Kapitel 38

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 38

Start

Nach Wochen der Ruhe in allen Städten und Gegenden hörte man ein ungewöhnlich lautes Geräusch. Keiner hatte es bisher je gehört, aber alle wussten was es zu bedeuten hatte.

In allen Siedlungen von Genro hörte man ein dumpfes Dröhnen und die Bewohner des Planeten traten auf die Straßen. Sie richteten ihre Blicke gen Himmel und sahen die spiegelnde Silhouette des Raumschiffs am Himmel entlang gleiten, welches immer höher stieg, bis es letztendlich in den Wolken verschwand.

Die Freunde der frischgebackenen Raumfahrer jubelten und klatschten in die Hände.

Groodarn lag vor seiner Felshöhle und schaute auch gen Himmel, seufzte leise. ‚Nun dann, Tiger Cyron und alle anderen. Kommt gesund zurück.’

„Die Götter mögen ihnen helfen, sie beschützen und sicher zu uns zurückbringen“, sagte Shiva leise, an Pathenon gewandt.

Der Tiger hatte plötzlich einen Kloß im Hals und musste schlucken. Er umarmte seine Gefährtin und drückte sie fest an sich. „Sie werden zurückkehren“, beruhigte er sie und sich selbst.

„Na, das hat ja ausgesprochen gut geklappt“, stellte Kira fest, „Wir sind auf Kurs und ich übergebe an den Autopiloten.“

Ein leiser Piepton bestätigte die Übernahme und die Luchsin lehnte sich entspannt zurück. Sie sahen aus den Fenstern an Steuerbord und waren vom Anblick ihres Planeten überwältigt.

„Kein Chafren hat ihn jemals so gesehen“, flüsterte Tarja so leise, als ob sie Angst hätte, dass ein lautes Geräusch alles verschwinden lassen würde.

Das Schiff beschleunigte rasend schnell und ihre Heimatwelt verschwand in der Dunkelheit des Alls.

„Jetzt heißt es Geduld üben, die Systeme überprüfen und Tag für Tag nichts tun“, resignierte Chiron.

„Eh, du komischer Kater. Genieße die Aussicht. Schau dir die fremden Sterne an und genieße meine Anwesenheit“, grollte Tarja.

Er zuckte zusammen, sah seine Geliebte an und sah, dass sie ihn freundlich anlächelte.

„Du hast ja Recht, meine zauberhafte Tigerin. Ich werde deine Streifen Tag für Tag durchzählen und wehe es fehlt mal einer.“ Er zwinkerte ihr verschmitzt zu.

„Und ich werde Andrews Haare zählen“, ergänzte Kira mit einem Seitenblick auf ihn.

Der schien rot anzulaufen, zumindest bekam seine Nasenspitze eine kräftigere Färbung als gewöhnlich.

Plötzlich vibrierte das Schiff. Erschrocken sahen sich alle um und starrten zum Stirnfenster hinaus. Der Generator zur Raumfaltung hatte seinen Betrieb aufgenommen und die Sterne schienen zunächst zu verblassen. Dann bekamen sie plötzlich überzogen kräftige Farben und es bildeten sich wellenförmige Muster in ihrem Licht.

Nach wenigen Sekunden war das Spektakel vorbei und alles schien so zu sein wie vorher. Lediglich zwei Uhren, die nebeneinander in der Navigationskonsole eingelassen waren zeigten an, dass das Unglaubliche passierte. Die linke der beiden Uhren lief mit der gewohnten Geschwindigkeit weiter und zeigte die aktuelle Zeit an, die Uhr rechts daneben, hatte gleichzeitig eine Datumsfunktion integriert. Diese Uhr schien zu rasen und man konnte den Zahlen auf ihrem Display kaum folgen.

„Wir fliegen jetzt mit dreißigfacher Lichtgeschwindigkeit“, sagte Kira feierlich, „Willkommen in der Zukunft, wo das Übermorgen schon das Gestern ist.“ Sie legte die Ohren an und starrte ungläubig auf die Chronometer. „Das ist wirklich beeindruckend und beunruhigend zugleich.“

„Was ist nicht beeindruckend für uns, wenn man bedenkt, dass unsere Zivilisation lediglich gute sechshundert Jahre alt ist und unsere ganze Litanei über unsere Götter ein Mythos. Ich finde, dass wir ziemlich gelassen mit den Tatsachen umgehen und uns bisher ganz gut halten“, sagte Tarja.

Andrew sah erst zu Kira, dann zu Tarja und bestätigte ihre Worte mit einem kurzen Augenschlag. Kira sah aus dem Frontfenster und ergötzte sich am An-blick der Sterne und des Sonnensystems, welches sie gerade durchflogen.

„Ob es noch mehr fremde Spezies hier draußen gibt? Abgesehen jetzt von uns, den Menschen und diesen Cherit“, sinnierte sie.

„Das ist mit Sicherheit so. Es wäre töricht anzunehmen, dass wir alle ein Einzelfall sind“, sagte Andrew und kratzte sich am linken Ohr, „Wobei wir ja eher künstlich und nicht auf dem Wege der natürlichen Entwicklung entstanden sind.“

„Ich sage einfach mal frei heraus, dass wir vielleicht natürlich entstanden sind, wenn auch mit einem kleinen Umweg“, warf Apophis ein. „Außerdem kommt es mir komisch vor, dass wir so schnell gelernt haben das Schiff zu steuern.“

„Was meinst du denn damit?“, fragte Chiron.

„Ganz einfach“, entgegnete Apophis. „Wir kommen hier an, sehen das Schiff, öffnen es ganz selbstverständlich, sehen unbekannte Schriftzeichen auf den Konsolen und erahnen was sie zu bedeuten haben und das alles ohne auch nur eine längere Überlegung zu verschwenden. Ich weiß nicht genau warum, aber diese Zeichen kommen mir irgendwie bekannt vor.“

Sie fielen ins Grübeln.

Kira blickte ihren Säbelzahnlöwen aus zusammengekniffenen Augen an. „Wenn das stimmt, sind wir vielleicht echte Lebewesen und stammen nicht einfach nur aus den Reagenzgläsern der Menschen. Dann ist unsere Zivilisation sehr viel älter und wir sind vielleicht im Begriff ehemaligen Feinden in die Hände zu fallen.“

„Genau das ist das Problem. Ich sprach von einem vielleicht und nicht davon, dass es so sein muss“, entgegnete Apophis.

„Deine Hypothese ist zwar sehr kühn, entbehrt aber nicht einer gewissen Logik. Allerdings tauchen da Ungereimtheiten mit den Aufzeichnungen und Daten in der Urwaldbasis auf“, mischte sich Cyron ein.

„Und genau deshalb sind wir auf dem Weg zur Erde. Ich denke, dass es dort eine Menge Antworten geben wird“, sagte Tarja, stand auf und ging in die Schiffsküche.

Sie machte sich einen Kaffee, ein saftiges Steak und kehrte zu den anderen zurück. Die bekamen bei dem verlockenden Duft eine lange Nase, verließen plötzlich und fluchtartig die Brücke. Nach kurzer Zeit kehrten alle mit den gleichen Sachen zurück und stillten ihren Hunger.

„Wenn ich es recht überlege“, sagte die Tigerin, „sollten wir auch in die Kälteschlafkammern gehen. Wir können eigentlich nichts tun, außer aus den Fenstern zu starren und uns den Kopf über Sachen zu zerbrechen auf die wir so keine Antworten finden.“

Sie stimmten ihrer Idee zu, kontrollierten noch mal die Anzeigen und den all-gemeinen Status ihres Schiffs und begaben sich in die Kälteschlafabteilung.

Andrew erklärte sich bereit als letzter zu Bett zu gehen und legte einen nach dem anderen schlafen. Er selbst legte sich die Ernährungskanülen an, schloss die Glaskammer von innen und ließ den Computer die Verriegelung einrasten. Nach zehn Minuten versank die Besatzung der Anthros Voyage komplett im Kälteschlaf und nur der Bordrechner blieb wach, korrigierte Kurs und Geschwindigkeit.

Nach fast 1 ½ Jahren war es soweit.

Die Erde war in greifbarer Nähe und der Computer gab den Weckruf. Einer nach dem anderen wurde wiederbelebt und streckte die müden Glieder.

„Guten Morgen, ihr Schlafmützen“, sagte Kira.

„Oh, du bist schon wach?“, fragte Cyron erstaunt.

„Ja, der Computer hat mich zehn Stunden vor euch aus dem Bett geholt. Ich musste den Kurs manuell nachregeln und jetzt sind es nur noch zwanzig Stunden bis zum Eintritt in den erdnahen Raum.“

Andrew gähnte herzhaft. „Hat schon jemand versucht mit uns Kontakt aufzunehmen?“

„Nein. Bisher noch nicht. Der Kommunikationscomputer scannt ständig alle Frequenzbereiche, aber bisher ist alles ruhig.“

„Vielleicht erwartet man von uns den ersten Schritt?“

„Das mag durchaus sein, aber damit wollte ich warten, bis ihr auch geweckt wurdet. Ich habe nämlich keine Lust ganz allein den Erstkontakt herzustellen.

Außerdem bin ich nachher die Dumme, wenn’s schief geht und darf mir das Gejammer anhören. Und immerhin ist es durchaus möglich, dass wir wirklich von den Cherit abstammen und die waren nicht nur vor tausend Jahren Kriegsgegner der Menschen, sondern vor längerer Zeit auch schon mal auf der Erde.“

Andrew kicherte vor sich hin.

Tarja rieb sich den Schlaf aus den Augen, sah sich um und erschrak. Im Raum schien ein ihr unbekannter Säbelzahntiger zu stehen.

„Apophis?“, fragte sie vorsichtig.

„Ja Mutter? Ist dir nicht gut?“

Jetzt drehten sich alle zu ihm um. Auch seine Körperfunktionen waren während der Kälteschlafphase reduziert gewesen, aber das hatte seine mutierten Gene nicht davon abgehalten munter weiter an seiner körperlichen Entwicklung zu arbeiten. Und sie waren in der Kürze extrem fleißig gewesen.

Vom Aussehen her, hatte man das Gefühl einen achtzehn Jahre alten Tigerkater vor sich zu haben, dabei war er in Wirklichkeit mal gerade 2 ½ Jahre alt. Es hatte sich bei ihm ein sehr kräftiger Wangenbart gebildet und es zeigte sich auf seinem Kopf eine üppige Behaarung. Die musste er von seiner Mutter haben, denn Chiron besaß keine, zumindest nur das normale Fell. Außerdem waren seine Streifen sehr stark nachgedunkelt und dominierten eindeutig sein Aussehen. Er hatte strahlend blaue Augen, eine für Tiger untypische schwarze Nase und verdammt lange Säbelzähne bekommen. Sein Körper wirkte sehr athletisch und durchtrainiert. Er sah einfach perfekt aus und würde die Herzen der Kätzinnen reihenweise erobern.

Stella seufzte bei seinem Anblick, schaute zu ihrem Männchen und lächelte. Sie war Stolz auf ihre ganze Familie und das sah man ihr in diesem Augenblick deutlich an.

„So, Leute. Wir sollten uns in Schwung bringen. Wir stehen kurz vor der Erdumlaufbahn, haben bisher noch keinen Kontakt, dürften aber schon entdeckt worden sein“, sagte Cyron bestimmend.

Kira und Andrew begaben sich an die Navigation- und Kommunikationskonsolen. Alle anderen mussten erst einmal was essen und trinken und begaben sich schnellen Schrittes in den Speisesaal. Sitara und Finlay bereiteten eilig Mahlzeiten zu, servierten sie und hauten dann selbst tüchtig rein.

Andrew hatte keinen rechten Hunger und bemühte sich derweil die Suche nach einer aktiven Funkfrequenz zu intensivieren, aber bisher war alles vergebens. „Die haben uns garantiert schon entdeckt, ignorieren uns aber bewusst“, sagte er.

„Warum sollten sie das tun? Das ergibt doch keinen Sinn. Wenn ich Mensch wäre und es würde ein Raumschiff in mein Gebiet eindringen, dann würde ich Kontakt herstellen und zunächst wissen wollen, woher es kommt und was es will.“

Andrew schüttelte den Kopf. „Du würdest es so machen. Aber nicht Menschen. Meine Erfahrungen mit ihnen haben bei mir ein anderes Bild geprägt.“

„Und das wäre?“

„Sie sind aggressiv und primitiv. Sie fragen selten, sehen überall nur Feinde und Bedrohungen. Sie warten im Verborgenen und schlagen plötzlich und ohne jede Vorwarnung zu. Ihr Verhalten ist sehr bedauerlich und ich frage mich immer wieder, wie sie es geschafft haben, einen so extrem hohen technologischen Stand zu erreichen.“

„Vielleicht hast du nur mit den falschen Exemplaren Kontakt gehabt?“

„Das kann sein. Allerdings war die überwiegende Menge von ihnen genauso, wie ich es eben sagte. Ich bezweifle sehr stark, dass es auf ihrer Heimatwelt andersherum sein sollte.“

Kira versuchte Andrew zu verstehen und entgegnete nichts. Der Säbelzahnlöwe scannte weiter auf allen Frequenzbändern herum. Sie waren weiterhin stumm.

Plötzlich gab es einen dumpfen Knall und das Schiff vibrierte.

„Verdammt, was war das denn?“, rief Kira.

„Wir haben einen Druckverlust in der Tiefschlafsektion. Irgendwas hat uns getroffen und den Schiffsrumpf beschädigt“, schrie Andrew zurück.

Die Tür zur Kommandozentrale ging auf und der Rest der kleinen Gruppe rannte herein.

„Was ist passiert?“, schrie Apophis.

„Irgendwas hat unsere Außenhülle getroffen und die Tiefschlafsektion beschädigt. Die Tür dorthin wurde vom Computer versiegelt und ein weiterer Druckverlust verhindert“, rief Kira, hielt ihren Blick aber auf die Navigationskontrollen fixiert.

„Da haben wir aber Glück gehabt, dass wir alle schon wach sind.“

Es gab einen erneuten Knall und wieder erbebte das Schiff.

„Scheiße“, bellte Cyron, „Das ist doch nicht normal und sieht nach einem Angriff aus.“

Kira sah betroffen zu Andrew. Der nickte nur und fühlte sich in seinen Aussagen bestätigt. Wieder erfolgte ein Treffer und wieder musste der Computer einen Teil des Schiffes als beschädigt registrieren und hermetisch versiegeln.

„Die nehmen uns auseinander“, flüsterte Syrgon.

„Aber warum? Was soll der Blödsinn?“

„Keine Ahnung“, sagte Kira.

„Vielleicht haben wir was falsch gemacht.“

„Was sollten wir denn falsch gemacht haben?“, fragte Wotan.

„Bestimmt ist Kira nach links, anstatt nach rechts abgebogen und wir haben eines ihrer Gesetze missachtet“, grollte Sirius.

Kira drehte sich zu ihm um. „Das war jetzt echt witzig, bringt uns aber kein Stück weiter. Ich lache darüber, wenn ich Zeit habe.“ Sie legte die Ohren flach an den Kopf und fauchte den Rüden an.

„Vielleicht haben wir was übersehen“, beschwichtigte Andrew.

„Was sollte das sein?“, zischte Kira.

„Das Schiff ist alt. Es kann doch sein, dass die Menschen mittlerweile eine andere Kommunikationsmethode verwenden, als zu der Zeit in der das Schiff modern war. Vielleicht ist aber auch die Schiffsform bekannt und als feindlich klassifiziert worden.“

Das leuchtete ein. Sie sahen aus den Seitenfenstern und hofften irgendwo ein fremdes Schiff zu sehen. Sie suchten intensiv jeden einzusehenden Zentimeter ab und wurden fündig.

„Da“, schrie Sitara, „Ich habe sie gefunden.“

Alle rannten zu ihr und blickten in die Richtung, in die die Leopardin zeigte.

Tatsächlich, drei kleine, schlanke und extrem wendig anmutende Kampfschiffe. So wie sie gebaut waren, fand nur ein Pilot in ihnen Platz. Allerhöchstens aber noch ein zweiter Mensch, der wahrscheinlich für die Waffen zuständig war.

Und noch eins fiel allen sofort auf. Die fremden Schiffe strotzten nur so vor Waffen. Sie waren alle an den Schiffshüllen montiert und sollten definitiv einen Zweck erfüllen. Sie sollten eventuelle Angreifer einschüchtern und demoralisieren.

„Das ist reines Imponiergehabe, was wir da sehen“, sagte Apophis.

„Das glaub ich einfach nicht“, entgegnete Sinja.

„Genau“, ergänzte Grey. „Wenn die gewollt hätten, dann wären wir schon längst tot.“

„Er hat Recht, der Angriff war garantiert nur Einschüchterungstaktik“, bestätigte Diana die Äußerung des Säbelzahntigers.

„Aber warum das Ganze?“

„Ich sagte doch, Imponiergehabe. Erschüttere den potentiellen Gegner, demoralisiere ihn so sehr, dass er gar nicht erst auf die Idee kommt anzugreifen. Der Angriff war eine reine Überlegenheitsdemonstration“, antwortete Apophis auf die Frage seiner Mutter.

„Das ist dann aber wirklich primitiv und eine glatte Verschwendung von wertvoller Energie“, entgegnete die Tigerin.

Apophis zuckte mit den Schulter. „Die denken wohl anders darüber.“

Ein Rauschen im Lautsprecher des Funkgerätes unterbrach ihre Gedankengänge.

<„Fremdes Raumschiff. Hier spricht Leutnant Fletcher, vom Kommando der Vereinigten Erdstreitkräfte. Sie sind als Cheritkreuzer mit dem Namen Anthros Voyage identifiziert worden. Dieses Schiff ist vor 600 Jahren auf einem unserer Außenplaneten gelandet und hat mehrere Posten und Stationen angegriffen und zerstört. Seither ist dieser Sektor zum Sperrgebiet erklärt worden.

Wir betrachten dies und ihr Eintreffen hier, als kriegerischen Akt. Betrachten sie sich als Gefangene der Vereinigten Staaten von Amerika. Jeder Widerstand ist zwecklos. Ein Fluchtversuch wird mit ihrer sofortigen Zerstörung geahndet. Schalten sie ihr Schiff auf meinen Navigationscomputer, dafür gebe ich ihnen eine Minute Zeit. Sollte die Kontrolle nicht übergeben werden, eröffnen wir wieder das Feuer. Fletcher, Ende.“>

„Na toll“, sagte Cyron und klatschte entgeistert in die Hände. „Das sind also Menschen? Das sind Götter? Das sind götterlose Bastarde. Die schwören nur auf ihre Technik und sind im Hirn irgendwo im Nirwana geblieben.“ Cyron fing an sich aufzuregen.

Apophis klopfte ihm auf die Schulter: „Willkommen in der Realität, Großvater.“

Er beruhigte sich wieder und schaute zu Boden. „Wir hätten mit dem Hintern zuhause bleiben sollen. Ich habe Schuld, wenn wir jetzt alle draufgehen.“

„Lass die Schuldzuweisungen. Dafür haben wir jetzt keine Zeit“, wetterte Stella. „Wir sollten uns stattdessen lieber überlegen, wie wir aus der Sache unbeschadet herauskommen.“

„Unbeschadet wird es eh nichts mehr werden. Immerhin haben wir zwei versiegelte Sektionen und einen wunderschönen Streifschuss“, sinnierte Kira.

„Apropos Streifschuss“, warf Syrgon ein. „Laut der Aussagen gerade eben, soll unser Schiff angeblich die Stationen auf Genro angegriffen haben. Aber ist euch aufgefallen, dass es weder an den Anlagen, noch am Schiff selbst Schäden gab? Abgesehen von den Einschusslöchern an den Innenwänden durch die Maschinenkanonen der Kampfeinheiten.“

„Immerhin sind jetzt drei Fragen schon mal geklärt“, sagte Apophis. „Erstens, ist die Basis vor sechshundert Jahren angegriffen worden und nicht, wie eigentlich korrekt, schon vor 800 Jahren. Also hat dieser Zeitraffereffekt, um es salopp auszudrücken, tatsächlich eine universelle Auswirkung. Zweitens, der Generator war mehr als nur einmal in Betrieb und daher fehlt allen eine Zeitspanne von mindestens 200 Jahren. Und drittens, wir sind wie es aussieht Cherit und werden auch als solche behandelt. Der Angriff auf uns macht mich allerdings nachdenklich.

Laut dem was wir wissen existiert ein Friedensvertrag zwischen allen, aber auf Wesen denen man traut, feuert man nicht. Ich fürchte wir geraten gerade zwischen die Fronten und der Friedensvertrag ist nur ein Vorwand. Wir sollten aufpassen und versuchen die Seiten abzuklären. Vielleicht können wir einen neuen Angriff der Menschen auf die Cherit sogar vereiteln.“

Andrew wurde aktiv und ging ans Funkgerät. <„Leutnant Fletcher, hier spricht die Anthros Voyage. Wir können das Schiff nicht an ihre Navigation koppeln. Hier ist im Laufe der Zeit zu viel ausgefallen. Das erforderliche System ist de-fekt.“>

<„Cheritkreuzer. Wir werden keinerlei Ausflüchte dulden. Versuchen sie das System zu überbrücken. Dafür gebe ich ihnen nochmals zehn Minuten Zeit. Ende.“>

„Ein verdammt zäher Brocken“, warf Andrew in die Runde.

Kira seufzte: „Und jetzt?“

<„Leutnant Fletcher. Hier ist die Anthros Voyage. Ich kenne sie zwar nicht und sie uns auch nicht, aber glauben sie mir, sie bekommen mächtig viel Ärger, wenn sie uns wieder angreifen sollten oder sogar vernichten.“>

<„Hier Fletcher. Was denken sie wohl, wer sie sind und wen sie vor sich haben? Abgesehen davon, was soll dieser alberne Schiffsname?“>

<„Leutnant. Mir ist es ehrlich gesagt scheißegal, ob sie den Namen unseres Schiffes für albern befinden. Bedenken sie, wenn ich Recht habe, dann sitzen sie mit ihrer Handlungsweise tief im Dreck und da kommen sie nicht mehr raus.“>

<„Was soll diese Anmaßung?“>, brüllte Fletcher.

<„Aber, aber. Mein guter Leutnant. Wer wird denn gleich schreien? Fragen sie mal bei ihrem Chef nach Genro und Anthro nach. Ich denke, dass ihnen dann ein Licht aufgehen dürfte. Die Cherit die sie erwähnten, haben wir nie zu Gesicht bekommen.“>

Damit hatte Andrew ihre Identität preisgegeben.

„Ich will hoffen, dass du weißt, was du tust und dein Plan aufgeht“, gab Kira zu bedenken.

Andrew seufzte. „Ich habe noch ein paar alte Rechnungen zu begleichen und eine davon ist, das Militär und die Genforschung dieses Planeten zu Fall zu bringen. Ich denke, dass die hier fleißig weiter gemacht haben und wir auf mehr oder weniger interessante Fakten stoßen dürften.“

Cyron biss sich auf die Unterlippe. ,Darum wollte er also unbedingt mit zur Erde. Er wollte sein eigenes Süppchen kochen und die Anderen waren nur Mit-tel zum Zweck.'

„Andrew“, sagte er gepresst, „ich will hoffen, dass ich mich irre. Aber wie es aussieht hast du uns nur missbraucht um her zu kommen. Oder irre ich mich da?“

Andrew drehte sich finster blickend um. „Wenn du das denkst, dann hast du dich geirrt. Ich handle für uns alle, auch wenn es den Eindruck erwecken mag, dass ich nur für mich arbeite.“

Der Tiger sog die Luft hörbar ein. Die Blicke der anderen wechselten zwischen ihm und Andrew. Alle spürten, dass sich ein Konflikt anzubahnen drohte und das im unpassendsten Augenblick. Dennoch waren sie akut durch die Kampf-schiffe der Erde bedroht.

<„Anthros Voyage, hier spricht Fletcher. Ähm … ähm … Ja, also. Ich weiß nicht wie ich es in Worte fassen soll. Als Erstes, muss ich mich entschuldigen. Als Zweites, heiße ich sie alle auf der Erde willkommen und möchte sie bitten, meine vorherigen Anweisungen nicht zu befolgen. Ich möchte sie hiermit einladen, mir zu folgen. Wir fliegen einen direkten Kurs zum Erdmond. Dort werden wir sie in Empfang nehmen. Ende.“>

Andrew lächelte triumphierend und Erleichterung zeichnete sich in allen Gesichtern ab.

„Du hast es tatsächlich geschafft“, sagte Kira anerkennend.

„Okay“, mischte sich Tarja ein, „jeder auf Posten und Kira an die Navigation. Folgen wir den Kampfschiffen.“

Kira nickte und zwinkerte ihr zu.

Apophis grollte leise. „Warum bringen die uns auf ihren Mond und nicht direkt zur Erde? Ich glaube nicht, dass sich alles zu unseren Gunsten entwickelt. Das sieht für mich eher nach einer Ausflucht aus. Da stinkt was, aber gewaltig.“

Tarja sah besorgt zu ihrem Sohn. „Ich will hoffen, dass du dich irrst.“

Nach sechs Stunden Flugzeit kam ein großes kugelförmiges Objekt in Sichtweite.

„Das muss unser Ziel sein“, sagte Kira.

<„Anthros Voyage. Ziel in Sichtweite. Landeanflug einleiten.“>

<„Verstanden, Leutnant.“>

Zwei der Kampfschiffe flogen an ihnen vorbei und drehten ab.

Jetzt waren sie nur noch zu zweit und befanden sich im Anflug auf den Mond, den keiner kannte und das erste direkte Zusammentreffen stand ihnen bevor. Sie landeten auf einer kleinen Basis, welche in einem der Mondkrater errichtet worden war.

„Wir sollten unsere Waffen anlegen“, sagte Diana.

„Meinst du, dass das gut wäre?“, fragte Sinja.

„Sie haben uns ihre Waffen gezeigt und demonstriert, dass sie damit umgehen können. Jetzt sollten wir unsere Waffen auch mal zeigen“, entgegnete Grey.

Nachdem alle ihre Funkgeräte und Laserstrahler angelegt hatten, gingen sie zur Luftschleuse. Lediglich Helios hatte seine Laserkanonen nicht angelegt. Das lag einerseits daran, dass diese im jetzigen Fall viel zu ausladend und andererseits, laut einhelliger Meinung, eine zu offensichtliche Bedrohung gewesen wären und man wollte nicht übermäßig provozieren.

Diese Menschen hatten einen viel zu losen Zeigefinger und reagierten wohl auch überaus empfindlich auf zu überlegene gegnerische Waffen.

Eines taten sie aber: Cyron gab Syrgon den Auftrag im Schiff zu bleiben und sich in den Mech zu setzen. Immerhin konnte es passieren, dass man den Roboter brauchte und wollte noch ein Ass in der Hinterhand behalten.