Und Jedem - Epilog
Nur noch ein kleines Ausblick...
Hier noch ein kleines Betthupferl, dass diese Serie zum vorläufigen Abschluss bringt.
Wem es gefallen hat ist herzlich dazu eingeladen zu kommentieren und sich bei KyanHyena zu bedanken.
Aber natürlich ist auch dieser Epilog ganz pöse, und sollte daher nur von Ausgewachsenen konsumiert werden.
Unter Jedem - Epilog
Drei Jahre später
Micha betrat den Laborbereich, die blickdichte Tür schloss sich automatisch hinter ihm. Doch noch ehe er einen Schritt machen konnte, brachten zwei hüfthohe Körper ihn zu Fall. Er konnte sich gerade noch abfangen und kam halb sitzend auf dem Boden an.
"Die Josefine will mich beißen!", sagte der Junge anklagend.
""Ja!", quäkte eine Mädchenstimme "Weil der Sebastian mich immer am Schwanz zieht!"
"Gar nicht wahr!"
"Doch wahr!"
"Gar nicht!"
"Wohl!"
Micha drückte sich zwischen die beiden Streitenden, und nahm jeden von ihnen fest unter den Arm. Das Bärchen auf der Linken, die kleine Tigerin auf der rechten Seite.
"Jetzt ist erst mal Ruhe!", verkündete er mit stiller Autorität. Der junge Bär wollte sich dem Griff entwinden, doch Micha hielt ihn eisern fest.
"Mir ist ziemlich egal, wer heute angefangen hat. Oder gestern, oder vorgestern, oder wann immer. Wenn ihr schon unbedingt raufen müsst, dann macht das im Gemeinschaftsgehege, wenn der Zoo offen ist. Die Leute finden das unglaublich niedlich."
"Ich bin nicht niedlich", sagte Sebastian und schmollte überaus niedlich.
"Ich schon!", krähte Josefine, streckte sich und schlug die Krallen in die Luft.
"Jetzt kommt", mahnte Micha halb streng, halb vertraulich. "Geht zu euren Mamas, die warten schon auf euch."
Er setzte die beiden Streithähne wieder auf den Boden, weit genug voneinander entfernt, und verabschiedete sie mit einem simultanen Klaps auf die Hintern.
"Und wehe, ihr rauft heute nochmal!", erinnerte er die Halbgeschwister. Diese antworteten, so simultan wie genervt: "Ja Papa" und verschwanden durch die Klappe an der Tür.
Micha stand auf, streckte sich und öffnete den Kragen seines Overalls.
"Wurde aber auch Zeit!", sagte Xenia aus dem hinteren Bereich des Labors "Die zwei Randalierer hätten mir irgendwann noch was richtig teures zerlegt."
Mühsam, mit zwei Anläufen und einer Trittleiter, schwang die ehemalige Praktikantin sich auf den metallenen Stuhl, wobei ihr Doktormantel nach hinten fiel. Ihr elastisches Top hatte alle Mühe die wogenden Brüste zu halten. Fast schien es, als hätte sie über Nacht wieder zugelegt. Sie nahm eine Quetschflasche vom nahen Tisch und spritzte großzügig transparentes Gel auf ihren prallen Bauch.
"Und, viele Leute?", fragte sie beiläufig, während sie das Gel auf ihrer gespannten Haut verteilte.
"Nicht schlecht, wird ein guter Wochendurchschnitt glaub ich", antwortete Micha und reichte ihr den Sensor. "Schönen Gruß auch von der Direktorin, sie sagt das mit der Zucht hätte sie sich nie so vorgestellt."
"Du hast vergessen die Euro-Zeichen in ihren Augen zu betonen." Xenia fuhr mit dem Sensor über ihren Bauch und beobachtete dabei die Anzeige auf dem Display. Dazu ertönte das beständige Wusch-Wusch-Wusch des Ultraschallgeräts. "Da haben wir ihn ja!"
Auf dem Bildschirm sah man nun, unter einem bestimmten Winkel; ein kleines, langgezogenes Gesichtchen. Die großen Augen waren geschlossen, die langen Ohren säuberlich angelegt. Ab und zu zuckte es und trat mit winzigen Hufen aus. Xenia schwenkte den Sensor ein wenig, und auf dem Display zeigte sich alles was das kleine Eselchen dereinst zu einem stolzen Hengst machen würde.
"Süß", kommentierte Micha "Aber ich glaube fast, der Direktorin wäre fluffigerer Nachwuchs lieber."
Xenia schnaubte verächtlich. "Den kann sie ja dann austragen! Die soll sich zurückhalten, bis jetzt ist sie ja auch clever genug uns machen zu lassen. Seit es die Zucht gibt rennen ihr die Leute doch die Bude ein. Und überhaupt, fluffiger. Hast du schon mal einen kleinen mongolischen Wildesel gesehen? Natürlich nicht, die sind ja selten. Absolut goldig."
Sie legte den Sensor beiseite, zog ein Handtuch vom Tisch und wischte sich den Bauch sauber. Die geröteten Schwangerschaftsstreifen strahlten wie Sternenlicht von ihrem aufgewölbten Nabel aus. Sie beugte sich umständlich vor.
"Ganz abgesehen von dem Spaß, den wir bei deiner Fabrikation hatten, gell?", säuselte sie und streichelte ihren Bauch.
Aus dem Nebenraum ertönte ein helles Fiepen.
"Klingt als wäre unser Star erwacht", meinte Micha.
Xenia rutschte vom Stuhl und stöhnte als das Gewicht wieder auf ihren Beinen lastete. Im breiten Watschelgang durchquerte sie das Labor, Micha folgte ihr.
Im Nebenraum des eigentlichen Labors hingen Wärmelampen von der Decke und tauchten den Raum in rötlichen Schein. An den Wänden entlang standen mehrere kleine Gehege aus Plexiglas, etwa auf halbem Weg zwischen Brutkasten und Terrarium. Bis auf einen waren alle unbenutzt, und diesem einen näherte sich Xenia nun.
Das schwarzweiße Fellknäul darin fiepte weiter aus voller Kraft. Es steckte nicht viel Sinn dahinter, daher übersetzten die Medaillons auch nichts. Doch selbst ohne alten Zauber war schnell ersichtlich was nicht stimmte.
Ohne große Umschweife stieg Xenia in das Gehege und schob ihr Top nach oben. Es klatschte laut als die milchschwer geschwollenen Brüste auf ihren Bauch klatschten. Dann setzte sie sich. Das kleine Bärchen wackelte zu ihr und ließ sich bereitwillig hochnehmen. Er musste auch nicht groß überredet werden den erdbeergroßen Nippel in sein Mäulchen zu nehmen. Xenia verdrehte die Augen und keuchte auf.
"Hu, langsam kriegst du Zähne, Schätzchen!"
Der kleine Panda ließ sich von diesem Einwand nicht stören und nuckelte genüsslich weiter.
"Die Bambusstauden sind übrigens schon fleißig am Wachsen, wir könnten jederzeit mit der Entwöhnung anfangen."
"Ich weiß", murrte Xenia, das überdeutliche ABER brauchte sie gar nicht erst auszusprechen.
Micha zuckte die Achseln. "Ich meine ja nur, wenn dann das Eselchen erst..."
"Ich hab ja wohl zwei Titten, oder?", knurrte die Tierärztin und strich dem trinkenden Panda über das Bäuchlein.
"Ich mein ja nur..."
"Mein woanders! Du hast eh noch Besuch."
"Ach?"
"Ja, im Außenbereich. Hast du wieder vergessen, oder?", brummte die Tierärztin.
Micha wandte sich zur Tür.
"Ich weiß ja, wir sollten ihn entwöhnen", murmelte Xenia. "Aber er ist so..."
"Fluffig", schlug Micha vor und verschwand vor einer möglichen Antwort.
Er stolperte mitten in die Beratung, die immer im Durchgang stattfand, aber niemand störte sich daran.
Pierre saß im Schneidersitz auf dem Boden, eine schlanke Dalmatinerhündin mit wenigen Punkten neben ihm. Vor den beiden saß ein Wolfsrüde, der in einer Geste schieren Frustes mit der Pfote die Augen bedeckte.
"Ich begreife ja, dass es sich um Respekt dreht. Aber es ist auch animalisch und richtig. Es muss nicht zwölfmal um Erlaubnis gefragt werden, manchmal reicht es auch wenn man einfach fickt!"
Die harschen Worte ließen darauf schließen, dass ähnliche Lektionen schon in der Vergangenheit nicht gefruchtet hatten. Dennoch nickte Pierre aufmerksam und verständig. Er schrieb Notizen in ein kleines Büchlein.
"Und umgekehrt...", fuhr der Wolf nicht weniger frustriert fort "... bedeutet es nicht dass er dich vernachlässigt, wenn er dich nicht immer und sofort will. Das musst du einsehen, mit einem Artgenossen geht es auf einer belebten Kreuzung, mit einem Menschen nicht."
Die Dalmatinerhündin blickte schmollend zu Boden.
Micha beschloss nicht länger zu stören, schlich sich hinter der Gruppe vorbei und trat in den Außenbereich.
Das an das Labor angeschlossene Freigehege besaß nur einen kleinen Publikumsbereich. Dieser lag so verlassen da wie der Rest des geschlossenen Zoos. Dort stapelten sich meist Reporter, sobald neuer Nachwuchs den Zoo in die Schlagzeilen der regionalen Nachrichten bringen sollte. Das Gehege selbst war unspektakulär, unbebaute feste Erde, ein paar Flecken Gras, ein junger Baum. Ein neues System an großzügigen Zugangsröhren erlaubte es, Verbindungen zu einem Dutzend anderer Gehege herzustellen.
Micha wollte schon nachsehen wie diese geschaltet waren, da trat eine große Bärin aus einer der Röhren.
"Bala!", rief er freudig aus.
Die massige Bärin nickte ihm zu und trottete gemächlich näher. Micha lief ihr entgegen, sie trafen sich in der Mitte des Geheges. Er umarmte die Schulter der Bärin.
"Stimmt etwas mit Sebastian nicht? Ich habe ihn gerade noch vorhin gesehen, und..."
"Alles in Ordnung" Die dunkle Stimme der Bärin klang wie eine Mischung aus Pauke und Bienenkorb. "Sebastian ist bei seinem Onkel, er ist ja auch alt genug dafür."
"Bären werden schnell groß", sinnierte Micha in einem Anflug von Melancholie.
"Eben", bestätigte Bala "Gerade darum will ich nicht dass du Gefahr läufst, den Jahrestag zu vergessen."
"Den Jahrestag? Aber das war doch erst vor..."
"Drei Jahren", vollendete die Bärin den Satz. "Drei Jahre, seit ich dich zum Glück nicht gefressen habe. Drei Jahre voll Veränderung und Nachwuchs."
Micha blickte ihr in die Augen. "Habe ich mich je bedankt?"
Bala tat als sähe sie auf die Uhr. "Dieses Jahr noch nicht."
Lächelnd sank Micha auf die Knie und drückte der Bärin einen Kuss auf die Nase. "Vielen Dank, für alles."
"Vielen Dank, für ein hübsches Bärchen ohne Inzucht."
"Der Fairness halber, ich glaube nicht dass der Zoo wusste dass ihr Geschwister seid."
"Ist mir egal", erwiderte die Bärin. "Zieh dich aus!"
Bemerkenswert schnell hatte Micha den Overall abgestreift. Er wollte gerade wieder auf Bala zugehen, da legte sie ihm eine Tatze auf die Brust.
"Hinlegen!", befahl sie sanft.
Micha gehorchte, rücklings legte er sich auf die warme Erde, die über den hellen Tag viel Sonnenlicht gespeichert hatte.
Bala trat um ihn herum, ganz als würde sie ihn inspizieren.
"Mir wurde gesagt, es gab schon früher Leute mit solchen Medaillons. Anderswo, zu anderen Zeiten. Aber noch nie hat jemand etwas wie du geschaffen. Etwas für uns alle. Und für die, die uns nachfolgen. Das ist mehr als nur bemerkenswert. Das ist es wert zu feiern."
"Xenia hat aber auch...", setzte Micha an, wurde jedoch rasch unterbrochen.
"Xenia bekommt ihren eigenen Jahrestag. Vielleicht etwas verschoben, wenn die Geburt dazwischen käme. Aber nicht heute."
Sie trat mit schwingenden Schritten über Micha, so dass ihr Kopf über seiner Leiste ruhte. Sanft beugte sie sich hinab und leckte ihm einmal über den prallen Ständer. Micha erzitterte.
"Heute geht es nur um dich." Sie stellte die Hinterbeine weiter auseinander und ließ ihre Hüften kreisen.
"Ich habe dir deinen liebsten Jahrgang mitgebracht." Sie kicherte in sich hinein. "So sagt man das doch, oder?"
"Genau so."
Micha hob die Arme, seine Hände zitterten vor Vorfreude. Zärtlich strich er das braune Fell der Bärin auseinander, öffnete ihren Schoß und legte ihre schwarz glänzenden Labien frei. Da spürte er bereits, wie ein Schütteln durch den heißen Leib der Bärin lief.
"Ich liebe dich!", hauchte er atemlos.
"Nimm dich in acht!", rief sie ihm zu "Ich habe heute Unmengen gesoffen!"
Und auf Micha fiel goldener Regen nieder.