Mika in Ascardia -V-
Imported from SF2 with no description.
Um eines vorweg zu sagen, ganz am Ende ist ziemlich harter content. Sucht Hilfe, wenn ihr ungefähr genauso fühlt. Ihr seid nicht allein.
Freunde machen doch sowas, oder?
Nio kratzte den Dreck und den Kot von der Mauer, wie jeden Tag, zu jeder Tageszeit. Die Raptoren fauchten hinter der hohen und dicken Mauer, weil sie ihn schon rochen. Obwohl es bald hell wird, musste er die Raptoren füttern und deswegen schloss er das dicke Tor auf und verstauten den Schlüssel wieder in seinen Lendenschurz.
„Ich weiß das ihr Hunger habt.“, flüsterte er den vielen Raptoren zu, die sein Vater züchtete. Sie werden in großen Gehegen gehalten und sie rannten auf ihm zu, als er reinstieg und die zwei großen Eimer in den Trog goss. Es war ein Gemisch aus Blut und Innereien, das billigste vom billigem. Und dennoch, freuten sich die vielen Raptoren über das Fressen und schlangen es sich nur so runter.
Schnell stieg er wieder aus dem Gehege raus, weil er sonst von ihnen umgerannt worden wäre. Denn, heute Nacht hatte er keine Lust mit ihnen zu kuscheln, weil er müde war und seine Lippen pochte und schmerze stark. Der eine Schlag, den er kassier hatte, von diesem Wunderkind, hat ihn wirklich wie ein Hammer getroffen.
Doch bevor er sich hinlegen konnte, musste er noch die anderen Raptoren füttern. Noch fünf Gehege musste er abklappern und dann noch die Jungtiere, die richtiges Fleisch brauchten, füttern. Das war sein zu Hause, sein Heim, ein ummauertes und umzäuntes Gelände, wo Raptoren gezüchtet wurden. Hier ist er groß geworden mit seinen vielen Raptoren. Er und sein Vater, kümmern sich um die Zucht und verkaufen die Raptoren als Reittiere für wenig Geld.
Es ist immer wieder schade zu sehen, wie sie einen Raptor für ein Goldstück verkaufen. Sie sind deswegen so wenig Wert, weil sie Fleisch als Nahrung brauchen und Fleisch ist teuer. Es gab sogar Zeiten, wo sie die Raptoren für nur ein halbes Goldstück verkauft haben und das waren sehr schwere Zeiten gewesen.
Nachdem er alle Tiere versorgt hatte, dämmerte es langsam.
„Scheiße…“, fluchte er und er hätte doch nicht in der Stadt herumschlendern sollen. Mika und Aris gingen ihm nicht aus dem Kopf. Wieder fluchte er und ging zum Haus. Wieder holte er den Schlüssel raus und öffnete das Haus, das stockfinster war. Er und sein Vater leben in einem Raum und er hasste es. Küche, Wohnzimmer und zwei billige Betten in einem Haus zu haben, ist das schlimmste.
„Ich hätte was essen sollen…“, flüsterte er volle bedauern zu sich selbst, nachdem er sich bäuchlings auf sein Bett fallen ließ. Obwohl er todmüde war, konnte er nicht einschlafen. Mikas und Aris grinsen gingen ihm nicht aus dem Kopf und deswegen tat er das Einzige, was dagegen half. Er drehte sich auf den Rücken, zog schnell seinen Lendenschurz aus und spreizte die Beine. Als seine Hand am Körper unterwanderte, seufzte er völlig erleichtert. Der Gepardenjunge war rattenscharf, aber die anderen zwei, ließen ihn laut aufstöhnen.
Warm war die Dusche auf den Bauch und auf der Brust und seufzend, verrieb er alles auf dem Körper. Er genoss noch für ein paar Minuten sich anzufassen, sich selbst zu streicheln, bevor er dann die Decke über sich zog und die Augen schloss.
„Scheiße…“, dachte er sich, bevor er einschlief.
Flatternd gingen seine Augen auf und die Raptoren fauchten und schrien. Sofort sprang er auf und alles tat ihm weh, als er zur Tür humpelte und sich dabei den Lendenschurz anzog. Die Sonne war aufgegangen und stand hoch oben, und die Raptoren in der Nähe des Eingangs rannte wild im Kreis, als die Steine aufs Dach des Geheges fielen.
„HAUT AB IHR BASTARDE!“, rief er über die Mauer und rannte zu den Raptoren hin. Kichernd liefen die Kinder davon und schrien noch das eine Wort, dass ihn sein ganzes Leben schon begleitet hat.
„Raptorficker!“
Schon längst hat er sich daran gewöhnt so genannt zu werden. Was ihn aber wunderte, war, dass sein Vater nicht hier war. Deswegen übernahm er es, wie fast immer, die Raptoren zu beruhigen. Sie umkreisten ihn, als er ins Gehege stieg und dann, wie immer, schmiegten sie sich an ihn und rieben ihre Köpfe an seinen Körper.
„Ist ja schon gut, alles gut…!“, flüsterte er ihnen zu und die Tiere beruhigten sich unter seinen Händen und wegen seiner warmen Stimme schnell. Seufzend stieg er danach aus dem Gehege und sammelte die Steine auf, die er auf den Haufen neben dem Tor sammelte und schon zu einem großen Haufen werden ließ. Es war ein hoffnungsvoller Gedanke, dass irgendwann die Steine in der Stadt ausgehen würden und er, sie dann alle besaß. Doch, es schien, als ob es unendlich Steine gab und mit jedem Tag der verging, schwand seine Hoffnung.
Als er am Gehege vorbei ging, wo nur ein Raptor drinnen war, brodelte kurz sein Zorn auf.
„Scheiße…!“, mit dem Wort wandte er sich vom Gehege ab und ging wieder ins Haus. Er hatte riesigen Hunger, sein Kopf tat weh, genauso wie seine Lippe. Und er war wieder richtig Spitz. Schnell fütterte er wieder alle Raptoren, mistete die Gehege aus, wobei ihn die Raptoren dabei störten, weil sie immer an ihm klebten, bevor er sich selbst was zum Essen organisieren konnte. Und vielleicht auch wem zum Vögeln.
Mit dem Schlüssel verschloss er das schwere Tor und als er sich nach links Richtung Markt wandte, sah er schon, dass die Kinder wieder mit Kot die Mauer beworfen haben. Stinkesauer schabte er die Scheiße von der Mauer und dabei, verlor er eine Träne.
Die Träne war dafür da, weil er es immer machen musste. Immer musste er die Mauer sauber machen, musste für sich und sein Vater einkaufen gehen. Musste in selbem Zimmer schlafen wie sein Vater. Und nun kam noch dazu, was er letzte Nacht erlebt hatte und dieses Gefühl der Eifersucht, das sein Herz ergriffen hatte.
Nachdem er die Mauer vom Kot gesäubert hat, steckte er die Hände unter die Bänder an der Hüfte. Mies gelaunt, ging er zum Markt, der nur zwei Minuten Marsch entfernt war. Sein Blick ging über den Markt.
„Scheiße… sie stehen überall…!“, fluchte er wieder laut und sah die Wachen, die wirklich überall standen. Er musste verdammt gut aufpassen, dass ihn keiner sah, wenn er sich was zum Essen organisieren wollte. In die Menge mischte er sich, ließ sich treiben und er sah, wie zwei Pärchen mit dem Obsthändler sprachen und so die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Geschickt und schnell, drückte er seine Hand zwischen den paaren und schnappte sich ein Apfel, den er schnell unter die Achseln verschwinden ließ. Paar Meter weiter, hörte er schon den Händler schreien. Doch er blieb gelassen und tauchte in der Menge unter und tat so, als ob er zum Pärchen gehörte, die neben ihm gingen.
Sein Herz fing zu flattern an, als die Wachen zu ihm rannten. Doch wie fast immer, rannten sie an ihm vorbei und es war ziemlich knapp. Denn fast hat er sie angesehen und so, wären sie vielleicht auf ihn aufmerksam geworden und hätten dann auch den Apfel gesehen.
„Scheiße…!“, fluchte er leise, als er im Gehen dann in den Apfel biss. Denn, die Wachen waren nun aufmerksam und er würde keine zweite Chance bekommen sich was zum Essen besorgen zu können. Somit startete er den Tag mit einem halb leeren Magen. Immerhin hat er was zum Essen gehabt und nun war es an der Zeit, sich was zum Vögeln zu suchen.
Dafür musste er in den Gassen um den Markt suchen. Dort wo die Familien lebten und die Kinder spielten. Schnell hat er wem ausgemacht, ein Löwenjunge, vielleicht Elf, oder Zwölf. Das reicht für ihn und er blieb vor ihm stehen, der gerade einen Korb flechtet.
„Hey.“, der Junge sah auf und grinste höflich bei der leichten Verbeugung. Da ging er vor ihm in die Hocke und ganz vorsichtig, hob er sich den Lendenschurz zur Seite, damit es nur der Junge sah.
„Lust etwas zu spielen?“, der Junge bekam ganz große Augen und schluckte schwer.
„Wenn du spielst, dann spiele ich auch mit dir. Ich warte um die Ecke und dann suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen.“, der Junge schluckte, sah sich vorsichtshalber um und nickte dann leicht. Grinsend stand Nio auf und ging die Gasse entlang, bis zur nächsten Biegung, um dann dort auf den Jungen zu warten.
Er musst sich schon ordentlich zusammenreißen nicht steif zu werden. Denn der Junge war echt ein Schnuckelchen. Immer wieder sah er um die Ecke und er wurde immer ungeduldiger. Doch dann, blieb ihn das Herz stehen. Der Junge hatte seinen Vater dabei und als er das sah, machte er sich gleich aus dem Staub. Er ging gleich in die nächste Gasse, um dann im Markt wieder zu verschwinden. Doch dann blieb er stehen.
„Scheiße…!“
Eine Gepardenfamilie stand vor ihm und der Junge, war der von gestern. Er tat so, als ob er den Jungen nicht erkennen würde und versuchte an sie vorbeizugehen. Er sagte sogar „Entschuldigung…“, doch der Junge durchkreuzte sein Vorhaben.
„Das ist er Papa!“
Sofort rannte er los, doch er stolperte, weil ihn jemand ein Bein gestellt hatte. Er wurde getreten, geschlagen und aufs übelste beschimpft und dann, traf ein Tritt ihn zwischen den Beinen. Er heulte los, griff sich in den Schritt und dann, wurde er von allen bespuckt, als der Vater allen Zuschauern erklärte, was er seinen Sohn gestern angetan hatte.
Das bespucken war ihm egal, das konnte er abwaschen. Doch der Tritt, der war übel. Es zog so übel, dass er sich erbrach und dabei, brannte seine Lippe wie Feuer. Er lag Minutenlang so in der Gasse und er wurde Verflucht, mit Steinen beworfen und von den Kindern ausgelacht. Ein Stein traf ihm am Kopf und er spürte gleich, wie Blut aus der Wunde rann.
Aber er konnte nichts machen, die Schmerzen wurden immer schlimmer zwischen seinen Beinen.
„Scheiße…“, dacht er sich und biss sich auf die Lippen, um trotz der lähmenden Schmerzen, aufzustehen. Der Schwindel erfasste ihn, während er breitbeinig davonhumpelte. Zumindest im Markt, konnte er wieder untertauchen und jeden abschütteln, der ihn gefolgt war. Auf der anderen Seite des Marktes, im Schatten, konnte er sich dann an der Wand anlehnen und sich dann auch hinsetzten. Fast eine halbe Stunde hatte er die Augen geschlossen und versucht, nicht an die Schmerzen zu denken.
Gleichzeitig war er aber steif und das verursachte noch mehr Schmerzen. Etwas läuft gewaltig schief dort unten und langsam wurde ihm bewusst, dass er Hilfe brauchte. Aber er konnte so nicht herumlaufen und deswegen, wartete er ab, ob es sich bessert. Und es besserte sich und seine Sorgen, verschwanden langsam. Als es nur noch zog, stellte er fest, dass er unten ordentlich geschwollen war.
Doch zumindest konnte er wieder gehen, ohne jeden zu zeigen, dass er einen Ständer hatte. Es war noch nicht soweit, dass er die Raptoren füttern musste und somit, ging er wieder spazieren. Er mied das Gebiet von sei zu Hause, weil er unweigerlich den Kindern begegnet wäre, die ihn jeden Tag als Raptorficker bezeichneten.
Am liebsten ging er dann spazieren, wenn die große Mittagshitze herrschte. Denn dann wirkte die Stadt wie ausgestorben und hier und da, konnte er in die kleinen und offenen Fenster schauen und jemanden beim Vögeln beobachten. So wie jetzt. Er ging täglich hier vorbei, weil hier immer die zwei vögelten in der Mittagshitze. Löwe und Löwin, und der geile Löwe mit dem geilen Schwanz, hämmerte von Hinten die Eier und den Schwanz in das feuchte Loch der Löwin.
Jedoch, als er steif wurde, kamen die Schmerzen.
„Scheiße…“
Keiner war auf der Straße, auch nicht die Wachen und deswegen, konnte er mit einem Ständer herumlaufen. Er ging solange bis es Nachmittag wurde, bis die Sonne orange die Erde küsste. In der Zeit ging er gedankenverloren spazieren und immer wieder, sah er das Grinsen der beiden. Und gerade als er stehen blieb und traurig seufzte, bemerkte er, dass er vor den Palasttoren stand.
Der Palast warf den Schatten auf die Stadt. Pfaue kreisten Oben und man hörte Wasserplätschern. Die Wachen hatten ihm in Auge, als er sich den Palast zuwandte und er sich wieder vorstellte, dort oben zu wohnen. Dann hörte er ein lachen, es klang freudig und amüsiert und er stellte sich vor, dass es Prinz Mikas Lachen war.
„Egal…“, mit diesen Worten, ging er zu den zwei Palastwachen hin und stellte sich vor ihnen hin.
„Ich heiße Nio und ich möchte Mika sehen.“, sagte er einfach und unkompliziert.
Die Wachen sahen sich an, bevor sie Antworteten.
„Dein Anliegen?“
„Na, ich möchte ihn sehen, was sonst?!“, nun war er schlecht gelaunt und wollte schon gehen, weil er eh schon wusste, dass es vergebens war.
„Ich werde Prinz Mika dein Anliegen weiterreichen, warte solange hier.“
Dann aber blieb er stehen, wie zu Stein erstarrt, glaubte nicht, was er gerade gehört hatte. Aber dann drehte er sich um und sah, wie die zwei großen und schweren Palasttore aufgingen und eine Palastwache reinschritt. Er sah die Wache die Treppe raufgehen und kurz, keimte Hoffnung auf. Aber irgendwie war er sich sicher, dass er eine Absage zu hören bekommt.
Aber, er ließ es drauf ankommen. Er wollte es nun wirklich wissen und lehnte sich neben der Palastwache an der Mauer an. Die Minuten vergingen, während er immer ungeduldiger wurde. Und dann, kam die Palastwache wieder. Er drückte sich von der Mauer ab und ging davon.
„Mika und Aris kommen gleich.“, er war schon einige Meter entfernt, als er dies zu hören bekam. Aber, irgendwie wollte er jetzt einfach weggehen und gerade, als er sich entschloss zu gehen, hörte er Mika und Aris lachen. Da lief er davon.
Er hörte noch, wie sie seinen Namen schrien, bevor er in die nächste Gasse lief.
„SCHEIßE!“, rief er verzweifelt und schlug mit der Faust auf die Mauer, um sich danach an der Mauer anzulehnen. Verzweifelt von dem, was er im Kopf hatte, was er in der Brust fühlte, vergoss er ein paar Tränen.
Doch schnell wischte er sie weg, denn es war Zeit die Raptoren zu füttern. Er hasste sich jetzt selbst, dass er davongelaufen war von Mika und Aris. Sie hätten wahrscheinlich einen wunderschönen Tag erlebt, zusammen verbracht. Doch, stattdessen durfte er wieder die Scheiße von der Wand abkratzen. Und was noch viel schlimmer ist, dass sich die Kinder tatsächlich die Mühe gemacht haben, „Raptorficker“ mit Scheiße auf die Mauer zu schreiben. Auch wenn er das wegkratzen würde, würde man es noch sehen. Dennoch machte er es und machte sich sogar die Mühe, die Mauer zu waschen, natürlich unter den Beleidigungen der Kinder, die hinter ihm standen und ihm immer wieder „Raptorficker!“, nannten und ihn so beschimpften.
Er ließ es über sich ergehen, weil jedes Mal, wenn er auf sie reagierte, es alles nur noch schlimmer machte. Deswegen, holte er sich den Schlüssel wieder hervor und schloss das Tor auf. Doch, es war schon offen und das sagte ihm, dass sein Vater wieder da war.
Traurig, wusste er gleich, wo sein Vater war und er ignorierte es, wie jeden Tag. Er fütterte wieder die Raptoren, die als einziger ihn mochten. Und sie waren auch seine einzigen Freunde, die er je hatte. Beim Einzelgehege ging er vorbei und kümmerte sie dann um die restlichen. Bei den Jungtieren, stieg er rein. Sie gingen ihm gerade mal bis zur Hüfte und sie waren alle so lieb.
Er nahm sich die Zeit mit ihnen zu spielen, sie zu streichen und zu kraulen, bis es dunkel wurde. Aber als es dunkel wurde, und er rauf zu den Sternen sah, überlegte er sich, ob Mika sie nun auch sah. Ob Aris Mikas Hand hielt und dann, ob sie ihn dann auch die Hand halten würde. Weil seine Brust schmerzte, und auch sein Schritt pochte, wollte er nur noch ins Bett. Das Haus war dunkel, wie meistens, auch wenn sein Vater da war.
Vorsichtig legte er sich auf dem Bauch, weil er so am besten schlafen konnte und, zog dann die Decke rauf.
„Schon wieder ein Tag voller Scheiße…“, sagte er es fast immer auf, wenn er sich schlafen legte.
Diesmal wurde er nicht von den Raptoren geweckt, wie sonst üblich. Diesmal wachte er von selbst auf und es dämmerte. Sein Magen war komplett leer. Sein Schritt pochte vor Schmerz wegen gestern. Doch es war perfekt. Die Händler würden ihren Stand jetzt aufbauen und in der Zeit, gibt es keine Wachen, nur Händler, die unaufmerksam waren. Schnell sprang er auf und stellte fest, dass er riesigen Durst hatte. Denn, er hatte ganz vergessen durch den Schmerz etwas zu trinken und schon einmal ist ihm das passiert und das, hat ganz übel geendet.
Die Raptoren schliefen, als er zum fast leeren Wassertrug ging und sich vier Schluck davon gönnte. Nur nebenbei stellte er fest, dass sein Vater nicht im Bett lag, sondern ganz wo anders. Und er musste wieder fluchen, weil das Wasser vielleicht nur noch für heute reichen würde für die Raptoren, aber nicht mehr für die kommende Nacht, oder den morgigen Tag. Und, sie hatten kein Geld. Erst Morgen würde der Markt für den Verkaufen von Tieren aufgemacht werden und bis dahin, musste er wohl oder übel das Wasser von der Tränke vom Markt nach Hause Schleppen.
„Scheiße…“
Er wusste, dass es Stunden dafür braucht und dass er dann zwei Tage solch schrecklich Rückenschmerzen haben würde, dass er überhaupt nichts mehr tragen konnte. Und allein das stehen wäre dann schon die pure Qual. Aber es gab Wochen wie diese, wo er am liebsten einfach nur weglaufen würde. Aber dann würden die Raptoren ohne ihn sein und er konnte sich nicht darauf verlassen, dass sein Vater sich um sie alleine kümmern konnte. Deswegen blieb er jedes Mal hier, wenn er kurz davor stand wegzulaufen.
Also war seine Tagesplanung so, dass er sich zuerst was zum Essen besorgt, nur um dann danach das Wasser zu schleppen, um sich dann ins Bett zu schleppen, damit er nicht solche Rückenschmerzen hat. Und kein Vögeln, was den Tag für ihn am schlimmsten machte.
Er hatte Glück.
Es war heute sogar mehr los als erwartet und diesmal, konnte er sich drei Äpfel und zwei Orangen ergattern, bevor die Wachen kamen. Verstohlen in einer schattigen Ecke, weil schon die Sonne aufgegangen war, sah er sich beim Essen um. Ihm fiel fast die Kinnlade runter und er konnte kaum seinen Augen trauen, was er sah. Vier Palastwachen, zwei Pharaonen und ihre zwei Söhne, spazierten im Markt herum und gingen einkaufen.
Die Händler buckelten. Die Wachen bezahlten und Mika und Aris, lachten und waren nur Glücklich, weil sie auf den Schultern ihrer zwei Vätern saßen. Das war das Schönste, was er bisher gesehen hatte und er stellte sich vor, dass er bei ihnen war. Dass er so ein Glück wie Aris hätte und er der Bruder von Mika wäre.
Aber diese Tagträumerei konnte er sich nicht leisten. Seine Raptoren haben bestimmt Hunger und sie brauchen Wasser für die kommende Nacht. Schnell ging er zurück nach Hause und er sah, dass sich schon sein Vater um die Tiere gekümmert hat. Die Raptoren lagen gemütlich und gefüttert im Schatten und dösten vor sich hin.
„Zumindest das…“, flüsterte er vor sich hin und schnappte sich die Eimer. Es dauerte drei Stunden, bis alle Wassertrüge wieder voll waren und nochmal vier Stunden, bis er den Wassertrug am Markt aufgefüllt hatte vom Fluss. So waren die Regeln und wer sich nicht daranhält, der wird bei den Wachen angezeigt. Dementsprechend war er auch im Arsch. Gebückt und völlig im Arsch, verließ er die Stadt und schwamm kurz im Wasser vom Fluss, der quer durch die Stadt floss. Das Gras, die Palmen die Schatten spendeten, ließen ihn wieder zum Tagträumen verleiten.
Da Morgen der Markt ist, musste er seinen Lendenschurz waschen und das unbedingt. Es stank und war hinten komplett braun. Er und ein paar andere Männchen wuschen sich die Lendenschurze immer dort und dabei, schielte er immer zu ihnen rüber. Normal, würde er ins Wasser tauchen und sich einen runterwedeln bei dem herrlichen Ausblick. Doch heute nicht. Er sah wie geschwollen er war und jede Berührung, tat ihm schrecklich weh.
Deswegen zog er sich wieder an, als sein Lendenschurz sauber war und ging Erschöpf zurück. Jedoch, war er so in Gedanken, dass ihm seine Klauenbewährten Füße, irgendwohin trugen. Als er dann bemerkte, nachdem er aufsah, wo er war, seufzte er traurig.
Er stand wieder vor dem Palast und er träumte gleich davon, wie er wieder dort oben leben würde. Dabei bemerkte er aber nicht, dass er langsam von den Palastwachen umstellt wurde. Er merkte es dann, als je eine Wache ihn fest am Arm packte.
„HEY! ICH HABE NICHTS GETAN!“, rief er sofort und versuchte sich aus dem Griff zu befreien.
Aber dann hörte er etwas, was er wirklich nicht erwartet hatte.
„Nio, du wurdest mehrfach bei der Wache gemeldet, sodass es sogar der Pharao vernommen hat. Wegen Diebstahls, Körperverletzung und sexueller Nötigung, wirst du hiermit mit dem Hammer bestraft werden und fortan als Eunuch im Steinbruch arbeiten, bis an dein Lebensende. Das ist der Wille der Sonne!“
Als Nio DAS hörte, hörte sein Herz auf zu schlagen und ihm fiel nur noch eine Möglichkeit ein, aus dieser misslichen Lage zu entkommen. Da er von zwei Wachen festgehalten wurde, musste er nur die zwei ausschalten. Deswegen sprang er auf, spreizte die Beine und als seine Beine ihr Ziel trafen, ließen ihn auch die Wachen los. Sofort als er landete, sprang er über eine Wache, die sich vor Schmerz krümmte und dann auf dem Boden fiel, um so schnell er konnte, davonzulaufen.
Die Wachen waren ihm auf den Fersen und in seinem Kopf hatte er nur einen Gedanken, nämlich Flucht. Er rannte die Gassen entlang, warf Krüge und Kisten um, um die Wachen zu verlangsamen und gerade als sein Herz zu explodieren drohte, bog er in eine Ecke und versteckte sich im Schatten einer geschlossen Tür, die gleich um die Ecke war.
Die Palastwachen liefen an ihm vorbei und so schnell er konnte, rannte er nun in die andere Richtung und bog in die nächst Gasse ein. Dort versteckte er sich hinter einer Kiste neben einem Stand. Der Händler sah ihn blöd an, doch Nio horchte nur auf die Schritte der Wachen.
Er traute sich erst aus dem Versteck, als die Schritte nicht mehr zu hören waren und dann schrie er einfach „SCHEIßE!“ und stampfte davon. Sein Kopf wollte explodieren und er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Eigentlich sollte er Angst haben gefasst zu werden, doch er machte sich nur sorgen um seine Raptoren und da stellte er fest, wie Wichtig sie für ihn waren.
Deswegen, schlich er jetzt nach Hause und obwohl er wusste, dass die Wachen genau wissen, wo er wohnt, wollte er einfach nach Hause. Er wollte zu seinem Vater, zu seinen Raptoren. Und als er vor dem Anwesen stand, wollte er wieder fluchen. Die Kinder haben schon wieder Raptorficker auf die Mauer mit Kot geschrieben.
„Scheiße…“, flüsterte er und diesmal, kratzte er es nicht runter, sondern betrat sein zu Hause. Die Wachen waren noch nicht hier und es würde auch nicht mehr lange dauern, bis sie kommen. Sein Schicksal war besiegelt, das gestand er sich ein. Er hatte keine Freunde bei denen er sich verstecken konnte. Sein Vater war nicht hier und vermutlich schnorrt er sich wieder essen bei den anderen Tierhändlern. Oder tausche Essen für eine Nacht mit seinen Tieren ein, was er absolut hasste.
Denn jedes Mal, wachte er deswegen auf und musste mit anhören, wie die geilen Geier seine Tiere vergewaltigten. Deswegen tat er das einzig Richtige, um sein Gewissen zu beschwichtigen. Er fütterte seine Raptoren, kuschelte mit ihnen und mit den Jungtieren, bis die Wachen kamen.
Sie waren zumindest so nett, dass er sich bei seinen Tieren verabschieden konnte. Gefesselt wurde er fortgeschafft und er hatte schon panische Angst vor dem Hammer. Doch, wurde er nicht ins Verließ gebracht, sondern in den Palast. Er konnte zum ersten Mal mit eigenen Augen sehen, wie es hier war und er konnte deswegen, seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Vor Angst und Glück, weil er das sehen durfte, bevor der Hammer kam, weinte er. Er sehnte sich jetzt nach seinem Vater, nach seinem Papa. Er wollte ihn jetzt bei sich haben, um nicht alleine diese Schmerzen die gleich kommen werden, aushalten zu müssen.
Aber er war nicht da. Keiner war da und als er auf die Knie fiel im Thronsaal, wurde er auch noch nach vorne geworfen und fiel genau auf die Stelle, wo seine Lippe aufgeplatzt war. Alles tat ihm weh, sein Rücken, seine Beine, seine Lippen, seine Lenden und sein Kopf, wegen der Sonne. Und gleich, würde er noch die schlimmsten Schmerzen seines Lebens erfahren. Doch in dem Moment, genau jetzt, bereute er es von Mika und Aris davongelaufen zu sein. Vielleicht, nur vielleicht, wäre dann sein Leben anders verlaufen.
„Preist der Sonne! Preiset Pharao Hator und Pharao Otto, die nun ein Urteil über dich fallen werden.“
„Mika…“, kam es hauchend von ihm, bevor er sich dann der Realität stellte.
„Scheiße… macht einfach und hört auf zu Quatschen!“, schrie er und das Blut rann aus seiner Lippe, die wieder aufgeplatzt war.
„DU WAGST ES…!“, schrei die Wache und sogleich, Antwortete Nio.
„JA ICH WAGE ES! HÖRT DOCH AUF MIT DEM SCHAUSPIEL UND HOLT SCHON DEN HAMMER HER! ICH LANGWEILE MICH SCHON IHR ARSCHLÖCHER!“
Die Wache wollte schon was sagen, als sie verstummte. Dann hörte er, wie wohl alle Wachen sich niederknieten und dann, war es totenstill im Thronsaal. Daraufhin hörte man das Geräusch von Pfoten die gingen. Schon am Geräusch hörte er den grazilen Gang. Es mussten zwei sein, dachte er sich und Sekunden später, tauchten schwarze und weiß-braune Pfoten auf. Der mit den schwarzen Pfoten musste Pharao Hator sein, den er vorgestern kurz bei der Feier sah. Und Pharao Hator war der, der runter in die Hocke ging.
„Das ist er?“, flüsterte der Pharao und mit irgendjemanden sprach der. Und als er die Stimme hörte, die darauf Antwortete, schloss er die Augen und fluchte in seinen Kopf.
„Ja Papa.“
„Verstehe… und du bist dir sicher?“, darauf kam keine Antwort die er hören konnte.
„Nio… der Raptorficker? Deine Strafe wird es sein, den restlichen Tag mit Mika und Aris zu verbringen. Alle Fragen wirst du von ihnen beantworten müssen und das, Wahrheitsgetreu. Sie werden dann Entscheiden, wie ICH dann weiter mit dir Verfahren werde. Das ist der Wille der Sonne.“
Die Wachen standen auf, als sich Pharao Hator von ihm entfernte und kurz darauf, wurde er hochgehoben und nur er und die Wachen waren noch da. Und gerade als er sich dachte, was nun kommen würde, obwohl er wirklich froh war, nicht den Hammer zu spüren, oder noch nicht, sah er war schrecklich hinter dem Thron kommen. Es hatte rote Augen, große weiße Reißzähne und es ging auf vier Beine auf ihn zu, und es hatte ein Fell so schwarz wie die Nacht.
Wenn er was im Darm gehabt hätte, hätte er sich jetzt angeschissen. Dieses *Ding*, kam näher und näher und als es ihn schon fast mit der Nase berührte, stieg es auf die Hinterbeine und da, sah er ein Monster vor sich. Es ging nicht auf allen vieren, sondern auf zwei Pfoten und Händen und als es vor ihm stand, war ES sogar drei Köpfe, wenn nicht mehr, größer als die Wachen.
„Und? Wie riecht er für dich?“, hörte Nio plötzlich Mikas Stimme und das DING, das nun wie ein Wolf aussah, sah grinsend hinter sich und Antwortete mit tiefer und brummiger Stimme.
„Es war geil und deswegen sollte er sich nochmal waschen.“
Und erst danach, kam Mika und Aris hervor. Sie kamen hinter dem Wolfen hervor und grinsten über beide Ohren. Die Fesseln wurden gelöst, als die beiden zu ihm kamen und noch breiter lächelten.
„Wieso bist du gestern davongelaufen? Wolltest du uns doch nicht sehen? Wieso hast du dann nicht gesagt, wo du wohnst? Wir hätten dich dann besucht!“
Nio wurde so bombardiert von niedlichen und süßen fragen, dass er kaum Zeit hatte das bisher schlimmste in seinen Leben zu verarbeiten. Nämlich, den Hammer schon fast gesehen zu haben. Doch jetzt, wo der Leopardenjunge Mika und der Halbdrache Aris vor ihm standen, konnte er nichts anderes tun, als ebenfalls zu grinsen.
Das aber verschwand schnell, als ihm wieder klar wurde, dass es noch nicht vorbei war und dass er alle Fragen beantworten musste, die ihm gestellt wurden und es fing schon jetzt an. Und der Wolf war auch noch da und erinnerte ihn gerade dabei.
„Antworte auf die Fragen meines PRINZEN!“
Er seufzte und verbiss sich sein Lieblingswort, als er dann die Fragen beantwortete.
„Weil ich kalte Füße bekommen habe. Ja, ich wollte euch sehen uuuuuund, weil ich nicht wollte das ihr mein zu Hause sieht! Fertig mit dem Fragen?“
Der Wolf schoss die Faust in seine Richtung und Nio schloss die Augen und erwartete den Faustschlag, der ihn bestimmt einfach nur umgehauen hätte. Doch, als er zuerst das linke und dann das rechte Augen wieder öffnete, schnipste ihn der Wolf auf die Stirn und DAS, tat schön gewaltig weh.
„NATS!“, schrie Mika auf und klammerte sich am Bein des Wolfen fest. Diese Geste zu sehen, wie Mika um ihn besorgt war, nachdem er ihn DAS angetan hatte, ließ seine Laune in den Keller fallen.
„Passiert nicht wieder…“
Mika fing zu grinsen an und der Wolf, zeigte beim Grinsen die Reißzähne.
„Mika, Hator gibt dir drei Stunden, dann möchte er dein Bericht hören.“, das sagte ein Gepard, der hinter dem Thron hervorkam und eine gewaltige Narbe am Bauch und Brust hatte und Nio, fragte sich einfach, wie das der Gepard überleben konnte.
„Ok Argos! Was gibt es zum Abendessen?“, das war zu viel für Nio. Wie konnte Mika nur so gelassen sein, obwohl sein Leben auf dem Spiel stand, oder zumindest seine Eier. Auf diese Frage, die er sich selbst stellte, fand er einfach keine Antwort.
„Was Leichtes, weil es wohl länger sehr warm sein wird.“
„Ok!“, gab Mika zurück und sah nun zu den Wolfen namens Nats.
„Dürfen wir auf dein Rücken Nats? Ich meine, wir drei?“
„Oh nein! Der Bursche nicht! Ihr beide schon!“
Das passte sowieso, denn er hätte vermutlich nicht den Mut gehabt auf den Wolfen zu steigen. Aber als sich der Wolf nach vorne beugte und dann auf allen vieren war, und Mika und Aris auf ihn stiegen, fand er es schade es nicht tun zu dürfen. Denn, vielleiht hätte sich Mika an ihn geschmiegt, wie es Aris mit Mika tat, der hinter ihm saß.
Bei dem Gedanken, fing es schmerzvoll im Schritt zu pochen an.
„Willst du uns nicht zu dir nach Hause führen?“, fragte Mika unschuldig nach.
„Nein.“, gab er zurück und seine Kopfschmerzen wurden immer schlimmer.
„Daaaannn, wo wohnst du?“
„Echt jetzt? Wie Hartnäckig seid ihr denn bitte?“, sagte Nio und bereute es sofort, als der Wolf Nats wieder die Faust zu ihm schoss und ihn wieder Schnipste und das, verfehlt ganz knapp seine Eier und traf stattdessen nur den Schenkel.
„Beim nächsten Mal, verfehle ich nicht!“, sagte das der Wolf und Nio wusste, als ihm das Herz stehen blieb, dass der Wolf mit den glühenden roten Augen die Wahrheit sprach. Er hatte keine Wahl und deswegen, fügte er sich.
„Folgt… mir…“, verzweifelt, wie wohl Mika und Aris alles aufnehmen werden, wenn sie bei ihm zu Hause waren, zerbrach er sich den Kopf, wie er es ihnen am besten erklären konnte. Es war ein befreiendes Gefühl den Palast zu verlassen und dennoch, blieb er kurz stehen und sah hoch. Mehr denn je, wollte er dort in seinen Träumen als Prinz, oder sogar als Pharao leben.
„Worüber denkst du Nio?“, er wusste, dass er darauf Antworten soll, aber das war sein Traum, seine Wünsche, sein Ich.
„Nichts Mika.“, diesmal gab es kein Schnippen, stattdessen aber ein mitfühlendes Lächeln von Nats, was ihn noch mehr irritierte. Auf dem Weg nach Hause, hat er schon aufgehört nach Lösungen zu suchen und nahm es einfach hin, dass die beide alles sehen und erfahren werden, sofern sie die richtigen Fragen stellten.
Es dauerte nicht lange, bis er da war, weil sein Heim zwischen den Mark und den Palast lag. Doch zu seinem Bedauern, sahen sie alle was die Kinder auf die Mauer geschrieben haben. Doch zum Glück, fragte sie ihn nicht was es damit auf sich hat.
Als er feststellte, dass das Tor geschlossen war, noch immer, holte er seine Schlüssel hervor und schloss das Tor auf. Die Raptoren standen alle am Zaun und starrten ihn an. Als er sie sah, fing er breit zu grinsen an und ging auf sie zu. Mehr als freudig begrüßten sie ihn und es war schon fast so, als ob sie wirklich Angst um ihn gehabt hätte.
„Wieso sind hier so viele Raptoren?“, fragte Mika und als er zu ihm sah, steig der Kleine von Nats ab und kam zu ihm. Erschrocken fiel ihm ein, dass die Raptoren keine Besucher mochten und sogar zubeißen würden und er versuchte noch Mika daran zu hindern sie zu streicheln. Aber dann, hielt er inne, als sich die Raptoren von Mika streicheln ließen. Mehr sogar, sie schmiegten sich gegen Mikas Hand und Mika lachte freudig auf und sah ihn strahlend an.
„Ich und mein Vater betreiben eine Raptorenzucht. Wir verkaufen sie als Reittiere und morgen wäre der Markt offen für den Verkauf.“, sagte er dann noch mehr überrascht, nachdem auch Aris die Raptoren streicheln konnte.
Mika ließ bald von den Raptoren ab und wandte sich zu ihm.
„Schön ist es hier, wirklich Nio. Wo ist dein Papa?“
„Scheiße… er ist nicht hier.“, fluchte er leise und sprach es noch leiser aus.
„Was ist?“
„Nichts Mika… alles in Ordnung… wollen wir rein gehen?“
Aris sah sorgenvoll Mika an, der kurz zurücksah nach dieser Antwort.
„Ich warte solange hier, damit ihr ungestört bleibt.“, hörten sie alle Nats sagen, als Nio die zwei Jungs ins Haus führte.
„Fühlt euch wie zu Hause…“, sagte er beiläufig und setzte sich gleich ins Bett. Er sah, wie Mika und Aris sich den großen Raum ansahen. Sie sahen die Unordnung und das nichts zum Essen hier war. Sie sahen die schmutzigen Lendenschürze von seinem Vater, die leeren Wasserkrüge und die leeren Schränke. Auf den zwei Stühlen und dem Tisch, lag dicker Staub drauf und am anderen Ende des Zimmers, standen zwei Eimer, die schon längst entleert gehören und einen üblen Gestank verbreiteten. Zumindest roch es bei seinem Bett nicht danach, sondern nur nach Raptoren, weil er direkt unterm Fenster schlief.
Als Mika und Aris das alles sahen und rochen, kam Mika mit feuchten Augen und Aris mit einem sehr besorgten Blick zu ihm aufs Bett. Bestimmt würden sie nun bemerkten, dass er auf Stroh schlief, das auch schon übel roch, wenn man die Nase darin versank. Die Decke hatte viele Löcher, die sich Aris genau ansah und Mikas Finger glitten über die Stelle am Bettlacken drüber, wo er sich normal den Schwanz sauber machte, wenn er sich einen runterwedelte. Dann fiel Nio ein, dass es wohl in der Nähe seines Bettes wohl nach eingetrockneten Samen riechen müsste. Aber, sie wollte zu ihm und das ist sein Heim.
„Willkommen bei mir zu Hause…“, sagte er traurig und legte sich mit den Rücken zu ihnen hin. Jetzt würden sie nicht mehr seine Freunde werden wollen, nicht nachdem sie das alles sahen und rochen. Deswegen hat er sich hingelegt, weil sie nicht seine Tränen sehen sollen, sein schreckliches Leben ansehen sollen. Er hatte nichts und niemanden, nur seine Raptoren.
Doch dann, legte ihm jemand eine Hand auf die Hüfte und mit nassem Blick, sah er langsam auf. Es war Aris, der ihn mit Tränen in den Augen, einfach ansah. Aber Mika, sah sich noch immer geschockt um.
„Ja Mika… das ist mein Kack leben. Ich… wir besitzen nichts… haben nicht zu essen und zu trinken und muss jeden Tag alles stehlen, oder wie es mein Vater tut, schnorren, nur damit wir es nicht zurückgeben können. Zufrieden? Ergötzt du dich jetzt am Leid anderer? Ist das deine Rache von vorgestern? Komm schon! SAG WAS!!“
Mika sah ihn schockiert an, als er seinen kleinen Wutausbruch hinter sich hatte.
„Nein! Überhaupt nicht Nio! Ich… wenn man etwas sauber machen würde… etwas kehren würde… dann wäre es ein schönes zu Hause! Das war das, was… ich mir gedacht habe…“
„Wenn du mich jetzt belügst… dann bist du das größte Arschloch!“
Daraufhin sah ihn Mika trotzig und wütend an und Nio sah auf, als Mika aufstand und sich den Besen schnappte. Kurz darauf, gesellte sich auch Aris dazu und Nio konnte nicht glauben, was er sah. Aris und Mika, beide Prinzen, machten gerade das zu Hause von ihm Sauber, dass zu Hause vom Raptorenficker. Sie kehrten zuerst alles runter von den Möbeln, damit es auf den Boden landete. Dann kam der Boden dran, aber Aris warf das Handtuch. Der ging zu Nats nach draußen und fing mit ihm zu sprechen an. Der Nickte nur drauf und HÜPFTE, über die Mauer drüber und war somit verschwunden. Während Mika noch immer kehrte, kam Aris zu ihm, riss ihn am Arm vom Bett und schnappte sich die Bettwäsche, um dann auch noch die ganzen Lendenschürze zu nehmen und damit, das Anwesen zu verlassen.
Hartnäckig, kehrte und kehrte Mika in der Zwischenzeit, während er sich in die Ecke verkroch und völlig überfordert mit der Situation war. Einige Minuten später, ging das Tor auf und zehn Palastwachen kamen rein. Sein Herz rutschte deswegen in den Lendenschurz, doch dann, fing er fast zu weinen an. Die Palastwachen ließen draußen die Waffen und Schilde stehen, zogen sich bis auf den Lendenschurz aus und halfen Mika das Haus auf Vordermann zu bringen.
Und es kam noch schlimmer! Kurz darauf kamen zwei weiter Palastwachen durch das Tor geschritten und Nio sah, wie sie einen Karren voller Essen hinter sich gezogen haben und den Karren am Hof stehen ließen. Krüge voll mit eingelegten Gemüse und Obst. Frisches Obst und Gemüse, geräucherte Wurst, Schinken, Dörrfleisch und KÄSE, wurden am Balken oben aufgehängt und in die Regale verstaut, nachdem sie sauber gemacht wurden.
Und es kam noch dicker. Zwei Palastwachen kamen mit Wasserkrügen daher, die nur fürs Putzen waren und nun, nachdem Kehren, wurde alles saubergewischt. Die Eimer auf der anderen Seite, wo er sich normal jeden Morgen erleichterte, wurden davongetragen und wenig später sauber zurückgebracht. Aris kam dann mit drei Weibchen zurück, und sie alle trugen saubere Bettwäsche und Lendenschürze in den Händen. Frischs Heu wurde gebracht, draußen wurde die Mauer gesäubert und geschrubbt und dann, als es dunkel wurde, der Kamin angemacht. Sein Bett war komplett frisch und roch nach Lavendel, der Tisch ging über mit Essen und zum Schluss, wurde er gepackt und von zwei Palastwaschen ausgezogen und gewaschen worden. Das war ihm sehr peinlich, aber die Wachen verzogen kein keine Mime dabei. Dann kam der Gepard, kurz nachdem er fertig gewaschen wurde und sah sich alles an.
„Die Mauer muss noch gestrichen werden! Das Dach nicht vergessen und… ok, sieht gut aus!“
Nio war einfach nur fassungslos. Er erkannte sein zu Hause überhaupt nicht wieder. Und was mit Kehren von Mika und Aris anfing, war am Ende eine komplette Renovierung. Noch immer fassungslos, setzte er sich auf sein Bett, während Mika und Aris alles nochmals überprüften.
Aber dann bemerkte er, wie vier Stühle da waren und gerade als er das sah, ging ein letztes Mal das Tor auf und die Wachen im Hof verbeugten sich. Er aber, kroch zurück in die Ecke. Pharao Hator und Otto schritten in sein Heim und sahen sich um. Hator war so groß, so grazil und so wunderschön. DAS war sein Traummann, den er immer schon haben wollte. Doch Otto war auch mehr als heiß und er könnte sich jetzt nicht entscheiden, wem er zuerst vernaschen würde.
Doch am Ende gab es nur eine richtige Antwort und die war, beide!
Er sah zu, wie sich alle setzten und Aris und Mika setzten sich auf dem Schoß von ihren Vätern.
„Möge die Sonne unsere Speisen segnen.“, sagte Pharao Hator und preiste so das Abendmahl nach alter Tradition. Und dann, fingen Pharao Hator und Otto, Prinz Mika und Aris und Argos, zu essen an.
„Bursche, geh zu ihnen hin!“
Nio erschrak sich bis in die Knochen, als er das Geflüster hörte und dann zwei glühende rote Augen sah. Gleichzeitig kam aber auch ein Schmatzen von dort und er traute sich, zum Fenster zu kriechen. Als er runter sah, saß Nats im Schneidersitz und aß einen riesigen Berg von Früchten und Käse.
Sein Magen knurrte laut und das Wasser lief ihm in der Schnauze zusammen.
„Geh schon!“, flüsterte der Wolf wieder, aber Nio hatte nicht die Eier dazu und deswegen, biss er sich auf die Lippen und versuchte aus dem Fenster zu klettern.
„Argos, der Bursche versucht zu fliehen, wieder einmal!“
Er pisste sich fast in die Hose, als er sah, dass Pharao Hator ihn genau ansah und dann, Mika vom Schoß ließ, um selbst aufzustehen. Nio konnte nicht anders, als zu wimmern und sich aufs Bett wieder fallen zu lassen. Es war einfach alles zu viel. Zu viel Arbeit. Zu viel schmerz. Zu viel Verantwortung und zu viel Güte gewesen für einen Tag.
Wie ein Damm brach es aus ihm heraus und er fing leise zu weinen an. Und er erwartete nun das schlimmste. Aber es kam alles anders. Stattdessen wurde er aufgehoben und durch seine tränennassen Augen sah er, dass er zum Tisch getragen wurde. Kurz sah er hoch und Pharao Hator sah gelassen, aber streng, geradeaus. Dann am Tisch, wurde er runtergelassen und im nächsten Augenblick sah er runter auf Pharaos Hator Bein, dass zwischen seinen Beinen war und auf dem er nun saß. Auf das andere Bein, setzte sich Mika wieder rauf und schweigend, fing Pharao Hator zu wieder essen an und Mika, grinste ihn an, bevor auch er wieder zu essen begann.
Doch Nio, traute sich nicht vom gleichen Teller zu essen, wie der Prinz und der Pharao. Und zu allem Überfluss, knurrte darauf auch wieder sein Magen. Deswegen, bewegte er sich nicht, zog keine Aufmerksamkeit auf sich und sah einfach nur runter auf dem Boden, der jetzt so sauber wie, wie noch nie war. Es dauerte fast eine Stunde, bis jeder mit dem Essen fertig war und sie sich leise unterhielten, aber keiner mit ihm. Dennoch, in der Zeit durfte er etwas machen, was er sich nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Er durfte in der ganzen Zeit, Pharao Hator riechen. Und dieser Duft, verzauberte ihn.
Dann war das Essen vorbei und sie beide wurden sanft runtergelassen.
„Mika, Aris. Ich lasse zwei Wachen hier, die euch dann später nach Hause begleiten werden. Schaut das es nicht zu spät wird, ok?“
„Ok Paps!“, rief Aris und winkte mit beiden Armen und Mika, ging zu Pharao Otto und umschlang ihn kurz, um danach zu Pharao Hator zu gehen, um ihn auch zu umarmen und ein gehauchtes danke zu sagen. Argos der Gepard gab den zwei Prinzen einen sanften Kuss auf die Stirn und sagten den beiden: „Schaut das ihr nicht zu lange wach bleibt und ich bleibe wach, bis ihr kommt.“
Als die zwei Pharaonen weg waren, machte Mika ein Teller noch voll, bevor der sich an die Wachen wandte.
„Haut rein und guten Appetit!“
Nio zog sich rückwärts zurück. Schleichend ging er zu seinem Bett und zog sich in die Ecke zurück. An die 20 Palastwachen aßen sich völlig pappensatt, tranken das frische Wasser, schnitten den frischen und reifen Käse und brachen das Brot, um das an jeden zu reichen der da war.
Nio hatte genug, er musste raus.
Schnell stand er auf und sprang aus dem Fenster und, lief an den Riesenwolf Nats vorbei. Panisch sah er sich um, aber er konnte nicht über die Mauer Hüpfen wie dieses Ding. Er konnte nicht durchs Tor verschwinden, weil dort die Wachen standen. Es blieb ihm nur noch eine Möglichkeit, nämlich sich bei den Raptoren zu verstecken, bis alles vorbei war.
„NIO? WO BIST DU? NIO!“, rief Mika immer und immer wieder, aber er wollte sich nicht zeigen, nicht jetzt, wo er so schwer weinte.
„Er ist dort hinten bei den Raptoren!“, hörte er Nats sagen und gleich darauf, rannte wer. Und dann, machten die Raptoren Mika Platz, die zuvor um ihm standen und ihn anstupsten. Mika setzte sich vor ihm in den Dreck und er konnte nicht anders, als langsam aufzusehen.
Er wusste, dass er heulte wie ein Baby, aber er wollte jetzt nur eins wissen.
„Wieso Mika… *Schluchz*… wieso TUST du das für MICH!“
Mika grinste breit und sagte etwas, was ihm nur noch lauter zum Weinen brachte.
„Weil doch sowas Freunde füreinander machen, oder?“
Das sie sowas für ihn machen würden, hätte er nicht geglaubt. Und sie wollten sogar nichts dafür haben, was es noch unglaubwürdiger machte. Deswegen und weil seine Raptoren für ihn da waren, hörte er gleich zu weinen auf und starrte stattdessen Mika an, der ihn, wieder einmal überraschte, indem er ihn den Teller voll mit Köstlichkeiten hinhielt.
„Was willst du von mir, Mika? Willst du wirklich mein Freund sein? Ich überrede kleine Jungs mir einen zu blasen, oder dass sie sich bücken sollen, damit ich sie vögeln kann! Ich bin bekannt als der Raptorficker! Willst du wirklich mit so einem befreundet sein?! Mach dich doch nicht lächerlich als Prinz! Lass mich doch einfach in Ruhe, oder vögle mich durch, damit wir quitt sind!“
Mika zog den Teller langsam zurück und Nio schrie „SCHEIßE!“ und beschmierte sich das ganze Gesicht mit Raptorscheiße, als er die Hand aufs Gesicht drückte, weil Mika langsam und leise, traurig zu weinen Anfing.
„Mika! Ich bin es nicht Wert dein Freund zu sein! Also häng dich nicht an meinen Rockzipfel und lass mich einfach in Ruhe. Sie sollen von mir aus mir mit dem Hammer den Schwanz und die Eier zu Mus hauen, sofern du mich dann in Ruhe lässt!“
Weinend sah Mika vom Teller zu ihm auf und es brach ihn tatsächlich das Herz, wieder einmal, ihn so zu sehen.
„Bin… ich… es nicht Wert? Bin ich nichts… wert?“
Darauf, fing Nio ebenfalls wieder zu weinen an. Schluchzend bewegten sich bei ihm die Schulten dabei, weil er es nicht glauben konnte, weil er sein Glück nicht fassen konnte und deswegen, es von sich stieß.
„Doch Mika… du und Aris… seid mir mehr wert als ihr euch vorstellen könnt.“, konnte er dann nach einigen Minuten sagen, nachdem er sich etwas beruhigen konnte und nur noch die Tränen flossen, während er nach rechts zu seine Raptoren starrte, die auf dem Bauch lagen und sie beide genau beobachteten.
„Dann… wieso? Wieso stößt du dich von mir… weg? Bin ich wirklich dick? Bin ich… ich… nicht gut genug… als Freund?“
Er konnte nicht Mika anschauen, weil er sonst nachgegeben hätte. Doch wieso hörte er dann nicht auf seinen Bauch, auf sein Herz. Das tat er sonst immer, wieso nicht jetzt, fragte er sich. Doch dann wusste er es. Es war einfach zu schön um wahr zu sein und genau deswegen, konnte er all das keinen Glauben schenken. Es war nicht hart verdient und er musste nicht den ganzen Tag dafür schuften. Stattdessen, wurde es ihm in den Schoß gelegt und alles in ihm sagte, nimm es doch einfach. Doch genau deswegen, konnte er es nicht nehmen. Weil er es nicht verdient hat.
Es gab nur eines, was ihn überzeugen würde.
„Mika, jetzt ganz ehrlich, keine Lügen oder sowas. Ich brauche jetzt eine ehrliche Antwort von dir, ok?“
„O-Ok…“, schluchzte Mika im Weinen und Nio stand wieder kurz davor ebenfalls schluchzend zu weinen.
„Was… wollt ihr von mir?“, das war die Frage und er brauchte eine ehrliche Antwort.
„Deine Freunde sein… Nio. Ich und Aris…*Schluchz*… wir drei… nur Freunde…!“
Leicht lachend, vergoss Nio ein paar Tränen, bevor er sich dann nach vorne beugte und anfing das Essen zu essen, das völlig versalzen von Mikas Tränen war. Und während er aß und seine Schnauze voll war, grinste er Mika kurz zu, der nun etwas überrascht ihn ansah.
„Freunde machen doch sowas, oder?“
Das Kind, dass es gar nicht geben dürfte
Eine halbe Stunde später, nachdem er und Mika sich gewaschen haben, standen sie mit Aris am Zaun beim Raptorgehege. Für Nio fühlte sich das Fremd an zwei Freunde zu haben. Sowas hatte er noch nicht und bis jetzt glaubte er, dass er es auch nicht brauchte.
Doch jetzt, kribbelte sein Bauch vor Freude und das lag nicht nur daran, dass ihn Aris und Mika mit dem Armen leicht an den Ellbogen berührten. Sondern daran, dass sie einfach zusammen die Zeit miteinander abhingen. Natürlich unter den wachsamen Augen von Nats, was ihn aber nicht mehr so stört.
„Wieso züchtet ihr eigentlich Raptoren und keine Pferde?“, fragte ihn dann Mika nach so langer Zeit der stille.
„Weil Raptoren billiger sind, obwohl sie teuer sind.“
„Hä? Wie soll das gehen?“
„Ganz einfach. Wir können uns kein Weideland leisten, das ist viel zu teuer. Deswegen züchten wir Raptoren, aber die essen Fleisch und Innereien. Das können wir uns leisten, aber am Ende jeden Monats… sind wir ziemlich pleite. Und… wenn wir dann nicht einen Monat einen Raptor verkaufen…“
„Dann habt ihr nichts, oder?“
„Ja… dann müssen wir selbst Raptoren schlachten, um damit die anderen zu füttern.“
„Das ist…“
„Schrecklich? Ja, das ist es…“
„Nein! Das ist sehr traurig! Du kümmerst dich doch so lieb um sie und sie vertrauen dir und du bist ja selbst ein Raptor… das… macht mich traurig… sehr sogar.“
Mit der Zunge leckte sich Nio über die aufgeschlagene Lippe und sah sich seine Tiere an. So wie es Mika sagte, hörte sich das wirklich sehr traurig an.
„Wo ist dein Papa?“, fragte Aris, um ein anderes Thema einzuschlagen, glaubte Nio, aber das war noch ein schlimmeres Thema.
„Er schnorrt für sich Essen und Wein bei den anderen Tierhändlern.“
„Und du bekommst nichts?“, schoss es gleich von Mika und Nio schüttelte gleich den Kopf.
„Ich kann für mich selbst sorgen. IHN brauch ich dafür nicht.“
Schwer zuckte er zusammen, als Aris seinen Arm umschlang und ihn traurig ansah.
„Willst du mich anbaggern?“, sagte Nio reflexartig und sagte gleich darauf „Tschuldige…“. Und im nächsten Moment bereute er es überhaupt die Schnauze aufgemacht zu haben, weil sich Aris gleich zurückzog und einen Schritt von ihm entfernte. Als Mika das sah, ging der gleich zu Aris, um sich bei ihm mit dem Arm, am Arm einzuhaken.
„Hey, ich sagte doch, dass es mir leidtut, also bitte, kein Weinen mehr. Wir haben für heute schon genug geweint und ich, genug für mein ganzes Leben.“, sagte er vorsichtshalber gleich, bevor doch noch Tränen fließen. Jedoch hat er Mika wieder einmal unterschätzt, denn der, grinste breit in seine Richtung. Und deswegen, konnte er dann auch wieder lächeln.
„Du bist mir echt ein Rätsel Mika. Entweder weinst du, oder du grinst wie blöd. Wenn wir uns nicht schon kennen würden, dann würde ich dich glatt anbaggern, ohne scheiß, ich würde den ganzen Tag dich überreden versuchen, dass du dich bückst und ich dich vögeln darf.“
Mika fing noch breiter zu grinsen an und das, ließ Nio das Blut vor Lust zu kochen bringen. Fast schon im nächsten Moment, war er hart wie Stein.
„Machen wir es so, du sagst uns was mit deiner Mutter ist und ich denke darüber nach, Ok?“
Im nächsten Moment wurde sein Schwanz wieder wie Pudding und seufzend, legte er den Kopf auf den Zaun.
„Machen wir es so Mika. Wenn ich dir DAS verrate, dann sind wir noch immer Freunde, ok?“
„Darf ich das ändern, nur geringfügig?
„Grünggg-was? Was soll das wieder bedeuten?“
„Ähm… machen wir das anders. Wenn du es und verrätst, was mit deiner Mutter ist, dann sind wir Freunde und ich möchte, dass du dann über Nacht im Palast schläfst.“
Das war ein super Angebot, glaubte Nio zumindest und obwohl er auch glaubte, dass da ein Haken war, so sagte ihm sein Bauch: „NIMM DIE SCHEIßE AN!“
„Ok, aber verratet es NIEMANDEN, ok?“, beide nickten und zum ersten Mal überhaupt, erzählte er von seiner Mutter. Er führte sie beide zum Einzelgehege und zeigte dort rein.
„Das ist meine Mutter.“, komisch, er dachte sich, dass er sich schämen würde, wenn er jemanden einmal davon erzählen würde. Und was noch viel komischer war, wie Ihn beide Jungs völlig verdattert ansahen und dabei noch zu grinsen anfinge.
„ECHT JETZT!“, schrie Aris und es schien, als ob der Junge gleich auch noch die Fassung verliert. Doch Mika sah dann nachdenklich ins Gehege und Nio, lehnte sich neben ihn auf den Zaun an, um in sein Gesicht zu sehen.
„Mika, ich bin ein Kind das es überhaupt nicht geben sollte, schau jetzt nicht so traurig.“
Eigentlich hätte er gedacht, dass er von Mika getröstet werden sollte, doch stattdessen musst er ihn trösten und infolgedessen, wurde Mika für ihn ein Mysterium. Doch auch wenn es so war, fühlte es sich befreiend an mit jemanden offen sprechen zu können.
„DU BIST EIN WUNDER-WUNDERKIND NIO!“, schrie jetzt Aris völlig aus der Fassung und hatte beide Hände auf dem Kopf. Daraufhin schüttelte Nio nur den Kopf und wandte sich wieder Mika zu, Mika war zu still und nachdenklich und am liebsten würde er ihn in den Kopf schauen, um zu wissen worüber er nachdachte. Doch dann gab er nach und sah zu seiner Mutter. Sie war ein einfacher Raptor in Weiß und Rot, die von seinem Vater gevögelt wird, der ein Drachen war. So einfach ist das für ihn und dennoch, hat er sich dieser Tatsache nicht zu stellen getraut.
„Dann… warst du nicht gewollt, oder? Ascardias… Zauber hat dich so auf die Welt gebracht, liege ich da richtig?“
Auch dieser Tatsache hat er sich nie gestellt und wurde nun von Mika dazu gezwungen. Aber wenn er das hinter sich bringt, dann hat er alles hinter sich gebracht. Dennoch seufzte er, als er sich umdrehte und mit den Ellbogen am Zaun abstützte.
„Mein VATER… sagte mir… dass ich eines Tage von ihr geboren wurde. Ich lag einfach im Gehege da und schrie und weinte. Ja Mika… mein Vater ist der Raptorficker, nicht ich, obwohl mich jeder so bezeichnet. Und ja, ich bin nicht gewollt auf die Welt gekommen und jeden Tag, lässt mich das mein Vater spüren. Wenn er einmal da ist, dann ist er nicht bei ihr. Ich darf schuften und er darf vögeln. So war das immer und wird es auch immer sein.“
„Das… ist schön…“
„Pff! Was soll daran schon schön sein? HÄ??“, Nio wäre fast explodiert, hielt sich aber im letzten Moment zurück, weil sich Mika schon erklären wollte.
„DU! Du bist auf die Welt gekommen. Es ist egal wie du gezeugt wurdest, doch zumindest… wurde du durch liebe gezeugt. Und nun… sind wir Freunde!“
Mika fand irgendwie immer die passenden Worte um ihn zu brühigen und sogar zum Lächeln zu bringen.
„Ja… liebe war bestimmt dabei bei meinem Vater.“
Dann sah er, wie Aris Mika mit den Ellbogen anstupste.
„Was ist denn?“, wollte Nio wissen und wandte sich den beiden zu.
„Es ist Zeit, Nio. Wollen wir los?“
Von einem Augenblick zum nächsten, fing sein Herz zu rasen an. Er schluckte schwer vor Nervosität, als Mika und Aris zu Nats gingen, der schon bereit für den Ritt war. Seine Hände zitterten, als er sich von den Raptoren verabschiedete, seine Beine waren weich, als er das Tor hinter ihnen schloss und seine Kehle wurde ganz trocken, als ihn Mika die Hand reichte. Und dann, saß er auf Nats und hinter ihm waren Mika und Aris. Bevor es losging, schlang Mika beide Arme um seinen Bauch und dieses Gefühl, wie ihn einfach wer festhielt, ohne die absicht zu haben ihn zu schlagen, verursachte bei ihm ein Schluckauf.
Noch nie hat er sowas gehabt, noch nie hat er wegen der Nervosität einen Schluckauf bekommen und doch, hickste er alle paar Sekunden. Den anderen schien das nicht zu stören, aber ihm schon. Er wollte nicht so in den Palast kommen, von wo man so viel gehört hat. Man sagt sich, dass der Palast ein Tempel der Lust war. Wo beide Geschlechter alles bekamen, was sie sich nur vorstellen konnten und er hat schon mindestens vier Tage niemanden gevögelt, was an sich schon traurig war.
Die Stadt war groß, es lebten mehrere Zehntausende Leute hier und davon, waren tausende Jungs, und davon, sichere hunderte schwule Jungs, oder die, die es einmal ausprobieren wollten. Aber um den Markt hat er schon jeden angebaggert und es war schon schön und heiß gewesen in den letzten Jahren. Doch von Jahre zu Jahr nahm es immer weiter ab, seine Vögelei.
Und nun kam es noch dazu, dass er mit Mika und Aris in den Tempel der Lust auf einem großen schwarzen Wolfen ritt. Mal abgesehen das sie jetzt die Tempelwache begleitete, die noch vor paar Stunden versucht hatte ihn zum Eunuchen zu machen.
Die Welt war komplett verrückt und doch, war sie noch immer die gleiche. Vielleicht sieht er es deswegen so, weil er einen kurzen Einblick in Mikas Welt bekam.
Die Tore gingen abermals auf und er ritt diesmal voller Vorfreude in den Palast. Schon fast hat er die Panik und die pure Angst vergessen, die er vorher hatte, als er das letzte Mal hier war. Der Thronsaal war schwach beleuchtet und nun, durfte er sich den Prunk, die Schönheit und die Eleganz anschauen, die zur Schau gestellt wurde. Kostbare und Einzigartige Wandmalerei. Der Marmorboden, der so fein verarbeitet wurde, dass man fast sein Spiegelbild sah. Die Säulen, die für ihn bis in den Himmel ragten. Der Thron, von wo man über das gesamte Reich herrschte und wo man einfach über alles stand. Wer auf diesem Thron sitzt, dessen Worte sind die eines Gottes.
Deswegen, musste er von Nats runterspringen. Er musste die zehn stufen hinauflaufen und er musste und konnte endlich, sich breitbeinig auf den Thron setzten. Mit dem Finger fuhr er die Steinerne Armlehne entlang, wo so viele Pharaonen es berührt haben. Er saß auf dem Thron und stellte sich vor, dass er nie wieder die Scheiße von der Wand abkratzen musste, sondern, es einfach jemand anders überließ, auf seinen Befehl hin.
Er stellte sich vor, wie alle vor ihm standen und sich dann verbeugten. Wenn er, dass seinen Vater sagen würde, er würde ihn nicht glauben. Ihm kamen fast die Tränen, als Aris zu ihm raufging und sich einfach neben ihm auf dem Thron zwängte. So saßen sie kurz nebeneinander und sein Schluckauf wollte nicht aufhören.
Mika nickte dann den Wachen zu, die jetzt zu Pfote gingen, die gleich zu ihnen hinaufgingen und sie beide dann einfach über die Schulter warfen. Achtsam wurden sie wieder auf Nats abgesetzt und egal was er für eine Strafe jetzt bekäme, es war es Wert. Als sie den Thron passierten, konnte er einen Blick neben dem Thron erhaschen, wo ihm die Augen fast rausfielen. Es waren sehr wahrscheinlich die Palastwachen, die dort feierten. Es war eine Feier, wo kein Kind jemals hingehen durfte und nachdem sie den Raum passierten, folgte ihnen die erotischen Geräusche aus dem Raum, das sehr wahrscheinlich, der Traum von allen war.
Hinter dem Raum, bewacht von vier heißen Schakalpalastwachen, nahmen sie eine Treppe rauf und der Platz, der dann vor ihm sich auftat, war eine Enttäuschung. Man konnte sagen, dass es eine reine Baustelle war. Alles war halbfertig, überall lagen Steinquader herum, zwar aufgeräumt und gestapelt, aber dennoch, waren sie der Blickfänger. Drei kleine Steinhäuser, oder Räume, waren auszumachen, wo die Mauer einen halben Meter hoch waren, höchstens. Überall lagen Planen herum, vermutlich damit die Arbeiten den Boden nicht beschädigten.
Und mitten im Halbdunkel, war ein großer runder Tisch.
„Ihr seid endlich da, der Sonne sei Dank!“
Der Riese Nats blieb stehen und Mika und Aris rutschten plötzlich runter und Nio wusste nicht so genau, ob er das auch tun sollte. Doch dann richtete sich Nats auf und gleichzeitig schlangen sich dessen vier riesige Finger um seinen Brustkorb und er wurde hochgehoben. Mit nur EINER Hand wurde er hochgehoben und schwebte für paar Sekunden über den Boden, bis er sanft runtergelassen wurde. Es klackte laut, als sein großer Zeh den Boden berührte und er im Halbdunkeln Aris und Mika ausmachte.
„Wir bleiben noch etwas wach, weil wir Nio den Palast zeigen möchten.“, befahl Mika mehr als er es sagte und Nio, zitterte am ganzen Körper und Hickste ununterbrochen, wegen seines verdammten Schluckaufs.
„Gut, aber bitte nicht lange und, ich warte auf euch solange im Zelt.“
„Wir brauchen nicht lange Argos.“, hörte er Aris sagen und Mika und Aris kamen gleich zu ihm. Mit einem „Komm!“, wurde seine Hand von Aris gepackt und Mika führte sie herum.
„Es wird hier noch umgebaut. Abe wenn es fertig ist, dann werden wir alle in einen großen Raum schlafen, wo wir dann auch gemeinsam essen werden.“, fing Mika zu erklären an und zeigten ihn erst einmal die Baustelle. Als er das aber hörte, verstand er was er sah. Der grobe Umriss für diesen Raum war schon da und er konnte sich recht gut vorstellen, wie die Familie darin wohnt und lebt. Als nächsten gingen sie wieder zu der Treppe, passierten einige schlafende Pfauen und ließen die Wachen zurück. Alles wurde ihm gezeigt, von der Speisekammer, die Küche, die Quartiere der Diener von Hator, bis hin zu den Quartieren der Familien der Diener. Kurz blieb Mika vor einer Vorhand an einem Eingang stehen und sah nachdenklich drein, bevor es weiterging. Ihm wurden die Räume gezeigt, wo Mika und Aris mit ihrem Lehrmeister die Lehrstunden abhalten werden. Dann noch die Ministerstube, wo das Land eigentlich regiert wird und dann noch die Archive. Das beeindruckten ihn am meisten. Es war ein riesiger, riesiger Raum, mehr als 14 Meter hoch und ewig lang. Und überall sah man Pergamentrollen, Bücher, Skizzen und Karten schön gestapelt oder geordnet. Ihm blieb dabei wirklich die Spucke weg.
Jedoch, gegen eines konnte er nicht machen, einfach gar NICHTS. Die Dienerquartiere, und in den der Familien, ging es teils so heiß zu, dass sein ganzer Körper alles Blut zwischen die Beine leiten ließ. Und er wurde rumgeführt mit einem Ständer, den er normal nur in der Früh hatte. Zusätzlich zum Schluckauf.
Jedoch, hatte er glück und überall war es höchstens halbdunkel und somit, sahen es die zwei nicht, die ihm herumführten. Dann war die Führung vorbei und was er jetzt vor die Augen gesetzt bekam, war das Allerschönste überhaupt. Sie standen vor dem Thronsaal auf einen kleinen Platz und an der Brusthohen Brüstung, sahen sie hinab auf die Stadt die immer lebte und in alle Himmelsrichtungen ging. Von hier aus, nahm die Stadt kein Ende.
Es war ein Lichtermeer. Man sah am Horizont von den Sternen beleuchtet die Berge. Man sah den langen und großen Fluss, wo die Stadt drumherum gebaut wurde. Von hier aus, konnte er nicht einmal seine Raptorzucht ausmachen. Von hier aus, wirkte alles so klein und unbedeutend. Und, er konnte sich nicht Sattsehen dabei.
„Wisst ihr… fast täglich… stand ich unten beim Palast und sah hoch… Nun stehe ich hier und schaue runter…!“
„Ja, ich und Mika stehen hier jeden Abend mit Argos, Nats und Neret. Manchmal bis zu zwei Stunden.“, flüsterte Aris, um den Zauber nicht zu brechen, wann immer man in der Nach hier stand und sich die Stadt ansah.
Die Zeit hatte hier keine Bedeutung und deswegen standen sie lange hier und schwiegen, weil es das Einzige war, was Bedeutung hatte.
„Ich habe genug gewartet, jetzt kommt, Zeit Schlafen gehen!“, Nio hüpfte fast vor Schreck auf, als er die Stimme von diesen Argos hörte und dabei, verschwand auch sein Schluckauf. Mika und Aris ließen eine „Menno…“, raus, als Argos jeweils eine Hand auf ihre Schulter legte. Nio sah zu, wie sie davongeführt wurden und sein Herz raste jetzt nicht nur, weil er sich so erschrocken hat.
„Komm Nio, du auch, es ist Zeit fürs Bett.“
„Und wie es Zeit dafür ist!“
Dachte er sich das insgeheim und er wurde wieder stocksteif. Gleichzeitig, weil er heute Morgen keine Zeit hatte sich einen runter zu wedeln, fingen auch noch seine Eier zu pochen an und, es wurde glitschig unterm Lendenschurz.
Er folgte ihnen durch den Thronsaal, die Treppe rauf und quer über den Platz. Hinter einem halb abgebauten Raum, ging eine breite Treppe runter auf einen Platz, wo in der Mitte ein großes Becken war. Das Wasser glitzerte und spiegelte die Sterne wider.
Auf diesen Platz, standen zwei große Zelte und ein Tisch und war relativ gut beleuchtet durch die vier Kohlepfannen. Sie gingen die vier Stufen runter und Nio bekam wieder etwas zu Gesicht, das ihm dem Atem raubte.
Es war der Ozean und rechts der Hafen, der endlos wirkte und wo dutzende riesengroße Schiffe ankerten, oder darauf warteten, einen Platz zu bekommen. Und er sah überall Schiffe, die Wegsegelten, oder den Hafen als Ziel hatten, auf dem Ozean.
Sie wurden in das linke Zelt geführt, wo es schön warm war und wo ein wirklich schönes und GROßES Bett war. Der große Nats und ein weiterer Wolf lagen schon im Bett. Jeweils links und rechts an der Bettkante lagen sie und hatten schon die Augen geschlossen, somit war nur noch Platz in der Mitte, zwischen den zwei Giganten.
Und genau dazwischen, legten sich Mika, Aris und Argos hin, nachdem sie aufs Bett gekrochen und dann sich unter die Decke verkrochen haben. Mika lag zwischen Argos und Nats und somit, war nur noch Platz für ihn zwischen Aris und Argos.
Sein Herz drohte in Fetzen gerissen zu werden, weil es so raste, als er dann auch aufs Bett und zu seinem Platz kroch. Es war heiß unter der Bettdecke und es roch auch so geil nach Männchen darunter, dass er am liebsten gleich die Nase unter der Decke haben wollte.
Er legte sich mit dem Rücken auf Bett nieder, weil er sich nicht traute auf die Seite zu legen und entweder Aris, oder diesen Geparden Argos in die Augen zu schauen. Doch dann legte sich eine Hand auf seine Brust und sie war groß, somit musst sie die Hand von Argos sein. Und es bestätige sich gleich, als er auch noch seine Stimme hörte, die leise zu ihm flüsterte.
„Mach einfach die Augen zu und schlafe dich aus, Nio. Es wird ein schlaf werden, wo du dich ungestört erholen darfst. Und erwarte nicht, dass noch irgendetwas passieren wird, wenn du mich verstehst.“
Nio dreht den Kopf etwas nach rechts und sah in Argos wunderschöne braune Augen.
„O-Ok…!“, gab er flüsternd zurück und schloss die Augen.
Aber schlafen konnte er überhaupt nicht. Die Minuten vergingen, die vielleicht schon zu Stunden wurden. Aris drehte sich um, legte eine Hand und ein Bein auf ihm und er spürte plötzlich die Hitze, die von dessen Lenden auf sein Becken strahlte. Argos drehte sich um und der Hintern von den Geparden drückten von der anderen Seite gegen sein Becken.
Es ging nicht anders. Um schlafen zu können, musste er sich JETZT, einen runder wedeln. Langsam und leise glitte seine Hand runter, über Aris Bein, dass nun um seine Hüfte lag und als er den Stoff zur Seite schob, musste er breit zu grinsen anfangen.
Als er anfing, musste er sich mit der anderen Hand die Schnauze zuhalten, sonst hätte jeder sein Stöhnen gehört. Er versuchte, dass das Bett nicht erzitterte und er spreizte leiht die Beine. Er hielt den Atme an, rollte mit dem Augen und versuchte sich nicht so zu verkrampfend. Doch es war vergebens und deswegen, hob sich sein Oberkörper verkrampfend vom Bett, während er in das schönste Gefühl eines Männchens, hineintauchte.
Es dauerte lange, bis er wieder zu Atem kam, nachdem er aufs Bett gefallen war. Er hat wirklich eine Sauerei auf sich hinterlassen und wie immer, wischte er sich den eigenen Samen über den Körper. Doch leider, hat auch ziemlich viel Aris Bein abbekommen und ihm fiel nichts anderes ein, als auch über das Bein sein Samen zu verteilen, damit es schneller trocknete. Doch dabei, bewegte sich Aris etwas und schmiegte sich dann an ihm ran. Und das war nicht das Einzige, was gegen ihn drückte.
Nio konnte, wenn er es gewollt hätte. Spielend leicht hätte er mit der Hand unter Aris Bein gleiten lassen könnten und dann, daran entlangfahren können, bis er das in der Hand hatte, was gegen ihn gedrückt wurde. Abe er wollte schlafen und sollte es auch. Wenn es morgen wird, dann muss er los und seine Raptoren zum Markt bringen, sonst hätten sie kein Geld, wenn er nicht einen verkauft, um Futter kaufen zu können.
Doch so, konnte er unmöglich schlafen. ES-WAR-NICHT-MÖGLICH!
Und weil es unmöglich war, musste er aus diesem Bett raus. Er brauchte einen klaren Kopf und nicht heiße Körper um ihn und, auf ihm. Er drückte Aris Bein von sich und das führte dazu, dass sich Aris umdrehte und er nun einen freien Weg hatte. Unter der Decke kroch er mit den Beinen voraus vom Bett und fiel dann kaum hörbar auf den Po.
Nachdem er aufstand, sah er sie alle kurz beim Schlafen zu und, er dachte sich, dass er irgendwie nicht dazu passte. Er gehörte nicht zu ihnen, er gehörte nicht der Familie des Pharaos an. Und somit, gehörte er auch nicht in dieses Bett. Obwohl es weich und warm war und wo man eigentlich nie alleine schlief. Beim Rausgehen aus dem Zelt, roch er was auf seinen Körper war. Er spürte jeden Hauch, weil er ganz nass war und er spürte, dass seine Eier nicht mehr pochten.
Zufrieden seufzte er vor dem Zelt, weil sein Orgasmus schon fast so geil war, als hätte er wem gevögelt.
„Nio? Du bist noch wach? Das passt gut, denn ich muss mit dir sprechen!“, er zuckte fast zusammen, als er die Stimme des Pharao Hators vernahm. Schwer schluckend, sah er nach links, wo der Pharao am Tisch gemütlich im Schneidersitz saß und eine Wasserpfeife genoss. Und der Pharao war nicht alleine. Auf dessen Schoß, saß breitbeinig eine grüne Echse mit Federschmuck und das erinnerte ihn sofort an Aris. Eine Decke war um ihre Hüften geschlungen und es verdeckt wirklich nur das nötigste. Die Echse, schmiegte sich mit der Brust an Pharao Hator an, küsste ihn mit den Lippen am Hals, glitt mit der Zunge fast runter zur Brust, um dann wieder rauf zu fahren. Und dabei, hatte Pharao Hator die Hand auf dessen Rücken, knapp über dem Po, der verdeckt war von der Decke.
Wenn er sich nicht schon einen gewedelt hätte, dann würde er gleich zurückgehen, um es zu machen und dabei, würde er sich DAS vorstellen. Es war so erotisch, dass er schon langsam wieder hart wurde.
„Na komm Nio, du kannst auch im Sitzen starren und mir zuhören.“, als ihm klar wurde, dass er starrte und das ihm der Pharao darauf aufmerksam gemacht hatte, ging sein Blick sofort wieder runter und leise sagte er: „Scheiße!“
Denn, als er runter sah, sah er seinen ausgebeulten Lendenschurz. Und wenn er es sah, dann sah es auch der Pharao. Aber er konnte nicht einfach weggehen, denn dann werden seine Eier wirklich zu Mus gemacht. Also ging er zum Pharao hin und stellte sich der Tatsache, dass er mit einem Ständer zu ihm ging.
„Setz dich.“, hörte er ihn sagen und sogleich, setzte er sich auf einem Polster vor den Pharao hin. Zeitgleich, schnappte er sich eine Decke die neben ihm war und verdeckt sofort den Schritt damit. Dann erst, sah er auf und der Pharao mit seinen goldenen und strahlenden Augen, starrte ihn an.
Er konnte nicht lange in die Augen schauen, weil es so wirkte, als ob sie in seine Seele schauten. Deswegen sah er sich die Echse an, die überhaupt nicht Notiz von ihm nahm.
„Das ist Pilas, Aris größerer Bruder.“, sagte der Pharao und dabei, glitt die Hand am Rücken runter und entblößte den runden, knackigen und nassen Po von Aris Bruder.
„Er ist ein strammer…!“, die Hand des Pharaos klatschte Pilas auf den Rücken.
„… knackiger…!“, die Hand klatschte auf den linken Pobacken.
„… williger…!“, die Hand klatschte auf den rechten Pobacken.
„… und geiler Bursche…!“, die Hand glitte unter die Pobacken runter und verschwand in der Dunkelheit und gleich darauf, hörten sie ein erotisches und lustvolles leises fauchen. Pilas drückte die Oberen Zähne in Pharao Hators Hals, während die Zunge an Ort und Stelle leckte und der Sabber am schwarzen Körper runterglitt. Nio sah am Handgelenk des Pharaos, das der die Hand bewegte und kurz drauf, kam die Hand wieder hervor, diesmal feucht und sie glitt zwischen den Pobacken entlang, die weit gespreizt waren und der Pharao fing die nasse, zuckende und willige Rosette mit den Fingern zu streicheln an. Er sah den schwarzen Fingern zu, wie sie immer fester über die Rosette fuhren. Vielleicht waren es Minuten, wo er einfach zusah und sich einfach nicht sattsehen konnte, bis dann der Zeige und Mittelfinger, die Rosette spreizten und in Pilas verschwanden.
PIlas stöhnte leise auf und Zeitgleich, hob Pharao Hator mit der anderen Hand die Decke hoch und verdeckte wieder das Schauspiel vor seine Augen. Erst als er die Stimme seines Herrschers hörte, sah er hoch und er sah ihn grinsen.
„Mein Pilas…“, fing Pharao Hator zu sprechen an, nachdem er Pilas einen sanften Kuss auf die Wange gab.
„… steht eigentlich nicht auf Männchen, aber ich denke, seit heute Nacht, nachdem ich mich bei ihm BEDANKT habe wegen der Feier, tut er es. Was mir aber berichtet wurde war, dass du und dein Vater eigentlich nicht eingeladen waren. Da stellte ich mir die Frage, wie du eigentlich in die Feier gelangen konntest.“
„SCHEIßE!“, war alles was er gerade im Kopf hatte. Er wurde erwischt, also hatte er auch keinen Grund den Pharao zu belügen.
„Mein Herr…“
„HEUTE Nacht, nennst du mich Hator, einfach nur Hator. Du bist bei mir Privat und siehst wo und wie ich lebe. Du wurdest von Mika und Aris eingeladen und bist, wie es mir zu Ohren gekommen war, ihr Freund. Also Nio, sag mit deinen Worten, wie du dich auf die Feier schleichen konntest.
„Ich… bin über ein Dach gekommen. Ich dachte mir schon… dass die Wachen den Befehl bekommen haben, dass sie auf nichts reagieren sollten, was bei der Feier passiert und so war es dann ganz leicht sich unter die Jungs zu mischen.“
„Verstehe und wieso hast du das gemacht?“, Nio schluckte und er ahnte schon, dass es keinen Sinn hatte zu lügen.
„Weil ich einen… oder mehrere… Jungs gerne gevögelt hätte.“
Pharao Hator grinste und sah kurz runter zu Pilas, der nun einfach mit geöffneter Schnauze auf der schwarzen Brust sich anlehnte und den Sabber fließen ließ, während die Augen verträumt irgendwohin schauten. Dabei, stellte ihn der Pharao eine Frage, auf die er keine Antwort hatte.
„Mika auch?“
„V-Vielleicht… Mein…
„Hator, bitte.“
„J-Ja… Vielleicht H-Hator.“
„Also war es nicht dein Ziel sich an meine zwei Jungs zu vergreifen?“
„N-Nein!“
„Ich habe gehört, was du auf der Feier mit dem Gepardenjungen gemacht hast. Gehst du immer so ran, wenn du jemanden überreden willst?“
Nach dieser Frage, wurde Nios Kopf leer.
„Ähm… nein… normal versuche ich mit meine Schwaz sie zu überzeugen. Aber… an dem Abend war ich so Spitz… und der Junge war so heiß… ich konnte nicht anders… Hator.“
„Dann zeig Mal, womit du die Jungs überzeugst!“
Als er das hörte, hielt sein Herz kurz zu schlagen auf. Zittrig, und auf die Seite starrend, schämte er sich zu Boden, als er die Decke runter und sein Lendenschurz zur Seite schob.
„Was sagst du Pilas? Überzeugt dich das?“
Es dauerte einige Sekunden, bis er was hörte.
„Jaaaaahhh…“, hauchte Pilas atemlos von sich.
„Mich auch und wie ich sehe und RIECHE… hast du vor kurzem selbst Hand angelegt.“, Nio wollte am liebsten vor Scham weglaufen. Das ihn der Pharao deswegen ansprach und seinen Schwanz anstarrte und so offenkundig und laut vor Pilas, war für ihn eine Blamage. Aber er fand es geil irgendwie, wie der Pharao ihn zwischen die Beine starrte.
„Danke Nio, du kannst dich wieder verdecken.“, sofort ließ er die Decke fallen und zog unter der Decke den Lendenschurz wieder zurück.
„Gut, dann wollten wir zum Kern des Gesprächs kommen. Natürlich habe ich auch gehört, was du meinen Jungs angetan hast und ich nehme es dir nicht übel. Es war ein Streit zwischen Jungs und du hast dann schnell eingesehen, welche Seite stärker ist und hast dich sogar Entschuldigt. Das hat mir sehr gefallen, als ich das gehört habe. Anscheinend habt ihr euch sogar danach angefreundet und das zeigt mir, was für ein feiner Bursche du bist. Deswegen, Nio, hatte ich auch keine Einwände, als mich Mika um Gnade für dich gebeten hatte. Normal, hätte man dich für den Diebstahl am Markt, die Hände abgeschlagen. Dann das mit den vielen Jungs, dich zum Eunuchen gemacht. Und das mit den Wachen… also ihnen tun noch immer die Kronjuwelen weh. Dafür hätte man dich zu Tode gepeitscht. Und dennoch sitz du hier, weißt du auch warum?
Es war für ihn klar und war es auch schon, als er das zweite Mal den Palast betreten hat.
„Wegen Mika.“
„Genau, wegen Mika. Nio, er mag dich sehr, vielleicht mehr, als du dir vorstellen kannst. Weißt du auch warum?“
„Weil ich schwul bin und er auch?“
„Nein, nicht deswegen, Nio. Sondern, weil er Freunde haben möchte. Er ist… fühlt sich oft alleine und braucht IMMER jemanden um sich, an den er sich in der weiten Welt festhalten kann und an den er sich orientieren kann. Seine Freunde, sind die Pfeiler und er ist das Kind, das drumherum spielt. Wenn aber die Pfeiler verschwinden, dann ist er verloren. Verstehst du was ich damit sagen will?“
„Nicht so ganz… Hator.“, er konnte noch immer nicht in das Gesicht des Pharaos schauen, deswegen sah er nach unten, zu Pilas, oder zur Seite.
„Verstehe. Dann frage ich was. Kannst du sein Pfeiler sein? Kannst du für Mika da sein, egal was passiert, was gesagt wird? Ob gestritten wird, gekämpft, oder geweint? Kannst du Mika zum Lachen bringen, wenn er weint. Kannst du ehrlich sein, wenn es die Situation verlang? Kurz gesagt, kannst du ein wirklicher Freund für ihn sein?“
„Ich… weiß es nicht. Ich hatte noch nie Freunde. Wer möchte schon mit dem Raprtorficker befreundet sein? Keiner natürlich! Ich lebe wie es mir gefällt, mache was mir gefällt und nehme auch natürlich, was mir gefällt. Ich suche mir wem zum vögeln, wenn ich Spitz bin und wenn ich keinen finde, dann schaue ich in die Fenster, bis ich wem beim Bumsen sehe und fange mir dabei einen zum Wedeln an. Und wenn mir einer querkommt, dann lass ich meine Fäuste und Beine spüren.“
„Das… gefällt mir.“, überrascht sah er dann doch hoch und er sah seinen Pharao grinsen.
„Du schaust überrascht aus, aber im Grunde genommen ist das ein Leben, ohne viele Verpflichtungen.“
„Ich habe sogar viele Verpflichtungen! Ich muss mich um meine Raptoren kümmern. Ich muss die Gehege ausmisten, sie Füttern, dann alle drei Tage, einen ganzen Tag Wasser schleppen und mich um die Jungtiere kümmern. Dann muss ich sie Putzen, wenn der Tiermarkt einmal im Monat stattfindet und dann noch verhandeln. Ich muss Essen für sie kaufen, schleppen und vorbereiten.“
Kurz wurde es still und es sah fast schon so aus, als ob sein Pharao nachdenken würde.
„Verstehe, also kümmerst du dich nur um deine Tiere und um deine Grundbedürfnisse. Sag mal Nio… welche Ziele hast du im Leben?“
„Keine, außer meine Tiere und täglich jemanden zum vögeln zu finden.“
„Und… Träume?“
„Sind nur Träume. Die… sind egal.“
„Das stimmt nicht. Kein Kind ist seine Träume egal, nicht einmal einem Kind, das es so nicht geben sollte.“
„Ihr… wisst davon?“, als er hörte, dass sein Pharao von ihm und dessen Geburt hörte, stimmte es ihm etwas traurig. Das Gespräch fing an angenehmer zu werden und er traute sich auch ganz offen zu sprechen.
„Nats hat gute Ohren und Augen und wie ich selbst mit eigenen Augen sehen, hast du sehr viel von deiner Mutter geerbt bekommen.“
„Sie ist… nicht meine Mutter…“, als er das sagte, kamen ihm die Tränen.
„Was sonst?“
„Eine Mutter… liebt ihr Kind…“, schon immer hat er die Kinder am Markt beneidet, die von ihrer Mutter geküsst wurden, umarmt wurden, oder einfach nur geliebt wurden.
„Nio… es tut mir leid. Ich verstehe dich jetzt viel besser. Und es tut mir auch leid, dass du nicht die Familie bekommen hast, die du eigentlich verdient hättest. Es ist ein Segen für jedes Kind in eine funktionierende Familie hineingeboren zu werden. Und auch das, wurde dir von deinem Vater verwehrt. Ich habe schon vor langer Zeit vernommen, was dein Vater macht, aber ich wusste nicht, dass du dadurch hervorkamst. Wenn ich viel früher von dir erfahren hätte, dann wäre dein ganzes Leben anders verlaufen. Dennoch, bist du zu einem aufrichten Burschen herangewachsen. Trotz aller widrigen Umstände. Und genau deswegen, haben Kinder wie du, die schönsten und fröhlichsten, die größten und ambitionierten Träume von allen. Also sag mir, Nio, von was Träumst du, mein Junge.“
Als er das alles vernommen hat, mit dieser sanften und ruhigen Stimme, die so langsam und gefühlvoll gesprochen hat, wie es in seinen Augen, ein Vater tun sollte, fing er vor Trauer und Glück, zu weinen an.
Zum ersten Mal, fragte ihn jemand, der sich sichtlich um ihn sorgte, was sein Traum war. Zum anderen aber, weinte er auch, weil er all das, nie bekommen konnte. Wenn die Sonne aufgeht, hat sich nichts geändert. Er würde weiterhin bei seinem Vater leben, sich um die Raptoren kümmern, sie Füttern und Wasserschleppen gehen. Denn, Träume waren nur Träume, sonst nichts. Träume waren da, damit man von der Wirklichkeit davonlaufen konnte. Damit man überhaupt was hatte, um davonlaufen zu können. Und es waren seine Träume und keiner konnte sie mit Scheiße beschmieren, sie mit Steinen bewerfen, oder sie vergewaltigen.
„Ist schon gut Nio. Ich sehe…, dass wir ein andermal darüber sprechen sollten. Leg dich jetzt schlafen und erhol dich schön.“, es war sein Pharao, der ihn nach hinten in die Kissen drückte und ihn noch eines gab für den Kopf. Es war sein Pharao, der ihn mit vier Decken zudeckte. Und es war Hator, der ihn einen sanften Kuss auf die Stirn gab, damit er in Ruhe einschlafen und sich auch erholten konnte.
Und zum ersten Mal in seinen Leben, fühlte er sich gemocht.
Er grinste, bis er einschlief.
Und, er grinste im Schlaf.
Scheiße…!
Aber, als seine Augen aufgingen, war es schon hell. Die Sonne stand weit oben.
„SCHEIßE!“, schrie er und er sprang auf. Die Diener sahen ihn verwundert an, als er davonsprintete. Zum Glück haben ihn Mika und Aris den Palast gezeigt, denn sonst hätte er sich verlaufen. Die Gäste wichen vor ihm zurück, die Wachen gingen einen Schritt auf die Seite und das Palasttor, konnte nicht schnell genug für ihn geöffnet werden und als sie schon ein Spalt offen waren, zwängte er sich hindurch. Mit „Scheiße! Scheiße!“, rannte er was seine Beine hergeben konnte.
Er rannte so schnell es ging nach Hause und wieder, stand auf der Mauer mit scheiße beschmiert „Raptorficker“ da. Doch das war ihm jetzt sowas von egal. Denn, er musste die Raptoren so schnell wie möglich auf den Markt bringen und sie zuvor füttern, und sie noch waschen. Weinend, holte er die letzten Kübel und gab sie der hungrigen Meute zum Fressen. Gleichzeitig und das war sehr gefährlich, wusch er sie und musste dabei sehr vorsichtig sein. Dann musste er sie noch anleinen und den Maulkorb an jedem befestigen.
Und von seinem Vater, fehlte jede Spur.
Als er dies alles gemacht hatte und das so schnell, wie niemals zuvor, war es schon brütend heiß. Schnell nahm er alle, die er verkaufen wollte mit und ließ den Rest zurück. Denn, alle mitzunehmen, würde viel zu lange dauern und deswegen, nahm er nur fünf mit, weil es mit fünf am zügigsten geht.
Doch, es war zu spät. Der Tiermarkt wurde schon abgebaut. Aber er gab nicht auf. Er schrie gleich drauflos, dass er seine Raptoren verkaufen möchte. Immer wieder und wieder, schrie und preiste er seine Raptoren an. Er ging von Markt zu Markt, aber keiner wollte sie kaufen. Er ging solange durch die Stadt, bis sich jeder zurückgezogen hat wegen der großen Hitze. Er selbst, hatte schon riesigen Hunger und Durst. Aber das, ist jetzt egal.
Alle Interessenten die sich ein Tier kaufen wollten, haben vermutlich schon die Stadt verlassen, oder haben kein Interesse mehr noch ein Tier zu kaufen. Als ihm das bewusst wurde, auf der leeren Straße, nahm er ein Kopf nachdem anderen seiner Raptoren in die Arme.
„Es… tut mir leid… *Schluchz*… aber… wie soll ich aussuchen?“
Er kannte jeden Raptor schon seit sie geschlüpft waren. Jetzt stand er wieder einmal vor der Wahl, wen er schlachten soll, damit die anderen überleben können. Und nicht nur dass, jetzt musste er jeden Tag auf den Markt gehen und Essen stehlen, damit er überhaupt bis zum nächsten Tiermarkt überleben kann.
Kurz sah er zum Palast, der über alles zu thronen schien und wo er nicht solch schwere Entscheidungen treffen müsste, wenn er dort leben würde. Doch, es ist passiert. Nur weil er verschlafen hatte, weil er selbst etwas haben wollte und sich mal nicht um seine geliebten Tiere gekümmert hat, mussten jetzt einige sterben, geschlachtet werden, damit die anderen überleben können.
Und dazu kam noch, dass die Raptoren liebevoll die Nüstern über seinen Kopf gleiten ließen. Wie konnte er seine Tiere schlachten, die ihn so hingebungsvoll vertrauten und zu lieben schienen. Er konnte es nicht, er wollte es nicht. Aber er musste es machen.
„Scheiße…!“, immer und immer wieder wiederholte er es auf den Weg nach Hause. Doch dann fiel ihm ein, dass er noch Essen zu Hause hätte. Wenn er es richtig rationiert, dann müsste er den kommenden Monat nichts stehlen.
Das war zumindest ein kleiner Wermuttropfen. Etwas, worüber er sich keine Sorgen machen musste. Aber es kam alles anders. Einfach alles kam anders, Alles.
Als er zu Hause ankam, passte ihm gleich was nicht. Zuerst das Haus, es war wie leergeräumt, nichts war da und ebenfalls kein Essen. Das verursachte bei ihm schon ein Schock, weil er glaubte beraubt worden zu sein. Aber es kam noch schlimmer. Es war ein Geräusch, das er nicht mehr vergessen konnte. Mit leerem Blick, tauben Beinen, ging er hinter dem Haus und er machte ein paar Schritte zurück, als er das sah.
Das warme Blut, rann ihm zwischen den Zehen, als er sah, wie sein Vater alle Raptoren abgeschlachtet hatte, bis auf eine. Sogar die Jungtiere, lagen zerstückelt da.
„Scheiße…“, sein Vater hat ihn wohl gehört und der blaue Drache, sah ihn mit fröhlichen Augen an.
„Wo ist das Essen?“
„Habe es meinen Freunden gegeben, weil ich es ihnen geschuldet habe.“, sagte sein Vater erleichtert.
„Und… wieso hast du sie… alle geschlachtet?“, sein Vater stand auf, warf den Kopf eines Jungtiers auf den Fleischhaufen und schnappte sich die Zügel der anderen fünf Raptoren. Sie kämpften gegen seinen Vater an, sie wussten, was ihnen bevorstand, aber dann, war es schnell vorbei. Fünf schnelle Schnitte, einige Sekunden gurgelnde Geräusche und seine fünf Raptoren, lagen tot am Boden. Sein Vater hackte ihnen zuerst den Kopf ab, bevor es weiter bei den Beinen ging.
Nio konnte nur in die Augen seiner fünf Raptoren schauen, die er zuvor noch um Verzeihung gebeten hatte. Die ihn, geliebt hatten. Diese Augen, starrten ihn an und er glaubte zu sehen, dass sie ihn anflehten.
„Ich… phuuu ist das anstrengend… verkaufe das Fleisch. Keiner mag noch Raptoren haben und das Pfund Fleisch ist fast 10 Silberlinge wert. Somit bin ich reich, wenn ich das alles verkaufen kann. Oh und auch du natürlich. Verstört sah er zu, als sein Vater ein Stück Fleisch seiner Mutter zuwarf, die angekettet im Schatten an der Mauer stand.
„Und… was nun?“
„Morgen gehst du auf den Markt und versuchst das Fleisch für 12 Silberlinge zu verkaufen.“
„Aso… und dann?“
„Wenn du alles verkaufen kannst, dann ziehen wir in eine andere Stadt, wo keine die Scheiße auf unsere Mauern schreibt.“
„Aso… ich gehe spazieren.“
Nio verließ mit blutigen Fußabdrücken sein zu Hause. Er ging nicht spazieren. Er suchte sich eine dunkle Ecke, wo niemand war und auch vorbeigehen wird, um zu weinen.
Nachdem er das alles sah, das fröhliche Lächeln seines Vaters, wusste er, dass sein Vater seine Familie abgeschlachtet hatte. Er sah seine Raptoren, die er jeden selbst den Namen geben hat, als seine Familie an. Aber nun, hatte er keine mehr. Er vermisste sie jetzt schon so schrecklich, dass er nicht mehr zu weinen aufhören konnte. Sein Vater hat ihn alles genommen, einfach alles, was ihn wichtig war.
Er hatte nichts mehr was ihm wichtig war. Alles hat er verloren. Alles wurde ihm genommen.
„Scheiße…!“, es war dunkel. Es war Nacht und er wusste nicht, dass der Palast von hier aus, so wunderschön war. Er hat solange gewartet, bis er allein am Fluss war. Er wusste, wo es tief war und er hoffte, dass der Stein schwer genug war. Es war eine Wäscheleine, die er um den Felsen gewickelt und an seinen Knöchel befestigt hatte.
Das Wasser war eisigkalt und als er schon bis zum Hals im Wasser stand und den Felsen nur noch vor sich fallen lassen musste, sah er wieder hoch zum Palast. Dort, wo seine ganzen Träume waren. Wo er in seinen Träumen glücklich war, wo er mit Mika und Aris spielen konnte, sie vögeln konnte, mit Hator, einfach nur sprechen konnte und vom ihn, im Bett, die Decke hochgezogen bekam. Sein Traum, auch ein Bruder von Mika zu sein, der Sohn von Hator und Otto zu sein, war jetzt unbeschreiblich groß und mehr als nur weit entfernt. Das war sein Traum, gewesen.
Er ließ den Stein fallen.