Stein des Anstoßes

Story by Were-Gato on SoFurry

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ein Zoowärter hat einen geruhsamen Job. Dachte er...


Hallo, endlich wieder mal was Neues.

Mein erster Versuch einer Kommision, also wenn es jemandem missfällt kann er sich direkt beim Ideengeber beschweren :-D

Wie immer gilt auch hier, dass das nichts für Leutchens unter der Volljährigkeit ist, und dass alle anderen zum fleißigen kommentieren eingeladen sind.

Stein des Anstoßes

(eine Kommission für KyanHyena)

Die Tür öffnete sich langsam, und der Dunst schlug ihnen wie eine weiche, heiße Faust entgegen. Der alte Wachmann drückte sein besticktes Taschentuch gegen seine Nase während Micha sich mit beiden Händen an seinen Besen klammerte und versuchte sein Zittern zu unterdrücken. Der scharfe, beißende Geruch nach Tier, Stroh und schalem Desinfektionsmittel brannte sich geradezu in seiner Nase nach oben. Mehr noch als das unter dem üblichen Aroma des restlichen Tiergartens spürte er, wie sich alles in seinem Inneren zusammenzog, und brodelnde Hitze in ihm aufstieg. Plötzlich schien ihn sein Overall noch stärker einzuengen als zuvor.

„Ah, das glorreiche Leben im Dienst von Mutter Natur“, sagte der Wachmann, dessen Stimme dumpf durch den Stoff des Taschentuches drang. „Was sagst du, mein Junge? Ist es das nicht wert, die Wunder der Fauna vor die Augen unseres staunenden Publikums zu bringen?“

Micha nickte und schob mit einer Hand seinen Putzwagen voran, während die andere sich noch fester um den Stil seines Besens klammerte. Er gab sich alle Mühe zu verbergen, wie tief er dabei einatmete. Der saure Tiergestank kochte in seinen Lungen.

"Sind wir heute wieder maulfaul?", fragte der Wachmann.

Micha riss den Kopf hoch als schrecke er gerade aus einem Traum auf.

"Ja!" Fast brüllte er die Antwort heraus. Hastig biss er sich auf die Zunge während das Wort noch in den alten Gängen wiederhallte. "Ja, entschuldige Bernd, es war eine lange Nacht gestern."

Der alte Wachmann nickte verstehend. "Mag ja sein, Junge, aber das macht die Arbeit auch nicht weniger. Ist immer noch wegen ihr, oder? Wie hieß sie noch gleich?"

"Frieda", nuschelte Micha.

Wachmann Bernd klopfte ihm auf die Schulter.

"Jetzt komm, ich weiß dass willst du nicht hören, aber du bist sicher nicht der Erste, dem eine Matz weggelaufen ist. Das ist aber noch lange kein Grund, die Arbeit schleifen zu lassen. Weißt du, als ich in deinem Alter war..."

Ab diesen Worten hörte Micha nicht mehr zu. Bernd bewegte sich lange schon in dem großväterlichen Geistesalter, in dem man seine Weisheit ungefragt mit der Welt teilen wollte. Nicht dass daran etwas Verwerfliches gewesen wäre, aber ebenso wenig etwas Angenehmes.

Endlich kamen die schweren Doppeltüren des Geheges quietschend zum Stehen. Ihre Griffe schmirgelten tief durch die ausgekratzten Kuhlen im Beton. Manchmal fragte Micha sich, wie es wohl wäre in einem modernen Zoo zu arbeiten. Irgendwo wo man nicht wissen musste, wo man jeder Maschine eine gut dosierte Ohrfeige verpassen musste bevor sie funktionierte. Auf der anderen Seite, diese Moderne hätte eine Sauberkeit mit sich gebracht, nach der er sich nicht sehnte.

"Geht die Wasserleitung wieder?", fragte er, als sich eine Pause in Bernds Ausführungen über die Vorzüge von Schallplatten und schob seinen Wagen in das Gehege.

Der alte Wachmann blinzelte einige Male, sichtlich bemüht einen anderen Gesprächsfaden aufzunehmen.

"Wasserleitung, jaja! Nur vorsichtig aufdrehen, manchmal springt der Druck ein wenig. Und die Abdeckung ist kaputt, musst du danach wieder festklopfen. Dann kann die kleine Fluffy hoffentlich bald in Ruhe abwarten, bis ihre Hitze rum ist." Er streckte sich mühsam, lehnte sich gegen die Wand und lauschte dem Knacken seiner Gelenke. "Und es macht dir wirklich nichts aus, wenn ich die Tür hinter dir zu mache? Ich meine, ist ja hier schon schlimm, aber da drinnen..."

"Mach dir keine Sorgen Bernd", beschwichtigte Micha, in der Hoffnung sich nichts anmerken zu lassen. "Das klappt schon so. Ist ja schließlich nicht das erste Mal, oder?"

Der alte Wachmann lächelte verlegen. "Das ist natürlich wahr. Vielen Dank Junge, ich weiß schon dass man in deinem Alter noch nicht auf so was denkt; aber müsst ich jetzt hier die ganze Zeit über bei dir stehen, würden meine Füße mich umbringen."

"Schon in Ordnung", winkte Micha ab. "Leg dich ruhig hin, ich werds keinem sagen."

Ein verschmitztes Lächeln zog die Falten in Bernds Gesicht noch tiefer. "Bist schwer in Ordnung Junge, echt. Bis später."

Langsam schlurfte der Wachmann auf den Ausgang zu, während Micha die Verriegelungen löste und die Türen hinter sich zu fallen ließ. Schließlich müssten die ja auch von innen geschruppt werden. So würde er es zumindest behaupten.

Seufzend ließ Micha sich gegen die Wand sinken. Der Krach der Außenwelt verstummte und die Hitze des Geheges hüllte ihn vollkommen ein. Ihm war, als würde eine Last von seinen Schultern rutschen.

Beschwingt nahm er den schweren Straßenkehrerbesen zur Hand und fegte das dreckige Stroh mit einigen schwungvollen Bewegungen zusammen. Der sinnigerweise als Spielwiese bezeichnete Raum bestand ringsum aus grauem Beton, nur durchbrochen von den alten Schleusentüren an drei Seite und dem Lüftungsschacht in der Decke. Überall durchäderten feine Risse den gegossenen Stein und hielten einzelne Halme fest, so dass die Arbeit nach den ersten Kehrstrichen deutlich mühsamer wurde. Micha machte es nichts aus. Er bewegte sich langsam, fast als würde er tanzen, und schwelgte in Erinnerungen.

Vor allem an Frieda, von ihrem letzten gemeinsamen Urlaub. Zwölf Stunden Autofahrt, und endlich die Gelegenheit sie zu lecken, bevor sie gleich wieder unter die Dusche sprang. Ein Gefühl, als würde seine Zunge explodieren.

Micha erbebte und sog die saure Luft in seine Nase. Der Overall scheuerte ihm zwischen den Beinen, langsam zog er den Reißverschluss auf. Kalt fiel der Anhänger den er aus der Fundkiste stibitzt hatte auf seine nackte Brust. Ein glatter Stein, graviert mit Keltenrunen; irgendein New-Age Mist, aber er gefiel ihm. Und die Erfahrung lehrte, dass nie jemand etwas aus der Kiste mit den Fundsachen wieder abholte.

Die Berührung mit dem Stein brachte weitere Erinnerungen an die Oberfläche. An glatte, flache Steine, die sich in seinen Rücken drückten, nur wenige Schritte vom Ufer des kleinen Sees entfernt. Ein leiser Windhauch strich über ihn, ließ ihn Friedas Haut noch wärmer fühlen, als sie sich mit zitternden Beinen auf ihn niederließ. Sie schämte sich, obwohl sie niemand sah. Auf unerklärliche Weise hatte sie ihren Rasierer vergessen; zu Hause, unter dem Handtuchschrank, wo Micha ihn versteckt hatte; und nun bedeckte heller Flaum ihr Arme und Beine. Nicht zu vergessen die dunkleren Haare, dort wo Micha in sie tauchte.

Im Hier und jetzt schob der Tierpfleger den Reißverschluss bis nach unten, ließ die heiße Luft des Geheges überall an seine Haut. Nun störte es keinen, dass er darunter nichts an hatte. Mit einem wohligen Seufzen genoss er die Freiheit als sein Harter sich ungestört aufrichten konnte und seine Nüsse frei baumeln durften. Er vollführte einen seltsamen Hüftschwung, das leise Klatschen hallte von den Wänden wieder, dann schloss er eine Hand um seinen Riemen, die andere hielt sich am Besen fest.

Ohne Eile bewegte er seinen Arm, blickte in die Ferne und dachte weiter an Friedas wogenden Körper, ihre springenden Brüste, ihr knallrotes Gesicht; und vor allem ihren Duft. Dummerweise waren ihre Deos mit ihrem Rasierer zuhause geblieben, ein schreckliches Unglück, dass Micha voll auskostete. Nichts auf der Welt roch wie eine erregte Frau, und er schwelgte in ihrem Duft.

Und plötzlich, wie ein kalter Windstoß, war es vorbei. Micha stockte mitten in der Bewegung, als die Erinnerung mit grausamer Klarheit zurückkam. Was es letztlich war, wer wollte es sagen? Ein knackender Ast im Unterholz, ein dämlicher Spanner der sich zu nah heran gewagt hatte. Gleichwohl, irgendetwas erschreckte Frieda, und sie sprang davon. In einer Geschwindigkeit, die er ihrem pummligen Körper nie zugetraut hätte stieg sie in alle Kleidungsstücke die sie dabei hatte, fuhr anderthalb Stunden in die übernächste Stadt und kaufte einen halben Drogeriemarkt leer. Seitdem war es nicht mehr dasselbe gewesen, selbst die Diskussionen um seinen Job und weshalb er sich keinen suchte der weniger stank nahmen noch weiter zu. Letztlich war das Ende letztlich nur eine Frage der Zeit gewesen. Dass sie letzte Woche einmal früher nach Hause gekommen war, insgesamt betrachtet nur der finale Tropfen in einem überlaufenden Fass. Dabei hatte sie wirklich übertrieben reagiert. Als wäre er der erste Mann, der je an schmutzigen Höschen schnupperte. Die sie ohnehin viel zu oft wechselte. Dafür so eine Szene zu machen war wirklich etwas viel.

Tiefes Brummen riss Micha aus seinen Gedanken, und schlagartig wurde ihm klar dass er sich den kühlen Lufthauch nicht nur vorgestellt hatte. Wie ein Blitz aus wolkenlosem Himmel durchfuhr in die Erkenntnis, dass dort vor ihm eine der Türen einen Spalt weit offen stand. Und zwar jene die ins Trenngehege führte.

Micha spürte seinen Herzschlag tief im Hals. Klamm schlossen seine Finger sich um den Besenstil, während zugleich alles in seinem Innern zu sieden schien. Mit aller Kraft die er aufbringen konnte mahnte er sich zur Ruhe an, versuchte die aufsteigende Panik zurück in seinen Magen zu drücken.

"Nur die Ruhe!", sprach er sich selbst Mut zu. Behutsam setzte er einen Fuß nach vorne, die Sohle des Sicherheitsschuhs quietschte zehnmal lauter als zuvor. Mühsam hielt er seinen Atem unter Kontrolle. "Es ist nur die Tür, das alte Schloss ist aufgesprungen, es ist nur der Riegel, ich muss ihn nur wieder nach unten..."

Da schob eine braune Pranke die Tür vollends zurück. Micha erstarrte in der Bewegung. Kreischend fuhren Krallen an dem Metall nach unten, und schalten lange Fäden aus dem altersschwachen Lack. Ein langer Schatten fiel in den halb geputzten Raum herein.

Micha stand und wagte nicht zu atmen. Etwas in ihm wollte rennen, flüchten, gleich wohin, nur fort von hier. Doch der andere, im Moment noch größere Teil erinnerte sich an eine der wichtigsten Regeln im Umgang mit Tieren; Was wegläuft ist Beute. Also rang der Verstand dem Instinkt mühsam die Herrschaft ab, hielt den Körper stocksteif und mit nackter Furcht gefroren.

Die mächtige Pranke erreichte den Boden, das Klicken der Krallen auf dem Beton bohrte sich tief in Michas Ohren. Der Schatten wuchs in die breite, und auf Höhe seines Bauches schob sich ein gewaltiger Kopf durch die Tür. Runder Schädel, kleine Ohren, eine geradezu elegante Schnauze, dennoch brauchte der panische Geist des Tierpflegers mehrere Sekunden um den Bären zu erkennen. Oder viel mehr, die Bärin.

Mühsam, als müsste er jeden Fakt aus Treibsand ziehen, erinnerte sich Micha daran dass Fluffy als Einzige in das separate Gehege musste. Die Bärin sollte dort ihre Hitze abwarten. Ganz offensichtlich hatte sie aber im Augenblick anderes im Sinn. Sie kam näher. Ihr gewaltiger Körper folgte ihrem Kopf wie ein nahender Gletscher, der Schatten den sie warf verschluckte die Beine des Tierpflegers bis zur Hüfte. Sie bewegte sich langsam, nur das Klicken ihrer Krallen war zu hören. Krampfhaft versuchte Micha sich an die Zeit der letzten Fütterung zu erinnern, aber sein Kopf kannte nur noch einen Gedanken; Flucht!

Irgendwie schaffte er es, einen Fuß nach hinten zu setzen, ein Schritt der sich wie ein Marathon anfühlte.

Fluffy hatte indessen die Tür hinter sich gelassen, und kreiste mit langsamen Schritten um ihn. Ihr braunes Fell wogte dort wo die mächtigen Muskeln sich darunter abzeichneten und ihr Bauch schwang zwischen ihren Beinen nach. Alles an ihr drückte schiere Kraft aus, wie ein Kampfpanzer mit sehr vielen Haaren.

Micha bewältigte noch einen Schritt. Nur noch ein weiterer, und er konnte den Notschalter erreichen. Den einen Schalter, der die Tür öffnen würde. Mochte sein, dass die Bärin ihm folgte, doch soweit konnte er nicht denken. Er machte den Schritt und spürte die kalte Mauer hinter sich, die Augen immer auf Fluffy gerichtet.

Die Bärin brummte tief und schob den Kopf in Richtung des Pflegers, ihr Schnauben zog wie heißer Wind durch den Raum. Michas Finger tasteten hinter seinem Rücken umher, suchten klamm und schweißnass nach dem Schalter. Da bekam er etwas zu fassen, angerauter Kunststoff, irgendwann aus den Siebzigern. Die Rettung! Er zog daran.

Mit einem hässlichen Geräusch brach das uralte Plastik in Scherben.

Fluffy hob den massigen Schädel und stieß ein mussmutiges Brummen aus. Micha fühle sich, als habe man ihm gerade die Eingeweide zerquetscht. Der Notschalter hinüber, Bernd im seligsten Rentnerschlaf auf der Couch, und er allein eingesperrt mit einem Bären. Er fühlte geradezu wie sein Gehirn arbeitete, nach einem Ausweg suchte, und sich dabei ständig im Kreise drehte.

Die Bärenpranken kamen näher, brachten den gewaltigen Körper der monströsen Mordmaschine heran. Micha konnte schon die Hitze fühlen, nicht mehr länger die des Raumes, nur doch die der Bärin selbst. Ihre schnüffelnde Schnauze kam auf Höhe seiner Brust, der brennende Atem drohte ihn zu versengen. Der steinerne Anhänger wirkte dagegen wie schmerzendes Eis. In unbarmherziger Klarheit fühlte er wie Schweiß seinen Bauch hinab lief, und die Bärennase den Tropfen folgte. Dumpfes Brummen löste sie wie eine Lawine im Gebirge aus der Kehle der Bärin; es klang wie: "Na endlich!"

Micha blinzelte. Es dauerte einige Sekunden, dann Minuten, dann wurde ihm bewusst dass er nicht tot war. Endlich wagte er es den soweit Kopf zu senken, dass er direkt in das Gesicht des Bären sah. Er musste nur die Hand ausstrecken um es zu berühren. Ihre tiefen Augen, schimmernd wie dunkler Bernstein, ließen ihn nicht mehr entkommen. Alles fühlte sich so unwirklich an, halluzinierte er?

"Du hast dir ganz schön Zeit gelassen."

Die Stimme klang rau, aber definitiv feminin. In jenem Tonfall auf halbem Wege zwischen Vorwurfsvoll und Verspielt, der Schrecken wie auch Glück verheißen konnte. Diesmal war Micha sich sicher die Worte gehört zu haben. Er wurde also verrückt.

"Jünger als der andre", raunte die Bärin. Es klang wie Raspel die über weiches Holz schliff. Langsam, ganz langsam schob sie sich hinter Micha und drückte ihn von der Wand weg. Widerstandslos ließ dieser es geschehen, er wartete nur darauf in einem Raum mit weichen Wänden wieder zu sich zu kommen.

"Mhmm, aber noch so schüchtern", brummte die Bassstimme, so tief dass er sie zwischen seinen Schläfen vibrieren spürte. Hitze stieg aus von ihrem Körper auf, brannte sich durch den Overall des Tierpflegers. Mit der Sanftheit es Bulldozers wurde er in die Mitte des Raumes geschubst, und die Bärin schritt bedrohlich langsam an ihm vorbei. Die starre Angst des nahen Todes hielt ihn starr gefangen, er wagte nicht einmal nach unten zu blicken als die Bärin sich vor ihm postierte. Dann berührte etwas Feuchtes seine Brust.

Kein Biss, kein Schnappen dass ihm einen Brocken Fleisch von den Rippen riss, nur eine irritierend zarte Berührung der heißen Zunge, doch sie jagte ihm wie ein Blitz durch den Körper. Kühl glitt sich die Bärennase über seine Haut, und blies zugleich dumpf riechenden Atem über ihn. Er meinte es fast es zischen zu hören, als der klebrige Speichel die Linie zwischen seiner Brustwarze und dem Steinmedallion nachzog. Sein Herz schlug so stark, dass das Schmutzstück zu springen schien und abwechselnd kaltes wie brennendes Pochen in seine Brust jagte. Indessen ließ die Bärin ihren Kopf langsam sinken.

"Na also!", dröhnte es in Michas Ohren. "Warum nicht gleich so?"

Heißer Dampf umfing seine Hüften, und feuchte Hitze berührte ihn an intimer Stelle.

Micha keuchte auf. Wie im Delirium schwankten seine Sinne, doch nun schaffte er es, den Kopf nach unten zu neigen. Was er sah brachte ihn der Ohnmacht nahe, doch was er spürte riss ihn zurück. Er blickte in einen Abgrund, geformt aus schwarzen Lippen, scharfen Zähnen und rosigem Rachen; aus dem eine breite Zunge entsprang und nun über sein Gemächt leckte. Die Hälfte seines Körpers wollte noch immer weglaufen, doch die andere Hälfte wollte nun bleiben, und diese Hälfte wuchs. Zitternd spürte er wie Blut in seine Lenden strömte, und sein Schwanz sich in Sekunden zur vollen Härte aufrichtete. Eine feuchte Nase berührte die Spitze, stupste ihn nach oben, und ein auf seltsame Weise anerkennendes Brummen schickte wahnwitzige Vibrationen durch das harte Fleisch. Michas Mund öffnete sich, doch kein Ton kam heraus, als sich im selben Moment die lange Zunge um seine Hoden schlang. Er spürte jede winzige Bewegung mit nie gekannter Klarheit. Dies konnte nicht sein, es konnte nicht geschehen. Aber er sah es, fühlte es, roch es!

"Das könnte dir so passen!", raunte die Bärenstimme, und die Wände erbebten. Der riesige Raubtierleib setzte sich in Bewegung, die Schnauze wich zurück. "Du bist dran!"

Micha hatte es gerade geschafft den Kopf wieder zu heben, da sah er dass die Bärin sich umdrehte, bis ihr gewaltiger Hinterleib auf ihn zeigte. Der kurze Stummelschwanz, kaum länger als die Breite seiner Hand, zuckte auf eine Art, die sich nur als gierig deuten ließ. Mit kleinen Schrittchen traten die Hinterläufe auseinander, das braune Fell teilte sich zwischen ihnen und gab den Blick in ein lang verborgenes Tal frei.

Micha schluckte, seine Kehle schwamm im Speichel.

Ein Schwall von Düften umwehte seine Nase; scharf, bitter und von beißender Wildheit. Vor ihm lag die aufgestülpte Vulva der Bärin, ein Gedicht aus schwarzen und rosigen Sprenkeln unter braunem Haar. Die zarte Haut leuchtete geradezu aus dem ledrigen Gewebe des umgebenen Unterpelzes hervor. Mochten die Lippen auch anders geformt sein als etwa Friedas, sie sprachen dieselbe Sprache, nur viel deutlicher. Und die glänzende, rinnende Feuchte die das zitternde Fleisch wie schleimiger Honig überzog schien geradezu nach ihm zu schreien.

Micha sank auf die Knie nieder, kroch halb fallend nach vorne. Der Geruch wusch alle Zweifel aus seinem Verstand; Irrsinn oder nicht, er hatte eine Mission zu erfüllen. Seine Finger krallten sich tief in das Bärenfell, spürten die Hitze und die steinharten Muskeln unter der dicken Fettschicht, doch darauf achtete er kaum. All seine Aufmerksamkeit, all seine Sinne, waren konzentriert auf die zuckende pure, rohe Weiblichkeit vor seinem Gesicht. Ihrem Sirenengesang war nicht zu trotzen.

Micha zog sich heran, öffnete den Mund und ließ das glitschige Fleisch zwischen seine Lippen gleiten. Der Donner der den Raum durchdrang war mehr zu spüren als zu hören. Ozeane aus Geschmack legten sich über Michas Rachen, ein ranziges, schneidendes Aroma von dem er nicht genug bekommen konnte. Seine Zunge umspielte die Ränder der Bärin, tastete nach vertrauten Gebieten und wurde nicht fündig. Alles fühlte sich fremd an, neu und ungezähmt. Es war, als ströme ein ganzes Leben über ihn hinweg, eine neue Bestimmung, ein neuer Inhalt der alle Leere füllte. Die Zeit selbst geriet durcheinander, und er wollte schwören schon Stunden auf den Knien zu liegen als die Bärin sich ihm entzog.

"Genug!", befahl ihre raspelnde Stimme. Ihr Kopf blickte Micha über ihre Schulter an, sah den dümmlichen Ausdruck auf seinem Gesicht, den Mund noch offen und nach ihr gereckt. Die Bärin gab ein Geräusch von sich, das womöglich ein Lachen sein konnte. Sie schüttelte sich, brachte die Beine neu in Position und drückte den breiten Rücken durch.

"Ich habe das Warten satt. Tu wozu du hier bist!"

Taumelnd kämpfte Micha sich wieder auf die Beine, ein guter Teil seiner Selbst wollte noch immer nicht begreifen was um ihn herum geschah. Er hielt sich den Kopf, versuchte sich zu orientieren. Bärenduft und Geschmack hingen so stark um und in ihm, dass nichts anderes mehr zu existieren schien. Das Steinmedallion auf seiner Brust pulsierte im Takt seines wummernden Herzens.

"Jetzt noch schüchtern?", spottete die Bärin, Ungeduld lag in ihrer Stimme "Willst du noch eine Einladung?"

Ein kurzer stinkender Schwall traf Micha an der Brust und durchtränkte seinen Overall. Dumpf dröhnendes Kichern waberte durch den Raum, vor ihm bewegte sich inmitten braunen Fells die triefnasse Weiblichkeit einer Bärin. Und etwas in seinem Verstand gab nach. Der letzte Rest des kleinen Etwas das sich an die Vernunft klammerte gab sich geschlagen, und machte schierer Brunft Platz. Er riss sich den Stoff vom Körper, warf den Overall nach hinten bis er nur noch mit den Knien darin stand. Ohne sich die Mühe zu machen den Rest los zu werden sprang er auf die Bärin zu und packte ihre ausladenden Hüften. Er brauchte nicht zu zielen, er brauchte nicht zu denken, Instinkt leitete jede seiner Bewegungen.

Mit einem Schmatzen wie ein urweltlicher Sumpf drang sein hartes Fleisch in den Leib der Bärin ein. Unglaubliche Hitze umfing ihn, schleimige Säfte glitschten zwischen ihnen und spritzten auf seine Haut. Der wallende Körper des Raubtiers drückte sich ihm entgegen, als versuche er einen Kleinwagen umzuwerfen. Doch zugleich hieß der fremde weibliche Körper ihn willkommen, und pure animalische Lust sprang wie Lichtbögen zwischen ihnen auf. Außer sich vor Gier presste Micha sich an die Bärin, besprang sie und drückte sich an ihren Rücken soweit er eben konnte; ohne dass seine Hüften still halten mussten. Ihr dumpfes Brummen umfasste ihn wie der Donner eines nahen Sturms. Sie drückte sich gegen ihn, ohne ihn abzuwerfen. Sie wollte ihn, bekam ihn. Micha gehörte vollkommen ihr. Sein Schaft kreiste durch ihre enge Vulva, rührte in den zähen Säften der Bärin. Ihr Inneres zuckte, presste sich um ihn. Nie hatte er solche Kraft gespürt, nie war er dem Tod so nahe gewesen. Wie auch dem völligen Gegenteil. Alle Zeit schwand dahin, das Universum stockte, es gab nur noch ihn und die Bärin. Und es war gut.

Das Beben kam plötzlich, ein Zucken das ihm fast den harten Schwanz zerquetschte, dann ein Schütteln das quer durch den riesigen braunen Leib lief. Micha wurde gepackt, mitgeschleudert ohne aus ihr zu gleiten. Die jähen Bewegungen zerrten an ihm, stießen ihn über die Grenze. Mit einem kehligen Schrei, der vollkommen in einem brachialen Brüllen unterging, schoss alles was seine Hoden zu geben hatten nach oben. Mehr und immer mehr, als wolle ihn etwas auswringen, spritzte alles direkt in den heißen Bauch der Bärin. Wogen der Erleichterung trafen seinen Kopf, sanft wie geschwungene Bratpfannen. Ihm wurde heiß, dann kalt, dann wusste er es nicht mehr. Er versuchte sich fest zu halten, weiter an das Fell zu klammern, doch seine Finger wurden klamm. Alles an ihm erschlaffte. Röchelnd rutschte er vom Rücken der Bärin und fiel auf den nackten Beton. Alles vor Micha verschwamm. Der heiße Körper der Bärin entfernte sich, halb tänzelnd, halb torkelnd. Er fasste sich an den Kopf und langte vorbei, er traf erst beim dritten Versuch. Alles an ihm zitterte, und der Beton spielte dabei kaum eine Rolle, eher noch der kalte Stein auf seiner Brust.

Er versuchte sich umzusehen, da glitt eine breite Zunge quer über sein Gesicht. Keuchend starrte er nach oben, und sah den runden Kopf der Bärin über sich. Behutsam hob er die zittrige Hand.

"Hey Fluffy", brachte er mühsam hervor. Seine Kehle fühlte sich an wie ausgedörrt.

"Nicht Fluffy!", dröhnte es durch den Raum "Bala!"

Langsam wandte die Bärin sich um, und trottete mit schleppenden Schritten zurück in ihr Einzelgehege und fiel in einen Haufen Stroh.

Micha versank wie im Nebel.

Eine ganze Weile später stemmte Micha sich in die Höhe. Sein Kopf dröhnte, aber er fühlte sich leicht. Leichter als jemals zuvor, und so schwammig als hätte er keine Knochen mehr. Mit wackligen Schritten stolperte er durch das Transfergehege und schloss die Tür im Raum nochmal, nur zu Sicherheit. Er kämpfte sich zurück in seinen stinkenden Overall, montierte die Schläuche, öffnete die großen Abflüsse und spritzte alles sauber. Zuletzt auch sich selbst. Danach fühlte er sich wieder ansatzweise wie ein Mensch.

Als er nach schlampig getaner Arbeit das Gehege verließ, zurück in die Welt dort draußen mit ihrer Antisepsis, der Scheu und der Scham, war ihm längst klar, dass er sich das alles eingebildet hatte. Es gab keine andere Erklärung. Die Gedanken an Friedas breiten Arsch, verbunden mit dem Geruch des Bären musste irgendetwas in ihm ausgelöst haben, dass ihn schlicht niedergeknüppelt hatte. Vielleicht lag es auch am Sauerstoffmangel in dem engen Gehege, oder Methan in der Luft. Das konnte auch Halluzinationen auslösen, wie in der einen Folge Akte X. Mit einer Hand spielte er an dem Steinanhänger unter dem Reisverschluss seines Overalls während die andere den Wagen nach draußen schob.

Vielleicht lang es aber auch an dem Stein, womöglich gehörte er einem Junkie der ihn in irgendein Zeug getaucht hatte das noch nicht mal einen Namen besaß. Wäre der Bär tatsächlich mit ihm eingeschlossen gewesen, er hätte es sicher nicht überlebt. Das ganze konnte nur an dem Stein liegen. Nervös zerrte er das Lederband über seinen Kopf und schob den Stein in die Tasche. Es hatte sich gut angefühlt, aber was er gerade erlebt zu haben glaubte, dass konnte einfach nicht wahr sein. Er musste es sich eingebildet haben.

Micha schob den Wagen aus dem Gang nach draußen, vorbei an der einsehbaren Fläche des Einzelgeheges. Die Bärin lag im Stroh, unbewegt döste sie, er meinte einen seligen Ausdruck auf ihrer Schnauze erkennen zu können. Gemächlich führte er den Wagen über den Weg, bis er das Gehege halb umkreist hatte. Er sah ein zweites Mal hin und blieb stehen. Hitze schoss ihm brennend ins Gesicht. Zwischen den Hinterläufen der Bärin quoll ein Rinnsal hervor, das den braunen Pelz dunkel einfärbte. Eine zähe, weiße Flüssigkeit.

Samen, sein Samen.

In seiner Tasche pulsierte das steinerne Medaillon.