Kapitel 39

Story by SethGodofChaos on SoFurry

, , , , ,

Imported from SF2 with no description provided.


Kapitel 39

Jody Thorn

Kira öffnete die Außenschleuse und fauchend gab sie den Blick auf die Basis frei. Im Raum standen vier Menschen und erstarrten beim Anblick der Ankömmlinge. Sichtlich verunsichert blickten die sich gegenseitig an und zuckten hilflos mit den Schultern.

Der Leutnant fand als erster seine Stimme wieder. „Tja, hm … willkommen auf unserem Erdmond und ich möchte mich nochmals für das Missverständnis entschuldigen.“

„Danke, wir nehmen ihre Entschuldigung an und freuen uns ihre Bekanntschaft zu machen“, entgegnete Andrew und trat einen Schritt hervor.

Der Leutnant war, genau wie seine Mitstreiter sichtlich betroffen. Kein Mensch hatte jemals einen echten Anthro zu Gesicht bekommen, zumindest keiner, der noch lebte. Ab und zu rannten als Anthros verkleidete Menschen durch die Gegend, aber das war nur zu bestimmten Anlässen und Treffen der sogenannten Furries der Fall.

Dieser Personenkreis hielt sich seit über tausend Jahren hartnäckig und bildete eine Art Randgruppe der Gesellschaft. Es waren normale Menschen, aber in ihrem privaten Kreis lebten sie das in sich schlummernde Tier aus, verkleideten sich als solches und benahmen sich ansatzweise auch so. Aber es waren ausnahmslos Suits und damit Attrappen.

Das hier war echt.

„Wenn ich mich und meine Truppe vorstellen darf. Mein Name ist Greg Fletcher und das sind David Flint, Jody Thorn und Ralf Warl.“ Er deutete nacheinander auf die Personen zu seiner linken und rechten Seite.

„Angenehm sie alle kennenzulernen. Mein Name ist Andrew und das sind Cyron, Stella, Chiron, Tarja, Apophis, Finlay, Sitara, Wotan, Sirius, Diana, Sinja, Grey und Helios.“

„Aha, freut uns ebenso.“ Der Leutnant verbeugte sich leicht und lächelte sie an. „Ich muss mich nochmals entschuldigen. Die Situation ist, wie soll ich sagen, etwas gewöhnungsbedürftig. Immerhin standen wir noch nie vernunftbegabten Tieren gegenüber.“

Cyron hob die linke Hand. „Den Ausdruck vergessen sie bitte schnell. Wir sind Chafren und Anthros und keine Tiere. Ihr versucht wieder einmal euch über andere Lebewesen zu stellen, indem ihr diese sprachlich klein macht. Aber die Nummer zieht bei uns nicht. Wenn wir miteinander sprechen, dann bitte schön, gleichgestellt und nicht von oben herab.“

Fletcher schluckte.

Da hatte ihm doch gerade eine gestreifte und aufrecht gehende Miezekatze den Mund verboten. Das schlug dem Fass den Boden aus. Er musste sich be-herrschen um nichts Falsches zu tun. Immerhin sollte er diese komischen Gestalten zur Erde begleiten und so gut wie möglich abschirmen. Kein Mensch durfte sie je zu Gesicht bekommen. Irgendwas brodelte im Untergrund, er wusste nicht was es war, aber seine Befehle kamen von oben, sehr weit oben und das bedeutete nichts Gutes.

Andrew trat direkt vor den Leutnant und baute sich vor ihm auf, streckte sich zu voller Größe.

Fletcher wurde es unwohl in seiner Haut. Diese Katze war groß, verdammt groß sogar und übertraf ihn um lockere 90 Zentimeter. Er musste seinen Kopf weit in den Nacken legen, um ihr ins Gesicht zu blicken.

‚Blödes Viech’, dachte er, ‚Du bist viel zu groß und überheblich. Es wird mir ein Vergnügen sein dir deine fetten Eier abzureißen und dir dabei zuzusehen wie du dich winselnd am Boden windest.’

„Sie mögen uns nicht“, sagte Andrew. „Ich kann es deutlich spüren. Warum? Was ist ihr Problem, Leutnant?“

„Ich habe meine Vorfahren im Krieg mit den Cherit verloren, aber meine persönlichen Probleme stehen hier nicht zur Debatte. Ich mag keine Katzen und Tiere im allgemeinen auch nicht. Und wenn da so übergroße Exemplare auftauchen und sich aufspielen, werde ich leicht nervös.“

„Gut zu wissen. Ich werde sie im Auge behalten.“

„Machen sie was sie wollen. Aber zunächst begleiten sie mich bitte. Ich habe den Auftrag sie sicher zur Erde zu bringen.“

Cyron schnippte mit dem Finger und bedeutete den Anderen, ihm und dem Menschen zu folgen. Fletchers Begleitung machte sich aus dem Staub.

„Also, ich fand die Tiger recht niedlich“, meinte Thorn.

„Typisch, du magst auch alles was Fell hat. Was du brauchst, ist ein Mann“, entgegnete Warl.

„Du kannst mich mal.“

„Gerne. Wann passt es dir?“

Flint fing an zu lachen: „Ihr streitet euch wie ein altes Ehepaar.“

„Bevor der mich anfassen darf, sterbe ich lieber oder schnappe mir einen von diesen Anthros. Der eine Säbelzahntiger war wirklich zu süß und fantastisch männlich gebaut. Wie hieß er gleich? Apophis?“

„Du bist ein ganz versautes Aas“, donnerte Flint. „Du kriegst das wirklich noch fertig und lässt dich von einem Tier ficken. Wenn das rauskommt, dann bist du mit deinem süßen Arsch wirklich an der Wand.“

„Pah … Du bist doch nur neidisch, weil du so armselig ausgestattet bist.“

„Jetzt kriegt euch mal wieder ein“, ging Warl dazwischen. „Das Thema ist ja nicht zum aushalten. Ich fasse dich nicht an und du hältst dich von diesem Anthro fern. Das ist bestimmt ein Tier und wenn du das animierst, dann kannst du es garantiert nicht mehr rückgängig machen. Oder willst du, wenn er mit einem Steifen vor dir steht sagen: Entschuldigung Herr Tiger, aber das sollte nur Spaß sein. Ich glaube nicht, dass einer von denen so was akzeptiert.“

Thorn nickte, aber ihr Blick sagte was anderes. Sie war schon immer Katzenfreund gewesen und was keiner wusste, sie gehörte zu einer kleineren Gruppe von Furries. Die Ankunft dieser Anthros war wie eine Offenbarung für sie.

„Hier entlang“, sagte Fletcher.

Die Gruppe folgte ihm.

„Den sollten wir gut im Auge behalten“, flüsterte Cyron zu Andrew, „Ich erwarte große Schwierigkeiten.“

Andrew nickte bestätigend.

„Ich befürchte, dass wir mehr als nur Schwierigkeiten bekommen“, raunte Apophis den beiden von hinten zu.

„Wie meinst du das?“

„Wir werden wohl um unser Leben kämpfen müssen. Der Leutnant hat den Befehl uns zur Erde zu bringen. Aber dort erwarten uns ganz üble Typen. Man hofft den abgetrennten Faden wieder aufnehmen zu können.“

Cyron seufzte: „Bist du dir sicher?“ Er schaute Apophis über die Schulter hinweg an.

Sein Blick ließ keinen Zweifel aufkommen.

„Du bist dir sicher. War wohl ne dumme Frage von mir.“

„Wenn wir wüssten wer auf unserer Seite steht und wer nicht?“, gab Andrew zu bedenken.

„Ich spüre es. Meine Fähigkeit hat sich verbessert. Der Leutnant steht uns eindeutig aggressiv gegenüber und möchte uns am liebsten gleich umbringen. Aber das ist wohl nicht schwer zu erraten, anhand seiner bisherigen Aussagen. Die beiden männlichen Personen aus seiner Begleitergruppe sind unschlüssig, könnten aber nützlich sein, wenn es drauf ankommt und diese kooperieren wollen. Die Frau steht definitiv auf unserer Seite.“

Andrew schaute den jungen Kater schief an und runzelte die Stirn. „Woher nimmst du die sichere Annahme?“

„Sie hatte, als sie mich ansah, an Sex gedacht.“

Cyron zuckte zusammen und wollte eigentlich lachen, beließ es aber beim Gedanken daran. „Du meinst sie würde mit dir …?“

„Ja, ihr Gedanke daran war sehr intensiv und ausufernd.“

„Das wäre ein entscheidender Vorteil. Wenn’s ganz schlimm wird, sollten wir darauf zurückgreifen.“

„Ich glaube nicht, dass wir jemals wieder hierherkommen. Außerdem sollte das am Ende meine Entscheidung sein.“

„Da hast du vollkommen Recht. Du solltest dich aber an der nächsten Biegung absetzen und verschwinden. Versuche sie zu finden und Kontakt zu ihr aufzunehmen. Vielleicht bekommen wir zusätzliche Informationen. Du musst dich ja nicht mit ihr paaren, nur etwas nett sein.“

Apophis nickte, schaute sich nach allen Seiten um und ging hinter der nächsten Biegung einfach verloren.

Andrew und Cyron nickten sich bedeutungsvoll zu.

Er legte einen Schritt zu und tippte seiner Tochter auf die Schulter. „Dein Sohn hat sich abgesetzt um etwas herauszufinden. Mach dir aber keine Sorgen. Wir müssen uns nur ne gute Ausrede einfallen lassen, warum er plötzlich weg ist, falls es überhaupt auffallen sollte.“

Tarja nickte und zog unauffällig Chiron ins Vertrauen.

Sein Blick verriet alles andere, aber bestimmt keine Begeisterung für das Vorhaben seines Sohnes.

Die Gruppe bestieg eine kleine halbautomatische Fähre und tatsächlich schien Apophis' Verschwinden nicht aufzufallen. Zu sehr war Fletcher damit beschäftigt Andrew im Auge zu behalten. Er schien sich regelrecht auf den Säbelzahnlöwen eingeschossen zu haben und machte keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen ihn. Seine Augen verrieten abgrundtiefen Hass gegen sie alle.

Apophis schlich derweil durch die Gänge der Mondstation. Er drückte sich dicht an die Wände und versuchte sich so unauffällig wie möglich zu bewegen.

Wenn man ihn entdeckte, dann hatte er garantiert große Probleme. Kämpfen wollte er nicht, war aber bereit dazu, wenn man ihm keine andere Wahl ließ. Er bewegte sich geschmeidig an verschiedenen Türen vorbei und erreichte nach längerem Suchen tatsächlich die Mannschaftsquartiere. Soweit er überblicken konnte, waren genügend Quartiere vorhanden um eine Gruppe von zwanzig Menschen aufzunehmen.

Er versuchte die Schilder neben den Türen zu lesen und sich an den Namen des menschlichen Weibchens zu erinnern.

‚Wie war ihr Name? Thorn? Ja, richtig. So hieß sie.’

Er ging von einer Tür zur nächsten, pendelte auf dem Gang hin und her und erreichte schließlich, am Ende des Flurs, das gesuchte Quartier. Er atmete tief durch und wollte anklopfen.

Plötzlich wurde eine andere Tür geöffnet und einer der männlichen Piloten betrat den Gang.

Er schloss die Tür hinter sich und entdeckte den Tiger. Beide schauten sich intensiv in die Augen. Zunächst geschah nichts. Beide fixierten sich lediglich.

„Entschuldigung“, sagte Apophis, „ich suche die Toilette und kann leider die Schrift neben den Türen nicht lesen.“

Der Pilot antwortete nicht und ging auch nicht auf die Worte des Katers ein. Er versuchte stattdessen unverdächtig zu wirken und unauffällig seine Laserwaffe zu ziehen.

Aber er hatte nicht mit Apophis' empfindlichen Sinnen gerechnet. Der spürte schon im Voraus, was auf ihn zu kam. Noch ehe Ralf Warl feuern konnte, stand die große Katze vor ihm, hatte einen gewaltigen Sprung gemacht. Ohne einen Laut von sich zu geben streckte sie die rechte Hand aus, umschloss damit den Hals des Piloten, hob seinen Körper etwas an. „Lass bitte die Waffe fallen. Ich will dir wirklich nicht unnötig wehtun.“

Warl versuchte in Panik immer noch seine Waffe zu ziehen, aber es war zu spät.

Apophis drehte seine riesige Hand fast nicht erkennbar und nur sehr kurz nach rechts. Es gab ein unangenehmes Knacken im Hals des Menschen und sein Körper hing leblos in der Pranke des Raubtiers. Apophis sah sich rasch um, öffnete die Tür aus der Warl eben noch getreten war und legte die Leiche mitten in den Raum. Anschließend verließ er das Zimmer und trat zum zweiten Mal vor die Tür von Thorn.

Diesmal schaffte er es und klopfte an.

„Herein“, ertönte die Stimme der Pilotin.

Der Tiger öffnete vorsichtig einen Spalt breit die Tür. „Darf ich hereinkommen?“

„Warl, wenn du es bist, dann verpiss dich lieber. Ich bin nicht in der Stimmung, mir deinen Schwachsinn anzuhören.“

Apophis öffnete die Tür etwas weiter und schaute vorsichtig ins Zimmer. Die Pilotin saß auf einem bequem wirkenden Stuhl und las ein Buch. Als die ihren Besucher erkannte, sprang sie auf und stellte sich hinter den Stuhl.

„Verdammt, was machen SIE hier?“

„Ich wiederhole meine Frage. Darf ich hereinkommen?“

Thorn nickte. „Aber keine Dummheiten, wenn ich bitten darf. Ich bin bewaffnet und schieße, wenn es drauf ankommt.“

Diesmal nickte Apophis. „Du brauchst deine Waffe nicht, weil ich dir nichts tun will. Bei deinem Kollegen war das anders, er hatte versucht seine Waffe zu ziehen und liegt jetzt mit gebrochenem Genick in seinem Quartier.“

Die Pilotin erstarrte und wurde kreidebleich. „Warl ist tot?“

„Ja, er zog es vor mich anzugreifen. Leider war ich gezwungen mich zu wehren.“ Apophis schaute nicht besonders glücklich drein, ob dieses Umstands.

Thorn zuckte kurz mit den Schultern. „War ja klar, dass das irgendwann passieren musste. Er war halt ein typisches Arschloch und es nur eine Frage der Zeit, dass sich einer findet und es ihm aufreißt.“

Jetzt schaute der Tiger mehr als verdutzt. Sein Blick musste wirklich drollig wirken, denn die Frau begann zu kichern. „So, jetzt aber mal im ernst. Was wollen sie von mir?“, fragte sie.

„Informationen.“

„Informationen? Ausgerechnet von mir? Woher wollen sie wissen, dass ich ihnen helfen könnte und es auch tue? Vielleicht verpfeife ich sie ja?“

„Das wirst du nicht, da bin ich mir ganz sicher.“

„Ha, dass ich nicht lache. Sie sind sich ihrer Sache aber verdammt sicher.“

Der Tiger nickte.

Thorn schaute ihn durchdringend an. „Ich würde mit ihnen über Informationen verhandeln, wenn ich von ihnen das Versprechen bekomme, dass sie mich nicht auch töten.“

„Irgendwie habt ihr Menschen ein Problem beim zuhören, oder? Ich sagte doch schon, dass ich nicht die Absicht habe dir etwas zu tun.“

„Das glaube ich ihnen nicht. Am Ende liege ich genauso da wie Warl.“

„Nein, das wird nicht passieren, denn du bist anders als die Anderen.“

Die Frau zuckte zusammen und starrte den Tiger neugierig an. „Woher wollen sie das wissen?“

„Ich war schon als Welpe in der Lage Gefühle anderer Personen zu spüren. Meine Fähigkeit hat sich allerdings erweitert und ich erkenne mittlerweile Gedankenumrisse.“

„Sie nehmen mich auf den Arm?“

„Bestimmt nicht und außerdem heiße ich Apophis. Du brauchst mich nicht mit Sie anzusprechen. Wir sind alle Lebewesen aus Fleisch und Blut und das Sie empfinde ich als offene Beleidigung.“

Thorn nickte: „Okay, meinetwegen. Ich bin Jody.“

Der Kater deutete eine höfliche Verbeugung an.

„Oh. Manieren scheinst du ja zu haben. Immerhin.“

„Ich verstehe nicht warum ihr Menschen und vor allem du, dich hinter einer Fassade versteckst. Deine Gedanken bei unserer ersten Begegnung waren ganz anders, als du dich jetzt mir gegenüber verhältst.“

„Ach so? Und die wären?“

„Du hast daran gedacht, wie es wäre sich mit mir zu paaren.“

Jody Thorn fühlte sich ertappt und errötete. „Du bringst mich gerade in arge Verlegenheit, weißt du das?“

Er schüttelte den Kopf.

„Die Gedanken und Gefühle sind zwar frei, aber die Handlungen streng reglementiert. Wenn ich mit einem Tier intim würde, dann wäre das mein Tod.“

Apophis seufzte und verdrehte die Augen. „Ich bin nicht hier um Sex von dir zu verlangen. Außerdem solltest du dich von dem Vorurteil verabschieden, dass ich ein Tier bin. Ich bin ein Chafre, das ist was ganz anderes. Ich beherrsche meine Instinkte und Triebe und nicht sie mich. Das ist es was mich und auch mein ganzes Volk von einem einfachen Tier unterscheidet.“

Sie seufzte und senkte den Kopf. „Entschuldige bitte. Die Situation ist nicht leicht für mich. Ich und auch viele andere die so denken und empfinden wie ich, haben immer den Traum gehabt, dass es Anthros gibt und jetzt steht mir einer direkt gegenüber und es ist keine Einbildung, sondern Realität. Im Moment überschlagen sich meine Gefühle.“

„Das verstehe ich nicht ganz, aber ich bin gerne bereit dir zuzuhören.“

Jody Thorn begann zu erzählen. Sie berichtete von den Furries, von ihren kleinen Treffen, den großen Conventions und ihren Suits, die sie in jahrelanger, mühsamer Arbeit nähten und zusammenbauten. Apophis hörte interessiert zu und begann nach und nach zu begreifen, worauf sie hinaus wollte.

„Tja und nun gibt es euch wirklich und euer Eintreffen ist wie eine Bestätigung für uns alle“, schloss sie ihre Ausführungen ab.