Kapitel 22
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Kapitel 22
die Wende
Der herbe Rückschlag hinterließ seine Spuren und die Cherit versuchten dem Feind mit anderen Mitteln und Methoden beizukommen. Allerdings waren die Fortschritte mehr als dürftig und man wurde das Gefühl nicht los, dass der Angreifer stets einen Schritt voraus eilte.
Egal wo man auftauchte und egal was man auch tat, entweder waren die Angriffs-Klone nicht dort wo man sie erwartete oder plötzlich verschwunden, tauchten dafür aber an Orten auf, an denen man überhaupt nicht mit ihnen gerechnet hatte. Das hatte logischerweise sehr empfindliche Konsequenzen für Stadtteile und umliegende Gegenden, in denen sich die festridische Bevölkerung halbwegs sicher fühlte.
Ein letzter und alles in den Ring werfender Kampf sollte den gewünschten Er-folg bringen. Es war sinnlos geworden in versplitterten Gruppen nach den Cyborgs zu suchen und so plante der Verteidigungsdienst eine Großoffensive in welcher alles geballt in den Kampf geschickt wurde, was noch lebte und unter Waffen stand.
Nach einer Vorbereitungszeit von acht Monaten und dem inzwischen ausgerufenen Notstand für die Hauptstadt Galdonia und alle umliegenden Bereiche in einer Entfernung von einhundert Kilometern, nach der kompletten Evakuierung des Areals, welches nunmehr einer toten Zone glich, sollte es beginnen.
Niemand wusste ob die Pläne auch Früchte tragen würden, man hoffte nur, dass der Aggressor sich weiterhin so verhielt wie schon zuvor und seine Strategie nicht änderte.
Ziel der Operation war, dass die Cyborgs aus dem U-Bahntunnelsystem an die Oberfläche getrieben werden sollten, von wo aus sie von stationierten Hundertschaften in Empfang genommen und quasi zerlegt würden. Soweit der Plan. Im Zuge dessen wurden nächst die Tunnelzugänge an allen Nebenstationen aufwändig versiegelt, hermetisch verriegelt.
Es blieben am Ende nur der Haupttransit, einige Quertriebe und die daran an-geschlossenen Hoch- und Tiefstiege erhalten. Durch diese musste sich der Feind bewegen.
Für die passende Motivation die Tunnelbereiche zu verlassen wurde natürlich auch gesorgt. Glücklicherweise war der vor einiger Zeit erbeutete und direkt danach explodierte Cyborg nicht ganz nutzlos und man konnte nachvollziehen, dass die mechanischen Komponenten zwar ausfallen konnten, aber der organische Teil immer noch lebensfähig war. Also ging man, so der Plan, davon aus, dass es umgekehrt auch so sein müsste.
Wenn man demnach dafür sorgte, dass der organische Teil ausfiel, dann hätte man es nur noch mit einem reinen Roboter zu tun und wenn man dann noch die Kommunikation zwischen dem Leitschiff im Orbit des Planeten und den Cyborgs stören würde oder dieses sogar gleichzeitig aufbrächte, dann wäre die ganze Angelegenheit recht schnell erledigt.
Aber, soweit war es nur ein Plan.
Grandur, ehemals der sogenannte Befragende im Aufklärungsdienst, war mittlerweile in der Leitstelle der militärischen Gegenoffensive gelandet und einer der führenden Köpfe des Plans.
„Wie weit sind wir?”, fragte der Wolf, als er den Kartenraum betrat.
„Die Truppenverbände haben sich positioniert. An jedem verbliebenen Schacht stehen zwischen fünfzig und siebzig Soldaten. Die anderen Schächte sind versiegelt, da kommt nicht mal ein Blatt Papier hindurch“, entgegnete Alathfar, welcher, zusammen mit Viranda, ebenfalls hinzugezogen war.
„Ausgezeichnet. Steht das Kampfgas zur Verfügung?“, hakte Grandur nach.
„Auch wenn mir eine solche Methode nicht gefällt … die alten Bestände sind im Haupttransittunnel deponiert und warten nur auf ihre Sprengung“, verkündete Viranda.
Ein anwesender Stier des Sicherheitsdienstes schnaubte deutlich hörbar. „Mir gefällt das ganz und gar nicht.“
„Hast du etwas Besseres im Angebot, dann nur heraus damit?“, knurrte Grandur.
„Nein, das nicht. Aber zum einen wissen wir nicht ob das Gas, was seit über viertausend Jahren gelagert wurde und ursprünglich vernichtet werden sollte, überhaupt noch wirkt. Und zum anderen finde ich den Gedanken an eine solche Aktion nicht gerade ehrenvoll.“
„Einwände zur Kenntnis genommen. Aber findest du es ehrenvoller lieber tausende, gar zehntausende Zivilisten sinnlos sterben zu lassen, während wir uns über Moral streiten?“, wies der Wolf ihn harsch zu recht.
„Nein. Du hast ja recht.“
„Und über den ersteren Aspekt mache ich mir lieber keine Gedanken. Wie weit sind unsere Kampfgleiter? Befinden die sich in Position zum Angriff auf das Schiff?“
Viranda nahm Kontakt zur Thiboth auf, deren Kommando sie an ihren ersten Offizier übergeben hatte. <„Leitstelle Galdonia an Thiboth! Könnt ihr mich hören?“>
<„Hier Thiboth, erster Offizier Hylop!“>
<„Viranda hier, grüß dich! Wie weit sind unsere Gleiterstaffeln?“>
<„Stehen in Position und sind vom Feindschiff abgewandt, auf der anderen Seite unseres Planeten. Bisher unbemerkt, sollten sie einen guten Überraschungseffekt bieten. Flugzeit bis zum Ziel sind acht Minuten.“>
<„Perfekt! Wartet auf das Signal.“>
<„Verstanden!“>
<„Angriff starten“>, schrie Grandur plötzlich quer durch den Raum. <„Gleiter, sofort das Leitschiff angreifen, schießt es schrottreif! Soldaten in Gefechtsposition, schießt auf alles was sich von unten nach oben bewegt! Sprengt die Gastanks!“>
Viranda und Alathfar zuckten kurz zusammen, aber leiteten die entsprechen-den Befehle weiter.
Auf ein einheitliches Kommando hin, startete die Offensive.
Tief unten im Tunnelsystem bewegten sich die Cyborgs, durchsuchten jeden Winkel nach lebenden Cherit. Nachdem ihr primäres Ziel, den vor Jahrzehnten entführten Colonel Hawkins zu finden, nicht nur fehlgeschlagen, sondern unmöglich geworden war, konzentrierten sie sich auf die sekundäre Auftragsebene, die Vernichtung des Lebens auf dem Planeten Festrid in jedweder Form.
Was allerdings niemand berechnet hatte war, dass die Cherit sich zwar vor Jahrmillionen schon von Kriegen, Kleinkrämereien, Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit, Aggressionen jeder Art, verabschiedet hatten, aber die Menschen auf der Erde durch Unkenntnis nur einen Bruchteil über sie wussten.
So wussten sie auch nicht, dass diese außerirdische Spezies sich genauso entwickelt hatte wie die Menschheit selbst, lediglich Dutzende Jahrmillionen weiter voraus war. Und so verbargen sich die Reste der geschichtlichen Schattenseiten tief im Untergrund des Planeten, sollten für immer vergraben und verborgen bleiben, aber jetzt umso wichtiger in ihrer Nutzung.
Die erteilten Befehle kamen beim Empfänger an und wurden ausgeführt.
Während die Kampfgleiter auf Maximum beschleunigten, sich schnell ihrem Ziel näherten und im Verbund das Feuer eröffneten, detonierten tief im Untergrund, innerhalb des Haupttransittunnels, zweihundert, je eintausend Liter des giftigen Gases, fassende Behälter, stiegen die toxischen Dämpfe die Hochstiege empor, verteilten sich den Transit entlang, eroberten die Querschläge und erreichten schließlich die Cyborgs.
Deren Lungen füllten sich mit ätzendem Rauch, die tierisch-organischen Komponenten drohten zu versagen und der Überlebensinstinkt siegte. Die Cyborgs begannen um ihr Leben zu rennen, rasten durch die Tunnelsegmente und stürmten an die Oberfläche.
Dort angekommen waren die natürlichen Lebensfunktionen mehr als nur in Mitleidenschaft gezogen, waren nicht nur die Lungen schwer geschädigt, sondern das Gewebe gerade im Hals- und Brustbereich im Zersetzungsvorgang, löste es sich auf, bildeten sich Löcher in Fell, Haut und Fleisch. Die mechanischen Komponenten hingegen übernahmen nach und nach immer mehr die Kontrolle, gewann die implementierte KI die Oberhand und ersetzte das natürliche, schwindende Gehirngewebe ansatzweise.
Damit verbunden, sank der Flucht- und Überlebenstrieb merklich und dass Angriffsziel rückte wieder in den Fokus der Angreifer.
Wie ein Heer von langsam auseinanderfallenden Zombies schritten die Cyborgs auf die Truppen der Cherit zu, eröffneten das Feuer, kamen aber nicht weit. Das Gegenfeuer fegte einen nach dem anderen von den Beinen, drehten sich deren Reste im Kreise und fielen schließlich um.
Die verteilten restlichen Cyborgs, welche sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Tunnelsystem aufgehalten hatten, waren schnell aufgespürt und nach einem weiteren halben Jahr der letzte Angreifer eliminiert.
Das irdische Trägerschiff hielt dem Angriff der festridischen Gleiterstaffel stand, aber trug schwere Schäden davon. Antriebe und Steuerung waren unbrauchbar und ein Absturz früher oder später unausweichlich. Aber das Antennensystem mit dazugehöriger Sende- und Empfangseinheit war intakt geblieben und sollte in weiterer Folge genutzt werden.
Die Kämpfe waren beendet und die Zahl der Opfer am Ende auf über einhunderttausend Cherit gestiegen. Viel zu lange hatte die Verteidigung des Plane-ten geschlafen, hatte sich auf Stellungskämpfe beschränkt, wollte den Konflikt so friedliebend wie es nur irgend geht lösen.
Die Antwort darauf lag auf der Hand und es musste dringend gehandelt und aufgerüstet werden. So wurde die Entwicklung eines neuen Prototyps in Auf-trag gegeben, eines vollständig neuen Raumkreuzers, welcher seinerseits einen ebenso komplett neuen Antriebstypus erhalten sollte. Einen Antrieb der die aufwändige Raum-Zeit-Faltung überflüssig machen sollte.
Aber in der Zwischenzeit musste man Zeit gewinnen, es musste dringend ein Vertrag her. Ein Waffenstillstandsvertrag der beide Seiten verpflichten würde sich vom Raumterritorium des Anderen fernzuhalten. Immerhin standen die Voraussetzungen dafür nicht schlecht.
Hawkins war schon vor fünfzehn Jahren gestorben, ebenso weilte der Anthro-Esel namens Ceres nicht mehr unter den Lebenden, aber Dan Ralson, alias Alathfar von Tabalth. Der auf der Erde erzeugte Anthro-Esel-Klon war perfekt geeignet um zum Gegenschlag auszuholen. Eine Quittung zu liefern die ganz nach Cheritgeschmack war, ohne Gewalt, aber mit der Macht der Worte und des Bildes.
„Alathfar“, begann Viranda, „hast du eine Ahnung wie deine Botschaft aussehen soll?“
Der Esel-Raubkatzen-Klon-Hybrid sah seine löwige Partnerin versonnen an. „Es muss eine klare Information sein. Freundlich, aber so bestimmt, dass sie auch verstanden wird. Wichtig ist hier vor allem die Wahl der Worte. Ein falsches Wort oder ein Passus der in eine Grauzone führt, könnte Fragen und Begehrlichkeiten aufwerfen.“
„Du meinst also die berühmte Gratwanderung?“
„Ja. Wir dürfen uns nicht einschränken, müssen aber Zugeständnisse machen und umgekehrt ist es das Gleiche. Keine Seite darf sich zu irgendwas gezwungen fühlen, sondern das Gefühl haben es gern zu tun.“
„Wie wäre es, wenn du die Ansprache direkt hältst und wir dafür sorgen, dass sie zeitgleich auf allen bekannten irdischen Frequenzen erscheint“, bot die Löwin an.
„Ist das ein Angebot oder eine Drohung?“
„Für dich ein Angebot“, entgegnete Viranda und zwinkerte schelmisch.
„Hast du noch mehr davon?“, fragte Alathfar und schluckte.
„Sicher doch. Komm einfach mal mit.“
Der Eselhengst erhob sich von seinem Stuhl und griff nach der Hand der weißen Anthro-Löwin, begleitete sie ins Schlafzimmer.
Am nächsten Morgen, piepste das Com-Gerät aufdringlich.
Viranda schrak hoch und betätigte noch leicht verschlafen die Empfangstaste. <„Von Tabalth“>, rief sie ins Mikrofon, ohne näher darauf zu achten wer am anderen Ende war.
<„Guten Morgen, Viranda“>, grüßte das Gegenüber.
<„Oh, hallo Grandur! So früh schon munter? Was gibt es denn wichtiges?“>, fragte sie.
<„Ist Alathfar gerade bei dir?“>, fragte der Wolf.
<„Ja. Er ist direkt neben mir.“>
<„Sehr gut, dann gib ihn mir mal ans Mikro“>, forderte der Rüde sie auf. Keine drei Sekunden später hörte er die verschlafene Stimme des Esels.
<„Ja. Ich bin auch da und irgendwie munter“>, sagte der und gähnte deutlich hörbar.
<„Ah. Grüß dich. Entschuldigt bitte, wenn ich störe und euch bei euren Umtrieben unterbreche, aber...“>
<„... nicht schlimm, wir waren eh gerade fertig“>, polterte Viranda dazwischen.
<„… so genau wollte ich das nicht wissen und es geht eher darum, dass wir es geschafft haben die gespeicherten Sende- und Empfangsfrequenzen des Schiffes zu entschlüsseln und zurückzuverfolgen. Erstens, es stammt tatsächlich von der Erde und damit auch die Klone. Zweitens wir haben die Kommunikation geprüft und es wurden Protokolle gefunden, die einen Datenaustausch mit einem Krondal belegen, welcher sich selbst die Graue Eminenz nennt, außerdem mit einem Major Rand und zusätzlich mit dem Chef einer Organisation die sich CIA nennt.“>
Alathfar schnaubte verächtlich. <„Wie heißt der CIA-Chef?“>
<„Es geht da wohl um einen Lars Valahar“>, erwiderte Grandur.
<„Sagt mir nichts, kann es auch nicht. Immerhin sind mehr als 55 Jahre vergangen und alle ausgetauscht. Lediglich mit Krondal kann ich etwas anfangen. Diese graue Eminenz ist eine Reihe von Personen die ursprünglich einen normalen Namen und eine normale Existenz hatten. Später werden diese dann ausgebildet und ihre wahre Identität ausgelöscht. Ab dann sind sie nur noch Krondal. Dieser jetzt könnte der 24ste sein.“>
<„Kann ich nachvollziehen. Aber jetzt zum Kern der Sache, wir haben die Frequenzen ermittelt, können eine Ansprache senden und alle wichtigen Stellen der Erde erreichen“>, verkündete der Wolf.
Der Esel-Klon war schlagartig wach. <„Dann sollten wir sofort starten. Ich habe zwar noch keine Idee was genau ich sagen werde, aber es wird schon klar und deutlich sein.“>
<„Dann macht euch auf den Weg. Wir schalten uns auf schon mal auf Sendung.“>
Auf dem Weg zum Büro des Aufklärungsdienstes, in dem Grandur wieder seinen fast gewohnten Dienst verrichtete, fragte Viranda: „Hast du wenigstens einen Ansatzpunkt?“
„Ja. Ich bin ich und das dürfte schon reichen. Vor allem, wenn ich bekannt gebe, was ich alles noch weiß. Zumindest dürfte Krondal der Arsch auf Grundeis gehen, wenn er erfährt, dass ich vom Elara-System weiß und die Lage der Genetik-Anlage im Grand Canyon kenne.“
„Hmmm... und du meinst, dass das reicht?“
„Ich hoffe es... immerhin bleibt noch die Drohung alles an die Öffentlichkeit zu bringen. Außerdem kann ich ja schon mal mit einem schönen Cheritkreuzer als Ass im Ärmel auftrumpfen.“
„Nein!“, fuhr ihn Viranda energisch an. „Den Kreuzer gibt es nur im Plan. Den lässt du bitte außen vor.“
„Na gut, dann muss alles was ich habe reichen.“
„Wird es schon“, lächelte ihn die Löwin an.
Im Büro angekommen, erhob sich Grandur aus seinem Sessel und begrüßte die beiden überschwänglich, ging dann zur Tagesordnung über. „Und? Seid ihr bereit?“
„Besser wird es nicht“, intonierte Alathfar. „Lass' uns anfangen.“
„Dann setzt euch“, wies der Wolf an.
So aktivierte man die Module und schaffte es eine Verbindung zum irdischen Schiff herzustellen und mit Hilfe dessen zur Erde, präsentierte den gealterten Esel-Klon und forderte eine sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen.
Die Antwort kam relativ schnell, war eine Ablehnung und lautete lapidar, dass man erst ruhen werde, wenn die Cherit am Boden liegen.
Somit stand man scheinbar wieder am Anfang.
Auf Festrid überlegte man krampfhaft wie ein Vertrag aussehen soll und begann die Planung und den Bau eines schweren Raumkreuzers, welcher statt des normalen den Subraum nutzen sollte.
Die Abwehr um den Planeten selbst und auch weiträumiger im gesamten Sternensystem wurde verstärkt. Die Frequenzen aller bekannten Spezies genauer abgehört, besonders die der Menschen. Der Abwehr-, Aufklärungs- und Geheimdienstapparat wurde personell aufgestockt.
So vergingen weitere zwei Jahre und es geschah nichts, zumindest nicht auf militärischer Seite. Bei den Cherit, genauer gesagt bei Alathfar und Viranda tat sich einiges. Die beiden waren in der Zwischenzeit ein festes Paar geworden, waren verheiratet und aus ihrer Liebe und Lust wurde mehr.
Dieses mehr, war nunmehr knapp zwei Jahre alt und trug den klangvollen Namen Phiodora.
„Ich würde zu gern noch erleben wie der Friedensvertrag zustande kommt“, entglitt es Alathfar plötzlich am Frühstückstisch.
„Liegt dir so viel daran?“, fragte Viranda.
„Ja. Sehr viel sogar.“
„Phio will Müsli“, brabbelte ihre Tochter dazwischen.
„Aber natürlich, Liebling“, antwortete die Löwin und holte das Gewünschte aus dem Küchenschrank.
„Danke, Mami!“, sagte die Kleine und wedelte mit ihrem Schweif.
Phiodora sah ihrer Mutter sehr ähnlich. Sie war schneeweiß, hatte kurzes Fell und den klassischen anthropomorphen Löwenkörper, lediglich ein Detail unterschied sie und das war ein pferdeartiger Schweif, den sie jetzt schon perfekt nutzte um Fliegen zu vertreiben.
„Also willst unbedingt du die Friedensverhandlungen zu Ende bringen“, stellte Viranda nochmals fest.
„Ja und nochmals ja.“
„Ich werde mit Grandur reden. Er wird bestimmt einverstanden sein.“
„Danke, mein Schatz.“
Zwei Tage später war es soweit.
Grandur war mit dem Vorschlag einverstanden und freute sich, dass gerade ein von Menschen erschaffener Klon darauf bestand einen Friedensvertrag zu Stande zu bringen.
Und genau da kamen die Informationen ins Spiel, welche selbst der Cerebralausleser nicht gefunden hatte.
Alathfar kannte sie, da Hawkins sie ihm offenbart hatte, als dieser in ihm einen Verbündeten suchte und gefunden zu haben glaubte.
„So. Jetzt lasst mich nochmals mit denen reden“, sagte der Eselhengst und grinste breit.
Die Löwin Viranda stand neben ihm und neben ihr deren Tochter Phiodora.
„Ich hoffe du weißt, was du da machst“, sagte sie noch. Aber ihr angetrauter Eselhengst nickte nur kurz.
„Sendefrequenzen sind offen“, verkündete Grandur kurz und knapp.
Der Esel-Hybrid hub an: <„Mein Name ist Alathfar von Tabalth. Ursprünglich hieß ich Samuel Dan Ralson, war ein Auftragsmörder im Dienste der Regierungen und bin nunmehr ein auf der Erde gezüchteter Klon, sollte ursprünglich gegen die Cherit eingesetzt werden. Weitere meiner Art sollten folgen, was ich jedoch mit Hilfe von Ceres, einem in Gefangenschaft geratenen Cherit, verhindern konnte.
Hiermit verlange ich, dass alle Kampfhandlungen auf meinem gewählten Heimatplaneten eingestellt werden, jedwede Handlung im festridischen Raumsektor werden ab sofort mit aller Härte geahndet.
Bei weiterer Missachtung dieser Forderung werden wir die Basis, welche seit dem Jahr 2000 irdischer Zeitrechnung auf dem Planeten Genro existiert, an-greifen und komplett vernichten. Des Weiteren werden wir mit mehreren Schiffen auf der Erde eintreffen und nötigenfalls einen Nichtangriffspakt erzwingen. Wir sind nicht die Aggressoren, wir waren und sind Forscher und nur neugierig. Die Menschheit hat uns ohne Grund den Krieg erklärt, nicht wir.“>
Damit endete seine Hauptansprache und wie auf ein Zeichen hin, startete im Hintergrund ein Cheritraumer von einem nahegelegenen Raumhafen, welcher mit der Sache an sich nichts zu tun hatte, ihm aber gerade gelegen kam.
Er drehte sich seitlich und zeigte mit ausgestrecktem Finger in jene Richtung.
<„Es liegt an ihnen und nur an ihnen das sinnlose Blutvergießen zu beenden. Die Mission des gerade gestarteten Schiffes bestimmen sie und nicht mehr al-lein wir. Es liegt an ihnen was auf Genro und auf der Erde als nächstes geschieht. Überlegen sie gut und nicht zu lange, wir erwarten eine Antwort. Alathfar von Tabalth, Ende!“>
Die Nachricht wurde daraufhin auf allen Frequenzen gebündelt und übertragen.
Es dauerte zwar einige Monate, aber plötzlich tat sich etwas und am 12.03.2145 irdischer Zeitrechnung war es soweit.
Die Antwort war spärlich, aber ließ alle aufhorchen: <„Hier ist Krondal! In Absprache mit den zuständigen Behörden sind wir bereit Vertragsverhandlungen mit ihnen aufzunehmen. Bitte bestätigen sie diese Nachricht und bestimmen sie einen möglichst neutralen Ort dafür. Ich wäre für ein Delegiertentreffen auf der Erde, aber dies widerspricht der Neutralität. Daher schlage ich vor, dass sie einen Ort bestimmen. Krondal, Ende!“>
Weitere Jahre vergingen, in denen die Kommunikation zwischen Festrid und der Erde intensiver wurde, der Ton direkt, aber trotzdem freundlich war und schlussendlich die Einigung auf einen Ort fiel, der beiden Seiten genehm war.
Da lediglich die Cherit in der Lage waren in annehmbarer Zeit die Erde zu erreichen, einigte man sich darauf, dass die menschlichen Delegierten von einer Fähre abgeholt würden und anschließend gemeinsam zum Kreuzer fliegen. Es schmeckte weder Krondal und schon gar nicht dem amtierenden Chef des CIA Valahar, Rand hielt sich da eher bedeckt.
Alle drei, mehr oder weniger Rädelsführer des Krieges zusammengepfercht auf einem Schiff des Feindes, erzeugte ein sehr unangenehmes Gefühl in der Magengegend. Aber was blieb anderes übrig, nachdem die Invasion auf Festrid krachend gescheitert war und die Cherit ihre Kampfstärke unter Beweis gestellt hatten.
Aber das alles würde am Ende eh keiner erfahren und viel wichtiger war es, dass die Basen auf Genro unter dem Mantel des Schweigens gehüllt blieben.
Am 30.04.2147 erschien ein fremdes Schiff in achttausend Kilometer Entfernung von der Erde und nahm eine stabile Parkposition ein. An Bord befand sich lediglich eine kleine Besatzung, da deren Mission klar strukturiert war und nur das sichere Geleit von drei menschlichen Personen von der Erdoberfläche zum Kreuzer, den Verhandlungen und deren Rückkehr, beinhaltete.
<„Hier Captain Viranda vom Cheritkreuzer Thiboth! Können sie mich hören?“>
Nach einem kurzen Augenblick kam die Antwort: <„Hier Krondal! Ich höre sie.“>
<„Wir befinden uns in einem stabilen Orbit um ihren Planeten. Bitte geben sie uns ihre Koordinaten, damit wir sie abholen können.“>
<„Einverstanden! Unsere Position ist Aragonite in der Nähe des Großen Salz-sees, Koordinaten sind 40°44'34“ Nord zu 113°0'10“ West.“>
<„Verstanden, Mister Krondal! Wir haben die Koordinaten empfangen und schicken ihnen eine Fähre. Bitte tun sie uns allen den Gefallen und seien sie unbewaffnet.“>
<„Wir werden uns daran halten. Krondal, Ende!“>
„Hältst du es für eine gute Idee, dass du unbedingt in der Fähre sitzen willst?“, fragte Viranda an ihren Partner gewandt.
„Ich bin nun einmal das Schlüsselelement, zwar heftig in die Jahre gekommen, aber noch nicht am Boden. Durch mich wurde der Stein ins Rollen gebracht und ich empfinde es als meine Pflicht, dass ich es auch zu Ende führe. Als Mensch habe ich Leben ausgelöscht, jetzt ist an der Zeit Leben zu retten, auf allen Seiten“, erwiderte Alathfar.
„Auch das noch.“
„Was?“
„Ich werde das Gefühl nicht los, dass du unbedingt Buße tun willst“, knurrte die Löwin etwas ungehalten, „Du hast dich entschieden und mit deiner Entscheidung den richtigen Weg eingeschlagen. Reicht das nicht langsam aus?“
„Lass es mich zu einem guten Ende bringen. Wobei wir trotzdem vorsichtig sein sollten. Ich glaube zwar, dass es einen Vertrag geben wird, aber der wird so eckig sein, dass wir uns an den Kanten stoßen werden. Alle Seiten werden heftig Federn lassen und ich muss abschätzen wo die Grenze liegt. Keiner kann das besser als ich. Abgesehen davon, ich möchte das Phiodora friedlich auf-wachsen kann. Damit wäre meine Werk vollständig.“
Viranda seufzte und nickte widerwillig. „Meinetwegen!“
Minuten später war eine kleine Personenfähre auf dem Weg zur Erdoberfläche, an Bord der Pilot Treloc, ein noch sehr junger 19jähriger Pumakater und logischerweise Alathfar von Tabalth als Verhandlungsführer.
„Hoffentlich ist das keine Falle“, hub Treloc an.
„Mal den Teufel nicht an die Wand.“
„Ich habe auf jeden Fall ein mulmiges Gefühl bei der ganzen Sache. Immerhin begeben wir uns in Feindgebiet.“
„Wir werden sehen was passiert. Vielleicht hilft ein wenig Vertrauen“, beendete der Esel-Hybrid die beginnende Diskussion vorzeitig.
Wie erhofft waren Krondal, Valahar und Rand vor Ort, allein und unbewaffnet.
Die Begrüßung verlief extrem kühl, gerade von Krondals Seite, welcher keine Miene verzog und aus dessen Blick eher der Wunsch nach Vernichtung schoss.
Rand hingegen war eine Überraschung. Der Major oder sollte man eher die Majorin sagen und war einem tiefgründigen Lächeln sehr zugetan als es zum obligatorischen Händeschütteln kam.
„Willkommen auf der Erde“, entglitt es ihr.
Alathfar verdrehte unwillkürlich die Augen und hob etwas die Arme. „Ich wünschte, dass es nicht so wäre. Aber wie sie wissen drängen mich die Um-stände dazu.“
„Ich verstehe das vollkommen. So viel wie ich weiß, hat es ja mit ihnen angefangen.“
„Nicht ganz, aber das klären wir auf dem Schiff“, entgegnete der Esel-Anthro.
„Sehr gern“, bestätigte Rand und lächelte schief.
„Dann darf ich sie auf einen kleinen Ausflug einladen?“, fragte Alathfar rein rhetorisch.
„Aber natürlich. Ich habe schon immer davon geträumt mal den Weltraum zu bereisen.“
Diesmal verdrehten Krondal und Valahar die Augen und knirschten mit den Zähnen.
„Wie ich ihren Gesichtern ansehe sind sie auch bereit die Fähre zu besteigen und mitzukommen“, wandte sich der Eselhengst an die beiden im Hintergrund stehenden.
„Bleibt ja nichts anderes übrig“, grollte Krondal. „Ist ja nicht auszuhalten wie sich der Major anbiedert. Je schneller wir es hinter uns haben umso schneller bin ich die wieder los.“
Rand schaute ihn daraufhin scharf an. „Etwas mehr Zuversicht und Freundlichkeit stünde ihnen gut zu Gesicht, Mister Krondal.“
„Wo nichts ist, kann nichts sein“, warf Treloc plötzlich dazwischen und erntete dafür die ungläubigen Blicke aller Beteiligten.
„Anschnallen bitte, wir hatten schon bei der Landung leichte Turbulenzen und das wird beim Start vielleicht nicht besser“, verkündete Treloc und startete die Triebwerke.
„Ich bin schon sehr gespannt und wirklich aufgeregt“, sprudelte es aus Rand hervor.
„Aber, aber. Lieber Major. Wir haben mit den Verhandlungen noch gar nicht begonnen und sie sind jetzt schon ganz außer sich?“, versuchte Alathfar sie zu beruhigen.
„Ich glaube, dass wir alle von den Unterlagen die ich bei mir habe profitieren werden.“
Der Esel-Hybrid schaute die Uniformierte streng an und grinste anschließend breit, entblößte das Raubkatzengebiss und deutete vielsagend in Richtung des Himmels.
Rand erstarrte kurz beim Anblick der blanken Beißerchen und die Fähre hob ab, strebte dem Himmel entgegen, durchstieß einzelne Wolkenfelder und wurde nach zehn Minuten von der Finsternis des Alls umhüllt.
Dem Major standen die Tränen der Begeisterung in den Augen, während Krondal einfach nur vor sich hin schmollte und Valahar den Gelangweilten mimte.
Das änderte sich jedoch als der Cheritkreuzer in Reichweite und damit ins Blickfeld der Fährenbesatzung rückte. Die Kinnladen klappten herunter und kein Ton ward mehr zu vernehmen.
„Oh, mein Gott“, murmelte Krondal.
„Wieso wollen sie einen Friedensvertrag?“, fragte Rand plötzlich frei heraus.
„Diese Frage müssen sie mir jetzt erklären“, erwiderte Alathfar etwas überfahren wirkend.
„Glauben sie allen Ernstes, dass wir ihnen das Wasser reichen können? Sehen sie sich doch das Schiff an. Wir haben nichts was vergleichbar wäre. Wir brauchen Jahrzehnte durchs All, während sie die gleichen Distanzen innerhalb von abzählbaren Monaten durchstreifen“, erklärte Rand.
„Die Cherit sind ein Volk von Raumfahrern, mehrere Millionen von Jahren alt, ihnen in der Entwicklung weit voraus, allerdings auch weit voraus was Konflikte und deren friedliche Lösung angeht. Seit hunderttausenden von Jahren gab es auf Festrid und bei deren Partnerspezies keinerlei Kriege mehr, keinen Rassen-hass, keinen religiös motivierten Wahn.
Es gibt mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede und genau das macht diese Anthro-Spezies stark, aber leider auch angreifbar, wenn sie auf eine zurückgebliebene Zivilisation stößt, die sich selbst zerfleischt und diesen Zerstörungstrieb auch noch auf andere ausweitet.“
Krondal schnaubte verächtlich und Rand zog es vor zu schweigen, kaute auf ihrer Unterlippe.
„Ja, Mister Krondal. Ich spreche damit die Menschheit an und vor allem sie. Aber belassen wir es dabei, alles weitere klären wir auf unserem Schiff. Ach ja, sie werden übrigens meine Ehekätzin und auch unsere gemeinsame Tochter kennenlernen. Dazu muss ich sie wirklich beglückwünschen. Ihr Klon-Produkt ist trotz der Pfuscherei in den Genen, in der Lage sich erfolgreich fortzupflanzen“, schoss Alathfar einen Seitenhieb ab.
„Das wird sich noch zeigen“, grollte Krondal und man merkte ihm an, dass es in ihm zu brodeln begann.
„Ich weiß, dass uns wahrscheinlich einige große Überraschungen erwarten werden. Immerhin hatte Colonel Hawkins sich mir gegenüber offenbart, bevor er von Ceres und mir auf nicht gerade die sanfteste Weise nach Festrid befördert wurde und dort vom Befragenden etwas in die Mangel genommen wurde“, erklärte Alathfar.
„In die Mangel genommen?“, fragte Rand misstrauisch.
„Nicht so wie sie…“, setzte der Eselhengst an und wurde unterbrochen.
<„… Personenfähre Walkun an Thiboth. Befinden uns im Anflug, bitte um Landevektoren“>, stellte Treloc die Verbindung zum Kreuzer her.
<„Hier Thiboth! Landen sie im Hangar eins, Vektor 3 Komma 1 zu 5 Komma 7, Quersteuerung zur Rotationsachse 6.“>
<„Verstanden, Thiboth! Daten im Landesystem eingespeist, bereit zur Landung.“>
<„Datenübergabe bestätigt Walkun, Landeerlaubnis erteilt. Willkommen an Bord, Delegierte!“>
„… nicht so wie sie denken, Major“, beendete Alathfar seine Entgegnung.
„Wie dann?“, bohrte Rand neugierig.
„Die Cherit foltern nicht. Es gibt normale Befragungen und zur Not den Cerebralausleser. Schmerzlos und eine extreme Weiterentwicklung des Lügendetektors, da er mehr oder weniger die Hirnareale im Tiefenscan ausliest“, antwortete Alathfar.
„Oh. Das klingt interessant“, entfuhr es plötzlich dem schweigsamen CIA-Chef Valahar. „Schmerzlos und lügenfrei.“
„Ja, Mister Valahar. Etwas was sie nicht beherrschen.“
Rand konnte sich in diesem Moment nicht beherrschen und fing lauthals an zu lachen.
„Was ist daran so komisch“, schnauzte Valahar sie an.
„Ich stelle mir gerade vor, wie sie sich unter diesem Cerebralausleser machen würden. Ich glaube, dass das Gerät explodieren würde oder zumindest einen Kurzschluss erleidet.“
Der CIA-Chef antwortete daraufhin nichts, sondern funkelte die Frau nur zornesrot an. Alathfar schaute die menschliche Besatzung an, grinste schief und drehte sich zu Treloc und damit zum Stirnfenster der Fähre um.
Auf dem genroischen Mond Attria/Cyndra war man natürlich bestens informiert und lehnten sich fünf altägyptische Götterfiguren zufrieden zurück.
„Und Master Seth“, hub Sachmet fragend an, „alles zur Befriedigung ihrer Majestät?“
„Was soll der Quatsch, Löwin!“, entglitt es dem Halbesel.
„Ich frage ja nur.“
„Bisher läuft alles ganz gut, wenn ich von den bedauerlichen Opfern unter den festridischen Zivilisten absehe. Aber das ganze Geschehen hat die Cherit abgehärtet und die Menschen etwas weich geklopft. Es sollte also nichts mehr schief gehen und beide Seite jetzt endlich auf den richtigen Weg bringen.“
„Ich finde, dass es eine echt bekloppte Idee ist, dass diese Verhandlungen ausgerechnet auf Attria stattfinden sollen“, warf Thot ein.
„Nein!“, säuselte Anubis dazwischen, „Ich finde es geradezu hervorragend.“
„Das war klar, dass ausgerechnet du es gut findest“, polterte Maahes.
„Warum?“, fragte Anubis und hob eine Augenbraue.
„Weil Seth dein Mentor ist, nachdem er Osiris getötet hatte und Nephtys verstieß“, grollte der bemähnte Gott des Gemetzels.
„Oh nein!“, ging Seth dazwischen. „Das sind religiöse Schauermärchen und ihr wisst das. Osiris lebt und Nephtys zog es vor sich aus den weiteren Klonierungssequenzen herauszunehmen, wollte eines natürlichen Todes sterben. Ihr Sohn Anubis ist in der Tat mein Schutzbefohlener, aber ich bin nicht sein Mentor.“
„Na ja, du bringst ihm aber einiges bei“, lenkte Sachmet ein.
„Das ist richtig, aber nur sinnvolles und ich sehe ihn auch nicht als Sexobjekt an.“
„Das könnt ihr halten wie ihr wollt“, brummelte Thot vor sich hin.
„Hey ja! Das habe ich gehört“, knurrte Anubis den Ibisköpfigen an.
„SEID IHR JETZT FERTIG!“, schrie Seth dazwischen. „Wir haben hier eine Aufgabe und ein Ziel und nicht das was hier gerade abgeht. Ist das klar! Was ma¬chen die Fortschritte an den Anlagen und den Cyborgs?“
„Die Anlagen zur Aufzucht haben ihre Arbeit aufgenommen, die weiterführenden Teile sind fast fertig gestellt“, erklärte Sachmet.
„Sehr gut. Das wollte ich hören und nicht irgendwelche Mutmaßungen über Inzeste zwischen mir und Anubis.
Es reicht, wenn die alten Ägypter uns gewisse Sachen unterstellten und in dieser jetzigen Zeit angeblich lustige Bilder im irdischen Internet kursieren, welche mich und euch in eindeutig überdreht sexuellen Posen zeigen. Abgesehen davon habe ich den Datenabgleich mit dem Zentralserver erzwungen und festgestellt, dass der ursprüngliche Plan von den Cherit geändert wurde. Die Vertragsverhandlungen finden nicht auf Genro und nicht auf Attria statt, sondern auf dem Cherit-Forschungskreuzer Thiboth.“
„Du hast ja recht, wie so oft“, gab Maahes klein bei.
„Gut, dann betrachte ich diese Diskussion als beendet“, schnauzte Seth kurz und verschränkte schmollend die Arme vor der Brust.