüstungen auf und gingen zum Lager der Drachen. Die waren auch schon wach und genossen die Sonnenstrahlen.
„Guten Morgen, Tiger Cyron, Tigerin Tarja und auch all die anderen.“
„Guten Morgen, Drache Groodarn. Wir fliegen los, bis ans jenseitige Ufer des Tiglus.“
Der Drache schaute Cyron schief an und fing an zu lachen. Er lachte lauthals drauf los. Alle Anwesenden starrten ihn starr an und verzogen keine Miene.
Der Drache hörte auf zu lachen: „Du bist ein gestreifter Schelm geworden.“
Cyron grinste breit. „Ähm, wir haben einen Anschlag auf euch vor.“
Die Drachen hoben die Köpfe und stutzten. „Was habt ihr vor?“, fragte ein an-derer Drache.
„Einen Anschlag. Nein, nein. Nichts Schlimmes.“
Die Drachen schienen sichtlich beruhigt.
„Ihr dürft euch beim Flug Zeit nehmen. Wir haben nämlich einen neuen Mitstreiter bekommen und der muss zu Fuß ins Einsatzgebiet gehen.“
„Uih, um wen handelt es sich denn?“, fragte Groodarn neugierig.
„Och, sieh selbst.“
Die Truppe ging beiseite und bildete eine Gasse in deren Mitte ein Kampfroboter auf den Drache zuschritt.
Groodarn zuckte mit dem Schwanz und schnaubte verächtlich. „Das ist euer Mitstreiter?“
„Ja. Er ist von Kira umprogrammiert worden und jetzt auf unserer Seite.“
Der Drache schüttelte den Kopf, ganz so als ob er seinen Augen nicht trauen würde. „Gut, wenn es euer Wunsch ist, dann fliegen wir langsamer.“
Gesagt, getan und die Reise begann. Sie flogen sehr tief, damit sie nicht schon von weitem auszumachen waren und hielten sich entlang des Flusslaufes. Es war ein herrlicher Tag, es ging kein Lüftchen, die Sonne hatte die letzten Tropfen des Regens vom Vorabend verdunsten lassen und alle genossen den Flug und entspannten sich. Die Kampfeinheit machte sich auf die Metallfüße und rannte den Flusslauf entlang, genau in die Richtung in die auch die Drachen flogen, genau in die Richtung, aus der der Roboter am Abend zuvor gekommen war.
Nach einer Flugzeit von drei Stunden landeten sie unbemerkt am Ufer des Tiglus. Kurze Zeit später traf auch der Roboter ein.
Sie stiegen von den Drachen, packten ihre Sachen aus und schlugen ein Lager auf. Sie inspizierten zunächst die Waffen und stellten mit Zufriedenheit fest, dass sie sich in voll aufgeladenem Zustand befanden. Ihre Ausrüstung war voll einsatzbereit und es hatten sich die ursprünglich geplanten sieben Gruppen gebildet.
„Super“, sagte Cyron, „Ihr macht mich überflüssig und wisst schon im voraus was ich als nächstes vorschlagen wollte.“
Einige grinsten ihn frech an.
Plötzlich kam der Kampfroboter auf die siebte Gruppe zu und baute sich vor Chiron und Tarja auf. „Ich erkenne dich. Du gehörtest zu den vier Chafren die wir vor Monaten am Rande des Urwalds angegriffen hatten. Eure Namen sind Cyron, Chiron, Stella und Casandra, außerdem war ein Drache bei euch. Er hatte Kampfeinheit Nummer acht zerstört.“
Die beiden erschraken und rechneten mit dem Schlimmsten.
Chiron wollte schon seine Waffe ziehen, als der Roboter fort fuhr. „Ihr braucht keine Angst zu haben. Ich stehe auf eurer Seite. Ebenso die Kampfeinheiten Nummer fünf, zwölf und zwanzig.“
Beide schauten sich ratlos an und wollten ihren Ohren nicht trauen. „Was willst du damit sagen?“
„Ich erkläre es euch explizit. Wir sind erschaffen worden, um das Stationsobjekt vor Eindringlingen zu schützen und damit vor Schaden zu bewahren. Es handelt sich um eine Forschungseinrichtung des Militärs. Die Station wurde laut meinen Daten vor dreihundert Jahren gebaut und ging in Betrieb. Das genaue Forschungsziel ist mir nicht bekannt und auch Daten der Erbauer und Betreiber sind nur im zentralen Computer gespeichert und über das Netzwerk nicht abrufbar. Wir versehen unseren Dienst also schon sehr lange.
Unser künstliches Gedächtnis funktioniert autonom und ist damit vollkommen selbständig. Man gab uns die Fähigkeit eine Art von Intelligenz zu entwickeln und diese auch weiter zu entwickeln. Alle Kampfeinheiten stehen mit dem zentralen Computer über ein Netzwerk ständig in Verbindung und geben die gewonnen Daten weiter. Somit weiß jeder über alles Bescheid. Vier Einheiten sammelten Daten, werteten sie aus und kamen im Laufe der Jahre zu dem Schluss, dass es lohnenswert wäre eure Welt so wie sie ist zu erhalten und die gespeicherten Daten nicht ungefiltert ins Netz zu senden.
Das sind erwähnte Nummern fünf, elf, zwölf und zwanzig. Gestern Abend wurden wir über das Netzwerk angewiesen gegen das Dorf Felgan vorzugehen. Die ausrückenden Roboter waren die Einheiten mit den Nummern sechs, elf und achtzehn. Ich sah meine Chance gekommen, euch zu helfen. Als wir unter Beschuss gerieten, schlug ich über das Netzwerk vor uns aufzuteilen. Die Idee wurde bestätigt und wir schwärmten aus.“
Die Ausführungen des Roboters wurden mit ungläubigem Staunen aufgenommen.
„Kampfeinheit sechs wurde durch euch schwer getroffen, war aber nicht kampfunfähig, den entscheidenden Rest erledigte ich und nahm sie seitlich unter Beschuss. Dann ging ich weiter in die geplante Richtung, wurde selbst getroffen, blieb stehen und deaktivierte die Sensoren. Ich hatte mich selbst er-blinden lassen. Dann setzte ich einen Notruf ins Netzwerk. Einheit Nummer achtzehn war auf sich gestellt und gegen euch machtlos.
Die Arbeiten, die letzte Nacht an mir vollbracht wurden, waren nicht schlecht und erleichtern es mir euch zu helfen. Die Verbindung zum Netzwerk wurde vollständig entfernt, aber es gibt einen Nottransponder, der die Kampfeinheiten untereinander verbindet. Den habt ihr übersehen.
Es war mir auf dem Weg hierher möglich Kontakt zu den Einheiten fünf, zwölf und zwanzig aufzunehmen. Sie werden in wenigen Minuten eintreffen.“
Cyron schaute sich entsetzt um. Vier Kampfeinheiten und das mitten unter ihnen. Sie hatten keine Chance.
Der Kampfroboter erkannte die Unsicherheit die sich der Tiger bemächtigte. „Ihr könnt ruhig bleiben. Wir werden euch helfen und als Beweis werde ich euch etwas sehr wichtiges verraten. Ihr habt gestern zufällig einen Schwach-punkt bei uns entdeckt. Es handelt sich um eine kleine Wartungs- und Reparaturklappe auf der linken Seite. Wenn ihr euer Feuer gezielt darauf ausrichtet, zerstört ihr die Einheiten wesentlich schneller und effektiver, da ihr nicht erst die Panzerung durchschlagen müsst, sondern direkt auf das zentrale Steuerungssystem schießt.“
Das war eine gute Neuigkeit und sollte einen entscheidenden Vorteil bringen. Der Roboter hatte damit etwas sein Vertrauen unter Beweis gestellt, immerhin hatte er sich doch auf diese Art und Weise selbst ans Messer geliefert. Sollte etwas schief gehen und er die Truppe in eine Falle locken, könnte man zur Not ihn über diese Schwachstelle hochgehen lassen. Vorausgesetzt man würde es rechtzeitig merken. Die überbrachten Informationen wurden von Chafren zu Chafren weitergegeben und wohlwollend aufgenommen.
Es dauerte keine zehn Minuten da knackte es im nahe gelegenen Unterholz des Urwalds und drei Kampfeinheiten kamen auf die Truppe zu. Sie näherten sich schnellen Schrittes und einige zogen es vor ihre Waffen zu aktivieren und die vermeintlichen Ziele anzuvisieren.
Kampfeinheit Nummer elf ging einige Schritte vor und blieb inmitten der Chafrenmeute stehen. Die anderen drei Roboter verlangsamten ihren Schritt merklich, näherten sich aber bis sie die ersten Leute erreichten und hielten an.
Eine blecherne Stimme ertönte. „Kampfeinheiten fünf, zwölf und zwanzig stehen zur Verfügung.“
Das gab der Truppe den Rest. Sie jubelten los und waren nicht mehr zu bremsen.
Cyron trat hervor und stellte sich vor die Roboter. „Ihr wollt uns also helfen?“
„Das werden wir. Ihr habt gegen die Verteidigungsanlagen nur eine geringe Chance und seid auf uns angewiesen“, kam die Antwort.
Cyron seufzte. Ihm gefiel der Gedanke nicht, dass ihr aller Leben an diesen vier Blechhaufen hing.
„Okay, dann bildet ihr vier die achte Gruppe und rückt mit uns gemeinsam vor.“
„Auftrag verstanden und angenommen.“
Die Kampfroboter stellten sich gemeinsam auf einen Platz und erwarteten weitere Instruktionen. Die lebenden Mitglieder der Kampfgemeinschaft schau-ten sich an, manche hoben die Daumen, andere zuckten mit den Schultern, wieder andere zogen es vor tief durchzuatmen und zu seufzten.
Tarja hob die Hand und zeigte in Richtung des Urwalds.
Die Truppe setzte sich in Bewegung und drang in den Urwald ein. Die einzelnen Gruppen fächerten sich auf und gingen in Deckung. Geschickt jeden Vor-sprung und das Gestrüpp nutzend, arbeiteten sie sich langsam, mal kriechend und mal in kurzen Sprüngen, vor. Plötzlich war aus einer größeren Entfernung ein Alarmton zu hören.
„Sie haben euch entdeckt“, sagte Kampfeinheit Nummer zwanzig. „Wartet hier, wir gehen vor und lenken sie ab.“
Die Roboter marschierten los, brachen durch das dichte Unterholz und hinterließen eine Schneise, auf der man wesentlich schneller vorwärts kommen konnte als bisher. Die Einheiten erreichten nach kurzer Zeit die erste Wachreihe, bestehend aus drei Kampfeinheiten. Über ihnen surrten zwanzig Flugdrohnen, die eine Breite von eintausend Metern abdeckten. Die vier falschen Kampfeinheiten erregten in der Tat kein Aufsehen und weder die Drohnen, noch die anderen Roboter hielten es für nötig aktiv zu werden.
„Kampfeinheiten fünf, elf, zwölf und zwanzig auf der Rückkehr vom Einsatz. Keinerlei Feindaktivitäten gesichtet. Bitten um Zutritt zum inneren Gelände.“