Kapitel 13
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Kapitel 13
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„Ich bleibe am Computer und überwache die Gänge und Aktivitäten des Gegners. Außerdem habe ich die Papiere mit den Codierungen hier und kann die Türen öffnen und Kraftfelder deaktivieren. Vielleicht bekomme ich sogar Zugriff auf den Zentralcomputer und kann ihn stören.“
Erregtes Gemurmel.
„Gut“, hub Tarja an, „Kira bleibt bei den Computern, Stella und Pedro passen auf sie auf und schirmen sie ab. Der Rest der Truppe kommt mit.“
„Ich frage mich nur warum wir sieben Gruppen aufgestellt haben, wenn am En-de eh alles wild durcheinander rennt“, stieß Stella ihren Kater an.
„Hm … ganz einfach. Solange wir Freiwillige finden ist alles okay. Wenn es drauf ankommt, kann man immer noch Gruppen verpflichten.“
Stella stutzte kurz und verstand.
„Ich will nur hoffen, dass es niemals soweit kommt“, ergänzte er noch schnell.
Sie zogen los, gingen an die Felswände gepresst und in geduckter Haltung, in Richtung des Eingangs, der durch ein Energiefeld versperrt war. Tarja nahm ihr Funkgerät zur Hand und sah die anderen an.
„Wir bilden zwei Gruppen“, sagte sie leise. „Die erste Gruppe besteht aus Cyron, Chiron, mir, den Stieren und Helios. Die zweite Gruppe sind die Wölfe, der Säbelzahntiger, die Füchsin und Sandra.“
Die auf die Gruppen aufgeteilten Mitglieder schauten sich an, nickten und versicherten sich ihrer gegenseitig.
Tarja drückte auf die Sprechtaste. <„Kira, wir sind am ersten Energiefeld angekommen.“>
<„Okay, wartet einen Moment, ich prüfe es. Der Gang dahinter ist leer und führt nach sechzig Metern nach links, danach kommt ein weiteres Energiefeld.“>
<„Gut.“>
Das Energiefeld verschwand. Kira leistete gute Arbeit.
„Okay, Leute. Es geht los.“
Lautlos schlichen die ersten in den Gang. Sie hatten ihre Waffen gezogen und aktiviert. Die Läufe flogen nur so hin und her und schienen jeden Quadratzentimeter des Raumes abzutasten. Das Einhorn ging als letztes in den Gang und sie setzte die Hufe sehr vorsichtig und leise. Der Boden schien aus einem schalldämmenden Material zu bestehen und federte bei jedem Schritt leicht durch. Die ersten hatten die Biegung erreicht, hielten inne und schauten um die Ecke.
Der Gang war leer. Cyron, der vorweg ging, hob die rechte Hand, das bedeutete Achtung. Er winkte nach vorn und die hinter ihm hockenden AnChafren erhoben sich und drangen in gebückter Haltung weiter vor. Sie standen vor der nächsten Energiebarriere. Cyron war jetzt ganz hinten und Tarja hatte die Spitze übernommen.
Sie redete mit Kira. <„Wir sind an der zweiten Barriere. Wie sieht es dahinter aus?“>
<„Der nächste Gang wird von zwei Messerdrohnen überwacht und teilt sich nach zweihundert Metern. Ihr solltet euch aufteilen, die Drohnen zerstören und getrennt weiter gehen, um einen Hinterhalt zu vermeiden.
Die eine Gruppe sollte weiter dem linken Gang folgen, die andere Gruppe dem rechten Gang.
Der linke Gang führt zum Computerkern, der rechte zur Waffenfabrik. Die Drohnen fliegen im hinteren Teil des Bereichs, kurz hinter der Gabelung, in je-dem Gang eine. Außerdem habe ich es geschafft die Sensorenleistung der Kampfeinheiten und Messerdrohnen zu reduzieren. Beim ersten Mal hatte ich es verbockt und der Zentralcomputer bemerkte die Manipulation. Aber jetzt habe ich, glaube ich, den Dreh gefunden.“>
<„Okay, wir werden es sehen.“>
Bisher lief es gut.
Das Energiefeld verschwand und der Blick auf den dahinterliegenden Bereich war frei. Tarja hob die Hand und schaute in den Gang hinein. Sie sah nichts, hörte aber in greifbarer Nähe das Sirren der Messer. Ihre Hand machte eine Vorwärtsbewegung. Sie sprang mit auf und rannte hinein, alle folgten ihr. Sie pressten sich dicht an die Wände und hielten den Atem an.
Keiner bewegte sich mehr.
Die Messerdrohnen waren deutlich zu hören und ihre tödliche Aura geradezu spürbar. Der Gang endete an einer T-Gabelung. Der Zeitpunkt der Trennung war gekommen. Tarja hob eine Hand und machte eine kreisende Bewegung. Die Anderen verstanden sofort. Einige wechselten fliegend die Seiten. Somit befand sich die erste Gruppe an der linken Wand und sollte zum Computer-kern und die zweite Gruppe an der rechten Wand, auf dem Weg zur Waffenfabrik.
Die Karten waren gemischt und wurden jetzt auf den Tisch gelegt.
Noch waren sie zusammen und alle blickten auf Tarja. Sie hob erneut ihre Hand. Die ersten vier AnChafren gingen in Schussbereitschaft. Tarja ballte ihre Faust, die vier rückten auf ihre Höhe vor und hockten nebeneinander im Gang.
Tarja zählte mit den Fingern. Eins, Zwei, Drei.
Zwei Chafren rasten in den Gang nach links, zwei nach rechts. Jeweils einer kniend, der andere dahinter stehend, eröffneten sie das Feuer. Laserstrahlen fauchten auf und zwei Explosionen ertönten. Die Drohnen lagen zerstört am Boden. Tarja lächelte. Das war Spitze gelaufen.
<„Okay, Kira. Die Drohnen sind hin. Gruppe Eins rückt weiter vor zum Computerkern, Gruppe Zwei zur Waffenfabrik.“>
<„Super Arbeit“>, lobte Kira. <„und gut aufgepasst. Gruppe zwei steht jetzt vor einem Energiefeld. Dahinter befindet sich ein weiterer Gang. Links und rechts sind Räume mit Waffen und Papieren. Am Ende des Bereichs steht eine Kampfeinheit und darüber schwebt ein Messer. Sandra sollte die Kampfeinheit mit den Doppelmaschinenkanonen übernehmen, während zwei andere das Messer runter holen.“>
<„Okay, machen wir.“>
Sandra schaute unglücklich, aber war kampfbereit.
<„Gruppe eins bewegt sich den Gang weiter entlang, biegt nach links ab und geht die Treppe hinunter bis auf Ebene minus drei, da ist dann wieder ein Kraftfeld.“>
<„Wir gehen es an.“>
Stella schaute Kira an und seufzte. „Das sieht alles nicht gut aus, oder?“
„Doch, doch. Bisher läuft alles bestens. Ich darf nur nicht den Überblick verlieren.“
Die erste Gruppe, auf dem Weg zum Computerkern, folgte also dem Gang, bog links ab und stand vor den erwähnten Treppen. Tarja hob die Hand und alles wurde aufmerksam. Sie senkte die Hand wieder.
„Was ist denn los?“, flüsterte Chiron.
„Ich dachte, ich hätte was gehört.“
Sie schüttelte den Kopf und winkte kurz. Die anderen folgten ihr und sie gin-gen die Treppe hinab. Alle abzweigenden Ebenen waren durch Kraftfelder versiegelt. Sie kamen zur dritten Ebene und stutzten. Das Energiefeld war abgeschaltet.
<„Kira, hier Gruppe Eins. Hast du das Kraftfeld auf Ebene minus drei abgeschaltet?“>
<„Nein. Verdammt, das müsste laut meiner Holoanzeige aktiv sein.“>
<„Na super. Danke Kira, dann sind wir gewarnt. Uns versucht einer dazwischen zu pfuschen.“>
<„Ich versuche was ich kann. Gruppe zwei, wie weit seit ihr?“>
<„Wenn du endlich das Kraftfeld deaktivieren würdest, könnte es heute noch was werden.“> Der Wolf am Funkgerät war Syrgon und sichtlich genervt.
<„Verdammt, das hatte ich doch getan. Augenblick.“>
Plötzlich hörte man mitten in der Übertragung ein Surren und Kiras Stimme, welche sich überschlug. Dann ertönte Laser- und Maschinengewehrfeuer, gefolgt von zwei Explosionen.
<„Ach, so ein Mist. Danke Pedro, danke! Ich bin dir wirklich sehr dankbar dafür, dass du mir wenigstens den Monitor gelassen hast, den ich im Moment dringend brauche. - Bin wieder da. Wir hatten gerade Besuch. Entschuldigt bitte. Gruppe zwei, ich habe die Codierungen vertauscht. Gruppe eins, euer Kraftfeld ist von mir deaktiviert worden. Wartet noch einen Augenblick auf Anweisungen.“>
<„Okay, wir warten.“>
<„Gruppe zwei, ihr könnt jetzt weiter vorrücken.“>
Im selben Augenblick verschwand das Feld und in die Kampfeinheit und das Messer kam Bewegung. Beide rasten auf die Gruppe zu.
Sandra war sofort zur Stelle.
Ihre Waffen richteten sich auf die Kampfeinheit aus, während die Füchsin und der Säbelzahntiger seitlich von ihr standen. Zeitgleich eröffneten alle das Feuer. Die Geschosstreffer des Roboters lösten Felsgestein von den Wänden und die Splitter flogen vor ihren Augen herum. Querschläger prallten von den Wänden ab und erzeugten ein spratzendes Geräusch.
Sandra fackelte nicht lange. Sie visierte den Roboter an und feuerte. Links und rechts an ihrem Hals vorbei, flogen die Geschosse ihrer Kanonen, schlugen auf der Oberfläche der Kampfeinheit auf, brachten sie aus dem Gleichgewicht. Weitere Schüsse durchschlugen die Stahlpanzerung, drangen in das elektronische Gehirn des Roboters ein und zerfetzten ihm die elektromechanischen Eingeweide. Sinja und Grey fegten derweil die Drohne aus dem Weg und sie stürzte rauchend auf das Wrack der Kampfeinheit. Keiner hatte Schaden genommen. Die zweite Gruppe ging weiter in den Gang hinein und setzte ihren Marsch auf die Waffenfabrik fort.
<„Gruppe eins, hier Kira. Wenn ihr den Gang vorrückt, müsst ihr sofort links abbiegen, dann kommt ihr an einen Aufzug. In den steigt ihr ein und fahrt mit ihm zwanzig Etagen nach unten. Dort angekommen müsst ihr sofort schießen. Direkt hinter der Aufzugtür steht eine Kampfeinheit, die den Aufzug be-wacht.“>
<„Okay, wir rücken vor.“>
Tarja machte eine Handbewegung nach vorne und sie setzten sich in Bewegung. Halb geduckt rannten sie nach links und sahen eine weit geöffnete Tür.
„Das muss er sein“, rief Chiron.
Einer nach dem Anderen bestieg die Kabine. Cyron, als letzter eingetreten, betätigte den Knopf auf dem -20 stand. Die Türen schlossen sich und es ging abwärts.
Der Tigertaur machte sich bereit und drängte sich vor zur Tür. „Ich übernehme das“, sagte er.
Er schaute, genau wie die anderen, gebannt auf die über der Tür hängende Etagenanzeige. Als eine -18 erschien machte er sich bereit und aktivierte die Waffen. Er sah bereits jetzt die roten Umrisse des Roboters auf dem taktischen Monitor.
„Ziel erfasst“, sagte er lapidar.
Die Türen waren noch nicht mal offen, da hatte Helios das Feuer schon eröffnet. Als die Türen komplett auseinander geglitten waren, hatten sie unzählige Durchschusslöcher und der Roboter lag qualmend vor ihren Pfoten.
„Das nenne ich mal ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch“, sagte einer der Stiere.
<„Kira, hier Gruppe eins. Wir sind aus dem Aufzug raus und haben die Kampfeinheit entschärft.“>
<„Ausgezeichnet. Ihr seid verdammt schnell“.> Kiras Stimme klang erfreut. <„Okay, Gruppe eins. Jetzt kommt die vorletzte Hürde für euch. Wenn ihr am Ende des Gangs rechts abbiegt, steht ihr wieder vor einem Kraftfeld. Ich werde es deaktivieren, wenn ihr davor seid. Dahinter befindet sich der Zugang zum Computerkern.
Im Raum davor steht eine Kampfeinheit und es schwirren vier Drohnen durch den Raum. Ich werde das Kraftfeld schrittweise deaktivieren und wieder aktivieren. Ich habe herausgefunden, dass es ein Zeitfenster bei den Drohnen gibt. Sie bewegen sich durch den Raum und verharren für etwa fünf Sekunden an den jeweiligen Enden.
Ihr solltet euch zuerst um den Roboter kümmern. Das Kraftfeld deaktiviere ich auf mein Kommando für fünf Sekunden, dann schalte ich es für zehn Sekunden wieder ein, dann seid ihr vor den Messern geschützt. Danach sehen wir weiter.“>
<„Okay, sind auf dem Weg.“>
<„Gruppe zwei, wo seid ihr?“>
<„Wir haben die Einheit und das Messer vernichtet und stehen jetzt im Gang.“>
<„Okay, das ist super. Ihr habt es fast geschafft. Geht jetzt den Gang hinunter. Am Ende befindet sich eine Hochdrucksicherheitstür. Diese wird mit Hydraulik geöffnet. Dahinter befindet sich die Waffenfabrik.
Ihr geht jetzt bis zu dieser Tür und wartet auf weitere Anweisungen. Ich versuche, wenn ihr angekommen seid, die Bänder der Fabrik von hier aus zu stop-pen.“>
<„Gut, wir gehen weiter und warten dann.“>
Die erste Gruppe stand derweil vor einem schwierigen Problem. Sie waren vor dem Kraftfeld angekommen und wussten was jetzt auf sie zukam.
„Wir müssen perfekt synchronisieren. Ein Fehler und wir sind vielleicht alle verloren“, sagte Cyron.
Alle nickten.
Der Tigertaur ging vor dem Kraftfeld auf die Knie und visierte die von ihm geschätzte Position des Kampfroboters an.
<„Kira, hier Gruppe eins. Wir sind in Position.“>
<„Okay Leute, lasst es krachen. In Drei, Zwei, Eins …“>
„Feuer“, schrie Tarja.
Der Tigertaur schaute sich um.
Das Kraftfeld aktivierte sich wieder.
<„Kira, hier Gruppe eins. Lass es sein mit dem Kraftfeld.“>
<„Was ist denn los bei euch?“>
<„Wir haben hier ein ernstes Problem.“>
<„Okay, kriegt das erstmal in den Griff und meldet euch dann wieder bei mir.“>
„Was ist los, Helios? Warum hast du nicht geschossen?“
„Da war nichts“, rechtfertigte er sich.
„Wie, da war nichts?“, fragte Chiron.
„Da war keine Kampfeinheit zu sehen.“
„Verdammt, wenn ich nur wüsste was da nicht stimmt“, fluchte Cyron.
Sie sahen sich an.
Tarja griff nach ihrem Funkgerät. <„Kira, hier Gruppe eins.“>
<„Hier Kira. Was ist los bei euch?“>
<„Wir haben hier ein schweres Problem.“>
<„Oh, das ist mal ganz was Neues.“>
<„Lass die Sprüche und hör bitte zu. Du sagtest, dass sich im vor uns liegenden Raum, eine Kampfeinheit und vier Messerdrohnen befinden sollen. Helios woll-te feuern, konnte aber keine Ziele ausmachen, weil da nichts ist.“>
<„Gruppe eins. Habe ich das richtig verstanden? Da ist nichts?“>
<„Ja, richtig.“>
Indessen hatte Gruppe zwei die Hochdrucktür erreicht und wartete geduldig. Sie saßen da und lauschten besorgt dem Gespräch zwischen Tarja und Kira.
„In deren Fell möchte ich nicht stecken“, sagte Grey.
„Da stimmt was nicht und zwar gewaltig. Das sieht verdammt nach einer Falle aus und die stinkt gen Himmel wie ein Haufen Hundescheiße“, bemerkte Syrgon.
<„Kira, hier Gruppe zwei. Können wir vielleicht irgendwas tun?“>
<„Gruppe zwei, hier Kira. Haltet euch zurück. Ihr könnt gar nichts tun, nur ab-warten.“>
<„Warten? Das ist doch Mist.“>
<„Was wollt ihr denn tun? Etwa in die Fabrik gehen?“>
<„Ja! Das wäre doch schon mal was.“>
<„Toll! Nur zu eurer Information, in der Fabrik wimmelt es nur so vor Messerdrohnen, abgesehen davon, dass da auch fünf Kampfeinheiten herumrennen. Wenn ich die Schleuse jetzt öffne, dann käme es einem Mord gleich.“>
Die Mitglieder der zweiten Gruppe sahen sich an und seufzten.
„Okay, vergessen wir’s und bleiben erstmal sitzen“, sagte Grey.
<„Gruppe eins, wie ist euer Status?“>
<„Wir hocken immer noch vor dem Kraftfeld und wissen nicht weiter.“>
Es herrschte Stille.
<„Kira, was ist los? Antworte und lass uns hier nicht hängen.“>
Wenige Sekunden später kam die Antwort. <„Gruppe eins, zieht euch vom Kraftfeld zurück. Ich habe da eine Vermutung.“>
<„Was sollen wir?“>
<„Ich sagte, ihr sollt euch zurückziehen. Nicht ganz, aber circa zehn Meter. Ich habe eine Vermutung und die will ich bestätigt wissen.“>
<„Okay, wir ziehen uns zurück.“>
Tarja winkte und zeigte hinter sich. Die Gruppenmitglieder traten in den Gang zurück und gaben das Kraftfeld frei.
<„Reicht das, Kira?“>
<„Ja, das reicht schon aus. Okay, meine Vermutung hat sich bestätigt. Die Zugangstür zum Computerkern wird definitiv von einer Kampfeinheit und vier Drohnen bewacht, aber die sind mit einem Tarnfeld ausgerüstet.“>
<„Tarnfeld?“>
In Gruppe zwei schauten sich die Beteiligten schief an, starrten auf das Funk-gerät und wollten ihren Ohren nicht glauben.
<„Ja, ihr habt richtig verstanden. Bei Annäherung unter eine bestimmte vor-programmierte Entfernung werden die Waffensysteme von einem Energiefeld umhüllt, welches die sichtbaren Frequenzen ablenkt. Das Objekt innerhalb des Feldes erscheint unsichtbar. Es ist aber immer noch da, man kann dagegen lau-fen und sich verletzen oder wenn es sich um eine Waffe handelt von ihr getötet werden.“>
<„Scheiße noch mal. Und jetzt?“>
<„Ich versuche was. Wartet.“>
<„Jetzt sitzen wir ganz schön im Dreck“>, seufzte Chiron.
Es vergingen fünf Minuten.
<„Hier Kira. Gruppe eins. Ich kann das Tarnfeld von hier aus nicht beeinflussen, aber ich habe was anderes gefunden.“>
<„Schade, aber lass mal hören.“>
<„Okay, passt auf. Ich habe auf den Kamerabildern gesehen, dass sich über dem Gang ein Belüftungssystem befindet. Ein entsprechender Austrittsschacht für Frischluft befindet sich in dem vor euch liegenden Bereich. An eurer jetzigen Position muss sich auch so was befinden. Der Schacht liegt hinter einem Eisengitter an der Decke. Einer von euch muss in den Schacht klettern.“>
<„Okay, und was dann?“>
<„Wenn einer im Schacht ist, muss er Funkstille halten um die Kampfeinheit und auch die Drohnen nicht auf sich zu lenken. Er zielt mit seinem Laser auf die Positionen die ich ihm vorgebe, gleichzeitig deaktiviere ich sporadisch, wie zuerst geplant, das Kraftfeld.
Durch das Ablenkungsfeuer aus dem Schacht wird die Sensorik des Tarnfeldes verwirrt und deaktiviert sich vielleicht, wird aber zumindest unvollständig funktionieren und die Kampfeinheit ist sichtbar.“>
<„Hm … Alternativen?“>
<„Ja. Einfach reingehen und sich abknallen lassen.“>
<„Okay, die Alternative schließen wir mal aus und wenden uns deinem verrück-ten Plan zu.“>
Die zweite Gruppe verfolgte weiterhin gespannt was passiert.
„Wer will in den Schacht“, fragte Cyron.
„Ich. Ich gehe freiwillig“, sagte Chiron.
„Nein, das wirst du nicht tun. Wenn einer geht, dann bin ich das“, grollte Tarja.
„Vergiss es und denk mal nach“, herrschte Chiron sie an.
„Wenn du getötet wirst, wächst Apophis ohne richtige Mutter auf. Auf mich kann man notfalls verzichten.“
„Das denkst aber auch nur du, denn für mich bist du unentbehrlich.“
Chiron schüttelte den Kopf. „Es gibt keinen anderen Weg.“
Tarja umarmte ihn. „Pass auf dich auf, Liebster.“
„Keine Sorge, meine Kleine. Mir passiert schon nichts.“
Einer der Stiere stellte sich unter das Lüftungsgitter, ein zweiter setzte sich auf seine Schultern und stemmte das Gitter auf.
Chiron nahm sein Funkgerät. <„Kira, was ist mit dem Gitter auf der anderen Seite?“>
<„Die Abstände zwischen den Streben sind groß genug um deine Waffe und deine Hand hindurch zustecken. Stecke aber bitte nur deine Waffe ein kleines Stück weit durch das Gitter. Wenn die Drohnen dich bemerken, werden sie sonst versuchen deine Hand zu amputieren.“>
Chiron verzog das Gesicht und legte die Ohren an. <„Danke für den Tipp.“>
<„Nichts zu danken.“>
„Okay Leute, wünscht mir Glück.“
Sie schauten ihn an und drückten ihm die Daumen.
Er kroch in den Schacht und bewegte sich schlängelnd vorwärts, immer da-rauf bedacht keine unnötigen Geräusche zu verursachen. vorsorglich hatte er sein Funkgerät ausgeschaltet. Die anderen Geräte waren laut genug und er hörte sie über die kurze Entfernung auch so.
<„Kira, hier Gruppe eins. Chiron ist im Schacht und bewegt sich vor.“>
<„Okay. Chiron, ich hoffe du kannst mich irgendwie hören. Die Kampfeinheit steht unter der Schachtklappe hinten rechts. Du müsstest sie sehen können, wenn du schräg durch die Streben schaust.“>
Chiron kroch weiter vor und tatsächlich. Er hatte Glück. Der Roboter stand da und wartete.
<„Die Anderen gehen bitte wieder zum Kraftfeld.“>
<„Okay, Kira. Wir sind wieder in Position.“>
Chiron hatte sich die Position der Kampfeinheit gemerkt und zielte nun blind, da sich das Tarnfeld aufgrund seiner Nähe aktiviert hatte. Er hörte in der Ferne, wie Kira runter zählte und nahm seine Waffe. Bei zwei eröffnete er das Feuer und traf.
Der Strahl der Laserwaffe traf auf das Tarnfeld und es leuchtete hell auf. Jetzt hatten die Anderen ein Ziel. Das Kraftfeld wurde abgeschaltet und Helios feuerte auf das helle irisierende Licht. Es gab einen gewaltigen Knall. Das Kraftfeld wurde wieder aktiviert. Der Roboter hatte sein Tarnfeld verloren und Chiron feuerte weiter. Die Explosion erschütterte den Gang und den Luftschacht. Die Kampfeinheit zerbarst in tausend Stücke, Metallteile regneten auf den Boden, der Luftschacht zerbrach und stürzte mit Chiron zu Boden.
„Nein!“, schrie Tarja. <„KIRA, SCHALTE SOFORT DAS KRAFTFELD AB. CHIRON IST MIT DEM LUFTSCHACHT ABGESTÜRZT UND LIEGT UNTER BESCHUSS.“>
Im gleichen Augenblick erlosch das Kraftfeld.
Helios stürzte herein und eröffnete das Feuer. Er sah zwar keine Ziele und feuerte blind in die Luft, aber das verfehlte nicht seine Wirkung. Irgendwie traf er eine Drohne nach der anderen, störte damit die Tarnfelder. Die Zielautomatik seiner Waffen und die Handlaser der anderen übernahmen den Rest und sprengten sie förmlich in die Luft. Tarja rannte zu Chiron der am Boden lag, aber sich bewegte.
Cyron kam hinzu und sah ihn sich an. „Puh. Glück gehabt. Nur ein paar Schürfwunden und wahrscheinlich eine leichte Gehirnerschütterung.“
Chiron versuchte zu lächeln. „Wo nichts ist, kann auch nichts erschüttert wer-den.“
Erleichtert seufzten alle auf. <„Kira, hier Gruppe eins. Wir haben es geschafft.“>
Gruppe zwei, die alles mit angehört hatte, fing erleichtert an zu lachen und sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. Sandra, dem Einhornweibchen liefen die Freudentränen.
<„Gruppe zwei, hier ist Kira. Ihr müsst nicht mehr lange warten. Wenn Gruppe eins fertig ist, seid ihr in der Fabrik dran.“>
<„Okay, verstanden.“>
Eine solche Erleichterung hatten sie schon lange nicht mehr verspürt.
<„Gruppe eins, aufgepasst. Jetzt kommt die große Stunde. Hinter der Tür vor euch liegt der Computerkern. Er ist nicht weiter bewacht, wird aber von einem Kraftfeld geschützt. Ich habe die Kombinationen für die Deaktivierung hier. Also, entspannt euch. Das Schlimmste habt ihr hinter euch.“>
<„Okay, dann lass mal hören.“>
<„Als erstes wendet ihr euch nach links und rechts, dort befindet sich jeweils eine Computerkonsole mit einem einfachen Ziffernblock.“>
Kira öffnete die Tür von ihrem Terminal aus. Zischend und fauchend öffnete sie sich. Sie traten ein und erstarrten ehrfurchtsvoll. Der Raum den sie betraten glich einer riesigen Kathedrale und in seinem Zentrum befand sich ein langes rundes Gebilde, was bestimmt fünfzehn Etagen hoch war.
Sie standen vor dem Computerkern.
<„Kira, wir sind drin. Was jetzt?“>
<„Geht an die Konsolen.“>
Sie sahen sich um und fanden zwei Stück davon, eine links und eine rechts des Weges.
<„Haben wir.“>
<„Okay, ich gebe euch gleich die Zahlenkombination zur Kraftfelddeaktivierung durch. Diese Zahlen müssen gleichzeitig, auf beiden Konsolen eingegeben werden, sonst klappt das nicht.“>
Cyron und Chiron begaben sich zu den Ziffernblöcken.
<„Tarja hier. Kira, du kannst mit den Zahlen beginnen.“>
<„Ich beginne! 1 5 7 1 8 2 4 9 0 1 8 3 6 9 und Entertaste drücken.“>
Sie taten wie Kira wünschte.
Plötzlich schien die Erde zu erbeben und es wurde dunkler. Das Kraftfeld war verschwunden. Chiron und Cyron nickten sich anerkennend zu. <„Kira, das war super. Es hat geklappt.“>
<„Das freut mich. Einer von euch muss jetzt auf die Plattform gehen, die sich weiter links befindet und ans obere Ende des Kerns fahren.“>
Tarja erklärte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie rannte auf die Plattform zu und betrat sie. Diese bewegte sich nach oben. Tarja konnte es kaum noch schnell genug gehen. Sie wollte es endlich hinter sich und mehr in Erfahrung bringen. Oben angekommen trat sie auf den Weg vor der Plattform.
„Gut Tarja. Ich sehe dich über die Monitore und gebe die weiteren Anweisungen über die zentrale Lautsprecheranlage.“ Kiras Stimme halte durch die Gänge und Räume, schien überall gleichzeitig zu sein.