Kapitel 55

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 55

der Cheritkreuzer

Sie gingen durch die Ebenen und Flure des Schiffes. Von innen schien es noch größer zu sein, als man anhand seiner äußeren Abmessungen vermuten wollte.

Die Mannschaft bestand aus mehr als dreihundert Cherit, welche allesamt bekleidet waren.

Die Cherit hatten im Laufe ihrer Entwicklung gelernt Stoffe zu bearbeiten, zu veredeln und den verschiedensten Ansprüchen anzupassen. Die Chafren standen erst am Anfang dieser Entwicklung und wandelten überwiegend Natur belassen durch die Gegend. Was auch bequemer war und zu frieren brauchte durch sein Fell niemand. Lediglich zum schlafen deckte man sich zu, da der Körper beim liegen gerne auskühlte.

Vor der Führung bestand Sitral somit darauf, dass alle Chafren, genauso wie Apophis sie schon trug, entsprechende Kleidung bekamen.

„Euer Schiff ist wirklich beeindruckend“, sagte Stella.

„Es ist das modernste seiner Art“, erwiderte Sitral stolz. „Wenn es sich bewährt, sollen weitere zwanzig Stück folgen. Wir brauchen dringend größere Schiffe, um unseren Handel mit den verschiedensten Weltraumvölkern zu intensivieren.“

Die Tigerin nickte verstehend.

„Habt ihr denn mittlerweile Frieden geschlossen oder euch zumindest mit den fremden Spezies arrangiert?“, fragte Cyron neugierig.

„Wie meinst du das?“, fragte die Schneeleopardin.

„Von Selestral haben wir erfahren, dass die ersten Ausflüge in den Raum nicht so toll waren und es überall nur Machtgier und Feindseligkeit gab.“

„Ach so, darauf spielst du an. Nein, die Probleme haben wir mittlerweile geklärt. Entweder auf friedliche Art und Weise oder, wenn es wirklich nicht anders ging, auf militärische. Bei den meisten half jedoch der Weg der Diplomatie. Es gab und gibt nur eine Spezies, die resistent gegen den guten Willen war und ist, und das sind die Menschen.

Daher kam es auch vor tausend Jahren zum Krieg. Wir wollten eigentlich nur handeln. Es gab Verständigungsprobleme die wir gerne beseitigt hätten, aber dann kamen uns gewisse Kreise in die Quere und verhinderten schon die Anfänge.

Die ersten unserer Schiffe kehrten planmäßig von der Erde zurück. Das siebte und achte Schiff ist bis heute verschwunden. Ein neuntes schickten wir erst gar nicht mehr.

Dreißig Jahre später traf ein Schiff der Menschen in unserem Planetenorbit ein und setzte Truppen ab.

Sie schossen ohne Vorwarnung auf alles was sich bewegte. Wir waren somit gezwungen in den Krieg zu ziehen. Glücklicherweise hatten wir, bedingt durch unsere Erfahrungen mit anderen feindseligen Rassen, ein großes Arsenal an Waffen aufgebaut.

Wir fegten die Aggressoren von unserer Oberfläche. Aber es folgten weitere und der Kampf wurde immer grotesker. Schließlich zogen sich die Menschen zurück, warum wissen wir nicht. Wir begannen die Kommunikation der Menschen zu überwachen und stellten fest, dass sich auf Genro etwas abzuspielen schien, wurden aber nicht schlau draus.

Also hielten wir uns zurück und beschränkten uns auf die Beobachtung der Vorgänge. Als wir merkten, dass die Situation kritisch zu werden drohte, schickten wir einen kleinen Kreuzer nach Genro. Von der Besatzung erfuhren wir, dass die Menschen mehrere Basen errichtet hatten. Die Daten, die sie aus den Systemen abzapften waren alarmierend. Wir wussten, dass man ein Programm zur Zucht einer biologischen Waffe ins Leben gerufen hatte. Also setzten wir mehrere Computerviren an und verfälschten mit ihnen die Daten.

Die Wissenschaftler auf der Oberfläche taten schon das Richtige, aber die Da-ten die sie erhielten waren von uns manipuliert worden. Somit dachte man stets an Fehlschläge, obwohl es keine waren. Einen direkten Angriff konnten wir nicht riskieren, denn das hätte garantiert zu einem erneuten Krieg geführt. Also entschieden wir uns für die unauffällige Variante.

Tja und dann zog das Militär entnervt ab und Genro sollte ein Ausflugs- und Vergnügungsplanet werden. Auch hier taten wir, was wir konnten. Wir manipulierten die Daten so, dass die Wissenschaftler ein ständig mutierendes Intronenvirus erzeugen mussten. So entstand Andrew. Glücklicherweise verhielten sich die Menschen so wie wir es gehofft hatten. Sie waren neugierig, wie immer.

Eure Entstehung war nur eine Frage der Zeit. Eure Bevölkerung ist sehr klein und in wenigen Städten zusammengefasst. Habt ihr euch nie gefragt, wieso es zu keinerlei Inzuchterscheinungen kommt?“

Finlay schüttelte den Kopf. „Ihr dürft nicht vergessen, dass wir von Genetik keine Ahnung haben und euch gegenüber wie Primitivlinge erscheinen.“

„Entschuldigt bitte. Du hast natürlich Recht. – Das Virus ist immer noch aktiv und mutiert von Generation zu Generation. Daher könnte sich theoretisch ein Sohn mit seiner Mutter paaren, aber es würde zu keinerlei Inzucht kommen. Der Virus sorgt bei der embryonalen Entwicklung für eine Mutation.“

„Apophis“, sagte Tarja.

„Genau. Apophis ist dein Sohn, aber Chiron ist der Vater. Daher kommt das Inzuchtproblem zwar nicht in Frage, trotzdem wäre nichts negatives geschehen.

Aber normalerweise müsste er so aussehen wie du oder zumindest dir sehr ähnlich sein. Aber sieh ihn dir an. Er hat Säbelzähne und ist imponierend männlich“, fuhr Sitral fort.

Tarja nickte.

Ein Löwe stellte sich plötzlich an Sitrals Seite, nahm sie beim Arm und flüsterte ihr etwas ins Ohr.

Sitrals Gesicht verfinsterte sich unvermittelt. „Kommt bitte mit. Wir haben Neuigkeiten die euch auch interessieren werden.“

Menschen und Chafren folgten ihr. Sie begaben sich in einen Lift und betraten vier Decks höher die Station.

„Wir sind jetzt in einem sehr sensiblen Bereich“, erklärte Sitral. „Hier laufen alle Fäden der Kommunikation zusammen, außerdem gewinnen wir hier Daten aus fremden Rechnersystemen, um unsere zu vervollständigen. Normalerweise tun wir es nur mit Zustimmung, aber es liegt ein Krisenfall vor.“

„Und wer bestimmt was eine Krise ist?“, fragte Jody.

Sitral schaute sie scharf an. „Das liegt an der Situation und wie sie sich uns darstellt. Ich denke mal, dass die zurückliegenden Ereignisse unsere Situation eindeutig zur Krise machen.“

Jody nickte verstehend.

Mit einem leichten Zischen öffnete sich die Tür zur Computerstation.

„Was habt ihr denn auf dem Herzen?“, fragte Sitral den wachhabenden Offizier, einen kräftigen Hengst.

Binder pfiff anerkennend.

Der Cherit reagierte sichtlich irritiert.

„Entschuldigung. Ich meinte nicht dich, sondern die Computer.“

Er entspannte sich wieder und wandte sich Sitral zu. „Wir haben die Datenbanken des Konzils gefunden, überspielt und ausgewertet. Was wir gefunden haben, hat uns nicht sonderlich gefallen.“

„Was habt ihr gefunden?“, mischte sich Shana ein und zuckte zusammen, als Sitral leise knurrte.

„Sie hat recht, mach’s nicht so spannend“, sagte sie schließlich.

„Wir haben den Verbleib unserer Handelsschiffe ausfindig gemacht.“

Sitral erschrak. „Du meinst die beiden Schiffe die verschollen sind?“

„Ja. Sie wurden abgeschossen und die Besatzungen gefangen genommen. Sie wurden inhaftiert und für die Gewinnung von Genmaterial missbraucht.“

„Es gab also niemals Frieden, selbst vor dem Krieg hatte man uns schon ins Visier genommen.“

„Nicht nur das. Wir wissen auch wo das Material verwendet wurde.“

„Was? Wo?“

Der Offizier sagte nichts und nickte nur in Richtung der genroischen Anthros. Alle bemerkten diese unauffällige Bewegung und waren wie vom Blitz getroffen.

„Dann haben nicht nur eure Manipulationen zu unserer Entstehung geführt“, schlussfolgerte Sitara.

„Nein. Wie es aussieht nicht. Wie es aussieht hat das Militär mit eben diesem Material geforscht und wir konnten die Anticheritzucht verhindern. Das Material schien daraufhin als minderwertig zu gelten und man überließ es den Wissenschaftlern. Die wussten gar nicht was sie da hatten. Sie schnappten sich Tiere von der Erde, mischten sie mit den Cheritgenen und voilá.“

„Das klingt zwar einleuchtend, aber Andrew hat seine Gene auch mit hineingemischt und die Cherit, die vor Zehntausenden von Jahren auf der Erde waren berichteten, dass die Inzucht ein großes Problem gewesen wäre. Aus diesem Grund haben sie ihre Gene mit denen der irdischen Tiere kombiniert. Was ist damit?“, fragte Tarja.

Sitral schaute sie durchdringend an. „Das ist bemerkenswert, hat am Ende aber weniger damit zu tun. Es ist nur ein Schritt auf dem Weg. Das Entscheidende war, dass unsere Gene im Original vorlagen und daraus direkt Andrew entstand. An bestimmten Stellen merkt man zwar den Einfluss der irdischen Tiere, aber es ist nicht dominierend. Unsere Gene sind die dominanten und daher seid ihr nicht rein durch Experimente erzeugt worden. Ihr seid nicht nur Verwandte von uns. Ihr seid echte Cherit. Ihr seid Nachfahren einer Cheritgruppe, die von Menschen gefangen genommen wurde. Ihr seid nicht extern zu betrachten.“

Chiron bekam leuchtende Augen. Damit war sein Agentenspiel nicht mehr relevant. Er hatte sich vollkommen richtig verhalten, als er sich einmischte. Und alle Chafren waren ab diesem Moment gleichbedeutend Cherit, da sie nicht mehr als Zufall gelten konnten.

„Okay“, sagte Chiron, „wir sollten die Tour abbrechen und zum Wesentlichen kommen. Wir haben einen Gefangenen. Den werde ich mir jetzt vorknöpfen.“

„Moment Vater. Ich komme mit. Mit Cromwell habe ich eine persönliche Rechnung zu begleichen“, sagte Apophis schnell und beide verließen die Gruppe.

„Okay, Sitral“, sprach Tarja die Schneeleopardin an.

„Ja, meine Gute?“

„Wir sollten uns zusammensetzen und zusehen, dass wir die Reste des Genmaterials finden und die Genlabors der Menschen zerstören. Danach sollten wir verschwinden und nach Genro fliegen. Wir müssen Vorbereitungen treffen um unseren Besuch würdig zu empfangen.“

Sitral nickte zustimmend. „Kommt mit. Ich rufe unsere besten Taktiker die wir haben zusammen. Die Neuigkeiten dürfen nicht geheim bleiben.“

Chiron und Apophis erreichten die Gefangenenzellen. Sie waren alle leer bis auf eine und in der saß Cromwell.

„Hallo, Leutnant Tores! Wir würden gerne ein Gespräch mit den Gefangenen führen.“

Der Stier nickte und schaltete das Kraftfeld ab.

„Ah, meine Gastgeber. Eines muss man euch lassen“, sagte Cromwell, „ihr versteht was von Essen und Trinken. Die Bewirtung ist wirklich vorzüglich.“

Die beiden traten näher und das Kraftfeld wurde reaktiviert.

„Das freut mich, vor allem freut es mich, dass ich ihnen mitteilen kann, dass sie bald wieder auf die Erde zurückkehren dürfen“, verkündete Chiron.

„Oh!“ Cromwells Pupillen weiteten sich.

„Freuen sie sich nicht zu früh“, grollte Apophis. „Ich würde sie lieber töten, aber als Chafren-Chere will ich keinen Krieg provozieren.“

Chiron sah seinen Sohn an und grinste.

Cromwell sah den Kater schief an. „Wie meinen sie das?“

„Wir haben alle verfügbaren Daten gesammelt und ausgewertet. Sie haben zwei unserer Handelsschiffe abgeschossen und das noch bevor sie einen Krieg gegen uns vom Zaun gebrochen haben. Sie haben die Anthros förmlich geerntet und sie zu brauchbarem Genmaterial verarbeitet. Dann dachten sie eine Armee aufstellen zu können, was aber schief ging.

Das Dumme daran ist nur, dass sie nicht wussten, dass es auf der Erde schon vor 15.000 Jahren Cherit gab und die hatten ihre Gene mit denen der irdischen Tierwelt kombiniert. Es gab also immer Cheritgene auf der Erde. Das wurde ihnen am Ende zum Verhängnis. Sie spielten an Genen herum, um etwas Neues zu erschaffen, haben aber nur längst vorhandenes reaktiviert.“

Cromwell zuckte getroffen zusammen. „Wissen sie eigentlich, was sie da sagen?“, fragte er.

„Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit“, entgegnete Chiron.

„Das ist ihre Version der Wahrheit, aber nicht meine.“

„Na, dann erzählen sie doch mal ihre.“

„Der Planet Erde gehörte und gehört den Menschen. Vor 15.000 Jahren entwickelten sich verschiedene Völker. Die Cherit sind eingedrungen und haben sich als Götter aufgespielt. Das hat die Entwicklung nachhaltig beeinflusst und den Fortschritt ausgebremst. Die Cherit wurden vieler Orts vertrieben und sammelten sich tatsächlich im nördlichen Teil Syriens. Allerdings hinterließen sie überall ihre Spuren, was man noch heute an Sagen, Legenden und Mythen sieht. Dann erwachte die Menschheit und in Ägypten entstand eine Hochkultur.

Leider fielen auch hier die Menschen falschen Göttern zum Opfer, wieder ein-mal hatten die Cherit ihre Finger im Spiel.

Dann kam Echnaton und schwörte diesem Irrglauben ab. Erst Ramses ließ ihn wieder aufleben, aber tat das einzig Richtige, er wollte nicht die Götter haben, sondern ihre überlegene Technologie.

Leider klappte es nicht so ganz und es kam zum Krieg. Die Ägypter lebten weiter und euer Volk wurde getilgt. Ihr verschwandet gänzlich von der Bildfläche. Tausende Jahre später taucht ihr wieder auf. Es kommt wieder zum Krieg, aber ihr seid stark geworden und wir mussten klein bei geben. Dann kamen die Forschungen auf Genro und es entstanden Cherit. Auch hier waren wir machtlos und viele gute Menschen starben. Fällt euch eigentlich auf, dass es, egal wo ihr erscheint, zum Krieg kommt?

Nicht wir Menschen sind der ausschlaggebende Punkt sondern ihr. Ihr seid die Kriegstreiber und bezichtigt uns eines Verbrechens, dessen wir gar nicht schuldig sind.“

„Sehr nette Erklärung“, entgegnete Chiron. „Dann frage ich mich nur, wie es sein kann, dass wir mit zwölf verschiedenen, den Raum bereisenden Völkern handeln und friedlich leben, während ihr Menschen es bisher nicht Mal mit einem geschafft habt. Wir hatten niemals Kriege auf unserem Planeten, daher haben wir einen höheren technologischen Stand als ihr. Den ersten Krieg führte unser Volk erst, als es auf die Menschen traf.

Wir haben nie Menschen entführt um sie als Spender für Genmaterial zu missbrauchen. Wir haben nie Götter gespielt, sondern versucht uns aus dem Schlamassel zuziehen, leider sind Menschen sehr anhänglich. Wir dehnten unseren Handelsraum aus und trafen wieder auf Menschen. Keine Spezies hielt es für nötig uns anzugreifen, nur die Menschen machten wiederholt eine Ausnahme.“

Cromwell kaute auf seiner Unterlippe. Hatte der Cherit etwa Recht? „Das lasse ich nicht gelten. Euer Schiff ist auf Genro gelandet und hat unsere Wissenschaftler auf dem Gewissen.“

„Falsch geraten. Sie scheinen echte Informationslücken zu haben.“

„Ach ja? Dann erzählen sie mir doch mal was Neues“, polterte Cromwell.

„Gerne“, mischte sich Chiron ein. „Eure Wissenschaftler sind von euren eigenen Waffen getötet worden.“

„Das ist eine Lüge.“

„Nein, ist es nicht. Ein kleiner Cheritkreuzer landete auf Genro, die Besatzung verließ aber die Landeplattform zu dieser Zeit gar nicht. Man fand lediglich heraus, was sich dort abspielt und griff in die Daten der Genmanipulation ein. Daher gab es zunächst nur Fehlschläge, welche später zu unerwünschten Nebeneffekten führten, nämlich der Entstehung der Chafren. Als Andrew einige Anthros aus den Stasisröhren holte und auf der Plattform der Landebasis ein Cheritkreuzer stand, zählte der Computer der Forschungsstation nur eins und eins zusammen. Er aktivierte die Verteidigungssysteme und schoss auf alles was sich bewegte. Ihre eigenen Waffen hatten sich gegen ihre Erfinder gerichtet. Wir haben damit nichts zu tun.“

„Tolle Geschichte. Vielleicht haben sie ja Recht, aber was ist mit der Besatzung des Cheritkreuzers geschehen, welcher auf Genro landete?“, fragte Cromwell neugierig.

„Nachdem der Landestützpunkt in der Not geräumt war, stiegen die Cherit aus und betraten den Planeten unbehelligt. Mein Großvater war einer von ihnen“, antwortete Chiron.

Cromwell glotzte ihn ungläubig an.

„Das war vor mehr als 600 Jahren. Sie wollen mich wohl zum Narren halten.“

„Nein, wir haben eine Technik entwickelt mit der man den Zellzerfall stoppen kann. Das bedeutet so gut wie unendliches Leben. Wobei wir unser Leben maximal um vier Zyklen verlängern. Mehr möchte dann wirklich keiner und sehnt sich nach der endgültigen Ruhe. Ich war vor 300 Jahren nach Genro gekommen.“

Cromwell rieb sich die Augen. „Das darf alles nicht wahr. Wie konnte alles nur so weit kommen?“

„Fragen sich nicht mich. Die Antwort müssen sie sich selbst geben. Immerhin haben sie sich selbst in diese Situation gebracht.“

„Da gebe ich ihnen ausnahmsweise recht. Was meinten sie aber, als sie sagten, dass ich bald wieder auf die Erde dürfte.“

„Ganz einfach. Sie werden uns helfen.“

„Was soll ich? Da muss ich mal schnell lachen“, sagte Cromwell und spuckte auf den Boden.

„Sie werden uns helfen die Genlaboratorien zu zerstören, in denen sich noch Cheritmaterial befindet. Sollten sie sich weigern, sehen sie ihren Planeten nicht mehr.“

Er atmete tief durch und überlegte.

„Wir kommen später zurück und möchten dann ihre Entscheidung hören“, sagte Apophis.

Sie verließen den Zellenblock und gingen in den Speisesaal. Auch dieser war, wie alles an dem Schiff, sehr groß und fasste locker die Hälfte der Besatzung. Die Bedienung war sehr freundlich und brachte Chiron das gewünschte Hirschgulasch und Apophis ein saftiges Steak.

Wie sie beim essen waren, traten Sitral, Finlay, Tarja, Sitara, Stella und Cyron ein.

„Hallo“, sagte Finlay, „da seid ihr ja.“

„Jupp“, murmelte Apophis und mampfte weiter.

„Na, erzählt schon. Habt ihr was aus diesem Cromwell heraus bekommen?“, bohrte Tarja neugierig.

„Nein. Er war nicht mal im Besitz aller Informationen. Das Einzige was wir herausgefunden haben ist, dass er sehr verbohrt ist und uns die Schuld an allen Kriegen zuweist.“

„Wow. Welch Wunder“, entfuhr es Sitral.

„Wir haben ihm ein Ultimatum gestellt. Entweder er arbeitet mit uns zusammen oder er sieht die Erde niemals wieder.“

„Und was hat er gesagt?“, fragte Sitral.

„Nichts. Er überlegt noch.“

Die Speisesaaltür öffnete sich und der Zellenwart trat ein, im Schlepptau hatte er den gefesselten Cromwell.

Der Speisesaal versank schlagartig in Schweigen. Alle starrten nur auf den Menschen.

Chiron erhob sich und ging auf ihn zu. „Und haben sie eine Entscheidung getroffen?“

„Ja, das habe ich. Ich werde ihnen helfen.“

„Tatsächlich?“

„Ja doch. Scheiß was drauf. Ein weiterer Krieg gegen euch dürfte eh flach fallen. Die Chancen sehen für uns sehr schlecht aus.“

„Fein, das freut mich zu hören.“ Und abwechselnd an den Wärter und dann wieder an Cromwel gewandt: „Bringen sie unseren Gast in ein Quartier und stellen sie Sicherheitspersonal vor seine Tür. Wir wollen doch nicht, dass er uns verloren geht. – Sie bekommen ein Terminal mit stark eingeschränktem Zugriff gestellt. Da können sie ihre fehlerhaften Geschichtskenntnisse aufarbeiten und sich die Langeweile vertreiben. Wenn sie sich unser Schiff ansehen wollen, dann geben sie dem Sicherheitspersonal Bescheid, die werden ihnen alles zeigen.“

Cromwell nickte und wurde wieder hinausgeführt. ‚Du musst ihr Vertrauen gewinnen und die nächstbeste Gelegenheit nutzen um zu entkommen’, dachte er, als sich die Tür zu seinem Quartier hinter ihm schloss.

Ich traue ihm nicht“, sagte Stella an Chiron gewandt.

„Du hast recht und deshalb behalten wir ihn auch gut im Auge. Ich vermute mal, dass er nichts unversucht lassen wird um unser Vorhaben zu sabotieren.

Sitral nickte. „Das siehst du vollkommen richtig. Wir sollten alle Informationen von ihm mit Vorsicht genießen und lieber doppelt überprüfen.“

Sie verließen den Speisesaal und gingen getrennter Wege.