In allen Größen
was einmal funtioniert, funktioniert noch einmal. Oder?
Komisch, früher ist es mir nie gelungen Kommisionen passend fertig zu stellen. Aber diesmal hat es funktioniert.
Wie immer gilt, dass dies hier ist nichts für Leutchen unter 18, und inhaltliche Beschwerden bitte direkt an den Kommisionsgeber ;-)
In allen Größen
(eine Kommission für KyanHyena)
Es fühlte sich an wie ein Fieberschock. Schwer atmend sank Micha auf die nächste Bank nieder, klammerte sich mit einer Hand an seinem Reinigungskarren fest und hielt sich mit der anderen den Bauch. Sämtliche Organe in seinem Inneren schienen sich plötzlich gegenseitig zu umklammern, und er brauchte einige Minuten bis er wusste, ob er frohr oder schwitze. Schwitzen, definitv. Auch wenn ihm dabei die Kälte durch und durch ging. Die Gedanken floßen wie zäher Sirup durch sein Gehirn, immer wieder unterbrochen von einem entschiedenen „Nein, nein, nein, Unmöglich!“ während er versuchte sich darüber klar zu werden, was gerade geschehen war.
Zitternd hoben seine Nackenmuskeln den Kopf an, als wollten selbst sie noch Widerstand gegen die schleichende Erkenntnis leisten. Es kostete Micha zusätzliche Überredungskünste, seine Augen dazu zu bewegen, sich umzusehen. Ein lauer Windhauch fegte durch den überwachsenen Weg, doch der junge Tierpfleger vermochte diesen kaum zu spüren. Mit Mühe blinzelte er die verschwommene Sicht beiseite, spähte in die Richtung des Eingangs und sah den Weg verlassen daliegen. Der alte Zoo mochte seine Macken haben, aber die pitouresken Pfade zwischen den Gehegen, überwachsen von kaum gestutzen Bäumen und Efeuranken, gehörten nicht dazu. Alles war geheimisvoll und immer auch etwas versteckt gelegen. Nicht einmal den Empfangsbereich konnte man von hieraus einsehen. Behutsam, als wollte er ein Schleudertrauma vermeiden, drehte Micha den Kopf in die andere Richtung. Von dort verklang gerade das Scharren einiger kleiner Schuhe über den festgetretenen Splitt. Eine ferne, autoritäre Stimme rief etwas Unverständliches; und zwei Nachzügler an der Schwelle zum Jugendalter schubsten sich gegenseitig den Weg hinauf. Flüchtig, wie durch eine Nebelwand, erinnerte sich Micha an die Schulklassen, die dem Zoo zumindest noch soetwas wie ein regelmäßiges Einkommen beschehrten. Heute war wohl eine da, Mittelschüler allem Anschein nach, die sich von einem überarbeiteten Lehrer von Gehege zu Gehege scheuchen ließen; und dabei versuchten ihre Langeweile deutlich spüren zu lassen.. Sein Hirn stürtzte sich geradezu auf diese Information, seelig eine Ablenkung zu finden. Micha lehnte sich zurück und ließ zischend die Luft zwischen seinen Lippen entweichen. Langsam, ganz langsam, gelang es ihm seinen eigenen Herzschlag wieder einzuholen.
Seine Finger fühlen sich immer noch klamm an, als er sie in die Tasche gleiten ließ und das Band darin ertastete. Behutsam zog er es heraus, immer darauf bedacht nicht den Stein der daran hing zu berühren. Umständlich fummelte er mit der anderen Hand ein Taschentuch heraus, faltete es auf der Handfläche auf und legte den Stein darauf. Fast war ihm, als könne er ihn immer noch vibrieren spüren, doch dieses Gefühl verschwand, als er sich darauf konzentrieren wollte. Micha kniff die Augen zusammen und betrachtete den Stein. Es schien kaum etwas Besonderes daran zu sein. Ein flacher, grauer Kiesel von der Größe seiner Finger. Das Loch durch das das Band verlief schien aber nicht gebohrt zu sein, eher sah es aus wie von Wasser ausgewaschen. Die Linien ringsum zogen sich glatt und ohne sichtbare Kanten über den Rest der Oberfläche, doch es war schwer ihrem verschlungen Verlauf mit den Augen zu folgen. Fast meinte Micha, sie bewegten sich um seinem Blick auszuweichen.
„War es gut?“, fragte plötzlich eine fremde Stimme.
Micha riss den Kopf nach oben. Jäher Schreck stach ihm wie ein kaltes Messer in den Leib. Er hatte sich so auf den Stein konzentriert, dass ihm entgangen war wie jemand zu ihm an die Bank trat. Es blieb ihm kaum Gelegenheit, die Gestalt zu sehen; das Sonnenlicht schillerte gerade so durch die Blätter dass es ihn für einen Augenblick blendete, da spürte er schon die Erschütterung der Bank. Sie saß neben ihm.
„Oh, war ich unhöflich? Tut mir leid Schätzchen.“
Die Stimme klang feminin, aber alt. Ein wenig wie die Sängerin auf einer verstaubten Gramophonplatte.
Micha blinzelte ein paar Tränen fort, die sich in seinen Augenwinkeln sammelten, und unterdrückte dabei einen Fluch. Es fiel ihm schwer genug sich wieder fangen, auch ohne irgendwelches Publikum.
„Ja, ja, alles in Ordnung“, winkte er eilig ab. „Ich… ich musste mich nur kurz setzen.“
„Ach, keine falsche Scham Schätzchen.“ Man konnte die Anzüglichkeiten in der Stimme förmlich schmecken.
Langsam klärte sich Michas Blick. Die Gestalt neben ihm gewann an Konturen. Eine Frau, ohne Zweifel, aber älter als der Durchschnitt der Zoobesucher. Oder, nein. Nicht älter, aber… Es fiel ihm schwer, sie einzuschätzen. Die Frau hatte Falten, tief und scharf wie der Grand Canyon, aber zugleich Augen die mit einer so wachen Schläue funkelten, dass sie darüber hinweg täuschen konnten. Schlohweißes Haar hing ihr in einem wilden Kuddelmuddel über die Stirn, bevor es im Nacken zu einem dicken Zopf gebändigt wurde. Ihr sehniger Leib war eingehüllt in eine Art Webekleid, das vor mehreren Jahrzehnten wohl quietschbunt gewesen sein mochte. Chaotische Farbkleckse, wie in einer Lavalampe, die nur von einem breiten Gürtel um die Hüften soetwas wie Struktur bekamen. Über die Schultern trug sie eine Art Poncho, der aber mehr wie eine alte Hundedecke aussah. Dennoch machte sie nicht den Eindruck einer Obdachlosen, eher von jemandem der sich seit fünfzig Jahren weigerte anzuerkennen, dass die Sechziger vorbei sein sollten.
„Na komm schon“, forderte sie augenzwinkernd, und ihre tiefen Lachfalten zwinkerten hundertfach mit. Etwas raschelte neben der Bank. „Ich hab lang gewartet auf das Alter, wo man schamlos neugierig sein darf. Sag schon, war es gut?“
Micha ertappte sich dabei, wie er vor der Frau zurückwich.
„Was… was meinen sie bitte?“
„Ach, sei doch nicht so“, summte die alte Hippiebraut fröhlich. „Hitziges Gesicht, Erschöpfung, Erleichterung, schwankender Gang. Ich war lang genug verheiratet, um die Nachwehen von tollem Sex zu kennen.“
Das Brennen in Michas Wangen stand kurz davor die Luft zu entzünden. Unwillkürlich drängte er sich in die Ecke der Bank. Sein erster Impuls war es Aufzuspringen und zu rennen, am Besten noch den Reinigungswagen in Richtung der Alten zu werfen. Dann aber schritt sein Verstand ein, und verlangte herauszufinden, wieviel die seltsame Hexe gesehen hatte. Sonst würde es ihn ewig verfolgen.
„Ich.. ähem…“, brachte er mühsam hervor. „Was bitte?“
„Och Junge“, seufzte die Alte, wobei sie überhaupt nicht wie eine Großmutter klang. Sie lehnte sich zurück, legte die Arme auf die Rückenlehne und stellte die Beine undamenhaft weit auseinander, so weit es ihr Kleid eben erlaubte. Dabei lief ein Schauer durch ihren drahtigen Körper und sie sog die Luft ein, als hätte sie sich geschnitten.
„Weißt du eigentlich, wie gut es hast? Mist, jetzt kling ich wirklich alt, oder? Hah! Seisdrum, ich bin alt, kann ich auch dazu stehen. Also, als ich so alt war wie du; da hätte sich alle Welt eher von der nächsten Brücke gestürtzt, als zuzugeben, dass es sowas wie Sex überhaupt gibt. Verrückte Welt, oder? Wir sind doch alle nur hier, weils verdammten Spaß macht es zu treiben, wozu das ganze Getue, frag ich dich. Ah! Oder nein, Moment. Ich wollte wissen, ob es bei dir gerade gut war. Ich würd dir ja auch ein Zigarettchen anbieten, aber was ich rauche wird so öffentlich noch immer nicht gern gesehen.“
Sie zitterte, als würde das Sonnenlicht das durch die Blätter tanzte sie bis in Innere treffen, entspannte sich jedoch gleich wieder. Zumindest gab ihr Monolog Micha Zeit, seine Gedanken wieder in ein halbwegs benutzbares Format zu bringen.
„Hören sie, gute Frau…“
„Klara“, fiel ihm die Hippiebraut ins Wort.
„Frau Klara, also…“
„Nee, nur Klara. Ich fühl mich schon alt genug, auch ohne das Frau Soundso. Ah!“
Für einen Augenblick krampfe sie sich zusammen, dann lächelte sie wieder Micha zu.
„Also gut Klara, ich bin Micha, und…“ Für einen Augenblick war Micha sich nicht sicher, weshalb er ihr das verraten hatte. „…und ich glaube wirklich nicht, dass sie das was angeht.“
Die Alte bewegte den Kopf als renke sie genießerisch ihren Nacken ein.
„Nein, tuts vermutlich nicht. Aber mein Mann ist jetzt schon länger tot, und es fehlt mir darüber zu reden. Magst du einer armen alten Frau nicht diese kleine Freude machen?“
Sie verdrehte die Augen zu einem Hundeblick, der vor vierzig Jahren sehr niedlich gewesen sein mochte. Kurz darauf durchlief ein weiterer Krampf sie, der sie aussehen ließ als wäre sie besessen.
„Fehlt ihnen was?“
„Wie? Oh, nein, mach dir darüber doch keine Sorgen. Wenn du mir helfen willst, sag mir einfach wie es mit deiner Freundin war.“ Sie zwinkerte noch anzüglicher „Oder vielleicht mit deinem Freund?“
„Ich bin nicht schwul!“, widersprach Micha.
„Sieh das doch nicht so eng Junge“, säuselte Klara, wie aus einer anderen Welt. „Es gibt die Körper die wir Menschen besitzen, und es gibt Lust. Auf dem Weg dahin, ist es wirklich so wichtig, wer was wo reinsteckt?“
Ihre Beine zuckten so heftig, dass ihre Sandalen Steine quer über den Pfad kickten. Sie bekam sich schnell wieder in den Griff, aber ihr Atem ging merklich schneller.
„Also“, begann Micha erneut „Also, ich sehe wirklich nicht ein, warum ich mich da mit ihnen austauschen sollte.“
Das Lächeln der Hippiebraut gewann einen fiesanten Zug.
„Weil ich dir noch ein, zwei Sachen über Bala sagen könnte.“
Micha erstarrte in der Bewegung. Fast schien die Starre auch für seine Atemmuskulatur zu gelten, dann schnappte er heftig nach Luft.
„Wer?“, brachte er keuchend hervor.
Klara verdrehte die Augen verzückt zum Himmel.
„Ich weiß; Fluffy; aber fandest du es nicht sehr dümmlich von deiner Direktorin, dass sie das arme Ding von den Grundschulklassen taufen ließ? Solange sie klein war, womöglich. Aber eine erwachsene Bärin namens Fluffy? Nein!“
„Ich… ich weiß nicht, was sie glauben gesehen zu haben“, sagte Micha mit aller Ruhe die er aufbringen konnte. „aber das war sicher nicht, was…“
„Oh, lass den Quatsch, Micha!“, unterbrach ihn Klara schroff und klammerte sich dabei mit einer Hand noch fester an die Bank. Die andere wies in Richtung des nahen Geheges. „Sieh sie dir doch an.“
Micha konnte nicht anders als ihrem Fingerzeig zu folgen, auch wenn er genau wusste was an dessen Ende lag. Bala, die Braunbärin. Dösend, in einem großen Haufen Stroh. Sie hatte sich in der Zischenzeit umgedreht, und ließ sich die Sonne auf den helleren Bauchpelz scheinen. Dadurch fielen auch ihre Hinterläufe weiter auseinander, und ihr verklebter Schambereich stand allen Augen offen.
„Bären sind da wie Hunde, Micha“, erklärte Klara mit sanft bebender Stimme „Ihre Muschis schwellen erst richtig an wenn sie geil werden, vorher sind sie kaum zu sehen. Und aus Bala rinnt soviel Sperma, dass alle Fragen hinfällig werden. Jetzt sagen wir nur noch, ich hab gesehen wie sie allein in ihrem Gehege saß. Dann verschwand sie in den Übergang, der gerade geputzt wurde. Kam schließlich wieder rausgetorkelt, und kurz darauf bist du aus der anderen Seite gestolpert. Und jetzt liegt sie da, schön entspannt und durchgevögelt. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich kann mir das zusammenreimen.“
Micha ballte die Fäuste im Schoß. Ein Teil von ihm wollte die Alte umhauen. Ein anderer wollte flüchten. Und dann war da der Teil, der wusste dass nichts davon helfen würde.
„Ich bin nicht pervers!“
„Sagt ja auch keiner“, raunte Klara tief. „Du bist nur ein Kerl, der eine Bärin gefickt hat. Wieviele Männer können das schon von sich behaupten?“
Verlegen drehte Micha seine Finger umeinander.
„Was wollen sie?“
„Hab ich doch gesagt Junge, nur jemanden zum reden.“
„Aber ihr Mann, der…“
„Hat sich sicher im Himmel einen stockschwulen Engel gefunden.“
Micha blickte nach unten. „Tut mir leid.“
„Muss es nicht, ist lange her. Damit wir uns klar verstehen, ich will dich nicht erpressen. Wenn du gehen willst, dann geh ruhig. Aber du würdest was versäumen. Stell dir nur mal vor, wenn… Ha! Ah! Oh Scheiße, ist jemand in der Nähe?“
„Was?“ Micha riss den Kopf herum. „Nein, ich sehe keinen. Was ist los?“
„Wär jetzt auch egal“, stöhnte Klara „Scheiße!“
Wie ein unsichtbarer Hammerschlag traf ein immenser Krampf den Bauch der alten Frau. Sie krümmte sich zusammen, das Gesicht eine Maske aus Unglauben und Gier. Tränen strömten über ihre Wangen wähend ihr Mund einen tonlosen Schrei von sich gab. Ihre drahtigen Finger gruben sich tief in das Holz der alten Bank, die draufhin knirschte und knackte. Ruckartig hoben ihre Füße sich vom Boden ab, wobei kleine Kiesel hoch durch die Luft flogen und das Zittern ihrer Beine am Stoff ihres Gewandes riss.
Schließlich verließ alle Kraft den alten Körper, und die Hippiebraut fiel wie ein nasses Handtuch auf die Bank nieder.
„Oh Fuck!“, entfuhr es Micha. „Was ist mit ihnen? Klara, Frau Klara, geht es ihnen gut?“
Mühsam, mit sichtbarer Kraftanstrengung öffnete die alte Frau ihre faltigen Lider.
„Scheiße!“, stöhnte sie mit ungeheuerer Erleichterung. „Hab ich dir nicht gesagt, keine Frau Soundso? Und das Du bitt ich mir auch als.“
Sie streckte sich und es gelang ihr sich schwankend aufzusetzen.
„Und ja, es geht mir gut!“
Klara stellte die Beine wieder auseinander, so dass sich der Stoff ihres Kleides zwischen ihren Knien spannte. Nur dass sich dort nun ein dunkler, nasser Fleck ausbreitete.
„Ist nicht, was du denkst, Micha“, seufzte Klara. „Ist nur ein Trick von einem kleinen Luder. Komm, stell dich vor!“
Die letzten Worte waren eindeutig nicht an den jungen Tierpfleger gerichtet, denn gleich darauf bewegte sich etwas unter dem Kleid der alten Frau. Eine Beule bewegte sich nach unten, kurz darauf blickte ein verschmiertes weißes Gesichtchen unter dem Saum hervor.
„Nur nicht so schüchtern“, keuchte Klara während ihr Atem langsam zu ihr zurückkehrte. Das schmale Wiesel packte den groben Stoff des Kleides, diesmal von außen, und sprang behände über das Knie hinauf. Auf dem Klaras Oberschenkel ließ es sich nieder stellte sich auf die Hinterläufe und begann sich mit beiden Pfoten die schleimige Schnauze zu putzen.
„Da staunste, was?“ Seine, nein, ihre Stimme klang hoch und fiepsig, fast wie die eines Schulmädchens. Micha blinzelte. Es kostete ihn erstaunlich lange Zeit zu begreifen, dass das Wiesel soeben mit ihm gesprochen hatte.
Inzwischen hatte sich auch Klara wieder etwas beruhigt.
„Scheiße, jetzt möchte ich nen Zug. Aber gut; darf ich vorstellen? Micha, Tierpfleger in diesem Zoo, das ist Illini, eine Freundin von mir.“
„Eine Freundin, die es dir grade heftig besorgt hat!“, keckerte das Wiesel und zog sich mit den kleinen Pfoten einige graue, krause Haare aus den Zähnen.
„Zugegeben“, lächelte Klara milde. Ihre faltige Hand betastete prüfend den glitschigen Fleck, der nun ihr Kleid an ihre Oberschenkel klebte. „Und dank dir muss ich jetzt auch eher nach Hause als ich dachte.“
Mit einem theatralischen Seufzen hobe sie ihren dicken Jutebeutel neben der Bank auf, legte sich den Gurt um die Schulter und richtete ihn so aus, dass er den Fleck halbwegs verdeckte.
„Wird schon gehen“, meinte sie und richtete sich vorsichtig auf. Ihre Beine wollten sie noch nicht so recht tragen, aber sie ignorierte Michas ausgestreckte Hand. Illini sprang mit einem Satz in den Jutebeutel.
„Ach ja, bevor ich es vergesse.“
Klara kramte mit einer Hand in dem Beutel, doch zwei kleine Pfoten reichten ihr schnell eine kleine Karte in vergilbtem Braun; die sie an an Micha weiterreichte.
„Meine Anschrift. Du kannst auch sicher viel für dich allein rausfinden, aber wie gesagt, wenn du mal reden möchtest. Ein paar Dinge kann ich dir sicher sagen. Und, nur damit wir uns nicht missverstehen.“
Sie zog den Kragen ihres Ponchos mit beiden Händen nach unten und entblößte ein verblüffend glattes, sehr flaches Dekoltee. In dessen Mitte, gehalten von einem Band aus Leder, lag ein steinernes Medallion.
„Ich hab das deine zu den Fundsachen gegeben.“
Im Nachhinein konnte Micha nicht mehr sagen, wie es ihm gelungen war den Reinigungswagen zurück zu bringen. Irgendwann im Laufe des Nachmittags fand er sich im Aufenthaltsraum der Angestellten wieder, eine großzügige Bezeichnung für einen Kaffeeautomat und eine durchgesessene Couch. Aber alles was durch seinen Kopf spukte waren Bären, Wiesel und alte Hexen. Und noch immer die schiere Wucht der Erkenntnis, dass die Sache mit Bala keine Einbildung gewesen war.
„Ah, Micha, da bist du ja!“
Die Stimme des Wachmanns riss ihn ins Hier und Jetzt zurück. Rasch drehte Micha sich etwas zur Seite und spannte die Armmuskeln an, das half manchmal die Beule in seinem Overall zu beseitigen.
„Ja, ja sicher. Da bin ich.“ Micha schüttelte sich auffällig. „Entschuldige, ich stehe heute ein wenig neben mir.“
„Ja, das sieht man wohl.“ Wachmann Bernd kam näher und legte Micha beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Noch immer das ewig lockende Weib? Frieda, oder?“
„Was, wer?“ Micha brauchte einige Sekunden um den Namen wieder seine Ex-Freundin zuzuordnen.
„Das ist die richtige Einstellung!“, lobte Bernd. „Komm, es geht in Richtung Freiheit, der güldne Glanz des Feierabends mischt sich in den ersten Schein des Abendrots.“
Unwillkürlich fühlte Micha nach dem Stein in seiner Hosentasche. Das seltsame Ding, das ihm soviele Möglichkeiten eröffnete. Wenn die Alte damit klarkam, weshalb nicht auch er?
„Ja, sicher, Feierabend“, sagte er schnell „Wer… Wer war heute gleich mit absperren dran?“
„Frau Cheffin wohl kam, Frau Cheffin verließ bereits unsere Hallen“, erwiderte Bernd spöttisch. „Geh ruhig deines Weges mein junger Freund, es ist vornehme Pflicht des Alters sich nicht der wachsenden Last zu verstellen.“
Bernds umständliche Redeweise irritierte Micha schon lange nicht mehr. Schließlich bot sie auch immer einen guten Ansatzpunkt.
„Nun, das mit der vornehmen Pflich mag ja sein, aber…“ Er suchte nach passend verdrehten Worten. „Aber ich will da heute nicht raus, verstehst du? Nicht in die kalte Welt ohne… Dings… Frieda. Fühl ich mich heute doch den Tieren näher als den andren Menschen, weißt du was ich meine? Außerdem kann ich noch ein paar Überstunden brauchen.“
Die blinzelnden Augen des Wachmanns schienen für einen sehr langen Moment direkt durch Micha hindurch zu sehen. Dann warf er ihm den Schlüsselbund zu.
„Leg ihn an die übliche Stelle wenn du gehtst“, meinte Bernd nur. „Verrats nicht der Cheffin, ja? Aber mein Rücken bringt mich heute noch um.“
Micha nickte nur während er auf den Schlüsselbund starrte. Es war ein Gefühl wie damals, als er mit vier Jahren das Versteck der Süßigkeiten gefunden hatte.
Die Nacht im Zoo hatte etwas Magisches an sich. Nicht nur die wenigen Notlichter, welche die Wege wie eine Bande versprengter Feen markierten. Nicht nur die Sterne, die sich in hohem Bogen über die still daliegende Welt wölbten. Nicht nur der ungefilterte Tiergeruch, der sich klarer und weiter in der kühlen Nachtluft ausbreitete.
Für Micha bedeutete diese Nacht die ultimative Freiheit, die ihn durchströmte sowie er dass Lederband um seinen Nacken band und den kalten Stein auf seine Brust gleiten ließ. Er fühlte wie das Pulsieren der fremden Macht ihn erfüllte, und genoss es ungeniert. Heute war er Zeus, der aus seinen Angebeteten wählen konnte, nur ohne sich in Baum oder Schwan zu verwandeln.
Sein erster Impuls führte ihn schnurstracks zum Pantherkäfig, doch als er die vielen Warnschilder auf dem Weg dorthin passierte stiegen erste Zweifel in ihm auf. Dann war da auch der Vorfall vor zwei Jahren gewesen, den jeder gern verdrängte. Schließlich ging er doch daran vorbei.
Er wanderte weiter. Die vertrauten, aber leeren Wege brachten ein seltsames Gefühl der Freiheit in ihm hervor. Fast als wäre er der einzige Mensch auf Erden, gelöst von allen Einsichten und allen Notwendigkeiten des Zusammenlebens mit anderen.
Sein nächster Gedanke war es, Bala aufzusuchen. Dann aber, nach allem was er über das Paarungsverhalten von Bären wusste, wurden sie danach sehr schnell wieder sehr grummelig. Ob das steinere Amulett daran wohl etwas änderte? Wäre es klug, ausgerechnet das auf die Probe zu stellen, wenn ihm niemand zu Hilfe kommen würde? Aber andererseits, weshalb schon wieder die gleiche? Er hatte lange genug alle Zeit auf eine Frau seiner eigenen Art verschwendet, und wenigstens hier hatte niemand etwas gegen ein wenig Polygamie einzuwenden. Weshalb sich an engstirnige Menschenregeln halten? Schließlich war er der Zoowärter, heute Nacht noch mehr als sonst. Er konnte gehen wohin er wollte.
Zielstrebig betrat Micha das nächste Gehege. Hier würde er sein Glück versuchen.
Die Scharniere der kleineren Tür in der Haupttür quietschten leise als er sie öffnete, und nocheinmal als er sie wieder hinter sich schloss. Die Schlösser daran funktionierten schon lange nicht mehr, aber die Bewohner dieser Einfriedung würden sich schwertun durch eine menschengroße Öffnung zu entkommen.
Im Inneren ergaben einige eng gepflanzte Bäume die Illusion eines freien Waldes; nicht groß genug um tatsächlich verloren zu gehen, aber genug um den Tieren ein wenig Deckung zu bieten. Micha kannte die Bewohner dieser Anlage, hatte sie jedoch bis zum heutigen Tag nicht als viel mehr als das gesehen. Das Herz klopfte ihm gegen die Rippen, seine Wucht ließ den Stein auf seiner Brust erzittern. Er strich den Overall von seinen Schultern und hängte ihn an die Tür. Damit waren die schweren Sicherheitsstiefel, neben dem Medallion, alles was er am Leibe trug. Eine nächtliche Brise raschelte durch die Blätter der nahen Bäume und strich auch über seine schweißnasse Haut. Trotz der milden Nacht hätte ihm kalt sein müssen, doch er fühlte sich als ginge er jeden Moment in Flammen auf.
Der Wind brachte den Geruch der Tiere mit sich, beißende Düfte die ihm wie elektrischer Strom in die Nase stiegen. Zu lange hatte er all die Gelüste verdrängt, die davon in ihm erweckt wurden, nun kämpften sie sich an die Oberfläche.
Er betrat den ausgetrampelten Pfad. Kies knischte laut unter den Stahlkappen seiner Stiefel. Ein unwirkliches Gefühl des Triumpfs durchflutete ihn. Noch nicht einmal direkt wegen der Vorfreude, oder der Nähe der Tiere. Wegen der… Öffentlichkeit. Da stand er, nackt bis auf die Stiefel, und zeigte sich der Welt. Einem Impuls folgend kletterte er auf den großen Futterspender, ein einen Meter hohes Konstukt aus Beton, das vom Fußweg aus gut einsehbar war. Micha breitete die Arme aus und wandte sich in Richtung des Publikumspfades. Niemand stand da, doch in seiner Vorstellung war der Weg überfüllt; und sie sahen ihn alle. Erneuter Wind fuhr zwischen seinen Beinen hindurch und strich über seine schweißfeuchten Hoden. Seine linke Hand umfasste den stahlhart stehenden Schwanz während er mit der rechten einem imagiären Publikum zuwinkte. So musste es sich anfühlen an der Spitze der Titanic zu stehen; alle sollten ihn sehen und beneiden.
„Teilst du auch?“
Der jähe Klang der Worte riss Micha aus seinem Wachtraum. Reflexartig schossen seine Hände nach unten um seine Blöße zu bedecken. Knischend traten schwere Hufe über den Kies. Ein Kopf groß wie sein Torso schob sich in sein Gesichtsfeld. Lange, sanft nach unten gebogene Schnauze; keck in die Luft ragende Ohren, das tiefbraune Fell in der Nacht fast schwarz.
„Oder willst du mich auch nur ärgern, wie der Bulle?“
Micha atemete einige Male tief durch, bis er wieder genügend Luft zum sprechen hatte. Dann wandte er sich an die Elchkuh.
„Du… Du weißt warum ich hier bin?“
Die Elchkuh verzog das Maul, fast als würde sie lächeln.
„Ein nackter Mensch besucht uns und trägt den steinernen Zauber. Was gibt es mehr zu wissen? Auch wenn es lange her ist, seit uns ein Druide besucht hat.“
„Druide?“, fragte Micha „Haben die diese Dinger gemacht?“
„Du quatschst zuviel!“, erwiderte die Elchkuh. Ihr Kopf schoss nach vorne, und noch bevor Micha wusste wie ihm geschah hielt klebrige Hitze seinen Schwanz umfangen. Zischend zog er Luft durch die Zähne ein, sein ganzer Körper erstarrte als die rauen Lippen begannen seine Schamhaare zu kraulen. Er fühlte das Saugen das an ihm zog, während sein Ständer der Länge nach über glatt abgeschmirgelte Zähne glitt. In einem seltsamen Moment fragte er sich, weshalb er keine Angst hatte dass die Elchkuh ihn beißen würde; dann saugte diese noch fester, und Micha fragte sich das nicht mehr. Seine Hände umfassten den langen Schädel, streichelten ihre pelzigen Wanden und fühlten die ruppigen Bewegungen darin. Er legte den Kopf in den Nacken und stöhnte dem dunklen Nachthimmel entgegen, als sich das große Maul schmatzend wieder öffnete. Micha fiel auf ein Knie herab. Eine raue Zunge glitt hervor und strich ihm kräftig um die Eier, dann trat die Elchkuh einen Schritt zurück.
„Menschenbrunft, lecker“, kommentierte sie. „Ich bin Svenja, wenn du es dir merken willst.“
„Micha“, stöhnte der Tierpfleger kraftlos. In seinen Hüften pulsten schier grenzenlose Hitze und Gier.
„Sehr schön Micha“, säuselte die Elchkuh und tänzelte auf ihren Hufen wie eine drei Tonnen schwere Ballerina. Sie drehte sich um, bis ihre Kehrseite genau auf den Tierpfleger zeigte, dann stellte sie umständlich die Hinterbeine weiter auseinander. „Bala behauptet, du weißt schon wie das geht!“
Keuchend stemmte Micha sich in die Höhe und kroch auf den Hintern der Elchkuh zu. Ihr kurzes Schwänzchen zuckte einladend nach oben und gab den Blick auf alles frei. Prall geschwollen glänzten die merkwürdig geschwungenen Lippen ihrer Weiblichkeit im Sternenlicht. Ihre Hitze strahlte wie Glut auf Michas Gesicht aus, verbunden mit ihrem geradezu absurd verlockenden Gestank. Mit jeder Bewegung ihres gewaltigen Körpers öffneten sich schmatzend die Lippen, und Tropfen zähen Schleims fielen zu Boden. Darüber zuckte im gleichen Takt der hervorgestülpte After der Elchkuh wie ein zweiter, gierig schnappender Mund. Wie Lippen, die sich nach einem Kuss sehnten.
Ein Wunsch, den Micha ihr erfüllen konnte. Mit angestrengtem Grunzen zog er sich an dem breiten Elchhintern empor und drückte seine Zunge tief in den zuckenden Anus. Tiefes Röhren dröhnte ihm in den Ohren, das Beben der harten Elchmuskeln schlug ihm gegen die Stirn. Doch trat alles andere in den Hintergrund gegen den schieren Geschmack der in diesem Moment auf seinem Gaumen explodierte. Bittere Dünste stiegen ihm in die Nase und direkt hinauf in sein Gehirn. Er fühlte wie das Tierische selbst in ihn floss, alles in ihm wurde durchdrungen von der Erkenntnis dessen, was er gerade tat. Er leckte den Arsch einer Elchkuh, eines ungewaschenen, dreckigen Tieres, und er genoss es. Irgendwo in den Tiefen seines Verstandes wusste er, dass all dies verrückt war, irrwitzig, gefährlich und vor allem anderen Schmutzig. Wie konnte er, ein Mensch, sich so vor einem Tier erniedrigen? Dann rieb er seine Zunge noch einmal über die Wand des heißen Darmes, und alle Zweifel verflogen.
„Ohhhh!“, röhrte Svenja in einem einzigen langen Ton. „Bala sagte, dass du gut bist, aber das...“
„Bala tratscht also?“, fragte Micha während er seine Finger in das struppige Fell der monströsen Hüften vergrub und mit den borstigen Strähnen spielte. Er ließ sich tiefer sinken und schlug mit beiden Händen auf beide Hinterbacken gleichzeitig. Ein doppelter Klapps, der wie Schockwellen durch die Muskeln lief. Glitschend rieben dadurch die Lippen angeschwollenen Vulva vor seinen Augen aneinander. Tropfen glänzender Schmiere sickerten an den prallen Linien entlang, die struppiges Fell von rosigem Fleisch trennten. Ihr brünstig stechender Gestank stieg ihm berauschend in die Nase und brachte seinen Ständer zum Zucken. Er versetzte ihr weitere Klapse um das Schauspiel wieder und wieder zu sehen.
„Schämst du dich garnicht?“
„Was soll man hier sonst machen?“, zirpte Svenja unschuldig zurück. „Wenn ihr nicht endlich…Haaaaaa!“
Das letzte Wort ging einem langgezogenen, hohen Röhren auf, als Micha sein Gesicht zwischen die aufklaffenden Lippen presste. Nässe rann ihm dem Hals hinab. Er spürte die Bewegungen der Elchkuh, des rohen Weiblichen so nah, und bewegte sich mit ihr. Er leckte das bebende Fleisch, er schmeckte den brünstigen Gallert daran, er suchte und fand ohne zu wissen was. Ein Schauer durchlief den massigen Körper, ein Beben dass irgendwo eine Erdbebenwarnung auslöste. Micha klammerte sich an den zuckenden Hüften fest, krallte die Finger in den borstigen Pelz und schleckte immer weiter. Erst bemerkte er kaum dass er getroffen wurde, es dauerte bis der Geschmack sich soweit veränderte, dass salzige und stechende zunahm.
Er blickte nach unten und erst als er es sah fühlte er es richtig, wie der harte Strahl auf seine Brust traf. Die beißend stinkende Flüssigkeit rann zu diesem Zeitpunkt schon an ihm herab, und bildete eine Lache rund um seine Knie. Micha löste die rechte Hand und schlug sie auf dieselbe Stelle nieder. Staub und Haare stoben auf.
„Du pisst mich an?“, brachte er mit geradezu wahnsinnigem Grinsen hervor. Sein gesamter Körper zitterte als er sich aufrichtete. Der feste Strahl prasselte auf sein pralles Gemächte. Ein primitives, rasendes Gefühl.
„Du pisst mich an; du notgeile Kuh? Na warte!“
Er packte ihre Hüften erneut, diesmal so fest er nur konnte. Kochende Hitze brodelte überall um ihn.
„Dir zeig ich was mit denen passiert, die mich anpissen!“
Micha stieß zu, und mit schleimigem, gierigem Schmatzen glitt sein Schwanz in die Elchkuh. Ihr Urin zerstob auf seiner Haut, verteilte sich um sie, alles stank nach ihr. Tief holte Micha Luft. Mit aller Kraft rammte er seine Hüften gegen das riesige Tier, fühlte ihre sengende Hitze, spürte die Zuckungen des mächtigen Leibes. Sie war soviel größer als er, und doch war er auf ihr; bestieg sie, besaß sie! Das Medallion vibrierte auf seiner Brust, sprang im Rhythmus seiner Stöße auf und nieder. Svenja drückte den Rücken durch, bog sich nach vorne, bot ihm nochmehr Tiefe. Wie von Sinnen hämmerte Micha weiter gegen die Elchkuh. Macht durchflutete ihn in ihrer rohesten, ursprünglichen Art. Die Macht, Lust zu geben, die Macht zu sähen, sie brannte in ihm und er segnete sein Weib damit. Die schleimigen Säfte seiner Geliebten rannen an seinen Beinen herab, weithin sichtbares Zeichen seines gewaltigen Könnens. Die Zeit verging, die Welt mit ihr, doch er bestand weiter. Er und Svenja, und er in ihr.
Micha blickte auf sie herab und beobachtete verzückt wie sein Steifer in dem heißen, rosigen Fleisch verschwand. Mit jedem Stoß spritzen weitere schleimige Tropfen auf. Über all dem zuckte der speichelnasse Ring des von im geleckten Afters. Wie ein zwinkerndes Auge blickte dieser zu ihm auf. Und vor Michas Geist blitzte eine weitere Sache auf, die Frieda ihm nie erlaubt hatte. Er hob den Arm und versetzte Svenja einen weiteren Klaps, und das vertraute Zucken durchlief sie wie ihn erneut. In diesem Moment bohrte er drei Finger tief in den sich öffnenden Anus.
Dumpfes Röhren drang wie aus weiter Ferne an seine Ohren. Ein Teil seiner Sicht klärte sich soweit, dass er sah wie Svenja ihren Kopf nach hinten bog. Ein mächtiges Schütteln brach durch ihren Körper, und ihre triefnasse Vagina zog sich zusammen wie ein schrumpfender Schlauch. Das war zuviel.
Rote Blitze zuckten vor Michas Augen, ein brachialer Schrei löste sich aus seiner Kehle und er kam. Mit einem letzten Aufbäumen stieß er so tief wie möglich Svenjas Körper vor, da schoss seine Saat aus ihm heraus und verströmte sich in dem gewaltigen Körper. Ein Schub, dann ein weiterer. Sein Samen drang tief in Elchkuh vor, tieftste Erleichterung folgte an seiner Stelle. Es war getan.
Mit einem Schritt nach vorne löste Svenja sich von ihm, schmatzend glitt Micha aus ihrem Inneren und betrachtete verblüfft wie die schleimigen Fäden zwischen ihnen rissen.
In seinem Kopf herrschte eine seltsame, friedliche Leere vor, so tief dass es ihm kaum etwas ausmachte als in alle restliche Kraft verließ, und er wie ein nasser Sack auf dem Futterspender zur Seite kippte. Es dauerte einige Zeit bis er wieder zu mehr als reinem Atmen im Stande war.
Svenjas lange Schnauze schob sich über ihm in sein Blickfeld.
„Hey“, sagte er mit ausgelaugter Stimme. „Hats dir gefallen?“
Wenn es möglich war, dass Elche lächelten, so lächelte Svenja nun auf ihn herab. Ihre rauen Lippen senkten sich auf ihn nieder, und zwickten ihn sanft in die Nase.
„Du bist besser als unser Bulle“, flüsterte sie ihm zu, dann trabte sie langsam und mit vorsichtigen Schritten davon.
Micha blieb liegen und starrte in den Sternenhimmel. Langsam begann er die Kälte nun doch zu fühlen, doch noch schien das nebensächlich. Behutsam strich er mit dem Finger über den Stein auf seiner Brust. Eine völlig neue Welt stand ihm nun offen.
Er lag noch nicht lange in seiner Überlegung versunken, da knirschte der Kies des Pfades erneut. Mühsam richtete er sich auf, und sah mehrere Gestalten, die aus dem Schatten der nahen Bäume ins schwache Mondlicht traten. Svenja ging vorne weg, er erkannte sie an ihrem behutsamen Gang, die anderen drei kamen rasch auf ihn zu. Er versuchte aufzustehen, doch seine Beine wollte noch nicht ganz wie er es wollte. Und als er endlich aufrecht stand, fand er den Futterspender von drei weiteren Elchkühen umzingelt.
„Da ist er Schwestern“, zirpte Svenja, die etwas abseits stand. „Und er ist gut!“
Die drei Elchkühe wandten sich in einem Ruck um und hoben ihre Schwänzchen.
Micha schluckte trocken.