Drachenherz Teil 76
#18 of Drachenherz Teil 59-77
Luso machte, nachdem er einem Zauber von Setix ausgewichen war einen Sprung zurück und bereitete seinen Zauber vor. „Feuermagie: Glutrakete!" Vor seinen Händen entstand ein rotes Zeichen, das zu brennen begann und aus dem dann eine rote Rakete auf Setix zuschoss. „Windmagie: Sturmbarriere.", sprach Setix; um ihn herum tat sich ein leichter Sturm auf, der die auf ihn zufliegende Rakete abwehrte. „Blitz!", rief Luso, richtete seine Hand auf Setix, woraufhin ein kleiner Blitz auf ihn zuflog.
Setix zögerte keine Sekunde und sprach gegen Lusos Zauber einen Eiszauber, der gegen seinen knallte und dadurch beide auflöste. „Hätte mir denken können, dass das nichts wird.", meinte Luso gelassen. „Mal ´ne Frage!", rief Setix zu ihm rüber. „Wollen wir noch ein paar Stunden so weiter machen oder legen wir mal richtig los?" Luso lachte und antwortete:"Ich habe mich schon gefragt, wann du das endlich mal fragst! Wenn du willst, können wir loslegen, es sei denn, du hast Lust zu verlieren!" Setix knurrte einen Moment lang, ballte eine Faust und entspannte sich dann wieder.
„Lichtmagie.", sagte Setix und lies seine rechte Hand ein wenig in der Luft kreisen. „Dämmerungsstrahl!" Er machte die Hand flach, schlug dann von rechts nach links; ein weiß-oranger Lichtstrahl ging auf Luso zu. „Schattenmagie, Schattenfall.", Luso schlug die Hände zusammen, wartete bis der Strahl kurz vor ihm war und warf sich dann nach hinten.
Der Strahl erreichte ihn, es sah so aus, als hätte er Luso erwischt, doch war dieser in seinem eigenem Schatten verschwunden, sich im Kreis gedreht und stand dann wieder da wo er vorher stand. „Wassermagie, Flutwelle!", rief Luso, hob seine Hände und schlug sie dann auf den Boden. Wie aus dem nichts kam eine gigantische Flutwelle zustande, die Setix drohte wegzuspülen.
„Erdmagie, Bodenriss." Obwohl es keinen Boden, auf dem Luso oder Setix hätten stehen konnten gab fiel das Wasser, welches eben noch auf einer Art magischen Boden floss hinunter in die Stadt, welche binnen Sekunden überschwemmt wurde. „Die Stadt!", rief Luso, als Setix mit gespreizten Flügeln auf ihn zuflog. „Blitzmagie, Voltstoß." Nur knapp verfehlte er Luso, doch der Zauber wurde trotzdem freigesetzt: in einer mittelgroßen Explosion wurde Luso an der Schulter verletzt, während Setix nach oben flog und seinen nächsten Zauber vorbereitete.
„Lichtmagie." Er streckte beide Hände dem Himmel entgegen, wo sich eine große, goldene Kugel bildete. An dieser befanden sich mehrere kleine Abschusslöcher, welche die Kugel wie eine großes, am Himmel schwebendes Geschoss aussehen lassen. „Orakelkanone." Die Kugel richtete sich auf Luso aus, leuchtete dann hell auf und begann dann zu schießen.
„Eismagie.", Luso ballte Fäuste, in deren inneren sich kleine Eiskristalle formten. Als er seine Fäuste dann öffnete lies er die kleinen Kristalle frei, welche sich dann in den nächsten Sekunden vergrößerten. „Eisspiegel." Die Eiskristalle hefteten sich aneinander, fingen die Schüsse der Kanone ab und reflektierten sie zurück zu ihr. Die zurückgeworfenen Schüsse wurden von der Kanone schnell mit neuen Schüssen abgewehrt, sodass es in der Mitte zu einem ständigem Gegeneinander treffen beider Ladungen kam.
Als beide Zauber dann an ihrem Limit angekommen waren lösten sie sich allmählich auf, wodurch Luso und Setix sich wieder gegenüber standen.
„Sieht aus, als müssten wir noch eine Stufe höher gehen oder?", fragte Setix Luso neugierig. Luso nickte nur und bereitete schon mal einen Zauber vor. Setix hingegen lächelte nur und schnipste mit den Fingern. Um Luso herum erschienen drei kleine Lichter, die kurz aufleuchteten und dann wieder erloschen. „Was war das?", fragte Luso sich und machte dann mit seinem Zauber weiter.
„Blitzmagie.", Luso konzentrierte sich und sammelte mehrere kleine Blitzkugeln um sich herum. „Magnet." Die Kugeln flogen auf Setix zu, hefteten sich aneinander und rasten dann als eine große Kugel auf ihn zu. „Auflösen.", sagte Setix und wieder leuchteten die drei Kugeln um Luso herum auf. Die Kugel die auf ihn zuflog löste sich einfach auf; Luso sah die Kugel an und fragte:"Was ist das?"
„Das ist ein von mir selbst entworfener Zauber: er beendet die Wirkung eines gegen mich gerichteten Zaubers augenblicklich.", antwortete Setix, schnipste mit den Fingern, woraufhin die Kugeln verschwanden. „Klappt aber nur einmal, schade eigentlich." Luso sah Setix weiter an und wartete ab. Er ahnte, dass Setix noch weit aus heimtückischere Zauber auf Lager hatte, zeigte dies aber nicht sondern schaute ihn mit einem ernsten Gesicht an. Setix hingegen sah Luso mit einem nettem Gesicht an.
Er mochte es, wie dieser Junge vor ihm stand, wie er seine Zauber einsetzte und wie er dieses Kräftemessen mit ihm auf eine höhere Stufe stellen konnte.
Um ihn herum erschienen zwölf kleine Kugeln, die jede in einer anderen Farbe aufleuchtete. Setix machte einen Schritt heraus, sodass er direkt hinter diesem Kreis stand, und streckte dann seine Hand aus. „Regenbogenstrahl.", Jede der Kugeln sendete einen kleinen Lichtstrahl aus, der sich zusammen mit den anderen um Setixs Handgelenk legte, sich zu einer dichten Masse verband und dann in Form eines Strahl abgefeuert wurde.
„Schattenmagie, Nachtschleier.", um Luso erschien ein schwarzer Schleier, den er packte, um sich warf und so vor dem Strahl schützte. Doch er konnte nicht verhindern, dass der Strahl an ihm vorbeiging und in die Stadt krachte. „Sieht aus als könntest du dich und die Stadt nicht gleichzeitig schützen, oder Luso?!", fragte Setix laut als Luso den Mantel wieder abnahm.
Luso sah die unter sich brennende Stadt, sprach schnell einen Wasserzauber, wodurch das Feuer schnellstens wieder gelöscht wurde. „Außerdem solltest du deine magische Energie nicht an solchen Gebäuden verbrauchen, schließlich stehe ich dir gegenüber!" Luso knirschte mit den Zähnen, ballte eine Faust und entspannte sich dann wieder. „Kein Grund sich aufzuregen, ich schaff das schon.", dachte er sich.
„Zeitmagie, Fluss der tausend Wörter." Was Setix dann hörte war nichts anderes als ein wirres Gerede, welches mit dem Wort:"Tornadopfad.", endete. Um Luso herum entstand ein Tornado, welcher sich dann quer stellte und Setix in einem Luftkanal einfing. Dann richtete er seine beiden Hände auf Setix; vor ihnen sammelten sich zwei dunkle Energieladungen, welches sich dann zu einer Kugel formten.
„Finstermagie.", sprach er als die Kugel sich zu einem Speer verlängerte. „Todeslanze." Die Lanze schoss los, raste auf Setix zu, der nicht in der Lage war, einen Schutzzauber zu sprechen, sodass er von der Lanze getroffen wurde. Leider traf die Lanze ihn an keiner wichtigen Stelle, sondern durchbohrte seine Schulter und presste ihn etwa dreißig Meter von seiner letzten Position weg.
Am Ende gelang es ihm, die Lanze in seiner Schulter zu packen und sie mit einem Bannzauber aufzulösen. „Mistkerl!", schrie Setix laut als er sah, wie Luso bereits den nächsten Zauber vorbereitete. „Finstermagie, Schattenbomben!" In Lusos Händen befanden sich mehrere kleine schwarze Kugeln, welche er auf Setix warf. Doch konnte er gewiss keine dreißig Meter weit werfen, weswegen die Kugel in etwa zwanzig Metern begannen zu explodieren.
Zuerst lachte Setix, bis aus der Wolke der Explosion eine schwarze Schlinge auf ihn zuflog und ihn am Arm fesselte. „Finstermagie, Schattenbinder.", sprach Luso während Setix geradewegs auf ein schwarzem Stachel zuraste. Als dieser durch Setixs Körper durchging dachte er, es würde ihn töten, doch es geschah nichts. „Was sollte das denn?", fragte Setix, sah zu Luso, der scheinbar stark erschöpft war.
Diese vielen Zauber hatten ihn viel Kraft gekostet, was man an seinen zitternden Händen sehen konnte. „Jetzt bist du fällig, Luso!", rief Setix und richtete seine Hand auf ihn. „Lichtmagie, Heilige Kette." Aus seinen Fingerspitzen schoss eine weiße Kette, welches sich um Luso legte. „Heiligenmagie.", an der Kette um Luso kamen vier Speere zum Vorschein, welche sich dann auch in seinen Körper bohrten.
„Läuternde Speere." Luso spürte förmlich, wie das Licht der Speere ihn durchflutete und etwas aus ihm herauszog. „Heiligenmagie, Reinigendes Wasser.", sprach Setix; an seinen Händen sammelte sich hell schimmerndes Wasser, welches er auf Lusos Brust drückte. „Jetzt werde ich diesen verdammten Kater aus dir treiben. Dann werden wir ja sehen, wie stark du bist!", meinte Setix lachend und sah, wie sich das Wasser begann, schwarz zu verfärben.
Luso keuchte und sagte:"Nein, tu das nicht. Hör auf." Doch Setix lies sich von seinem Vorhaben nicht abbringen und fasste nun an Lusos Robe. Durch die Ketten und die Speere riss er sie von Luso und schaute sie an. Sie strömte eine unglaubliche dunkle Energie aus, so stark, dass man sie förmlich greifen konnte. „Was ist das...für eine Robe?", fragte er und wollte sie mit der anderen Hand berühren, als er plötzlich von Luso gepackt wurde.
Er hatte sich aus den Fesseln befreit und schaute Setix mit ernstem Blick an. „Wenn du das tust wirst du sterben, dass garantiere ich dir.", sagte er keuchend. Setix jedoch lachte nur, schlug Lusos Hand weg und berührte den Innenraum der Robe. Seine Finger strichen über den inneren roten Saum, doch es geschah rein gar nichts.
Erst als er seine Hand zurückziehen wollte und fragte:"Es ist doch gar nichts passiert, was hast du?" spürte er plötzlich, wie etwas eiskaltes seine Handgelenk berührte. Er sah zur Robe und sah ein gelbes Augenpaar ihn anstarren. „Hey, was fällt dir ein meine Robe anzupacken?", fragte eine Stimme aus der Robe. Setix lies die Robe sofort los, sprang weit zurück und sah, wie in der Robe ein schwarzer Kater erschien.
Er stecke seine Arme durch die Ärmel, zauberte sich eine graue Hose an und schloss dann die Robe. Der Kater schaute zu Luso, ging an die ihn fesselnde Magie und berührte sie ohne mit der Wimper zu zucken. Alles, was Luso fesselte leuchtete schwarz auf und zerfiel dann im nächsten Moment. Er nahm Luso auf seine Arme und begab sich dann zu einem Hausdach, auf dem er Luso schließlich absetzte.
„Du hättest....nicht herkommen sollen.", sagte Luso schwach zu ihm. Der Kater lachte und erwiderte:"Hey, wenn du stirbst geht's mir auch schlecht." Luso lachte auf diese Antwort nur wand sich dann im Schmerz. „Ruh dich aus, schließlich wirst du das hier beenden.", meinte der Kater. „Wie meinst du das, ich werde es beenden?", fragte Luso ihn. „Du bist soweit.
Du bist bereit, die letzte Stufe deines Weges zu erklimmen. Doch vorher solltest du all deine Kräfte sammeln, all dein Wissen fokussieren und dich mit deiner Seele und deinem Herzen einer Sache, und zwar deinem Clan, deinen Freunden und Schlussendlich deiner Magie eins werden damit du diese Stufe erreichen kannst.", antwortete der Kater und begab sich dann wieder zu Setix, der ihn scheinbar erwartete. Luso lag auf dem Dach, atmete aus und sagte sich:"Dann will ich mal anfangen nachzudenken."
Setix sah den vor sich stehenden Kater mit gemischten Gefühlen an. Ihm war klar, dass er derjenige war, der ihn damals um seinen Ruhm brachte, und trotzdem hatte er einen gewissen Respekt vor dessen Talent. „Dann bist du also dieser verdammte Kater richtig?", erkundigte er sich bei ihm. „Mein Name ist White, White the black Cat, freut mich auch dir von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen Setix.", erwiderte White leicht sarkastisch.
„Weißt du, ich will nicht so viel reden. Viel lieber möchte ich Taten sprechen lassen!", meinte Setix und bereitete einen Zauber vor. „Der Meinung bin ich auch.", stimmte White zu und bereite ebenfalls einen Zauber vor. Im nächsten Augenblick war Setix von einer weiß leuchtenden und White von einer schwarzen Aura umhüllt. „Heiligenmagie!","Finstermagie!"
Die beiden bereiteten zwei gewaltige Zauber in Form von zwei Halbkreisen vor. Die Kreise von Setix waren zwei Yin-Halbkreise, die sich dann zu einem reinen Yin-Kreis zusammenlegten. Im Gegenzug bestand Whites Zauber aus zwei Yang-Halbkreisen, die sich dann zu einem Yang-Kreis vereinten. „Schattenloch.", sprach White und setzte den Zauber frei.
„Lichtloch.", erwiderte Setix und tat selbiges. Beide Kreise begannen sich zu drehen, sodass die kleinen Yin und Yang Zeichen im Inneren beider Halbkreise begannen sich zu vereinen und sich in einem gewaltigem Strahl, auf den jeweils anderen Kreis entlud. Doch anstatt das beide Strahlen sich beim aufeinanderprallen vernichteten schufen sie an dem Punkt, an dem sie sich berührten ein gigantisches schwarzes Loch.
„Mist, das ist Wujis schwarzes Loch!", schrie White und schaute zu Setix, der genauso wie er erschrocken über das Ergebnis ihres Zaubers war. Ohne zu zögern begannen die beiden, einen Gegenzauber zu sprechen, wobei sie sich mit Zeitmagie beschleunigten, um ihn dreimal so schnell wie normal zu sprechen. Am Ende sprangen ihre Augen auf und das schwarze Loch, welches sich bereits auf das doppelte seiner ursprünglichen Größe ausgeweitet hatte verschwand binnen Sekunden.
„Das sollten wir lieber nicht noch einmal machen.", schlug Setix vor. „Gute Idee. Vernichten können wir uns Gegenseitig, damit habe ich kein Problem. Die Welt sollten wir dabei doch lieber in Ruhe lassen.", stimmte White zu. Plötzlich schreckte White auf, als um ihn herum ein hell leuchtendes Gebäude erschien. Langsam zogen sich die Wände auf, die Mauer füllten sich mit Steinen aus Licht, dass Dach schloss sich und sperrte ihn in dessen Inneren ein.
Als nächstes sah White, wie an dem Haus fünf verschieden farbige Zeichen erschienen und hell leuchteten. „Elementarmagie verbunden mit Heiligenmagie: Lichtpagode der fünf Elemente.", sprach Setix. Die fünf Zeichen, welche an der Pagode hingen reihten sich in eine senkrechte Reihe auf, lösten sich dann von oben nach unten auf und lösten dabei die Pagode mit auf.
Während dieses Vorgangs entstand eine unglaubliche magische Entladung, welche White, der sich inmitten der Entladung befand am eigenem Leib zu spüren bekam. Er sah an seine Arme, welche von der enormen Magie beinah zerrissen wurden. „Negrum!", schrie er und eine große schwarze Kugel breitete sich aus und verschwand dann wieder.
„Du bist tot oder? Ansonsten hättest du diesen Zauber nicht verwenden können.", fragte Setix White nachdem dieser sich von seinem Zauber erholt hatte. „Das stimmt, ich bin tot. Vor sieben Jahren bin ich gestorben.", antwortete White kühl und gelassen. „Dann ist es doch merkwürdig, warum die nicht ins Jenseits gegangen bist und stattdessen hier bleibst oder?", fragte Setix erneut.
„Ich bin hier weil ich hier sein möchte.", antwortete White. „Und der Grund, warum ich hier bin ist Luso. Als ich kurz vor meinem Tod traf erzählte er mir von sich und was er Ziele hat. In ihm hörte ich mich selbst und wie ich damals davon redete, ein großer Zauberer zu werden. Da ich dafür jedoch zu nahe am Tode war beschloss ich, meine Seele in eine Robe zu legen, welche Luso seit diesem Tag trägt.
So wurde ich ein Teil seiner Seele und seiner Magie. Ich brachte ihm alles, was ich wusste bei, wodurch er seinem Ziel weitaus näher kam als ich es je hätte schaffen können.", erzählte White. „Aber um das Ende seiner Reise zu erreichen braucht er die Kraft eines Schatten-und Lichtmagiers." Da wurde Setix hellhörig. „Also versuchst du im Moment mich so weich zu prügeln, dass ich mich euch beiden anschließe? Dass ich nicht lache! Niemals würde ich mich solchen Schwächlingen anschließen!", erwiderte er zornig.
„Heiligenmagie, Engelslanze!" Eine goldene Lanze wurde von Setix auf White geworfen, der wich dieser auf, als plötzlich hinter ihm Setix erschien und ihm in den Rücken trat. White wurde nach vorn gestoßen, flog auf ein Hausdach zu; noch im Flug gelang es ihm, sich zu drehen und mit den Füßen über das Dach zu rutschen, bis er am Ende des Daches stehen blieb.
„Heiligenmagie, Lichterregen!", schrie Setix, dessen Arm im Himmel und gewaltige Zahl an goldenen Pfeilen heraufbeschwor. Diese leuchteten auf und flogen dann auf White zu. Diese richtete seine Hände auf die Pfeile und hüllte sie dann in eine pechschwarze Wolke. „Finstermagie, Hungernde Nacht.", sprach er und als die Wolke verschwand war keiner der Pfeile mehr zu sehen.
Setix ballte seine Fäuste, flog auf White zu, landete direkt vor ihm und griff ihn mit Fäusten und Tritten an. White wich diesen gekonnt aus, erwiderte sie und geriet mit Setix in einen heftigen Zweikampf. In dessen Verlauf gerieten sie von dem Hausdach hinunter auf die Straße, wo Setix White mit einem Luftzauber weg stieß, direkt durch das Fenster einer Kathedrale.
In dem Gang in der Mitte der Kathedrale stehend wartete White darauf, dass Setix ihm folgte. Und wie er es sich dachte folgte er ihm durch das Loch. Die beiden zögerten nicht lange, griffen sich wieder an, verwendeten dabei den ein oder anderen Zauber und legten den Innenraum des Gebäudes in Schutt und Asche. Mal packte Setix Whites Bein, wirbelte ihn umher und warf ihn dann gegen die Wand; im Flug sorgte White vor, sprach schnell einen Zauber, durch den er sicheren Halt an der Wand fand und dann zu Setix schaute.
„Wahrscheinlich wird das hier länger dauern wenn ich es nicht schnell zu Ende bringe.", dachte er sich und bereitete einen Zauber vor. Setix wollte dem zuvor kommen und rannte auf ihn zu um ihn zu schlagen, doch dann sprang White von der Wand und sprach den Zauber:"Todesmagie, Kollektivhass." Setix lief ein eiskalter Schauer den Rücken runter, als er diese beiden Worte hörte.
Der gesamte Raum verdunkelte sich, überall leuchteten Kerzen auf und es zog Nebel auf. „Willkommen, in der Welt des Todes.", sprach White, der Setix gegenüber stand. „Jede dieser Kerzen steht für eine Person, die du in deinem Leben getötet hast." Im nächsten Moment begannen die Kerzen zu erlischen: eine nach der anderen. „Und jetzt wirst du den Schmerz, den sie erlitten als du ihnen das Leben ausgehaucht hast am eigenem Leib spüren.", sagte White bevor alles dunkel wurde; bevor Setix in der Finsternis verschwand und sich im nächsten Moment aus der Kathedrale mit gespreizten Flügeln rettete.
Doch er konnte der Wirkung des Zaubers nicht entkommen: im darauffolgenden Moment wurde er quasi von der Dunkelheit verschlungen und es blieb rein gar nichts von ihm übrig. Als White vor wenige Meter von der Stelle, an der Setix sich noch bis eben befand stand schüttelte er nur den Kopf. „Was für eine Verschwendung eines so großen Talentes.", sagte er seufzend, als ihn plötzlich ein Schwert durchbohrte.
„In der Tat, eine Verschwendung von Talent. Jedoch nicht von meinem, sondern deinem.", meinte Setix, der am Griff des Schwertes, das sich durch Whites Magen grub langsam auftauchte. „Wie ist das möglich?", fragte White als ihm das Blut den Mundwinkel hinab lief. „Ich bin ein Meister der Illusionsmagie. Es gibt niemanden, den ich nicht täuschen kann.", antwortete Setix und zog das Schwert aus Whites Körper heraus.
„Du bist zwar ein ziemlich mächtiger Magie, dass muss ich dir lassen, aber gegen jemanden wie mich funktioniert so etwas nicht.", meinte Setix und steckte das Schwert weg. Er richtete seine Hand auf White und bereitete einen finalen Zauber vor. „Gottesmagie.", begann er. Um White erschienen drei weiße Schwerter, deren Griffe von einem magischen Kreis festgehalten wurden.
„Lichterklingen.", sprach Setix schließlich als die Klingen auf White zurasten, ihn durchbohrten und die Kette ihn fesselte. Blut spuckend sah White, wie Setix ihn anstarrte. „Und von dir habe ich mich damals besiegen lassen, wie erbärmlich.", sagte er und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Danach packte er die Fesseln, hielt White hoch und sagte:"Und jetzt werfe ich dich in den Dreck sowie du es mit mir damals tatest. Nur wirst du danach nicht mehr aufstehen könne, dass garantiere ich dir."
Er zog White noch etwas höher, bevor er ihn dann hinunter in die Stadt warf. White fiel in die Stadt, während er sich im Gedanken bei Luso bedankte:"Danke für alles, was ich an deiner Seite erleben durfte, Luso."
Luso sah, wie White hinunter fiel, richtete sich auf und sprang das Dach auf dem er stand hinunter und rannte dann so schnell er konnte zu der Stelle, in die White einschlug. Als er dort ankam sah er, wie die Kette die ihn noch bis eben fesselte sich auflöste und er in den Trümmern da lag.
„White!", schrie er und rannte zu ihm. „Lu...so.", keuchte er und drehte seinen Kopf zu ihm. Luso ging neben ihm auf die Knie und hob ihn zu sich hoch. „Tut....mir leid....dass ich....das ich es nicht geschafft habe.", entschuldigte White sich. „Sag jetzt nichts.", sagte Luso, der den Tränen nahe war. „Luso....du bist soweit.....du bist soweit......", sagte White mit schwindender Stimme.
„Du bist soweit....der Evokateur soll nun deine nächste Stufe sein." Luso hielt ihn fest in den Armen als er dies hörte. „Aber...ich will das nicht allein...nicht ohne dich erleben!", schrie Luso verzweifelt. „Du wirst es schaffen...auch ohne mich...das weiß ich.", erwiderte White und schloss dann langsam die Augen. „White....White....WHITE!", schrie Luso und begann zu weinen.
„Das war´s dann wohl mit ihm!", meinte Setix lachend und landete vor den beiden. Luso hörte abrupt auf zu weinen. Er schaute zu Setix, der ihm seinen besten Freund genommen hatte. Dieser eiskalte Drache, der selbstsicher vor ihm stand, lächelte und keineswegs Reue für das, was er tat empfand.
Luso spürte plötzlich, wie etwas in ihm aufkeimte. Er stand auf, drehte sich zu Setix und schloss die Augen. Lusos Kleidung veränderte sich: an seinen Handgelenken erschienen goldene Armreifen, an seinen Schulter goldene Schulterschützer, die Knopfleiste seines Hemdes sowie der untere Saum davon wurden zu einer goldenen Schicht, sein Hemd färbte sich grün, seine Hose schwarz. In seiner Hand erschien ein goldenes Zepter, an dessen Spitze ein Ring mit drei kleineren Ringen daran hängend.
„Von nun an bin ich ein...Evokateur!", rief Luso aus und setzte dabei eine gewaltige Druckwelle frei. Man spürte förmlich, wie sich seine Magie verstärkte und auch er selbst sah nun viel stärker aus. Setix sah Luso noch immer unbekümmert an, wollte gerade einen Zauber gegen ihn einsetzen, als dieser einfach während der Ausführung unterbrochen wurde. Luso bewegte sein Zepter nur ein wenig nach vorn, was ausreichte um Setixs Zauber zu unterbrechen.
„Das kann nicht sein, das kann nicht sein!", schrie Setix wütend und sprang hinauf in die Luft. Er hob seine Hand und wurde von einer goldenen Aura umhüllt. Um ihn herum begann alles zu zittern. Luso begab sich zu ihm hoch und hörte, wie Setix einen Zauberspruch sprach:
„Der Thron Gottes versinkt im nichts,
sein Antlitz versinkt in der Leere.
Er verrottet, vergeht, hinterlässt nichts außer Vergangenheit.
Die Engel verbrennen in seinen Träumen, die göttlichen ertrinken in seinen Tränen.
Steht auf, vereinigt euch!
Seit von Ehre erfüllt und versteht eure unendliche Macht!
Gotteszauber, Goldener Schrein!"
Um Luso herum baute sich ein gigantischer goldener Schrein auf, der sich völlig verschloss. „Ein perfekter goldener Schrein geschaffen von einem Zauberer, der jede Dunkelheit aus der Welt zu tilgen zu seiner Aufgabe gemacht hat. Eine unglaubliche göttliche Macht durchflutet ihn verändert Zeit und Raum wie er es verlangt! Ein Mensch wie du könnte niemals hoffen es auch nur im geringsten zu verstehen!", während der Schrein sich um Luso verschloss schrie Setix:"Luso Clemens!"
Als der Schrein dann vollendet stand, lächelte Setix siegessicher, als plötzlich ein Stab die Wand des Schreines aufriss und ihn völlig zerstörte. Setixs Augen weiteten sich als er sah, wie sein Zauber in Millionen kleiner Einzelteile gerissen wurde. Am Ende stand Luso da, mit dem Zepter in der Hand und mit einem ruhigem Blick auf ihn gerichtet. „Ich werde das hier jetzt....ein für alle Mal....beenden!", sagte er und hob seinen Stab hinauf.
„All-Magie!", rief er und es erschienen drei Kugeln, eine weiße, eine schwarze und eine graue, in einem Dreieck um ihn angeordnet. Setix sah diesen Zauber und wich zurück. „Das kann nicht sein: kein Mensch könnte solch eine Magie freisetzen.", sagte er sich ungläubig. Und doch musste er mit ansehen, wie dieser Mensch eine Magie freisetzte, die selbst er nur aus Geschichten kannte.
Die drei Ringe aus Lusos Stab trennten sich vom großen Ring und legten sich um die Kugeln, welche dann wieder an den Stab zurückkehrten. Danach lösten sie sich zusammen mit dem Stab auf und erschufen eine gigantische Halle, in der die Sterne funkelten, Planeten ihre Kreise zogen und es schier unendliche Weiten gab. Setix zitterte am gesamten Körper; wie gelähmt stand er da und sah wie Luso den Zauber ausführte.
Am Ende öffnete er die Augen und man hörte nur noch:"Urknall." Der Raum, das Universum in dem sie standen explodierte, riss alles in Schutt und Asche und lies die beiden in gleißendem Licht verschwinden. Setix spürte er von einer Macht, die Jenseits all seiner Vorstellung lag verschlungen wurde.
Las der Raum verschwand stand Luso im Himmel, während Setix in die Straße krachte. Sofort begab Luso sich zu ihm um zu sehen, ob der Zauber ihn vernichtet hatte oder nicht. „Nicht einmal er hätte das überleben können.", sagte er sich als er den mit dem Gesicht in den Boden liegenden Setix anschaute. Dann erschreckte er, denn wie durch ein Wunder gelang es Setix, sich langsam wieder aufzurichten, während sein Körper gerade so noch zusammen gehalten wurde. Während er aufstand sah er zu Luso, der ihn zwar verunsichert, doch noch immer ruhig anschaute.
„Glaubst...glaubst du....so etwas....könnte...mich töten?", fragte er keuchend als er vor Luso stand. „Selbst wenn es dich nicht tötet, wirst du sterben. Es sei denn, du schließt dich mir an.", antwortete Luso. „Es ist überhaupt ein Wunder das du einen der mächtigsten Zauber der Welt überlebt hast, alle Achtung." „Ich werde mich dir nicht anschließen, da sterbe ich lieber!", schrie Setix wütend als plötzlich eine schwarze Stange aus seiner Brust schoss.
„Was ist das?", fragte er erschrocken und fasste an die Stange, um sie aus sich heraus zu ziehen. „Ein Siegel, geschaffen durch den Schattenbinder-Zauber, von dem du dachtest, er würde nichts bringen." „Der Schattenbinder....warte....ist das nicht....?", fragte Setix stotternd. „Ein Siegel-Zauber, der die Seele des Opfers an die Seele des Zauberers, der ihn spricht bindet.
Das bedeutet dass selbst wenn ich dich getötet hätte du zu einem Teil meiner Seele geworden wärst.", antwortete Luso gelassen. Setix griff die Stange, zog an ihr, doch sie wollte seinen Körper nicht verlassen. „Denkst du wirklich, dass mich solch ein Zauber...besiegen könnte?!", fragte Setix wütend als plötzlich ein Teil seines Körpers verschwand. Aufgeschreckt sah Setix zu seinem durchsichtigem Arm, der dann langsam verschwand. „Ich werde dich zwingen, zu einem Teil von mir zu werden, Setix Zeroone.", sagte Luso während das Siegel begann, Setixs Körper zu verschlingen.
Setix knirschte mit den Zähnen bevor er schrie:"Du Hurensohn! Niemals werde ich zulassen, dass du auch nur einen Teil meiner Magie verwenden wirst!" Während das Siegel mehr und mehr seines Körpers verschlang schrie er noch:"Ich werde dich-" bevor sein Körper völlig verschwand und nur noch die schwarze Stange übrig blieb. Luso hob die Stange auf, schloss die Augen und die Stange verschwand augenblicklich. Luso atmete auf und meinte dann nur noch:"Willkommen in meiner Seele Setix."
„Luso!", rief White, der hinter ihm stand. Als er das hörte lachte Luso auf, wollte sich gerade zu ihm umdrehen als plötzlich sein gesamter Körper seine Stärke verlor und er auf den Boden fiel. „Luso!", schrie White aufgeschreckt und rannte zu ihm.
Lusos gesamter Körper zitterte, der Schweiß lief seine Stirn hinab. „Natsu.....das Siegel.....aufgebrochen!", keuchte er während er vor seinem geistigen Auge etwas schreckliches sah.
Fortsetzung folgt.....