Kapitel 33

Story by SethGodofChaos on SoFurry

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Kapitel 33

Unruhe

Während auf Cyndra die Umbauarbeiten schnell vorwärts gingen, die Zeit verstrich und nunmehr fünf Monate vergangen waren, sich über die Basis auf Genro Ruhe gelegt hatte, ein Teil der Chafren in die Städte und Dörfer zurück gekehrt, der andere Teil wieder auf den Stammkreuzern eingetroffen war, gingen auf der Erde die Alarmsirenen an.

Cruncher hatte sich mit seinem Flugleiter, dem Russen Alexej Barnowski, im kleinen Leitzentrum zusammengefunden, sich an die Computer gesetzt und war die Aufzeichnungen immer wieder durch gegangen.

„Das ist doch alle Mist“, polterte der Milliardär.

„Ih kaan ees njieht eendern“, entgegnete Barnowski entschuldigend.

„Noch mal von vorne. Irgendwas haben wir übersehen. Geh die Videoaufzeichnung nochmals durch und dann diese ominöse Sprachübertragung.“

„Aye, Sir.“ Entnervt, aber geradezu devot, startete der Russe die kurze Filmsequenz erneut.

Extrem genau und mit leicht geschlossenen Augenlidern starrte Cruncher auf den Bildschirm. „Da. Da ist doch etwas. Oder irre mich. Stopp!“

„Zeitindex ist 01.25.47“, erwähnte Barnowski beiläufig.

„Vergrößern und die Auflösung angleichen.“

„Aye.“

Nach und nach wurde aus der verpixelten und verrauschten Aufnahme ein klareres Bild und sie wurden fündig.

„Wenn das natürlichen Ursprungs ist, dann fresse ich einen Besen.“

„Ees chat sih sehrr gjut versteckt.“

„Eben. Und warum sollten sich tote Felsen verstecken. Außerdem sieht mir das von der Größe und Form eher nach einem gigantischen Schiff aus.“

„Da irren sie sih. Ees sind zwei Chiffe.“

„Was? Wo?“

„Da!“

„Was, ja?“

„Njieht ja. Da!“, er deutete auf einen großen Schatten zur linken des Schiffsumrisses.

„Ach so. Sag das doch gleich. Wenn du 'da' sagst, dann denke ich immer, dass du 'ja' meinst.“

„Ih mag zwar Ruuse sein, aber ih keene den Unterchied.“

„Na schön. Lass uns weitermachen. Es sind also zwei Schiffe.“

„Ees sieht gjanz danah aus.“

„Aber was machen die da? Und warum das Ganze?“, fragte Cruncher und stellte unbewusst exakt die gleichen Fragen, die die Chafren auf Genro schon vor Jahren umtrieben.

„Das weis ih auch njieht. Ees sjieht mir aber niht nach einer Angrriffsfloote aus.“

„Woher willst du das wissen?“

„Wenn, dann chätten die chon leengst angegriefen.“

„Das können sie noch oder versammeln sich erst und das ist nur der Anfang.“

Der Russe zuckte mit den Schultern, machte aber ein sehr nachdenkliches Gesicht, denn was Cruncher gerade gesagt hatte, ließ sich nicht von der Hand weisen. Die Schiffe standen quasi vor der Haustür, zwar noch jenseitig der Marsumlaufbahn, aber wer weiß wie schnell die hier sein könnten.

„Wie dem auch sei. Sie sind da und wir wissen es jetzt. Was ist mit dem Funkspruch, ich meine den Teil nach der Statik.“

„Ih spiele ees ab.“

Man hörte wieder das Rauschen, dann ein schrilles Pfeifen und einen kurzen Satz in einer vollkommen fremden Sprache.

„Ih leite ees durh den Übersetzer“, erklärte der Russe kurz und bündig. „Ees gjibt keinerlei Übereinstiemungen.“

„Schön. Gibt es eine andere Sprache, irgendetwas ausgestorbenes, was dem nahe kommt?“

„Ih versuhe ees herauszufienden, aber das kaan etwas dauern.“

„Mir egal. Mach einfach.“

Barnowski nickte und wurde tätig. Er durchwühlte das Internet und versuchte Äquivalente zu finden, während Cruncher sich zurücklehnte, einen Schluck Kaffee trank und ihm dabei zu sah.

„Set is wen chenti nacht“, sagte er plötzlich.

„Gesundheit.“

„Njieht. Ih meine damiit, das ees sih um Hirrogliefen chandelt.“

Cruncher erstarrte. „Du meinst, dass da etwas im Asteroidengürtel schwebt und in der altägyptischen Sprache kommuniziert?“

„Ees chat den Anchein.“

„Was haben die gesagt?“

„Ees war stark vereinfacht eine Aufforderrung, ein Befeehl.“

„Aha?“

„Geht weg, werdet erst stark.“

Der Russe schaute unschuldig zu Cruncher, während sein Brötchengeber ihn anstarrte, als ob er ihn zur Opferbank schleifen wollte.

Dann hob er eine Augenbraue und spitzte kurz die Lippen. „Fantastisch. Wir haben also im Asteroidengürtel zwei riesige Kolosse schweben, welche sich sträuben, sich zu erkennen zu geben, einen in einem nicht erklärbaren Licht-blitz verschwundenen Forschungsraumer und um es zu toppen einen Funkspruch in einer vor tausenden von Jahren ausgestorbenen Sprache, welcher uns den Befehl gibt, dass wir abhauen sollen und erstmal stark werden müssen. Hab ich etwas übersehen?“

„Njiet.“

„Oh, danke. Das wollte ich hören. Ich werde Smithers aus dem Bett werfen. Der soll sich mit seinen Geheimdienstlern zusammensetzen und sich kümmern. Das wird mir jetzt mindestens eine Nummer zu groß.“

Er griff zum Telefonhörer, hob ihn von der Halterung, drehte sich zu Barnowski, „Du hast hier nichts gesehen und nichts gehört!“, dann wählte er hektisch eine Nummer.

„Smithers!“, kam eine verschlafene und etwas gereizte Stimme.

„Grüß dich John, David hier.“

„Hast du eine Ahnung wie spät es ist?“

„Ja, aber ich habe da was?“

„Lass hören und komme mir nicht mit deiner Urlaubsplanung.“

„Nein, bestimmt nicht. Aber wie wäre es mit einem verschwundenen Forschungsraumer, zwei Alienschiffen im Asteroidengürtel, einem Lichtblitz und einem Funkspruch in altägyptischer Sprache?“

„Och nö. Solche Scherze vertrage ich um zwei Uhr in der Nacht überhaupt nicht.“

„Mir ist leider nicht nach Scherzen zu mute. Es ist ernst.“

„Ich kümmere mich drum. Treffen ist bei dir zu zwölf Uhr.“