Kapitel 8

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 8

Verteidigungszustand

Die Gruppe um Cyron bewegte sich bedächtig über das Gelände des Verteidigungszentrums und betrat schließlich das Gebäude.

Dort wurden sie von einer Löwin in Empfang genommen. „Hallo, ich bin Mira. Bitte folgt mir in die Überwachungszentrale.“

Apophis hob eine Augenbraue. „Faszinierend. Man scheint uns nicht nur erwartet zu haben. Wie es aussieht kennt man wohl auch unsere Namen und fragt nicht mal danach.“

„Sehr rätselhaft das Ganze“, murmelte Chiron.

„So merkwürdig finde es das gar nicht“, entgegnete Tarja. „Immerhin haben wir mit unserer Rückkehr genug Staub aufgewirbelt und unsere Ankunft hatte sich ja in Windeseile herumgesprochen. Warum nicht auch hier?“

„Stimmt auch wieder“, bestätigte Stella.

Die Löwin wartete geduldig, aber man sah ihr an, dass sie die Gruppe zu gerne endlich im Kontrollraum haben wollte. Also folgten die fünf und betraten einen Lift.

Colras traf auf der Ra-em ein und er sowie Shana, Jody, Gregor und Prof. Skort entstiegen dem Gleiter.

„Tja, da sind wir wieder. Das Schiffsinnere lange nicht mehr gesehen, aber doch wieder erkannt“, witzelte Jody.

„Nicht lang genug“, knurrte Shana vor sich hin.

Colras ging unterdessen zum Comterminal des Hangars. <„Colras an Drekal. Captain bitte melden.“>

<„Hier Drekal.“>

<„Captain. Wir sind vollzählig eingetroffen.“>

<„Sehr gut. Begleite die vier bitte zum Konferenzraum. Ich bin mit den Captains der fünf anderen Subraumkreuzer auf dem Weg dorthin.“>

<„Verstanden. Colras, Ende.“>

Er drehte sich um und deutete an, dass sie ihm alle folgen sollen. Sie verließen den Hangar und begaben sich in vorgegebene Richtung.

„Wohin gehen wir?“, fragte Skort neugierig.

„Zum Konferenzraum.“

„Ah ja. Und was erwartet uns dort?“

„Der Captain und fünf weitere von anderen Kreuzern, die vor einer guten Stunde den Subraum verließen. Mehr weiß ich auch nicht.“

Die Mienen der Menschen verfinsterten sich merklich, allerdings zogen sie es vor zu schweigen.

Genauso wie die Captains Seth, Melina, Ramos, Maahes und Theseus es in Gegenwart von Drekal auch vorzogen die Stillen zu mimen.

„Wie es scheint, hat es ihnen die Sprache verschlagen“, merkte Drekal auf.

Theseus brach als Erster das Schweigen. „Nein, nein. Das nicht. Wir versuchen eher unsere Gedanken zu sortieren um das Erlebte möglichst präzise wiederzugeben.“

Sitral nickte leicht. „Nun gut, dann machen sie das. Wir erwarten eh noch fünf Personen, die an der Besprechung teilnehmen.“

Der Captain der Re-harachte spitzte seine Eselohren und etwas neugierig die Lippen, sagte aber nichts.

In diesem Moment öffnete sich die Tür und Colras, gefolgt von Shana, Skort, Binder und Jody betraten den Raum. Die Captains der neu eingetroffenen Kreuzer erhoben sich sehr langsam und argwöhnisch, ob der Anwesenheit der Menschen, schauten dann fragend zu Sitral und Drekal.

„Keine Sorge. Die vier gehören quasi zur Besatzung.“ Die Wölfin erhob sich und stellte die Anwesenden gegenseitig vor.

Nachdem die Prozedur vorbei war und sich alle gesetzt hatten, nahm die Stimmung eine nunmehr entspanntere Form an.

Lediglich in Drekal brodelte es etwas. „So, dann schießen sie mal los“, begann sie. „Wer anfängt ist mir egal. Mich interessiert was vorgefallen ist, warum sie ausgerechnet vor Genros Toren gelandet sind, wer sie angegriffen hat, was ihr eigentliches Ziel war und vor allem ob jetzt eine akute Bedrohung für uns alle und auch für den Planeten und seine Bevölkerung besteht.

Ich möchte also was hören. Immerhin haben wir schon genug Ärger am Hals und mehr Fragen als Antworten auf der Oberfläche des Planeten.“ Drekal wirkte nicht nur unzufrieden, sondern brachte ihren Unmut mehr als deutlich, wenn auch sehr beherrscht, zum Ausdruck.

Melina war das gar nicht recht und hub an. „Captain Drekal, bei gebührendem Respekt! Wenn sie einen Zickenkrieg anfangen wollen, dann sind sie bei mir an der richtigen Adresse. Das grenzt ihrerseits schon an ausgemachte Arroganz.“

Die Wölfin schaute die Stute scharf an und überlegte sich gerade einen passenden Schuss vor den Bug. „Ah. Ich wollte gerade vorschlagen zum DU überzugehen, aber gut bleiben wir beim SIE. Bitte schön, dann eben auf noch arroganterer Ebene!“ Drekal wurde jetzt lauter. „Wie wäre es denn, wenn ich nicht hier wäre mit der Ra-em?“

„Oh, das wäre zu schön“, entgegnete Melina.

„Ach ja? Dann werde ich ihnen mal ein paar nette Fakten präsentieren. Wir waren auf der Erde und haben den Chafren, die unbedingt und vor Neugier platzend dort hin mussten, dass Leben gerettet. Sind in Raumkämpfe verwickelt worden, haben auf dem Planeten enorme Verluste eingesteckt.

Letztendlich haben wir das ganze System hier gerettet, als wir glücklicherweise einen Truppentransporter des irdischen Militärs auf dem Weg hierher abfangen konnten und diesen zurück zur Erde schickten. Ansonsten wären sie aus ihrem Kampf heraus hier eingetroffen und hätten den nächsten prompt und in Farbe mitbekommen. Mittendrin, statt nur dabei.

Ist das jetzt klar? Außerdem geschehen gerade Dinge auf der Oberfläche von Genro die uns den Arsch auf Grundeis gehen lassen.“

Melina schnaubte mürrisch, schien sich aber, ob der unumstößlichen Ansage der Wölfin, etwas zu beruhigen. Ihr Blick enttarnte sie jedoch als typisch stutenbissig.

„Nun schön. Dann werde ich mal auch zur Sache kommen“, begann Maahes das Schweigen des männlichen Anteils zu brechen. „Wir waren auf einer Forschungsmission und nahmen einen neuen und damit unbekannten Raumsektor ins Visier. Zunächst blieb alles friedlich, es gab zwar Planeten, aber alle waren entweder unbewohnt oder die Zivilisation war nicht ausreichend entwickelt um einen Kontakt herzustellen.“

„Aha, aber was geschah dann?“, fragte Skort dazwischen.

Sitral schaute den Professor unwirsch an. Skort zuckte entschuldigend mit den Schultern.

„Dazu komme ich jetzt“, setzte der Löwe seine Ausführungen fort. „Wir kamen in das Gebiet des Sternensystems Gamma Hydra 12 und trafen auf eine Zivilisation die der Raumfahrt mächtig war. Es bot sich also ein guter Ansatzpunkt zur Kontaktaufnahme. Leider fiel die sehr schnell, und schon im Keime erstickt, extrem negativ aus. Ohne Vorwarnung wurden wir von sehr fremdartigen Schiffen umringt und unter schweren Beschuss genommen. Wir hatten nicht mal Zeit gehabt die Schilde hoch zufahren und erlitten schwere Treffer.

Mehrere Sektionen meines Schiffes mussten wegen Hüllenbruchs versiegelt werden. Mir fehlen hundert Mann meiner Besatzung, weitere fünfzig sind verletzt. Bei den anderen Schiffen sieht es auch nicht wesentlich besser aus. Die einzige Möglichkeit bestand in der kollektiven Flucht durch den Subraum. Wir hatten also nicht viel Zeit uns über Zielkoordinaten zu streiten und gaben die erstbesten ein. Tja und da sind wir.“

„Tja, da sind sie“, schloss Drekal die Ausführungen für sich ab. „Weitere Fragen oder Anmerkungen?“

„Ich weiß, dass ich nicht fragen sollte“, begann Skort, „aber haben sie vielleicht irgendeinen Anhaltspunkt wer die Fremden sind, was das für Waffen waren und vor allem ob sie ihnen vielleicht gefolgt sind?“

Drekal sah Skort an und dann zu Maahes und dem Rest der Anwesenden.

„Tja, ob sie uns gefolgt sind wissen wir erst, wenn sie hier eintreffen. Wir hof-fen, dass sie nur ihren Sektor verteidigen wollten und nicht gerade einen Krieg anzetteln. Was die Fremden betrifft haben wir keine Ahnung wer oder was dahinter steckt. Da ward selbst ihr Menschen noch harmlos.“

Jody zog einen Flunsch, Shana kratzte sich verlegen am Kopf, Binder zog es vor die Decke anzustarren und Skorts Blick landete durch Maahes hindurch in der Leere.

„Nun gut. Oder eher überhaupt nicht gut“, hub Drekal an. „Jetzt haben wir mehr Probleme als uns lieb ist. Wir sollten die Verteidigungszentrale rufen. Immerhin haben wir jetzt wirklich einen akuten Notfall und die Chafrengruppe hat sich noch immer nicht von dort gemeldet.“

Sitral nickte.

Die Lifttüren glitten auseinander und die Chafren betraten angeführt von Mira die Kommandozentrale.

„Ah. Hallo. Da seid ihr ja“, begrüßte sie Talitha. Die Stute gab jedem von ihnen freundlich die Hand. „Schön, dass ihr da seid.“

Cyron schaute sich beeindruckt um, die anderen verteilten sich neugierig im Raum und schauten auf die Monitore.

„Hmhm. Sieht so aus, als ob an jedem Laserturm eine Kamera montiert ist“, sinnierte Apophis.

„Das siehst du richtig“, entgegnete Mira. „Außerdem befinden sich neben den Kameras noch Richtmikrofone damit wir möglichst schnell auf alles reagieren können.“

„Und uns ist der Funkverkehr ebenfalls nicht entgangen“, warf, die bis eben noch stille, Bella ein.

„Ah, daher der schnelle Empfang“, sagte Stella, den Zusammenhang verstehend.

Die Füchsin lächelte und nickte.

„Gut, dann wisst ihr auch, warum wir hier sind.“

„Ja und wir haben schon reagiert und die Lasertürme in Bereitschaft versetzt.“

„Ausgezeichnet. Können wir Kontakt zur Ra-em aufnehmen? Außerdem sollten wir die Urwaldbasis verständigen. Die warten bestimmt schon nervös auf unseren Ruf.“

„Machen wir doch gerne.“

Die Kampfanthros sowie Kira und Andrew zogen sich aus dem Gang wieder zurück. In diesem Moment knackte es im Funkgerät und Sadral schnippte kurz mit den Fingern, woraufhin alles aufmerksam inne hielt.

<„Verteidigungszentrale ruft die Urwaldbasis. Hört mich jemand?“>, begann Mira.

<„Hier Sadral. Wir hören laut und deutlich. Wer spricht?“>

<„Genro-Verteidigungszentrale Britek, Mira hier. Wir haben den Funkverkehr mitgehört und die Lasertürme in Bereitschaft versetzt, alle Verteidigungsanlagen sind in Betrieb.“>

<„Sehr schön. Habt ihr sonst noch was?“>

<„Ja. Eine Menge. Zum einen handelt es sich bei euch um ein fremdes Lebewesen. Es mag den Anschein haben, dass es sich um die Löwengöttin Sachmet handelt, ist es aber nicht. Ich wiederhole, es handelt sich um eine unbekannte Spezies, seid also sehr vorsichtig.“>

<„Das haben wir schon herausgefunden. Wir haben uns verteidigt und diese Kreatur oder wie immer man es bezeichnen will, verwundet. Leider taucht dieses Ding unvermutet aus dem Nichts auf und verschwindet genauso.“>

<„Ihr habt also nichts bedeutendes herausgefunden, außer das es sich um eine Lebensform handelt?“>

<„Genau. Aber ich hoffe, dass das sich bald ändern wird.“>

<„Seid vorsichtig. Zum anderen. Im Orbit umkreisen fünf weitere Cheritkreuzer den Planeten. Sie waren auf der Flucht vor einer unbekannten Rasse. Raum-schiffe unbekannt, Waffentechnik unbekannt. Ob diese Attacke auf die Kreuzer und das Auftauchen dieses Wesens in der Basis zusammenhängen, können wir nicht bestätigen, aber auch nicht widerlegen.“>

<„Verstanden und ich hoffe, dass das erstmal alles ist, von eurer Seite.“>

<„Soweit, ja.“>

<„Das hört sich doch schon mal nach einem Ansatz für uns an.“>

<„Dann stören wir euch nicht weiter. Mira, Ende.“>

Sadral schaute auf das Funkgerät und grummelte etwas vor sich hin. „Damit wissen wir jetzt, woran wir sind.“

Andrew nickte. „Toll. Wirklich toll. Wir haben es also mit einem Wesen zu tun, was aus Materie besteht und sich einfach so dematerialisieren kann und an an-derer Stelle wieder materialisiert. Oder habe ich da was verpasst?“

Sadr atmete hörbar aus. „Nicht wirklich.“

„Die Frage ist nur. Wie stoppen wir es?“, fragte Ionos dazwischen.

„Die Frage ist wohl eher ob wir es überhaupt stoppen können. Immerhin scheint es über eine Technologie zu verfügen die wir beim besten Willen nicht verstehen.“

„Okay. Ziehen wir uns ins Labor und an die Computer zurück“, befahl Sadral.

<„Selestral an Captain Drekal“>, ertönte die Stimme der Jaguarin aus dem Intercom des Konferenzraumes.

<„Hier Drekal, was gibt es?“>

<„Wir haben eine Nachricht von der Verteidigungszentrale auf Genro erhalten. Die Lasertürme sind in Bereitschaft und alle in der Zentrale sind über die Ereignisse informiert, ebenso sind alle Anwesenden in der Urwaldbasis unterrichtet.“>

<„Ah, sehr gut. Das macht alles etwas leichter. Drekal, Ende.“>

Sie schaute zufrieden in die Runde. „So, wo wir uns jetzt alle ausgetauscht haben, würde ich vorschlagen, dass wir zum netteren DU übergehen und die Beißereien mal weg lassen.“

Melina schaute die Wölfin unvermittelt starr an, sagte nichts und rollte mit den Augen.

„War das jetzt ein ja oder eher ein nein?“

„Das sollte ein, gut, versuchen wir es mal, sein.“

„Das freut mich. Gibt es etwas, was wir dringend erledigen müssen?“

„Mich würde die Urwaldbasis interessieren und vor allem was dort vorfällt. Immerhin muss der Kontakt mit allen Informationen dorthin wohl sehr wichtig sein.“

„Ja. Das stimmt. Wir haben dort einige Funde gemacht die ihrerseits sehr beunruhigend sind.“

„Es wäre schön, wenn es etwas ausführlicher ginge“, mischte sich Seth ein.

„Aber gerne doch. Die Chafren hatten vor rund vier Jahren eine Gebirgsbasis und genannte Urwaldbasis entdeckt und mit Waffengewalt unschädlich gemacht und übernommen. Die Stationen stammten von Menschen. Sie dienten erst dem Militär der Erdstreitkräfte, später wissenschaftlichen Forschungen. Wie dem auch sei, stets galt ihre Existenz nur einem Ziel, der Genmanipulation und damit der künstlichen Herstellung von cheritverwandten Arten, um sie letztendlich gegen uns als Waffe einsetzen zu können.

Glücklicherweise ging es kräftig in die Hose. Lediglich die Basen blieben er-halten und waren extrem gut bewaffnet. Nach der Übernahme fanden die Chafren ein Genlabor, welches immer noch existiert. Aus den Computern gewannen sie unzählige Daten und Beweise und beschlossen zur Erde zu fliegen. Das gelang auch, drohte aber in ihrer Vernichtung zu eskalieren. Die vier Menschen hier, stehen zweifelsohne auf unserer Seite und ich bin überzeugt, dass es noch mehr wohlgesonnene ihrer Spezies gibt.“

„Woher willst du wissen, dass es so ist?“, fragte Melina dazwischen.

Die Wölfin lächelt. „Ganz einfach. Jody Thorn ist schwanger. Sie trägt das Kind von Apophis in sich. Einer Kreuzung aus Mensch und Säbelzahntiger.“

„WAS? Wie ist das möglich?“

„Genmutation.“

Melina machte große Augen und atmete tief ein.

„Aber weiter. Wir mischten uns in das Drama, welches auf der Erde in vollem Gange war ein und flogen gemeinsam nach Genro. Hier angekommen plagte eine Gruppe, von auf der Erde gezüchteten Kampfanthros, die schiere Neugier und sie drangen in die Urwaldbasis ein.

Allerdings setzten sie wohl zwei merkwürdige Ereignisse in Gang. Zum einen wurden zwei Geparden aus den Stasisröhren befreit, die zwar einen tierisch-anthropomorphen Körper besitzen, aber einen rein menschlichen Kopf. Und dann tauchte plötzlich Sachmet auf. Erst hielten wir es für einen Scherz und wollten es nicht glauben. Aber dieses Wesen taucht gerne unvermittelt auf, ist extrem schnell und wendig. Außerdem bevorzugt es, sich ebenso schnell ins Nichts aufzulösen.“

„Das ist ja mal ein echt harter Tobak“, entfuhr es Maahes.

„Nicht ganz. Immerhin hat es die schlechte Angewohnheit Personen die im Weg stehen kurzerhand über den Haufen zu rennen, also muss es materiell sein.“

„Also keine Löwengöttin. Sondern etwas Unbekanntes“, mutmaßte Ramos.

„Ja. Genauso wie ihr etwas Unbekanntes gefunden habt, haben wir das auch.“

„Da drängt sich mir die Frage auf, ob beide Ereignisse entfernt zusammen hängen“, warf Shana Grant in die Runde. „Für einen Zufall ist das alles zu ähnlich.“

„Worauf willst du hinaus?“, wandte sich Melina an Shana.

„Wenn ich die reine, wenn auch verrückt klingende Logik einschalte, komme ich auf folgende Zusammenhänge. Erstens, die Chafren fliegen mit einem ihnen nicht wirklich bekannten Raumschiff zur Erde. Das Schiff wird von den Erdstreitkräften als Cheritraumer erkannt.

So wie ich das mitbekommen habe, ereignen sich wenig später seltsame Dinge auf Sabeth und scheinbar auch auf Zurok, in Form von unheilvollen Geräuschen und sich schnell bewegenden unbekannten Gestalten. Nach der Rückkehr, verstummen diese Erscheinungen und mir nichts dir nichts taucht unvermittelt eine Lebensform auf, die uns glauben machen will, dass es sich um Sachmet handelt, greift ohne Grund an, befreit zwei Klone und taucht auf und verschwindet, wie sie gerade lustig ist. Zu allem Überfluss werdet ihr parallel an ganz anderer Stelle angegriffen und könnt nur flüchten. Für meinen Geschmack sind das verdammt viele Zufälle.“

Jetzt starrten alle schweigend Shana an und man spürte deutlich wie es zu arbeiten begann.

Professor Skort begann zu grinsen. „Ihre Ausbildung bei mir macht sich wieder einmal sehr deutlich. Sie sind und bleiben ein Fuchs.“

Shana lächelte verlegen.

„Wir sollten die Verwundeten von den Schiffen bringen“, wechselte Seth unvermittelt das Thema.

Drekal sah ihn an, zuckte mit dem Kopf etwas zurück. „Warum sagst du das erst jetzt?“

„Bisher hatten wir erstmal ganz andere Themen zu diskutieren.“

„Gut. Wie viele Verwundete haben wir auf Genro zu erwarten?“, fragte Sitral direkt heraus.

Kurzes Schweigen.

„Na ja“, hub Ramos an. „Auf der Amun-Re sind es, wie schon erwähnt, fünfzig. Dann kommen dreißig von der Horem-hab dazu, etwa einhundert von der Re-harachte, die Osiris kommt mit fünfzehn noch glimpflich davon und die Nephtys hat sechsundzwanzig.“

„Ohhhhhhh...“, entfuhr es Drekal spontan. „Das ist heftig, aber ich habe eine verrückte Idee.“

Alle Aufmerksamkeit galt jetzt der Wölfin.

Die leckte sich über die Lippen und überlegte kurz. Sie betätigte das Intercom aus dem Tisch. <„Drekal an Brücke.“>

<„Hier Selestral, ich höre.“>

<„Stelle mir eine direkte Verbindung zur Urwaldbasis her.“>

<„Sofort Captain. - Verbindung steht.“>

<„Drekal an Sadral.“>

Der Löwe meldet sich prompt. <„Was gibt es?“>

<„Wie sieht es bei euch aus?“>

<„Ganz gut. Wir haben die vermeintliche Sachmet verwundet, bevor sie wieder spurlos verschwand.“>

<„Aha. Somit haben wir den Beweis, dass es sich um ein Lebewesen handelt. Ausgezeichnet. Aber ich rufe euch wegen einer ganz anderen Sache.“>

<„Dann schieß mal los, ich bin ganz Ohr.“>

<„Ich gehe recht in der Annahme, dass ihr euch auf Ebene -6 befindet? Ist es im Bereich des Möglichen, dass wir die Ebenen -6 und -7 in kürzester Zeit so umbauen, dass wir ein Lazarett einrichten können?“>

Melina, ebenso Maahes hoben die Augenbrauen.

<„Das könnte gehen. Wir müssten nur überlegen was wir mit den Klonen die noch in Stasis sind machen.“>

<„Nun ja. Wir brauchen Platz für etwa 221 Verwundete der fünf Subraumkreuzer die jetzt ebenfalls um Genro kreisen.“>

Die Kampfanthros machten unverhohlen hilflose Gesten und schüttelten rat-los die Köpfe.

<„Das kommt jetzt aber sehr überraschend.“>

<„Ich weiß, aber es ist dringend.“>

<„Gut. Wir werden die Lage mal prüfen und melden uns dann wieder.“>

<„Macht das, aber schnell und auch gründlich. Ich bin für jeden Rat offen. Drekal, Ende.“>

Sie wandte sich an die im Konferenzraum Anwesenden. „Soweit zu meiner Idee. Andere Vorschläge?“

Alle schüttelten den Kopf.

„Fein. Wohl an. Ich brauche so viele Techniker und auch Ärzte wie jedes Schiff entbehren kann, ohne die Notversorgung der Verletzten zu gefährden. Der Umbau muss schnell und vor allem gründlich erfolgen. Es müssen Datenleitungen gezogen und eine umfassende Stromversorgung hergestellt werden. Für die ganz schweren Fälle haben wir die Stasisröhren“, verkündete Drekal.

„Sind die nicht alle belegt?“, fragte Jody dazwischen.

„Nein, aber ich bin am überlegen, ob wir die Klone, die reif dafür sind, aus der Stasis heraus holen. Immerhin wären die eine wertvolle Bereicherung. Natürlich auch für den Genpool“, fuhr die Wölfin fort.

„Das klingt auf der einen Seite logisch, aber auf der anderen recht merkwürdig“, brachte Gregor Binder seine Gedanken ein.

„Inwiefern?“

„Nun ja, es klingt nach Zucht. Entlassen aus der Stasis um nur einen Zweck zu erfüllen. Paarung bis der Notarzt kommt.“

Theseus fing an zu lachen. „Köstlich. Das ist zu drollig. Geboren für Sex. Warum bin ich kein Klon? Gerade jetzt...“

„Halt die Klappe. Früher oder später würde dir doch das Ding abfallen, du geiler Bock“, schnaubte Melina verächtlich.

„Widder, bitte schön. So viel Zeit muss sein“, erwiderte er süffisant.

„Pöh.“

„Was dir fehlt ist ein guter Hengst.“

„Das war ja wieder klar.“

In diesem Moment fing Jody laut an zu lachen.

Melina schaute sie böse an und Theseus grinste breit. „Siehst du, selbst die Menschenfrau versteht mich.“

Jody winkte ab und wurde etwas ernster. „Entschuldigt bitte, ich musste mich nur gerade, ob eurer Diskussion, an ein länger zurückliegendes ähnliches Ereignis erinnern.

„Wir setzen die Klone ja nicht zur Zucht ein“, beschwichtigte Drekal. „Das wäre wirklich verwerflich. Wir holen sie aus der Stasis und der Rest wird sich finden oder nicht. Aber die Möglichkeit der freien Wahl besteht ja, zumindest bei ungebundenen Chafren, Cherit oder vielleicht auch bei den Kampfanthros.“

„Na ja... die würde ich erst mal ausklammern, die haben anderes zu tun. Au-ßerdem müssen wir die Cortexprogrammer und Cerebralstimulatoren nach Genro bringen und installieren. Ansonsten haben wir einen Haufen hirnloser Zombies herumlaufen“, gab Sitral zu bedenken.

„Okay. Bevor wir nichts tun, beende ich die Runde und möchte die Captains bitten auf ihre Schiffe zurückzukehren und entsprechendes Personal aufzutreiben.“

Die Angesprochenen nickten und gemeinsam verließen sie den Konferenzraum.

Ramos und seine vier Begleiter starteten und verteilten sich entsprechend auf ihren Schiffen, um genannter Aufgabe nachzugehen.

Colras startete ebenfalls und bekam von Drekal den Auftrag die Menschen direkt vor der Urwaldbasis abzusetzen und ebenfalls in der Station zubleiben.

Die kleine Chafrengruppe in der Verteidigungszentrale war mit der Situation zufrieden. Alles lief wie am Schnürchen und ihrer Rückkehr zur Urwaldbasis stand nichts mehr Weg. Per Funk waren sie von Drekal informiert worden, dass Shana, Jody, Gregor und Walter von Colras zur Urwaldbasis gebracht werden.

Also blieb ihnen nichts weiter übrig als in den Gleiter zu steigen und ebenfalls zur Urwaldbasis zurückzukehren.

Die Kampfanthros hatten sich über die Ebene -7 verteilt und überprüften die vorhandenen Räume auf Größe und Verfügbarkeit.

Es standen letztendlich zehn kleinere Räumlichkeiten zur Verfügung, welche sehr schnell vom überflüssigen Inhalt zu befreien sein würden und ein größerer Raum, welcher etwa die Hälfte des Genlabors hatte und wirklich mehr als aus-reichend Platz für die Anforderungen bot.

Der Löwe griff nach seinem Funkgerät. <„Sadral an Drekal.“>

<„Ja, ich höre.“>

<„Sieht alles sehr gut aus. Wir haben zehn kleinere Räume die zur Verfügung stehen, für insgesamt vierzig Betten, dann haben wir ebenfalls einen wesentlich größeren Raum, welcher schon leer ist. Dort passen grob geschätzt hundert Betten rein.“>

<„Perfekt. Pass auf. Colras kommt zu euch und bringt unsere Menschenfreunde mit. Die Gruppe bleibt auch in der Basis und es folgen mehrere Gleiter von fünf Cheritkreuzern, die bringen Techniker und Ärzte mit, damit der Umbau möglichst rasch und auch präzise erfolgt.“>

<„Sehr gut.“>, frohlockte Sadral.

<„Ach ja, noch eins. Die Ärzte werden zu sehen, dass fertige Klone aus der Stasis geholt werden. Die Röhren werden dann umfunktioniert und dienen der Beschleunigung des Heilungsprozesses in extrem schwerwiegenden Fällen.“>

<„Ah, hm. Wenn das klappt ist es okay für mich.“>

<„Was anderes bleibt uns kaum übrig. Drekal, Ende.“>

Sadral schaute mit gerunzelter Stirn auf das Funkgerät. „Weiber. Verrückte Ideen ohne Ende“, murmelte er leise, bekam aber von Tripal ein leichten Schlag auf den Hinterkopf.

Er drehte sich überrascht um. „Was soll der Quatsch?“

„Es sollte dich nur auf den Boden zurückbringen.“

Der Löwe verdrehte die Augen und schickte sich an zur Ebene -6 zurückzukehren.

Tripal sah Sadral grinsend hinterher und folgte ihm, ebenso die anderen.