Das Gewitter
Imported from SF2 with no description.
Der Sergal brauchte einige Minuten, bis er aufstehen konnte. Dabei blickte er in den Himmel, eine Hand immer sein geschundenes Gemächt schützend, und sah der Gewitterwolke zu, wie sie langsam über das Haus zog und immer bedrohlicher wurde. Die Sonne blitzte an einigen Stellen noch durch, wurde aber schnell von dem Monstrum verdrängt. Augenblicklich wurde es kälter, was auch er als Pelzträger spürte. Ein unangenehmer Wind kam auf, die Blätter der Pflanzen und Sträucher raschelten zunehmend stärker. Langsam und stöhnend stand er auf. Jede Bewegung, die seine Hoden machten, schmerzte. „Verdammt, Herrin. Heute habt ihr mich echt gut getroffen.“ Es war definitiv nicht das erste Mal, dass sie ihm so zwischen die Beine geschlagen hatte, und es war auch nicht das heftigste Mal, doch er konnte sich partout nicht an das Gefühl gewöhnen. Zwar hatte er es soweit toleriert, dass es ihm seine Lust auf Sex und Orgasmen nicht komplett verdarb, doch erregend war es immer noch nicht. Er machte sich aber auch keine Hoffnung, dass er die Elfe auf diesem Gebiet überraschen konnte.
So humpelte er langsam, mit einer Klaue zwischen den Beinen, um das Haus herum. Er wollte jetzt erstmal die Werkstatt in Ordnung bringen, die Sauerei auf seinem Bauch war definitiv das geringere Problem. Vor dem Haus traf er Manaltor, schaffte es jedoch nicht, schnell genug die Hand zu entfernen, sodass der Drache breit grinste. „Na, du siehst jetzt auch nicht so aus, als hätte die Herrin dich nur kräftig gemolken.“
Fornoir biss die Zähne zusammen. Ihm war immer noch schlecht und er hatte jetzt definitiv keinen Nerv für eine Diskussion mit dem Drachen. „Halt einfach die Klappe.“ Dann ignorierte er die Schuppenbestie soweit er konnte und bewegte sich langsam auf die Werkstatt zu.
Der Drache bemerkte den eindeutigen, verklebten Fleck auf dem Bauch des anderen Sklaven. „Uhi, da hast du aber einen hohen Preis dafür gezahlt, dass du kommen durftest. Noch mehr Arbeit, Rühreier… Hat sie es dir wenigstens mit dem Mund besorgt? Oder hast du dich mit den Händen begnügen müssen?“
Es war definitiv eine Schwachstelle des Sergals, die der Schwarze da beschrieb. Trotz der Schönheit eines Orgasmuses hatte er sich diesen hart erkauft und er war sich nicht sicher, ob er den Preis noch einmal dafür zahlen würde. Lieber doch selbst Hand anlegen und dafür weder Zusatzarbeit noch unbeschreibliche Schmerzen an solch einer empfindlichen Stelle haben. So hob er nur die freie Hand und zeigte Manaltor den Mittelfinger.
„Also die Hände… Und ich dachte, die Herrin mag dich. Oder war da jemand einfach nur so verzweifelt, dass er jeden Preis gezahlt hätte?“ Er freute sich sichtlich, in dieser Situation seinen Vorgesetzten aufziehen zu können. Denn obwohl er selber seit geraumer Zeit nicht mal mehr eine Erektion bekommen konnte, immerhin war sein Glied in einem Käfig gefangen, war dem Drachen diese Situation deutlich lieber als die magen- und eingeweideverzerrenden Schmerzen eines ordentlichen Hiebs zwischen die Hinterbeine zu bekommen. Auch er hatte schon mehr als einmal Bekanntschaft mit der Faust der Elfe gemacht und der Größenunterschied änderte nichts an der Tatsache, dass es mit Abstand das Schlimmste in seinem Leben war.
„Halt. Die. Klappe.“ Fornoir blieb stehen und sprach die Worte langsam und zornig. „Kümmere du dich um deinen Scheiß und halt dich aus meinem heraus, dann haben wir Beide keine Probleme miteinander.“ Er blickte zornig in die Richtung des Mitgefangenen, wohl wissend, dass ein Sergal mit zornigem Blick, der dabei seine eigene Männlichkeit hielt und schützte, keinen sonderlich überzeugenden Eindruck machte. „Sonst könnte es eines Tages sein, dass du neidisch auf mich bist, weil du die Schmerzen nicht mehr fühlen kannst.“
Manaltor lachte ob der Kastrationsdrohung nur, sagte aber nichts mehr. Er wusste, dass ihm aktuell keine Gefahr drohte, wollte es sich mit dem Sergal aber auch nicht komplett verscherzen. Ein bisschen Rangelei und Frotzelei unter Männchen bezüglich dieses Themas sollte allerdings gestattet sein. Dann verzog er sich in seinen Stall, konnte er aktuell wegen des aufziehenden Gewitters eh nichts mehr erledigen.
//Hau bloß ab, Idiot. Wenn dir die Eier so weh tun würden, würdest du auch nicht mehr so lachen.// Dann schleppte er sich weiter in Richtung der Werkstatt. Dort musste das Männchen sich erst einmal gegen die Wand lehnen und langsam ein- und ausatmen. Er hatte während des kurzen Streites mit Manaltor eine ungeschickte Bewegung mit der Hand gemacht und prompt war ihm ein sehr vertrauter Schmerz in den Bauch geschossen. Jetzt würde er echt gerne einen Eiszauber der Herrin haben oder irgendwas anderes, was die Schmerzen lindern und die Empfindlichkeit der Körperregion senken konnte. Doch er hatte nichts dergleichen, sodass er sich wohl oder übel mit der Situation anfreunden musste. Fornoir seufzte. //Wenn ich nur nicht immer auf ihre Titten reinfallen würde und sie bei jeder Gelegenheit anstarren würde, müsste ich jetzt nicht mit zwei Klöten rumrennen, die sich so groß wie diese Brüste anfühlen würden.// Dann schloss er die Tür zur Werkstatt auf und ließ alle Hoffnung fahren, mit dem gerade bemerkten Chaos schnell fertig zu werden. „Vermutlich ist das Chaos hier morgen noch nicht beseitigt.“ Er wusste sehr genau, warum er sich bislang immer darum gedrückt hatte, diesen Raum aufzuräumen.
Während er damit beschäftigt war, wenigstens grundlegende Ordnung zu schaffen, konnte er durch die dreckigen Fenster beobachten, wie der Wind immer heftiger wurde. Erste Blätter flogen durch die Luft, aber Regen fiel noch keiner. Ab und zu konnte er schon ein Donnergrollen vernehmen. //Jetzt geht es also los. Ich hoffe, die Herrin hat überall die Fenster zugemacht. Sonst darf ich wieder alle Räume sauber machen. Als ob ich nicht schon genug zu tun hätte.// Tatsächlich wusste Fornoir allerdings, dass sie immer sehr bedacht darauf war, dass während der Sommergewitter und Herbststürme kein Fenster aufblieb und die Schäden am Haus und Hof generell vermieden wurden. Sie vermied es auch, ihm durch sowas Zusatzarbeit zu geben, was er ihr hoch anrechnete.
So räumte er weiter auf, packte Werkzeug an ihren angestammten Platz, schaffte neuen Platz für neues Werkzeug, sortierte und entsorgte bei Bedarf. Es überraschte ihn selber, als er nach einer Weile durch einen grellen Blitz und den darauf folgenden Donner aufgeschreckt wurde, dass es ihm offenbar doch mehr Spaß bereitete als gedacht. Angenehm war es dennoch nicht, auch weil er beim Einräumen der unterschiedlichen Gegenstände immer wieder mit dem geschwollenen Hodensack an Ecken und Kanten hängen blieb, was ihm immer einen kleinen Schmerzblitz verursachte.
Einmal war ein schwerer Hammer in eine Situation geraten, in welcher er leicht vom Regal auf den Boden hätte fallen können. Fornoir wollte ihn in Sicherheit schieden, sorgte allerdings nur dafür, dass das schwere Objekt endgültig aus dem Gleichgewicht geriet und fiel. Zwar konnte er es fangen, und verhinderte so, dass ihm ein Zeh zertrümmert wurde, allerdings wurde der Stiel des Hammers unglücklicherweise so zum Pendel, dass er ihm zwischen die Beine schlug. Der Sergal schaffte es gerade noch so, den Hammer auf dem Boden abzulegen, dann gaben seine Beine nach und er kniete auf dem Boden, mit den Händen zwischen den Beinen. Den Göttern sei Dank konnte der Drache ihn nicht sehen, der Anblick hätte jeden Respekt des Wesens vor seinem Vorgesetzten zunichte gemacht. Und das sogar zurecht.
Unterdessen ahnte besagter Drache nichts von den Schwierigkeiten, die der Sergal mit den Werkzeugen hatte. Er freute sich lediglich, dass dieser etwas zu tun hatte, während er sich nach harter Arbeit an der Mühle in seinem Stall ausruhen konnte. Dass es gewitterte, störte ihn nicht wirklich. Gewitter waren ihm nicht fremd, als Drache hatte er auch keine wirkliche Angst vor ihnen. Sie kamen ihm sogar ganz Recht, so konnte die Herrin ihm keine weiteren Arbeiten geben, denn im Haus war er wahrlich nicht zu gebrauchen mit seiner Größe. Bis auf durch einzelne Fenster hatte er noch nie das Innere des Gebäudes erblickt, was ihn aber auch nicht störte.
Was ihn dagegen sehr störte, war der metallene Peniskäfig, den die Herrin ihm vor einiger Zeit angelegt hatte. Obwohl er es schon zigmal erfolglos probiert hatte, konnte er ihn nicht entfernen, egal was er tat. Dennoch legte er sich auch jetzt wieder auf die Seite, hob das eine Bein und machte sich daran, es erneut zu probieren – und erneut zu scheitern. Es war nicht mal ein offenes Geheimnis, dass nicht nur mechanische Kräfte die Männlichkeit des Drachen gefangen hielten, sondern auch magische. „Geh doch einfach ab, du scheiß Ding!“ fluchte er leise vor sich hin. Jedes Mal schien es so, als würde nur ein winziges Stück fehlen, oft hatte er das Gefühl, dass es ihm lediglich an Fingern fehlte um sich aus der Erniedrigung zu befreien. Zwar würde er dann mit dem befreiten Geschlechtsorgan auch nicht viel anfangen können, gab es hier doch weit und breit kein weibliches Wesen, in welchem er seinen Stolz hätte vergraben können. Doch alleine die Tatsache, dass er nicht mal ausschaften konnte, frustrierte das Schuppenwesen ungemein.
So bemerkte er auch nicht, dass sich jemand ihm genähert hatte. „So wird das nichts, du Dummerchen.“ Ein hohes Kichern folgte.
Manaltor stoppte. Wer lachte ihn da aus? Die Herrin? Aber die würde bei dem Wetter doch nicht das Haus verlassen. Er blickte mit den goldenen Augen nach draußen, in das Unwetter, konnte aber im ersten Moment nichts und niemanden erkennen. Dazu war es im Stall durch die fehlende Beleuchtung schlicht zu dunkel. „Wer ist da? Wer spricht da mit mir?“
„Jemand, der dir aus deiner Situation helfen könnte, wenn du ihm wiederrum hilfst.“ Die Stimme, definitiv weiblich, kam von vor seinem Eingang. Jetzt, durch einen Blitz erleuchtet, konnte er auch kurz erkennen, dass es ein zweibeiniges Wesen war, das dort mit ihm sprach. Es hatte große Flügel und offenbar einen langen, dünnen Schwanz.
Es klang zwar schon verlockend, doch hatte er schmerzhaft lernen müssen, dass die besten Verlockungen nichts brachten, wenn man der Person, welche sie versprach, nicht trauen konnte. „Das ist einfach dahergeredet. Warum sollte ich dir in irgendeiner Weise vertrauen? Bist du nicht eher hier, um mich zu ärgern? Wie die anderen auch?“ Kaum hatte er das gesprochen, spürte er, wie seine Arme, seine Beine und der Schwanz gepackt wurden und er mit dem Rücken gegen die Rückwand seiner Kabine gedrückt wurde. Schmerzhaft wurden die Hinterbeine auseinander gezogen, sodass seine gefangene Männlichkeit ziemlich exponiert da hing. War es doch die Herrin, welche sich mit etwas Magie ein bisschen Spaß gönnen wollte? „Argh, was macht ihr da mit mir, lasst mich sofort los!“
„Nana, wie redest du denn mit mir?“ Zumindest von der Stimme her war es definitiv nicht die Elfe. Dieses Wesen klang dunkler, hatte aber auch einen verspielteren Tonfall. Er konnte immer noch nicht erkennen, wer da so übel mit ihm spielte, was ihn ziemlich wütend machte und ein Fauchen auslöste. „Hey! Faucht man seinen Befreier so an?“
„Dafür, dass du mein Befreier sein willst, hälst du mich aber fast noch mehr gefangen als diese blöde Elfe! Also hör‘ mit den blöden Spielen auf und zeig dich mir! Oder sag mir zumindest, wer du bist.“ Der Drache war zornig, doch jede Bewegung ließ die Position, in welcher er sich gerade befand, nur noch unbequemer werden.
Ein Fingerschnipsen folgte und plötzlich schwebte eine Lichtkugel in der Kammer des Drachen. Sie gab ein unnatürlich kaltes, fahles Licht ab, welches auch auf große Wesen wie ihn unbehaglich wirkte. Aber wenigstens konnte er jetzt erkennen, wer ihn denn da so malträtierte.
Es war ein Dämon, keine Frage. Die großen Flügel mit dem Farbverlauf von Orange nach Gelb, die Hörner, ebenfalls mit diesem Farbverlauf, der Schwanz, welcher in einem Puschel endete und auch diesen Verlauf besaß. Das Wesen erfüllte alle Bedingungen. Dazu kamen schwarze Augen mit einer rot leuchtenden Pupille, große, lange, spitze Ohren mit zahlreichen Piercings. Auch im Gesicht gab es von dem Metallschmuck genügend. Die grau-schwarzen Haare waren zu einem Zopf zusammen gebunden und die Hautfarbe konnte man als ein Aschegrau bezeichnen. Unübersehbar waren auch die beiden gigantischen Fettpolster vor der Brust, deren Zweck Manaltor bis jetzt nie verstanden hatte. Sie waren zweifelsohne nochmals ein gutes Stück größer als die der Herrin, lenkten ihn aber nicht wirklich ab, da er als Drache damit nichts anfangen konnte.
Stattdessen betrachtete er kurz die Kleidung des Gastes. Sie schien aus einer Art schwarz gefärbten Leder zu bestehen. Die beiden Brüste wurden von einem Oberteil aus zwei Schalenartigen Lederstücken zusammengedrückt, welches dennoch einen guten Blick auf den Ausschnitt gab, denn es waren lediglich Schnüre wischen beiden Hälften gespannt. Die Löcher für die Schnüre befanden sich in einem schmalen, orangefarbenen Band, welches wohl den Abschluss bildete. Ein anderes, aktuell nicht anwesendes, Männchen würde ob das Anblicks ganz begeistert sein, sich allerdings auch fragen, wie zwei solche Riesentitten von so dünnen Schnüren zusammengehalten werden konnten. Obwohl die Aussicht wirklich gut war, wurden wie bei der Elfe die Brustwarzenhöfe nicht gestreift, man konnte sie nicht sehen. Dieser extravagante Büstenhalter wurde von einem Halsband mit einem großen Ring gehalten und endete auf der anderen Seite, unterhalb der Brüste, in einem Korsett. Um den Schambereich zu verdecken wurde nur ein sehr kleiner Slip. Dieser war ebenfalls orange. Die beiden Schädel seitlich an den Hüften, die Manaltor entfernt an kleine Drachenschädel erinnerten, beunruhigten ihn ein wenig. Waren sie von ehemaligen Opfern des Dämons? Oder woger kamen sie? Wollte er die Herkunft überhaupt wirklich wissen?
Zudem trug die Dämonin hohe Stiefel, die wie bei Faldarea über die Knie gingen. Nur dass in Höhe der Knie noch jeweils ein Auge als eine Art Schutz vorhanden war. Zudem hatte das weibliche Wesen vor ihm deutlich höhere Absätze, die auch signifikant schmaler als die der Elfe waren. Alles an dem unangekündigten Gast wirkte nicht sonderlich beruhigend, fast abstoßend und verängstigend.
Nachdem er das Äußere lang genug mit skeptischem Blick begutachtet hatte, sprach die Dämonin ungeduldig: „Also, hast du dich jetzt lang genug an mir sattgesehen und können wir weitermachen?“ Sie schnipte noch einmal mit dem Finger und zwei weitere Körperteile wurden gezogen.
„Au! Au! AU!“ Der Drache schrie auf, als seine großen Drachenhoden plötzlich starken Zug verspürten. Nicht dass sehr unsanft an ihnen gezogen wurde, nein, sein rechter Hoden wurde nach rechts unten, sein linker nach links oben gezogen. „Ja, ist ja gut.“ //Warum müssen alle Weiber auf dieser Welt eigentlich immer an diese Stelle gehen? Gibt es denn keine bessere Stelle am Körper?// „Also, warum sollte ich dir helfen? Und wobei eigentlich? Und um was in aller Welt ist eigentlich dein Name?“
„Ihr Kerle seid doch echt alle gleich. Sobald man euch an die Eier geht, werdet ihr klein und macht, was man euch aufträgt.“ Erneutes Kichern kam von der Dämonin. „Mein Name tut hier nichts zur Sache. Und du wirst mir helfen, weil ich dich dann aus dem Käfig befreie. Wirst du mir nicht helfen und werde ich mein Ziel ohne deine Hilfe erreichen, was ich garantiert werde, wirst du mein Sklave werden. Ich bin ein Dämon, falls du das noch nicht bemerkt hast, wir bekommen immer was wir wollen.“ Sie klang sicher und trug ihr Anliegen Ernst ohne ein Anzeichen von Humor oder Übertreibung vor. „Solltest du mir allerdings helfen, befreie ich dich, du wärst dann frei, dich mir gleichberechtig anzuschließen und mir bei meiner weiteren Mission zu helfen.“ Sie schwieg kurz, um eine Reaktion des Drachens abzuwarten, allerdings kam nichts dergleichen. „Mein Ziel ist es im Übrigen, die Herrin dieses Hauses, zu finden, zu binden und ihre Magie zur Stärkung meiner Macht zu nutzen. Dort wo ich herkomme, werde ich mit ihr als Trophäe ziemlich bekannt und erfolgreich. Außerdem bin ich hinter einigem in ihrem Haus her, hier soll es wertvolle magische Objekte geben.“
Es gab wirklich jemanden, der kam, um ihn zu befreien? Und wenn sie wirklich so stark war, wie sie behauptete, dann könnte sie ihn befreien, die verhasste Herrin besiegen und ihm seine Rache geben. Aber war sie das wirklich? Oder überschätzte sie sich nur? „Das klingt alles ziemlich schön, aber ich habe die Kraft der Elfe am eigenen Leib erlebt. Ich weiß, wie stark sie ist. Also, was macht euch so sicher, dass ihr es mit ihr aufnehmen könnt?“ Kaum war das letzte Wort gesprochen, knallte der Kopf des Drachen auch sehr unsanft mit einem lauten Wumms gegen die Wand. Gleichzeitig wurden die Testikel noch stärker gezogen, die Samenleiter noch stärker beansprucht. Tränen bildeten sich in seinen Augen als er das Gefühl bekam, dass ihm die Hoden abgerissen wurden.
„Wage es noch einmal, meine Macht in Frage zu stellen und ich warne dich. Es ist eine Sache, so töricht zu sein, nicht auf das großzügige Angebot eines Dämons einzugehen, doch es ist etwas anderes, die Fähigkeiten zu kritisieren. Ich könnte dich hier ohne Probleme, ohne schlechtes Gewissen auf Arten töten, die du dir noch nicht mal vorstellen kannst. Jeder weltliche Tod wäre harmlos dagegen.“ Sie war zornig, hielt die rechte Hand in seine Richtung ausgestreckt. Ihre Flügel wurden so weit ausgespannt wie es die Dimensionen des Raums zuließen und die Augen leuchteten rot.
„Argh, meine Eier!“ schrie der Drache auf, ehe der Zug ein Stück weit gelockert wurde. „Ich habe deine Macht gesehen, ich weiß nun, dass ihr die Herrin besiegen werdet. Nur bitte lasst mich und meine Eier los! Ich werde euch auch bei allem helfen und alles machen, was ihr sagt.“ Er hatte die Macht des Dämons gesehen und hatte nun nicht wirklich Lust, sich mit ihr anzulegen. Dazu kam die Tatsache, dass er sich schon seit langem an der Herrin und ihrem Sergalsklaven rächen wollte.
Sie lockerte tatsächlich alle magischen Fesseln, bis sie dann schließlich komplett fielen. Wie Fornoir früher am Tag auch, griff Malator mit der rechten Pranke nach seinem Gemächt und schützte so seine fragilen Schätze. Auch wenn er sie jetzt noch nicht nutzen konnte. „Also, der Plan ist ganz einfach. Du sorgst dafür, dass die Herrin aus dem Haus kommt, ich kümmere mich um den Rest. Aber pass vielleicht darauf auf, dass das Haus nicht beschädigt wird. Ich habe keine Lust, dass etwas von den Artefakten kaputt geht.“
Unterdessen hatte Fornoir die Schnauze gestrichen voll. Seine Hoden schmerzten zunehmend durch die Bewegung, er hatte keine Möglichkeit ihnen mal eine Pause zu geben, durch das Umherrücken der zum Teil schweren Kisten und Werkzeuge hatte er Hunger und Durst. „So, das war es jetzt. Es ist nicht perfekt, aber immerhin ist es etwas aufgeräumt. Und durchgefegt habe ich auch.“ meinte er anerkennend zu seinem Werk und begutachtete die Werkstatt. Tatsächlich war sie schon lange nicht mehr so schön und ordentlich, da er der einzige war, der sie benutzte und nie einen wirklichen Drang dazu hatte, sie gepflegt zu halten. „Jetzt putzen gehen und dann Feierabend.“ Er blickte nach draußen, wo ganz offensichtlich die Welt unterging. Es regnete in Strömen, Blitze zuckten teils im Sekundentakt und der Donner war schon lange ein kontinuierliches Grollen, bei dem man nur die stärksten Schläge wirklich einem Blitz zuordnen konnte. Gott sei Dank gab es ja die Arkaden, unter denen er weitestgehend trocken und sauber zum Haus kam.
So verließ er die Werkstatt und dreht sich gerade um, um die Tür abzuschließen, als er ein komisches Licht aus den Ställen bemerkte. Es war kein Feuer, dazu war es viel zu kalt. //Magisches Licht? Ist die Herrin bei Manaltor? Bei dem Wetter? Ich kann es mir fast nicht vorstellen.// Skeptisch blicke der Sergal in die Richtung. Es war ihm zu suspekt, dass er es einfach ignorieren konnte. Dazu kam, dass er dem Drachen nicht wirklich traute und es definitiv aus der Richtung seiner Kammer kam. Ein riesiger Blitz zuckte von links nach rechts über den Himmel und erhellte genau in diesem Moment die Szene. Nun bemerkte Fornoir, dass sich etwas im Stall bewegte und es war definitiv nicht der Drache. Er hatte genug gesehen, um der Herrin davon schleunigst Bericht zu erstatten.
Vorsichtig schlich er sich durch die Arkaden und konnte dann aus einem anderen Winkel besser erkennen, dass da wirklich jemand stand. Oder zumindest etwas. Es hatte anscheinend Flügel, einen Schwanz und einen sehr weiblichen Hintern. Zweifelsohne, es muss der Dämon sein, von dem die Elfe gesprochen hatte. Aber wenn er wirklich hier war, musste er heute Mittag doch schon sehr nahe gewesen sein. Warum hatte sie ihn nicht bemerkt? Die Antwort auf diese Frage musste warten, er musste zu ihr und es ihr mitteilen. Ohne gesehen zu werden, wobei die Flügel ganz offensichtlich viel Sicht auf das, was außerhalb passierte, nahmen.
Kaum war er im Haus, und hätte um ein Haar das Fußputzen vergessen, suchte er die Herrin. Sein erster Anlaufort war das Labor, doch dort fand er sie nicht. Unruhe stieg in ihm auf, immerhin konnte der Dämon auch schon im Haus sein. Es war noch nicht Nacht, die Fallen noch nicht aktiv.
War sie vielleicht im Observatorium? Schnell hechtete er die dunklen Treppen hoch. Im Raum brannte Licht, doch auch dort fand er sie nirgends. Auf seine Rufe wurde nicht geantwortet. Hatte der Dämon sich schon an ihr vergangen? Seit dem letzten, schmerzhaften Hieb gegen seine Kronjuwelen wurde sie von keinem mehr gesehen.
Er sprang die Stufen runter, zunächst zu ihrem Schlafzimmer, an welchem er laut klopfte, er jedoch auch keine Antwort bekam. „Scheiße! Herrin, wo seid ihr?“ rief er in seiner zunehmenden Panik. Mittlerweile waren ein paar Minuten vergangen, eine lange Zeit, wenn ein mächtiger Dämon vor der Tür lauerte. Natürlich bekam er auf seinen Ruf, den er mehrfach wiederholte. Immer vergebens.
Zurück im Erdgeschoss kam er an einem Fenster vorbei, wo er eigentlich den Stall sehen konnte. Doch er war dunkel und wirkte verlassen. „Verdammte Scheiße!“ entfuhr es dem Sergal und er blickte sich hektisch um. Wo konnte die Magierin nur stecken? Sonst konnte er sie schnell finden, doch jetzt blieb sie verborgen. „Hier ist ein Dämon, und ihr versteckt euch!“
Er rechnete nicht mehr mit einer Antwort, so sprach er den Satz eher unbedacht aus. „Nein, ich verstecke mich nicht.“ Die Stimme der Elfe war ruhig, sie kam ihm aus der Gegend des Labors entgegen. „Entschuldige, du konntest mich nicht finden, aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.“ Sie trug immer noch die gleiche luftige Robe, lediglich an ihren Ketten hatte sie einige unterschiedliche Kristalle gebunden. „Ich wusste schon vor ein paar Tagen, dass sie kommt. Ich habe die Gerüchte selbst gestreut.“
Fornoir fiel die Kinnlade runter. „Ihr… Ihr habt das gewusst? Vorhin habt ihr noch sehr überrascht gewirkt.“
„Auch dir verrate ich längst nicht alles, was ich weiß. So wie du mir nicht alles verrätst. Und das ist für uns Beide eine Überlebensgarantie.“ Sie sprach ruhig, stellte sich vor ihn und legte ihm eine Hand auf die Brust. „Ich habe mich so gut es geht vorbereitet, aber ich würde lügen, wenn ich garantieren kann, dass ich gewinne. Hilf mir, dass dieser Dämon mein wird und du bekommst alles, was du willst.“ Ein ernster Blick in seine Augen folgte. „Und solltest du mir nicht trauen, können wir gerne einen Blutspakt schließen.“ Schnell wurde ein Messer hervorgeholt.
Er hob eine Augenbraue und war sichtlich verwirrt. Was für ein Spiel wurde hier gespielt? Warum bot ihm die Herrin einen Pakt an, aus welchem selbst sie nicht kommen würde? Der Sergal schluckte, wies das Angebot aber zurück. „Das Angebot des Blutpakts nehme ich nicht an. Wenn ihr mir misstraut, könnt ihr mich gerne dazu zwingen. Aber ich will eigentlich nur eins: Diesem Drachen so richtig zeigen, was ein Sergal kann. Ihn halb tot prügeln, meine Klauen in sein Fleisch rammen, ihm die Zunge rausreißen. Jede Kralle einzeln. Die Knochen brechen, seine Schmerzensschreie hören…“ Er bekam ein furchterregendes Grinsen und blickte über der Herrin hinweg an die Wand. „Endlich wieder Blut riechen.“ Er hob den Arm und bewegte die Krallen. „Zu lange hatte ich keinen Kampf mehr.“
Faldarea lächelte. Offenbar waren beide aus einem ähnlichen Holz geschnitzt und hatten ähnliche Vorlieben. „Das alles und noch viel mehr sollst du bekommen.“ Dass er den Drachen dennoch am Leben lassen sollte und das Schuppentier wenn möglich auch funktionstüchtig bleiben, musste er jetzt nicht wissen. Jetzt musste erst einmal eine Schlacht geschlagen werden. „Auf in den Kampf!“