Kapitel 40

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 40

Enttäuschung

Apophis holte tief Luft. „Das war wirklich sehr interessant und aufschlussreich. Aber jetzt mal zur Sache. Kannst du mir Informationen geben, die man uns unter Umständen verheimlichen würde?“

Sie nickte. „Ja, das dürfte kein Problem sein.“

„Sollte ich jetzt sofort etwas Wichtiges erfahren?“

Wieder nickte sie. „Deine Freunde fliegen in diesem Moment zur Erde und da-mit in ihren sicheren Tod. Ich habe eine gute Freundin, die ist im wissenschaftlichen Rat der UN. Sie hat mir geflüstert, dass man eure Ankunft ausnutzen will. Das Begrüßungskomitee ist bereits aufgestellt und besteht aus Mitarbeitern der verschiedenen Geheimdienste und unterschiedlichen Wissenschaftskreisen. Man will euch sezieren, eure DNA separieren und in streng geheimen Laboratorien erneut versuchen eine wirksame Waffe gegen die Cherit zu entwickeln. Man plant schon lange einen erneuten Angriff auf euren Heimatplaneten Festrid.“

Apophis erschrak und wurde blass um die Nase. Er legte die Ohren an und fletschte die Zähne. „Wir sind vom Planeten Genro und die Cherit sind uns noch nie begegnet. Wir wurden in einem Genlabor gezüchtet und sollten eine Waffe gegen die Cherit werden. Dann habt ihr einen Friedensvertrag mit den Cherit geschlossen und unsere Bestimmung wurde geändert. Wir sollten als intelligente Jagdbeute auf einem Vergnügungsplaneten dienen. Deine Aussage bestätigt somit wiederholt unsere Vermutungen.“

Thorn wich drei Schritte zurück und hielt schützend ihre Hände vors Gesicht.

Der Säbelzahntiger spürte ihre Angst und versuchte sich zu beruhigen. „Ihr Menschen seid eine so verlogene, egoistische und selbstherrliche Spezies. Ihr seid technologisch so weit fortgeschritten, aber euer Geist ist klein und armselig geblieben. Ich frage mich wirklich, wie ihr es geschafft habt so lange zu überleben.“

„Das ist in der Tat eine gute Frage, die ich mir selbst schon des Öfteren gestellt habe.“

Apophis sah sie schief an. „Kannst du mir helfen, meine Freunde zu retten?“

Die Frau überlegte kurz und kaute dabei auf ihrer Unterlippe. Apophis spürte, dass es in ihr kämpfte und sie das Für und Wider abzuwägen schien.

„Okay, ich bin auf eurer Seite“, sagte sie schließlich. „Ich denke, dass ich einige Leute mobilisieren kann. Wir sollten zuerst dafür sorgen, dass deine Freunde ihr vorbestimmtes Ziel nicht erreichen. Wenn die Wissenschaftler sie erst mal in den Fingern haben, wird es extrem schwer werden sie zu retten. Ganz zu schweigen davon, dass wir sie dann zunächst finden müssten.“

„Okay“, erwiderte Apophis, „tu was du für richtig hältst, es muss nur schnell gehen.“

Sie nickte und griff zum Telefon. „Hallo? Ja, hier ist Jody Thorn. Ich möchte bitte mit Shana Grant sprechen.“

Der Tiger verfolgte ihr Gespräch aufmerksam. Thorn hatte das Gerät auf Lautsprecher gestellt, damit der Chafre alles mithören konnte und ihr vertraute.

„Grant“, meldete sich nach kurzer Zeit eine Stimme.

„Hi, hier ist Jody.“

„Oh, hallo. Wie geht’s dir?“

„Danke, mir geht’s sehr gut, aber pass auf. Ich habe hier jemanden bei mir und dem möchte ich sehr gerne helfen.“

„Oh ha. Lass mich raten. Du hast dich in ein kleines grünes Männchen mit sehr viel Fell verknallt und das möchte jetzt nach hause telefonieren, weiß aber nicht wie das geht.“

Apophis hob die Hände in die Luft und machte eine mehr als hilflose Geste.

„Fast getroffen. Aber hören wir auf mit dem Quatsch, denn die Lage ist verdammt ernst. Ich habe einen Anthrotiger namens Apophis bei mir und der will seine Freunde retten.“

„Anthrotiger? Habe ich dich gerade richtig verstanden?“

„Ja, du hast dich nicht verhört.“

„Au verdammt. Du sitzt jetzt mächtig im Dreck.“

„Ja, das habe ich mir schon gedacht. Aber die Anthros sind jetzt auf dem Weg zur Erde und Fletcher ist bei ihnen. Ich sehe da eine Katastrophe auf uns alle zu kommen.“

Auf der anderen Seite des Apparates hörte man zunächst nur Schweigen, dann: „Pass auf. Ich strecke mal dezent meine Fühler aus und höre mich um. Ich werde schon herausfinden wo man sie hinbringen will. Ich werde sehen, was ich tun kann. Wartet zehn Minuten am Telefon. Ich rufe euch zurück.“

„Gut, aber beeil dich. Es geht um Leben und Tod.“

„Ich weiß.“

Sie legten beide auf.

Jody Thorn schaute den Tiger traurig an und seufzte. „Verdammter Mist. Shana ist eine sehr gute Freundin von mir und war von Anfang an dagegen, be-stimmte Kreise bei eurer Ankunft mit einzubeziehen. Sie vertritt die Meinung, dass die Natur extrem mannigfaltig ist und ein jedes Wesen ein Recht auf Leben hat. Leider sehen es bestimmte Leute anders und die haben im Moment das Sagen.“

Apophis schloss die Augen und seine Gedanken kreisten. ,Aus, alles aus. Wenn wir nicht schnell genug handeln, werde ich meine Freunde, Eltern und Großeltern nicht wiedersehen.'

„Wir müssen was unternehmen, meine Eltern sind mit in der Gruppe“, hub er an.

Thorn erstarrte. Die Situation schien sich nochmals zuzuspitzen.

Da klingelte endlich das Telefon.

„Ja?“

„Jody, hör’ genau zu. Ich habe herausgefunden wo man sie hinbringt. Es handelt sich um ein altes Gebäude in Gary, einem Ort in der Nähe von Chicago. Um den Rummel möglichst klein zu halten, hat man sich dafür entschieden. Da läuft nämlich gerade die Anthrocon. Außerdem ist es der Wohnsitz von Walter Krondal, der grauen Eminenz.

Der Plan sieht vor, die Anthros einer Kommission gegenüberzustellen. Die Mitglieder dieser Gruppe entscheiden dann über die weitere Vorgehensweise. Im Großen und Ganzen wird allen das gleiche Schicksal zuteil werden, sie werden der Forschung zur Verfügung gestellt. Man will unbedingt eine Waffe gegen die Cherit in den Händen halten, koste es was es wolle. Anschließend will man das Schiff in Besitz nehmen und die Koordinaten des Planeten ausfindig machen. Ein Truppentransporter ist so gut wie einsatzbereit und soll eine eventuelle Bevölkerung auslöschen. Somit will man alle verbliebenen Spuren beseitigen und seine Weste reinwaschen.“

Apophis holte mit der rechten Hand aus, fuhr die Krallen aus und zerschmetterte einen der Tische im Quartier.

„Was war das?“, fragte Shana besorgt.

„Keine Sorge, das war nur der Säbelzahntiger in meinem Quartier. Seine Eltern sind in der Gruppe.“

„Passt auf, ich mache jetzt folgendes: Ich werde meine Beziehungen spielen lassen und unsere Furry-Gruppe aktivieren. Wenn die von den Anthros hören, dann sind die garantiert nicht mehr zu bremsen. Wir werden uns mit Knüppeln und allem möglichen bewaffnen und das Gebäude umstellen. Entweder kommen Fletcher und Konsorten erst gar nicht rein oder wenn sie schon drin sind, nicht mehr heraus. Ich hoffe nur, dass wir es noch rechtzeitig schaffen.

Abgesehen davon, meinen höchsten Respekt hast du schon. Nicht nur, dass du es von jetzt auf gleich schaffst mehrere Personen in den Alarmzustand zu versetzen, nein, du gehst gleich in die Vollen und lachst dir einen Säbelzahntigeranthro an.“

Shana legte auf und beendete mit einem Knacken im Telefon das Gespräch.

Apophis war am Verzweifeln. „Verdammte Scheiße, ich habe noch nie von so viel Falschheit gehört“, brüllte er.

„Schrei bitte nicht so, du machst sonst Flint aufmerksam.“

Aber es war schon zu spät.

Der hatte Apophis’ Ausbruch gehört und stand schon vor Thorns Tür. Er klopfte nicht einmal an. Die Tür wurde eingetreten und der Mann stand im Raum, sondierte kurz die Lage, sah den Tiger und schoss auf ihn.

Thorn reagierte schnell genug. Sie sprang Flint regelrecht ins Gesicht, riss ihn um und der Schuss ging daneben.

Apophis stieß einen markerschütternden Schrei aus und ging zwischen die beiden. Er packte Flint mit der rechten Hand am Schlafittchen, hob ihn in die Luft, erhob die linke Hand und ohrfeigte ihn. Sein Kopf wurde unter der Wucht der massiven Schläge hin und her geschleudert. Apophis schlug weiter zu und brach ihm das Nasenbein, ein weiterer Schlag brach ihm das linke Jochbein.

Flint schien aus dem ganzen Kopf zu bluten. Apophis holte wieder aus, legte seine ganze Wut in seinen nächsten Schlag, traf direkt auf den Schädel des Mannes und riss ihm die Schädeldecke ab. Mit einem dumpfen Geräusch knallte der Schädelknochen gegen die Wand.

Jody schrie nur noch hysterisch. Flint war immer noch bei Bewusstsein und musste miterleben, wie der Tiger ihn zu Boden fallen ließ. Kurz bevor er starb, spürte er, wie sein Gehirn aus dem offenen Schädel riss.

Thorn war fassungslos, sank auf die Knie und weinte bitterlich.

Apophis besah sich sein Werk und kam wieder zur Besinnung. Er schämte sich für seinen Wutausbruch und verließ das Quartier.

Er ging zum Schiff und traf auf Syrgon. „Gut, das du noch hier bist“, sagte Apophis bitter.

„Was ist passiert? Bei allen Göttern, deine Hände sind ja blutverschmiert.“

„Ich hasse diese Menschen. Sie haben uns eine Falle gestellt. Alle sind auf dem Weg in ihren Tod.“

Syrgon riss die Augen auf. „Das ist nicht dein ernst?“

„Doch. Ich meine es bitterernst. Ich habe zwei der Piloten der Basis getötet, nachdem sie mich angriffen. Eine Pilotin ist noch übrig, war auf unserer Seite, aber ich weiß jetzt nicht mehr, ob sie es immer noch tut. Sie halten uns alle für Cherit und wollen uns der Wissenschaft überantworten um weitere Experimente durchzuführen.“

Der Rüde war geschockt und schaute plötzlich über die linke Schulter des Katers. „Ich glaube, da will uns jemand seine Hilfe anbieten“, sagte er.

Apophis wirbelte herum und schaute die Rampe hinab. An ihrem Ende stand Jody Thorn und sie hatte zwei leichte Lasergewehre dabei und streckte sie ihnen entgegen. „Ich glaube, dass wir die Dinger gut gebrauchen können“, sagte sie und rang sich ein Lächeln ab.

Apophis ging auf sie zu, nahm ihr die Waffen ab, legte sie auf den Boden neben sich.

Dann geschah etwas womit die Pilotin niemals gerechnet hätte. Der Tiger kniete sich vor ihr hin, nahm sie in seine Arme und drückte sie fest an sich. Die Frau roch an seinem Fell und begrub ihr Gesicht darin. So standen sie minutenlang und Jody weinte ihren ganzen Schmerz und Schrecken heraus.

Schließlich wischte sie ihre Tränen im Tigerfell ab und befreite sich aus der Umarmung. „Ich kann deine Reaktion gut verstehen. Mich schockierte nur deine unbändige Kraft. Dadurch, dass du vernunftbegabt bist, hatte ich ganz die Tatsache verdrängt, dass du nicht nur wie ein Tiger aussiehst, sondern auch seine Kraft und Energie hast.“

„Das stimmt und ich wusste nicht wie empfindlich ihr seid. Es tut mir Leid. Ich wünschte du hättest es nicht mir ansehen müssen. Meine Wut hatte mich be-herrscht.“

Thorn lächelte: „Wäre mir in deiner Situation genauso gegangen. Aber jetzt kommt.“

„Moment“, sagte Syrgon plötzlich, „Wir haben noch ne Überraschung mit.“

Er deutete hinter sich und Apophis schaute kurz zur Decke. „Natürlich. Der Mech. Den hätten wir beinahe vergessen.“

„Den Mech? Moment mal. Ihr wollt doch wohl nicht behaupten, dass ihr einen gigantischen Kampfroboter an Bord habt, von dem alle nur munkeln, aber keiner so recht an seine Existenz glaubt.“

„Oh doch. Er existiert. Sieh selbst.“ Apophis nahm Jody bei der Hand und führte sie in den Frachtraum. Syrgon folgte ihnen dicht auf.

„Das ist ja nicht zu glauben.“ Sie riss die Augen auf und strahlte über das ganze Gesicht.

„Die schlagkräftigste Erfindung des Militärs die je gemacht wurde und sie gehört uns. Könnt ihr das Ding bedienen?“

„Japp. Das ist mein Spezialgebiet“, entgegnete Syrgon.

„Super.“ Sie klatschte in die Hände und freute sich wie ein kleines Kind. „Wir haben noch eine zweite größere Fähre, die eigentlich für Lasten vorgesehen ist. Da haben wir genügend Platz für alles. Folgt mir.“

Syrgon hangelte sich in den Waffenträger, fuhr die Computer und die Energieversorgung hoch. Der Tiger und die Pilotin gingen voraus und unter dumpfen Fußaufschlägen folgte der Wolf in der Kampfmaschine. Jeder Schritt ließ den Boden der Basis erzittern.

„Da vorne nach links und anschließend gleich rechts, dann sind wir schon da“, sagte sie.

Nach fünf Minuten hatten sie den Hangar erreicht und Syrgon wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Ist gar nicht so leicht, das Teil durch die engen Flure zu steuern“, rief er den beiden zu.

Jody nickte und zeigte auf die Uhr und zur Fähre. „Mach hin, Junge. Sonst kommen wir zu spät“, rief sie zurück.

Wenig später verließ die Fähre die Mondbasis und raste in Richtung Erde. Die Pilotin nahm Kontakt zu Shana auf. <„Shana, ich bin es. Hast du was erreicht?“>

<„Hallo. Ja, habe ich. Unsere Chicagoer Gruppe ist geschlossen auf dem Marsch in Richtung Gary.“>

<„Sind sie etwa schon gelandet?“>

<„Nein, soviel ich weiß noch nicht. Aber in den nächsten zwanzig Minuten sollen sie dort eintreffen.“>

<„Das wird verdammt knapp. Seid so gut und tut was ihr könnt um sie aufzuhalten, wir sind auf dem Weg zu euch.“>

<„Okay, bis gleich.“>

„Das wird mehr als nur knapp“, sagte Apophis, „Wie lange dauert unser Flug noch?“

„Wir haben einen günstigeren Anflugvektor als die kleine Passagierfähre. Ich schätze mal, dass wir in spätestens dreißig Minuten am Gebäude des Konzils sind.“

„Das dauert zu lange. Wir kommen zehn Minuten zu spät“, wetterte Syrgon.

„Schneller geht’s nicht“, schnauzte Jody zurück. „Wenn du schneller sein willst, dann kannst du gerne aussteigen und schieben.“

Der Wolf winkte ab und sagte nichts mehr. Auf Apophis’ Stirn zeichneten sich Sorgenfalten ab.

Etwa fünfzehn Minuten später piepte das Interkom. <„Jody, hier ist Shana. Das Empfangskomitee ist eingetroffen und wir sind vor Ort. Bisher halten wir die Stellung. Aber man droht uns mit Waffengewalt, wenn wir das Gelände nicht räumen. Ihr solltet langsam aber sicher eingreifen.“>

<„Wir brauchen noch fünfzehn Minuten. Ich kann leider nicht hexen.“>

<„Verdammt! Okay, dann wird’s jetzt ernst. Haltet euch ran. Ich lasse die Verbindung offen.“>

<„Okay, danke.“>

Man hörte über Lautsprecher eine herrische Stimme Anweisungen geben, woraufhin wüste Beschimpfungen aus einem großen Chor folgten. Dann hörte man das Summen von Triebwerken einer Fähre. Ihre Freunde waren am Rande des Verderbens angekommen. Die Verbindung brach abrupt ab.