Die Sakura Chroniken Teil 9
Naniten! Die Geißel der Menschheit. Ein wenig Hintergrundinformation, warum diese Technik ein so großes Tabu ist. Und natürlich wie entscheiden sich Ordin und Balutin?
Die Sakura Chroniken Teil 9
Autor: Gendori Kabashi
12.03.2017 ? 02.09.2017
Zwischenspiel 3
Dateityp: Soundfile
Verschlüsselung: dreifach mit 1024 bit asymmetrischer Primzahl
Dateidatum. 15. Januar. 2815 20:53 UTC
Die Datei wurde dem Kontrollausschuss des Senates der Konföderation für Koloniale Angelegenheiten zugespielt. Es geht laut dem Informanten um mögliche Gründe für den geheimnisumwitterten Verlust der „Sakura Maru“, Schläferschiff, Mainau-Klasse, das auf der Flugroute Terra-Karda Prime unterwegs gewesen war.
Kommandierender Offizier: Kapitän Alexandra Ordin.
Vertreter der Kolonialbehörde: Administrator Oleg Balutin.
Entschlüsselung der Datei benötigte 4 Wochen.
Datum der Veröffentlichung vor dem Untersuchungsausschuss „Sakura Maru“ der Kolonialbehörde der Konföderation. 21. Februar. 2975. Das schriftliche Protokoll einer Zusammenkunft bezüglich des Schiffes „Sakura Maru“ wird verlesen.
Die Wiedergabe wird wieder gestartet.
Stimme_1: „Mein lieber …, was haben Sie? Sie sind so still?“
Stimme_2: „Ich, ich kann es immer noch nicht fassen.“
Stimme_1: „Was können Sie nicht fassen? Dass es eine Organisation gibt, die es sich zum Ziel gemacht hat das Universum zu besiedeln? Planeten mit Kolonisten zu füllen und zwar ohne die Einmischung durch irgendeine lachhafte Kolonialbehörde? Meinen Sie das?“
Stimme_2: „Sie sprechen vom Universum?“
Stimme_1: „Wir haben große Ziele!“
Stimme_2: „Und die Naniten?“
Stimme_1: „Bewährte Technik!“
Stimme_2: „Wie Bitte?“
Stimme_1: „Sagen Sie, wissen Sie wie viele Schiffe bei der Besiedelung der letzten vier Kolonien verloren gegangen sind?“
Stimme_2: „Hm, sieben Schiffe haben ihr Ziel nicht erreicht. Von Zweien fand man Wrackteile, die anderen fünf sind verschollen und wenn man die Sakura schon damit hinzurechnen soll, dann sind es sechs Schiffe, die ihr Ziel nicht erreicht haben.“
Stimme_1: „Bleiben wir bei den fünf verschollenen Schiffen. Noch ist die Sakura nicht verschwunden.“
Stimme_2: „Sind die Schiffe etwa auch umgeleitet worden?“
Stimme_1: „Nicht alle fünf, aber vier Stück davon waren tatsächlich auserwählt gewesen. Das fünfte Schiff, nun, das mag eine unverhoffte Zugabe gewesen sein, vielleicht haben auch die eine neue Welt gefunden. Die wären aber bei weitem nicht so gut vorbereitet gewesen, wie die anderen vier Schiffe. Jedenfalls tragen die Kolonisten der vier auserwählten Schiffe denselben Nanitenstamm in sich. Sie alle bilden die Grundlage für ein intelligentes Universum. So viele Welten voller Leben, doch nirgends eine Spezies wie der Mensch. Das kann so nicht bleiben.“
Stimme_2: „Vier Schiffe? Grundgütiger. … Das, das sind sechstausend Siedler! Und dazu die zweitausendfünfhundert von der Sakura.“
Stimme_1: „Es sind ein paar hundert mehr. Sie vergaßen die Mannschaften.“
Stimme_2: „Die Mannschaften, natürlich, …, Sie haben recht. Aber ist das von Ihnen nicht zu einfach Gedacht worden. Sie zweigen einfach ein paar Schiffe von der Flotte ab. Dann schicken sie diese zu Welten, die für eine Kolonisation nicht vorgesehen sind und erwarten dann, dass die Siedler sich mit Naniten modifizieren, um so dem Harpers-Syndrom zu entgehen.“
Stimme_1: „Ist das nicht toll, (lautes Lachen) wie verblüffend einfach das ist. Und selbst wenn es herauskommen wird, dann kann man niemandem etwas vorwerfen. Kein Cent des Budgets wurde verschwendet. Jedes Schiff, dass wir abgezweigt haben ist für die Kolonisierung eines Planeten genutzt worden, wenn auch nicht für den ursprünglichen.“
Stimme_2: „Wenn das herauskommt, dann…“
Stimme_1: „Dann wird gar nichts geschehen, wir sind dann längst nicht mehr am Leben.“
Stimme_2: „Und die Siedler? Naniten sind strengstens verboten. Die Behörde wird jeden hinrichten lassen, der mit Naniten verändert wurde.“
Stimme_1: „Das wird nicht geschehen! Selbst wenn die Behörde die verschollenen Kolonien irgendwann aufspürt, dann werden sie nicht auf Siedler stoßen, sondern auf Aliens, mit einer eigenen Kultur und wahrscheinlich so anders, dass man nicht mehr von Menschen sprechen kann. Aber es werden intelligente Wesen sein!“
Stimme_2: „Das ist unser Ziel?“
Stimme_1: „So ist es. Eine Kolonie ist eben nur eine Kolonie. Ein untergeordnetes Konstrukt, ein Anhängsel, dass immer am Rockzipfel der Erde hängen wird und von der kolonialen Behörde kontrolliert wird. Unsere Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt unabhängige freie Welten zu schaffen.“
Stimme_2: „Und das ohne Unabhängigkeitskriege!“
Stimme_1: „Sie haben es erfasst. Die aktuelle Politik der Kolonisierung wird nur bis zu einer gewissen Größe der Konföderation funktionieren, dann irgendwann werden die Kolonien zur Unabhängigkeit streben und es werden zig Konflikte ausbrechen.“
Stimme_2: „Unabhängigkeitskriege können zur Vernichtung beider Seiten führen.“
Stimme_1: „Genau, Sie haben wirklich im Geschichtsunterricht gut aufgepasst. Die Konföderation muss dann aufpassen, um nicht unterzugehen. Und wenn doch, dann haben wir bis dahin hoffentlich 5 oder sogar 6 weitere besiedelte Welten geschaffen, die einen eigenen Weg gehen, und die nicht von der Behörde gegängelt worden sind. Das ist unser Ziel.“
Die Wiedergabe der Aufnahme stoppte erneut.
Das Auditorium war von den teils empörten und geschockten Ausrufen der Anwesenden erfüllt.
„Skandal!“ - „Das wird nie geschehen!“ - „Die Konföderation wird ewig bestehen!“ und noch viele weitere Ausrufe waren zu vernehmen, die ähnlich klangen und doch nur hilflose Ausrufe waren.
Edwin James Ordin, der altgediente Senator, lehnte sich in seinem Sitz zurück und schloss seine Augen. Der Tag wurde immer ja bizarrer. Ging es am Anfang eigentlich nur um das Verschwinden der Sakura Maru waren es nun vier oder fünf weitere Schiffe die ein ähnliches Schicksal erlitten haben mussten. Was für eine hinterhältige Verschwörung, die Schiffe umzuleiten und die Siedler sich selbst zu überlassen. Waren die Ziele der Verschwörer wirklich so einfach? Wollten sie wirklich nur unabhängige Welten schaffen? Welten, deren Bewohner keine Menschen mehr waren? Es konnte nicht sein. Er versuchte sich an die Namen der verlorenen Schiffe zu erinnern, doch ihm wollten keine einfallen. Der Senatsausschuss wird sicher diese Bänder längst vollständig abgehört und seine eigenen Schlüsse gezogen haben. Ordin blickte zu den Sitzen des Ausschusses. Die Mitglieder waren alles altgediente Senatoren, so wie er selber war. Einige waren sogar schon länger Senatoren als er selber. In gewisser Hinsicht bemitleidete er seine Kollegen. Er hatte den Job eines Senators nicht gewollt, er war damals von seinem Vater regelrecht bedrängt worden in die Politik zu gehen. Der Name Ordin war ihm immer schon eine Bürde gewesen. Der wichtigste Grund dafür war seine Großtante gewesen. Kapitän Alexandra Mayflower Ordin, aber lag das nur an ihrem verschwinden?
Die Depesche
Das Büro des Kapitäns lag in Dunkelheit, nur ein kleines Licht erhellte den Raum mehr recht als schlecht. Ordin und Balutin saßen an ihrem Schreibtisch und tranken den Schnaps, den Alexandra bereitgestellt hatte. Die Videokonferenz hatte noch eine gute Stunde gedauert. In dieser Zeit hatten die Wissenschaftler den beiden das weitere Vorgehen dargelegt. Der Plan war ein großes Wagnis, doch, und da mussten Balutin und Ordin zustimmen, war es die einzige Möglichkeit um die Siedler zu retten. Doch noch war der Befehl noch nicht unterzeichnet. Balutin wärmte den Schnaps in seinem Glas, indem er es mit beiden Händen hielt.
„Ich wette sie wollen jetzt doch liebend gerne abfliegen, um Hilfe zu holen, oder?“
„Was?“
„Sie und Ihr Ehrenkodex Kapitän Ordin! Davon spreche ich.“
Balutin trank einen weiteren Schluck vom Moonshine. Guter Stoff, nicht so gut wie der selbst gebrannte Wodka seines Vaters, aber durchaus trinkbar und in der Not frisst auch der Teufel Fliegen.
„Ehrenkodex? Gouverneur Balutin, ich habe meine Befehle und die Vorschriften sind eindeutig.“
Alexandra leerte ihr Glas und schenkte sich neu ein. Sie musste es ihm sagen.
„Kommen Sie Kapitän. In ein paar Monaten können Sie aufbrechen und sich entweder nach Karda Prime oder zur Erde aufmachen. Die Kapseln der Besatzung sind doch vom Fehler 404 nicht betroffen.“
„Wenn ich gegen meine Befehle handeln würde, könnte ich das vielleicht machen. Ich könnte Sie und die Siedler abladen und mit meiner Mannschaft versuchen nach Karda Prime oder besser noch zurück zur Erde zu gelangen. Wir würden versuchen Hilfe zu holen, doch wir würden nie ankommen!“
„Was? Warum sollten Sie es nicht schaffen können?“
„Dass, Herr Gouverneur ist keine Frage des Schaffens. Es ist technisch nicht möglich. Sie sind Bürokrat, kein Ingenieur, deshalb werde ich versuchen es Ihnen zu erklären. Wie Sie wissen hat Leila uns nach aufkommen des Fehlers 404 geweckt. Wir haben Sakura gefunden und Kurs hierhin genommen.
„Ja, ja. Das ist mittlerweile Geschichte.“
„Was Sie nicht wissen können ist, dass wir mit Höchstgeschwindigkeit geflogen sind. Chief Miyaguchi hat, auf meinen Befehl hin, die Triebwerke auf voller Leistung laufen lassen.“
„Und?“
„Typisch Bürokrat. Benutzen Raumschiffe wie eine Selbstverständlichkeit, kümmern sich aber nicht um die Feinheiten.“
„Dann klären Sie mich auf, wie sie ja schon erkannt haben, bin ich nur ein einfacher Bleistiftschubser.“
„Ein normaler Flug startet mit voller Leistung um dann die Beschleunigung für ein halbes Jahr aufrecht zu erhalten, dann wird in den Wechselraum gesprungen und mit 50 % der Leistung die Reisegeschwindigkeit gehalten. Die Triebwerke würden theoretisch so unendlich lang laufen können. Es ist nur durch den Treibstoffvorrat begrenzt. Kurz vor dem Ziel wird wieder in den Normalraum gewechselt um abzubremsen. Das Abbremsen selber dauert dagegen nur wenige Wochen. Zu guter letzt wird mit leichtem Schub in das Zielsystem eingeflogen. Können Sie soweit folgen?“
„Ja, sicher!“ Balutin nickte „Das verstehe ich, die Grundprinzipien des interstellaren Raumfluges sind ja jedem Schulkind bekannt.“
„Zumindest die Grundregeln haben Sie verstanden. Nun, bei unserem erzwungenem Abstecher nach Sakura haben, wie ich bereits sagte, die Triebwerke über den gesamten Zeitraum mit voller Leistung arbeiten müssen. Mehrere Jahre, ohne Unterbrechung, Soewohl im Normalraum, als auch im Wechselraum! Wir wollten so schnell wie möglich hier ankommen.“
„Und das haben Sie ja auch geschafft.“
„Ja, wir sind hier, doch nur um einen sehr hohen Preis, denn durch die Überlastung sind die Triebwerke dadurch quasi ausgebrannt.“
„Öh, ausgebrannt?“
„Ausgebrannt, Fini, K A P U T T, FUBAR.“
Alexandra trank einen weiteren Schluck, dann fuhr sie mit der Erklärung fort
„Selbst wenn ich es gewollt hätte, indem ich damals Befohlen habe, die Triebwerke zu überlasten um die Kolonisten zu retten, habe ich im selben Augenblick das Schicksal der Sakura Maru und meiner Mannschaft festgeschrieben. Es wird keinen Rettungsflug geben, weder zur Erde, noch nach Karda Prime. Nun Herr Gouverneur verstehen Sie es jetzt?“
Balutin nickte betroffen.
„Wer weiß noch davon?“
„Die Besatzung natürlich und jetzt auch Sie.“
„Warum haben Sie es nicht schon längst bekanntgegeben?“
„Warum sollten wir sonst noch jemanden damit belasten.“
„Ich dachte Ihr erster Offizier hätte für den Abflug plädiert!“
„Von Hauser, ja er hatte diesen Vorschlag gemacht, es ist sogar im Logbuch hinterlegt. Mir erschien es wie eine Formsache, allerdings hatte er damals noch keine Ahnung vom Zustand der Maschinen. Miyaguchi hatte es nur mir berichtet und ich hatte ihm und seinen Leuten befohlen stillschweigen zu wahren.“
„Wann haben Sie es denn verlautbart?“
„Das ist nicht Ihre Sache. Meine Leute wissen es und werden mit den Konsequenzen meiner Entscheidung leben müssen, das geht auf meine Kappe. Sie werden, so wie ich auch, dort unten leben.“
„Ihre Leute sind ja ziemlich gleichmütige Zeitgenossen. Niemand hat sich irgendetwas anmerken lassen. Eine gute Mannschaft.“
„Es sind Raumfahrer, und einige davon seit Generationen. Wir haben geschworen dem Kommandanten eines Schiffes zu folgen, ohne Vorbehalte. Und wir haben unsere Familien an Bord. Es mag ein Fehler sein, doch ist dass auch ein Antrieb stets das beste zu geben.“
Alexandra war aufgestanden, an das Fenster getreten und blickte zu dem blau-grünen Planeten der über dem Mondhorizont stand. Sie leerte ihr Glas und warf es gegen die Wand ihres Büros, wo es zersplitterte. Happy wachte auf, kläffte protestierend und lief dann zu seiner Herrin.
„Mist“, fluchte sie leise, „wäre ich doch nur Sekretärin geworden!“
„Das verstehe ich nur zu gut. Man ich wünschte ich wäre damals nach Sibirien gegangen und Bauer geworden, anstelle hier zu landen“
Balutin leerte sein Glas und stellte es auf Ordins Tisch ab.
„Sie als Bauer? Das kann ich mir nicht vorstellen!“ Alexandra lachte.
„Genau sowenig, wie ich Sie mir als Sekretärin vorstellen könnte!“
„Sie haben recht, ich wollte schon immer zu den fernen Welten fliegen, von denen die Kolonialen gesprochen haben. Mit neun Jahren bin ich sogar bei einem Schulausflug nach San Diego ausgerissen und habe versucht mich auf einen Raumfrachter einzuschmuggeln, um zum Mars zu fliegen. Natürlich wurde ich gefunden, bevor der Frachter abgeflogen war. Ich bekam zwei Wochen Hausarrest und zu Weihnachten eine Reise zum Mars geschenkt.“
„Eine Reise zum Mars geschenkt zu bekommen, und das als Kind, dass muss ja richtig aufregend gewesen sein!“
„Ganz und gar nicht. In den Sommerferien stand die Reise an. Der Raumfrachter war der älteste und langsamste Seelenverkäufer, der die Tour zum Mars machte. Und ich war als Küchenhilfe dabei. Fünfzehn Tage dauerte die Reise zum Mars, einen Tag lang wurde das Schiff dort entladen, den nächsten Tag wurde es beladen, und dann ging es wieder fünfzehn Tage lang zurück zur Erde.“
„Ihre Eltern wollten ihnen wohl damit eine Lektion erteilen, habe ich recht?“
Alexandra grinste ihn so breit an, dass sich ihre Antwort darauf erübrigte. Sie kniete sich nieder und kraulte ihren treuen Begleiter, der die Aufmerksamkeit seiner Herrin sichtlich genoss.
„Hat ihnen nicht viel genützt! Kaum, dass ich meinen Schulabschluss gemacht hatte, heuerte ich auf der Saturnroute an und habe mich dann hochgearbeitet.“
„Bis zu dem Vorfall mit der Wernher von Braun.“
„Ja, bis zu der von Braun Affäre.“
Alexandra schwieg danach und der Gouverneur vermied es tiefer auf dieses Thema einzugehen. Im Vorfeld der Reise hatte er sich über die Vorgeschichte der Offiziere eingehend informiert. Kapitän Ordins Verbindung mit der Wernher von Braun Affäre war kein Geheimnis gewesen. So tragisch die Vorfälle auch gewesen waren, so hatte sich die Kapitänin damals als erstklassige Offizierin erwiesen. Und auch jetzt hofft er darauf, dass sie gemeinsam die richtige Entscheidung treffen konnten, um der Besatzung und den Passagieren der Sakura Maru eine Zukunft auf dem Planeten zu ermöglichen.
„Wir haben von Anfang an keine große Auswahl gehabt, oder Kapitän?“
„Nein das haben wir nicht wirklich, Herr Gouverneur.“
Alexandra trat an ihren Schreibtisch, setzte sich und mit einer Handbewegung aktivierte sie Leilas Kommando Interface. Die allmächtige künstlichen Intelligenz des Schiffes meldete sich augenblicklich.
„Was darf ich für Sie tun Kapitän Ordin?“
„Erstelle eine Befehls-Depesche füge das aktuelle Datum kolonialer Standardzeit und die Sakurazeit hinzu. Briefkopf meines Büros und den des Vertreters der kolonialen Behörde Gouverneur Balutin. Empfänger der Depesche: der Leiter der medizinischen Station Doktor Heino Schmidt, die Führungsoffiziere des Schiffes Sakura Maru und die Mitglieder des Führungsstabes des Gouverneurs.“
„Wie lautet der Inhalt der Depesche?“
„Mit diesem Schreiben wird Doktor Heino Schmidt ermächtigt, seinen Plan zur Rettung der Mannschaft und der Kolonisten durchzuführen. All seinen Anweisungen zur Behandlung von Harpers-Seuche ist Folge zu leisten. Er handelt im Sinne der kolonialen Behörde und der kolonialen Flotte. Widersprüche und Bedenken dürfen an diese Depesche angehängt werden, um bei späteren Untersuchungen der kolonialen Behörde berücksichtigt zu werden. Gott sei mit uns!“
„Ist das alles?“
„Ja. Setzt darunter meine Unterschrift. Autorisation Ordin Gamma 00 Alpha Beta.“
„Verifizierung erfolgt. Herr Gouverneur, ich benötige auch ihre Zustimmung!“
„Setzte auch meine Unterschrift daneben. Autorisation Balutin Lambda 23 Gustav Gustav.“
„Verifizierung erfolgt.“
„Speicher den Befehl ab und sende ihn an die Empfänger. Wenn Rückmeldungen kommen, dann füge diese der Depesche zur Dokumentation an. Einen entsprechenden Eintrag ins Logbuch der Sakura Maru hat ebenso zu erfolgen. Eine nachträgliche Änderung des Eintrages ist nicht gestattet! Verschlüsselung des Eintrages gemäß kolonialem Standard für eine spätere Untersuchung durch die kolonialen Ermittler.“
„Der Befehl wurde verschickt. Der Eintrag ins Logbuch und die Speicherung der Depesche ist erfolgt Kapitän Ordin.“
„Danke Leila, das wäre es fürs Erste.“
„Wie Sie wünschen Kapitän Ordin.“
Alexandra lehnte sich in ihren Stuhl zurück und stieß einen tiefen Seufzer aus.
„Was haben wir da getan?“ Alexandra tätschelte Happys Kopf, den er auf ihren Schenkel gelegt hatte.
Balutin grinste sie schief an.
„Wir haben damit den Weg frei gemacht um die Menschen zu retten. Übrigens war es ein gerissener Schachzug im Befehl nicht die Methode der Behandlungzu erwähnen. So haben wir zumindest von uns die Verantwortung für die Naniten abgewälzt.“
„Wie man es von Politikern erwartet.“ schnaubte Alexandra „Ein Scheißjob ist das!“
Sie nahm die Flasche, schenkte Balutin einen doppelten ein und prostete ihm zu. Balutin erwiderte die Geste und kippte das Glas in einem Zug leer. Ordin trank einen ordentlichen Schluck direkt aus der Flasche.
„Schade um das Glas.“ murmelte Balutin, dann holte er aus und zerschmetterte auch sein Glas an der Wand, die Splitter regneten auf den Boden. Mit dem Befehl hatten sie das Schicksal der Siedler besiegelt.