Mika in Ascardia -VI-

Story by Bluewing on SoFurry

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Und nun gehts weiter und ich freue mich schon auf eure Kommentare wie euch die Geschichte bis jetzt gefällt!

Als Hator und Otto erfahren haben, was passiert war, ließen sie sofort die ganze Stadt absuchen. Mika haben sie vorsichtshalber nichts erzählt, weil ihr Junge sonst was gemacht hätte. Sie sprachen es zwar nicht aus, aber vielleicht hätten sie doch Nio wecken und ihn mitnehmen sollen.

Denn, Hator wollte Nio ein Geschenk geben und als sie zwei gemeinsam losgingen, um das Geschenk zu kaufen, war Nio in der Zwischenzeit aufgewacht und ist aus dem Palast gelaufen. Als sie das gehört haben, sind sie zu ihm nach Hause gegangen, um ihn abzuholen. Doch dann, sahen sie was im Anwesen passiert war und als sie den Vater gefragt haben, wo Nio war, sagte der nur, dass Nio auf einen Spaziergang war.

Das kam Hator sofort komisch vor. Zwar hat der Junge erwähnt, dass der in der großen Mittagshitze spazieren geht, um sich dabei zu erleichtern, aber er wusste auch, was die Tiere für ihn bedeuteten. Und sowas lässt keinen Kalt, besonders nicht, wenn man noch dessen Abstammung berücksichtigt.

Es war Abend, die Sonne ist kurz vorm untergehen und noch immer, war keine Spur von Nio gefunden worden. Keiner hat ihn gesehen und das, beunruhigte Hator extrem. Er ließ nun alle Wachen der Stadt anweisen, Nio zu finden und das, merkte die Stadt. Als dann die gesamte Bevölkerung erfuhr, dass Mikas Freund vermisst wurde, beteiligte sich jedes Männchen, jedes Weibchen und jedes Kind an der Suche nach Nio. Sogar Hator, ging mit vier Palastwachen durch die Gassen und suchte hinter jeder Kiste, in jedem Krug, unter jedem Teppich, nach Nio.

Und als es dunkel wurde, bekam er endlich ein Bericht, dass ein Junge, der so aussah wie beschrieben, am Fluss gesehen wurde. Hator zögerte nicht, sondern bestieg gleich mit seinen vier Wachen seinen Streitwagen. Es knallte und kurz darauf preschten die Pferde durch die Gassen und Straßen.

Er wusste das was Schlimmes passieren wird und hoffte, dass er noch rechtzeitig kam. Doch, als er an der Stelle ankam, wo Nio womöglich zuletzt gesehen wurde, war nichts zu sehen. Deswegen zündete er die Fackel an und gab seiner Palastwachen die andren und gemeinsam, schritten sie so schnell wie möglich im Wasser am Fluss entlang.

In der Zwischenzeit rannte die Bevölkerung zum Fluss und dann rief einer seiner Wachen: „DA IST WAS!“

Hator sah nicht mal hin, sondern sprang gleich in den Fluss.

Es haben sich schon Hunderte Bürger am Fluss versammelt und fingen laut zu Beten an, während Hator noch immer Unterwasser war. Und als Otto und Pestos kamen, tauchte Hator auf und seine Bürger, schrien vor Glück, als er den leblosen Nio aus dem Wasser hievte.

Es wurde gleich wieder still, als sie alle sahen, dass Nio nicht mehr atmete. Es war Otto, der gleich mit der Wiederbelebung anfing und es war Hator, der ihn die Lungen aufblies. Jede Minute drehten sie ihn auf die Seite, doch es war vergebens.

Otto stellte die Wiederbelebungsmaßnahmen ein, doch Hator wollte nicht aufgeben. Immer und Immer wieder blies er die Lungen des Jungen auf und machte dann selbst weiter an der Brust.

„Es reicht Hator… Nio ist tot.“

„NEIN!“, schrie er und jeder, hielt den Atem an.

Doch, nach vier Minuten hörte er langsam auf, als ihm bewusstwurde, dass Nio, ihre Welt verlassen hatte. Weinend, saß er am Kopf des Jungen und blickte in dessen friedvolles Gesicht. Vor Wut, schlug er beide Fäuste auf den Boden und schrie: „WACH AUF! WACH AUF! MEIN MIKA BRAUCHT DICH!“.

Immer wieder schrie er das, bis seine Stimme versagte und er den Kopf auf Nios Brust legte.

Aber auch das, half nicht. Nio hat sie wirklich verlassen.

Als er sich dieser Tatsache stellte, drehte er sich um und sah hoch zum Himmel.

„Möge die Sonne deinen Weg erleuchten, Nio!“, und sein Volk wiederholte seine Worte bitter weinend.

Ein Husten war zu hören und Hator drehte sich sofort um.

Und was ist dein Traum, Nio?

„Guten Morgen Sonnenschein!“

„Wo… bin ich?“

„Du bist im Palast und ich bin Benjamin. Ich bin Arzt und habe mich um dich gekümmert, während du geschlafen hast.“

„Wie lange habe ich denn geschlafen?“

„Zwei Tage mein Lieber.“

Sofort setzte sich Nio auf und Schrie: „ICH MUSS MEINE TIERE FÜTTERN! SCHEIßE!“. Aber dann, sah ihn Benjamin traurig an und schlagartig kamen seine Erinnerungen zurück. Sein Vater hat seine Familie abgeschlachtet und er sollte das Fleisch am Markt verkaufen. Dann noch das ganze Blut, die Augen, die ihn anflehten und dann, der Palast und die Schwärze.

Er legte sich gleich wieder hin und drehte sich um. Er sah aus dem Fenster, wo die Sonne in das Zimmer schien. Alle verschwamm, als ihm die Tränen kamen.

„Ich… lasse dich etwas alleine. Ich komme gleich wieder.“, tapsend verließ der Arzt das Zimmer und nun, konnte Nio weinen. Er weinte, weil er seine Familie verloren hatte. Er weinte, weil er niemanden mehr hatte, der ihn liebte. Er weinte, weil er noch immer in dieser furchtbaren Welt alleine war. Er weinte, weil er kein zu Hause mehr hatte. Er weinte, weil er Hunger und Durst hatte, weil ihm alles wehtat, besonders der Kopf.

Er weinte, weil er einfach seine Familie zurückhaben will, um die er sich so lange gekümmert hatte und alles für ihn bedeutet hat, mehr sogar als das eigene Leben.

Und während er weinte, hörte er schwere Schritte, die schnell näherkamen. Sein Kopf und sein Hals wurden umarmt, er wurde etwas angehoben und im nächsten Moment, legen sich zwei warme Lippen auf seine Stirn und er hörte die Worte seines Pharaos Hator.

„Es tut mir so leid…! Wieder kam ich zu spät, wieder musste wer leiden. Wieder… war ich blind.“

Kurz schloss Nio die Augen und für einen Moment, stellte er sich vor, dass es sein Vater wäre, der ihn so umarmte, ihm diesen Kuss gab. Aber, es war nur Pharao Hator, der ihn Trost spenden wollte. Und dann, legte sich sein Pharao sogar zu ihm und umschlang ihn die Burst. Er fühlte sich gleich geborgen und das war etwas, was er bisher nur bei seinen Tieren gespürt hatte. Jedoch, kam noch etwas dazu, was er bei ihnen nicht gespürt hatte und das war, Fürsorge.

Jemand machte sich wirklich sorgen um ihn, den Raptorficker. Und es war der Person egal, von wo er abstammte, wer sein Vater war und was er alles getan hatte. Und es war genau diese Fürsorge, die ihm verleiten ließ, sich umzudrehen. Sein Kopf wurde umschlungen, sein Körper wurde nach vorne geschoben und jetzt, konnte er mit jeder Faser seines Körpers die Fürsorge spüren und seine gesamte Trauer, der Hass auf den Vater, die Einsamkeit, der Frust, die Schmerzen und sein Herz, einfach alles, ließ er durch seine Tränen freien Lauf.

Noch nie in seinen Leben hat er so schwer geweint. Noch nie in seinen Leben, wurde er so umarmt wie jetzt. Noch nie in seinen Leben, fing ihm jemand so auf. Er konnte schreien, schlagen und treten und wie mehr er davon machte, umso mehr Fürsorge kam ihm entgegen. Am Ende, zählte er die Namen seine Brüder und Schwestern auf, die ihn sein Vater genommen hatte. Die nur noch kleinen Stücke und zum Verkauf gedacht waren. Als er den letzten Namen aufgezählt hatte, war seine Stimme krächzend, seine Arme und Beine waren taub und seine Tränen, versiegt. Er hat alles von sich gelassen und zurück, blieb nichts.

Es herrschte eine gähnende Leere in ihm.

Doch zumindest fühlte sich das kurze schwarze Fell schön weich an auf seinem Gesicht. Es war schön warm unter der Decke und in Pharao Hators Armen.

„Als ich noch klein war, Nio. Habe ich die Welt ganz anders betrachtet wie jetzt. Damals, war für mich die Welt bunt und sonnig. Ich spielte viel mit Pestos, der mein Lehrmeister war. Ich spielte auch viel auf der Straße und hatte sogar ein paar Freunde damals. Doch, wie älter ich wurde, umso mehr wurde die Welt blasser, weniger bunt. Ich bekam immer mehr Verantwortung auf die Schuler gesetzt. Zuerst war es eine Provinz, im nächsten Jahr kam die nächste, bis ich zwei Jahre später, ein ganzes Reich regieren musste. Ab da, war für mich die Welt nur noch weiß, oder schwarz. Es gab nichts dazwischen und dann, wurde es ganz schwarz. Es wurde ganz schwarz, weil mein Vater starb. Meine Mutter war vier oder fünf Jahre nach meiner Geburt gestorben und ich kann mich kaum noch an sie erinnern. Als… meine Welt schwarz wurde… ging ich auf reisen. Ich wollte schauen, ob es überall so war. Dann aber traf ich Otto und auf einen Schlag, wurde die Welt wieder Bunt, farbenfroh. Aber es gab noch immer weiß und schwarz. Für dich Nio, ist jetzt die Welt schwarz, aber ich weiß, nein, ich VERSPRECHE dir, dass die Welt wieder bunt wird, mein Junge.“

Seine Schnauze wurde sanft in die Hand genommen und allmählich, bewegte sich sein Blickfeld, bis er in die goldenen Augen seines Pharaos sah.

„Und es fängt bunt zu werden an, wenn man Kinder hat. Wenn man Freunde hat, wenn man einen FREUND hat. Wenn man einen Gatten hat. Wenn man sieht, wie die eigenen Kinder lachen. Und… zwei deiner FREUNDE, haben was für die gebastelt.“

Sein Pharao drehte sich auf den Rücken und Nio konnte so zum Eingang sehen. Mika und Alex, standen da, fast weinend. Sie hielten etwas in der Hand und als Nio langsam erkannte, was das darstellen sollte, fing er sofort schluchzend zu weinen an und vergrub das Gesicht in die Brust auf der er lag.

„Nio… *schnief*… wir haben es zusammen aus Ton gemacht… es… *schnief*… wir haben unser Bestes gegeben… aber… *schnief*… es soll ein Raptor sein... *schluchz* …wir haben nachgeforscht… im Archiv… *schnief*… und haben dann gelesen, wie du deine Tiere genannt hast… *schnief*… *schluchz*… Jeder einzelne… ist drauf… *schnief*…!“

Mika und Aris kamen zu Bett und Hator nahm die gebrannte Ton Figur eines Raptors entgegen.

„Nio… nimmst du das Geschenk an?“, er sah hoch und sah die Figur an.

„Ich kann nicht lesen…“, krächzte er leise und daraufhin, fing sein Pharao die Namen vorzulesen an. Bei jedem Namen, sah er seinen Bruder oder Schwester vor sich, neben Mika und Aris stehen. Er weinte so heftig dabei, konnte aber nicht die Augen schließen, weil er sie noch ein letztes Mal sehen wollte, sich so, von ihnen verabschieden wollte.

Am Ende, verlor er seine Stimme durchs kreischende und hysterischen weinen und schreien. Und Mika und Aris, weinte mit ihm. Denn auch sie, wussten genau, was Nio für die Tiere empfunden hatte. Auch sie haben die Tiere gekannt, gelächelt, als sie die Tiere gestreichelt haben und im Gegenzug ihre Zuwendung und ihr vertrauen bekamen.

Es war dann tiefe Nacht, als er hochgehoben und davongetragen wurde. Doch das war ihm egal, es war ihm alles egal.

„Komm Nio. Essen wir was und dann, geht es dir gleich besser.“

Er wurde aufgesetzt und saß an einem runden Tisch. Dort saßen Mika, Aris, der andere schwarze Wolf, Nats, der Gepard Argos und er, er saß auf dem Schoß seines Pharaos. Sie alle lächelten ihn zu, auch Pharao Hator von oben und dann, gesellte sich neben ihm Pharao Otto. Von oben, vernahm er dann die tiefe bassvolle Stimme seines Pharaos.

„Möge die Sonne uns leiten. Möge die Sonne die verstorbenen ins Totenreich führen. Möge die Sonne uns ins Glück führen. Möge die Sonne Nio zu uns führen. Möge die Sonne, uns als Familie segnen. Möge…“, und dabei sah Pharao Hator zu ihn runter.

„… die Sonne, Nios neuer Familie den Weg erleuchten!“

Und darauf sagten alle: „Das ist der Wille der Sonne.“

Zum ersten Mal hörte er den ganzen Text, aber er verstand es nicht, zumindest nicht den letzten Teil.

„Was heißt das… letzte?“

Und es war Mika, der darauf freudig strahlend antwortete.

„Papa hat dich zu uns aufgenommen, Nio!“

Sofort sah er hoch und Pharao Hator grinste breit, bevor er seine tiefe, aber klare Stimme hörte.

„Und was ist dein Traum, Nio? Meiner wurde gerade erfüllt, indem meine Familie heute Nacht größer geworden ist!“

Blitzschnell, umschlang er seinen Pharao am Hals und zog sich zu ihm hoch.

„Genau DAS!“, flüsterte er ihn zu.

Hator sah die anderen an und als er die Augen schloss und nickte, fingen alle zu jubeln an. Das Abendessen, wurde zu einer kleinen Familienfeier und diesmal, vergoss Nio Tränen der Freude, Tränen wegen des guten Essens. Tränen, dass er frisches klares Wasser trinken konnte. Und dabei, wurde ihm die ganze Familie vorgestellt. Er wusste nun wer Neret war, woher Nats und Neret kamen und was sie damals waren. Dann fing Pharao Otto zu erzählen an, wer er war, wo er Hator kennengelernt hatte und was seitdem alles passiert war. Argos war der nächste und er war zutiefst gerührt von dem, was der alles für Mika empfand und wegen seiner absoluten Hingabe zu Mika und nun auch zu Aris. Als letztes fing Mika zu erzählen an und jeder am Tisch, lauschte Stillschweigen. Es war eine Geschichte voller Tragödien, voller Glück und Lust und auch, voller Sehnsucht. Es flossen Literweiße Tränen dabei und es wurde auch heiter gelacht. Mika hat bis jetzt so viel erlebt, dass man davon ein Buch schreiben konnte, solange war die Geschichte und auch, so voller Emotionen.

Es dämmerte schon, als Mika davon zu erzählen anfing, wie er dann Nio kennengelernt hat. Doch ab da, unterbrach Hator die Erzählung.

„Es genügt. Es ist Zeit fürs Bett. Morgen wird erst einmal ausgeschlafen und ordentlich gebadet. Dann gehen wir gemeinsam auf den Markt und schauen, was wir zum Mittagsessen, oder Abendessen haben wollen. Also, morgen ist Familientag!“

Der Schritt nach vorne

„Wo ist Nio?“, das Wasser war herrlich kühl und frisch und die Sonne schien gerade wunderbar auf ihn herab.

„Er wird gerade untersucht Mika“, sagte Argos, der neben ihm im Wasser saß und sich seinen Mika ansah, der schmollend am Beckenrand mit den Armen anlehnte.

„Und wie lange braucht sowas?“, fragte Mika gleich nach.

„Es dauert etwas, aber er wird gleichkommen!“, Antwortete Aris darauf und saß oben am Beckenrand und hielt seine klauenbewerten Füße ins Wasser.

„Ach Menno… ich hoffe sie kommen gleich…!“

Nervös wartete Hator auf die Ergebnisse im Gang. Fast eine Stunde warteten er schon und vor kurzem, waren sie mit Nio fertig geworden. Nun musste alles aufgearbeitet und zusammengefasst werden. Es müsste jeden Moment soweit sein.

Er musste noch weitere zwei Minuten warten, bis endlich beide Ärzte zu ihm kamen.

„Danke fürs warten.“, sagte Herr Lienbacher, der ein menschliche Arzt war und Benjamin stand nachdenkend schräg hinter den Menschen. Hator und Otto sagten nicht, sondern wollten nur das Ergebnis hören.

„Alos… wo fangen wir an… Gut. Gesundheitlich geht es ihm gut. Nächstes… laut Benjamin, ist seine Skelettstruktur normal, was, wenn man die Abstammung hineinbezieht, absolut außergewöhnlich ist. Von den Blutwerten her, war er erst vor kurzem krank, was sein Immunsystem leicht geschafft hat. Leberwerte normal… das normal… jenes normal, aso, ja. Er hat erhöhte Testosteron Werte.“

„Ist das jetzt gut oder schlecht?“

„Kurz gesagt, sehr gut. Hat aber… naja… einige Auswirkungen.“

„Das heißt?“, wollte Hator nun genauer wissen.

„Das heißt, wenn er menschliche Haare hätte, dann würden sie schnell wachsen, zu einen und zu anderen, er ist leichter gereizt. Sein Muskelaufbau wird schneller sein, und er wird zu einem prächtigen männlichen Exemplar von einem Raptor werden. Hat aber auch mehr das verlangen für Geschlechtsverkehr, was, wenn ich das so sagen darf, wohl kein Problem darstellen wird.“

„Ja, das ist kein Problem und was noch? Ist er wirklich ganz normal? Muss ich mir irgendwelche sorgen machen?“, als das Hator besorgt fragte, sah er den besorgten Blick von Benjamin hinten.

„Was?“

„Später Pharao Hator. Zuerst kommt der Rest. Also… seine Reflexe sind außergewöhnlich. Das heißt, dass er mindestens doppelt so schnell reagiert als ein Mensch und deutlich schnell als IHR. Seine Kognitiven Fähigkeiten sind gelinde gesagt, beeindruckend. Er kann komplexe Probleme in einer Zeit lösen, die bisher noch keiner in der doppelten Zeit geschafft hatte. Sein Erinnerungsvermögen ist… wieder einmal beeindruckend. Die Sicht ist scharf und besser als die eines Falken. Schmerzempfinden ist normal und der Geruchssinn ist auch normal.“

Der Mensch sah auf vom Dokument und sah nach hinten. Benjamin ging nach vorne und übernahm nun das Reden.

„Wir haben uns auch seine Samenprobe angesehen. Und die ist mehr als beeindruckend. Seine Fruchtbarkeit beträgt 98%. Das ist… der Wahnsinn, wenn ich das mal so sagen darf. Aber… seine Spermien unterscheiden sich von denen der Menschen und von uns. Wir haben Ähnlichkeiten gefunden mit der eines wilden Raptors. Das bedeutet… das er sowohl UNS, als auch wilde Raptoren schwängern KÖNNTE. Ich betone: KÖNNTE! Aber wir wissen nicht, wenn ein wilder Raptor gebärt, ob auch ein humanoider Raptor, also auf zwei Beinen wie wir, geboren wird.“

„Das heißt?“, viel konnte Hator nicht damit anfangen.

„Für die Medizin, ist das bahnbrechend. Für die Evolution, ist das der nächste Schritt. Ich erkläre es mal schnell. Wenn der Mensch die Grundstufe für das denkende Wese auf zwei Beinen darstellt, dann sind wir die nächste Stufe, also wir mischwischen, sagen die Menschen. Nio aber… ist unsere nächste Stufe, die wir vielleicht erst in tausend Jahren erreichen. Er ist stärker als ein normaler Raptor. Sprich, wenn wir Zehn Kilo maximal heben können, dann ist es bei ihm Zwanzig. Er ist schneller als jeder Raptor der gemessen wurde. Er ist ausdauernder als ein normaler wilder Raptor. Er ist potenter als jedes Männchen das es gibt. Er ist intelligenter, ein Problemlöser, vielleicht sogar ein Genie! Er ist in allen Belangen besser als wir alle! Er ist… einfach die nächste Stufe der Evolution.“, sprach Benjamin schon fast euphorisch darüber, wirkte aber auch bedeckt.

„Ja, Nio ist in meinen Augen die nächste Stufe eurer Evolution und deswegen, möchte ich einige Blutproben und Samenproben in die Menschenstadt mitnehmen. Ich habe hier nicht die richtigen Geräte dafür, um weitere Untersuchungen durchzuführen. Aber wenn ich recht behalte mit meiner Vermutung, dann könnten die Kinder von ihm, wenn er eines Zeugen sollte, alle anderen Rassen überflügeln. Und nicht nur das, wenn ich seine Genstruktur untersucht habe, dann können wir dies auch auf andere Rassen adaptieren. Sprich, mit einer Genbehandlung, kann jeder so stark, so intelligent, so potent und vielseitig bei der Reproduktion werden, wie Nio. Oder, wir können auch gewisse Krankheiten beheben, wie zu Beispiel Potenzprobleme. Sein Blut, könnte die Medizin zur nächsten Stufe verhelfen und das, sollte man nicht unterschätzen.“

Für Hator hörte sich das alles gut an und auch wenn Nio die nächste Stufe der Generation sein sollte, so bleibt er immer noch sein Junge. Und aus diesem Grund, sagte er zu, aber unter einer Bedienung.

„Gut, ihr dürft noch zwei Blutproben mitnehmen, aber dann ist genug.“

„Mehr brauchen wir auch nicht. Zwei sollten völlig ausreichen für die nächsten Monate. Benjamin, kümmerst du dich gleich darum?“

Benjamin ging gleich zurück zum Raum, doch der Mensch blieb stehen und sah ihn besorgt an.

„Er sollte dennoch jeden Monat untersucht werden. Mir machen einige Leberwerte sorgen. Es könnte daran liegen, dass er sich zu einseitig ernährt hat. Von dem was ihr mir über ihm berichtet habt, hat er gerade eine recht… instabile Gefühlswelt. Kurz gesagt, er ist selbstmordgefährdet, noch immer. Ihr solltet euch unbedingt darum kümmern, sonst könnte es passieren, dass…“

„Ja, ich weiß. Ich werde mich persönlich darum kümmern, danke.“, Hator unterbrach ihn nur ungern, aber das wollte er nicht hören, nicht nachdem gestrigen Tag.

„Gut, ich verstehe. Dann könnt Ihr ihn jetzt mitnehmen und versucht einen schönen Tag mit ihm zu verbringen.“

„Das werden wir und nochmals, danke.“

„Nein, ich muss danken. Nio ist mehr als nur ein Wunderkind, mehr als Außergewöhnlich. Er ist einzigartig.“

„Wie jedes Kind.“, sagte Hator lächelnd und warm und das Lächeln, kam zurück.

„Ja.“

Hator legte eine Hand auf die Schulter des Menschen, bevor er an ihn vorbeiging und den Raum betrat wo Nio auf dem Bett saß. Sein wunderschöner weiß-roter Raptorjunge, hielt sich gerade einen Stoffstück auf der Innenseite vom Ellbogen, während Benjamin die zwei Phiolen schüttelte und sie in den Nebenraum brachte. Nachdem er sich zu ihn gesetzt hatte, legte er auch gleich einen Arm um die Schulter des Jungen und gab ihn einen Kuss auf die Stirn.

„Du bist fertig Nio. Wollen wir jetzt auf den Markt gehen als Familie?“, doch anders als erwartet, wirkte Nio nicht so begeistert.

„Was ist?“, wollte er wissen und Nio sah jetzt runter auf den Boden.

„Ich… möchte nicht auf den Markt gehen. Mein Vater könnte dort sein und…“

„Ich verstehe und was willst du tun? Nur wir zwei vielleicht?“

„Ich… möchte nach Hause…“, als er diese Worte vernahm, drückte er ihn fest an sich, um ihn dann wieder loszulassen und stattdessen den Kopf in beide Hände zu nehmen.

„Willst du das ich mitkomme?“, Nio nickte und daraufhin, ließ er sein Gesicht los und stand auf, um die Raptorstatue vom Kasten zu nehmen und sie Nio zu überreichen. Wie ein Schatz hielt Nio die Statue mit beiden Armen fest auf die Brust gedrückt, als sie gemeinsam den Gang entlang gingen. Er schnappte sich nur vier Wachen und zuzm fünfte sagte er, dass seine Familie nicht mehr warten braucht, weil er mit Nio den Tag verbringen wollte. Es soll ein Tag von Vater und Sohn sein und das, sagte dann auch die Wache der restlichen Familie.

Es war schon fast Mittag, als sie die Palast Tore hinter sich ließen und durch die Stadt gingen. Es war wie immer voll und die Palastwachen behielten jedem im Blick, der zu nahekam. Es dauerte nicht mal 20 Minuten, bis sie vor dem geschlossenen Tor standen, wo links an der Mauer noch immer mit Kot „Raptorficker“ stand. Sein Junge zitterte so sehr, dass ihm der Schlüssel runterfiel, nachdem dieser aus dem Band vom Lendenschurz hervorgeholt wurde.

Hator schnappte sich den Schlüssel und mit einem *Klack* war das Tor aufgeschlossen und dann geöffnet worden. Er sah, als sie das große Anwesen betraten, schreckliches. Geronnenes schwarzes But überall am Boden. Es roch schrecklich und überall sah man Fliegen herumschwirren. Nichts war mehr zu hören hier. Hier herrschte kein Leben mehr, nur der Tod. Und es wunderte ihn nicht, dass Nio gleich zu weinen anfing, als der beim Gehege stand und kein Tier mehr sah.

Hator sah sich um woher der Gestank kam und als er das erblickte, wurde sogar ihm übel. Alles was man nicht verkaufen konnte, lag hinten am Hof auf einen Haufen zum verfaulen, genauso wie die ganzen Köpfe der Raptoren. Auch Nio wollte dort hingehen, doch er stoppte ihn gleich.

„Das brauchst du nicht zu sehen, mein Junge. Dort herrscht nur der Tod, sonst nichts.“

Mit diesen Worten, führte er ihn an der Schulter zurück zum ersten Gehege. Nio setzte sich neben den Steinhaufen auf dem Boden, weil dort der einzige Fleck war, wo kein schwarzes Blut war. Nio weinte bitterlich und sah den Steinhaufen an, als ob sein Junge damit was verband.

„Schaufel, bitte.“, sagte er der Wache, die die Schaufel mithatte. Er hatte schon geahnt, dass sein Junge das machen wollte und deswegen hat er schon die Schaufel mitnehmen lassen. Am Eingang zum Gehege, schaufelte er selber das Loch, das Grab. Und als es groß genug war, gab er die Schaufel der Wache zurück und ging zu Nio.

„Komm mein Junge, begraben wir beide, deine Familie.“, schniefend ergriff Nio seine Hand und zusammen gingen sie zum Grab. Und auch zusammen, legten sie die Statue rein, die Aris und Mika selbst mit den Händen gemacht haben. Es standen fast 40zig Namen drauf und es war Nio, der alle Namen aufsagte und mit jedem Namen, eine Hand voll Sand und Erde auf die Statue runterrieseln ließ.

Es war eine furchtbar traurige Bestattung und sogar die Wachen, beteiligten sich und standen Nio bei, indem sie jeweils eine Hand auf seine Schulter gelegt haben. Am Ende, weinten sie alle bitter wegen Nio, der sprichwörtlich, völlig aufgelöst, dann fast zusammenbrach. Hator musste seinen Jungen sogar hochheben, weil der nicht mehr gehen konnte, oder wollte. Sie gingen alle gemeinsam ins Haus, dass nun völlig leergeräumt war. Keine Betten, keine Stühle, kein Tisch, einfach nur leer. Vermutlich so leer, wie Nios Herz.

Sogar die Wachen waren schockiert, weil sie mitgewirkt haben, dass dieses Haus wieder bewohnbar war, als Aris und Mika bei Nio zu Besuch waren. Es war einfach nur traurig, so traurig alles. Nio hatte nichts mehr, einfach nichts, was ihn an die letzten Jahre erinnern konnte, an seine schönen Zeiten. Seinen Jungen setzte er auf dem Schoß ab, als er sich dorthin setzte, wo damals das Bett von ihm stand. Man sah es deutlich am Holzboden, dass hier sein Bett stand.

„Ich… habe hier ein Geschenk für dich. Ich… habe es gestern für dich anfertigen lassen.“, konnte er sagen, ohne dass er schniefen musste und Hator war sehr stolz auf sich selbst. Nio, der seitlich auf ihm saß und die Beine bis zur Brust eingezogen hatte, sah zu, wie er ein dünnes Armband von Handgelenk abnahm.

„Mein Vater brachte mich auf die Idee und… jetzt gebe ich dir auch eines. Das was du siehst, ist ein Rubin und ich habe es selbst ausgesucht, weil es die gleiche Farbe hat wie du. Doch, es hat noch eine Besonderheit… *schnief*… und diese ist, dass darin eine Träne von mir eingeschlossen ist. Und diese Träne mein lieber junge, mein lieber Sohn, soll immer bei dir sein. Denn, es soll zeigen, wie glücklich ich war, als du mein Sohn wurdest. Du hast einen festen Platz, neben Mika und Aris bekommen und nichts auf der Welt, wird je daran was ändern. Den Rest… haben Aris und Mika ausgedacht. Wie du siehst, sieht man dich, wie du dich um deine Tiere kümmerst und innen, sieht man wie du mit den Jungtieren spielst und herumtollst. Die Gravuren am Rand… sind ihre Namen, die dich auf ewig begleiten werden, Nio.“

Mit bebenden Händen, nahm Nio den Armband entgegen und drückte es sich gleich an die Brust. Nun flossen still die Tränen und Nio sah sich im Haus um und kurz darauf, sah der Junge wieder runter zum goldenen Armband und zog es sich aufs rechte Handgelenk über. Minutenlang sah sich sein Junge das Armband an und die wunderschönen grünen Augen, die an einen Urwald erinnern, verloren immer weniger Tränen.

„Gehen wir Nio. Deine Familie hat Ruhe gefunden und du konntes sie begraben und ihnen ihre Namen geben und, dich verabschieden. Jetzt kann Anubis sie holen ins Totenreich und ich bin mir sicher, dass deine und meine Tränen, ausreichen werden, dass sie zum Teil unserer Sonne und unserer Götter werden können. Sie werden dann auf ewig über dich wachen und bei dir sein.“

Noch während er sprach, stand er mit Nio auf und am Ende, setzte er ihn dann auf den Holzboden ab. Die Beine bebten, aber sie hielten. Sein Sohn hat ihm an der Hüfte umschlungen, als sie zum Tor gingen und nachdem Hator das Tor geschlossen hatte, brach er den Schlüssel ab, sodass keiner mehr das Grab betreten konnte und somit die Ruhe der toten stören konnte.

Nio, sah nicht nach hinten und ging den Schritt nach vorne.

Bedanken

Mika und Aris sahen ihren Vater mit Nio zurückkommen und wie beide ins Zelt verschwanden. Zwar haben sie die Nachricht erhalten, aber sie wollten dennoch auf sie warten. Doch anders als erhofft, wollte Nio nichts tun, nicht mit ihnen reden und das, machte sie beide ganz traurig. Sie fühlten wie Nio litt und sie wollten ihm so gerne beistehen, aber sie wussten auch, dass Hator für ihn da war und deswegen, hielten sie sich zurück.

Das sah auch Nats und Neret und sie beide ahnten, dass Nio vermutlich Tage brauchen wird, bis er wieder aus dem Zelt kam. Sie saßen alle gemeinsam am Tisch und schwiegen. Auch Argos schwieg, obwohl er was hätte sagen sollen. Eigentlich war geplant gewesen, dass sie heute als Familie kochen werden und dann wieder was aus der Stadt zu bestellen, weil sie alle nicht kochen konnten. Es wurde schon zu Tradition und das, gefiel ihm sehr.

„Ok meine zwei Jungs, heute ist ein freier Tag und jeder soll das machen, worauf er Lust hat. Deswegen, schnappte ich mir jetzt Nats. Nats kommst du bitte?“, nachdem er Nats erwähnte, sah der Wolf auf und mit ernstem Blick, folgte er den Geparden rauf auf den Platz.

Nats ahnte schon was kommen würde und stellte sich schon drauf ein. Sie gingen in den Raum, was früher Mikas Zimmer war und nun fast komplett abgebaut war. Sie saßen sich auf dem Boden gegenüber und Argos atmete tief durch, bevor er sprach.

„Nats… ich wollte mich bedanken, dass du mir geholfen hast beim Ritual. Ich… kann schon fast normal schlafen und… ich möchte, dass das, was du gesehen hast, miterlebt hast, für dich behältst.“

„Kein Ding und ich werde nicht über deine Gefühlswelt sprechen, weil es mich nichts angeht.“

„Danke, das ist mir sehr wichtig. Ich möchte nämlich wirklich nicht, dass jemand davon erfährt.“

„Ach komm schon… es gehört dazu zum Liebesspiel. Mit Rock und Strüm…“

„Schweig!“

„Jaja, passt schon. Wie wäre es, wenn wir beide heute was machen? Na wie siehts aus? Lust dein Geheimnis etwas auszuleben? Ich würde dich sofort nehmen!“, Nats wusste, was in Argos vor sich ging und wie groß diese Begierde schon war. Eigentlich wollte er ihn nur etwas Piesacken, doch Argos fing tatsächlich an darüber nachzudenken. Aber nicht nur Nats wusste nun alles über Argos, sondern auch Argos, wusste Bescheid über Nats. Und weil es so war, verstanden sie sich nun mehr als gut. Sie waren zu richtigen Freunden geworden, die sich alles erzählen konnten und sogar darüber sprachen.

„Ganz ehrlich… vielleicht ein andern Mal.“

„Von mir aus, dann gehen wir aber jetzt dir die Sachen kaufen!“, noch bevor Argos darauf Antworten konnte, hatte ihn sich Nats geschnappt und schon in der nächsten Sekunde, saß er auf dessen Rücken und verließ mit seinem Freund den Palast.

Hator lag mit Otto und Nio auf dem Bett und ihr Junge lag zwischen ihnen und schlief friedfertig. Sie sahen sich verliebt an und hatten jeweils eine Hand auf Nios Burst gelegt, wo sie sich dort mit den Fingern gegenseitig streichelten.

„Hast du schon gesehen?“, flüsterte Hator und sah am Jungen hinunter.

„Wie nicht?!“, flüsterte Otto zurück und sah dann ebenfalls hinunter.

„Glaubst du das er dann mitmacht, wie unsere anderen zwei Jungs?“, fragte Hator seinen Gemahl, der noch nicht ganz glücklich mit dem Gedanken war.

„Vielleicht.“

„Ich bin mir sicher, dass er ja sagt. Am liebsten würde ich ihn jetzt schon beg…“

„Nicht jetzt Hator. Er soll schlafen und am Abend vielleicht, wenn wir alle gemeinsam am Tisch sitzen, können wir ihn das fragen.“

„Gut, aber ich ziehe ihn mal den schmutzigen Lendenschurz aus.“

Otto sagte nichts drauf, weil Hator absolut recht hatte. Nio kam tatsächlich mit einem verdreckten Lendenschurz zurück und das passte nicht zum schönen Jungen. Es dauerte auch nicht lange, bis Hator grinsend das verdreckte Stück Stoff in der Hand hielt und es dann achtlos nach hinten warf.

„Komm, legen wir uns auch schlafen und leisten Nio Gesellschaft.“, flüsterte Otto und schmiegte sich am warmen Körper ihres neuen Sohnes an. Von beiden Seiten, legten sie jeweils ein Bein um den Jungen und umarmten ihn auch mit einem Arm.

Sie schlossen die Augen und freuten sich, wenn sie drei dann wach waren und es zum Abendessen kam.

Mika und Aris lagen neben dem Becken und hatten den Kopf auf Nerets Brust gelegt, während sie warteten, bis die Sonne sie trocknete.

„Wollen wir heute wieder zu Menes gehen?“, meinte Aris und Mika dachte zuerst darüber nach, ob das noch Sinn hatte.

„Glaubst du er will uns überhaupt sehen?“, als Mika das Aris fragte, schoss ihm wieder etwas in den Kopf. Jetzt hatte er einen Grund zu gehen und diesmal nicht zu Menes.

„Komm, gehen wir.“, sprang Mika auf und wollte schon gehen, bis ihm eine Idee kam. Schnell ging er zu Neret und öffnete ihm den Lendenschurz. Der Stoff glitt gleich runter und Neret sah ihn fragend an, als Mika und Aris zwischen die Beine sahen und breit und lüstern grinsten.

„Wir kommen gleich und hoffentlich, zu dritt.“

Sie wussten von Nio, dass jeder auf der Feier einen schwulen Sohn hatte. Dementsprechend war auch Menes schwul, aber sie haben vergeblich jeden Tag versucht mit ihm zu sprechen. Doch Mika wollte am Abend der Feier Hilfe holen, bevor das mit Nio geschah, und genau diese Person, fiel ihm jetzt wieder ein. Leise Tapsten ihre Poften und klauenbewehrte Zehen über den Boden, während sie zu den Dienerquartieren gingen.

„Was hast du vor Mika?“

„Mit seinen Vater sprechen. Vielleicht kann er uns ja helfen.“

Bevor er den Satz zu Ende gesprochen hat, waren sie schon an ihrem Ziel angelangt. Sie standen vor einem Leinentuch und man konnte eine Gestalt drinnen wegen der Sonnenstrahlen die den Raum erhellte, erkennen.

„Hallo, hier ist Mika und Aris, dürfen wir reinkommen?“

Die Gestalt hinterm Vorhang drehte den Kopf und kam zu ihnen geschritten.

„Hallo Mika und Aris!“, mit dem warmen Worten wurde der Vorhang zur Seite geschoben und anders als erhofft, war es Menes Mutter, Meri, die da war und sie herzlichst begrüßte. Sie bekamen große Augen, als sie sahen, dass sie völlig unbekleidet war und auf Höhe ihrer Augen, die zwei großen und runden Brüste zu sehen waren. Nachdem sie diesen Schamvollen Moment hinter sich hatten, starrten sie sofort irgendwo in die Luft, als ihnen Platz gemacht wurde und sie dann eintraten. Und es war auch das Erste Mal, dass sie hier drinnen waren. Normal standen sie immer vor dem Eingang, als sie nachfragen, ob sie Menes sehen können und bis jetzt, immer eine Absagte zu hören bekamen, weil Menes niemanden sehen wollte.

„Was kann ich für euch tun meine zwei lieben Jungs?“

„Ähm… wir wollten Menes sehen.“

Meri ging ein paar Schritte davon und deswegen, ließen sie erst einmal ihren Blick im Raum wandern. Es war recht spärlich eingerichtet und nur das nötigste war da. Ein Bett für Zwei vor ihnen, daneben ein kleiner Schrank und ein Nachtkasten und rechts eine kleine Kochnische. Dahinter hatte ein weiterer Vorhang die Ecke versteckt. Zwei recht große offene Fenster, erhellten warm den Raum und eines der Fenster, war hinter dem Vorhang in der Ecke und man konnte erkennen, dass dort ein Bett und davor eine Truhe war.

Es wirkte sehr gemütlich und recht eng und Meri, setzte sich zum Tisch in der Mitte des Raumes und zeigte ihnen, dass sie sich zu ihnen setzen sollen. Erst nachdem sie sich zu ihr gesetzt haben, fing sie zu sprechen an.

„Es tut mir leid, dass Menes euch bis jetzt nicht sehen wollte. Seit der Feier hat sich mein Kleiner noch weiter zurückgezogen und wir beide, also ich und mein Gatte, wissen nicht weiter.“

Aris und Mika sahen sich besorgt an und das war auch das, was sie gespürt haben bis jetzt. Menes hat sich vollkommen abgeschottet.

„Wo ist er? Vielleicht… sollten wir mit ihm sprechen, obwohl er uns nicht sehen möchte.“

„Das… ich bezweifle, dass er euch zuhören wird. Er geht jeden Tag zu seinen Lehrstunden und gleich nachdem, sitz er den restlichen Tag im Bett und liest.“

„Was liest er denn?“, wollte Aris wissen und er hoffte, dass er dadurch einen Anhaltspunkt bekam, um irgendwie zu Menes durchzudringen.

„Abenteuer Geschichten. Geschichten von Helden, Heldengruppen die gegen Drachen kämpfen und sowas. Er verkriecht sich in seine Bücher und möchte sonst nichts anderes tun den ganzen Tag.“

„Darf ich mir ein Buch anschauen?“, fragte Mika und Meri, stand gleich auf und ging zum Vorhang in der Ecke. Sie öffnete die Truhe und kam mit einem Wälzer von einem Buch zurück.

„Das liest er momentan.“, das Buch war schwer und als Mika die letzte Seite aufschlug, sah er überrascht auf.

„Das Buch hat ja über 1300 Seiten!“

„Ja, und sowas liest er innerhalb von vier Tagen durch.“

„VIER TAGEN!“, schrie fast Aris auf und war sichtlich beeindruckt.

„Das ist die Geschichte von Gerald. Ein Abenteurer und in vielen Augen, ein düsterer und Habgieriger Halsabschneider. Begleite ihn auf den Weg die Welt ins Licht, oder ins Dunkle zu treiben. Erlebe eine Geschichten eines schwarzen Pumas, der mit seinen grauen Augen, durch die Welt wandelt und in ein Abenteuer gerät, dass nicht dramatischer sein könnte. Verändert durch dunkle Magie des Verbotenen Stammes, muss er sich täglich diesen Vorurteilen stellen und seiner Aufgabe gerecht werden, die Sande von Ascardia von Wesenheiten zu befreien, die nicht schrecklicher sein können. Und während er gerade die roten Sande nach seinem nächsten Auftragsziel durchsucht, begegnet er jemanden, mit dem er in ein Abenteuer gerät, dass alles Bisherige in den Schatten stellt.“, las Mika das Vorwort vor und sah interessiert auf.

„Kling wirklich gut! Ich lese zwar nicht viel und selten, aber ich würde gerne einmal die ersten Seiten lesen!“, meinte Aris und schnappte sich gleich das Buch aus Mikas Händen. Mika aber wollte auch gerade ins Buch schauen, weil er es auch höchst interessant fand. Aber Aris drückte ihn weg, als er versuchte sich das Buch wieder zu schnappen.

„Ja, für Menes bedeuten die Abenteuer von Gerald viel. Er hat schon die erste Reihe hinter sich gebracht, das waren… Sechs Bücher und das ist das neuste Buch und viele sagen, dass es wohl auch das Beste bisher ist.“

Mika hörte jetzt nur mit einem Ohr zu, weil er über etwas nachdachte. Und eigentlich wollte er das Menes Vater fragen, aber der schien wohl etwas länger abwesend zu bleiben.

„Ich… wollte eigentlich Grendral was fragen, ist er hier im Palast?“

„Nein. Er ist auf dem Mark und kauft ein. Gleichzeitig schaut er nach, ob schon der zweite Teil der neuen Reihe verkauft wird. Der Autor schreibt zuerst seine ganzen Bücher, bevor er sie dann Verkauft und normal war es bisher so, dass jede fünf Tage ein Buch erscheint.“

„Menes ist aber noch nicht durch mit dem Buch, wieso schaut dann Grendral jetzt schon?“

„Weil er ein Diener von Pharao ist und er kennt persönlich den Autor, der auch einmal ein Diener hier war.“

„Achsoooo… und wann kommt er zurück?“

„Das dauert noch etwas, nachdem Einkauf holt er jetzt Menes ab, seit der Feier.“

„Wieso das?“

„Weil… Menes noch schlimmer behandelt wird, als sonst. Mein Kleiner kam vorgestern mit einem blauen Auge und mit einer Platzwunde nach Hause nach den Lehrstunden.“

Mika machte sich sorgen deswegen.

„Liegt es vielleicht daran, dass er bei der Feier war?“

„Wir wissen es nicht. Wir haben gehofft, dass Menes dort einen Freund findet. Aber wir brachen dann ab, als mein Junge fast weinend zu mir kam. Und seitdem, spricht er kaum noch und wenn, dann nur leise und mit kurzen Sätzen.“

„Und wie war es vorher?“

„Zu Hause war er offener und lachte auch oft, zumindest wenn ich mit ihm alleine war.“

„Und… wenn nicht? Wenn ihr nicht alleine seid?“

„Also… dann war er… zurückhaltend. Sprach noch immer viel, aber er war verschlossener.“

„Komisch…“, meinte Mika und er verstand es nicht, wieso Menes offen war, wenn er mit seiner Mutter zusammen war und dann sich verschloss, wenn sie beide nicht mehr alleine waren.

„Glaubst du Meri, dass es was damit zu tun, dass er schwul ist?“

„Ich denke nicht, dass ich jemals davon gehört habe, dass er schwul ist.“

„Doch! Jede Familie die an der Feier war, hatte doch ihren schwulen Sohn dabei.“

Erschrocken sah sie zum Eingang und stand sofort auf, weil der offen war, um den Vorhang wieder zu schließen.

„Mika, wenn wir darüber reden, dann nur leise, bitte.“, sagte sie nachdem sie wieder am Tisch war und da, hob Aris den Kopf vom Buch.

„Wieso?“, flüsterte Mika und Aris schloss das Buch, merkte sich aber die Seite.

„Weil das noch nicht offen ist. Schaut…“, sie stand wieder auf, ging zum Bett von Menes, sah kurz zum Eingang, und holte ein weiteres Buch hervor, dass unter dem Bett versteckt war. Leise ging sie wieder zum Tisch und übergab Mika das Buch, das recht dünn war.

Mika sah sich das Buch an und ein bekannter Duft stieg ihm in die Nase. Es sah so aus, als ob etwas über das Buch verschüttet wurde, mehrmals und an unterschiedlichen Tagen. Er ahnte schon was es sein könnte, als die Flecken leicht abblätterten. Als er das Buch dann aufschlug, verdeckte sich Meri das Gesicht.

Es waren Zeichnungen, ziemlich detailgenau und mehr als erotisch noch dazu. Einige zeigten ein Greifen, der nackt in vielen Positionen dargestellt war und natürlich, höchst erregt war. Dann waren noch Zeichnungen dabei von Jungs, die sich duschten, oder badeten und der Zeichner legte sehr viel Wert auf die Lendengegenden. Und auf den letzten Seiten, die sich unterschieden von den ersten, sah er Gesichter gezeichnet. Sie waren wunderschön und lächelten breit und freudig. Darunter, war auch sein Gesicht und das von Aris und Nio. Es waren nur noch drei Seiten frei zum Zeichnen und da, sah er die Fingerabdrücke von Menes, die feucht hinterlassen wurden und eingetrocknet waren.

Mika blätterte wieder zurück zu den Zeichnungen des Greifens und sah sich das genauer an.

„Ist das nicht Grendal?“, fragte er und sah hoch und dabei, schnappte sich Aris das Buch und blätterte durch.

„Ja, ich erkenne meinen Gatten, wenn ich ihn SO sehe.“

„Ui…“

„Mehr als nur Ui Mika.“

„Aber…“, fing Mika an was zu sagen, hielt es aber noch zurück, weil er nicht sicher war, ob er das sagen sollte. Es war ein schweres Thema und er hätte schon einige Ansetzte, doch er wusste nicht, ob das auch richtig war.

„Hast du… die letzten Seiten gesehen?“

„Das mit den Jungs? Ja…“

„Nein, die Gesichter!“

„Gesichter?“, sagte sie überrascht und riss das Buch nun aus Aris Händen, der damit nicht gerechnet hatte und sie schon fast neidisch Meri ansah. Meri blätterte ganz nach hinten und sah sich nun die Gesichter an.

„Bist das nicht du und Aris? Und auch Nio?“

„Ja, das sind wir.“

Meri lehnte sich nach hinten und sah nachdenklich die Seite an.

„Er hat… euch gezeichnet…“, sie nahm wieder das Buch in die Hand und fing langsam von Anfang bis zum Ende durchzublättern an.

„Anhand davon… hat mein Kleiner was anderes für sich entdeckt… würde ich meinen.“, flüsterte sie nachdenklich vor sich hin und Mika, kam zum selben Entschluss.

„Vielleicht möchte er uns deswegen nicht sehen, genauso wieso er sich zurückzieht, wenn ihr nicht mehr zu zweit seid. Vielleicht weiß er nicht wie er sich verhalten soll, wenn er mit denen zusammen ist, die er zeichnet.“, sprach Aris das aus, was kurz darauf auch jeder dann im Kopf hatte.

Meri aber legte die Finger auf die Gesichter und mit feuchten Augen, strich sie dann an den Zeichnungen runter.

„Er hat euch… süß gezeichnet, dass muss ich schon sagen. Man sieht an der Zeichnung, wie er euch sieht.“, ihre Stimme brach und schluchzend, legte sie beide Hände aufs Gesicht. Mika und Aris sahen sich schuldig an und stiegen dann vom Stuhl ab, um ihr tröstend eine Hand auf den Arm zu legen. Sie ergriff beide Hände und sah beide liebevoll an. Als sie dann nickte, hörten sich ein leise „Geht schon…“, von ihr und daraufhin, setzten sie sich wieder zum Tisch.

„Wisst ihr… *schnief*… Kinder können grausam sein. Menes hat ihnen nichts getan und dennoch… *schnief*… wird er jeden Tag aufs übelste beschimpft. Man nennt ihn Missgeburt, das Ding aus der Wüste, obwohl er ein Wunderkind ist. Er ist mein Liebling, den ich gefüttert und gesäugt habe. Er ist mein und Grendals größter Schatz und wir waren, sooo glücklich, als ich dann schwanger mit ihm war und… wir haben nicht gerechnet, ein Wunderkind zu bekommen, deswegen…, machen wir uns schreckliche Sorgen um ihn. Und ich danke den Göttern, dass ihr nun da seid. Ihr seid die ersten, die ihn überhaupt besuchen kommen, nach ihm fragen und… und seine Freunde sein möchten. Aber… *schnief*… ich mache mir auch Sorgen, dass es schon zu spät ist.“

„Wie… meinst du das?“, fragte Aris vorsichtig nach, weil er nicht wollte, dass Meri wieder zu weinen anfing.

„Vielleicht… es sieht schon fast danach aus… als ob Menes schon die Hoffnung hinter sich gelassen hat. Er hat kein Interesse andere kennenzulernen. Er spricht nicht mit Fremden. Er hat… sich in seine Welt zurückgezogen. Das sollte ein Junge mit 12 Jahren nicht machen. Er sollte mit anderen spielen, den ganzen Tag rennen und einfach Spaß haben. Aber er hat nie Freunde gehabt und bis sich Menes zurückgezogen hat, haben wir immer mit ihm gespielt und gelacht. Zwei Jahre Mika, zwei Jahre Aris, machen wir das schon mit ihm durch. Ich… weiß nicht mehr weiter…“

Mika und Aris kamen fast die Tränen, als sie das hörten. Es erinnerte sie so sehr an die eigene Vergangenheit. Auch sie hatten kaum Freunde und wenn, dann nur einen oder zwei. Aber Mika hatte Glück in einem Land, als ein Kind, eines Königs geboren zu sein, wo man Schwule nicht so schlimm behandelt, wie hier. Aris hingegen, konnte mit Menes mitfühlen. Auch er war kurz davor sich völlig zurückzuziehen, bis er hörte, was mit Pilas auf dem Markt geschehen war und er hatte den Mut, ja zu sagen, als Pilas zu ihm kam. Aber er war sich auch sicher, dass er am nächsten Tag nicht mehr den Mut aufbringen konnte und auch nie mehr könnte.

In der Hinsicht, hat ihn sein Bruder ein neues Leben geschenkt und er war jetzt mehr denn je, dankbar darüber und auch dafür, dass er ihn als Bruder hat. Genau so eine Person, brauchte jetzt Menes. Menes braucht jetzt jemanden, der ihn führt und er war jetzt Feuer und Flamme, dass es Mika oder er werden wird, der Menes zur Sonne führt, ins Glück.

„Wir machen es schon.“, sagte Mika plötzlich und grinsend über beide Ohren, was Meri völlig überraschte, und Aris schon geahnt und gehofft hat.

„Danke Mika, aber wie wollt ihr das anstellen? Menes… möchte niemanden mehr sehen. Wie wollt ihr das also anstellen?“

„Dafür brauch ich das Buch.“, Mika zog das Buch über den Tisch zu sich, klappte es zu und hielt es dann unterm Arm fest.

„Sagt Menes, wenn er sein Buch zurückhaben möchte, dann soll er zu mir kommen, sonst zeige ich jeden, was er gezeichnet hat.“

„Ich denke nicht, dass das gut ist mein Liebling. Menes wird sich deswegen bestimmt noch weiter zurückziehen.“

„Dann sag ihm, dass wir ein paar Bucher bei ihm auf dem Bett gefunden haben, die wir uns ausleihen. So wird es auch nicht rauskommen, dass ihr schon über ihn Bescheid wisst.“

Meri dachte über den Vorschlag nach und sie sah keine Schwachstellen in dem Plan. Sie wog alles ab und die Chance, dass Menes zu ihnen gehen würde wegen seines Buches, war hoch. Sie musste es nur noch gut Schauspielen und vielleicht, nur vielleicht, wird dann Menes zu ihnen gehen wollen.

„Bitte seid aber Vorsichtig. Tut bitte so, als ob ihr noch nicht reingeschaut hättet. Sonst… sonst… wer weiß was dann passieren wird. Er ist schon so… zerbrechlich.“

„Machen wir!“, gab Aris gleich zurück und stand auf, um zum Bett zu gehen. Er legte gleich ein paar Bücher aufs Bett, machte einige auf und ließ es so aussehen, dass sie in ein paar geschaut hätten. Auch präparierte er das Bett und ließ es so aussehen, als ob sie das Buch unterm Bett gefunden hätten.

„Darf ich mir auch richtig ein paar Bücher ausleihen?“, fragte Aris nach und Mika ging dann ebenfalls zum Bett und wühlte in der Kiste rum.

„Natürlich.“, Mika schnappte sich den ersten Teil der ersten Reihe und noch zwei, die über einen Jungen und einen Drachen handelten.

„Die nehmen wir mit, wenn das ok ist?“

Meri nickte freudig und die Jungs sahen, wie sie wieder Hoffnung schöpfte.

„Wenn das klappt, dann werden ich und Grendal für euch ein paar Nächte zur Verfügung stehen.“

Aris und Mika schluckten schwer und bemerkten wieder, wie Meri nackt vor ihnen stand.

„Denkt euch nichts dabei, euer Vater Hator nahm mich auch schon oft mit ins Bett. Und oft zu dritt, hatten wir großen Spaß.“, während sie sprach, glitt ihre Hand an ihr runter und die Jungs, schluckten nochmals schwer, als sie den beiden zeigte, was ein Weibchen zwischen den Beinen hatte.

„Wir gehen… besser…“, meinte plötzlich Aris und Mika sah seinen Bruder kurz hinterher, bevor er sich vor Meri leicht verbeugte und zu seinem Bruder aufschloss.

„Noch einmal jung zu sein… wie schön es damals war.“, dachte sich Meri und legte sich ins Bett, nachdem sie den Vorhang wieder zugezogen hat. Sie gönnte es sich jetzt, sie ließ die Hand weiterwandern zwischen ihren Schenkel und dabei, stellte sie sich Mika und Aris vor. Sie war verzückt.

„Glaubst du Nats, dass wird ihn gefallen, wenn ich das Anziehe?“

„Bestimmt, aber nur, wenn ihr zu zweit seid.“

Argos sah in seine Tasche rein und schämte sich extrem, dies doch gekauft zu haben.

„Ich werde es dann anziehen, wenn wir auf Reisen sind, nicht früher.“

„Mach das und wollen wir uns mal die Bordelle anschauen?“

Argos ganzes inneres widerstrebte sich und doch, nickte er.

„Die sind… alle… im schwarzen Viertel… Nats.“

„Wo ist der?“

„Ich zeige es dir.“, sagte Argos und stieg nervös und mit zittrigen Beinen auf Nats rauf, der auf dem Markt neben ihm war. Sie waren ein sehr ungleiches paar und viele Augen waren auf sie gerichtet auf dem Markt. Das mochte Argos überhaupt nicht. Es fühlte sich so an, als ob jeder wissen würde, was er getan hat. Was er in der Tasche hatte.

Er führt ihn zum schwarzen Viertel und dabei erklärte er ihm auch, wieso es so hieß.

„Der schwarze Viertel heißt deswegen so, weil alles was dort passiert, nicht nach außen dringt. Man kann wirklich alles dort finden und obwohl die Gesellschaft von außen rein und weiß aussieht, findet man dort alles, was nicht gezeigt wird. Dort dürfen auch nur die Erwachsenen rein und auch nur die Bürger der Stadt. Sonst keiner.“

„Und was ist mit Mika und seinen Brüdern?“

„Wenn sie verhüllt reingehen, sodass sie niemand sieht und wir der Wache sagen, dass das der Prinz ist, dann wird das schon irgendwie gehen.“

Sie hielten an vor einer großen schwarzen Doppeltür. Sechs Wachen standen da und schauten sie prüfend an.

„Willkommen. Bürgerabzeichen bitte.“, sagte eine Wache und sie war verhüllt, sodass man das Gesicht nicht sehen konnte.

„Habe ich nicht.“, sagte Nats einfach so. Doch Argos, hob das Bein und streckte die Pfote die Wache entgegen. Die Wache packte das Bein an der Pfote und sah sich den kleinen Anhänger an, der an einem dünnen geflochtenen Band befestigt war. Dann wurde es umgedreht und die Wache sah einmal kurz rauf, bevor es abermals umgedreht wurde.

„Willkommen und genießt den Tag. Möge die Sonne euch den Weg weißen.“, mit den Worten, öffnete die Wache das Tor und dahinter, war ein schwarzer Vorhang. Nats ging durchs Tor und blieb vor dem Vorhang stehen.

„Weswegen hat er so geschaut?“

„Er hat gesehen, dass ich aus dem Palast komme. Das ist auf der anderen Seite beim Anhänger eingraviert. Sonst hätte er uns noch untersuchen müssen, würde uns nach unseren Namen fragen, weil er es notieren muss, falls was passiert.“

„Was soll schon passieren?“

„Das, mein Freund, wirst du jetzt sehen.“, meinte nur Argos und stieg von Nats runter. Argos presste die Tasche an sich mit einer Hand und mit der anderen, tauchten sie in eine andere Welt ein.

Die Gassen waren überdacht durch Leinen in verschiedenen Farben. Sie waren dick und ließen kaum die Sonne durch. Dadurch wirkte es sehr düster, fast schon so, als ob ewig Dämmerung herrschte. Sie rochen Kräuter, die sonst verboten waren zu besitzen. Der Geruch von Duftwasser, Bienenwachskerzen, Räucherstäbchen, sogar Weihrauch, drangen in ihre Nase und schlugen wie Faustschläge auf ihre Nasen ein. Wenn gesprochen wurde, dann leise, lüstern und erotisch. Was aber laut zu hören war, zumindest in dieser Welt, die ausgegrenzt zu sein schien, war das stöhnen und grunzen. Hier am Eingang, war es noch sehr erotisch. Nackte Weibchen und Männchen, lagen am Gassenrand vor den Häusern, die teils offen waren und wo man auch reinschauen konnte, mit gespreizten Beinen dar und luden förmlich ein, das Gesicht zwischen die Beine zu vergraben.

Schon paar Meter weiter, sah man die Bürger der Stadt, die das auch taten. Am Wegesrand, wurde lustvoll geliebt, geleckt, genuckelt, gestreichelt, massiert und gestöhnt. Wie weiter sie gingen, umso lustvoller, härter und brutaler wurde es. Die Bürger wurden gefesselt und an den Händen, oder Pfoten Gelenke aufgehängt, und sie sahen, wie dann die Rute, oder sogar die Peitsche zum Einsatz kam. Andere waren wiederum gefesselt, die Beine waren gespreizt und eine Maske war aufgesetzt worden, während sie schrien, sich wandten und sich zu befreien versuchten, wegen der Hand im Schritt. Ob Weibchen oder Männchen, beide Geschlechter wurden an den Rand des Wahnsinns getrieben, während sie der Hand, oder Händen, ausgesetzt waren.

Andere waren auf einen Bock gefesselt, wo jeder Besucher sie einmal nehmen konnten. Sie standen sprichwörtlich, frei zur Verfügung. Und überall sah man die Preisschilder und wer weiß, was wirklich in den Häusern geschah, von wo man Sachen vernahm, die jeden das Grauen, oder die Lust, in die Höhen trieb.

Sie beide staunten und sahen sich alles genau an. Einer wusste vom anderen, worauf der stand und heimlich auch als Vorlage fürs Pfoten nahm. Deswegen hatte auch Argos seine freie Hand auf Nats Schulter und krallte sich richtig fest an ihn.

Sie erreichten einen Platz, der dunkel und düster war. Und wie es schien, eine Taverne war. Man konnte sich frei hinsetzten, während rundherum Gäste saßen, die jeweils in eine Gasse starrten. Acht Gassen führten von diesem Platz weg und jede war leicht in eine andere Farbe getaucht. Und sie saßen sich zu einem Tisch hin, um wieder zu Atem zu kommen. Denn, die Luft war hier so Dick und abgestanden und es roch nach allem, was ein Körper hergeben konnte, sodass sie Schwierigkeiten bekamen richtig durchzuatmen. Es wurde Tee gebracht und Argos legte gleich ein paar Münzen mehr hin, woraufhin eine Kanne gebracht wurde. Wieder stach Nats wie ein Fels in der Brandung hervor, sogar, als der nur auf dem Boden saß, weil kein Stuhl hier sein Gewicht aushalten konnte.

„Und Argos, schon was gefunden?“

„Vieles, mein Freund. Aber…“

„Ich verstehe.“, sagte Nats und rieb sich den Schritt, wo die Beule schon richtig nass wurde.

„Was ist mit dir?“, fragte Argos und schämte sich etwas, dass er auf so vieles reagierte.

„Ich finds geil hier. Am liebsten würde ich alles einmal ausprobieren.“

„Das habe ich mir schon gedacht. Du hast auch in deinen alten Leben viel gemacht.“

„Ach Argos, was du gesehen hast, war nicht, was ich gefühlt habe. Du bist ein Kind in der Hinsicht und du musst noch so vieles über deinen Körper lernen. Deswegen, finde ich das wir am falschen Ort sind. Hier geht man hin, weil man schon weiß was man mag. Du bist aber noch auf der Suche danach und deswegen, bist du bei den Jungs besser aufgehoben.“

„F-Findest du?“

„Ja, Mika ist zwar schon erfahren, aber du kannst noch leicht mithalten. Er will nur einen Schwanz in der Schnauze haben und benutzt werden. So viel habe ich schon herausgefunden. Mika möchte richtig benutzt werden, er möchte als Diener benutzt werden und so, bringst du ihn zur höchsten Ekstase. Nimm einfach von ihm, frag nicht und mach es einfach. Sprich mit ihm, als könnte er noch eine Runde schaffen und du wirst sehen, dass er dann Butter in deinen Händen wird, und alles machen wird, was du von ihm abverlangst. Und wenn er glaubt, dass es endlich vorbei ist, dann mach noch eine letzte Runde. Und so weiter und so weiter. Mach das eine Nacht und du wirst sehen, wie Mika dich dann anhimmelt, wenn er dann als Belohnung, dir eine blasen darf.“

„Aber… das ist falsch!“

„Wieso?“

„Na… weil er so ein komplett Falsches Bild von Belohnungen bekommt.“

„Ach, du musst ihm nur zeigen, dass sowas nur im Bett erlaubt ist. Genauso hat es Zasar gemacht. Im Bett war Mika sein Sklave, sein kleiner Junge, sein Liebling, den er wirklich immer vernaschen wollen würde und ihn das auch sagte. Aber draußen, waren sie die besten Freunde. Sie sprachen offen und lachten viel. Wenn du das bei ihm hervorrufen kannst, also seine Begierden stillen kannst, dann wird er dir auch völlig vertrauen. Er wird wie ein Säugling, in deine Hände liegen wollen. Weswegen er dann niemals von dir verletzt werden darf. Er vertraut dir dann so vollkommen, dass er sein ganzes Wesen dir offenbaren und so, auch seine ganze Verletzlichkeit zeigen wird.“

„Glaubst du das wirklich?“

„Ja Argos. Wie mehr du ihn liebst, wie mehr du auf ihn zugehst, seelisch und körperlich, umso mehr wirst du dann zurückbekommen. Sag nicht nur, dass du ihn Liebst und so ein Zeug, zeig es ihm. Denn das, hast du nur einmal getan bis jetzt. Und du hast gesehene, wie er dann bei dir klebte danach. Und stell dir Mal vor, wie es dann wäre, wenn es nicht nur beim Hintern vernaschen geblieben wäre?“

Argos konnte sich das gerade nicht vorstellen, weil er was ganz anderes im Kopf hatte.

„Dann… wäre es besser, wenn ich den EINKAUF, besser Mika als Geschenk geben würde, oder?“

„Ja schon und er soll das anziehen, wann DU sagst, dass er es soll.“

Argos wurde das alles langsam zu viel. Viel zu viel dreht sich nun alles um Sex und mehr. Eigentlich hat er sich das so vorgestellt, dass er für Mika da wäre, falls sein Prinz eine Erleichterung braucht. Umso schöner fand er es, dass sie in drei Tagen aufbrechen zum Verbotenen Stamm. Obwohl er nicht wusste, ob das überhaupt gut war, wenn Mika Randel und die anderen wiedersieht. Jedoch würde er es auf die Hinreise schon noch erfahren.

Während Argos in sich gekehrt wirkte, sah Nats was Erfreuliches. Es ist ihm schon vorher aufgefallen, aber er reagierte nicht darauf. Hier und da, sah er einen von seinem Volk. Es war traurig, dass sie verschleppt wurden, doch das sagte nur, dass sie nicht stark genug waren, genauso wie er zum Zeitpunkt, als er gefangengenommen wurde.

„Ich… möchte hier weg Nats.“

„Das verstehe ich. Ich möchte auch zurück zu meinen PRINZEN.“

Auf dem Weg zurück, dachte Nats nach und er fragte sich, welche Rolle er einnehmen wird an Mikas Seite. Und auch, wann ihm Mika wieder einen Lutscht. Denn, seine Klöten pochten schon wieder seit Tagen.

Aris und Mika lagen bei Neret. Die Bücher lagen auf den Bauch des Wolfen und während Neret die Vormittagssonne genoss, genossen die beiden Jungs die Bücher und kurz und immer wieder, streichelten sie nebenbei, Nerets Penis und Hoden. Da es eher eine Zuwendung war, wurde der dunkelbraune Penis auch nicht lang und hart.

Es war eine Erinnerung von den zwei Jungs, was sie jederzeit berühren und in der Hand halten konnte. Es war eine Erinnerung, dass Neret ihr Diener war und Mika hat schon am ersten Tag Aris erlaubt, beide Wölfe genauso zu benutzen, wie er selbst. Mika lag auf dem Bauch und blätterte weiter, während er im Buch vertieft gerade Nerets linken Hoden von unten kraulte. Durch den weichen, dünnen und ledrigen Hodensack, konnte Mika genau den Hoden spüren, den Aufbau, die Härte und die Größe. Und obwohl er das spürte, war für ihm gerade das Buch interessanter und er fand es wirklich gut. Er konnte nicht aufhören zu lesen, weil er wissen wollte, wie Geralds Abenteuer verlaufen wird.

Aris hingegen, sah am Buch vorbei, während er die Eichel durch die dünne und hängende Vorhaut in der Hand hatte. Grinsend, strich er dann am Penis hinauf und die Vorhaut folgte ihm widerstandslos. Die Eichel glänzte leicht im Sonnenschein und tauchte in den Schatten, als er sie ergriff und vorne, über den Schlitz, den Daumen kreisen ließ, woraus die Vorfreude langsam kam.

Neret wurde noch nie zuvor so gemütlich und erotisch verwöhnt und er wusste, dass sie ihn nicht zum abspritzen bringen wollten, sondern eher ihn und alles was er zwischen den Beinen hatte, berühren wollten. Und das, fand er sehr schön.

„Hallo meine zwei Lieblinge!“, mit leichten Pfoten ging Meri zu Menes und Grendal hin, die den Vorhang zur Seite geschoben haben. Sie begrüßte beide mit einem Kuss auf die den Schnabel. Menes wirkte in sich gekehrt und ihr Gatte sah sie besorgt an.

„Was habt ihr gekauft? Wie waren die Lehrstunden?“

„Es gibt frisches Gemüse, frisches Brot und etwas Knoblauch. Also Knoblauchbrot und einen Salat.“

„Hervorragend! Und das Buch?“

Grendal sah runter zu Menes, der leicht grinsend zu ihnen hochsah.

„Hat er schon in den Armen und freut sich schon weiterzulesen.“

Meri ging vor ihren Liebling in die Hocke und nahm ihn einmal fest in die Arme. Sie spürte, wie ihr Liebling sich gegen sie drückte und dann sogar, ein „Danke Mama!“, flüsterte. Ihr Herz zerrann danach und dann, fiel ihr der Plan ein. Sie hoffte inständig, sie betete schnell zu den Göttern und der Sonne, dass alles gut verlaufen wird, bevor sie anfing.

„Menes mein Liebling. Mika und Aris waren wieder hier.“, schon sah sie, nachdem sie das gesagt hatte, wie Menes sich verwandelte und das lächeln, verschwand völlig. Schon fast Trübsal blasend sah Menes an sich runter und wie wusste schon lange, dass sich Menes nicht selbst mochte. Auch ihr Gatte wusste es, aber sie konnten nichts tun, als ihren Sohn zu lieben. Und den Lendenschurz täglich auswaschen, der in der Nacht nass gemacht wurde.

„Sie fragten nach dir und waren sehr besorgt mein Liebling. Sie wünschen sich wirklich, deine Freunde zu werden. Sie haben sogar gefragt, was du in der Freizeit machst.“, ihr Junge drückte das Buch ganz fest an sich und als sie das sah, kamen ihr fast die Tränen.

„Ich sagte ihnen, dass du viel liest und… sie fanden es toll und fragten mich, ob ich ihnen nicht auch ein paar Bücher leihen könnte. Ist das nicht toll? Sie lesen auch gerne! Vielleicht könnt ihr ja zu dritt lesen und euch über die Bücher austauschen? Wäre das nicht schön?“

Menes drückte nun das Buch so fest an sich, dass die Arme zu zittern anfingen.

„Menes? Schatz? Alles in Ordnung?“

Menes fiel ihr entgegen und verlor Tränen. Voller Sorge sah sie hoch zu ihren Gatten und der schüttelte nur traurig den Kopf.

„Es war wieder sehr schlimm für ihn. Ich denke, er sollte den Lehrmeister wechseln.“

„Aber… zu wem sollen wir ihn bringen? Er… *Schluchz*… hat schon alle in der Stadt gehabt!“

„Ich… weiß es nicht. Vielleicht sollten wir Hator fragen und vielleicht, gibt er uns ein paar Münzen für einen Privatlehrmeister. Das… wäre die einzige Lösung.“

„Aber dann hat er keinen gleichaltrigen mehr in seinem Umfeld! Wir können ihn doch nicht abschotten und einsperren!“

„HAST…! Hast du… eine bessere Lösung.“, wurde sie gefragt und sie hielt in ihren Armen den größten Schatz in ihren Leben. Sie hatte ein Wunder in ihren Armen, dessen einzige Verfehlung für die anderen war, überhaupt zu existieren.

„Wir reden gleich darüber. Doch zuvor wollte ich Menes Bescheid sagen, dass Mika und Aris sich ein paar Bücher ausgeliehen haben und sie laden dich herzlich ein, zu ihnen zu kommen.“

Menes traurige und nassen gelben Augen sahen langsam zu ihr auf.

„W-Welche?“

„Ich weiß es nicht mein Schatz. Aber es waren einige. Du müsstest schon selbst schauen, welche sie ausgehliehen haben.“

Menes sah an ihr vorbei und sie merkte gleich, dass ihr Sohn es bemerkt hatte, als der in ihren Armen zu zittern anfing.

„Sie sahen in ein paar rein und schnappten sich dann welche ohne reinzuschauen. Anscheinend mögen sie auch Abenteuergeschichten.“

Ihr Junge konnte nicht mehr aufhören zu zittern und sah gleich wieder zu ihr.

„W-Wo… sind sie?“, sie sah, wie sich ihr Junge zusammenriss. Die Augen waren weit geöffnet, der Schnabel klapperte schon fast und die Beine zitterten immer schwerer.

„Ich vermute oben beim sich zu Hause.“, sagte sie leicht lächelnd und wirklich erfreut, dass es bis jetzt geklappt hat.

„Ich bringe ihn hoch, er war noch nicht einmal dort.“, sagte ihr Gatte und sie wusste nicht, ob das so eine gute Idee war. Doch dann, vertraute sie Mika und Aris und sie nickte mit einem Lächeln.

„Gut und Menes, in einer Stunde gibt es Mittagessen. Kommt ihr dann zusammen zu uns?“

Menes nickte eifrig und sah dann mehr als verlegen drein, als ihr Junge von ihrem Gatten hochgehoben und auf dessen Arm Platz nahm. Sie hatte bedenken, dass Menes so auf dem Arm saß. Vielleicht würde was passieren, was für beide sehr unangenehm war. Doch Grendal spielte die Rolle des nicht wissenden Vaters gut und machte einfach so, als ob der nichts von Menes Geheimnis wusste.

„Viel Spaß noch!“, rief sich hinterher und als sie dann alleine im Raum war, musste sie zurück zum Bett, um sich hinzusetzte. Sie zitterte selbst jetzt und gleichzeitig, waren ihre Gedanken bei Menes, bei ihrem Wunderkind.

Menes Gedanken drehten sich nur noch um das Buch. Nichts und niemand durfte es sehen. Damals, hätte er sich gefreut so auf den Arm seines Papas zu sitzen, doch nun, hatte er nur Panik. Panik das es raus kam. Panik, dass sie es sehen würden. Das Papa und Mama sehen würden, wenn er damit zurückginge. Es war seine Welt, seine Gedanken, seine Träume. Darin konnte jeder sehen, was er in sich trug, was er sich insgeheim immer gewünscht hatte. Und was er sah und ansah, wenn keiner zu ihm sah. Es war sein Geheimnis, sein dunkles Geheimnis. Er wüsste nicht, was er sagen sollte, was er tun sollte, wenn das jemals herauskäme. Davonlaufen, klang ziemlich gut. Nur, wohin war die Frage. Er kannte niemanden, eine Oma oder Opa hatte er nicht. Er war und ist immer, allein gewesen.

„Wir sind gleich da.“, hörte er von seinem Papa sagen und mit jedem Schritt den der ging, wuchs seine Angst immer höher. Kurz sah er sich hier oben um und er stellte fest, dass es alles andere war, als was er bisher zu hören bekam.

„Meine Prinzen, Menes wollte euch sehen!“

Als Mika und Aris da hörten, schloss Mika gleich das Buch und merkte sich die Seite. Wie zuvor geplant, schnappte er sich Menes privates und geheimes Buch und öffnete es aber erst, als sie beide zu Menes sahen.

„Hey Menes! Komm doch zu uns! Achso Neret, verdeckt dich bitte, wir haben einen Gast. Neret seufzte und im Liegen, gingen die Hände runter und der Lendenschurz legten sich wieder über das Glied.

Menes rutschte runter von Grendal, lief zu ihnen und schnappte sich das Buch, das Mika aufgeschlagen hatte. Der Vater wusste sofort, was das für ein Buch war und gab es mit einem Blick Mika zu verstehen. Aber, als Menes sofort wieder zu seinem Vater rannte und sich an ihn drückte, verlief der Plan, den sie beide hatten, nicht in die gewünschte Richtung. Stattdessen, lief es in die andere Richtung. Es lief schief.

„Können wir gehen?“, hörten sie ihn alle sagen und Mika machte das Erste, was ihm einfiel. Er stand gleich auf und ging zu Menes hin. Er nahm ihn in die Arme, drückte ihn und sagte einfach: „Danke!“

Mika bedankte sich für die Hilfe beim Fest, er bedankte sich, dass Menes gekommen war, auch, wenn es nur um sein Buch ging.

Als Grendal das sah, ahnte er, das was im Busch war. Meri hätte etwas gesagt, wenn sie gesehen hätte, welches Buch Mika und Aris genommen haben. Das alles kam ihn viel zu aufgesetzt vor und deswegen, konnte es nur die Idee von Mika und Aris gewesen sein. Die Idee war schlicht, sie wollten Menes aus der Reserve locken, doch sie haben seinen Jungen unterschätzt und dennoch, gaben sie nicht auf und deswegen, half er ihnen jetzt.

„Wir können gehen Menes, wenn du es dir wünscht.“

„Bitte…!“

„Gut, dann… Mika, Aris, wollt ihr uns nicht Gesellschaft leisten? Ich denke, dass Menes sich gerne waschen wollen würde, bevor es für uns alle das Mittagsessen gibt.“

Aris und Mika bemerkten Menes Blick, der gestresst und überrascht wirkte.

„Was denn Menes? Ich habe genug eingekauft für Fünf und es wäre doch toll, wenn der Prinz und sein Bruder bei uns essen. Gäste hatten wir schon lange nicht mehr, zumindest Gäste, die nicht Diener waren. Na kommt Jungs.“

Es war für alle eine Situation, die nicht so eigeplant war. Sie vier hörten und sahen, wie sich Menes in seiner Ecke wusch und mit dem Schnabel klapperte. Das Wasser fiel dem Jungen aus dem kurzen Fell und sie sahen auch, wie der sich gründlich zwischen den Beinen wusch. Zwar jetzt nur noch schemenhaft, weil der Sonnenstand nicht mehr die Ecke erleuchtet, sondern jetzt den ganzen Raum vom Tisch aus.

Grendal half seiner Gattin beim Gemüseschneiden, während das Knoblauchbrot im Ofen war und sie sich beide leise unterhielten. Mika und Aris saßen am Tisch und schwiegen. Aris fand die Spannung nicht gut, denn jeder und besonders Menes, waren davon betroffen und somit, war jeder angespannt. Deswegen fragte er die dümmste und zugleich häufigste Frage, die man fragen kann.

„Wie habt ihr euch beide kennengelernt?“

Meri wirkte schon fast erleichtert, als sie das hörte und sich von Salat abwenden konnte.

„Ganz unverhofft mein Kleiner.“, fing Meri an, doch Grendal legte ihr eine Hand auf den Arm und unterbrach sie so.

„Ich denke, weil die beiden schwul sind, sollte ich es aus meiner Perspektive erzählen.“

Meri nickte sanft und sah kurz rüber zu Menes, der nun einfach im Bottich stand.

„Also, vor 15 Jahren, nein, es waren sogar 18, da habe ich Hator kennengelernt. Ich war ein junger Greif, der am Markt mit seinem Vater zusammen Honigmelonen verkaufte. Ich war damals 13 und… eines Tages, kam der Pharao mit seinem Sohn auf den Markt. Es war der Tag, wo sich der Pharao die Sorgen und nötige der Bevölkerung anhörte. Auch meine. Ich meckerte damals wie ein sehr kleines Kind darüber, dass uns täglich Melonen geklaut wurden und dabei, sah ich Hator und er mich. Als ich fertig war mit meiner Meckerei, kletterte Hator verstohlen runter von der Sänfte und schlich sich zu mir zum Stand. Er schnappte mein Handgelenk, zog mich in eine Gasse und erst danach, als er mich gegen die Wand drückte, sah ich wer das getan hatte. Dabei hatte er schon seine Hand in meinen Schritt, unter meinen Lendentuch und während wir uns in die Augen schauten, musste ich sie schon fast wieder schließen, weil seine Hand sehr geschickt war für sein Alter. Dann, als ich den Schnabel öffnete, um das erste Mal in meinen Leben ein stöhnen von mir gab, hörte ich ihn was sagen. Er sagte: „Ich will dich. Ich brauche dich, ich liebe dich.“. Und das gleiche, zum gleichen Zeitpunkt, wollte ich dann auch und kurz darauf, wusste ich dann auch, wie schön es war eine Zunge im Schnabel zu haben. Ich wurde Hators Diener, noch am selben Tag übrigens. Und es war eine sehr schöne Zeit mit Hator und Pestos zusammen. Fünf Jahre, liebten wir uns alle im Bett und im ganzen Palast. Bis Hator eben auch erwachsen wurde. In der Zeit, nahm Hator viele Diener auf und darunter, war Meri. Meri war oft eingeladen worden mit Hator das Bett zu teilen und eines Tages, war ich und Meri im selben Bett wie Hator und da, sprang der Funke über beim heißen Sex. Schon am nächsten Tag, war ich bei ihr und wir gingen gemeinsam auf den Markt. Wisst ihr, liebe ist für jeden gleich, doch das Ziel davon war und ist immer gewesen, ein Kind aus der Liebe zu zeugen. Wir hätten kein Kind bekommen können und dennoch, gingen wir beide diese Beziehung ein, weil wir uns liebten. Wir liebten uns so sehr, dass wir sogar auf unsere Kinder verzichteten. Bis es dann geschah.“, und mit diesem Worten, übergab er die Geschichte an Meri.

„Ich wurde schwanger.“, sagte sie mit Tränen in den Augen.

„Wir konnten unser Glück nicht fassen. Wir gingen zu jedem Tempel, fragen jeden aus, ob das nicht nur ein Traum war. Aber alle sagten, dass ich wirklich schwanger war. Es war ein Wunder, Mika, Aris. Deswegen, nennt man die Kinder auch Wunderkinder. Nichts anders könnte es besser beschreiben, als ein Wunder. Es war meine und Grendals schönste Zeit. Hator war außer sich vor glück für uns. Er gab uns frei über die Zeit der Schwangerschaft, damit wir jeden Tag zusammen genießen und bewältigen konnten. Und… als Menes auf die Welt kam, weinten wir alle vor Glück. Der ganze Palast feierte wegen dieses Wunders, namens Menes. Er ist unser Schatz, unser ein und alles und mein und Grendals, Wunder. Wir haben alles bekommen, was wir jemals wollten, worüber wir jemals zusammen geträumt haben. Menes, unser Sohn, der ein Wunderkind war, das schönste überhaupt, wenn ich das so sagen darf, sollte auch so einen Namen bekommen und was lag nicht näher, als ihn den Namen des ersten Pharaos zu geben.“

Während Meri langsam tränen vergoss, kam Grendal zu ihr und gab ihr von hinten einen sanften und liebevollen Kuss.

„Das ist so romantisch!“, hauchte Mika vor sich hin und sah fröhlich das Ehepaar an.

„Und Menes ist wirklich wunderschön!“, meinte Aris und sah rüber zu Mika, den er zuzwinkerte. Mika sah es und nickte leicht. Aber er sagte dann etwas, was er ehrlich fand.

„Mir gefallen seine zwei Zöpfe. In meinen… ehemaligen zu Hause, trugen manche Krieger ihr Fell lange am Kopf und knüpften sich Zöpfe. Somit zeigten sie, wie lange sie schon lebten, wie viele Schlachten sie geschlagen und überlebt haben. Und ich finde die von Menes, so weiß wie sie sind, wunderschön.“

„Danke Mika, Menes hat unter seinem Gefieder am Kopf Fell, das so wächst wie bei Menschen die Haare. Und da es meine Mutter bei mir gemacht hatte, fand ich das auch bei Menes passend. Nicht das ich mir wünschen würde, dass ich eine Tochter bekommen hätte, nein, ganz im Gegenteil. Auch bei mir, hatten die Männchen Zöpfe, wie Menes. Sie waren stark, breit und sooo groß! Und das gleiche, sehe ich auch bei Menes. Die Zöpfe, werden jedes Männchen zeigen, wie groß und stark er wird.“

Grendal holte das Knoblauchbrot schnell aus dem Ofen und es war auch in letzter Sekunde. Das Brot war so dunkelbraun, dass man von knusprig braun schon fast zu weit entfernt war.

„Menes, das Brot ist fertig, kommst du!“, laut aber warm, rief der Vater den Sohn zum Tisch, fand Mika und er kicherte mit Aris, als es hinter dem Vorhang hektisch wurde. Das Brot wurde auf den Tisch gestellt und der Salat mit Schüsseln ebenfalls, und gleich drauf, zog sich der Vorhang zur Seite. Mit einem leichten Lächeln, tapste Menes zu seiner Mutter, um sich dann auf ihren Schoß zu setzten. Mika schloss die Augen und öffnet die Arme in Richtung Sonne.

„Möge die Sonne diese Speise segnen. Möge die Sonne uns durch diese Speise segnen. Möge die Sonne unseren weiteren Weg segnen. Das ist der Wille der Sonne!“

„Das ist der Wille der Sonne!“, sagten dann die anderen am Tisch und Grendal verteile die Salatschüssel. Und während der Salat verteilt wurde, grinsten Mika und Aris so schön und so nett wie nur möglich Menes an, der nun sichtlich entspannter wirkte und sie sogar ab und an ansah, bevor sie dann zu essen anfingen.

Es war ein leichtes Mahl, dass leicht bekömmlich und wegen der Hitze sehr angenehm zu essen war. Das Knoblauchbrot passte hervorragend mit seinen Aromen zu den gut gewürzten Salat mit seinen Käse darin, der mit jedem Bissen salzig war. Die frischen Tomaten und Gurken, die Oliven und Bohnen, alles passte zusammen mit dem kleingeschnitten grünen Blattsalat. Mika schmeckte es so gut, dass er das unbedingt Morgen als Familie nachkochen möchte. Bis ihm dann einfiel, dass sie morgen schon als Familie abreisen würden.

„Ich habe übrigens eine Idee mit dem Lehrmeister.“, unerwartet sagte das Aris, nachdem fast jeder mit dem Essen fertig war und Mika war gespannt, was Aris für eine Idee hatte. Auch Grendal und Meri sahen neugierig zu Aris, der nun breit grinste.

„Menes könnte doch zu Argos gehen.“

Es war still am Tisch und Grendal und Meri sahen sich sofort in die Augen. Aber Mika war nicht wirklich damit einverstanden.

„Ich weiß nicht Aris. Es ist nicht so, als ob ich es nicht möchte. Aber… wir werden dann viel auf Reisen gehen. Ich weiß nicht, ob Menes sich bei uns wohl fühlen wird, weil wir ja schwul sind. Und… dann… wer soll auf ihn aufpassen? Wer soll für ihn entscheiden? Ich meine… es werden seine Eltern ja nicht dabei sein, verstehst du?“

Es war Mikas Meiserstück und stolz, grinste er in sich hinein, während er von außen traurig alle am Tisch ansah. Nicht nur, dass er nun die Eltern vor die Wahl gestellt hatte, sondern auch, dass er Menes ebenfalls vor die Wahl stellte. Zusätzlich noch, hat er alles dargelegt, was wirklich das Problem war. Sie werden ab Morgen auf Reisen gehen, Menes würde auf sich allein gestellt sein und wenn, dann müssten andere über den Jungen entscheiden, während die Eltern im Palast waren.

Aber gleichzeitig, wenn jeder den Weg geht, den er sich dachte, hätte jeder was davon. Und nun, wartete er ab, was kommt. Und sein Blick, war auf Menes gerichtete, der jetzt gerade, hoch zu einer Mutter sah und sie, sah einfach runter und studierte die Augen von Menes.

Doch, es war Grendal, der zuerst etwas sagte.

„Ich verstehe. Zum einen würde Menes mit euch zusammen sein, die er schon kennt und ich weiß, dass ihr ihn nicht schlecht behandeln würdet, doch zum anderen, müssten wir jemanden anderen in der Zwischenzeit den Vormund über Menes geben, der auch noch die Verantwortung übernehme würde. Also… ich bin soweit es zu probieren. Es gibt keinen Lehrmeister mehr in der Stadt, bei dem Menes noch nicht war. Und so kann es auch nicht weitergehen, muss ich wirklich und ganz ehrlich sagen.“

Aber dann fiel Mika ein, wo es hingeht und er bereute es sofort, die Schnauze geöffnet zu haben. Aber er hat diesen Weg gewählt und nun, musste er ihn auch bis ans Ende gehen.

„Bevor ihr darüber nachdenkt, muss ich euch etwas sagen. Aber ihr müsst mir auf den Pharao versprechen, dass ihr es für euch behält und niemanden was davon sagt!“

Mika stand zuerst auf, ging zum Eingang und sah hinaus. Es lauschte niemand und es war auch wenig los. Schnell und gewissenhaft zog er den Vorhang zu und achtete sorgsam, dass kein Spalt zwischen Mauer und Vorhang war.

Dann erst, ging er zurück zum Tisch, wo jeder ihn ernst ansah, bis auf Menes, der neugierig wirkte.

„Wir gehen Randel besuchen.“

Erleichtert atmenden alle aus und Mika bekam auch gleich die Erklärung, mit der er ohne sie, die Reaktion nicht verstanden hätte.

„Mika, mach uns doch nicht so eine Angst… Wir dachten schon, dass ihr irgendwo hingeht, wo es gefährlich wird. Aber eine Reise in eine andere Provinz ist ja nicht gefährlich mein Junge.“

Und gerade, als Mika sagen wollte, wohin tatsächlich die Reise ging, legte sich Aris Hand auf seinen Arm und sein Bruder schüttelte den Kopf. Das sahen auch die anderen und jetzt, knisterte die Spannung in der Luft.

„Wir dürfen es nicht sagen, Mika. Wir haben es versprochen.“

„Stimmt schon… aber…“

„Kein aber Mika. Wir haben es Paps versprochen.“

„Ist ja schon gut Aris…!“, verärgert und genervt zog Mika den Arm von Aris Hand davon und fing zu schmollen an, weil er nun keine Idee mehr hatte, wie er es sonst erklären könnte. Aber es war Grendal, der das Ruder übernahm.

„Jungs, ich bin nicht dumm. Ich verstehe jetzt, dass die offizielle Information wohl nicht ganz die Wahrheit erzählt hat. Und weil das Mika nicht sagen darf, aber sagen wollte, vermutlich damit wir eine richtige Entscheidung treffen, geh ich davon aus, dass es nicht ganz ungefährlich ist, oder es weiterhin geheim bleiben muss. Also, eine frage und ich erwarte mir eine Antwort. Ist es Gefährlich, oder muss es weiterhin geheim bleiben?“

Mika schielte zu Aris und sein Bruder dachte angestrengt nach.

„Also… vier Fünftel vom zweiten und ein Fünftel vom ersten.“, gab Aris dann preis und Grendal lehnte sich mit verschränkten Armen zurück. Aber Mika wollte es mit eigenen Worten erklären und nicht mit Zahlen.

„Es wird ein Abenteuer werden. Wir werden wo hinreisen, wo bisher nur unser Paps einmal im Leben war und sonst keiner hier auf dem Kontinent. Keiner, sogar unser Paps, weiß dann nicht was uns erwartet, aber wir wurden eingeladen und somit, ist das eine Fünftel nur die Ungewissheit, was wir noch nicht gesehen haben. Mehr aber, können wir nicht sagen… ich denke… ich habe schon fast zu viel gesagt.“

Nun plagten Mika die Gewissensbisse. Er hätte nicht darüber sprechen sollen, wenn wer zugehört hätte, dann wäre die Neugier der Person erweckt worden und vielleicht, wäre ihnen dann eine Person gefolgt. Deswegen, stand er wieder vom Stuhl auf und schlich zum Eingang, um dann schnell um die Ecke zu schauen.

Nachdem Mika wieder am Tisch saß, sah ihn Aris nachdenklich an und Menes, mit verträumten Augen.

„Wer wird aller mitreisen?“, fragte Grendal ernst.

„Die ganze Familie und wir werden dann um die zwei Wochen, bis drei Wochen weg sein. Und natürlich, darf auch keiner über die Reise sprechen und ihr, dürftet dann auch nichts erfahren.“

„Also müssen wir blind vertrauen?“

„Ja… leider…“

„Das gefällt mir nicht. Ich… muss darüber nachdenken…“, mit dem Worten, stand Grendal auf und verließ den Raum.

Menes, sah mit feuchten Augen seinen Vater hinterher.

Drei Väter und ein Gedanke

So sehr Grendal auch Hator vertraute, wenn es um Menes ging, war Schluss mit vertrauen. Er wusste was Mika wollte und es wäre für ihn kein Problem, aber Reisen, die gefährlich waren, mit Menes, war etwas, was er sich nicht einmal vorstellen wollte. Sein Junge bedeutete ihn alles und er tat auch alles für seinen Jungen.

Ob es nackt durch den Raum zu gehen war, oder sich vor ihm zu waschen, sich erregt zum ihm am Tisch zu setzte, war ihm immer egal gewesen, sofern Menes glücklich war. Wie oft hat er das übersehen, wie ihn Menes durch einen Spalt im Vorhang beobachtete, es war so oft, dass er schon aufgehört hatte zu zählen.

Seit Menes fruchtbar war und er die Bettlacken von der Nacht gewaschen hat, weil er es Meri nicht überlassen konnte, wusste er von Menes Vorliebe zu Männchen. Er wusste es schon von dem Tag an, nachdem er das Bett frisch überzogen hat und Menes nach der Lehrstunde ihn so angesehen hat, als er sich dann wusch und er den Blick seines Jungen sah.

Denn, so war auch Hators blick gewesen. Ein blick der Gier, der Lust und des Habens. Er hätte sogar viel mehr gemacht, alles sogar, wie Pestos damals, wenn Menes zu ihm gekommen wäre. Völlig hingegeben hätte er sich, weil er Menes über alles, sogar über Meri, liebte. Menes war sein Schatz, sein ein und alles und deswegen, gefiel ihm das alles nicht. Wie konnte er eine richtige Entscheidung fällen, ohne die nötigen Informationen zu haben.

Zum einen, würde er Menes freigeben wollen, zum anderen aber auch, hat er auch Angst um sein Jungen. Und diese Angst, war gerade so groß, wie Menes glückliches Gesicht zu sehen, wenn er zustimmt. Denn, er hat es bemerkt. Menes war ungeduldig gewesen, sah die ganze Zeit auf und kein einziges Mal nach unten. Allein das Menes ungeduldig war, sagte ihm, was er sagen müsste, um seinen Jungen glücklich zu machen.

Grendals Gedanken gingen nur noch im Kreis und irgendwie, musste er es schaffen aus diesem Kreis zu entfliehen.

Und wie das Schicksal so wollte, kamen auch die zwei Personen durch den Thronsaal vorbeigeschritten, ohne ihn am Sockel des Throns sitzend, bemerkt zu. Schnell stand er auf und noch schneller, folgte er ihnen, bis er sie am Vorplatz des Thronsaals erreichte.

„Hator, mein Pharao. Otto, mein Pharao.“, begrüßt er die zwei und stellt sich neben den zwei Vätern, die sich gerade streckten.

„Hallo Grendal. Hast du Mika und Aris gesehen?“, fragte Hator gleich und gähnte danach mit weit gespreizter Schnauze. Auch Otto tat es und er fand den Jaguar im Moment, richtig heiß. Seine Schwule Seite ist nicht gewichen, im Gegenteil sogar, seit er mit Meri zusammen war, fand er die Zeit mit anderen Männchen noch berauschender.

„Sie sind bei mir im Raum und versuchen gerade Menes… naja… als Freund zu gewinnen, was gerade sehr schwierig ist.“

„Wieso?“, fragte Otto und kam um Hator, um mit einem Arm um dessen Hüfte, vor ihm zu stellen. Es war gerade ein Moment, wo sie sich gerade ansahen, von unten bis oben und Ottos Blick, verriet nicht fiel, während Grendal, mehr von sich gab, als er ursprünglich wollte. Es war immer schwer gewesen, in Hators nähe das Blut nicht zum überkochen zu bringen. Aber jetzt, wo Otto auch noch bei Hator fast immer war, gab es kein Deckel auf der Welt, dass sein Blut vom überkochen zurückhalten konnte.

Somit betrug ihn sein Körper und zeigte den beiden, was sein Leib sich dachte, als er sie vor sich stehen sah. Das männliche Ehepaar fing langsam zu grinsen an, hielten sich aber zurück, weil das Thema gerade etwas anderes war, als die körperlichen Begierden.

Hator wusste von Menes Begierden, weil er es ihm einmal erzählt hatte, als er seinen Rat aufsuchte und deswegen, musste er auch kein Blatt vor dem Schnabel halten, wenn Otto anwesend war. Schnell und mit kurzen Worten, erklärte er ihnen die Situation und sein Dilemma.

„Otto, mein Junge ist ein Wunderkind. Er ist schwul und seit er geschlechtsreif wurde, hat er mich begehrt. Als er die ersten Lehrstunden hatte, fing er mich und die Jungs dort zu zeichnen an, natürlich unsere nackten Leiber. Aber während all der Zeit, wurde Menes beschimpft und gehänselt aufs schlimmste und somit, zog er sich völlig zurück, hasst seinen eigenen Körper und verliert sich in seinen Büchern. Er hatte nie freunde und ich und Meri haben diese Rolle übernommen. Doch seit der Feier, wurde es schlimmer. Menes war in den Lehrstunden aktiver geworden, aber somit waren die anderen Jungs noch bösartiger geworden. Das hat Menes nicht mehr verkraftet und die letzten Tage seit der Feier, muss ich ein ruhiges Plätzchen suchen, damit Menes in meinen Armen in Ruhe weinen kann. Meri weiß davon nichts und ich bitte auch, dass sie es nicht von euch erfährt. Jedoch, seit Mika und Aris versuchen Menes Freunde zu werden, sehe ich den Kampf in meinen Jungen. Zum einen möchte er ihr Freund sein, doch zum anderen waren seine Erfahrungen bisher so, dass jeder Junge ihn nur verletzen möchte wegen seines Aussehens. Heute… war es so schlimm geworden, dass wir uns wieder einmal entschlossen haben Menes einen anderen Lehrmeister zu geben, aber… er war schon bei allen. Und nun kommen wir dorthin, weshalb ich mit euch sprechen muss.“

Grendal drehte sich zur Brüstung hin und lehnte sich mit den Ellbogen darauf, um mit seinen Augen über die Stadt zu schweifen, die er liebte und hasste.

Hator lehnte sich mit den Rücken an der Brüstung an, während sich Otto drauf saß und beide, waren gespannt was er zu sagen hatte.

„Mika ist ein toller Junge und ich freue mich jetzt schon zu sehen, wie er dann als Pharao das Land regieren wird. Seine Intelligenz in diesen alter, ist auch außergewöhnlich, aber in meinen Augen, ist er noch zu leicht zu lesen. Seine Ziele sind leicht zu lesen und dennoch, hat er nun ein sehr interessantes Gespräch mit uns allen geführt, wo ich drauf und dran bin, Menes Vormundschaft abzugeben. ODER, jemanden in die Vormundschaft von Menes einzubeziehen. Mein Junge… von Anfang an. Also… Aris hat vorgeschlagen, dass Menes zu Argos in die Lehrstunden geht. Das ist eine tolle Idee finde ich, weil Menes eure Jungs sehr mag, sonst hätte er nicht so reagiert, wie er reagiert hat. Er war nervös, aufgeregt und hatte genug Mut und Hoffnung, den Blick oben zu halten. Und nicht wie sonst immer, hoffnungslos die Ohren hängen zu lassen und runter auf den Boden zu schauen. Doch dann verriet uns Mika, dass ihr Morgen auf Reisen geht als Familie. Er sagte uns nicht wohin, weil er es geschworen hat nicht zu verraten. Aber er sagte, dass es nicht ganz ungefährlich sein kann, weil sie nicht wissen, was genau euch erwartet. Das ihr zwei bis drei Wochen nicht da sein werdet, stört mich persönlich nicht. Was mich aber stört ist, die Ungewissheit, ob Menes auch wirklich nichts auf der Reise passiert?“

Hator neben ihm seufzte lange und sah ihn lange und nachdenklich an. Eigentlich hätte er auch Otto mit eingezogen, aber Otto war neu in diesem Land und Hator ist schon seit fast einem Jahrzehnt der Pharao und somit, auch der Kopf in dieser Beziehung. Und deswegen, weil er Hator seit er klein ist kennt und er ihn völlig vertraute, sprach er nur mit ihm.

„Grendal, auch ohne eine Reise, ist das Leben für sich gesehen, gefährlich. Hast du über Nios Schicksal etwas gehört?

„Nur das, was man so hört. Er soll eine Raptorzucht gehabt haben, die schlecht gelaufen ist anscheinend, dass er den Beinamen Raptorficker hat, oder hatte und dass er einige krumme Dinger gemacht hat, bis deine Jungs in trafen und ihn als Freund haben wollten. Vieles wird geflüstert von dem, weil du noch nicht etwas offiziell gesagt hast. Natürlich spricht noch die ganze Stadt darüber, wie du ihn suchtest und auch, was am Fluss passiert ist. Doch da spalten sich die Meinungen. Manche meinten, dass du ihn zum Diener gemacht hast und wie jeder weiß, kümmerst du dich um deine Diener sehr und das erklärt auch, wieso du so emotional gehandelt hast. Andere sagen aber auch, dass du Nio zum Diener von Mika gemacht hast und deswegen auch emotional warst beim Fluss.“

„Verstehe. Dann verrate ich dir die wahre Geschichte eines Jungen, den es nicht geben dürfte.“

„Moment…!“, Grendal sah sich sofort um. Ihm gefiel es nicht hier zu sein, weil Hator etwas erzählen wollte, was wohl nur für seine Ohren bestimmt war. Deswegen rieb er sich nun die Schläfen und dachte schnell und scharf nach.

„Kannst du die Geschichte auch bei mir erzählen?“

„Kann ich, aber es ist ein sehr, sehr trauriges Schicksal und deswegen, wäre ein ruhiges Plätzchen am besten.“

„Ok, dann kommt.“, Grendal fiel nichts Besseres ein, als zur äußersten Ecke von dem Vorplatz zu gehen, wo sie jeden sehen konnten der vorbei ging ohne, dass ihre Worte zuerst gehört werden konnten, bevor sie die Stimmen senkten. Denn die Familien der Diener gingen ein und aus im Palast, die Wachen in der Freizeit gingen ebenfalls ein und aus und so, könnte jemand was hören, was nicht für sie bestimmt war.

„Hier, das ist es am besten.“, sagte er mit gesenkter Stimme und sah zu Hator, der sich links neben ihm wieder nach hinten an der Brüstung anlehnte. Otto stand neben Hator und hatte die Nase in den Hals seines Gatten gedrückt, um mit geschlossenen Augen zu lauschen, was bei Hator, eine sichtbare Reaktion hervorrief.

„Nio kam auf die Welt, als sein Vater, der ein Drache war, einen wilden Raptor liebte.“

Allein dieser Satz, sprengte gerade die Vorstellungskraft von Grendal. Und kurz öffnet sich sein Schnabel, weil er es zuerst nicht glauben wollte. Aber er kannte Hator und der, hat ihn bis jetzt noch nicht einmal angelogen.

„Er wuchs ohne Liebe seitens des Vaters und natürlich der Mutter auf. Er schlug sich seit er laufen konnte, allein durch die Welt. Er musste sich um seine Familie kümmern, die Raptoren, die ihm mehr Liebe und Zuneigung entgegenbrachten, als sein eigener Vater. Er hat ihnen sogar mehr gegeben, als sich selbst. Er ist schwul und wieso es dazu kam, weiß ich nicht. Doch seit er geschlechtsreif ist, wandert er durch die Stadt, um seine Lust an willigen Jungs auszulassen. Er schlich sich zu der Feier rein, weil dort der Gepardenjunge war, von dem du bestimmt gehört hast. Mika und Aris wollten ihn davon abhalten den Jungen zu verletzten und zu missbrauchen. Nach einer kleinen Schlägerei, wobei Menes die Hauptrolle darin war, um den Streit, die Schlägerei zu beenden, freundeten sich Aris, Mika und Nio an.“

„Moment!? Wie hat Menes den Streit oder Schlägerei beendet?“

„Er hat Nio eine reingehauen und laut Aris, flog der dann fast zwei Meter durch die Luft.“

Da bekam Grendal ganz große Augen und war richtig stolz auf seinen Jungen. Besonders, da Menes noch fast ein Zwerg war und Nio für einen Jungen, schwer und groß war. Nio war ein Kopf größer als Mika und Mika war schon einen halben Kopf größer als sein Junge.

„Ich habe auch so geschaut, als ich es von Aris erfuhr. Also, weiter geht’s. Mika und Aris haben versucht dann, Nio ausfindig zu machen. Sie fragten die Wachen im Palast und in der Stadt, aber sie wussten nicht wo er wohnte und somit, haben sie auf der falschen Seite der Stadt nachgefragt. Einen Tag später, sagte eine Wache, dass Nio sie sehen wollte. Sie rannten gleich runter, doch da lief Nio davon und die hatten keine Chance ihn einzuholen. Dann habe ich erfahren von meinen Wachen, dass Nio wieder am nächsten Tag am Tor war und da die Krummen Dinger bis zu mir gekommen waren und somit, die Wachen auch automatisch einen Haftbefehl erhielten, wollten sie ihn gleich festnehmen. Doch Nio rammte den zwei Wachen die ihn festhielten das Schienbein in die Kronjuwelen und floh. Doch leider, war der Haftbefehl schon da und somit, war auch sein zu Hause kein Geheimnis mehr, weil die Bevölkerung uns sagen konnte, wo Nio zu Hause war. Eines führte zum anderen und als Mika erfuhr, dass Nio zu mir raufgebracht wird, wusste ich noch nicht zu dem Zeitpunkt, was Nio für Mika und Aris bedeutete. Da erfuhr ich alles und Mika flehte mich um Gnade für Nio an. Ich sagte zu, doch Mika musste mehr über Nio erfahren, bevor ich dann eine Entscheidung fallen konnte.“

Hator machte eine Pause, womöglich, um seine Gedanken zu Ordnen. In der Zeit aber, wandte sich Hator Otto zu und gab ihn einen Kuss auf den Nasenrücken. Sie sahen Glücklich und völlig verliebt aus. Ein Paradebeispiel für eine Beziehung.

„Mika und Aris gingen gemeinsam zu ihm nach Hause, nachdem mich der Junge in Fesseln, auch noch ein Arschloch nannte. Damals… vor meiner Reise… hätte ich ganz anders gehandelt. Doch jetzt, liebe ich Personen, die offen gegenüber mir sind, und das, verdanke ich meinen Otto. Mein Herz. Meine Sonne im Herzen. Mein Schatz.“

Wieder gab Hator einen Kuss auf Ottos Nasenrücken und diesmal, kam ein Kuss auf dem Hals zurück.

„Wie Mika so ist, hat er mit Aris zusammen angefangen Nio Haus auf Vordermann zu bringen. Laut seiner Aussage, war es ein trostloses, versifftes, und heruntergekommenes Haus. Sie sagten, dass Nio im Dreck gelebt hatte und kein Junge, verdiente sowas. Deswegen holte Aris Verstärkung bei der Palastwache und als die Wachen Aris Augen, sein Flehen hörten, sahen sie ein, dass es Wert war ihren Posten zu verlassen und Nio das zu Hause zu geben, dass er verdient hatte. Gleichzeitig habe ich davon erfahren und habe mit Aris ausgemacht, dass ich dann am Abend mit Otto kommen werde zum Abendessen. Ich wusste davor nicht, was Mika für ihn empfand, oder Aris. Aber, als wir dann die Raptor Zucht besuchen kamen für ein Abendessen mit Argos und er das Haus, die Mauern und das ganze Anwesen sah, in welchen schlechten Zustand das alles war, sah auch Argos ein, dass es so nicht geht. Wir haben angefangen zu essen und Nio… hatte sich in eine Ecke verkrochen. Ich sah seine Verwirrtheit, spürte seine Angst und deswegen, nahm ich ihn dann zu mir. Denn das, war das Einzige, was ich machen konnte. Er kannte sowas nicht, gemeinsam zu Abend zu essen, vertraut mit jemanden anderen zu sein. Er war immer alleine gewesen Grendal und das Abendessen, hat ihn einfach überfordert, sodass er nichts aß. Nachdem wir gegangen waren, habe ich von Mika erfahren, dass sie für seine Freundschaft hart kämpfen mussten. Es wurde viel geweint auf beiden Seiten. Sehr viel sogar. Denn, Nio verstand den Begriff einfach nicht, was ein Freund ist. Er sah es so, als ob… als ob… Mika… es nicht ernst meinte, ihn täuschen wollte. Doch nach mehr Tränen und ehrlichen Antworten, erhielten sie beide Nios Freundschaft und am selben Abend, kam er dann in den Palast, um eine Nacht bei uns zu verbringen. Ich kannte Mikas Ziel, er hat es mir verraten, bevor ich mit ihm im Thronsaal zu Nio ging. Doch dazu gleich. In der Nacht habe ich mit ihm gesprochen und er war sehr ehrlich und direkt, aber wiederum so süß und… unschuldig. Da es spät war, habe ich ihn auf dem Polster hingelegt und ihn einen gute Nachtkuss gegeben, weil ich schon im Gespräch, eine Entscheidung gefallen habe. Doch dann…“

Hator sah auf und Grendal sah, wie die Augen feucht wurden und sogar, die Tränen flossen.

„Weißt du… für Nio waren seine Raptoren, seine Familie und am nächsten Tag, so erfuhr ich es von Mika, war die Tiermarkt. Mit dem einnahmen mussten er den kommenden Monat auskommen. Aber Nio… hat verschlafen und das, was mir von vielen Berichtet wurde, zerbrach mir das Herz. Keiner wollte seine Tiere mehr kaufen, weil der Markt schon geschlossen war und jeder seine Tiere hatte, die er haben wollte. Somit, musste Nio entscheiden, welche Raptoren er schlachten musste, damit die andern den kommenden Monat überlebten. Er musste entscheiden, wen von seiner Familie er opfern musste, damit die anderen überlebten. Das Nächste was ich erzähle, ist aus der Sicht des Vaters, den die Wachen befragten. Ich habe den Bericht im Ministerzimmer. Sein Vater hat erfahren, wieviel Geld er bekommen würde, wenn er Fleisch verkauft. Daraufhin, hat er alle Raptoren geschlachtet, die Jungtiere ebenfalls und dann auch die Fünf, die Nio bei sich hatte, als er versucht hat, sie noch zu verkaufen in der Stadt. Vor seinen Augen, wurde seine gesamte Familie niedergemetzelt, Grendal. Von einem Vater, der seinen Sohn nie geliebt hatte, der nicht einmal wusste, was die Tiere für ihn bedeuteten.“

Das zu hören, brachte Grendal fast zum Weinen und er verstand, wieso nun Otto und Hator die Tränen fließen ließen.

„Er hat sich das Leben genommen mein Freund. Er war tot. Er hat sich ertränkt und nur…, weil die Götter und die Sonne uns wohlgesonnen waren, gaben sie ihn uns zurück. Sie gaben mir meinen Sohn zurück, Grendal. Ja, ich nahm Nio in meine Familie auf und seitdem, fange ich jede Träne auf, die er vergießt. Mika und Aris haben eine Raptorstatue mit ihren Händen gefertigt, worauf sie alle Namen der Tiere schrieben. Die Statue… war das Grab seine Familie… *schnief*… vor dem Gehege, haben wir seien Familie begraben.“

Hator wischte sich die Tränen davon, weil diese Erinnerung ihn so unglaublich schmerzte, dass er am liebsten wieder zurückgehen möchte zu seinen Nio. Auch Otto, vergoss still die Tränen.

„Wie du siehst mein Freund, ist es auch in der Stadt gefährlich. Auch in der Stadt, gibt es viel Leid und Trauer. Und ich und meine ganze Familie, kümmern uns um die, die wir lieben, mein alter guter Freund.“

„Wie geht es Nio jetzt?“, wollte Grendal unbedingt wissen, weil ihm die Geschichte fast schon zu nahe ging.

„Er schläft tief und fest, weil er sich in den Schlaf geweint hat.“

Erleichtert blickte Grendal auf. Nicht wegen Nio, sondern, weil er nun weiß, wie Hator um seine Familie gekämpft hat. Dieses Wissen war genau das, was er gebraucht hat um eine Entscheidung zu fällen. Doch zuvor, musste er allgemein mit Hator sprechen.

„Hator, wenn ich euch meinen Jungen in eure Obhut gebe, würdest du es akzeptieren? Wenn ja, wie würde es für ihn so aussehen. Die Lehrstunden und so? Ich meine auch das Geheimnis, die du nicht preiseben willst.“

„Ehrlich gesagt, ich würde es so nicht akzeptieren. Tut mir wirklich leid. Es würde… vieles schwieriger machen und… Menes würde es auch sehen und spüren, dass ich ihn anders als meine Kinder behandle. Er würde sich ausgegrenzt fühlen, was wiederum das Gegenteil wäre, was du vermutlich erhoffst. Und… dorthin, wo ich ihn mitnehmen würde, dürfen nur die mit, die ich zu meiner Familie zähle, die zu der Familie des Pharaos zählen. Somit…“

„Somit… bleiben mir nur zwei Möglichkeiten.“, flüsterte Grendal traurig.

„Ja und beides… ist schrecklich. Aber du musst entscheiden, du und deine Gattin.“

„Die Entscheidung ist einfach Hator, doch sie fällt mir sehr schwer. Ich liebe ihn über alles, wie du weißt. Aber… wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo es wirklich um sein Schicksal geht. Entweder das, oder er bleibt und wird fortan alleine und traurig sein Leben führen, ohne dass er je Freunde gehabt hatte. Ich denke…, dass Meri mir zustimmen würde, wenn ich mich für das andere Entscheide.“

„Soll ich mitkommen?“

„Ich, wäre dankbar darüber, Hator.“

Hator wandte sich an seinen Otto und flüsterte: „Bleib bitte bei Nio. Ich gehe mit Grendal mit und schau, wie sich das alles entwickelt.“

„Mache ich und mach dir keine Sorgen, ich werde mich um Nio kümmern solange, bis du wieder da bist.“

Hator gab seinen Gatten einen feuchten Zungenkuss, weil er sich freute, mit ihm und Nio wieder im Bett zu liegen und leise flüsternd zu quatschen. Sie drei stießen sich von der Brüstung ab und im Thronsaal trennten sich dann Wege. Auf dem Weg zu Grendals Raum, wandte sich Hator noch einmal kurz an seinem alten und liebevollen Greifen.

„Ich werde Menes dann konfrontieren. Bist du damit einverstanden?“

„Ja, wenn schon, dann alles zusammen. Doch was ist, wenn Menes nicht will?“

„Dann überschüttet ihn mit eurer ganzen Liebe, zeigt ihm, dass er, er selbst sein kann und dass ihr stolz seid, dass er schwul ist. Das, wird er dann am meisten brauchen.“

Kurz nachdem er das gesagt hatte, standen sie schon vor dem Vorhang. Hator atmete einmal durch, sortierte die Gedanken und betrat dann den Raum, nachdem er den Vorhang zur Seite geschoben hatte.

Es war sofort eine bedrückende Stimmung zu spüren. Mika und Aris saßen nebeneinander am Tisch und lasen in einem Buch. Aber er sah an ihren Pfoten und Klauenbewährten Füßen, dass sie ganz nervös und unruhig waren. Meri stand am Herd in der Kochnische und schnitt ganz geistesabwesend eine Karotte klein. Menes war nicht zu sehen, vermutlich hat er sich zurück in die Ecke verkrochen.

„Hallo meine Jungs, Meri, schön euch zu sehen.“

Die Stimmung kippte ins Positive. Seine Jungs kamen gleich zu ihm, um ihn zu umarmen und er kuschelte mit ihnen kurz und fest, während Meri ihn mit einem „Mein Pharao Hator, willkommen!“, begrüßte. Auch sie kam gleich zu ihm und ihn in die Arme zu nehmen.

Nachdem die Begrüßung vorbei war, setzte er sich mit seinen Jungs zum Tisch, wo dann jeder saß und ihn anstarrte voller Hoffnung.

„Menes, komm bitte zu mir.“, sagte er warm zu der Ecke und es dauerte etwas, bis langsam der Vorhang zur Seite geschoben wurde und Menes mit den Kopf rausschaute. Mit der Hand winkte er ihn zu sich und der kleine Junge, tapste eingeschüchtert zu ihm und blieb dann neben ihm stehen. Die Ohren hingen tief runter, der Blick ging gen Boden und aufgeregt, spielten die Finger miteinander.

Hator packte ihn an der Brust und bevor Menes wusste was passiert, saß er schon auf Hators Bein. Er strich dem Jungen über den Schnabel, der es zwiegespalten aufnahm. Es war nämlich eine Geste großer Zuwendung. Danach nahm er einen Zopf in die Hand und sah sich das genau an. Und schlussendlich, umschlang er ihm mit beiden Armen und drückte den Kopf des Jungen gegen die Brust.

„Ich habe gehört was du bei den Lehrstunden alles erleiden musst. Es schmerz mich sehr, wie du deswegen leidest. Deswegen überlegte ich ernsthaft, ob du nicht lieber zu Argos in die Lehrstunden gehen solltest. Ich weiß, dass du Mika und Aris als deine Freunde haben möchtest, sie sind es auch werklich Wert. Aber ich weiß auch, dass du Angst hast, weil du nicht weißt, ob sie dich dann nicht auch so behandeln, wie die anderen. Du bist hin und hergerissen und tendierst gerade in die Seite, sie nicht zu dir zu lassen. Deine Erfahrungen sind bis jetzt nur schlecht gewesen, aber ich verspreche dir, dass sich das mit Mika und Aris ändern wird. Also, ich möchte jetzt hören, ob du Mikas und Aris Freund sein möchtest. Du hast nur die eine Chance, weil dann, gehen wir auf reisen und wir werden uns für Wochen, oder sogar für noch länger, nicht mehr sehen.“

Er löste die Umarmung, hielt aber Menes weiterhin in den Armen, während er runter sah zum Jungen, der mit feuchten Augen ihn und die anderen ansah.

Lange mussten sie auf eine Reaktion seitens Menes warten, weil der Junge mit sich selbst kämpfe.

„Ja…“, Mika und Aris hörten seine hohe und süße Stimme und sie fanden gerade Menes Super süß.

„Dann sag es in einen ganzen Satz.“, sagte nun Grendal und legte die Hand auf die Schulter seines Jungen, um ihn zu unterstützen.

„Ich… möchte euer Freund… sein.“, zurückhaltend sagte das Menes, aber sie alle sahen, wie die Ohren langsam nach oben gingen. Mika und Aris grinsten über beide Ohren, als sie das hörten und sagten dann auch was darauf.

„Und wir wollen auch deine Freunde sein Menes!“, daraufhin gingen die Ohren noch weiter hoch und der Kleine sah hoch zu Hator.

„Sehr gut gemacht! Und nun, kommen wir zum nächsten Thema. Grendal, reichst du mir das Buch?“

Sofort merkte Hator, dass Menes wusste, was nun kam. Und es brach ihm fast das Herz, als ihn Menes umschlang und die Augen ihn voller Flehen und nass von Tränen, von unten anstarrten. Aber Hator, ging nicht darauf ein und schlang wieder beide Arme um Menes.

„Danke.“, sagte er zu seinem Freund, als er das Buch überreicht bekam. Er schlug es auf und blätterte langsam durch das Buch. Es dauerte Minuten, während er sah, was Menes in sich trug, bis er die Gesichter seine drei Jungs sah, die wundervoll gezeichnet waren. Während er das tat, weinte Menes bitterlich und infolgedessen, sagte er dann auch was.

„Du hast sie sehr schön getroffen, die Gesichter meiner Jungs.“, er zwang Menes in das Buch zu schauen, indem er ihn am Schabel nahm und sachte, aber mit Kraft, langsam den Kopf so drehte. Der Junge ließ die Tränen auf das offene Buch fallen und sah sich dabei die Gesichter an.

„Mein Jungs, deine Eltern wissen schon längst, was du fühlst. Sie haben schon vor langer Zeit dein Buch gefunden. Und dennoch, lieben sie dich und tun alles, was sie können, damit du glücklich wirst.“

Hator blättert zurück und hielt an der Seite an, wo Menes seinen nackten Vater gezeichnet hatte.

„Du hast ihn sehr gut getroffen… und wie es aussieht, du öfters das Buch.“

Menes schloss die Augen und fing dann bitter und schluchzend zu weinen an.

Daraufhin, übernahm Grendal das Ruder und hob seinen Sohn von Hators Bein auf. Er drückte ihn fest an sich und ging mit ihm zurück zu seiner Ecke, um den Vorhang vor allen zu schließen um mit seinem Sohn allein zu sein. Menes umschloss ihn mit Armen und Beinen und weinte herzzerreißend.

„Ich finde deine Zeichnungen toll, mein kleiner. Mein Schatz, mein ein und alles. Ich finde es nicht schlimm, im Gegenteil sogar. Ich fühle mich geehrt. Ich habe, als ich das Buch das erste Mal gesehen habe, mich sogar mit Absicht für dich ausgezogen. Ich fand es sogar heiß, weil ich genau wusste, was du in Wirklichkeit für mich empfindest. Und du kannst jederzeit, mein Menes, zu mir kommen, wenn das verlangen zu groß wird. Wir suchen uns dann ein kleines ruhiges Plätzchen und dann, bin ich für dich da.“

Menes weinte nicht mehr ganz so schlimm, während er sprach und daraus schloss er, dass seine Worte gehört worden waren.

„Jederzeit mein Kleiner, wirklich und keiner wird davon erfahren. Das schwöre ich dir als dein Vater. Schau mich bitte an.“,

Als er den letzten Satz in Menes Ohr geflüstert hatte, sah Menes langsam zu ihm hoch. Er sah Hoffnung in seine Augen.

„Danke. Willst du es mir jetzt nicht sagen? Ich… denke ich weiß was du für Mika, Aris und Nio empfindest. Sag es ruhig. Sag es mir, deinen Vater, der dich über alles liebt und dich nicht verurteilen wird, egal was kommt, egal was zwischen uns passieren mag. Sag es für dich, Menes. Sei ehrlich zu dir selbst.“

Es wirkte, seine ehrliche Worte drangen zu Menes durch. Sein Junge seufzte hell und leise und erkämpfte sich gerade den Mut, es endlich zu sagen. Aber als er es sagen wollte, kam nur ein krächzen und Grendal kicherte kurz, was Menes zum Lächeln brachte.

„Du magst sie?“

Menes nickte.

„Du magst sie sehr?“

Wieder ein nicken.

„Du magst sie, mehr als sehr.“

Und schon wieder.

„Gut, alles andere, gehört dir und ich muss es nicht wissen. Menes, es ist eine direkte Frage, aber ich wünsche mir eine Antwort darauf. Es ist eine einfach Ja oder Nein frage, ok?“

Sein Junge wischte sich die Tränen davon und sah ihn erwartungsvoll an.

„Bist du schwul.“, so kurz und bündig sagte er das, und so schnell, kam dann die Antwort, von dem jeder schon wusste.

Menes nickte sofort.

„Götter, ich bin gerade so stolz auf dich, das kannst du dir nicht vorstellen.“, er umschlang ihn, während er das sagte. Und auch er, bekam es liebend zurück.

„Ok mein kleiner. Gehen wir zurück und ich werde es jeden feierlich sagen, dass mein kleiner Krieger es zugegeben hat, dass er auf Glieder, Hoden und heiße Männchen wie mich steht. Ok?“

Darauf sah Menes nicht so glücklich aus, sogar besorgt.

„Mama?“, hörte er dann gleich darauf von ihm flüstern und ja, es könnte ein Problem sein, aber wird es nicht, davon war er überzeugt.

„Keine Sorge, wirklich. Du wirst sehen, wie sie zu strahlen anfängt, wenn das alles draußen ist.“, mit diesen Worten, erhob er sich mit seinem Sohn und verließ die Ecke. Er ließ den Vorhang offen und war froh, den Vorhang offen lassen zu können.

Er ging zurück, wo schon jeder auf sie wartete und er übergab Menes wieder Hator, der ihn gleich wieder auf dem Bein setzte. Als er sich zum Tisch wieder hinsetzte, sagte er es laut, aber nicht zu laut, zu jedem, der da war.

„Menes ist schwul und er findet mich heiß. Aber er mag euch auch, Mika, Aris und auch Nio, der leider jetzt nicht dabei ist.“

Kurz war es still, bis langsam alle zu lächeln begangen. Sie jubelten nicht, sie schrien nicht vor Freude. Sie waren einfach alle nur glücklich, dass Menes sich selbst akzeptiert hat. Und genau deswegen, beugte sich Meri rüber zu ihrem Sohn, um ihn einen saftigen Kuss auf die Stirn zu geben und ihn so zu sagen, dass es ok war. Es war ok was er fühlte und was er wollte.

Hator war stolz auf Menes. Schon zu lange haben sich seine Eltern sorgen um ihn gemacht und jetzt, da es endlich raus ist, dass das Geheimnis, kein Geheimnis mehr ist, konnte er den nächsten Schritt wagen. Und er sprach offen darüber, entschied er sich gleich.

„Gut, da dies nun auch geklärt ist, möchte ich, dass ihr alle gut zuhört. Mika, schau mal nach, ob wer lauscht und wenn nicht, dann halte Ausschau, denn… ich werde etwas erzählen, dass diesen Raum niemals verlassen darf.“, Mika und Aris, wussten nun was kam und sie gingen gemeinsam zum Eingang und hielten sich auch so, zurück, damit Hator mit der Familie alleine sein konnte.

„Also. Ich werde morgen mit der Familie abreisen und einen Ort besuchen, der… bisher verboten war zu besuchen. An diesem Ort, lebt ein Freund von mir und dort, ist auch Rendal. Nur meine Familie wird auf Reisen gehen. Keine Wachen, keine Palastwachen, niemand sonst, bis auf meine Familie, wird dort sein. Deswegen, Menes, Meri, kann ich Menes nur mitnehmen, wenn er zu meiner Familie gehört. Erst wenn er das ist, mein Sohn, kann ich und die anderen, ihn gleichbehandeln. Doch dafür, werdet ihr ihn hergeben müssen und erst, wenn ich eure Antwort höre, kann ich weitersprechen.“

Grendal hatte geahnt, dass es schwer werden wird für seine Familie. Jedoch, anders als erwartete, sah seine Gattin zu Menes und war nicht in Tränen aufgelöst. Sie wusste wohl, was für ein Gewicht diese Worte hatten und auch, dass Hator etwas sagte, was er nicht tun durfte und sollte. Deswegen nahm sie das jetzt sehr ernst und überlegte sich wohl alles, während sie ihren Sohn ansah. Für Grendal war die Antwort schon in Stein gemeißelt.

„Wenn Menes bei uns bleibt, wird er nicht glücklich werden. Wir können nicht für ihn die Welt ersetzten und wenn wir nicht zusagen, dann müssen wir uns einen anderen Lehrmeister besorgen und die Stadt verlassen, weil Menes schon jeden hier hatte. So aber würde er seine zwei einzigen Freunde verlieren und das, kann ich nicht verantworten. Somit, so sehr es mich auch schmerzt, sage ich, dass Menes ein Teil der Familie des Pharaos werden sollte.“

Als Grendal das aussprach, tat ihm die Brust weh. Die Vorstellung, Menes für die nächsten Wochen vielleicht nicht mehr zu sehen, war mehr als er verkraften konnte. Und, während der Schmerz immer größer wurde, fing er schon seine Worte zu bereuen an.

Meri sah es genauso. Um Menes ein glückliches Leben zu schenken, mussten sie ihn freigeben. Aber anders als ihr Gatte, konnte sie das nicht aussprechen. Sie wollte es nicht sagen, legte aber die Hand auf den Arm ihres Gatten und nickte. Und als sie das tat, als sie zustimmte, kamen doch noch die Tränen. Aber sie nahm es wie eine Bärin. Sie war stolz auf ihre Tränen, auf ihre Gefühle und darauf, dass ihr Gatte nur für das wohl von Menes das sagen konnte, was sie nicht über ihr Herz brachte zu sagen.

Hator sah es, wie beide zustimmten, doch nun, lag es bei Menes. Konnte Menes seine Eltern zurücklassen, konnte er seine bisherige Welt zurücklassen. Würde Menes es schaffen, seine Eltern zurückzulassen, die ihn mehr als alles andere liebten? Auf diese Antwort, war er gespannt.

„Menes. Ich weiß wie schwierig nun die nächste Entscheidung für dich sein wird. Doch seien wir mal ehrlich, du hast in der Stadt nur leid und schmerz erlitten. Du hast dich zurückgezogen, weil du es nicht mehr erleiden wolltest. Du liebst deine Eltern und sie dich. Aber für dein Glück, dafür, dass du endlich glücklich werden kannst, würden sie dich mir komplett anvertrauen. Sie sehen schon etwas, was du gerade nicht sehen kannst. Sie sehen deine Zukunft, jeder Vater, jede Mutter, sieht die Zukunft ihres Kindes vor sich. Es soll strahlend sein. Das Kind soll glücklich, lachend und mit Lebensfreude in die Zukunft schreiten. Die Frage ist jetzt die, vertraust du deine Eltern, vertraust du mir, Aris, Mika und allen anderen, die dich mit offenen Armen in der Familie des Pharaos empfangen werden? Willst du mein und Ottos Sohn werden? Willst du Mikas, Aris und Nios Bruder werden? Nun Menes…, wofür Entscheidest du dich jetzt?“

Menes sah alle an. Das Glücksgefühl was er vorhin hatte, als sein Vater allen gesagt hatte, dass er schwul war und wie dann alle, einfach nur grinsten und es sofort akzeptiert haben, verschwand. Es fühlte sich komisch an. Er wusste, dass sie ihn liebten und gleichzeitig, fühlte es sich so an, als ob sie ihn abstoßen würden. Es fühlte sich so an, als ob er was falsch gemacht hätte und deswegen, möchten ihn seine Eltern nicht mehr haben. Er rutschte von Hator Bein runter und ging langsam zu seiner Mama. Er hatte Angst, große Angst, als er ihr Fell ergriff.

„Es tut mir leid, bitte schickt mich nicht weg!“

Meri brach fast heulend zusammen, als sie das hörte und Menes schmerzvollen blick sah. Sie umschlang ihn augenblicklich und auch ihr Gatte, kam gleich um den Tisch gerannt, um sie beide in die Arme zu nehmen. Sie beide übersahen Menes mit Küssen und auch Grendal, weinte und wollte seinen Sohn nicht mehr loslassen. Sie beide wollten ihn zeigen, dass er noch mehr geliebt wird, als zuvor. So grenzenlos ihre Liebe auch war, weinte Menes trotzdem.

Hator sah sich das nur kurz an, weil er dann zu seinen Söhnen sah, die mit feuchten Augen in den Raum blickten. Er winkte sie gleich zu sich und sie kamen zu ihm gerannt. Als er sie in die Arme schloss, war er einfach nur glücklich sie zu haben. Sie alle zu haben, war das Schönste, was er sich vorstellen konnte. Doch nun war es an der Zeit, dass Menes was begriff und mit einem Schniefen, ließ er Mika und Aris los.

„Menes, hör mir zu.“, sagte er dann relativ hart, nachdem er sich an Grendals Familie gewandt hatte, die dann verstumme und mit nassen Gesichtern zu ihm sagen.

„Sie schicken dich nicht weg, mein kleiner. Sie sind und bleiben, deine Eltern. Nur, sie geben dich mir in die Hand. Du wirst jetzt ein Teil meiner Familie AUCH werden. Du wirst mit Mika und den anderen alles sehen, was du auch schon gelesen hast.“, Hator stand geschwind auf und ging zu Menes Bett. Grinsend nahm er ein Buch in die Hand und ging zu Menes und seinen Eltern hin, um die letzte Seite aufzuschlagen.

„Kennst du den Autor Phns?“, unter all den Tränen, schüttelte Menes den Kopf und ganz langsam, sah Grendal ihn in die Augen.

„Dachte ich mir. Schau, jeder Buchstabe steht für ein Wort und das was dasteht, ist nicht der Name des Autors. P, steht für Pharao. H, für Hator und N uns S, für Neith Sohn. Zusammengefasst, Phararo Hator Neith Sohn.“

Menes sah ins Buch, als er ihn das Buch zeigte und blickte dann blitzschnell wieder hoch, während die Augen immer größer wurden.

„Genau mein Junge. Als ich einen gewissen Lebensabschnitt erreicht habe, war ich so inspiriert von dem was ich alles sah, dass ich das in eine Geschichte verwoben habe. Ich habe die Bücher schon vor langer Zeit geschrieben, zumindest den Text. Und erst vor ein, oder zwei Jahren, haben ich die Texte an einen Lehrmeister geschickt, der gerne las. Dieser Wiederum war von meinen Geschichten so begeistert, dass er sein ganzes Vermögen dafür ausgab, eine Druckerpresse aus den Südlichen Kontinent zu kaufen, um die Geschichten zu drücken und für jeden, zugänglich zu machen. Menes, Du wirst die Orte besuchen, die du schon gelesen hast und wenn du weiterliest, dann wirst du dich säter erinnern, dass du schon einmal dort warst, was du gerade liest.“

Hator legte das Buch auf dem Tisch und ging vor den dreien in die Hocke.

„Was ich damit sagen will ist, dass deine Eltern es auch möchten, wie du mit deinen eigenen Augen die Welt erblickst. Sie werden dir zuhören, wenn du ihnen berichtest, wie die Stämme im Wald von Urgath, sich jeden Abend so zu rauchen, dass sie die ganze Nacht Sex haben müssen, damit sie dann am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, endlich ihren Höhepunkt erreichen. Du wirst mit eigenen Händen, einen Steindrachen streicheln, der wild und ungezähmt ist. Mit eigenen Pfoten wirst du über die Eisflächen im Norden beschreiten und den Eispalast sehen, der immer währt. All das, findest du nicht in den Büchern. Sondern nur da draußen. Und du wirst nicht alleine sein. Mika, Aris und Nio, werden bei dir sein und Argos, wird euch alle leiten. Die Sicherheit obliegt Nats und Neret und sie werden euch in den kalten Nächten Wärmen und am Tage beschützen. Also mein junger Menes, abseits aller Gefühle die du für deine Eltern hast. Wo siehst du dich?“

Hator wollte es etwas schmackhafter für Menes machen, aber ihn nicht überzeugen. Er sollte es immer noch selbst entscheiden und so würde Hator auch sehen, ob Menes überhaupt schon bereit dafür war, seine Eltern los zu lassen. Doch was er dann sah, war ein Zwiespalt. Menes konnte sich nicht entscheiden und wollte beides haben, das sah er deutlich in seinen Augen. Also waren seine Eltern und seine Welt, gleichstark wie der Wunsch es mit eigenen Augen an der Seite seiner Söhne zu sehen. Das sah auch Meri und ihr Herz blutete, als sich mit gebrochener Stimme sprach.

„Es ist schon ok M-Menes. Wir werden auf dich warten. Wir werden dich mit offenen Armen empfangen, wann immer du nach einer Reise zurückkommst. Wir werden für dich Kochen, damit du dann was zu essen hast, wenn du wieder da bist. Wir werden dir neue Bücher kaufen, damit du immer was zum Lesen hast. Und… wir werden dich immer lieben und an jeden Tag zu jeder Stunde und in jeder Minute, an dich denken. Wann immer du an uns denkst, wirst du dann wissen, dass wir auch an dich denken. Sieh es als ein Abenteuer an, wo du mit deinen Freunden phantastisches sehen und erleben wirst. Und hier… hier kannst du immer zurückkommen, um dich von deinem Abenteuer zu erholen. Bevor dann das nächste Abenteuer beginnt. Menes mein Schatz, wir wollen dir die Welt zu deinen Pfoten legen, nur… wir können nicht diesen Schritt machen, den musst du schon selbst machen, mein lieber Menes.“

Menes Schnabel klapperte und es schien, als ob der Junge gleich wieder ein Weinkrampf überkommt. Doch letzten Endes, sah Menes seinen Vater an, dann seine Mutter und mit heller gebrochener Stimme, hörten alle.

„Ich liebe euch beide… Liebt ihr mich auch?“

Seine Eltern nickten sofort und ließen viele Tränen dabei fallen.

„Dann… dann… darf ich… auf ein Abenteuer gehen?“

„Ja Menes, du wirst auf ein Abenteuer gehen und das heißt, Leben. Lebe mein Sohn, geh hinaus in die Welt und du wirst sehen, dass du von einem Abenteuer in das nächste gerätst.“, hauchte Grendal seinem Sohn zu und gab ihn einen Kuss auf den Schnabel.

„Und ihr werdet… auf mich warten?“

„Ja Menes, wir werden auf dich warten. Dein Bett wird frisch gemacht sein, das essen wird auf dem Tisch auf dich warten und ich… ich werde dich wie immer, in meine Arme schlingen, wenn du kommst.“, hauchte nun Meri ihren Sohn zu und gab ihm ebenfalls einen Kuss auf den Schnabel.

„Dann… Dann… bin ich… ein Prinz?“

Nun bewegte sich Hator und kam mit der Schnauze ziemlich nahe an Menes Schnabel ran.

„Ja, Menes, mein Sohn. Du bist der vierte Sohn. Der vierte in der Thronfolge.“

Menes schluckte schwer, wischte sich die letzten Tränen davon, sah runter zum Buch und sah wieder hinauf.

„Darf ich das Buch… mitnehmen? Ich habe es noch nicht gelesen.“

„Das darfst du, mein Junge.“, gab Hator lächelnd zurück.

Menes ergriff das Buch mit beiden Händen und drückte es ganz fest an sich. Es war das zweite buch von der zweiten Reihe. Es war das Buch, was seine Eltern ihn als Letztes gekauft haben.

„Dann…“, Menes fing zu grinsen an, ehrlich und warm und es war Grendal, der den Satz zu Ende Sprach.

„Er will sein erstes Abenteuer erleben.“

Hator stand auf, legte ein Arm um Menes Hüfte und hob ihn langsam auf.

„Ich denke, dass Menes sich nun freut bei uns zu sein.“, mit feierlicher Stimme, verlautbarte dies Hator und Menes Eltern, Grendal und Meri, stimmten dem mit einem Nicken und einem Lächeln zu.