Kapitel 14

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 14

Forscher oder Angreifer?

im Jahr 2051

Das Cheritschiff Canopus hatte sich innerhalb eines Jahres wie erwartet der Erde genähert. Die Gleiterstaffel auf dem Mond war in den Alarmzustand versetzt worden und startete um den vermeintlichen Feind abzufangen und alle nötigen Schritte einzuleiten.

Krondals Anweisung im Vordergrund, galt es das Alienschiff zu stellen, es zu vertreiben oder zu zerstören und ein Exemplar der Besatzung zu Erde zu bringen.

„Leader, hier Ranger 1. Habe Sichtkontakt, beginne mit dem Angriff.“

„Hier Leader. An alle Kampfgleiter. Folgen sie Ranger 1 und stoppen sie das fremde Schiff. Beschädigen sie es so schwer wie es geht. Versuchen sie so nahe heranzukommen wie es geht.“

„Verstanden, Leader! Wir folgen.“

Wenige Minuten später sah man saphirblaue Laserstrahlen durch den dunklen Raum zucken, erkannte man mehrfach wie kleinere Explosionen an der Schiffsaußenhaut erfolgten.

Das Cheritschiff stoppte seinen weiteren Anflug und verharrte an Ort und Stelle. Zunächst geschah nichts, lediglich die Kampfgleiter der irdischen Streitmacht setzten ununterbrochen ihre Angriffe fort, erzeugten eine Beschädigung nach der anderen am Schiffsrumpf.

Irgendwann wurde es diesen jedoch zu bunt und die Stillhaltetaktik fand ein jähes Ende. Das Laserfeuer, welches vorher die Hülle traf, schlug nicht mehr durch, stattdessen wurde der Beschuss durch ein Kraftfeld abgelenkt.

„Hier Leader! An alle Schiffe! Abdrehen. Das Feindschiff hat ein Kraftfeld aktiviert. Bereitet euch auf einen Nahkampf vor.“

„Aye, Sir! Wir drehen ab!“

Noch während die Staffel vom Cheritschiff abdrehte, verließen vierzig Gleiter die Hangare und rasten auf die irdischen Angreifer zu, erreichten diese und schossen im Handumdrehen den ersten ab.

Unter einer grellen Explosion wurde dieser pulverisiert, verschwand für immer.

„Verdammt!“, schrie der Leader-Pilot. „Angreifen! Sofort angreifen! Macht sie platt und nehmt einen von denen gefangen. Wie ihr es anstellt ist mir egal.“

„Auftrag verstanden!“, rief Ranger 6.

Der Pilot nahm einen der Cheritgleiter ins Visier und eröffnete das Feuer. Achtete darauf, dass er nicht die Pilotenkanzel traf, sondern nur das Heck, in welchem er den Steuerungs- und Waffencomputer vermutete.

Die anderen Ranger konzentrierten ihr Feuer auf alle möglichen Feindgleiter und versuchten vom Sekundärziel der Mission abzulenken.

„Haltet mir die Viecher vom Leibe. Die dürfen den Braten auf keinen Fall riechen“, rief Ranger 6 noch, traf präzise und schaltete in der Tat die Steuerung des Angreifers aus.

Der Pilot des manövrierunfähigen Schiffes schloss den Helm seines Anzuges, öffnete die Kanzel des Gleiters, wollte sich von einem anderen seiner eigenen Staffel abholen lassen. Allerdings hatte er nicht mit Ranger 6 gerechnet. Das ohnehin schon mehr als fragwürdige Manöver, wurde durch diesen gestört und der Cheritpilot vom Gleiterrumpf gestreift, von seinem Schiff weggerissen, trieb bewusstlos durch den Raum.

„Hier Ranger 6“, schrie der Pilot. „Haltet mir den Hintern frei. Ich habe einen von denen erwischt und fange ihn jetzt ein.“

„Verstanden! Halte dich ran. Wie lange wir hier noch durchhalten, wissen wir nicht“, rief Ranger 12 per Funk zurück und wurde im gleichen Moment durch einen perfekten Schuss vernichtet.

„Na großartig“, intonierte Ranger 2. „Jetzt wird es interessant.“

„Tja. Die mit der größten Klappe erwischt es immer zuerst“, gab Ranger 14 in zynischer Manier von sich.

„Schnauze!“, schrie die Pilotin von Ranger 3. „Sieh zu, dass du Ranger 6 den Arsch sauber hältst.“

„Aye! Wir reden später weiter.“

„Da kannst du Gift drauf nehmen.“

„Haltet die Klappe und konzentriert euch“, schrie Leader genervt.

Ein irdischer Gleiter nach dem anderen wurde in der Nachfolge getroffen und vernichtet, aber auch auf der anderen Seite gab es erhebliche Verluste. Jeder der Piloten wurde dabei das Gefühl nicht los, dass sich alle in der Erfahrung und Kampfkraft des Gegners verschätzt hatten.

Ranger 6 hatte sich unterdessen dem herumtreibenden Cheritpiloten genähert, sein Schiff abgebremst und schwebte nur wenige Meter neben ihm.

Alles andere war ein Kinderspiel. Er öffnete die Kanzel, entstieg dem Gleiter, griff nach dem Cherit, zog ihn auf den zweiten Sitz und fixierte ihn so, dass er sich weder wehren noch ausbrechen konnte.

Anschließend gab er per Funk kurz durch, dass er seine Fracht an Bord hatte und verließ das Geschwader oder besser gesagt, die Reste dessen.

Die anderen Ranger reagierten umgehend, drehten ab, stellten die Angriffe ein und schlossen schnell zu Ranger 6 auf, steuerten den Erdmond an.

Die Besatzung des Cheritschiffes holte ihre Staffel ebenfalls zurück an Bord. Nach einer ausgiebigen Lagebesprechung, Auswertung der Gefechtsdaten und Feststellung der Tatsache, dass es besser wäre abzudrehen und nach Festrid zurückzukehren, machten sie sich auf den Weg und verschwanden aus dem irdischen Sonnensystem. Allerdings mit dem Hintergrundgedanken wieder zurückzukehren und vor allem einigen Dingen tiefer auf den Grund zu gehen.

Die Aggressivität der Menschen hatte die Cherit neugierig gemacht und wer so vehement alles sofort angriff und als Feind betrachtete, musste doch etwas zu verbergen haben. Ihre Neugier war geweckt und sollte die weiteren Kontakte bestimmen.

Auf Genro waren Spezialisten dabei wiederholt Sprengladungen auf der nordöstlichen Seite des Gebirges anzubringen und den vorher existierenden Spalt erheblich zu erweitern.

Gallagher hatte Krondal per Subraumfunk darüber informiert, dass man geeignete Hohlräume gefunden hatte um eine Waffenfabrik aufzubauen und den Planeten damit längerfristig unter Kontrolle zubringen.

Mit einem lauten Knall flogen nunmehr zum dritten Mal hausgroße Gesteinsbrocken aus dem Felsen heraus und stürzten ins Meer, wo sie die Wasseroberfläche des anbrandenden Ozeans noch mehr aufwirbelten und schließlich versanken.

„Ich bin begeistert“, intonierte Mueller, welcher sich auch vor Ort befand.

„Ich nicht“, knurrte Sammers aufgebracht. „Das ist ein ruhiger und friedlicher Planet. Wir finden hier eine einzigartige Flora und Fauna und was machen sie? So war das nicht geplant!“

„Ich finde es trotzdem genial. Außerdem ist es kein ruhiger Ort, es war einer“, hielt Mueller entgegen.

„Arschloch!“, zischte die Astrobiologin.

„Mister Arschloch! So viel Zeit muss sein. Und denken sie daran Miss Sammers, dass ihr Job hier, auch von mir abhängt. Und wenn sie weiterhin zum Team gehören wollen, dann sollten sie mit ihren Worten in Zukunft besser umzugehen lernen und öfters mal schweigen.“

Sammers winkte ab und blies die Backen auf.

Die Nachricht über die Gefangennahme eines lebenden Cherit verbreitete sich in Windeseile und erreichte nicht nur den CIA-Chef Lawrence, welcher sichtbar erleichtert war, sondern auch Krondal, der sich plötzlich als sehr umgänglich und geradezu gönnerhaft zeigte. Die Telefone standen nicht mehr still und alle Beteiligten klopften sich mehr als nur einmal auf die Schultern.

Jetzt, als die Arbeit getan war, rührten sich auch die Geheimdienste der anderen Staaten und bekundeten plötzlich ein heftiges Interesse am festgesetzten Aggressor. Beobachtet hatten sie alle schon längst das geschäftige Treiben des CIA, FBI und auch des Präsidenten, aber jetzt, da es gelungen war ein lebendes Exemplar zu erbeuten, schlugen die Wellen über allen zusammen.

Die Presse, welche ihrerseits Stillschweigen bewahrt hatte, stürzte sich förmlich ausgehungert auf jeden noch so kleinen Happen um das entstandene typische Sommerloch mit Mutmaßungen und Halbwahrheiten zu füllen.

Sämtliche Boulevardgazetten schrien sich gegenseitig die Schlagzeilen zu und nahmen auch die Regierungen ihrer eigenen Länder in die Mangel.

So tauchten Überschriften auf wie: „Wie konnte die Bedrohung so lange verschwiegen werden?“, „Was haben sich unsere Altvorderen nur dabei ge-dacht?“, „Sind wir wirklich nur das dumme Volk?“, „Wer und was sind die Cherit?“ und „Wie ernst ist die Bedrohung von außen?“

Lediglich eine Zeitung, welche eine ernst zunehmende Basis darstellte, wagte es, die unangenehme Frage zustellen: „Die Cherit, eine Bedrohung aus dem All oder nur harmlose Forscher, die in unsicheren Zeiten zu uns kamen und als willkommenes Opfer herhalten müssen?“

Diese Zeitung durfte anschließend, als Dank für die Anklage zwischen den Zeilen, den Posten des zuständigen Chefredakteurs neu besetzen.

Auch rechtspopulistische Blätter durften nicht fehlen und dröhnten im tiefsten Hassjargon gegen die Regierungen und die Cherit gleichermaßen.

„Was machen wir jetzt mit dem Cherit?“, fragte Lawrence an Krondal gewandt, mit welchem er gerade per Skype verbunden war.

„Das liegt doch auf der Hand. Sie überstellen ihn über Nacht an Professor Walner. Der wartet bestimmt schon sehnsüchtig auf seine DNA. Und vergessen sie nicht, er befindet sich in militärischer Obhut und sollte es auch bleiben. Egal wie sie es anstellen, halten sie Verrückte und Extremisten von ihm fern. Wenn unserer wertvollen Fracht auch nur ein Haar gekrümmt würde oder sie gar verschwindet, dann verspreche ich ihnen, wird nicht nur ihr Kopf runterfallen. Haben sie mich da verstanden?!

Im Moment ist dieser Cherit mehr Wert als alles was wir bisher haben“, mahnte Krondal.

„Ja, Mr. Krondal. Das ist nicht nur mir durchaus bewusst. Wir werden alles daran setzen, dass er entsprechend ins Gen-Labor überführt wird.“

„Ausgezeichnet! Und er soll sich nicht als Gefangener fühlen. Weisen sie Professor Walner an, dass er ihn gebührend behandelt.“

„Auch das werde ich in die Wege leiten. Sonst noch etwas?“

„Nein! Wenn sie alles verstanden haben, dann sind wir hier fertig.“

„Dann verabschiede ich mich und wünsche einen angenehmen Tag“, schloss Lawrence ab, beendete die Verbindung und rieb sich die Stirn.

Minutenlang saß er da und versuchte sich einen Schlachtplan zurecht zu legen, dann stellte er die Verbindung zur Anlage im Grand Canyon her.

„Walner hier“, grüßte der Professor etwas entrüstet.

„Professor Walner. Ich grü...“, wollte Lawrence beginnen, doch weiter kam er nicht.

„Verdammt nochmal, Lawrence. Was haben sie sich dabei gedacht?“

„Ich verstehe nicht worauf sie hinaus wollen?“, versuchte der CIA-Chef die Wogen zu glätten und sich dumm zu stellen war wenigstens eine mögliche Taktik.

„Ich ziele damit auf die Presse, ihre schlechte Geheimhaltung und vor allem, dass ich es scheinbar als Letzter erfahre, ab. Es war ein Auftrag von Krondal und nicht zuletzt auch von mir. Ich erwarte eine Stellungnahme von ihnen.“

„Eine Stellungnahme kann ich schlecht abgeben. Ich hatte ihren Auftrag entsprechend weitergeleitet. Was dann geschah, konnte ich nicht mehr beeinflussen, zumindest kamen bestimmte Informationen nach außen nicht aus meinen Kreisen.“

„Na gut. Jetzt ist es so, wie es ist und mich beschäftigt nur noch eine Frage“, fuhr Walner versöhnlicher fort. „Wie bringen sie ihn her?“

„Also. Da lassen wir uns etwas einfallen und es wird noch heute Nacht geschehen. Wir dürfen den Cherit auf jeden Fall nicht zu lange in militärischer Obhut belassen. Die Öffentlichkeit ist eh schon aufgekratzt und wir müssen jetzt schnell sein. Wir werden ihn mit einer Helikoptereskorte zu ihnen schaffen, da sind wir wenigstens vom Boden her auf der sicheren Seite. Sein Zustand ist entsprechend den Umständen gut. Er schweigt und schaut nur säuerlich durch die Gegend“, berichtete Lawrence kurz und bündig.

„Ausgezeichnet! Und säuerlich dreinschauen würde ich auch, wenn ich er wäre. Ich erwarte ihre Lieferung zu 0410 Ortszeit, per Luftpost und portofrei. Ach ja, bevor ich es vergesse... Was für ein Anthro ist es denn?“

„Ich dachte, dass sie mich das nie fragen. Laut meiner Information von Lang, welcher übrigens demnächst seinen Hut nimmt und mich schlichtweg als letzten der Garde im Stich lässt, handelt es sich um kein Raubtier.“

„Kein Raubtier? Was dann?“

„Es ist ein Eselhengst.“

„Ein was bitte? ... Auch das Elend noch. Ich brauche keine verdammte Armee von Eseln. Die haben wir in der Regierung schon zur Genüge“, schnaubte Walner verächtlich.

„Na ja. Lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf. Sie haben einen Eselhengst und die DNA von diesem Charon von Tabalth. Da können sie sich doch ganz toll austoben“, merkte Lawrence sarkastisch an.

„Diese Form des Humors steht ihnen nicht, Mister Lawrence. Aber sie haben recht, auch wenn es mich wieder einige Jahre kosten könnte, bis ich ihnen die passgerechten Exemplare liefern kann.“

„Sie machen das schon. Lawrence, Ende!“

Der CIA-Chef beendete die Verbindung, schüttelte den Kopf, stellte die nächste her und hatte den Verteidigungsminister in der Leitung.

„Ah!“, rief Lang. „Wenn man an den Teufel denkt.“

„Ja, du mich auch. Wie weit seid ihr mit dem Cherit?“

„Der Esel verhält sich ruhig, macht wohl einen geradezu gelassenen Eindruck.“

„Gut. Walner weiß Bescheid und war mehr als ungehalten. Wir sollen ihn unbedingt in einem Stück und gesund zu ihm bringen. Er will ihn um 0410 in der Anlage haben.“

„Alles klar. Dann werde ich das nötige Einleiten und hoffen, dass es zeitnah keinen unvorhersehbaren Aufstand gibt“, schloss Lang das Gespräch ab und trennte die Verbindung.