#8-Eifersucht

Story by Bluewing on SoFurry

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Mit zusammenarbeit von Safur. Herzlichen Danke für den Charakter. <3


Das ist nicht fair, war sein erster Gedanke als er sie betrachtete…

Donnerstag.

Immer wieder dachte er nach, was in der Umkleide geschah, es ging ihn einfach nicht aus dem Kopf. Er wurde nicht ausgesucht, nicht erwählt. Als ob das Schicksal entschieden hatte, das sein ganzes Leben nur aus Pech bestehen sollte. Nicht nur das er als Outsider immer gemieden wurde, wieder wurde für ihn entschieden, dass es anderen besser stehen würde als ihm.

Mit der Lieblingsmünze in der Hand die man ihn zum Geburtstag geschenkt hatte und ihm Glück bringen sollte, lag er im Bett und starrte Gedankenverloren die Decke an.

Viel hat er sich schon durchgelesen über das Thema. Doch nichts was er durchlas, konnte ihn darauf vorbereiten, was sein Verstand und sein Körper gerade durchmachten. Diese Anziehungskraft, die sich in den letzten Monaten aufgebaut hatte, es war einfach zu viel und zu stark geworden.

Die Verzweiflung wurde immer stärker, hatte er die doch immer bekämpfen können, fraß es ihn nun langsam von innen auf.

Hilfe hoffend, stand er geschmeidig vom Bett auf und ging zum Schreibtisch. Wiedermal las er sich den Artikel durch, den man ihm in diversen Foren empfohlen hatte.

Es sollte ihn helfen zu verstehen, was mit ihn passierte. Es milderte seine Verzweiflung etwas, sodass es nicht mehr ganz so schlimm war.

Doch gleich kam schon die Mauer im Geiste, sein Hindernis. Diese Mauer hielt ihn auf, sich zu öffnen für andere und ließ auch keinen zu ihm durch. Und gleichzeitig hielt es ihn auf der Stelle fest. Deswegen fand er keine Freunde und niemanden mit dem er Reden konnte über seine Probleme. Er wusste einfach nicht wie man damit umgehen oder an wem er sich wenden sollte.

Lange Zeit war er das Opfer von Mobbing gewesen. Es fing schon in der Grundschule an, wo man ihm wegen den Flügeln die er hatte, mobbte. Es gab eben nicht viele von Ihnen und das war der Grund wieso die Schüler über ihn gelacht hatten. „Missgeburt“ nannte man ihn, da die Kinder nur Echsen ohne Flügel kannten und noch nie welche sahen mit. Da fing er an, überall um sich herum Mauern zu bauen, die ihm schützen. Doch leider waren es zu viele geworden. Die dadurch erfolgten Jahre der Einsamkeit, weil er nicht so war wie die anderen, führten dazu, dass er sich immer weiter von jedem distanzierte. Und die Paar die er kannte, waren nicht mehr als für ein paar oberflächliche Gespräche geeignet.

Seine Schwanzspitze fing ungewollt durch die Anspannung sich zu bewegen an, während er den Artikel abermals durchlas.

Und dann kam der nächste und schwerste Punkt. Sich dem einzugestehen was er jetzt zu fühlen begann, brachte ihn in einen Konflikt mit dem was er kannte und dem was er wollte. In ein Bodenloses Loch ließ es ihm fallen, schwebend und verloren, konnte er keinen Ausweg alleine finden. Und seine Gedanken die er hatte, waren wie ein Knoten der nicht aufgemacht werden konnte.

Und weil es noch nicht genug war, kamen noch seine Eltern hinzu. Die ihm so aufzogen das alles was ihnen nicht gefiel, sofort als falsch und unmoralisch deklarierten. Immer wieder wenn sie was sahen, das gegen ihre Wertvorstellung als Familie verstieß, kamen gleich die Sätze wie, „Das ist abnormal“ „Sie kommen in die Hölle“. Noch schlimmer war es, wenn sie sahen wie sich zwei Gleichgeschlechtlichen küssten oder liebes Bekundungen austauschten „Wenn das in unsere Familie wäre, dann…“.

„SCHEIßE…“ stieß er aus sich, um seinen Verzweiflung freie Luft zu machen, während er aufsprang kippte der Stuhl nach hinten um. Doch seine Verzweiflung war leider immer noch da, langsam und unter einem seufzen, hob er den Stuhl wieder auf um sich wieder hinzusetzten.

Gedankenverloren schaute er aus den Fenster, dabei fing er mit der Münze in der Hand zu spielen an. Sein innerstes konnte man mit dem Zimmer vergleichen, so fühlte es sich jedenfalls an. Es gab Ausgänge, doch waren sie nicht aus Holz oder Glas gemacht, sondern felsenfester Beton.

Wie sehr wünschte er sich, dass er die Mauern einfach einreißen konnte. Doch sie haben ihn geprägt, so war er eben. Doch immer mehr kam die Angst und die Verzweiflung auf, in seinem geistigen Zimmer eingeschlossen zu sein.

Spontan nahm er seine Schultasche das neben den Schreibtisch lag, um Hausaufgaben zu machen. Die Idee war Ablenkung, Hausaufgaben konnten ihn vielleicht auf andere Gedanken bringen. Dann fiel ihm ein, dass sie alle frühe heimgeschickt wurden weil das passierte.

Also gab es nichts zu tun, nichts mehr. Es gab kein Unterricht mehr, weil das Schuljahr schon gelaufen war.

Panisch setzte er sich wieder hin bei der Erkenntnis, dass sie nur noch wenige Tage zusammen in die Klasse gehen werden. Wie eine Spirale drehte sich der Gedanke in seinen Kopf. Aus purer Verzweiflung und den Tränen nahe, las er sich den Artikel abermals durch und hoffte dadurch, dass er sich dadurch wieder beruhigen konnte. Doch es half nichts.

Schon fast weinend, stand er wieder auf und ging zum Bett. Doch er wollte sich nicht hinsetzten oder hinlegen. Wieder ging sein Blick hoch zur Decke. Leise und seufzend kam es aus ihm raus.

„Stefan…“.

Immer enger wurde sein Zimmer, es schien ihn erdrücken zu wollen. Verzweifelt und vor Angst getrieben, stieß er die Tür auf ging außer Haus und hoffte dadurch, die enge zu entfliehen die ihn zu erdrücken drohte.

Noch nie kam es ihn so schwer vor, einen Gedanken zu fassen das ihm half wieder runter zu kommen. Seine Gefühle hatten die Oberhand. Sein Kamm raschelte leise als langsam ein Zwang aufkam, etwas dagegen zu unternehmen.

Sogar seine Eltern hörte er nicht mehr, während er die Wohnung verließ. Er gestand sich sogar, dass es ihm egal war. Auch wenn sie im Grunde immer für ihn da waren, war es ihm jetzt wirklich egal was sie zu ihm sagten.

Wieder dachte er an den Artikel den er immer wieder las, als würde es ihn heimsuchen. Es half am Anfang, doch wie mehr sein Verstand darüber nachdachte, desto weniger half es ihm wiederum. Immer öfters kam der Gedanke, dass eine Bestätigung ihn helfen könnte das zu verstehen, was ihn zu zerreißen drohte. Inständig hoffte er eigentlich nur, dass es eine Phase sein könnte und wiederum, kam das Gefühl auf das es nicht so war.

Gründlich ging er seine Optionen durch, um das was er zu fühlen glaubte zu bestätigen. Doch es fiel ihm schwer, sehr schwer über seinen Schatte zu springen. Am Ende blieben ihn nur zwei Optionen offen, um schnell die Bestätigung zu finden.

Eine Bar oder ein Club, sonst fiel ihm nichts anderes ein. Sein Blick wanderte hoch, um zu sehen wohin seine Echsenfüße ihn hingebracht hatten.

Sie hatten ihn zum Park gebracht. Gleich links waren die Sandkästen wo kleine Kinder spielten und Drumherum die Eltern, die ihren Kindern beim Spielen zuschauten. Kurz sah er sich um und fand eine leere Bank wo er sich gleich hinsetzte. Während seine aufmerksam den Kindern galt die eine Sandburg bauten, kam er langsam wieder runter. Andere Erinnerungen kamen hoch, wie er mit seinen Kindheitsfreunden hier spielte. Keine Pflichten oder Sorgen hatte man, als man noch klein war.

Nun, knapp Fünf Jahre später war alles dahin. Die Schule wo das Lernen einfach nur noch lästig war, die Mitschüler die einfach nur lästig waren. Die Hausaufgaben die nur noch Ätzend waren. Dann noch die Eltern, die ihm alles vorsagten was er zu tun hatte.

Einfach alles fand er zum Würgen.

Nur eine Person, war für ihn immer das Highlight des Tages gewesen und das war „Stefan…“. So als wäre es Balsam für seine Seele, sprach er es aus. Es war wie ein Medikament, mit schweren Nebenwirkungen. Gleichzeitig gab es ihm Trost und Wärme, aber auch den Schmerz, es nie mehr zu erreichen.

Seufzend lehnte er sich zurück und schaute sich nochmal um.

Bei einem Baum sah er die Flüchtlinge die herumhingen, weil nun die Grenzen offen waren.

„Danke Frau Merkel“, kurz dachte er darüber nach, was diese Leute alles in seinen Viertel mitgebracht hatten. Überall fand man die Typen, die Drogen verkaufen wollten. Und in der Nacht, sich mit ihren <<Freiern>> begnügten, für nur Zehn Euro. Sofort schaute er weg als die Typen auf ihn aufmerksam wurden.

Aus dem Augenwinkel sah er, dass sie sich in seine Richtung bewegten. Sofort stand er auf und wollte nur noch weg. Er wollte mit niemandem reden oder diskutieren, nur alleine wollte er sein.

Wieder ließ er es zu, dass seine Krallenbestückten Füße ihr Eigenleben ausleben durften. Ihm ging wieder der Gedanke durch, wieso sein Glück ihn nie was schenkte. Kurz wurde seine Mauer durchlässig, dabei sah er sich selbst wie die Drei um hin herumstanden und ihre Lust auslebten.

Seine Füße hielten an, verwirrt bei dem was er sah kam die Frage auf, wieso er dies gesehen hatte. Doch nicht nur wegen Stefan?

Dieses Bild brachte ihn gerade ins strudeln. Wollte er nur mit Stefan alleine sein, oder war das was er gesehen hatte, das was er wollte? Vielleicht beides? Noch verwirrter als zuvor fingen die Füße an sich wieder zu bewegen.

Wie ein verloren gegangener Wanderer, gingen seine Füße wohin sie wollten, dabei überquerten sie Straßen und gingen den Fußgängerwege entlang. Nur die Häuser sahen ihm zu, wohin er ging.

„Fuck!“, fluchend blieb er stehen, seine Gedanken waren nun so verworren, dass sein Kopf nicht mehr weiter arbeiten konnte. Ein quälender zwang baute sich auf, es nun endlich herausfinden zu wollen. Schnell nahm er sein Handy raus und sah auf die Uhr.

Verblüfft darüber das schon 17 Uhr und schon Drei Stunden unterwegs auf seinen Füßen war, hob er seinen Kopf und ließ seine Augen umherwandern.

Die Einkaufsstraße tat sich vor ihm auf. Jetzt erst, vernahm er die ganzen Stimmen, das Lachen und die Gesprächsfetzen. Die ganzen Markenschilder die vor den Geschäften hingen und die Verkaufsvitrinen die ihr Angebot jedem zeigten der vorbei ging.

„Was mach ich jetzt, soll ich…?“, dies Entscheidung war seine schwerste bis jetzt, die ihn durch den Kopf ging. Nachdenkend stand sein Körper still, während die Menge an ihm vorbei ging. Unsicher was seine nächsten Schritte sein sollten, sah er dann nach oben. Der blaue Himmel, so klar und rein. Am liebsten, wäre er auch so frei wie der Vogel den er dort sah, der seine Kreise im Himmel flog. Frei von Angst, von Unsicherheit und Verzweiflung.

Seine Schwingen bewegten sich leicht, bei den Gedanken wieder Fliegen zu dürfen. Zu lange war es her, das seine Familie ihn mitnahm auf den einzigen Platz in der Umgebung, wo man frei Fliegen durfte ohne gegen das Gesetz zu verstoßen.

Ein Unwohlsein erfüllte ihn, ein Druck in der Burst baute sich auf, als hätte er zu viel Red Bull getrunken. Der Zwang kam wieder auf, sein Körper zwang ihn wieder sich zu bewegen. Schnell ging er einfach weiter, wohin ihn seine schuppige Schnauze auch brachte war ihm egal, Hauptsache weg von hier und jetzt.

Sein Kopf fing wieder an zu arbeiten, seine Gedanken gingen dorthin wo es anfing und nicht endete. Eine Ergründung suchte sein Verstand, ansonsten würde es ihm nie klar werden.

„Bei Stefan war das irgendwie klar, sein aufgewecktes Wesen, dass er nie stillhalten konnte und somit immer meine Aufmerksamkeit weckte. Der gut gebaute Köper… der Köper? Finde ich ihn so attraktiv? Ich mag zwar wie er immer Duftet und auch die Fellzeichnung, finde ich… anziehend. Aber der Körper an sich?“

Ein seufzen entglitt ihm, wieder rannte er gegen die unüberwindbare Mauer, nicht imstande sie zu erklimmen, denn dahinter und das spürte er genau, konnte er sich das eingestehen was er fühlte.

Die Verzweiflung brach wieder aus und nagte an seine Seele. Er brauchte einer Bestätigung, nur das konnte ihn helfen die Wand zu erklimmen, zwar hatte er schon zwei Optionen, aber...

Mit beiden Händen klopfte er sich auf die Wangen um wieder zurück zukommen, weg von den Mauern, gegen die er immer rannte. Dann gingen seine Gedanke zu Konrad, um herauszufinden wieso er in der Position von Konrad war.

„Warum… was war es, wieso ich in der Position von Konrad war. War es wegen Stefan, oder weil er von der C-Klasse rangenommen wurde? Irgendwie sah es wie ein schlechter Porno aus, geplant, inszeniert. Und doch… ich… die ERFAHRUNG. DAS WAR DER GRUND!!“

Wie von Blitz getroffen blieb er wieder stehen. Er wollte es wissen, wie es war oder ist. Das wäre der Moment gewesen, ob das was er fühlte auch echt war. Deswegen war er in Konrads Position.

Jetzt kam der Eifersuchtshass auf Konrad. Er hasste sein Pech den er immer hatte. Dann kam der Hass auf sich selbst: Er hasste sein Schicksal, hasste es jetzt geboren zu sein, hasste seine Familie. Er hasste, das alles so kompliziert war und das sich dadurch überall um ihn herum die Mauern auftaten.

Aber durch das was er herausfand, konnte er nun was machen. Es lag nun an seinen Krallenbestückten Händen was zu tun war. Und nicht mehr an sein Pech oder am Schicksal.

Er nahm wieder sein Handy, um zu schauen wie spät es war. 18:12 zeigte es ihm. Die Unsicherheit kam, wie ein ausbreitender Ölteppich überzog es langsam seinen Verstand. Zwei Möglichkeiten taten sich auf. Entweder, wieder nach Hause zu gehen, oder doch weiter den Weg folgen.

Der Weg vor sich war schwer, sehr schwer, voller Mauern und Fallen in die er hineinstolpern konnte.

Lächerlich leicht dagegen war der Weg nach Hause, so einfach als rutsche er eine Rutsche runter. Er könnte sich vor seinen PC setzen und bis spät in die Nacht LOL spielen, dabei alles wieder verdrängen. Leider heilte es nicht, sondern es dämpfte nur seinen Verlangen, seine Sehnsucht. Irgendwann würde es ihn von innen zerreißen, das war ihm klar.

Doch die endgültige Entscheidung war schon gefallen, für sein Seelenwohl und seine Zukunft. Als würde die Bewegung eine Stunde, einen Tag, ein Jahr, ein Leben dauern, bewegte sich sein Kopf hoch, um den Weg vor sich zu fixieren. Felsenfest entschlossen was zu tun war, bewegten sich seine Füße wieder. Nicht wissend wohin, aber der Weg vor ihm war sein Ziel.

Irgendwo in der Stadt war er und nichts kam ihm bekannt vor, denn überall waren nur Blockhäuser zu sehen. Die untergehende Sonne warf einen unheimlichen Schatten auf die Straße. Dennoch, mit jedem Schritt den er gemacht hatte bestärkte es seine Entscheidung. Mit jedem Schritt der hinter ihn lag, bestärkte es seine Entscheidung es doch zu machen.

Ihm kam eine Idee, gleich darauf nahm er wieder sein Handy. Schnell Googlte er die Lokalitäten die in der Nähe waren. Nicht weit entfernt war es, “Dark Eagle also…“ beim Aussprechen half es ihn sich Mut zu machen.

Gleich darauf ließ er sich per GPS von seinem Handy dorthin dirigieren. Nach ein paar Minuten stand er vor einer schwarzen Tür mit Guckloch. In weißer Schrift stand dort „Dark Eagle“.

Sein Herz pochte vor Aufregung, sein Selbstvertrauen schwand dahin. Angst breitete sich in ihm aus, weil er nicht wusste wie oder ob überhaupt was sein würde.

Mit den restlichen Mut das noch übrig war, zählte er im Geiste runter: Drei… Zwei… Eins…

„Tokk Tokk“.

Sein Fluchtinstinkt schaltete sich ein, als ob wer einen Schalter umgelegt hätte. Panik bestimmte nun seine Gedanken. Seine Muskeln spannten sich so sehr an, dass sie zu zittern anfingen. Dann hörte er jemanden hinter der Tür, Schlösser wurden aufgemacht. Die Tür ging langsam auf.

Das erste was zu sehen war, war schwarzes Fell, samtig wirkte es. Dann ein Gesicht, schnell erkannte er das der Türsteher ein Schwarzer Puma war, der ihn nun genau anschaute.

„Wie alt?“, kam gleich die fragt, als ob man ihn verhören würde. Schwer atmend, schluckte er seinen Kloos im Hals runter „Ach… Achtzehn…“, kam es stammelnd von ihn raus. Der Puma zuckte nicht einmal als er angelogen wurde, als ob er das glauben würde was man zu ihn sagte. Ewig lange zogen sich die Sekunden hin. Dann sah er, das sich der Kiefer bewegte „Ich brauch dein Ausweis Junge.“, war genau das letzte was er hören wollte, als der Puma das zu ihm sagte.

„Vergessen…“, versuchte er weiter seine Tarnung aufrecht zu erhalten. Plötzlich wurde die Tür ganz aufgemacht und der Puma kam raus zu ihm.

„Junge, ich brauche deinen Ausweis, weil wenn was passiert… ich muss wissen wo du Wohnst. Wenn du hier wieder rausgehst, dann bekommst du ihn auch wieder.“, gab der Puma nun freundlicher als Erwartet wieder.

Von der ganzen Anspannung vergaß er zu Atmen. Als seine Lungen die angestaute Luft raus ließen, übergab er mit zittrigen Händen seinen Personalausweiß. Der erwachsene Puma nahm sich gleich die Plastikkarte und studierte es kurz. Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute der wieder von der Karte hoch „Achtzehn sagtest du?“.

Sein drang wegzulaufen stieg noch weiter an, als die Augen des Pumas seine Lüge aufdeckten. Unfähig zu reden und unschlüssig was nun kommen mag, kam eine Kurzschlussreaktion. Das führte dazu, dass sein Kopf schnell zu nicken anfing.

Der Puma bewegte eine Hand, aus purer Angst schloss er die Augen, weil er es einfach nicht sehen wollte.

Er spürte eine warme Hand die ihm am Kopf zwischen seine zwei Hörner tätschelte. Langsam machte er erst das eine Auge auf, um zu sehen ob das nur eine Ablenkung war, um dann das andere Auge aufzumachen, als das nicht der Fall war. In der Hocke war das Gesicht des Pumas auf Augenhöhe mit ihm.

Ein leichtes Lächeln war zu sehen.

„Du brauchst keine Angst zu haben. Wir passen aufeinander auf, aber falls was passieren sollte, was du nicht willst, komm sofort zu mir. Weil dann gibt's ärger im Club. Und pass auf, viele würden so einen Jungen wie dich, nur zu gerne vernaschen.“

Noch immer zitternd aber erleichtert über den Ausgang der Situation, nickte er knapp und wartete bis die Hand auf seinen Kopf verschwand.

Als der Puma aufstand, verschwand auch die Hand auf seinen Kopf. Mit einer Einladenden Geste machte der den Weg frei für ihn.

„Gut das wär geschafft… irgendwie“, dachte er sich während ein schwarzen Gang vor sich auf tat, die an einer Silbernen Treppe die nach untern führte, endete.

Mit gespieltem Mut ging er den Gang entlang, schon auf der Hälfte roch er Zigarettenqualm, laute Musik kam ihm entgegen. Die Wände und der Boden bebten vom Bass. Schritt für Schritt ging er weiter, bis die Treppe erreichte war. Stimmen waren zu hören, aber weniger als erwartet.

Jetzt konnte er noch umdrehen, seine letzte Chance dem allem den Rücken zu kehren war genau hier, denn wenn er noch einen Schritt machen würde, wäre die Chance vertan. Weil seine Neugierde war gerade in diesen Moment dabei, die Oberhand zu gewinnen…

Die Chance war vertan.

Schon fast schwebend schritt er die Treppe runter. Überwältigt im wahrsten Sinne, kam alles über ihn herein. Die klare laute Musik, die ganzen Düfte der anderen Männchen und deren Parfums, die verschiedenfärbigen Lichter die den ganzen Raum erstrahlen ließen. Der Raum an sich war Schwarz mit Silbernen Skulpturen, überall waren sie aufgestellt, auch an den Wänden hingen welche. Die riesige Bar war zu sehen, so lange wie eine ganze Wand.

Als er langsam das alles verarbeitete, bewegte sich nun der Raum. So überwältigt von allem, übersah er die ganzen Gäste die den Raum ausfüllten, wie sie angezogen waren, oder ob man das noch so nennen dürfte <<Angezogen>>.

Die letzten Treppenstufen runter steigend, betrachtete er nun die ganzen Leute die hier waren. Es waren sehr viele und auch verschiedene, dass er glaubte das von jeder Gattung ein Vertreter anwesend war. So viele Personen waren anwesend, es war ihn nicht möglich abzuschätzen wie viele es waren. Unsicher aber doch leicht… Berauscht von dem was er sah, war sein Ziel gleich zur Bar zu gehen. Vom Fernsehen wusste er nur, wie man sich in einer Bar verhalten sollte, weil selbst war er noch zu jung, um in eine Bar zu gehen, bis jetzt.

Zum Glück war der Raum nicht brechend voll, also konnte er ohne großen Schuppenkontakt zur Bar gelangen. Bei der Bar, suchte er sich gleich ein Plätzchen aus wo er einigermaßen links und rechts Platz hatte. Der Barkeeper kam gleich und musste schreiend nachfragen, ob er was zu trinken haben wollte.

„WASSER!“, schrie er zurück, dabei bekam er einen komischen Blick vom Barkeeper, doch der nickte und ging gleich davon.

Weil alles so fremd war, saß er automatisch mit verschränkten Armen und Beinen auf dem Hocker, sein Schwanz schlang sich um den Hocker damit niemand rauftreten konnte. Dennoch drehte er sich um, weil die Neugierde was hinter seinem Rücken geschah, geweckt war. Die Leute tanzten zur Musik, andere schmiegten sich fest aneinander und unterhielten sich. Einige Paare verschmolzen die Münder, dabei blieb sein Blick haften. Er sah fasziniert zu, wie zwei Löwenmännchen miteinander schmusten, dabei bemerke er die zwei Beulen in der Hose. Beschämt wendete er seinen Blick ab.

Das nächste Pärchen war ein Jaguar und ein Husky, spärlich bekleidet drückten sie sich an eine Statue und erkundeten den Körper des anderen. Es zog ihn in den Bann, noch nie sah er sowas bei zwei Männchen. Voller Lust taten sie dies und es kümmerte niemanden hier, was die da machten.

„Bomb“, machte es schräg hinter ihm, er drehte sich erschreckt um und sah, dass der Barkeeper sein Wasser hingestellt hatte, mit Strohhalm und Eiswürfel.

Ein Danke kam zurück, doch er vergaß dabei zu schreien, damit man ihn auch hörte. Aber auch die Chance war vertan, der Barkeeper ging gleich zum nächsten Gast. Mit einem schlechten Gewissen nahm er dann das Wasserglas und fing an zu trinken. Mit dem Strohhalm im Mund, drehte er sich wieder um, zu faszinierend war er was er dort sah.

Dann spürte er eine Hand an seiner linken Schulter. Vor Schreck, verschluckte er sich und musste laut husten. Doch nutzte er gleich diesen Moment aus und drehte sich nach links um, um zu sehen wer oder was das war, das ihn an der Schulter berührte.

Mit einem mal erkannte er einen athletischen Afrikanischen Wildhund neben sich, angezogen mit Shorts und… keine Ahnung wie man das nennen sollte, Netz Hemd?

Langsam blickte er hoch und sah in ein Freundliches Gesicht das ihn anlächelte. Der Wildhund fing gleich das Gespräch an „Na, mein süßer Drache…“ wurde er gleich angeredet. Noch nie hatte ein anderes Männchen ihn so genannt, verblüfft darüber konnte er nichts anders als starren.

„Wollen wir runter, mein Blauer Drachenjunge?“, wurde er gleich gefragt, dabei wusste er nicht was der damit meinte. Absolut überfordert über die Situation und von der Frage, raste sein Verstand. Soll er ja oder nein sagen.

Ob ja oder nein, beide Optionen hatten Vor und Nachteile. Wenn er nein sagen würde, dann würde man ihn vielleicht in Ruhe lassen, doch der Grund wieso er hier war, war dass er eine Bestätigung brauche. Und wenn er ja sagen würde, dann wüsste er eben nicht was der Wildhund meinte, mit <<runter gehen>>.

Hin und Her gerissen, machte er genau das was in ihm tobte. Er zuckte mit den Schultern. Gleich darauf fing der Wildhund zu lachen an. „Hab ich was falsches gesagt?“, kam es ihn gleich in den Kopf geschossen und wartete ab, was als nächstes kommt. Solche Situationen führten dazu, dass sein Fluchtinstinkt sich einschaltete. Einfach die Ungewissheit was nun kommen mag, erinnerte ihn an die schlechten Zeiten als man ihn zwingen musste in die Grundschule zu gehen. Das gleiche war nun hier, die Erinnerung mit Mobbing von damals verband er nun mit dem hier.

Doch der Wildhund drehte sich zur Bar um und zeigte mit den Fingern was der haben wollte. Interessiert schaute er zu, weil er nicht wusste, dass man auch so Bestellen konnte. Doch ging es so schnell, dass er sich die Fingerzeichen nicht merken konnte.

Gleich darauf kamen zwei Gläser die zu zweidrittel voll waren mit eine braunen Flüssigkeit, sie wurden gleich entgegengenommen vom Wildhund. Dann drehte der sich wieder zu ihm um.

Ohne, dass er wirklich darauf reagieren konnte, hatte er plötzlich statt dem Glas mit dem Wasser, das Glas mit der braunen Flüssigkeit in der Hand. Neugierig roch er dran, es war scharf und roch nach Kräuter, dann stieß der Wildhund gleich mit ihm an und trank es auf einmal aus.

Weil er jetzt nicht unhöflich sein wollte, machte er das gleiche. Mit jedem Schluck brannte es sich immer mehr in seinen Hals. Unterschätzt hatte er, wieviel es war, normal konnte er einen halben Liter Cola ohne Probleme trinken, aber das hier, war was ganz anderes.

Eine Ewigkeit hat es gebraucht bis das Glas leer getrunken war, unter einem ächzen stellte er das Gals wieder auf die Theke.

Schlecht wurde ihn vom Getränk und es brannte fürchterlich, als ob Chili drinnen war. Sein Herz fing zu Pochen an. Eine Hitze ausgehend von seinen Magen breitete sich aus. Er musste die Hände schütteln weil er glaubte, dass dadurch die Hitze entweichen konnte. Doch es half nichts. Schwer musste er mehrmals Ein und Ausatmen um die Hitze in seinen Rachen zu mildern. Doch dann beruhigte sich der Magen langsam und die Hitze ging in eine angenehme Wärme über.

Wie in Zeitlupe, blickte er unter Schmerzenstränen hoch zum Wildhund, der ihn nur belustigt anlächelte. Doch merkte er dabei, dass sein Kopf langsam schwerer wurde. Leicht drehte er seinen Kopf zur Seite, es kam ihn so vor als würde sich die Welt nach drehen.

Dann sah er wieder in das freundliche Gesicht des Wildhundes, der immer noch Grinsend neben ihn stand. Ohne das er es bemerkte, entspannte sich sein Körper merklich. Erst als das Gesicht des Wildhundes aus dem Sichtfeld verschwand, merkte er wie die Körperspannung bei ihm nachgelassen hatte. Ruckartig setzte er sich wieder aufrecht hin.

Aus dem nichts wurde er an der Hand gepackt und gleitete dabei vom Hocker, doch das stehen gestaltete sich als überaus schwierig, sein Schwanz war da keine große Hilfe mehr. Das gehen war noch schlimmer, stolpernd und den zog folgend, dem seine Hand ausgesetzt war, sah er nach vorne zum Wildhund der ihm zu einer Treppe führte, die runterging.

Das Getränk hat ihn die Wände einreißen lassen, so fühlte es sich jedenfalls an. Die Angst die ihn vorhin gepackt hatte, verschwand. Willig folgte er nun der Hand die ihm zum unbekannten führte.

Als würde er schweben fühlte sich sein Körper an und stolperte den Wildhund hinterher, der ihn in einen Raum mit schwarzen Vorhängen geführt hatte. Nur wenige waren noch offen.

Zum nächstbesten wurde er gebracht, der Raum war mit so vielen Düften erfüllt, dass es ihm noch weiter Berauschte obwohl er nicht wusste weshalb. Eine große und breite schwarze Couch war in der Kabine. Irgendein Spender war auf der Couch, vielleicht Seife. Aber es war ihn egal, er wollte, nein, er musste sich hinsetzten. Seine Beine gaben schon nach. Die Welt fing an sich zu drehen, schwer stolpernd und mit einen „Blumbs“ fiel er schon fast auf die Couch. Das sitzen war schon zu schwer geworden und ein Unwohlsein packte ihn, er musste sich hinlege. Als er die Augen schloss, drehte sich die Welt um ihn. Er musste sich jetzt auf die Atmung konzentrieren, damit er genug Sauerstoff in seine Lungen bekam.

Er legte ein Unterarm auf die Augen und hoffte damit, dass es besser werden würde, doch alles half nichts. Immer weiter spürte er wie sein Körper in die Couch gedrückt wurde, als würde er mehrere Hundert Kilo wiegen. Er konnte sich nicht mehr rühren, zu viel Kraft würde es kosten, die nicht mehr vorhanden war. Dann setzte sich jemand auf Brusthöhe zu ihm hin, sachte wurde seine Schwinge zur Seite geschoben. Sein Köper drehte sich leicht in die Mulde rein, die die Person verursachte beim hinsetzten. Das löste bei ihm ein leichtes Übelkeitsgefühl aus. Das sich aber gleich wieder legte, als die Bewegung endete.

Als hätte er eine Jacke und kein T-Shirt an, fühlte er die Hand die sich auf seine Brust legte. Die Hand strich weiter runter zum Bauch, kreisend und mit leichten druck massierte die Hand nun um seinen Bauchnabel. Sie bewegte sich weiter kreisend über seine Hüfte runter zu seinen Schritt.

Zu schnell ging ihm das alles. Es fühlte sich falsch an, weil er sich nicht wirklich bewegen und dadurch auch sich nicht wehren konnte.

Als die Hand dann unter seine Hose, rein in sein Intimbereich strich, nahm er die zwei Finger wahr, die zwischen seinen Slitlippen mit leichten druck entlang fuhren. Ruckartig richtete er sich irgendwie auf, schlug dumpf die Hand davon die das mit ihm machte und kam danach irgendwie auf die Beine. Es drehte sich alles, torkelnd ging er davon. Er folge dem Silber das er verschwommen sah und hielt sich überall fest wo er nur konnte. Auch viele pausen musste er machen, weil er nicht weiter geradeaus gehen konnte, oder überhaupt gehen konnte. Ein paarmal fiel er sogar auf die Knie, aber der Schmerz blieb aus, als wäre es nicht sein Körper.

Übelkeit breitete sich von seinem Bauch aus und drückte seinen Hals rauf. Dann packte ihn jemand unter den Achseln und half ihn dabei die Treppe raufzugehen.

Er nahm kaum noch wahr, wie er durch den Hauptraum ging oder schon getragen wurde. Dann war wieder eine silberne Treppe vor ihn, als nächstes der schwarze Gang. Eine Tür ging auf und frische Nachtluft umhüllte ihn wieder. Einen tiefen Atemzug erfüllte seine Lungen, sein Magen dankte ihm, indem es den Druck noch weiter verstärkte und somit, den Mageninhalt noch weiter den Hals hochschob. Aus Reflex schloss sich der Mund. Wieder war er in Bewegung, seine Krallenbesetzten Füße gingen sanft mit, als müssten sie nur ein paar Gramm tragen und nicht ihn.

Der Kampf war vorbei, der Sieger stand fest. Wie von selbst öffnete sich sein Mund und alles was im Magen und Hals war, erbrach er. Mit hängendem Kopf und mit Hilfe der Person neben sich, konnte er zumindest stehen während sein Magen alles rauskrampfte. Es roch süß-säuerlich.

„Wo bin ich“ war das erste, was sein verstand ihm fragte. Es drehte sich immer noch alles. Sein Mund und die Zunge fühlten sich komisch an. Er roch immer noch was Säuerliches, sein blick ging nach unten und erblickte was Komisches zwischen seinen Beinen, es sah aus wie Gelb- Brauner Schleim.

Dann spürte er die Wärme am Rücken und an seinen Schwingen, zwei Arme hielten ihn fest am Bauch. Dabei drückte man ihn nach hinten, wo er sich gegen was Warmes anlehnen konnte. Er genoss die Wärme, obwohl er nicht wusste was es war.

„Tut mir leid, das wollte ich nicht…“, sagte eine ihn bekannte Stimme gleich neben ihn. Dann spürte er eine Hand unter seinem Kinn, sein Kopf wurde nach oben gedrückte. Als er erkannte wer das war, versuchte er sich gleich von ihm zu lösen. Nie wieder würde er mit der Person was zu tun haben wollen. Man ließ ihn los, als sein Widerstand stärker wurde, irgendwie kam er dann auf die Füße.

Strauchelnd hielt er sich irgendwie auf den Beinen. Doch er konnte nicht mehr lange stehen, als ein paar Sekunden. Er sah sich um, eine Wand war für ihn die Rettung. Schon fast fallend erreichte er die Wand und versuchte sich abstützend auf den Beinen zu halten, was nur knapp gelang. Er drehte sich um, weil es ihm dann leichter fiel, mit dem Rücken zur Wand zu stehe.

Dabei schloss er die Augen um sich zu konzentrieren, damit er nicht gleich zur Seite fällt. Wieder war eine Hand auf seiner Brust, sie drückte ihn gegen die Wand. Er dankte der Person weil sie ihn dabei half zu stehen. Persönlich wollte er sich bedanken und machte die Augen wieder auf, sah aber wieder den Wildhund vor sich.

Ein weiteres Mal versuchte er sich zu entwinden, doch diesmal hatte er keine Chance. Zu fest wurde er gegen die Wand gedrückt. „verschwind“, konnte er noch irgendwie sagen, während die Welt sich immer schneller um ihn drehte.

„Für was warst du da?“, kam die Frage.

Genau das war die Frage, weshalb er überhaupt in die Bar kam, um die Antwort zu finden. Doch Antworten konnte er nicht mehr, die Kraft verließ ihn. Ungewollt rutschte sein Körper die Wand runter. Unten aufgekommen, drückten gleich wieder zwei Hände ihn gegen die Wand.

„Du kannst mir nicht erzählen, dass du da reingegangen bist nur um was zu trinken. Also?“, kam es Freundlich vom Wildhund. Unfähig unter diesem Zustand einen klaren Gedanken zu erfassen und somit zu antworten, versuchte er mit einzelnen Wörtern zu erklären was er wollte. „wollte… wissen… ich wollte wissen…“. Weiter kam er nicht, weil ihn wieder schlecht wurde. Sein Magen zog sich zusammen und drücke wieder den Mageninhalt den Hals hinauf. Mit helfender Hand, konnte er sich zur Seite beugen, um das was er noch im Magen hatte zu erbrechen.

Gegen die Wand wurde er wieder gedrückt, um aufrechte sitzen zu können.

„Du willst es wissen? Was?“, kam gleich die nächste Frage, diesmal etwas bestimmter. Er sah leicht rauf, konnte aber nur die Brust seines Helfers sehen „Ob… ich… wollte wissen“, das Schwindelgefühl wurde immer schlimmer. Er konnte nicht weiter sprechen, seine Augen musste er wieder schließen, weil er sich nun wieder aufs Atmen konzentrieren musste.

Ein kurz und knappes „Aha“ kam wieder zurück.

Nun wurde er nur noch mit einer Hand gegen die Wand gedrückt. Jemand setzte sich neben ihn hin. Ein Arm wurde um ihn gelegt und zog ihn auf die Seite. Die Wärme einer Schulter war auf seine Wange zu spüren, er dankte dem Wildhund geistig, dass er sich anlehnen konnte, ansonsten wäre er umgekippt.

Seine Hand wurde dann genommen und gegen was sehr warmes gedrückt. Er wusste nicht was es war, nur das es relativ groß, heiß, rund und elastisch ledrig war.

„Gefällt dir mein Knoten?“, wurde er einfach gefragt. Als er dies hörte, glaubte er, dass es ein schlechter Scherz war. Er drehte seine Hand leicht, weil er es mit den Fingern zuerst ertasten wollte, um es dann in die Hand zu nehmen. Fasziniert und Neugierig bewegte er das was er in der Hand hielt. Es war tatsächlich ein Knoten in der Felltasche, deutlich war auch das Glied zu spüren.

Ein Lächeln formte sich auf sein Gesicht. Das Glied des Wildhundes verursachte ein Prickeln auf seiner Klauenbesetzen Hand.

„Na bitte, jetzt weißt du es.“, kam es liebevoll vom Wildhund neben ihn. Gleich darauf wurde sein Arm wieder weggezogen.

Freitag


Wo… bin ich?

Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit überkamen ihn. Ein brodeln erfüllte seinen Magen und blies es auf. Es roch abscheulich hier, wie in einer Kloake. Langsam öffnete er die Augen, das Licht der Sonne führte dazu, dass sein Hirn fast explodierte. In etwas Warmes lag er, das an seiner Hüfte und an den Beinen war. Unter Schmerzen und mit tauber Hand, zog er mit Schwung die Decke von sich die vorher auf ihm lag. Seine Nase explodierte, ungewollt erbrach er vor sich. Als sich der Reiz soweit zurückgezogen hatte und er wieder normal da lag, machte er wieder die Augen auf, die sich vorhin geschlossen hatten. Leicht drehte er sich runter mit dem Kopf und sah was Schreckliches. Er lag mit Boxer in seiner eigenen grün-braunen Exkrementen und das Bett war gelb von seinem Urin. Bei dem Anblick musste er wieder erbrechen. Schnell zog er die Decke wieder über sich, damit es nicht so stank. Ihm wurde wieder schlecht, weil sein Erbrochens überall auf ihm war. Unfähig sich zu bewegen war es ein wunder, das er überhaupt seinen Arm bewegen konnte. Denn sein Körper gehorchte ihm nicht, wie betäubt lag er da.

Er Träumte, dass er Tauchen würde, doch es stank abscheulich. Mehrmals musste er sich im Traum übergeben. Ihm war schrecklich kalt und er zitterte. Er konnte auch nicht seine Glieder bewegen, jemand anderes machte es für ihn. Er jaulte vor Schmerz auf, sein Kopf tat so weh. Wahrnehmen konnte er auch wie sein Schließmuskel nicht funktionierte und alles aus ihm raus rann, auch um seine Hüfte war es immer Nass, als ob seine Blase tat was es wollte.

Er spürte sich wieder, es war warm, es roch gut und frisch. Aber sein Kopf…

Noch nie hatte er solche Schmerzen gehabt. Das Gefühl von verdursten erfüllte ihn, leider wusste er nicht einmal wem er bitten konnte, um ihn was zum Trinken zu bringen, denn er wusste nicht wo er war. Langsam gingen die Augen auf, wieder kam der stechende Schmerz aber nicht von der Sonne, sondern von einem Licht. Zur Hälfte schloss er wieder die Augen damit es nicht so wehtat. Eine Person war da, sie saß regungslos auf einem Stuhl, den Kopf auf einen Schreibtisch gelegt. Minuten brauchte er um herauszufinden wer das war und ob er die Person überhaupt kannte. Doch am Ende stellte sich das als seine Mutter heraus, das erkannte er an den Flügeln. Seine Gedanken wollten sich in Bewegung setzten, doch der Schmerz…

Er konnte an nichts anderes mehr denken, als an den Schmerz in seinen Kopf. Keine Gedanken, nichts war mehr da. Nur seine Instinkte gehorchten ihm noch.

„Mum…“

„Mum…“

Doch keiner Reaktion kam von Ihr. Sie musste wohl eingeschlafen sein. Jaulend vor Schmerz setzte er sich auf, als er sich bewegte wurden die Schmerzen noch schlimmer als sie schon waren. Doch musste er einfach was trinken. Zu durstig war er, um dagegen ankämpfen zu können. Kraftlos und unter schrecklichen Schmerzen im Kopf, stand er vom Bett auf. Nur ein paar schritte brachte er zusammen bis der Schmerz so groß wurde, dass er schreien musste. Dabei hielt er sich mit beiden Händen den Kopf, um dann krümmend vor Schmerzen auf die Knie zu fallen. Es raschelte hinter ihm „Mein Junge…“, sofort wurde er zurück ins Bett geführt wo er vorhin lag, dabei erkannte er das es sein Bett war, also musste er auch in seinem Zimmer sein. Mit helfender Hand wurde er wieder aufs Bett gesetzt und kippte dabei fast auf die Seite um, da ihm die Kraft ausging. Behutsam half ihm seine Mutter beim Hinlegen. Die Klaue wurde ihm gehalten, rau fühlte sich die Klaue seiner Mutter an, als ob sie den ganzen Tag die Abwasch gemacht hätte, ohne sich dabei zu schützen.

„Wie geht es dir?“ wurde er gleich gefragt, doch allein der Lärm von einer Stimme vor sich zu vernehmen, führte dazu, dass er vor Schmerzen wimmern musste. „Durst…“, als sich der Schmerzimpuls leicht wieder zurückzog, konnte er endlich das aussprechen was sein Körper am dringendsten brauchte. Das Rascheln war zu vernehmen, weil er nicht mehr die Augen offen halten konnte und somit auf sein Gehör angewiesen war. Lange musste er nicht warten, dann waren Schritte zu hören die zu ihm kamen. Wieder war ein Rascheln zu hören, Behutsam wurde sein Kopf gehoben, ein kühles Glas berührte seine Nüstern. Wasser benetzte seine Lippen, mit Hilfe seiner Mutter konnte er langsam das Wasser zu sich nehmen. Schluck um Schluck nahm sein Körper das kühle Nass auf, doch er brauchte mehr. Denn das was sie gebracht hatte, war zu wenig.

Doch hatte es das schlimmste gelöscht, sein Durstgefühl hat sich etwas zurückgezogen. Dennoch war der Schmerz in seinen Kopf noch da, vor Schmerzen wand er sich leicht im Bett. Er wusste nicht was es war, dass ihn solche Schmerzen bescherten.

Ein Gespräch wurde etwas entfernt von ihm geführt, konnte aber nichts Genaueres verstehen und wollte es auch nicht. Schlafen wollte er jetzt nur noch, nur so glaubte er, konnten die Schmerzen verschwinden. Doch gleich wurde sein Kopf wieder angehoben, wieder spürte er ein Glas, doch was er zum Trinken bekam war leicht bitter, salzig… eklig. Aber weil es flüssig und somit Wasser war, nahm er es zu sich. Ein dankendes Murren gab er der Person die ihm das Wasser gab, bevor es wieder von einen wimmern abgelöst wurde. Deutlich nahm er wahr wie es hinunterfloss. Als die Flüssigkeit seinen Magen erreichte, fing sein Bauch an weh zu tun. Aber der Schmerz war nur von kurzer Dauer. Langsam zog sich sein Verstand zurück in den hintersten Winkel seines Kopfes. Da wusste er, dass der erlösende Schlaf kam.

Es war Dunkel, das nahm er durch die Augenlieder wahr. Langsam kamen die Erinnerungen zurück was in der Bar alles geschah, doch leider waren sie lückenvoll.

Wie er in die Bar reinging, daran konnte er sich gut erinnern. Auch an den Wildhund konnte er sich gut erinnern. Dann… nur noch fetzen. Wie er draußen war, aber nicht wusste wie er dorthin kam. Dann saß der Wildhund neben ihn. Dann… der Knoten… Er hatte dessen Felltasche in der Hand. Jetzt wo er sich daran erinnerte, wie es sich angefühlt hatte, wie heiß es in seiner Hand lag, das Gefühl es bewegt und kurz massiert zu haben.

Bei den Gedanken von gestern, drückte sich der Spitzzulaufende Gliedkopf zwischen seinen Lippen seines Silts raus. Trotz schrecklicher Schmerzen, gab er sich nun dem Gefühl hin und massierte sich leicht die Hoden, dabei wurden seine Lippen immer weiter auseinander gedrückt bis sein eigener Knoten draußen war und seine Lippen sich darunter wieder zusammenzogen. Als sein Penis schlaff auf seinem Bauch lag, fing er an, den Kopf seines Gliedes zu liebkosen. Immer mehr Blut wurde in sein Penis geleitet. Genüsslich strich er über die fleischigen Papillen an der Unterseite seines Penis. Runterstreichend kam er an seinem Knoten vorbei, kurz hielt er ihn fest in der Hand um dann weiter zu seinen Lippen zu wandern. Leicht fuhr er wischen Lippe und Penis ein, denn dort war er besonders Empfindlich. Zu viel und es tat weh, doch wenn man es richtig machte, brachte es ihn in ungeahnte Höhen. Sein Herzschlag wurde immer wilder, genauso wie seine Kopfschmerzen. Zu gerne würde er sich jetzt einen Kralln, doch die Kopfschmerzen wurden zu stark.

Wehmütig legte er sich auf die Seite.

Er wusste es jetzt. Männchen erregte ihn. Jetzt, da er es sagen konnte, formte sich ein Grinsen auf seiner Schnauze. Nämlich was er alles machen und erlebt musste, um zu diesem Ergebnis zu kommen.

Samstag

Das Aufstehen war eine Qual, auch das umziehen. Alles tat ihm weh, seine Knie waren aufgeschlagen. Seine Nase brannte. Jeder Muskel in seinen jungen Körper schmerzte einfach. Wieder einmal verfluchte er sein Pech, hatte er zuvor noch die stärksten Kopfschmerzen seines Lebens gehabt, konnte er sich nun kaum noch bewegen weil sein Körper bei jeder Bewegung den Mittelfinger zeigte. Bei dieser Vorstellung musste er kurz grinsen.

Und der Wildhund ging ihm irgendwie nicht aus dem Kopf, immer sah er ihn in seinem Kopf und wollte nicht verschwinden. Wiedersehen wollte er ihn, um danke zu sagen, weil er für ihn da war. Während der Wildhunde ihm in Kopf zulächelte, machte er die Tür auf und wollte gerade rüber zu Küche gehen. Doch ein lautes Gespräch drang zu ihm.

„… UND! Das ist doch egal, macht dir darüber keine Sorgen! Ich mach das schon mit den Lehrern aus.“

Selten hat er seine Eltern so emotional spreche gehört. Sein Instinkt sagte ihm, dass es momentan ein schlechter Zeitpunkt wäre in die Küche zu gehen. Schleichend bewegte er sich zur Tür hin und blieb kurz davor stehen um zu horchen was seine Eltern zu besprechen hatten. „Ich mache mir doch nur schreckliche sorgen, ich dachte schon wir müssen ihn ins Krankenhaus fahren. Ich hatte solche Angst um Markus gehabt, dass mir die Schule völlig egal war zu dem Zeitpunkt.“

Ein schlechtes Gewissen packte ihn, als er dies hörte. Auch wie seine Mutter das sagte, fast weinend.

„Woher hatte er das Alk… Vielleicht kann uns der Wildhund mehr sagen der ihn bei uns abgeliefert hatte. Ich werd dann heute noch bei ihm anrufen. Ich hoffe mal für Markus, das die Telefonnummer die echte ist.“

Wie zu erwarten war sein Vater stinksauer. Ihm ist sofort aufgefallen das sein Bett so gut wie neu war. Seine Eltern mussten wohl fast alles ersetzt haben.

„Ja, bitte ruf da an, vielleicht kann er uns mehr sagen was passierte. Ich werde mal schauen wie es Markus geht.“

Angst erfüllte ihn als er hörte wie wohl seine Mutter aufstand um die Küche zu verlassen. Normal bräuchte man nur Zwei bis Drei Schritte bis man an der Tür zur Küche war und in der kurzen Zeit konnte er nicht unbemerkt verschwinden. Also entschied er sich zu bleiben und hoffte, dass er keine weiteren Probleme dadurch bekam.

Durch das schlechte Gewissen blickte er runter zu seinen Füßen, gleich darauf war eine Bewegung am Rande seines Sichtfeldes. Vor Scham und Angst blickte er weiter runter zu seinen Füßen, dabei fing seine Schwanzspitze unkontrolliert sich zu bewegen an. Sekunden vergingen wo sich keiner rührte. „Was ist Schatz?“, kam es von seinen Vater aus der Küche fragend. Seine Angst wurde größer, dass vielleicht sein Vater auch noch kommen könnte. Also entschied er sich rauf zu blicken zu seiner Mutter.

Noch während der Bewegung, hörte er von seiner Mutter „Nichts Liebling…“ sagen. Erst dann drückte ihn seine Mutter an der Schulter zurück zu seinem Zimmer. Als seine Tür zuging und sie nun gemeinsam im Zimmer waren, standen sie noch kurz da bevor Sie anfing zu sprechen.

„Wie geht's dir Markus?“ war das erste was sie fragte. Jetzt erst konnte er sich richtig überwinden und blickte zu ihr hoch. Dort sah er ehrliche Besorgnis und auch Angst.

„Gut“ <<schweigen in seinem Kopf>>.

„Wie konnte es dazu kommen?“, voller Sorge fragte nun seine Mutter danach. Er verstand sie, doch irgendwie wollte er es nichts sagen. Nein, er durfte es nicht sagen. NIEMAND DARF ES ERFAHREN. Jetzt erst überschlugen sich seine Gedanken. Was wäre wenn sein Vater erfährt wo er war, und wer der Wildhund der ihn wohl nach Hause gebracht hatte war, oder wo sie waren.

Er musste den Wildhund warnen. Sein Vater meinte, dass der Wildhund wohl eine Nummer hinterlassen hatte. Er muss so schnell es ging dort Anrufen. Sonst…

Allein die Vorstellung, dass seine Eltern es erfahren und wie sie es erfahren würden, führte dazu das er nun in leichte Panik gerät. Unweigerlich bei den Gedanken was passieren könnte, rasselte sein Kamm durch die Panik die aufkam.

Eine Ausrede versuchte er zu finden, doch ihm fiel NICHTS ein. Zu viel ging ihn gerade durch den Kopf, sodass er sich nichts ausdenken konnte, um aus dieser Situation zu entfliehen. Wertvolle Sekunden vergingen, doch leider fand er nichts Schlüssiges. Verzweiflung brach über ihn ein.

„Ok, anscheinend kannst du dich daran nicht erinnern…“, als er das hörte, blickte er sie verwundert an. Er verstand gerade nicht was passiert war, das seine Mutter, seine Mutter, sowas sagen würde, hätte er sein ganzes Leben lang nicht getraut zu wetten.

„… du warst so betrunken, dass ich Angst bekam, dich doch noch ins Krankenhaus fahren zu müssen… die ganze Nacht war ich bei dir…“, leise und mit gebrochener Stimme sagte sie das zu ihm.

Bei der gebrochenen Stimme, kam er schlagartig zurück. Er konnte nicht sagen was es war, aber er wollte seine Mutter nur Umarmen. Keine Angst, nichts war mehr da, was ihn vor paar Sekunden durch den Kopf ging. Voller Dankbarkeit, ging er die wenigen Schritte zu seiner Mutter und Umarmte sie mit feuchten Augen. Die Wärme seiner Mutter ließ ihn alle Sorgen als unwichtig erscheinen. Liebevoll wurde er von den Schwingen seiner Mutter umschlossen, so als wäre er wieder ein kleiner Drachling, das es zum beschützen gilt.

Selten hatte er solche Momente mit seine Mutter gehabt. Wie es normal unter Drachen war, war jeder Stolz zur Gattung zu gehören. Deswegen war sowas nur äußerst selten und auch nur zwischen Mutter und Kind zu sehen. Da wusste er, was seine Mutter alles durchmachen musste, dass sie sowas für ihn tat. Es war eine reine Liebes Bekundung.

Eine kleine Ewigkeit standen sie so da. Dann löste sie sich langsam wieder von ihm. Von oben sah sie in sein Gesicht. „Hast du Hunger, willst du was trinken?“ fragte sie besorgt weiter. Doch irgendwie wollte er nichts Essen, zwar fühlte er die Leere in seinen Magen, aber die Erinnerungen von… Es war… Er wollte einfach nichts essen. „Nur Trinken Mami…“ sagte er leise zu ihr.

Noch immer lächelnd, öffnete seine Mutter die Schwingen und nahm ihn an der Hand.

Mit der Berührung an seiner Hand, erinnerte er sich irgendwie an den Moment zurück wo er die Felltasche des Wildhundes in seiner Klaue hatte. Beschämt, dass es nun wirklich nicht zu dieser Situation passte, raschelte abermals leicht sein Kamm am Kopf.

„Macht dir keine Sorgen, dein Vater wird dir nichts tun, er war nur sehr besorgt um dich.“, kam es von seiner Mutter, als sie das Rascheln seines Kamms hörte. Es ist normal bei Drachen das zu machen, wenn sie starke Emotionen in sich hatten und besonders bei jungen Drachen, war dies der Fall. Aber da sie nichts von dem wusste, was ihm wiederfahren war, dachte sie wohl dass er Angst hatte. Das würde wohl auch erklären was sie zu ihm sagte. Gemeinsam betraten sie die Küche und sahen wie sein Vater ein Handy in der Hand hatte, und eine Nummer von einem Zettel eintippte.

Gleich legte sein Vater alles was er in der Hand hielt zur Seite, als sie zusammen die Küche betraten. Langsam stand er vom Stuhl auf und betrachtete ihn ganz genau. Sekunden vergingen, bis er langsam um den Küchentisch sich bewegte, um dann vor ihnen stehen zu bleiben. Langsam hob er die Hand, dass mit Messerscharfen Klauen sehr gefährlich für ihn war. Da er noch nicht Erwachen und somit seine Schuppen noch nicht vollständig ausgehärtet waren, konnten die Klauen mühelos seine Schuppen durchstoßen. Dann sah er, wie die Hand seines Vaters sich auf seine Nüstern legte.

Er wollte sich sofort Entschuldigen für das was passiert war, doch dann spürte er wie sein Vater ihn einen leichten Kuss auf die Stirn gab.

Noch nie tat er das, kein Drachenvater würde sowas machen. Zu stolz waren sie für das, deswegen ist schon allein die Hand auf seinen Nüstern, der absolute und höchste Liebesbeweis zu einem Drachling.

Sprachlos stand Markus da, er wusste nicht, dass sein Vater auch so eine Seite hatte. Umso schlimmer war dann die Schuld die er fühlte, seinen Eltern nicht die Wahrheit sagen zu können. Er liebte ihn, wie ein wahrer Sohn. Immer hat er auf ihn aufgepasst, hatte immer ein offenes Ohr gehabt. Immer hat er ihn geholfen was es heißt ein Drache zu sein. Deswegen hat sein Vater auch nichts gemacht als das Mobbing anfing, weil sein Sohn ein Drache war und es alleine lösen musste. Und innerlich dankte er seinen Vater dafür und war stolz auf ihn, dass er alleine sich um seine Probleme kümmern dürfte. Auch als er nicht damit zu Recht kam die ganzen Jahre danach alleine zu sein, und dabei sich immer weiter zurückzog, hat der ihm den Freiraum zugestanden. Auch dafür dankte er ihn, dass sein Vater es sah, dass er mehr Raum brauchte für sich.

Doch auch sein Vater hatte sorgen gehabt um seinen Sohn, aber das sah man nur ganz selten und nur indem er ihn etwas länger anschaute. Markus wusste es nun, auch unter dem ganzen Schuppenkleid und der harten Schale des Stolzes eines Dachens, liebte er ihn.

Überwältigt was sein Vater tat, konnte er die Tränen nicht zurückhalten. Es war ihm egal ob er ein Drache war, er ließ es nun zu dass vereinzelte Tränen seine Wange runterliefen.

Aus purer Liebe und Dankbarkeit überkam ihn der Wunsch seinem Vater zu Umarmen. Es war ihm egal das man einen Drachenvater nicht Umarmt. Zögerlich, aber am Ende doch entschlossen, Umarmte er dann seinen Vater.

Noch nie hat irgendjemand gehört das unter Drachen, der Sohn oder der Vater sich Umarmten. Noch niemand hatte sowas zu Gesicht bekommen. Noch nie… hatte er seinen Vater so offen gesehen. Offen für die Liebe zu seinen Sohn, offen für ihn.

Deswegen sind Momente der Liebesbekundung in einer Drachenfamilie überaus selten und noch seltener zwischen Vater und Sohn, falls doch, dann auf das Minimum beschränkt.

Umso schöner war es für ihn und neu für seinen Vater der perplex dastand und… es zuließ.

Es wurde Dunkel um ihn, das Licht war nun leicht blau. Sein Vater umschloss ihn, das spürte und wusste er. Es war nur für ihn, nur für sie beide. Sein Vater war für ihn da.

Beide wussten, es dürfte niemand davon erfahren und nie wieder mehr angesprochen werden in der Familie. Es war ein absolut Einzigartiger Moment, das nur seinen Sohn galt, um den er sich so sehr Sorgen gemacht hatte, das er es vielleicht nicht überleben würde.

Deswegen umschloss er ihn mit dem Schwingen, weil er nun so Glücklich ist, dass es ihn wieder besser geht und noch da ist. Und das er ihn nie wieder so sehen wollte.

Minuten standen sie abgeschottet da. Beschützt von den Schwingen seines Vaters, von der restlichen Welt durch eine blauen Mauer, dass nichts durchließ zu ihnen beiden. Keiner sagte was, denn es wurde schon alles gesagt und mehr.

So plötzlich wie es geschah, wurde das blaue Licht wieder normal. Markus verstand das es genug war. Schnell löste er sich von seinen Vater und tat so, als wäre nichts gewesen. Er blickte hoch in das Stolze Gesicht seines Vaters, die Augen zeigten nichts außer Stolz. Stolz ein Drache zu sein.

„Safur ich…“, wollte schon seine Mutter sagen, doch wurde sie gleich unterbrochen vom Blick seinen Vaters.

„Wie geht's dir Markus“… schon als er das <<Markus>> aussprach, kam der Hass gegen den Namen. Es war üblich, dass wenn man hier unten lebte, unter den anderen Leuten, dass man einen zweiten Namen bekam, einen nicht Drachennamen. Und sein Vater hielt sich streng daran. Denn der Drachenname wurde nur unter Drachen benutzt und nur, wenn man in einer Gemeinschaft von Drachen lebte, darunter fällt auch die Familie. Doch sein Vater nannte ihn weiterhin <<Markus>> weil er ihn daran gewöhnen wollte.

Safur war sein eigentlicher Name, das was ihn ausmachte. Er ist und bleibt immer Safur. Doch der Name <<Markus>> war nicht er, war nicht Safur. Es fühlte sich so an, als würde sein Vater die Person neben ihm damit meinen und nicht ihn. Doch er würde nicht dagegen aufbegehren. Es war nun einmal so und dagegen konnte er nichts machen.

„Besser Papi…“, er sah wie sein Vater kurz das Gesicht verzog. Auch sein Vater hasste es so genannt zu werden. Doch die Regeln sind eindeutig die er aufgestellt hat in der Familie, wenn er andere Mitglieder weiterhin mit dem Beinamen so nannte, gab es keinen in der Familie der davon ausgeschlossen war und somit war jeder verpflichtet dem zu folgen. Wenn man hier unten Lebt, dann soll man sich an die Regeln der Familie und den Kodex halten, Punkt.

Wie Safur seinen Beinamen <<Markus>> hatte, war es das gleich bei seinen Eltern. Dazu kam noch das alle Drachen sich an die Etikette der auf den Bodenlebenden sich zu halten haben. Es ging einzig darum sich anzupassen, da die Drachen eine sehr alte Gattung sind und andere Etikette hatten. Deswegen war es geregelt, dass man auch wie die Bodenleute sprechen und sich verhalten soll.

„Gut, ich muss noch ein Telefonat machen, dann komme ich gleich um mit dir zu sprechen“, während sein Vater dies sagte, war der schon auf dem Weg zum Stuhl von dem er aufgestanden war, um sich das Handy zu schnappen.

„Ich… Lass mich das erledigen… ich möchte mit ihn sprechen.“, kam es gleich aus Safur rausgeschossen. Sofort bekam er einen vielsagenden Blick seines Vaters zurückgeschossen.

Lange sahen sie sich an, denn es war nicht üblich, dass der Sohn den Vater so ansprach. Es war nämlich sehr Respektlos gegenüber dem Drachenvater. Und normal wäre die Reaktion eine Drachenvaters nun die Krallen dem Sohn spüren zu lassen.

Safur verstand seinen Fehler fast zu spät, schnell löste er den Blick von seinen Vater und sah nach unten, um seine Unterwürfigkeit zu zeigen. Er ging mit gesenkten blick zu ihm und wartete auf die Bestrafung für sein Vergehen. Doch es geschah nichts.

Er sah wie ein Zettel gehalten von einer Drachenklaue, in sein Sichtfeld kam. Voller Dankbarkeit gegenüber das sein Vater dies ihn verzieh und sogar seinen Wunsch nachkam, rieb er seine Nüster an der Hand seines Vater. Das war eine starke Geste der Unterwürfigkeit und Dankbarkeit gegenüber des stärken Drachens. Erst danach öffnete sich die Klaue das den Zettel hielt, damit der Sohn es nehmen konnte.

Dankend indem er sich leicht verbeugte, nahm er sich den Zettel und war gerade dabei das Ritual zu machen, als sein Vater „Markus“ sagte.

Safur erstarrte als er gerade anfangen wollte sich zu bewegen.

„Streck deinen Arm aus.“, sagte sein Vater ruhig, aber mit absoluter Autorität. Er wusste was nun kam, als er gestern nicht auf seine Eltern reagiert hatte die zu ihm sprachen, während er dabei war die Wohnung zu verlassen. Das war ein Fehler, ein sehr schwerer Fehler.

Er gehorchte ihm und strecke den Arm aus mit der Unterseite nach oben. Safur merkte aber auch das sein Vater kurz zögerte. Doch er wusste, dass es getan werden musste. Er wurde am Arm festgehalten. Die Klaue seines Vaters schwebte über seinen Arm, kurz hielt sie noch über ihn still um dann mit kraft, in seinen Unterarm zu verschwinden.

Es tat schrecklich weh.

Langsam zog sein Vater dann wieder die Klaue aus dem Arm. Blut quoll heraus, als die Klaue seinen Arm verließ. Verwundert, dass sich dann die Klaue seines Vaters um seine Wunde schloss, blickte er hoch zu ihm. Stolz sah er in den Augen und… etwas das erlosch als er nach oben blickte. Das Blut quoll zwischen den klauen hervor und Tropfte leise auf den Boden. Safur verstand die Geste seines Vaters nicht. Normal hätte er jetzt das Ritual des Gehens gemacht. Doch sein Vater hielt ihn fest.

Doch langsam verstand er es, sein Vater wollte es nicht machen, doch musste es machen. Der Kodex der Drachen verlangte dies. Doch diese Geste folgend auf die Bestrafung, sagte ihm das es seinem Vater nicht gefiel sich dem zu beugen was er geschworen hatte. Nämlich nach dem Kodex zu Leben und zu Handeln.

Safur schloss die Augen und beugte sich runter, um mit der Schnauze ganz leicht die Klaue seines Vaters zu berühren, um dann ein einziges schweres schnaufen von seinen Nüstern raus zu lassen. Eine weiter Geste an den Vater, das ein liebevolles Dankeschön bedeuten soll.

Sein Vater hielt ihn so lange fest, bis die Wunde aufgehört hatte zu bluten. Dabei bewegte sich keiner, auch Safur unterbrach die Berührung an der Klaue seines Vaters nicht. Als Safur dann bemerkte wie die Wunde aufgehört hatte zu bluten, blickte er nur kurz hoch, um dann wieder runter zu blicken und wartete anschließen, bis sein Vater ihn entließ.

Erst nachdem er die Geste gemacht hatte, sprich wieder runter sah, das soviel bedeutete wie <<ist schon gut>>oder <<passt schon, danke>>, ließ ihn sein Vater los.

Dann machte er das Ritual Gehens, indem er zwei Schritte nach hinten ging, kurz wartete und erst dann sich umdrehte um zu gehen.

Schnell ging er dann in sein Zimmer, um das Loch in seinem Arm zu behandeln. Dafür war immer ein Verbandskasten im Zimmer. „Drei…“ sagte er leise aber auch dankend, während er die Narben auf seinen Unterarm betrachtete und auf seinem Bett saß. Safur lächelte während er seinen Arm versorgte. Er war Stolz so einen Vater zu haben, denn er war schon immer sehr streng gewesen, aber nun auch… Gütig. Zum ersten Mal verband er das Word mit ihm. Er war schon immer stolz auf ihn gewesen, doch das was gerade passierte, zeigte ihn auch was für ein Drache sein Vater war.

In Gedanken versunken über ihm, sah er plötzlich einen Zettel in seiner Hand. Es dauerte paar Sekunden bis es ihn wieder einfiel. Als hätte er sich auf glühender Kohle gesetzt, sprang er auf und suchte seine Sachen von gestern. Doch nichts war mehr in seinem Zimmer. Erst nachdem er ratlos im Zimmer stand, sah er es.

Schnell packte er sein Handy und tippte die Nummer ein die drauf stand. Es klingelte als er anrief. Sekunden voller Qualen musste er warten bis jemand abhob.

„Ja Hallo?“

Doch Safur bekam kalte Füße, denn er wusste nicht, ob er ihn seinen Namen genannt hatte. Er wusste nicht einmal wie er ihn ansprechen soll, weil er nicht den Namen des Wildhundes kannte.

„Halllooo??“, kam es wieder.

„Ähm, ja hallo, hier ist…“ sein Kopf rauchte, er hatte schon eine Idee aber falls seine Eltern mithorchen würde, dann…

Fest drückte er das Handy auf die Schnauze und verbarg mit der anderen Klaue seinen Mund, damit man ihn nur schwer hören konnte, falls jemand lauschen wollte.

„…dein blauer Drachenjunge…“, vor Scham raschelte wieder sein Kamm. Lange kam nichts, Unsicherheit erfüllte ihn.

Ein echtes aufrechtes Lachen, von Herzen hörte er dann. Am Anfang wusste er nicht wieso der Wildhund lachte, doch er lachte nach ein paar Sekunden mit.

Er stellte sich gerade vor, wie ein unbekannter ihn anrufen würde und sich als <<dein Blauer Drachenjunge>> sich vorstellen würde.

Lange lachten sie, beide versuchten was zu sagen, aber es überkam sie immer wieder. Langsam beruhigten sie sich, nur ein kurzes kichern war noch ab und an zu hören.

kicher wie heißt du eigentlich kicher?“, fragte der Wildhund schon fast wieder lachend.

kicher Markus...“, doch Safur konnte sich besser unter Kontrolle halten.

„Hi Markus, ich heiße Steven kicher“, auch der Wildhund kam langsam wieder runter.

„Steven, ich…“, doch Safur überkam die Scham, die Wand blockierte ihn.

„Na sag schon, wieso rufst du mich an?“. Schon wieder wurde er so direkt gefragt. Als könnte er so direkt Antwort. Er hasste es.

„Ich…“, er Atmete tief ein. „WOLLTE MICH BEDANKEN!“, schon fast schreiend sagte das Safur ins Handy. Nun da es endlich raus war, fühlt er sich endlich besser.

„Heeeyy, brauchst nicht gleich zu schreien. Und passt schon. War ja mein Fehler, wusste nicht dass du 14 bist. Also, tut mir leid.“, für Safur hörte sich das traurig an.

„Aber gut das es dir besser geht, also… bis dann“, sagte Steven, doch es kam wieder eine Kurzschlussreaktion von Safur.

„WARTE…!“, er wusste nicht genau was es war, aber es gab ihn Kraft und Trost mit Steven zu sprechen.

„… ich…“, er seufzte bevor er dann weiter sprach.

„ich… Danke dir wirklich und… ich würde… gerne weiter mit dir sprechen wollen… Steven.“, Unsicherheit überkam ihn, er hoffte das ein „ja“ oder ein „Ok“ zurückkam.

„GERNE!“, bekam er gleich zurück, dabei machte sein Herz einen kleinen Hüpfer.

Sie unterhielten sich über den Abend, was vorgefallen war. Dabei wurde Safur auch erzählt an was er sich nicht mehr erinnern konnte. Das Steven die ganze Zeit bei ihm war, ihm geholfen hatte aus dem Lokal zu kommen. Um dann anschließen nachdem sie das da draußen gemacht hatten, gemeinsam mit dem Taxi den er bestellt hatte, zu ihn nach Hause fuhren. Das seine Eltern voller Sorge ihn ins Haus und dann in die Wohnung trugen. Wie er seine Telefonnummer aufschrieb und seinen Eltern übergab und dabei sagte, dass sie sich melden sollte wenn es ihn wieder besser geht.

Nachdem das alles erzählt wurde, besprachen sie auch andere Themen. Dabei erfuhr er das Steven schon 17 war und in eine Handelsschule ging. Überrascht war Safur in welche, denn seine Pläne waren in die gleich zu gehen.

Dabei lachten sie wieder. Doch dann trat schweigen ein.

„… Steven…“, doch Safur traute sich nicht weiter zu sprechen, eine Wand aus Scham hinderte ihn daran.

„ja?“, kam es freundlich zurück.

Als Safur lange nichts mehr sagte, sprach Steven weiter.

„Wenn du willst… könnten wir uns mal treffen und… uns kennen lernen, nur freundschaftlich natürlich.“, am Anfang etwas unsicher, aber immer fester sagte Steven das zu ihm.

Safur konnte nicht Antworten denn seine Stimme versagte vor Freude. Er dachte kurz nach, dann kam er auf eine Idee.

Er schaltete seine Cam ein.

Nur Sekunden später sah er auch Steven, mit seinem Lächeln.

Auch Safur musste lächeln, als das Lächeln von Steven zu sehen war.

Dann unter Freudentränen, nickte Safur. Dabei sah er wie Steven zu strahlen anfing und noch breiter lächelte, es sah schon fast so aus, als ob das Gesicht von Steven gleich zerreißen würde, so breit war das Lächeln.

„Freunde?“

„Freunde!“, sagte Safur und was so glücklich wie noch nie zuvor, endlich hatte er einen echten Freund mit dem er sprechen konnte, so fühlte es sich jedenfalls an.

Sie winkten sich zum Abschied, bevor Safur mit schweren Herzen auflegte. Er ließ sich nach hinten fallen aufs Bett. Die Erinnerungen kamen zurück als sie zwei draußen waren und er seine Fell…

Safur sprang auf, ER HATTE ES VERGESSEN!!

Er hatte ganz vergessen wieso er eigentlich anrief. Nämlich falls seine Eltern doch noch anrufen sollten, dann sollte Steven irgendwas erzählen, aber nicht die Wahrheit.

Schnell schrieb Safur noch eine SMS zu Steven und erklärte in knappen Worten was Sache war. Wie erhofft bekam er gleich das ok zurück und was anderes hinzu ein „<3“. Safur verstand nicht was es bedeuten soll, es sah wie eine Eistüte aus. Vielleicht wollte Steven mit ihm Eis essen gehen. Kurz überlegte er sich was er darauf antworten wollte, dann entschied er sich mit einen „Gerne“ zu antworten. Prompt bekam er die nächste Nachricht, es war ein Smiley das ein Herz zu hauchte.

Safur nahm es als eine Freundschaftliche Geste auf und lies nun das Handy auf dem Bett liegen. Seine Aufgabe war nun seinen Eltern zu informieren.

Er dachte langsam nach, dabei streckte er seine müden und zermürbten Glieder. Eine Idee hatte er und weil seine Eltern die Person nicht kannten den er als Sündenbock deklarieren wollte, müssten sie ihm das glauben. Hoffte Safur zumindest.

Doch bevor er die Tür aufmachte, steckte er sich die Telefonnummer von Steven tief in seine Hosentasche.

Die Hand am Tür Knauf haltend, überlegte er noch kurz ob die Geschichte auch stimmig war. Als es für ihn so passte, machte er die Tür auf und ging zurück zur Küche. Dort sah er seine Eltern die beim Küchentisch saßen und sich unterhielten.

Sie blickten auf als sie ihn sahen. Safur hielt sich an das Kodex und wartete Fünf Sekunden. Diese Fünf Sekunden waren dafür gedacht, ob seine Eltern zuerst das Wort ergreifen wollten und stellte auch sicher, dass es zu keinen Konflikte in der Familie führte wenn der eine den anderen ins Wort fiel.

Als die fünf Sekunden vorbei waren, ging er zu seinen Eltern und setzte sich zu ihnen.

„Also ich habe mit Steven gesprochen. Der hat mich am Spielplatz gefunden. Da er von der Schule auf dem Heimweg war, musste er am Spielplatz vorbeigehen. Und ich erinnere mich, dass ich mit Christopher am Spielplatz saß und er mich einlud, mit ihm so ein Chili Getränk in einer Flasche zu trinken. Es war so Scharf, aber auch so süß. Nach der Halben Flasche hab ich erst gemerkt wie schlecht es mir plötzlich wurde, doch…“ Safur ließ mit Absicht den Rest aus, um zu untermauern wie schlecht es ihm danach ging. Das Gewissen meldete sich zurück. Am liebsten hätte er die Wahrheit gesagt, doch dabei hätten seine Eltern die Wahrheit erfahren. Und dem wollte und konnte er sich nicht stellen.

Seine Eltern hörten genau zu was er zu sagen hatte. Wortlos stand sein Vater auf und ging davon. Es war erledigt, das war ein typisches Verhalten von Drachenvätern, wenn das Thema vom Tisch war.

Safur entspannte sich langsam als sein Vater den Raum verließ. Mit leicht pochendem Herz sah er zu seiner Mutter, die den Blick erwiderte. Nur kurz sah er, dass seine Mutter darüber nachdachte bis sie ihm ein Lächeln schenkte.

Voller Sorge stellte er sich gerade vor wie sie Steven anrief, weil sie nicht die Lüge die er erzählt hatte abkaufte

Aber er stufte sie Chancen als sehr gering ein, da sein Vater dem was er gesagt hatte, Glauben schenkte.

Er zwang sich zu einem Lächeln und hoffte, dass sie nicht die Besorgnis in seinem Gesicht entdeckte. Sie drückte noch kurz seine Hand bevor sie aufstand und dann ging.

Erleichtert, dass alles geklappt hatte, saß er nun allein am Küchentisch. Er überlegt sich noch worauf er jetzt am meinst Lust hätte. Wieder ging er seine Optionen durch, doch irgendwie hatte er keine Lust auf was. Mit ein seufzen steckte er die Klauen in die Hose und lehnte sich zurück um weiter darüber nachzudenken. Dabei spürte Safur ein Zettel in der Tasche. Schlagartig wusste er worauf er Lust hatte. Schnell ging er in sein Zimmer zurück, packte sein Handy und setzte sich hin. Schnell tippte er zu Steven, ob er heute Zeit und Lust hatte für ein Treffen.

Die Minuten verstrichen. Safur bekam Angst ob Steven überhaupt Antworten würde. Zittrig hielt er das Handy mit beiden Händen fest. Doch als immer noch keine Antwort kam, musste er aufstehen. Er konnte nicht sitzen, so aufgeregt wie jetzt war er schon lange nicht mehr gewesen. Wandernd ging er nun im Zimmer hin und her, immer aufgewühlter waren seine Gedanken wieso Steven nicht Antwortete. Er spürte wie es ihn zu Steven hinzog.

Schnell setzte er sich wieder auf sein Bett. Safur wusste wieder nicht was er tun soll. Wieder kam er in eine Situation die ihm völlig fremd war.

In seiner Hand summte es kurz.

Er las schnell die Nachricht.

„Klar, wo?“

Kurz dachte er nach wo sie sich treffen sollten. Doch das gestaltete sich schwieriger als Gedacht, weil ihn nichts einfiel…

„Wo du willst…“, gab er dann als Antwort an.

Als er dann die nächste Nachricht sah, war Safur überrascht. Denn er hatte ein Link bekommen zu einem Ort das markiert wurde, dass direkt vor seinem Haus lag.

„Das ist ja gleich vor meinem Haus.“

„Ich weiß J“

„Ist das nicht zu weit von dir entfernt O.O“

„Ne, ist gleich vor meinem Haus“

Nun war Safur ganz überrascht. Er kannte jeden im Block vom Aussehen her, aber Steven hat er noch nie gesehen. Vor Aufregung raschelte wieder sein Kamm, nicht nur das er endlich einen echten Freund hatte, sondern das er auch hier in der Nähe wohnte.

„Ok, bin gleich da!“ Antwortete Safur schnell und ging mit dem Handy in der Hand zu seinen Eltern, die im Wohnzimmer saßen. Nachdem die Etikette abschlossen waren, sagte er ihnen Bescheid das er außer Haus ginge. Gleich nachdem er das gesagt hatte und gehen wollte fing, seine Mutter an zu sprechen.

„Hast du schon die Tasche für Morgen gepackt Markus?“, erschrocken schaute er dann zu seinen Eltern, denn er wusste nicht das heute Samstag war.

„Hab… Hab ich den Freitag…ähm… geschlafen?“, fragte er verunsichert seine Eltern da er nicht wusste was mit dem Freitag passiert war und wie sie auf die Frage reagieren würden.

Lange sahen seine Eltern ihn an, bevor sie dann Antworteten.

„Lassen wir das Thema sein und ja du hast geschlafen und auch andere Dinge an dem Tag gemacht und deswegen, bekommst du Hausarrest.“, Emotionslos sprach das sein Vater aus, als ob er es mit Absicht so aussprechen wollte.

Geschockt von dem was er hörte, stand Safur nur da. Das Handy summte kurz in seiner Hand.

Safur erstarrte, weil er nicht glauben wollte was gerade gesagt wurde. Langsam kamen ihn die Tränen. Noch nie hatte er so eine große Trauer verspürt wie jetzt in diesem Moment. Doch es war nun einmal so, was sein Vater sagte war Gesetz. Schnell legte er seine Hände aufs Gesicht. Er wollte nicht das seine Eltern sahen, wie er kurz davor war zu weinen. Dabei ließ er das Handy fallen.

„Aber erst… nach der Schulreise.“, gab sein Vater weiter in gleichen Ton wie vorher von sich.

Safur erstarrte, sofort schwappte seine Trauer in Glück und Fröhlichkeit um. Er nahm seine Hände wieder runter vom Gesicht und strahlte das aus, was er gerade fühlte. Schnell ging er zu seinen Eltern und streichelte liebevoll deren Klauen mit seinen Nüstern. Die wiederum streichelten kurz seine Nüster, bevor sie ihn freigaben.

Freudestrahlend hob er sein Handy wieder auf und ging dann aus der Wohnung und verließ das Haus. Gerade als er die Haustür aufmachte, stand Steven vor ihm, der gerade dabei war auf sein Handy was zu tippen.

Safur konnte nur starren, weil er nicht wusste wie er Steven begrüßen sollte. Steven hingegen schaute kurz rauf, um dann wieder auf das Handy zu schauen. Dann hielte er inne mit dem was er machte, als er realisierte wer vor ihm stand. Mit dem Handy in der Hand ging Steven plötzlich zu Safur und gab ihn eine freundschaftliche Umarmung.

Erst dann schaute Steven rauf zu Safur. Doch Safur stand wie erstarrt da als er Umarmt wurde, da er nicht wusste wie er drauf reagieren sollte. Er kannte es nur aus der Familie und das war immer ganz Persönlich. Nun wurde er zur Begrüßung Umarmt. Rein Instinktiv rieb er seine Nüstern an der Schnauze von Steven und sagte ein freundschaftliches Hallo damit.

Als Safur seinen Freund begrüßt hatte, sahen sich beide an. Jeder der beiden strahlte im Gesicht. Dann wurde Safur losgelassen und beide sahen sich lange an, als würden sie sich das erste Mal Treffen. Erkundeten die Gesichtszüge des anderen. Ruhig war es um sie. Dann sah Safur mit pochenden Herzen zur Seite, aber er wusste nicht wieso.

„Wo wollen wir hin?“ wurde Safur gleich gefragt. Doch auch diesmal wusste Safur nicht richtig wohin sie gehen konnten. Also zuckte er mit den Schultern und hoffte damit, dass Steven eine Idee hatte.

„Ok, ich hab eine Idee“ kam es gleich von Steven und ging voraus. Safur folgte ihm und gemeinsam gingen sie dann die Straßen entlang. Es war ein heißer Sommertag, die Luft flimmerte knapp über den Boden. Es wurde nicht viel geredet, dafür war Safur irgendwie dankbar. Langsam erkannte er wo Steven ihn hinführte. Gemeinsam betraten sie die Uni der Naturwissenschaften. Er war noch nie hier drinnen. Drei Farben dominierte das Gebäude von innen. Grün von den ganzen verschieden Pflanzen die im Gebäudes angepflanzt wurden. Weiß, weil alles in weiß gestrichen wurde und das über die ganzen Sieben Stockwerke. Und Braun, überall waren Ornamente oder die Verkleidungen aus Holz gemacht. Wunderschön war es hier drinnen und trotz der Hitze von draußen, war es hier drinnen wunderbar kühl.

Steven blieb dann vor einer Tür stehen und wartete bis Safur zu ihm aufschloss, der staunend alles betrachtete das hier war. Sogar Vogelgesang hörte er hier, schnell schaute er rauf um zu sehen woher es kam, aber er konnte nichts entdecken. Da ihn die riesigen Bäume und das Blätterdach in diesen Gebäude die Sicht versperrten. Als er aber dann bemerkte, dass auf ihn gewartet wurde, ging er dann schnell zu Steven.

Angekommen bei Steven macht der dann die Tür auf. Was er vor sich erblickte verschlug ihn die Sprache. Vor sich war eine riesige Wiesenlandschaft mit einem Ententeich in der Mitte, vereinzelte uralte Weiden standen wie Insel im grünen Meer. Ein Luftzug kam auf, das Gras wiegte sich im Wind. Welle um Welle sah man es auf der Wiese, leichtes Blätterrascheln kam zu ihnen. Es roch nach Kräuter und Wiese, einen tiefen Atemzug nahm Safur und fühlte sich dadurch Lebendiger. Dann hörte er das quaken der Enten das schon fast im Wind unterging.

Safurs Kamm raschelte leise vor Glück als er das alles sah, wie als würde er ein Gemälde betrachten, stand er nur da und ließ alles auf sich einwirken. „Komm“ kam es von der Seite, dann sah er wie Steven vorausging. Schweigend und vom Windumspielt gingen sie die paar Stufen runter bis sie in der Graslandschaft standen. Ruhig schritten sie durch das hüfthohe Gras, Steven ging knapp vor ihm und durchbrach das Gras wie ein Eisbrecher. Eine Weide war ihr Ziel. Zusammen setzte sie sich nebeneinander hin und lehnten sich an dem dicken Baumstamm an.

Momente der ruhe durchlebten sie während weiterhin die Landschaft vom Wind umspielt wurde. Dann drehte sich langsam Steven zu ihm.

„Sag mal… du redest nicht sehr viel oder?“, kam es ruhig von seinen Nachbarn.

Safur blickte langsam zu Steven, um dann beschämt den Kopf zu senken. Leicht schüttelte er sein Haupt. Er wusste einfach nicht was er sonst tun soll. Sprechen konnte er nicht wirklich, weil es was ganz anderes war, als am Handy.

Ein knappes „Wieso“ kam dann als nächsten wieder von Steven. Doch dann überwand sich Safur wieder hochzublicken und über seinen Schatten zu springe. Zum ersten Mal konnte er seine Mauern überwinden.

„Weil… ich noch niemanden hatte… mit dem ich reden konnte.“, gab er ganz leise von sich und hoffte das durch seine Ehrlichkeit, Steven nicht anfangen würde zu lachen. Aber Steven sah in ernst aber auch wieder freundlich an.

„Jetzt kannst du es aber, oder?“, Safur dachte nach über das was gerade gesagt wurde. Steven hatte Recht, jetzt da niemand zuhören konnte und sie alleine waren, spürte er wie die Mauern immer weiter verschwanden. Seufzend sah er seinen Freund hat, um dann zu lächeln.

„Ja, ich… glaub schon.“

Wieder schenkte Steven ihn ein freundliches grinsen als er dies gesagt hatte.

„Also Markus…“

„Nenn mich Safur“, sofort unterbrach er Steven, er wollte nicht den Namen hören wenn er mit seinen Freund zusammen und alleine war. Obwohl er wusste, dass er damit gegen die Regeln verstieß, wollte er einfach nur Safur für ihn sein. Doch Steven schaute ihn verwundet an.

„Das ist mein echter Name, Drachenregel und so…“, sagte er gleich als er das Gesicht seines Freundes sah.

„Ok Safuuuuuuur…“, spielerisch sprach sein Freund es nun aus und kicherte kurz, bevor sie anfingen sich zu unterhalten.

Es tat gut endlich das zu sagen was er die ganze Zeit fühlte, auch erzählte er wie es dazu kam das er so geworden ist. Aufmerksam hörte Steven alles was Safur zu erzählten hatte, nur ab und zu fragte er nach wenn ihn was unklar war. Auch Safur bekam ein paar Antworten auf seine Frage. Zum Beispiel erfuhr er, dass Steven erst vor kurzem hergezogen ist und eigentlich nur im Club war um zu sehen wie die Stadt war. Während des Gesprächs fing plötzlich Safurs Herz an, leicht zu flattern. Das Gefühl wurde stärker zu Steven, je länger sie sich unterhielten.

„Aber weißt du, da ich eh schon vergeben bin, war mein Ziel eigentlich was schnelles zu haben. Doch…“

Als er dies hörte, zerbrach etwas in ihm. Der schmerz kam langsam, doch mit jedem Herzschlag nahm es an Intensität zu, die nächsten Wörter konnte er nicht mehr wahrnehmen. Eine leere in ihm breitete sich aus und schien ihn verschlucken zu wollen. Der Schmerz breitete sich über seine ganze Brust aus.

„Safur? Alles in Ordnung?“, fragte dann plötzlich Steven etwas lauter der noch immer neben ihm saß.

„Ja wieso?“, gab er freundlich zurück und versuchte den Schmerz zu überspielen.

„Na, weil du… weinst…“

Erst als er drauf aufmerksam gemacht wurde, merkte er die Tränen auf seine Wangen und im Gesicht. Schlagartig wurde der schmerz so stark in seiner Brust, das er nicht mehr konnte. Er spürte, dass er kurz davor war zu zerreißen. Safur sprang auf und lief ein paar Schritte, um seine Schwingen zu voller Pracht entfalten zu können. Mit einem gewaltigen Schlag seiner Schwingen erhob er sich in den Himmel, um dann davonzufliegen, weg von Steven.

Während er flog, rannen ihm die Tränen runter, dann fing er an, die Person zu hassen mit dem Steven zusammen war. So schnell wie er konnte wollte er nur nach Hause und in sein Zimmer. Er hasste diese Welt, er hasste alles an ihr.

Mit einem Knall flog die Wohnungstür zu. Außer Atem lief Safur in sein Zimmer um genau das gleich mit seiner Zimmertür zu machen. Er riss sich die Kleider vom Leib, weil sie nach der Wiese stanken. Nackt und weinend lag er auf seinem Bett, um sich dann in seine Schwinge zusammen zu kauern.

„Ich schau mal was das war…“, sagte sie zu Ihren Mann und stand anschließen auf, um zu sehen wieso es zweimal so laute geknallt hatte. Als sie im Flur stand hörte sie es dann. Ein lautes Wimmern. Sie wusste gleich wer das seine könnte. Sie machte langsam und vorsichtig die Zimmertür ihres Sohnes auf.

In seinen Schwingen eingekauert, sah sie ihren Sohn der weinend im Bett lag. Leise schloss sie wieder die Tür hinter sich. Sie wusste, dass ihr Sohn schon immer etwas anders war als die anderen Drachlinge die sie kannte. Umso schlimmer fand sie nun das, wie er zerbrochen im Bett lag. Leise ging sie zum Bett und setzte sich davor hin. Eine klaue legte sie dann auf die Schwinge die Safur über sich gezogen hatte.

„Markus…“, sie wusste nicht was ihren Sohn fehlte, doch sie hörte immer wieder ein kurzes summen von der Kleidung, das zerrissen am Boden lag.

Doch als ihr Sohn nicht reagierte, obwohl er das machen sollte, bekam sie Angst. Langsam hob sie ohne widerstand die Schwinge ihres Sohne auf, um nach ihm zu sehen. Erschrocken drückte sie dann die Schwinge komplett über ihren Sohn, der mit tiefen schnitten über der Brust, blutend auf dem Bett lag. Sofort holte sie den Verbandskasten und setzte sich aufs Bett.

Schweigend versorgte sie ihren Sohn, der nun regungslos und still im Bett lag, nur noch vereinzelte Tränen bahnten sich ihren Weg zwischen den Schuppen.

„Safur… was ist passiert?“

Dann fing sie die Nüstern von ihres Sohn zu streicheln an.

Er hasste alles.

Safur nahm kaum wahr das seine Mutter die Wunden versorgt hatte, die er sich selbst zugezogen hatte. Er tat dies, weile er dachte nur so den Schmerz in seine Brust los zu werden, doch es half nichts.

Erst als er seine Mutter fragen hörte was passiert war, konnte er sich langsam von der Verzweiflung befreien die ihn übermannt hatte. Als er dann noch bei den Nüstern gestreichelt wurde, spürte er seinen Körper wieder. Leicht drehte er seinen Kopf hoch, damit er zu seiner Mutter schauen konnte. Schwer seufzend legte er dann wieder seinen Kopf aufs Bett.

„Safur?“, fragte sie Besorg und traurig, weil sie nicht wusste was los war und somit auch nicht wusste wie sie ihm helfen konnte.

Es war ihm alles egal. Hoffnungslosigkeit füllte ihn aus. Wiedereimal hatte sein Pech auf der ganzen Linie gewonnen. Safur wusste nicht mehr was er noch alles tun sollte, immer weiter fiel er in den Abgrund. Es fehlte nicht mehr viel, bis er am Boden ankam.

„Ich stehe auf Männchen…“

Safur hatte nichts mehr worüber er sich freuen konnte. Also konnte er es auch ruhig erzählen was ihn schon so lange plagte. Er verstand langsam, dass er für Steven mehr übrig hatte als nur Freundschaft, so wurde es jedenfalls im Artikel erklärt und das fühlte er auch langsam. Wieder fing er zu weinen an. Pure Verzweiflung erfüllte ihn.

„Das ist schon Ok Safur, erzähl alles was dich plagt.“, einfühlsam sagte sie das, wie eine Mutter die alles für ihr Kind machen würde.

Langsam hörte Safur auf zu weinen und fügte sich seinem Schicksal.

Dann fing er an, alles seiner Mutter zu erzählen. Angefangen von der Anziehungskraft, seinen Kämpfen den er immer in sich ausgefochten hatte, der Bar und wie er dort Steven kennen gelernt hatte. Zum Schluss erzählte er dann was passierte unter der Weide. Als er dann alles erzählt hatte, lag er noch immer auf dem Bett so wie ihn seine Mutter vorgefunden hatte. Doch er konnte sie nicht anschauen, zu schwer war sein Gewissen belastet, dass er seine Eltern die ganze Zeit angelogen hatte.

Lange Zeit war es still im Zimmer, keiner sagte was, nur das Atmen der zwei Drachen war zu hören.

„Safur… ruf diesen Steven an und sag erst einmal Hallo. Sag ihn auch was du fühlst, weil wer weiß... Und wenn er nichts für dich übrig hat, dann weißt DU wenigstens wo du stehst, als DRACHE.“, sagte seine Mutter nachdenklich aber freundlich.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer kam als er seiner Mutter zugehört hatte. Er verstand auch was sie damit sagen wollte. Ein Drache sollte sich nicht von sowas kleinen unterkriegen lassen. Dennoch…

Safur sah wieder rauf und nickte. Gleich stand seine Mutter auf und suchte unter den Kleiderfetzen nach dem Handy. Schnell fand sie es, weil das Handy wieder summte. Als er dann das Handy von seiner Mutter überreicht bekommen hatte, summte das Handy wieder. Er sah über 20 ungelesene Nachrichten, die da waren. Alle von Steven.

Er wischte die Nachrichten weg und entsperrte sein Handy. Es summte wieder. Zögernd rief er dann Steven an und schaltete auf Lautsprecher, dann legte er das Handy vor sich hin.

Es wurde gleich abgehoben.

„Hey Safur alles in Ordnung? Was ist los? Wieso bist du davon geflogen… sag was Mann!!“

Safur erntete einen Bösen Blick von seiner Mutter, doch sie sagte nichts. Doch er ließ sich Zeit um zu Antworten. Er hatte nun keinen Stress mehr, schlimmer konnte es nicht mehr kommen. Dann seufzte er schwer ins Handy, bevor er anfing zu sprechen.

„Ich… tut mir leid…“, kraftlos sprach er dies, denn er wusste nun das Steven nicht diesen Satz gesagt hätte, wenn er was für ihn übrig gehabt hätte.

„Ja komm schon runter, alles Ok…“

doch er ließ Steven nicht aussprechen.

„… Ich habe mehr für dich übrig… als nur Freundschaft….“, leise, traurig und ohne Hoffnung sprach er dies aus.

Einige Sekunden herrschte Stille.

„Ich wollte nicht… tut mir leid“, traurig sagte das Steven und wieder herrschte stille. Doch Safur hatte genug.

Er legte auf.

Das erste Mal in seinem Leben konnte er die Mauern einreißen die ihn umgaben, um dann von der ersten Person den er angefangen hatte zur vertrauen, schwer verletzt und zerbrochen liegengelassen zu werden.

„Bitte… lass mich allein“ sagte er zu seiner Mutter bevor er sich dann umdrehte.

Sonntag

Wach lag er im Bett. Die Uhr neben sein Bett zeigte 05:22 an. Safur wusste das es bald Zeit war um aufzustehen, heute war nämlich der Schulausflug. Gefühllos stand er auf, und suchte sich alles zusammen was er brauchte. Antriebslos und leise fing er seine Tasche an zu packen. Angezogen und fertig gepackt saß er dann auf sein Bett, 06:02 zeigte nun die Uhr. Er nahm sich ein Zettel und schrieb an seine Eltern das er lieber zu Fuß gehen möchte.

Den Zettel legte er auf dem Schreibtisch und verließ dann gleich die Wohnung.

Verschlafen wirkten die Straßen, kaum ein Auto war zu sehen. Safur kannte den Weg zu Bushaltestelle wo sie aufbrechen werden. Seine Brust und auch seine Arme taten weh. Er fühlte die Leere in sich, als er die Straßen entlang ging. Auch sein Kopf war leer. Wie eine Puppe ging er immer weit bis er die Bushaltestelle erreichte.

Es war noch keiner da. Heiß wurde es langsam, also suchte er sich ein Schattenplätzchen unter einen Baum. Zumindest dabei hatte er Glück, unter dem Baum konnte er den Busparkplatz gut im Auge behalten.

Während die Zeit verstrich, sandte er noch schnell ein „Guten Morgen“ an seine Eltern. Ihm ist auch aufgefallen das keiner weiteren Nachrichten auf seinen Handy waren. Schnell verstaute er das Handy wieder in der Hose.

Die ersten Mitschüler und deren Eltern trafen ein. Gleich darauf kam schon der Bus. Safur stand sofort auf als der Bus stehen blieb und stieg als erster ein.

Er nahm gleich den ersten Sitz hinter den Fahrer und legte die Tasche neben sich, damit keiner sich neben ihn setzte.

Safur machte es sich gemütlich im Sitz und schaute aus dem Fenster. Immer mehr Klassenkameraden stiegen in den Bus ein, wenige grüßten ihn. Er grüßte keinen zurück.

Dann vernahm er einen Streit von draußen, es wurde auch gebrüllt. „Was ist denn hier los“ dachte sich Safur. Doch gleich war wieder Stille, also schaute er wieder aus dem Fenster. Kurze Zeit später sah er aus dem Augenwinkel wie Stefan einstieg und danach Konrad. Er drehte sofort seinen Kopf um. Beide sahen mitgenommen aber… Glücklich aus. Dann sah es Safur, sie hielte sich fest die Hand.

Zum ersten Mal heute fing er wieder an zu denken. Wie ein Sturm in seinem Kopf überschlugen sie die Gedanken. Zum ersten Mal heute, fühlte er wieder was. Hass, purer Hass erfüllte ihn. Der hass war so stark das er seine Tasche in die Hand nehmen musste damit sich seine Klauen in die Tasche vergruben und nicht in seine Klauenfläche.

Laut raschelte sein Kamm. Seine Nüstern bebten. Seine Lefzen zeigten die Messerscharfen Zähne. Doch dann war alles wieder weg. So leer wie er vorhin hierher kam, lehnte er sich wieder gegen die Scheibe. Seinen Schicksal fügend, entspannte er sich wieder. Kurz dachte er über die zwei nach. In der Klasse ist ihm aufgefallen das sie eigentlich nicht viel zusammen machten. Aber das sie jetzt Händehaltend in den Bus stiegen, verriet ihm das sie zusammen sind. Ehrlich gesagt hatte er nicht erwartet, dass die beiden auf Männchen stehen. Aber so war es nun mal.

„So war es nun mal“, schnaufte Safur aus sich raus. Er schloss die Augen und konnte endlich etwas schlaf nachholen.

„ECHT JETZT!“

Safur schreckte auf. Mit halb verschlafenden Augen richtete er sich kurz auf um zu sehen wer ihn so geweckt hatte. Dann sah er Josef der im Gang stand mit einen Fassungslosen Gesichtsausdruck. Schnell entspannte sich das Gesicht von Josef wieder.

„Ok, ist cool, kennst mich ja, hab nichts gegen Rainbow.“, sagte dann Josef weiter und verschwand aus seinen Blickfeld. Safur beachtete das nicht weiter und machte es sich wieder gemütlich. Aus dem Fenster schauend beobachtete er wie die Autos an ihn vorbeirauschten. Eine Unterhaltung wurde geführt aber er konnte nicht wirklich verstehen worüber gesprochen wurde. Gelangweilt schaute er dann weiter aus dem Fester, irgendwann hörte er dann komische Geräusche. Safur konnte es nicht wirklich einordnen was es war, aber am ehesten kam es einem Murren gleich. Doch auch dies beachtete er nicht wirklich.

Als der Bus dann die erste Pause auf einer Autobahnraststätte machte, blieb er einfach sitzen. Er hatte kein Hunger oder Durst und wenn, hatte er alles in seiner Tasche schon eingepackt. Langsam fing er wieder an, an Steven zu denken. Vielleicht hat er was Falsches gemacht oder überreagiert. Ja, Steven wusste ja nichts darüber was er fühlte, sonst hätte er nicht so einen Satz gesagt. Mit einem schlechten Gewissen holte er sein Handy aus der Tasche. Und tippte eine Nachricht ein.

Hey Steven,

tut mir Leid wegen gestern, ich habe überreagiert. Ich hab jetzt nachgedacht und wenn ich… ich hätte dir gleich sagen sollen, dass ich vielleicht mehr für dich fühle als nur Freundschaft. Und es tut mir auch leid, dass ich einfach aufgelegt habe. Aber es tat so weh das ich nicht weiter sprechen konnte…

Freunde?

Safur dachte nach ob man vielleicht noch mehr schreiben sollte, doch es sagte genau das aus, was er fühlte und dachte. Zufrieden mit dem was dastand, drückte er auf die Sendetaste.

Er packte das Handy gleich wieder weg. Safur ging schon davon aus, dass er nicht gleich eine Antwort bekommen würde.

Mit einem etwas besseren Gewissen, machte er wieder die Augen zu und versuchte zu schlafen

Safur wachte auf, wusste aber nicht wieso. Der Bus hatte aufhört sich zu bewegen. Müde machte er wider die Augen auf und sah, dass sie wieder Halt gemacht hatten. „Muss wohl die Pause sein“, dachte er sich. Doch dann roch er es. Es war berauschend. Es hing in der Luft, irgendwie erkannte er den Duft, doch konnte es nicht wirklich einordnen. Aber es führte dazu, dass sein ganzen Körper zu kribbeln anfing. Wieder hörte er ein Murren, da entschloss er sich dem auf den Grund zu gehen. Langsam richtete er sich auf. Doch da war niemand. Ein leises Jaulen hörte er plötzlich. Da er aber nichts sah, setzte er sich hin. Beim Hinsetzen sah er eine Bewegung zwischen den Sitzen. Er schaute langsam nach was das war. Zwischen den Sitzen spähend, erkannte er zwei Körper, nicht weit von ihm entfernt, vielleicht nur zwei oder drei Reihen weiter hinten.

Doch er konnte nichts Genaueres erkennen, aber als er dann eine Braun-Weise Fellzeichnung erspähte, wusste er wer das war. „Stefan“, flüsterte Safur leise, als ob er sich davon selbst überzeugen wollte, wen er dort sah. Den Arm von Stefan erkannte er und wie es sich schnell bewegte, um dann eine längere Pause zu machen. Dann ging es wieder von vorne los.

Safur konnte Eins und Eins zusammenzählen was dort gerade passierte. Wieder kamen ihn die Erinnerungen vom Club zurück, wie er mit Steven draußen war und er dessen Felltasche hielt. Mit dem was er jetzt im Bus roch, stellte er sich vor das es bei Steven gleich war. Er spürte wie in seinem Schritt seine Lippen sich spannten. Doch er verwarf den Gedanken gleich. Zu sehr würde es ihm wieder wehtun. Safur versuchte sich an den Gedanken zu gewöhnen mit Steven freundschaftlich umzugehen. Da halfen solche Gedanken überhaupt nicht weiter.

Dennoch stellte er sich plötzlich vor, wie Stefan das bei ihm tat. Wie er mit seinen Hoden spielte…

Safur legte seine Tasche etwas über sich, damit man die Beule in seiner Hose nicht sehen konnte, dann versank er wieder in Gedanken, an Stefan.

Auf der restlichen fahrt, dachte er nur an Stefan und wie der mit ihm spielte. Die Zeit verstrich so schnell, dass es ihm erst in letzten Moment aufgefallen war, das sie angekommen sind. Safur ließ sich Zeit beim Aufstehen, damit die Beule in seiner Hose etwas kleiner werden konnte. Als letzter stieg er aus dem Bus und sah gerade wie Stefan und Konrad gerade dabei waren, die Haupteingangstüre zu betreten.

Schnell versuchte er zur Klasse aufzuschließen.

Als er drinnen war, sah er wie die Klasse gerade dabei war aufzubrechen. Safur wusste nicht was passiert war, da erspähte er gerade Frau Papageno die am Schalter war. Fast rennend erreicht er seine Lehrerin.

„Frau Papageno, können Sie mir bitte sagen, was ich verpasst habe. Ich habe bei der Busfahrt geschlafen, deswegen war ich auch als letzter in der Halle. Daher habe ich nichts mitbekommen. Und könnten sie mir auch sagen in welchen Zimmer ich bin, das wäre super nett.“, sagte Safur schnaufend.

Seine Lehrerin schaute vom Formular nicht auf, aber fing gleich an zu sprechen.

„Ok, heute können wir die Anlagen benutzen die du draußen gesehen hast. Dann um 19 Uhr machen wir einen Grillabend hinterm Haus. Und du bist im Zimmer 103, das ist im ersten Stock.“, ohne Stress in der Stimme informierte sie ihn.

Mit einem knappen „Danke“, bedankte sich Safur und spurtete los in den ersten Stock. Angekommen im Zimmer sah er dann, mit wem er das Zimmer teilte. Stefan, Konrad und Christopher waren seine Zimmergenossen. Hass flammte wieder gegenüber Konrad auf. Dann brach die Verzweiflung über ihn ein. Drei Tage müsste er es aushalten, mit ihnen in einem Zimmer.

Sein Kamm rasselte als er zum letzten verfügbaren Bett im Zimmer unterwegs war. Da Safur beim Doppelbett vorbei gehen musste, roch er den Kokosduft den er so mochte. Dazu mischten sich noch andere Gerüche die er vom Bus erkannte. Er wusste nicht was er zuerst fühlen sollte, alles brach über ihn ein. Hass, Anziehung, Erregung, Verzweiflung und Trauer. Wie in einem Wirbel der Gefühle fühlte er, wie es ihm zu zerreißen drohte, während er seine Tasche auspackte.

Gerade als er dachte, dass er nicht mehr aus dem Wirbel entkommen konnte, sah er wie Christopher mit der Badehose in der Hand das Zimmer verließ. Da erinnerte er sich, dass sie die Anlagen benutzen durften. Als Chance packend um auf andere Gedanken zu kommen, überlegte er sich was er wohl machen wollen würde. Da es aber zu heiß und er nicht wirklich ein guter Schwimmer war, entschied er sich unter einem Baum zu sitzen und Musik zu hören.

So wie er war, ging er wieder aus dem Zimmer nachdem er ausgepackt hatte. Er wusste auch schon ganz genau wo er hinwollte, denn er hatte schon ein gutes Plätzchen ausgemacht als er in das Gebäude spurtete. Nicht weit entfernt vom Gebäudekomplex war ein Waldrand, davor war eine strecke Wiese. Er suchte sich noch einen Baum aus, der genug schatten spendete damit er die Hitze ertragen konnte. Dann setzte er sich hin und schaltete seine Playlist an.

Safur hörte dann das planschen vom Schwimmbecken, wie gelacht und geredet wurde. Seine Augen erkundeten die Landschaft, instinktiv suchte er sich die besten Plätze aus wo er landen konnte. Beim Betrachten der Panorama Landschaft, wurden seine Augenlieder immer schwerer, bis sie zufielen. Safur schlief bei einem kühlen Wind unter einem Baum ein.

Es war Dunkel. Ihm war kalt.

Safur schreckte auf. Eine totale Finsternis hat sich über die Landschaft gelegt. Nur schwer konnte er noch die Umrisse des Gebäudes erkennen, auch wenn die Augen eines Drachen die Augen eine Katze übertraf, konnte er fast nichts sehen.

Mit schmerzenden Gliedern stand er auf, sein Nacken war verspannt. Safur schaltete das Licht vom Handy das er die ganze Zeit in seinen Klauen gehalten hatte ein. Mit dem Licht das ihn den Weg erhellte, konnte er dann ohne Probleme zum Gebäudekomplex gehen. Er hatte auch Glück, die Haupteingangstür war nicht abgeschlossen. Schnell huschte er die Treppe rauf. Doch gerade als er die Treppe erreichte, kam Frau Papageno runter.

Panisch blickte er sich um ob er sich verstecken konnte. Doch es war schon zu spät.

„Wo warst du Markus, ich habe gerade jedem gesagt das sie schlafen gehen sollen und dabei hab ich gesehen das du nicht da warst. Ich wollte schon bei der Rezeption nachfragen ob sie dich gesehen hatten?“, böse fuhr Frau Papageno ihn an.

Safur bekam sofort ein Schlechtes Gewissen und Angst. Dann ließ er seinen Kopf hängen und ohne das er es wollte, brachen seine Gefühle wie ein Wasserfall aus ihm raus. Schluchzend setzte er sich schwer auf die erste Treppenstufe hin, bevor er dann vollends zu weinen anfing. Alles was er heute gefühlt hatte und das angestaute der letzten Tage, wollte auf einmal raus. Sein Köper bebte während der Damm am zerfallen war. Der Strom der Gefühle wurde so gewaltig, dass er seine Verzweiflung rausschreien musste. Sein Kopf wurde Umschlungen. Erinnerungen flammten kurz auf, an seine Mutter. Er ließ alles aus sich rausfließen.

Safur wusste nicht wie lange er alles aus sich rausfließen ließ. Doch irgendwann konnte er sich wieder beruhigen. Langsam machte er die Augen auf und sah, dass sein Kopf auf die Brust von Frau Papageno gedrückt wurde.

„Markus, ich weiß nicht was dich so erschütterte, aber Morgen reden wir mal darüber, nun geh bitte schlafen es ist schon sehr spät, Ok?“, sagte sie schon fast Mütterlich zu ihm und half ihn dann beim Aufstehen.

Gemeinsam gingen sie dann zur Tür wo sein Zimmer war.

„Geh jetzt rein, aber bitte sei leise. Bestimmt schlafen sie schon alle, also dann, gute Nacht Markus“, verabschiedete sich seine Lehrer freundlich von ihm und ging dann den Gang entlang, um dann in einer anderen Tür zu verschwinden.

Safur wischte sich noch die letzten Tränen weg, bevor er dann leise die Tür aufmachte. Sofort erkannte er den Duft, es hing schwer in der Luft. Leise ging er rein und machte dann die Tür zu.

Er machte noch ein paar Schritte zum Doppelbett bis er stehen blieb. Er sah wie Stefan auf Konrad lag, die Hüften aufeinander gedrückt und Konrads Beine in der Luft hängend.

Das ist nicht fair, war sein erster Gedanke als er sie betrachtete…

Fortsetzung folgt