In höchste Himmel

Story by Were-Gato on SoFurry

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Des Nachts, auf den Dächern, schleichen Geister; und anderes...


So, der Zauberlehrling darf weiter suchen.

Wie immer gilt natürlich auch hier, dass dies hier nichts für arme Minderjährige ist. Alle anderen sind zum Lesen und fleißigem kommentieren eingeladen.

Die Lehrlingsqueste - In höchste Himmel

(Teil 2 einer Kommission für KyanHyena)

Die Lektion zog sich noch länger dahin als gewöhnlich.

Richard saß auf den steinernen Bänken des Hörsaals, und versucht nicht beständig vor und zurück zu rutschten. Die Sitze waren von Hause aus nicht sonderlich bequem, doch diesmal gelang es ihm nicht auch nur eine halbwegs ruhige Position einzunehmen. Stellte er die Beine auseinander brannten ihm die Hüften, saß er aufrecht zogen lastete zu viel Druck auf seinem wunden Gemächte. Nicht zu vergessen die hundert anderen Stiche, die sich hoch und runter durch seinen Rücken zogen. Die Stimme des Lehrmeisters verwandelte sich in ein langgezogenes Dröhnen, nur sporadisch durchbrochen von spuckendem Husten. Wie irgendjemand davon auch nur den leisesten Hauch Animologie erlernen sollte war ihm ein Rätsel. Die aufgeschlagene Seite seines Notizbuches zeigte nur wirres Gekrakel, manches davon ähnelte Kuhhörnern oder Schwänzen. Er schloss das Buch ehe irgendjemand auf den Gedanken kam von ihm abzuschreiben.

Zwei Reihen hinter ihm steckten einige Kommilitonen die Köpfe zusammen und tuschelten. Richard konnte sie kichern hören. Offensichtlich bestand kein all zu großer Unterschied zwischen Zauberlehrlingen und kleinen Mädchen. Es waren dieselben, die vor kurzem erst über ihn gelacht hatten als die Kellnerin ihm das Bier über den Kopf gegossen hatte. Dem Klang nach drehte sich ihre Unterhaltung um eben dieses. Dieser verfluchte Abend würde ihn wohl noch länger verfolgen.

„Richard?“

Er schreckte auf als sein Name gesprochen wurde. An der Seite seines Pultes stand ein Zauberer in staubiger Lehrerrobe. Fast hätte Richard seine Zunge verschluckt.

„Ja, Meister Hardning?“

„Unser alter Alchemist Mobator sprach mich darauf an, dass es dir gelungen sei einen Posten auf deiner Liste in der Wildnis zu beschaffen. Minotaurenblut, nicht wahr?“

„Haar Meister, wenn ich so frei sein darf. Minotaurenhaar. Ich fand es an, ähm, Spalten und Dornen in einer weit verzweigten Höhle. Offenbar hatten die Untiere immer wieder einmal etwas daran abgerissen. Alchemist Mobator war so freundlich, mir die Herkunft noch gleich zu bestätigen.“

Richard ratterte die Geschichte die er sich zurecht gelegt hatte so schnell herunter, dass er beinahe über seine eigene Zunge stolperte. Die ganze Zeit über ruhten die Augen des alten Zauberers unbeweglich auf ihm.

„Die Zutaten der Abschlussarbeit in der Wildnis zu suchen. Auf die gute, alte Art. Erinnert mich an mein eigenes Studium. So wie das sein sollte.“ Der alte Zauberer legte Richard die gichtige Hand auf die Schulter. „Weitermachen so, mein Junge. Weitermachen. Nur nicht aufhalten lassen. So eine Suche formt den Charakter, mehr als man glauben mag.“

Er wandte sich zum gehen, blieb aber nach zwei Schritten stehen.

„Viel Glück dann noch gleich beim einblättrigen Mondkelch. Die Blüte kann man nur im ersten Licht nach Neumond ernten. Ganz zu schweigen vom Blütenstempel einer stellaren Orchidee. Geduldsfrage so was, sehr Charakterbildend.“

Der Greis in der Lehrerrobe humpelte zum Ausgang des Hörsaals.

Richard gesellte sich in die Schlange der Studenten, die hinter ihm warteten. Höflichkeit gebot, dem Alter den Vortritt zu lassen. Egal wie lange das Alter auch brauchen mochte.

Nach dem Mittagessen wollte er sich für das Observatorium einschreiben. Einige Pflanzen die noch auf seiner Liste standen mussten unter bestimmten Sternkonstellationen geerntet werden. Sicherlich hätte er dergleichen auch in den passenden Tabellen nachschlagen können, aber ihm war jede Ausrede recht um sich vom Schlafsaal fern zu halten. Zumindest bis die anderen Lehrlinge sich ein anderes Opfer für ihren Tratsch gefunden hatten.

Er fand die Liste für das Observatorium leer vor. Nach dem Datum darauf zu urteilen, schon seit einer ganzen Weile. Offenbar gab in letzter Zeit niemand viel auf Sterndeutung. Achselzuckend trug er sich ein, nahm den Schlüssel aus dem Fach und ging ohne den Zettel zu sehen auf dem stand: „Vorsicht! Turm befallen! Vorsicht!“

Es dämmerte und die ersten Sterne funkelten versprengt am Firmament. Die Nacht kündigte sich mit lauem Wind an, und obwohl der Tag nicht sonderlich heiß gewesen war fand Richard die Abkühlung durchaus angenehm.

Er lehnte sich zwischen den Zinnen über den Stein der Brüstung und blickte weit über das Tal. Die Akademie schmiegte sich so eng an die Flanke der Berge, dass man von hier aus alles im Überblick behalten konnte. Das Dorf rings um die Mauern der Zauberschule, den Weg des Flusses, die schummrigen Wälder, durch die nur ein einziger Weg führte. Wenn er sich auf die Zehenspitzen stellte, konnte er von hier aus sogar einen Blick auf die Hochebene erhaschen. Hinter dem schmalen Bergkamm begann ein Plateau, zu dem nur geheimste Wege führten. Die Schüler vermuteten dort jegliche Art von Monstren, und da die Lehrer dergleichen nicht mit Aufmerksamkeit würdigten, verstärkten sich die Vermutungen mehr und mehr.

Setzte sich auf eine der Steinbänke am Rand und blickte wieder nach oben. Der Himmel wurde nur langsam dunkler. Es dauerte noch, ehe das Observatorium etwas nutzen konnte. Dennoch erhob er sich und nahm den mitgebrachten Eimer Wasser zur Hand. Die Sternwarte der Akademie war selbstverständlich kein schnödes Fernrohr. Das wäre zu modern gewesen. Stattdessen befand sich in dem gemauerten Rondell dass die Mitte des Turmes ausfüllte eine Vielzahl von Spiegeln. Richard hatte den besseren Teil des Nachmittags damit verbracht diese zu reinigen. Nun füllte er die dunkle Schale in der Mitte der Anlage mit Wasser, um so eine Sichtfläche zu erhalten die Sternbeobachtung ohne Rückenschmerzen erlaubte. Das Ganze war eine uralte Konstruktion, aber man erwartete von Zauberern auch nicht unbedingt mit der Zeit zu gehen.

Richard blickte noch einmal zum Himmel. Der Abendstern leuchtete bereits, die Sichel des Mondes zeichnete sich gegen das verdüsterte Blau ab. Er richtete die Spiegel aus und versuchte die ersten Einstellungen. Doch sah er nichts als Schwärze.

Er verstellte die Spiegel und versuchte es wieder. Und wieder, und wieder. Viermal insgesamt, ehe dass sich am Bild etwas änderte. Frustriert schlug er ins Wasser, dann eilte er aus der dunklen Kammer. Mit zusammengekniffenen Augen starrte er das Observatorium von außen an, dann kletterte er die Sprossen hinauf die zum Lichteinlass führten. Er hievte sich nach oben und fand dort... eine Statue?

Im ersten Moment war er unschlüssig, ob er tatsächlich sah was er sah. Auf der drehbaren Plattform, durch die Sternenlicht auf die Spiegel fallen sollte, stand eine steinerne Figur. Menschengroß, doch mit monströsen Zügen. Den Mund wie zum Schrei verzerrt, Hörner die aus den buschigen Haaren am Schädel ragen. Klauenhände lagen auf dem Okular, ausgebreitete Flügel bedeckten den Rest. Wer immer diese Statue hier platziert hatte, hatte sicher gestellt dass das Observatorium unbrauchbar wurde.

Sprachlos stand Richard davor. Er konnte es nicht glauben. Wer brachte so etwas fertig, und weshalb?

Ein Standbild dieser Größe zu bewegen war schon auf ebenem Boden schwer, es in die Höhe zu bringen fast unmöglich. Jemand musste es hergezaubert haben, aber zu welchem Zweck? Nur um das Observatorium unbrauchbar zu machen? Das wäre übertrieben, selbst nach den Maßstäben von Zauberern, die Fehden über Jahrhunderte ausdehnten. Richard stieß ein missmutiges Seufzen aus und blickte nach oben. Der Himmel wurde zusehends finsterer. Immer mehr Sterne begannen zu glitzern. Um diese Stunde half ihm niemand, diesen Felsklotz zu bewegen. Er musste es allein versuchen. Sofern seine Kräfte dafür ausreichten. Andächtig rief er sich die Formel für Telekinese ins Gedächtnis und sammelte seine Energien. Aber noch bevor er auch nur das leise Kribbeln in seinen Fingerspitzen fühlte, zerriss ein markerschütternder Schrei die Nacht.

Ob durch eine Druckwelle oder schieren Schreck, Richard wurde zurückgeworfen und fiel flach auf den Boden. Kieselgroße Steine regneten sie Hagel auf ihn nieder.

Fassungslos sah er mit an, wie die Statue aufplatzte. Noch mehr Gestein prasselte auf ihn nieder. Ganz als würde sie es abwerfen. Die Figur richtete sich auf, ihr spitzer Schwanz schlug wie eine Peitsche durch die Luft. Ihre Flügel schlugen, unter dem Stein kam glatte Haut zum Vorschein. Der Mund stand offen, Reißzähne glänzten. Blendend leuchteten die Augen auf, ganz wie der Blick eines Dämons, und richteten sich genau auf den Zauberlehrling.

„Du! Was tust du hier?“

Richard hatte nicht vor zu antworten. Ohne sich auf die Beine zu stellen krabbelte er zur Leiter und schwang sich über den Rand nach unten. Er ließ die meisten Sprossen aus, und als er die Zinnen des Turms erreichte, war die Tür nach unten schon in greifbarer Nähe. Seine Hand streckte sich schon nach dem Schlüssel, da wurde er zurück gestoßen. Wie ein Schatten flog eine Gestalt, die Steingestalt durch die Luft heran. Wind zischte unter ihren Flügeln.

„Nicht so schnell!“

Wie ein Greifvogel im Anflug auf die Beute drehte sie eine enge Kurve in der Luft. Dann kam sie wieder heran, schoss auf Richard zu ohne zu bremsen. Ihre Beine streckten sich zur Landung, sie berührte den Boden und stürzte.

Mit einem quiekenden Schrei stolperte die Gestalt über Richard hinweg, die leuchtenden Augen erloschen. Sie überschlug sich, wickelte die eigenen Flügel um sich und kam vor einer der Steinbänke zu liegen.

Dann kehrte die Stille zurück, nur durchbrochen von einem leise wimmernden: „Au“

Richard stand an der Tür und rüttelte am Knauf. Verschlossen. Er hatte den Schlüssel im Schloss gelassen, dessen war er sich sicher. Das Wesen musste ihn herausgerissen haben. Richards Augen eilten zwischen der Tür und dem gestrauchelten Wesen hin und her. Ein Feuerball konnte das Schloss vielleicht zerstören. Er wusste, er sollte fliehen, sollte jemanden holen der dafür zuständig war. Doch andererseits, die Zuständigen hatten sich davor auch nicht um den Turm gekümmert. Sonst wäre er kaum in dieser Lage.

Er atmete tief durch. Zauberkraft sammelte sich in seinen Fingern.

Ein spitzer Laut durchbrach seine Entschlossenheit.

Richard fuhr herum, er riss die Hand mit dem Feuerball in die Höhe.

Auf der steinernen Bank saß die nicht länger steinerne Gestalt vor ihm. Im Licht der Flammen in seiner Hand konnte er sie nun besser sehen. Ihre Form war unverkennbar feminin, sie trug grob gewebte Tücher um Brust und Hüften geschlungen, doch die Kurven blieben unverkennbar. Sie saß auf der Steinbank und hielt ihren linken Knöchel umklammert. Ihr Gesicht wirkte verblüffend jung, jetzt da ihre Augen nicht länger glühten. Stattdessen standen nun Tränen darin.

Plötzlich wirkte die Kreatur weit weniger bedrohlich.

Der Feuerball nagte schon an Richards Handfläche, als er ihn endlich fort schüttelte. Er konnte nicht genau sagen weshalb, doch war er sich sicher ihn nicht mehr zu brauchen. Bedächtig hob er beide Hände um zu zeigen, dass er unbewaffnet war.

Die einstmalige Statue versuchte ihn bösartig anzufunkeln, doch ihre Bemühungen wurden immer wieder durchbrochen, wenn sie ihren Krallenfuß berührte und dabei zusammenzuckte.

„Alles in Ordnung“, sagte der Zauberlehrling ruhig während er langsam in ihre Richtung schritt.

Sie riss den Mund auf, entblößte scharfe Reißzähne und fauchte ihn an. Dennoch kam Richard beständig näher.

„Alles in Ordnung!“, wiederholte er, diesmal eindringlicher. „Ich will ja nur den Schlüssel, und dann...“

„Nichts ist in Ordnung!“, kreischte die Gestalt ihm entgegen, und die Tränen spritzen von ihren Wangen. „Es ist bestimmt gebrochen! Bring es schon zu Ende! Ich weiß, dass du das willst!“

Richard stand vor ihr, die Haut der fremdartigen, dennoch weiblichen Gestalt glänzte im Mondschein wie polierter Marmor.

„Wie bitte?“

„Ich bin lahm! Sei nicht grausam, tu was du auch mit einem verwundeten Vogel machen würdest.“

„Ich würde ihn gesund pflegen“, erwiderte Richard. Er sank vor ihr auf die Knie, und noch ehe die einstmalige Statue reagieren konnte, packte er ihren Unterschenkel.

„Au au au au au!“, brüllte sie „Lass mich sofort los, oder ich schlitze dir den Bauch auf und trage deine Eingeweide als Schmuck!“

„Na, was denn nun?“, fragte Richard amüsiert. Die fremdartige Haut fühlte sich glatt an, kühl und makellos wie die Schale eines Taubeneis. Mit vorsichtigen Griffen betastete er das seltsam geformte Fersengelenk. Ganz sanft ließ er geringe Mengen Zauberkraft aus seinen Fingern strömen.

„Entweder Gnadentod, oder ausweiden. Für eines musst du dich schon entscheiden.“

„Ich, ahm, ich meine, du wirst...“, stammelte die Gestalt, dann fasste sie sich und wischte die Tränen aus ihren Augen „Was machst du da?“

Richard schmunzelte. „Nur ein klein wenig Gnade. Das wolltest du doch, oder?“

Langsam bewegte er den fremdartig geformten Fuß auf und nieder. Das junge Gesicht ihm gegenüber reagierte nicht, nicht einmal die großen Fledermausohren zuckten. Stattdessen starrte sie ihn nur weiter grimmig an.

„Was bist du?“, fragte Richard schließlich.

„Was ich bin?“ Ihre Augen leuchteten von neuem auf. „Du bist doch ein Zauberer! Du kennst alle Bücher der Welt. Und da ist dir ein Gargoyle fremd?“

„Gargoyle“, wiederholte Richard „So wie die Wasserspeier, die man auf Kirchendächer baut?“

„Schnöde Kopien!“, knurrte die Gargoyle „Ein billiger Versuch dem Feind vorzugaukeln, eine Festung wäre von den unseren bewacht. Verachtenswert!“

Verständig nickte Richard und massierte das Fesselgelenk. „Dann bist du also...?“

„Ich bin eine Gargoyle! Talea aus dem Clan der Wolkenschneider! Meine Flügel sind stark, meine Krallen sind scharf. Fürchte mich, oder soll ich dir den Bauch aufschlitzen um es dir zu beweisen?“

„Kommt drauf an“, meinte Richard sanftmütig. „Tut es noch weh?“

Die Augen der Gargoyle erloschen wieder, und unterstrichen einen ebenso überraschten wie niedlichem Gesichtsausdruck. Ungläubig starrte die Wasserspeierin nach unten, bewegte ihren linken Fuß und streckten die Krallen dabei. Richard fuhr die Sehnen unter der glatten Haut mit den Daumen nach.

„Das nehme ich dann mal als ein Nein“, lächelte er.

„Sogar das Umknicken von gestern ist weg“, murmelte Talea geistesabwesend. Dann blinzelte sie erschrocken und setzte rasch ihre grimmige Miene wieder auf. „Ich meine, du kannst dich glücklich schätzen, dass ich dich noch nicht in der Luft zerrissen habe! Kaum ein Gargoyle ist so gnädig wie ich!“

„Ach nein? Verzeih meine Unwissenheit, wie ist dein Volk denn sonst?“

„Mein Volk ist groß und mächtig! Ausgehend von der Urmutter, die...“, setzte die Gargoyle an, und mit stolzgeschwellter Brust schwärmte sie Richard von den Siegen ihrer Art und ihres Clans. Der Zauberlehrling lauschte ihr, ohne die Massage je zu beenden. So sehr war sie in ihrer Erzählung aufgegangen, dass er sogar ihren anderen Fuß packen konnte ohne dass sie sich wehrte. Geschickt glitten seine Finger durch die Lücken zwischen ihren Krallen, die Haut fühlte sie glatt und kühl an, fast wie weicher Marmor. Verstohlen blickte er zu der Gargoyle auf. Sie sprach gerade schwärmerisch von einem langen Flug über stürmische See, und schien dabei gar nicht zu bemerken, wie ihre Rede immer wieder von zittrigen Seufzern durchbrochen wurde. Richard umschmeichelte gerade die Krallen an ihren Fersen, als die Gargoyle mit einem erschreckten Keuchen nach unten starrte. Ebenso schien sie erst jetzt zu bemerken, dass ihre Hand unter ihrem Brusttuch steckte, verschreckt zog sie den Arm zurück.

„Was...?“, japste sie verwirrt „Was tust du denn da?“

„Ich, ähm“ Richard sah ihr in die sanft glühenden Augen, ohne die samtweichen Zehen loszulassen. „Ist es denn unangenehm?“

Die Gargoyle schluckte vernehmlich, ihre glatte Haut besaß mittlerweile einen feinen Film aus Schweiß, der sie im Sternenlicht glänzen ließ.

„Nein, es ist... es ist... nur nichts was du so einfach tun solltest.“

„So?“ Richard spürte die Hitze, die langsam aus der Körpermitte der Gargoyle aufstieg. „Weshalb denn? Schmerzt es?“

Er drückte die Daumen fester in die zarten Fesseln und massierte rund um die Fersen. Talea gab ein schnappendes Fiepen von sich.

„Nein! Aber solcherlei... Dinge. So etwas tut nur.. tun nur zwei...!“

„Oh? Verzeihung“, bat der Zauberlehrling, ohne langsamer zu werden. „Ich kann aufhören.“

„NEIN!“, kreischte Talea, und ihre Augen schimmerten kurz auf. Sie riss die Hand vor den Mund als wollte sie verbergen, was sie gesagt hatte. Richard fand die Geste unsagbar niedlich.

„Ich mache doch nicht etwa deinen Liebsten eifersüchtig, oder?“

Die Wangen der Gargoyle verdunkelten sich.

„Da ist keiner!“ Fast spuckte sie die Worte aus. „Nicht mehr. Er wollte nicht...“

Sie verstummte, ihr unstetes Zappeln drohte zu versiegen.

"Hat er dich verschmäht?" Richard wusste selbst nicht was ihn ritt, es klang respektloser als er es beabsichtigt hatte. Nichts desto weniger, es war gesagt, und die beginnende Niedergeschlagenheit der Gargoyle wich blitzschnell heißem Zorn.

"Du wagst es?"

"Ich wollte nicht...", begann Richard, aber weiter kam er nicht. Die Augen der Gargoyle leuchteten in einem jähen Ausbruch auf. Rasch ging ihr strahlender Blick auf und ab zwischen den Händen und dem Gesicht des Zauberlehrlings. Dann verzogen sich ihre Lippen zu einem bösartigen Lächeln.

„Setz dein großes Maul gefälligst nutzbringender ein!“

Ohne große Mühe riss sie ihren linken Fuß aus der Hand des Zauberlehrlings und ließ ihre Zehen vor seiner Nase tanzen. Die Krallenspitzen glänzten im Mondlicht.

„Koste!“, befahl sie, und stieß die größte ihrer Zehen in seinen Mund.

Richard versuchte zu widersprechen, gewährte ihr dadurch aber nur leichteren Einlass. Als er die Spitze ihrer Kralle auf der Zunge fühlte, hielt er reflexartig still. Die übrigen Klingen strichen gefährlich langsam über seine Wange.

"Endlich bist du still, du Sprücheklopfer", gurrte Talea überheblich. "Wie schön zu sehen, dass dein Mäulchen doch zu etwas gut ist, und nicht nur.. nur... Hgrnhhh!"

Das letzte Wort ging in einem lustvollen Raunen unter. Ihre leuchtenden Augen flackerten, und als sie herab sah war die Wut in ihren Zügen der Überraschung gewichen. Richard lächelte sie an, ohne das Lutschen an ihrer Zehe zu unterbrechen. Es schmeckte nicht nach Schmutz oder abgestandenem Schweiß, die zarte Haut hinter den scharfen Krallen fühlte sich eher an wie ein Flusskiesel. Glatt und kühl zuckte die Zehe auf seiner Zunge umher, und hinterließ einen verführerischen Kitzel. Mit den Lippen spielte er am Ansatz des Gelenkes, während er zugleich mit der Zungenspitze den Bereich unter der Kralle erkundete. Das hatte zur Folge, dass das gesamte Bein er Länge nach erzitterte, und sich die Gargoyle mit dem Rücken an die Zinne warf. Ihr Flügel flatterten dabei auf, und wedelten ihm eine kühle Brise um die Nase. Richard grinste in sich hinein, er mochte kein Händchen für die Frauen seiner eigenen Art haben, aber was dieser gefiel begriff er sofort.

Mit einem lauten Plopp zog er die Gargoylezehe aus seinem Mund.

"Mir scheint, hübsche Talea, mein Mäulchen ist zu etwas gut."

Die Gargoyle hing zwischen zwei Zinnen, an denen sie sich mit Händen und Flügeln festklammerte, und glotzte ihn ungläubig an. Der Ausdruck schierer Verwirrung auf ihrem Gesicht wirkte entzückend.

"Du tust das freiwillig?", fragte sie zwischen tiefen Atemzügen.

"Und mit Vergnügen", erwiderte Richard und nahm die nächste Zehe in den Mund.

Talea warf sich mit einem hohen Wimmern zurück. Ihr spitzer Schwanz schlug in schnellem Takt auf den steinernen Boden.

Der Reihe nach küsste und liebkoste Richard die scharf zulaufenden Zehen, von der Größen bis zur kleinsten. Dabei hielt er die Füße beständig fest, während sich der gesamte Rest des glatten Frauenleibes unter seinen Berührungen hin und her warf. Erst als sämtliche Krallen von seinem Speichel tropften, wandte er sich dem zweiten Bein zu.

"Du bist ein Mirakel!", keuchte Talea indessen auf. Aus dem Augenwinkel konnte Richard erkennen wie sie sich verbog und den nassen Fuß vor ihr Gesicht hob, ohne ihm den anderen zu entziehen. Er saugte gerade an der mittleren Zehe.

"Niemand wollte mit den Gefallen tun. Alle sagten, es sei entwürdigend."

"Entwürdigend, einer Dame Freude zu bereiten?", fragte Richard, und drückte seine Zunge in den kleinen Bereich zwischen den Zehen. Talea quiekte laut und ihre Krallen zuckten auseinander. Ihre wüste Mähne rauschte unter der Wucht, mit der sie den Kopf in den Nacken warf.

"Welch ein Unfug!" Nun, da alle Zehen nass waren begann der Zauberlehrling sich die Füße hinauf zu arbeiten. Mit raschen Küssen benetzte er die raueren Ballen, um dann die Linien dazwischen mit Zunge und Zähnen zu kitzeln.

Über ihm grunzte die Gargoyle und wand sich unter seinen Berührungen. Mehr und mehr hatte er Mühe ihre Beine noch festzuhalten.

Er nuckelte am Dorn ihrer Ferse, als Talea hörbar die Gewalt über sich verlor. Die feineren Krallen ihrer Finger strichen über ihren Körper und zerrten die groben Stoffe von der glatten Haut. Das Brusttuch fiel zu Boden, der Hüftgurt riss entzwei. Als Richard den Kopf wieder hob lag die Gargoyle nackt vor ihm. Ihre glatte Haut schimmerte im Mond- und Sternenlicht wie polierter Marmor. Unterhalb ihrer Brauen schien es kein Härchen zu geben. Ihre Augen blickten wie wahnwitzig auf ihn herab, und ihre Hände gruben sich tief in das Delta zwischen ihren Schenkeln. Feuchtes Schlürfen erfüllte die Nachtluft, gefolgt von sagenhaft verlockendem Duft.

Richard senkte den Kopf und hob den Gargoylefuß wie die Kusshand einer Königin. Der Länge nach, ohne abzusetzen leckte er über den Rist der animalischen Tatze nach oben, erreichte die Wade und stoppte erst als ihm die Zunge kurz nach dem Knie ausdörrte. An dieser Stelle jedoch kam ihm Abhilfe entgegen, in Form zähflüssiger Säfte, die von oben her an den Innenseiten der sehnigen Schenkel herab liefen.

Ohne jedweden Zweifel zuzulassen tauchte Richard unter den flink arbeitenden Fingern hindurch und drückte seine Lippen direkt auf den Quell der Sekrete. Tiefes Gurgeln drang an seine Ohren, bis nasse, heiße Schenkel sich fest drauf pressten. Krallenfüße verhakten sich auf seinen Schultern, er lag gefangen im schönsten aller Gefängnisse. Seine Hände wanderten über die glatten, kühlen Hüften die sich ihm entgegen warfen, während er schlürfte, trank und genoss. Der haarlose Schoß der Gargoyle schmeckte so vollkommen anders als die pelzige Spalte der Minotaurin. Soviel frischer, klarer, doch nicht weniger verlockend. Er küsste sich an dem glatten Hügel entlang, schob die zarten Lippen auseinander und erkundete das glitschige Innere. Verblüfft bemerkte er welche Hitze ihm entgegen schlug. Alles an der Gargoyle fühlte sich so kühl an, so felsig glatt. Ihr Inneres dagegen kochte förmlich, zuckte und tanzte nur noch wilder als er den oberen Rand erreichte. Als Richard etwas Festes spürte wäre es fast zurück gewichen. Doch dann fiel ihm ein was es sein mochte, und er kannte kein Halten mehr. Mit aller Kraft die noch in seiner Kehle steckte verschlang er das prall geschwollene Knöpfchen, und attackierte es mit der Zungenspitze.

Sein Kopf wurde nach oben gerissen als die Gargoyle sich aufbäumte. Der kreischende Schrei drang selbst durch die auf seinen Schädel gepressten Schenkel. Rings um ihn erzitterten Taleas sehnige Muskeln. Ihre Klauenfüße lösten sich, ihre Beine sprangen weit auseinander und der nächste Schlag der zuckenden Hüfte stieß Richard weg.

Er strauchelte nach hinten und kam an der Mauer des Observatoriums zum Halt. Er griff nach seiner Nase und fasste in die Nässe. Für einen Augenblick glaubte zu Bluten, dann sah er die dünnflüssigen Sekrete an seinen Fingern kleben. Tief holte er Luft und genoss wie der Brunstgeruch in seinem Kopf nach oben stieg.

Vor ihm zuckte die Gargoyle zwischen den Zinnen. Sie hatte ihre Fingerkrallen in die Felsbrocken geschlagen, so tief dass der Steinstaub hochwirbelte. Ihre Flügel schlugen ungleichmäßig und fegten den Staub beiseite. Mit lustverzerrten Gesicht und schimmernden Augen wand sie sich während ihre Beine in die Luft traten. Der spitze Schwanz peitschte dabei über den Boden. Schließlich aber lösten ihre Krallen sich aus dem Stein, sie sank vornüber auf die Bank hinter den Zinnen. Ein Schütteln lief über ihren Rücken und pflanzte sich in ihren Schwingen fort, während sie einen Laut von sich gab der Richard an eine zufriedene Katze erinnerte.

Der Zauberlehrling nutzte den Moment um aus seiner Robe zu schlüpfen. Das robuste Material hatte bis jetzt nicht gelitten, doch wollte er nichts riskieren. Der Robe folgte sogleich seine neue Hose, wie auch die Sandalen. Die Nachtluft strich kalt über seine schweißnasse Haut, und noch kälter über die Stellen die voller Gargoyleliebe hingen, doch nahm er dies kaum wahr.

Talea lag vor ihm, hing halb am Boden und keuchte. Ihre Flügel zuckten noch, doch das Gros des Flutwelle schien über sie hinweg gefahren zu sein. Das bot den perfekten Augenblick. Erst lecken, dann stecken; wie die alte Hildagard zu sagen pflegte.

Gebannt vom Anblick des prachtvoll geschwungenen Hinterleibes trat er näher an die Bank heran. Der spitze Schwanz lag zurückgerollt auf der Seite, und gab die ganze Schönheit des unteren Gargoylerückens preis. Anmutig geschwungene Backen ragten wie das wunderbarste Gebirge der Welt in die Höhe. Die glitschige Feuchte im Tal zwischen ihnen erinnerte Richard an einen lebensspendenden Fluss, und er konnte es kaum erwarten dessen verborgene Quelle zu betreten.

Seinen harten Schaft in einer Hand trat er an die Gargoyle heran, mit der anderen öffnete er ihre Schenkel; gerade weit genug um Platz zu haben. Die Fäden ihrer schleimigen Säfte verbreiteten den bekannten, doch nichts desto weniger berauschenden Duft.

Da zuckte sie zusammen. Plötzlich waren ihre Hände zwischen ihren Beinen, und die krallenbewehrten Finger versperrten ihm den Weg.

"Nicht!", zischte Talea. Es klang kaum noch so, als bemühte sie sich furchterregend zu klingen.

Perplex stand Richard hinter ihr, den prallen Schaft noch immer in einer Hand.

"Du sollst nicht... ich meine...", stammelte die Gargoyle und versuchte dabei sich wieder aufzurichten. Doch ihre Beine wollten sie nicht tragen. "Ich will jetzt noch keine Eier legen!"

Eier. Gargoyles legten Eier. In irgendeinem Teil seines Verstandes mochte Richard das gewusst haben. Daran gedacht hatte er mit Sicherheit nicht. Im selben Augenblick brachte dieser Gedanke auch Erinnerungen an die Minotaurin zurück. Mochte sie etwa...

"Ich kann es anders versuchen" Die helle Stimme Taleas riss ihn aus den Anfängen der Überlegung. Die Gargoyle hatte sich auf die Seite gelegt, die Flügel gefaltet und sah ihn aus großen Augen an. "Schließlich hast du auch etwas verdient. Und ich habe gesehen, dass Menschenweiber es mit dem Mund getan haben. Sah ganz einfach aus. Das kann ich versuchen!".

Dabei öffnete sie die Lippen und entblößte eine Reihe scharf glänzender Schneidezähne, die an den Ecken von zwei wenigstens doppelt so großen Reißzähnen eingefasst wurden. Die Art, wie sie sich dabei über Lippen leckte ließ Richard trocken schlucken. Er spürte schon, wie seine Härte das Weite suchte.

"Danke" Er zog das Wort in die Länge. "Danke, aber das ist... danach steht mir nicht so sehr der Sinn. Es muss ja auch nicht unbedingt..."

"Glaub ja nicht, ich sei undankbar!", fuhr die Gargoyle ihn an. "Komm her, lass es mich zumindest versuchen."

"Nun, ähm, tja. Warte! Ich hätte noch eine andere Idee. Wenn du erlaubst?"

Er deutete mit der flachen Hand auf den Ansatz ihres Schwanzes.

"Keine Eier!", mahnte sie streng. „Oder ich reiße dir die deinen ab!“

"Keine Eier", wiederholte Richard. Seltsamerweise klang die Drohung weniger angsteinflößend als das freundliche Angebot ihres Mundes. "Versprochen"

Ohne Talea Zeit für weiteren Widerspruch zu lassen tauchte der Zauberlehrling unter ihrem Schwanz hindurch und öffnete die geschmeidigen Hinterbäckchen. Sein Ziel zu finden war nicht schwer, die Säfte rannen allesamt nach unten, und wiesen ihn praktisch darauf hin. Inmitten der zart geformten Schlucht lag der gleichsam anmutige Abgrund. Eine verschlossene Öffnung, gleich einem zugekniffenen, rundem Mäulchen. Ein Mäulchen, dass Richard voll Inbrunst küsste.

Talea stieß einen Laut aus, den der Zauberlehrling nicht hörte, ihn aber als deutlichen Schmerz in den Ohren fühlte. In weiter Ferne begannen Hunde zu bellen.

„Und ich glaubte, meine Wünsche wären dreckig!“, keuchte Talea, als Richard zu schlürfen begann. Sie wand sich unter der unerwarteten Berührung, schlug mit den Flügeln und drehte den Schwanz auf. Abermals geriet Leben in den Leib der Gargoyle, und Richard hatte Schwierigkeiten sie nicht zu verlieren. Er schlang die Arme um die zappelnden Hüften und bot alle Kraft auch sie an sich zu pressen, während zugleich seine Zunge tief und tiefer in in den fremdartigen Darm bohrte. Zu seiner Verblüffung schmeckte die Gargoyle selbst hier sauber, fast glatt, und berauschend. Es war unmöglich in Worte zu fassen, doch dem Hinterteil der Gargoyle entstieg ein Aroma, dass ihm schier den Verstand raubte. Tief dort drinnen, dort wo seine Zungenspitze die gut verborgene Hitze ertastete, lag ein Wunder dass seiner Entdeckung harrte.

„Tu es!“

Richard schluckte wundervolle Sekrete, und glaubte schon sich verhört zu haben, da keuchte Talea erneut: „Tu es! Verflucht, ich ahne was du willst. Tu es, lass es mich spüren. Aber ich werde es auf ewig leugnen. Auf ewig, hörst du? Selbst wenn... Ahhhhh!“

Ihre flehenden Worte wichen langgezogenem Keuchen.

Fast übertönte sie so das brodelnde Schmatzen, mit dem sich Richards harter Schaft in ihren Hintern bohrte. Der Übergang von kühler Haut und sieden heißem Innersten raubte ihm den Atem. Mit aller Gewalt wollte er sich zurückhalten, jeden Augenblick davon genießen. Seine Hüften bewegten sich wie von selbst, schwangen im Takt mit dem Zappen der Gargoyle. Tief und tiefer drang er in das elegante Geschöpf ein. Die schiere Enge ihrer Kehrseite quetschte ihm den Schaft mit einer Macht, die er nie für möglich gehalten hatte.

Zugleich fühlte er durch das heiße Fleisch Bewegung. Spitze, harte Krallen, die von innen her gegen ihn rieben. Talea lag vor ihm, die Wange auf die Bank gepresst. Ihre Hände zwischen ihre Schenkel gepresst, rieb sie wie irrwitzig gegen ihn an. Hechelnd ging ihr Atem wie bei einer hitzigen Hündin. Richard spürte etwas wie ein Ziehen, etwas in ihr sog ihn an, wollte ihn haben, alles von ihm. Die scharfen Finger berührten ihn, zugleich zog das heiße Fleisch sich zusammen. Er konnte nicht länger aushalten, der Gargoylehintern wollte ihn verschlingen.

Brüllend schoss seine Saat aus seinem Leib. Er fühlte die Wucht wie einen Schlag, der alles was er geben konnte vom tiefsten Grund seines Gemächtes riss. Schub um Schub vergoss er alles was er zu geben hatte, und der gierige Darm schluckte es gierig. Mit verklingendem Röcheln sank er zu Boden, alle Kraft war aus seinen Gliedern gewichen. Ein letztes Tröpfchen hing noch an der Spitze seines Schaftes, als dieser weich und ausgewrungen aus dem der Pforte der Gargoyle flutschte.

Auch Talea blieb liegen, schaudernd und nach Atem ringend. Ihre Hände lagen ausgebreitet zwischen ihren Schenkeln auf der Bank. Spritzer ihrer ureigensten Säfte zogen sich bis zu ihren Ellbogen hinauf.

Beide verharrten in einer Fassungslosigkeit, die sie wie eine wohlige Decke umfing. Bis sie zu kichern begannen. Sie lachten in der Ausgelassenheit unwissender Kinder. Es war ein Augenblick, der ewig währen wollte.

Es aber nicht tat.

Taleas Ohren zuckten. Im Bruchteil eines Augenblick sprang die Gargoyle auf die Hinterläufe und starrte auf die Treppe in der Mitte des Turmes.

Hastig packte sie die grob gewebten Stoffe und wandte sich zu den Zinnen.

„Sag es keinem!“

Richard wusste nicht, ob es eine Bitte oder ein Befehl sein sollte. Die Gargoyle wies mit dem Kinn auf die Treppe.

„Jemand kommt!“

Sie sprang zwischen die Zinnen. Dann zögerte sie. In einer einzigen fließenden Bewegung eilte sie zu Richard und küsste ihn. Ihre scharfen Zähne berührten seine ermattete Zunge. Er spürte ihre Klauen an seinem Hals. Die glimmenden Augen blickten in die seinen.

„Sag es keinem!“, wiederholte sie. Dann stürzte sie sich über die Zinnen.

Schnalzend öffneten sich ihre Flügel, der Wind fing sich in den Flughäuten und mit majestätischem Rauschen verschwand sie in die Nacht.

Es gelang Richard gerade noch sich die Robe über den Kopf zu ziehen und das Kinn abzuwischen, ehe der alte Zauberer die Wendeltreppe empor schlurfte.

„Alchemist Mobator“, grüßte Richard übertrieben deutlich, und kickte rasch seine Hose ans andere Ende des Turmes.

Der alte Zauberer lehnte sich auf seinen Stab. Er musterte den Zauberlehrling mit einem sehr langen Blick aus seinen sehr grauen Augen. Schließlich fragte er: „Gute Ausbeute?“

„Wie ähm äh Wo?“, stammelte Richard.

„Gargoylehaut. Liegt hier überall rum. Gutes Substitat, potentes Zeug. Oder dachtest du tatsächlich, bei so einem Wetter was vom Sternenhimmel zu haben?“

Hochnebel zog auf, der Mond bekam einen dicken Reif.

Der alte Zauberer wandte sich zum gehen. Richard kniff die Brauen zusammen. War das gerade ein Lächeln? Er war sich nicht sicher, andererseits konnte er sich im Moment nur mit Mühe auf den Beinen halten.

„Pass auf, dass es nicht in die Sonne kommt“, sagte der Alchemist auf halbem Weg die Treppe hinab. „Löst sich schnell auf im Sonnenlicht.“

Richard begann zu sammeln, Splitter steinerner Haut sowie seine eigenen Gedanken. Am Ende der Nacht wusste er noch immer nicht, was er vom Erlebten halten sollte. Würde Talea zurückkehren? Würde er sie wiedersehen? Die Bücher sagten, es gäbe hundert Anwendungen für Gargoylehaut, allesamt unerprobt. Er wog das schwarze Fläschchen in der Hand, und fragte sich wie viel davon wahr sein mochte. Und gut verborgen, unter einem verpichten Eimer und eingeschlagen in schwarzes Tuch, besaß er einen neuen Schatz. Ein Abdruck in filigraner Steinhaut, von zwei wunderschönen Arschbacken.