Kapitel 44
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Kapitel 44
Annäherung
„Nein. Natürlich nicht. Ich will zu Apophis. Er ist so süß und ich will ihm was Gutes tun. Er kommt mit so einsam vor.“
„Oh, da hat wohl das Mitgefühl zugeschlagen.“
„Nicht nur das Mitgefühl. Ich will ihm eine gute Tigerin sein und er soll sich wohl fühlen, sich fallen lassen können.“
Shana erschrak. „Ich hoffe du weißt, worauf du dich da einlässt. Er ist zwar kein Tier, aber er könnte sehr ungestüm reagieren.“
„Ich weiß, Shana. Aber glaube mir. Wir beide standen schon mal kurz davor und er hat sich verschämt zurückgezogen, mich nicht bedrängt.“
Grant seufzte und nickte, ging an den Wandschrank und holte die Suit raus. „Na ja, dann kann ich euch beiden ja wohl nur noch viel Spaß wünschen, oder?“
„Danke, das ist wirklich lieb von dir.“
„Wobei ich das Gefühl nicht loswerde, dass du etwas sehr schnell bei der Sache bist.“
„Warum? Ich habe ein anderes Gefühl. Schmetterlinge im Bauch und den Wunsch ihn zu spüren, zu riechen und mit ihm zu schnurren.“
Shana, verdrehte die Augen und zeigte auf die Tür. „Keine Details bitte.“
Die Suit-Delenquentin ward von der Gerichtsbarkeit entlassen.
Jody ging ins Badezimmer und zog sich um. Die Tigersuit passte perfekt. Es gab keine überflüssige Falte und sie lag hervorragend straff auf der Haut. Die Animatronik tat auch noch was sie sollte und Schwanz und Ohren bewegten sich entsprechend ihrer Stimmung. Sie setzte zu guter letzt den Kopf auf und verließ das Zimmer ihrer Freundin. Die sah kopfschüttelnd hinterher und ging zu Bett.
‚Hoffentlich weiß sie wirklich was sie tut’, dachte sie noch und schlief ein.
Apophis hatte sich in eines der drei Gästezimmer verzogen und aufs Bett gelegt. Kurze Zeit später öffnete Jody die Tür und trat ein.
„Apophis? Bist du hier?“, fragte sie flüsternd.
„Jody? Bist du das?“, fragte der Kater leise zurück.
„Eine Frage beantwortet man nicht mit einer Gegenfrage. Aber ja. Ich bin’s. Psst! Wir wollen die anderen nicht wecken.“
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, legte sie sich neben den Kater und kuschelte sich an sein Fell. Sie begann ihn zu streicheln, tastete seine starken Oberarme und seine Brustmuskeln ab, während die andere Hand über seinen Bauch glitt. Sie legte ihren Kopf auf seine Brust und lauschte minutenlang seinem gleichmäßigen Herzschlag.
Er streichelte im Gegenzug ihre Haare und ihr Fell. --- Er stutzte!
Fell? Er setzte sich auf und erkannte im Halbdunkel tatsächlich die Gestalt eines Tigers.
„Wie ist das möglich?“, fragte er verwirrt.
„Bleib ruhig und entspann dich. Genieße einfach die Nacht mit einer Tigerin.“
Sie erhob sich, setzte sich auf den Tiger und massierte ihm die Brust und die Flanken. Jede Muskelfaser wurde von ihren zarten Händen verwöhnt und Apophis schnurrte leise, aber deutlich hörbar.
Sie freute sich darüber und das leise Vibrieren seines Körpers stimulierte sie, regte sie an. Sie verspürte das unerträgliche Verlangen, ihrem Kater etwas Gutes tun zu wollen, ohne selbst etwas dafür zu verlangen.
„Lass es sein. Du musst das nicht tun“, flüsterte er gedrückt. Aber sein Unterbewusstsein sagte etwas anderes.
Jody liebkoste jede Stelle, knabberte zärtlich daran herum und genoss es, dass sich der Tiger kaum mehr beherrschen konnte. Er schloss die Augen und ließ sie endgültig gewähren.
Schließlich hatte sie es geschafft, ließ von ihm ab, legte sich auf ihren Tiger, krallte sich in sein Brustfell und beide schliefen zufrieden ein.