Kapitel 5

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 5

die Ankunft

im Jahr 1997

<„Commander! Wir treten in Kürze in das Elara-System ein“>, kam die Stimme des ersten Offiziers Wanner per Intercom.

<„Danke, ich bin auf dem Weg“>, antwortete Pelzer und seufzte.

Im Jahr 1967 wurden er und der Rest der Brückenbesatzung von Krondal dem Achtzehnten penibel ausgewählt und auf ihre Aufgabe sorgfältig vorbereitet.

Nur sechs Mann Personal waren auserkoren das Schiff in kritischen Situationen zu befehligen, befanden sich, im Gegensatz zu den wissenschaftlichen und militärischen Teams, nicht ausschließlich im Cryoschlaf.

Nach nunmehr dreißig Jahren hatten sie ihr Ziel erreicht, waren bereit in nur drei Jahren einen geeigneten Platz für eine Basis zu finden, diesen abzusichern und diese zu errichten. Sobald die Basis stand, sollten genetische Experimente starten und eine schlagkräftige Armee entstehen. Eine Armee die später die menschlichen Soldaten unterstützen oder sogar überflüssig machen sollte. Aber erstmal hatten sie ihr Ziel erreicht und es wurde Zeit die Brücke zu betreten.

Als Pelzer diese betrat ertönte das typische Pfeifsignal und eine Computerstimme verkündete: „Commander auf der Brücke!“

Alle Augenpaare waren auf ihn gerichtet.

„Weitermachen!“, ordnete er kurz an und setzte sich in seinen zentral angeordneten Sessel. „Wo genau befinden wir uns?“

„Sechs Stunden bis Genro und weitere zwei Stunden bis zum erreichen einer stabilen Umlaufbahn.“

„Sehr gut! Holt das erste Personal aus dem Cryoschlaf. Die sollen sich fit machen und erstmal was essen. Sobald die soweit sind, bringt mir zwei Geologen, einen Biologen und einen Landentwickler her. Die sollen sich die Topografie ansehen.“

„Verstanden, Commander!“

Eine Stunde später waren sieben Ingenieure, einhundertzehn Handwerker, zwei Geologen, vier Landentwickler und fünfzig Soldaten aus den eisigen Schlafverliesen befreit, reckten sich, dehnten die matten Glieder und trotteten müde unter die Duschen. Zwei weitere Stunden waren vergangen bis alle versorgt waren, sich gestärkt hatten und sich ihrer Papiere bemächtigten.

Während sich das militärische Personal in Fitnessräumen auf Vordermann brachte, pilgerten ein Landentwickler, eine Biologin und zwei Geologen zur Brücke des Schiffes, welches einst auf den stolzen Namen Elara Fortress getauft wurde und bauten sich erwartungsvoll vor Commander Pelzer auf.

„Guten Morgen, die Herren!“, hub dieser an. „Ich hoffe, dass sie gut geschlafen haben und fit genug sind ihre Aufgaben zu übernehmen. Sie haben fünf Stunden Zeit um ihre Pläne zu koordinieren. Bis dahin haben wir Genro erreicht und einen stabilen Orbit eingenommen.“

„Haben sie schon die Oberfläche auf Formationen untersucht?“, fragte Geologe Brandner frei heraus.

„Ja. Die Daten sollten in ihren Unterlagen stehen“, entgegnete Pelzer barsch.

Der Geologe schaute zu seinem Mitstreiter und beide blätterten durch die Seiten. „Ah, die hatte ich glatt übersehen“, entschuldigte er sich mehr beiläufig.

„Sehr schön. Und sie sind die Biologin?“, floskelte Pelzer.

„Aye, Sir!“, kam etwas mürrisch die Antwort von Wilder.

„Haben sie eine Vorstellung was uns da unten erwarten könnte?“, fragte der Commander.

„Nun. Es handelt sich um einen der Erde sehr ähnlichen Planeten. Laut den oberflächlichen geologischen Daten gibt es drei Kontinente und eine kleinere Festlandmasse. Die Atmosphäre ist laut Messungen der irdischen sehr ähnlich, geradezu perfekt im Mischungsverhältnis. Flüssiges Wasser gibt es auch in aus-reichenden Mengen, das Klima erscheint sehr ausgewogen und es gibt verschiedene Zonen der Vegetation. Es wäre töricht zu glauben, dass es da unten kein Leben gibt, egal in welcher Form.“

„Ich meinte damit wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass intelligentes Leben, dem unseren gleich, existiert.“

„Das kann ich erst sagen, wenn ich es sehe.“

Pelzer schaute die Biologin etwas irritiert an und nickte schließlich. „Wie weit sind die Herren Geologen?“, wandte er sich Brandner und Grok zu.

„Wenn die Radarmessungen stimmen, dann haben wir schon einen Platz für die Basis gefunden.“

„Ah. Ausgezeichnet. Lassen sie mal hören.“

„Die Insel scheidet zunächst aus. Die gibt höchstens einen guten Platz für spätere Aktivitäten ab. Die zwei kleineren Kontinente scheiden auch aus, da es dort die verschiedenen geologischen und klimatischen Verhältnisse nicht in dem Ausmaß gibt, wie wir es benötigen. Aber, die Hauptlandmasse ist einwandfrei für unser Vorhaben. Es gibt ein Gebirge, eine Steppenzone und eine Art Urwald. Genau dort sollten wir bauen.“

„Mitten im Wald? Ich glaube ich stehe gerade mitten drin“, entglitt es Pelzer.

„Nein. Ich kann es erklären. Wenn wir mitten in diesem Urwald genügend Fläche schaffen, dann haben wir genug Material für den Bau, allein schon durch die Verwertung des Aushubs, dazu kommt Holz aus dem Wald und wir sind gegenüber Angriffen oder neugierigen Blicken einstweilen gefeit.“

„Das sind logische Argumente auf die ich mich sehr gut einlassen kann. Machen sie es so.“

Unterdessen waren die Aktivitäten der Menschen nicht unbemerkt geblieben. Eine fremde Rasse hatte zunächst ihren Abflug und später ihre Ankunft be-merkt und machte sich ihre eigenen Gedanken.

Aufgrund der primitiveren Technologie des aus dem Jahre 1967 stammenden Raumschiffs, konnte nicht festgestellt werden was auf dem genroischen Mond vor sich ging. Ebenso wenig bemerkte irgendjemand, dass schon allein der Start des Schiffes, aus dem Asteroidengürtel heraus, mit Argwohn betrachtet wurde.

So stellte die fremde Spezies fest, dass sich unangemeldeter Besuch genähert hatte, dieser von der Erde kam und definitiv keine friedlichen Absichten hegte.

Seit hunderttausenden von Jahren hatten die Antermerianer sich auf dem Mond Attrion, wie sie ihn nannten, auf die Lauer gelegt. Waren auf Beobachtungsposten in direkter Nähe zum Planeten Genro, da dort vor Urzeiten der Feind aktiv war. Ein Feind, der aus den eigenen Reihen stammte und ungleich gefährlicher war als die gerade angereisten Menschen.

Osiris persönlich und Administrator der Kampfinseln Byblon und Atikon hatte im irdischen Sonnensystem den Start verfolgt und umgehend die Basis auf dem genroischen Mond verständigt.

Seth war nicht gerade glücklich über die Entwicklung, da sich zwar der Feind seit Jahrtausenden bedeckt hielt, aber nunmehr ein fragwürdiges Element einzudringen versuchte und keiner der Beteiligten ahnen konnte was jetzt passiert. Was also sollte man tun, außer abzuwarten und der Dinge zu verharren die da kommen würden?

„Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen tatsächlich Genro ins Visier genommen haben?“, fragte Seth leicht gereizt.

„Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es so ist. Immerhin haben wir die Funkübertragungen mitverfolgt und sie sind alarmierend. Die abgeschossenen Drohnenschiffe im Jahre 1951 waren schon ein schlechtes Omen. Das hätte damals nicht passieren dürfen. Glücklicherweise wollen Menschen nur das sehen, was sie sehen wollen und die Lüge mit den Wetterballons hatte uns quasi den Hintern gerettet“, erklärte Osiris in ruhigem Ton.

„Und weiter?“

„Was uns jetzt beschäftigt, sind die nachfolgenden Ereignisse und die sind mehr als beunruhigend, denn ausgerechnet als alles wieder ruhig wurde, musste unbedingt ein Schiff der Cherit auftauchen und eine Bruchlandung hinlegen.“

„Ich bin echt begeistert“, entfuhr es Seth.

„Frag mich mal. Jedenfalls erscheinen mir verschiedene Parteien auf der Erde leicht reizbar zu sein und verfolgen alle unterschiedliche Ziele, die es uns sehr schwer machen werden einen klaren Plan zu entwickeln. Einmischen können wir uns nicht. Dafür ist die Situation noch zu verworren und es könnte sich ein Flächenbrand ausbreiten, den wir dann nicht mehr unter Kontrolle bekommen.“

„Wer zieht da jetzt welche Fäden?“, fragte Seth fordernd.

„Lass mich mal die Daten durchstöbern“, hub Osiris an. „Zum einen haben wir das eigentliche Militär. Die haben die Drohnen abgeschossen, welche die Trümmer des von uns abgeschossenen Systemvernichters der Abtrünnigen finden und untersuchen sollten. Aber sei es drum, der liegt, soviel wie wir immerhin wissen, in der Antarktis unter einer Eis- und Gesteinsschicht. Da liegt er erstmal gut und es gibt bisher keinerlei Aktivitäten.

Dann haben wir da die verschiedenen Geheimdienste, der verschiedenen Staaten, welche gegeneinander arbeiten und alles im Untergrund halten. Die sind zwar gefährlich, aber plaudern wenigstens nichts aus.

Und wir haben eine Art Gruppierung, die ihrerseits der eigentliche Knack-punkt ist. Dabei handelt es sich um die selbsternannten Hüter der Wahrheit, ein Konzil an dessen Spitze ein gewisser Krondal steht. Der ist im Moment der Achtzehnte einer Reihe von Auserwählten.“

„Hört sich gefährlich an. Lass mich raten. Das Schiff welches gerade bei uns an-gekommen ist, ist von diesem Konzil geschickt worden und kein anderer weiß davon?“

„Das Erstere ja, das Zweitere nicht unbedingt. Dieser Krondal hatte eine kleine-re Plauderei mit einem General Richter kurz bevor das Schiff startete. Der weiß jetzt, dass da was im Elara-System angekommen ist und was er vor hat.“

„Dann bleibt nur abzuwarten, dass da noch mehr kommt?“

„Da können wir sicher sein. Spätestens, wenn die wirklich landen, dumm sind und unbedingt auf dem zweitgrößten Kontinent Sabeth auf die Anlagen der Abtrünnigen treffen. Wenn das passiert, sind wir wahrscheinlich gezwungen einzugreifen. Aber das wäre der letzte Schritt den ich gehen will.“

„Logisch. Wenn wir das tun fliegt uns alles um die Ohren und 22 Millionen Jahre Tarnung und Geheimniskrämerei wären von jetzt auf gleich umsonst gewesen.“

„Eben. Macht auf Attrion weiter wie bisher und forciert den Aufbau der Anlage zur Generierung einer Klon-Armee. Ich befürchte, dass wir die in naher Zukunft brauchen“, ordnete Osiris an.

„Verstanden, Administrator! Seth, Ende.“

„Commander!“, wandte sich der erste Offizier Wanner an Pelzer.

„Ja?“

„Die Teams sind dann fertig für die Landung und erwarten noch ein paar aufmunternde Worte von ihnen.“

Pelzer knurrte leise und erhob sich. „Na schön. Könnte nicht schaden. Kommen sie mit.“

Gemeinsam mit Wanner machte er sich auf den Weg, durchmaß das Schiff mit langen, raumgreifenden Schritten, bog mehrfach um die eine oder andere Ecke und stand schließlich vor dem Schott hinter dem die Teams der militärischen, geologischen, entwickelnden, biologisch-wissenschaftlichen und infra-strukturellen Einheiten warteten.

„Haben sie eine Idee was ich denen sagen soll?“, fragte er plötzlich.

Sein erster Offizier zuckte mit den Schultern und schüttelte schließlich den Kopf. „Seien sie einfach sie selbst und optimistisch.“

Der Commander spitzte die Lippen und schaute seinen ersten Offizier merkwürdig an. „Optimistisch.“ Mehr sagte er nicht und schlug energisch auf den Taster links vom Schott, welches sich mit einem lauten Brummen öffnete.

Da standen sie, richteten ihre Blicke aufmerksam auf ihn und gingen in Habachtstellung.

„Rühren. Wir brauchen den Unfug hier draußen nicht mehr.“

Die angetretenen Teams entspannten sich merklich. Zumindest die Körperhaltungen verrieten das. Innerlich waren alle Anwesenden mehr als strapaziert.

„Ich bin kein Freund von vielen Worten. Die meisten von ihnen kennen mich noch nicht einmal, da sie schon im Zustand des Cryoschlafes auf das Schiff kamen. Daher eine kurze Vorstellung meiner Person. Mein Name ist Ken Pelzer und ich bin der Commander des Schiffes. Neben mir steht mein erster Offizier Achim Wanner. Wir unterstehen seit dem Start vor dreißig Jahren ausschließlich dem Befehl seiner Exzellenz Krondal, der grauen Eminenz, welche ihrerseits die Spitze der Hüter der Wahrheit darstellt.

Unser Auftrag ist es, den unter uns liegenden Planeten Genro zu übernehmen, eine Basis zu errichten, diese gegen jede Art eines Angriffs zu verteidigen, genetische sowie militärische Versuchsreihen zu beginnen und zum Erfolg zu führen, eine Armee zu erschaffen die in ihrer Beschaffenheit dem Feind gegen-übertreten und ihm notfalls den Gar ausmacht, bevor er zucken kann.

Mehr kann ich nicht sagen, außer, dass ich hoffe, dass wir da unten nicht schnurstracks in die Hölle wandern und schnellstmöglich Ergebnisse liefern. Dafür wünsche ich ihnen maximale Erfolge und dass sie Spaß an der Arbeit haben. Wir haben das Jahr 1997 und wir haben nur drei Jahre Zeit alles ans Laufen zu bekommen. Für drei Jahre eine verdammt harte Aufgabe, aber ich bin sicher, dass wir das gemeinsam schaffen. ... Material einladen, Schiffe bemannen und landen!“ Nachdem er das letzte Wort gesprochen hatte, drehte sich Pelzer einfach um verließ schnurstracks den Hangar.

„Darf ich frei sprechen und ihnen einen gut gemeinten Ratschlag geben, Sir?“, begann Wanner.

„Nur zu“, entgegnete Pelzer und blieb stehen.

„Sie sollten dringend an ihrer Form der Ansprachen arbeiten.“

„Ach ja? Was meinen sie, was ich hätte sagen sollen?“

„Etwas mehr Aufbauendes. Das war ja eher eine Vernichtung.“

„Eine solche könnte es durchaus werden, denn immerhin weiß keiner von uns was sich da unten alles tummelt.“

„Das wollen wir doch mal nicht hoffen, oder?“, seufzte Wanner.

„Ich rechne immer mit dem Schlimmsten und jetzt lassen sie uns wieder auf die Brücke gehen.“

Die beiden setzten ihren Weg fort und erreichten die Kommandozentrale.

„Commander auf der Brücke“, rief Navigator Ellen Streck.

„Ach ne. Wäre mir nicht aufgefallen“, warf Pelzer etwas zynisch in den Raum, „Immer diese Petzerei. Ich hoffe, dass ich es irgendwann einmal, nur einmal schaffe mich unbemerkt reinzuschleichen. … Egal, machen sie einfach weiter.“

Er setzte sich in den Kommandosessel und lehnte sich zurück. „Was macht die Beladung?“

„Ist in vollem Gange und sollte in vierzig Minuten abgeschlossen sein“, meldete sich der Sicherheitschef aus der hinteren rechten Ecke.

„Ach, da ist ja noch jemand. Hallo, Mister Hands. Von ihnen höre ich selten etwas“, begann Pelzer zu witzeln.

„Die meisten sind froh, wenn ich nichts zu sagen habe“, entgegnete er.

„Geht mir nicht anders.“

„Zu freundlich, Commander.“

„Ach bitte. Sie wissen doch selbst, wenn sie was von sich geben, dann brennt meistens irgendwo eine rote Lampe und die Alarmsirenen heulen. Darauf kann jeder gerne verzichten.“

„Ich weiß. Das bringt meine Position so mit sich“, grummelte Hands leicht ungehalten.

„Na schön. Steuermann! Bringen sie uns in eine schöne Umlaufbahn und halten sie diese stabil. Es wird Zeit für die Wahrheit.“