Warm Sands 4 (ger. Vers.)

Story by EribuWrites on SoFurry

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Nach drei Jahren Krieg erklären sich das Königreich der Drachen und das der Fenneks dazu, Frieden zu schließen. Der Drachenprinz Kheru wird damit beauftragt, die Verhandlungen zu leiten und reist in das Lande der Füchse. Dort trifft er den Prinzen Bakari, und die beiden kommen sich schon bald näher. Während einer gemeinsamen Nacht entdecken die Prinzen zufällig eine Verschwörung and der Bakaris eigener Bruder teilhat. Mehr noch, Visionen einer alten Prophezeiung folgen dem Fuchsprinzen bis in seine Träume...


Ein ziehendes Stechen fuhr in Kherus Seite, und er wich keuchend zurück. Augenblicklich ließ Bakari sein Schwert fallen und eilte zu ihm hinüber. “Alles in Ordnung?” Bellte er besorgt. Grummelnd stützte der Drachenprinz sich auf seinen Oberschenkeln ab und tastete mit einer Hand nach seiner Seite. “Alles gut. Lass uns weitermachen.” “Keine Chance.” Sein Gegenüber schüttelte den Kopf. Der Fuchs hob sein Schwert auf und steckte es zurück in die Scheide. “Du sollst dich nicht zu viel anstrengen. Nur leichte Übung, denk dran.” Die Schultern des Drachen sackten nach unten und er rollte die Augen. “Ja, ja, ich weiß. Aber dieses herum gesitze macht mich wahnsinnig. Die Verwundung ist jetzt schon fast einen halben Mond her.” Er steckte ebenfalls seine Klinge weg. “Und dann noch diese Warterei. Wie lange kann ein Bote brauchen, um die Strecke zu meinem Vater und zurück zu bewältigen? Mit dir zu kämpfen wäre ja wenigstens etwas Abwechslung wenn du nicht,” seine Klaue schoss nach vorne, aber Bakari duckte sich geschickt weg. “So verdammt flink wärst. Gah!” Mit einem Grinsen tänzelte der Fennek gerade außerhalb seiner Reichweite. Kheru zog Luft ein und hielt sich die Seite. Es funktionierte. Bakari kam näher. Er sprang und griff in die Luft. Schnell wie ein Falke war der Fuchs beiseite getreten. Ein sanfter Stoß genügte, und er verlor das Gleichgewicht. Der weiche Sand dämpfte zwar seinen Fall, doch bevor er reagieren konnte saß Bakari auf ihm drauf und hielt ihn fest. “Weißt du, wenn du Mal oben sein willst musst du eigentlich nur fragen,” scherzte Kheru. Er spürte den warmen Atem des Fenneks an seinem Ohr als dieser sich zu ihm nach vorne beugte. “Keine Sorge, du bekommst heute Abend auch noch deine Chance.”

Ein höfliches Räuspern ließ die beiden aufschrecken. Der Pharao, ein älterer weißer Fuchs trat in die Sonne. “Ich hoffe ich störe euch nicht bei eurem Training.” Kheru meinte fast, in dem letzten Wort ein Schmunzeln zu hören, subtil genug das man nur raten konnte. Schnell richtete sich Bakari auf und klopfte sich den Staub aus der Kleidung. Kheru tat es ihm gleich. “Es ist stets eine Freude euch zu sehen, Pharao. Gibt es einen besonderen Anlass für euren Besuch?” Der alte lächelte milde und bedeutete ihm, zu folgen. Als Bakari sich ihnen anschloss, hob sein Vater die Hand. “Mein Sohn,” sagte er sanft, aber bestimmt. “Ich würde gerne kurz alleine mit Prinz Kheru sprechen. Ich hoffe du nimmst mir das nicht übel.” Verwirrt blieb der Fuchsprinz stehen. “Natürlich nicht, Vater. Ich werde einfach hier warten.” Der letzte Satz war halb Aussage, halb Frage, und der Pharao bestätigte ihn mit einem Nicken.

Er führte Kheru eine halbrunde Treppe hinab in einen der vielen Gärten des Palastes. In diesem hier standen die Bäume so dicht an einander, dass das Sonnenlicht nur fleckig durch das Blätterdach viel. Der schwere Duft von Blumen und Datteln erfüllte die Luft. Unruhig folgte der Drachenprinz ihm. Er musste kleine Schritte machen, um sich der Geschwindigkeit des Fuchses anzupassen. Als sie außer Sicht- und Hörweite waren, begann der König zu sprechen. “Zunächst einmal habe ich eine gute Nachricht für euch. Einer unserer Außenposten hat den Boten mit der Antwort eures Vaters gesehen. In wenigen Tagen sollte er hier eintreffen.” “Das ist ja großartig!” Freute er sich, doch die Begeisterung hielt nur kurz vor. “Doch es ist nicht das, warum ihr alleine sprechen wolltet, oder?” Der Pharao blieb stehen. “Nein. Es geht um etwas anderes.” Seine Augen strahlten eine Autorität und Ruhe aus, wie er sie nur selten gesehen hatte. “Ich will offen mit euch sprechen,” fuhr der König fort. “Ich weiß, dass Ihr und Bakari euch nahe seit.” Kherus Herz machte einen Salto. “Ich freue mich für euch beide.” Der alte Fuchs lächelte milde. “Doch solltet ihr meinem Sohn je Kummer bereiten, so würde ich auch gegen die Sonne höchst selbst in die Schlacht ziehen.”

Der Drachenprinz entspannte sich ein wenig und nickte. “Seit versichert, an meiner Seite soll Bakari keinen Tag ohne Glück verbringen. Er ist mir sehr wichtig.” Die Maske der Autorität verschwand aus dem Gesicht des Pharaos. “Das wollte ich hören. Dann möchte ich dir hiermit die Erlaubnis erteilen, im privaten auf die formelle Anrede zu verzichten” Der Alte beschleunigte seinen Schritt, und schlug einen Weg ein, der aus dem Garten hinaus führte. “Wie hast du es heraus gefunden?” Fragte Kheru, ein wenig nach unten gebeugt. Der plötzliche Wechsel der Anrede fühlte sich seltsam an. “Als Vater spürt man so etwas,” scherzte der König. “Vor allem, da er bei dir ist wie dein eigener Schatten. Ich wünschte, meine Frau wäre noch bei uns. Du hättest ihr bestimmt gefallen.” Jetzt wo er es ansprach, viel Kheru auf, dass noch niemand am Hof je über die Königin gesprochen hatte. Er drückte sein Beileid aus, und der König dankte ihm mit einem Kopfnicken. “Sie starb kurz nach Phiors Geburt. Doch das ist schon Jahre her. Ich hoffe, das ich es geschafft habe, diese Lücke für unsere Kinder zu füllen.” Kheru legte ihm eine Klaue auf die Schulter. “Ihr seid ein großartiger Vater. Bakari kann stolz auf euch sein.” Seine Worte wurden von einem anderen Gedanken verdunkelt. Denn mindestens eines der Geschwister, Prinz Ruhak, schien nicht so zu empfinden. Kurz überlegte er, es hier und jetzt anzusprechen. Schließlich war er im Moment alleine mit dem König. In der Zukunft würde er oft darüber nachdenken, wie die Dinge verlaufen wären, hätte er es getan. Gerade als Kheru Luft holte, sah er braunes Fell durch das Gebüsch blitzen. Ohne sich etwas anmerken zu lassen, lief er weiter, bis sie den Rand des Gartens erreicht hatten. Der Pharao verabschiedete sich von ihm und ein paar Momente später drehte sich der Drache um. “Bakari mit eingerechnet habe ich inzwischen wohl drei Schatten?” Ruhak trat hinter dem großen Blatt eines Farns hervor. “Ich kann doch meinen lieben Vater nicht mit jemandem wie euch alleine lassen.” Er lehnte sich nonchalant an einen Stamm. “Ihr wolltet ihm die Wahrheit erzählen, nicht war? Keine Sorge, er hätte euch so oder so nicht geglaubt.” Bakaris Bruder stieß sich mit einem Fuß von dem Baumstamm ab und kam auf ihn zu. Kheru wzich ein paar Schritte nach hinten. “Auch wenn ihr keine Gefahr darstellt, ihr geht mir auf die Nerven Kheru-sha-ta-kata. Noch kann ich nichts gegen euch ausrichten, doch seid versichert, bald schon wird sich vieles ändern. Für den Moment solltet ihr wissen, dass ihr Recht hattet mit der Annahme eines dritten Schattens.” Er lief an Kheru vorbei. Der Drache packte ihn am Arm. “Zwei Schatten sind mehr als genug. Vielleicht ist es an der Zeit den dritten zu entfernen,” knurrte er. Ohne zu zögern schoss Ruhaks Hand nach vorne und stach in seine verheilende Wunde. Dumpfer Schmerz schoss durch seinen Bauch bis hinauf zur Brust. Der Fuchs blickte ihn von oben herab an. “Einen Prinzen im eigenen Palast anzugreifen? Ihr seid wahrlich noch dümmer als ihr ausseht.” Er klopfte ihm auf die Schulter und lief weiter. Kheru ließ ihn gehen.

Bakari saß im Schatten des Eingangs, als er zurück kam. Er sprang auf. Sein Schwanz wedelte, halb aus Freude, halb aus Nervosität. “Und, was hat er gesagt?” Fragte er, noch während er auf ihn zu lief. “Er weiß von uns,” gab Kheru zur Antwort. “Dein Vater hat mir seinen Segen gegeben.” Das Schwanzwedeln welches seine Worte auslösten wäre genug gewesen, um einen kleinen Sandsturm heraufzubeschwören. “Wirklich? Das ist ja großartig!” “Noch etwas,” fuhr Kheru fort, enttäuscht darüber das seine nächsten Worte sicher die Freude des Fuchses verpuffen lassen würden. “Ich hatte einen Zusammenstoß mit deinem Bruder.” Augenblicklich starb das Wedeln. “Er klang als würde er bald etwas planen, und hat mir gedroht. Ich weiß, wir haben in den letzten Tagen schon so oft nach dem Eingang in die Katakomben gesucht, aber lass es uns noch einmal versuchen. So langsam geht uns die Zeit aus.” Die Mine des Fuchses verhärtete sich. “Du hast Recht. In meinem Traum sah ich den Thronsaal. Irgendwo dort müsste der Eingang sein.” “Müsste,” wiederholte Kheru. “Hätten wir dort nicht schon jeden Stein umgedreht.” “Trotzdem. Lass es uns noch einmal versuchen. Es ist der beste Anhaltspunkt den wir haben,” beharrte Bakari.

Mit der Dunkelheit der Nacht kam auch die Kühle. Sie kroch durch die Ritzen und Gänge des Palastes und ließ die Fackeln an den Wänden flackern. Kheru zog seinen Umhang enger um sich und beschleunigte seinen Schritt. Inzwischen waren die beiden geübt darin, den Wachen auszuweichen. Bakari wusste genau wo sie wann sein würden, für ihn hingegen war das Muster selbst nach über einem Mond noch fremd. Die Tür des Thronsaals gab ein knarzen von sich als er sie auf drückte. Der Fennek zischte sie an, und er versuchte es erneut, diesmal ganz langsam. Im Inneren brannten immer noch die goldenen Feuer in ihren Schalen. Inzwischen war Kheru davon überzeugt, dass es sich hierbei um Magie handeln müsse, denn sie schienen niemals zu erlischen. Er kam nicht umher, einen kurzen Blick nach oben zu werfen. Die kristallbesetzte Decke war immer noch so wunderschön wie beim ersten Mal als er sie sah.

Sie liefen auf dem ausgerollten Stoff nach vorne zum Thron. Ihre Schritte waren kaum zu hören. Bakari erklomm die Stufen und ließ seine Pfote andächtig über die goldene Armlehne wandern. Zentimeter für Zentimeter tastete er den Thron, der so aussah als wäre er aus einem soliden Block Gold geschlagen worden, mit seinen Fingern ab. Während er dort nach einem versteckten Mechanismus suchte, nahm sich Kheru die Wände vor. Zum dritten Mal klopfte er sie nach Hohlräumen oder losen Steinen ab, und wieder fand er nichts. Inzwischen war Bakari bei den Figuren, die links und rechts vom Thron standen angelangt. Letztes Mal hatte er an einer der beiden eine Versenkung im Inneren des Schnabels gefunden, doch nichts war geschehen. Vielleicht war es nur ein Schönheitsfehler, der bei der Herstellung entstanden war, doch irgendetwas daran ließ ihm keine Ruhe. Er wandte sich von der Falkenstatue ab und untersuchte erneut die des Fuchses.

Der Fennek unterdrückte ein überraschtes bellen, als etwas in seinen Finger stach. Schnell zog er die Hand zurück. Kheru kam zu ihm hinüber gelaufen. “Was ist passiert?” Bakari hob den Finger hoch, an dem sich ein Tropfen Blut bildete. “Ich habe mich wohl an etwas geschnitten.” Er runzelte die Stirn. “Geh mal beiseite.” Der Drache tat wie angewiesen und der Prinz der Füchse streckte den Finger noch einmal in den Schnabel der Falkenstatue. Er fand die Vertiefung, und ein leises Klicken schallte durch den Raum. Die beiden tauschten verwunderte Blicke. Irgendwo war irgendetwas ausgelöst worden. Als Kheru sich umsah, bemerkte er das der Thron ganz leicht versetzt stand, so als wäre er aus einer Verankerung gesprungen. Probeweise versuchte er, ihn zur Seite zu ziehen. Tatsächlich ließ er sich bewegen und unter dem massiven Gold kam ein Eingang zum Vorschein. Kalte, trockene Luft kam ihm entgegen. Bakari trat an seine Seite und blickte hinab in die Dunkelheit. “Wir haben es gefunden.” Er steckte den Finger in den Mund und zog das Blut ab, dann griff er nach einer Fackel die hinter dem Thron hing. Im ihrem Schein erkannten sie eine Treppe, die weiter hinab führte als das Licht reichte.

Der Fennek ging voran, er folgte. Kheru musste sich ducken. Der Gang war definitiv nicht für Leute seiner Statur gebaut worden. Scheinbar endlos lang schienen die aus dem Stein herausgehauenen Stufen nach unten zu führen. Das schwache Licht des Thronsaals war nur noch ein kleiner Fleck weit hinter ihnen. Es was stickig hier unten, und doch lag etwas in der Luft. Er hatte es schon einmal gerochen. Obwohl, eigentlich war es gar kein Geruch, es war vielmehr ein Gefühl. Wie ein knistern, oder die scharfe Kälte des Winters. Weiter unten kam etwas schimmerndes in Sichtweite. Kurz davor blieb Bakari stehen. Seine Pfote berührte den Vorhang aus silbrigen Licht. “Das ist fast so wie die Barriere die ich bei dem Hinterhalt errichtet habe,” flüsterte er. “Nur viel, viel mächtiger.” Er drückte ein wenig dagegen, und der Nebel gab nach. Seine Pfote rutschte hindurch. Er griff Kherus Hand, und gemeinsam schritten sie durch den silbernen Schutzzauber.

Auf der anderen Seite befand sich ein gewaltiger Raum, sicher zwei oder drei Mal so groß wie der Thronsaal. Blaues Licht füllte jede Ecke, ohne das es dafür eine erkennbare Quelle gab. Auf der Wand ihnen gegenüber, die bestimmt doppelt so hoch war wie Kheru, prangte ein gewaltiges Fresko. Es bildete einen Fuchs ab, der zwei Schlangen in den Pfoten hielt. Ehrfürchtig zog Bakari Luft ein. Langsam näherten sie sich dem Relief. Das Licht ließ seine Formen herausstechen und legte die Vertiefungen in dunkle Schatten. Fast wie ein Feuer begann es zu flackern, und die Schatten tanzten über das Abbild der Gottheit Heka. Die Bewegungen waren geradezu hypnotisierend, und je länger er sie beobachtete, umso mehr schien es ihm als würde sich das Bild selbst bewegen.

Bakari's griff um seine Hand verstärkte sich und er deutete nach oben. Eine der beiden Schlangen hatte sich gelöst. Ihr Steinerner Körper schimmerte, als bestünde er aus echten Schuppen. Er folgte ihrem Weg den Arm hinauf und zuckte zusammen, als sich das Auge der Gottheit bewegte. Die beiden wichen zurück. Heka löste sich von der Wand. Sein Fell schimmerte in dem Licht und als seine Pfoten den Boden berührten, hörte das Flackern abrupt auf. Für einen Fuchs war er riesig, überragte selbst Kheru um ein paar Finger breit. Der Fuchsprinz kniete sich vor ihm nieder, und der Prinz der Drachen tat es ihm gleich. Die Gottheit blickte auf sie hinab. Seine Lefzen kräuselten sich als er Kheru erblickte. Seine Hand berührte Bakaris Kopf, und ein zittern lief durch seinen Körper. “Du bist meinem Ruf gefolgt,” sprach Heka zweistimmig. “Doch du hast zugelassen das dieses Scheusal einen heiligen Ort entweiht.” Sein Blick fiel auf Kheru. “Gütigster Heka,” begann er, doch Bakari fiel ihm ins Wort. “Kheru ist kein Scheusal,” knurrte er und stand auf. Der Gott wandte sich ihm zu und musterte ihn eindringlich. “Seit Anbeginn der Zeit haben es nur wenige gewagt, ihre Stimme uns gegenüber zu erheben.” Er beugte sich hinunter, sodass sein Gesicht nur Zentimeter von dem des Prinzen entfernt war. “Es erfordert eine besondere Art von Mut, so mit einem Gott zu sprechen. Doch manchmal tut man gut darin, sich dem was ihr Mythos nennt mit Respekt zu näheren, Prinz Bakari.” Er kniete sich neben Kheru nieder. “Sag mir Drache, wem dienst du? Welcher Gott hat eure Art erschaffen.”

Kheru schluckte den Kloß in seinem Hals hinunter. “Ich bin ein Krieger der Sonne. Wir dienen Osiris, und wir dienen Ra. Seit Anbeginn der Zeit schon folgen wir dem Licht, und dem Ma’at.” Heka schüttelte den Kopf. “Nicht einmal du kennst also die Wahrheit über dich selbst. Die Ironie des Lebens, wie ich fürchte. Allein deine Anwesenheit befleckt diesen Ort. Ihr Drachen, die ihr euch die Erben des Osiris nennt, könntet in Wahrheit nicht weiter davon entfernt sein.” Die Hand, die über Kherus Kopf schwebte, schien gleichzeitig heiß und kalt zu brennen. “Jetzt wo ihr hier seid verdient ihr die Wahrheit. Euer Schicksal ist mit dem des Prinzen verbunden, doch kein Schicksal ist in Stein gemeißelt. Noch ist es Zeit für euch, diesen Ort, und Bakari zu verlassen. Wenn ihr jetzt geht, könnt ihr es noch zum Guten wenden. Nun stieg die Wut auch in ihm auf. “Gott oder nicht, ich soll Bakari verlassen? Auf keinen Fall,” knurrte er.

Heka sprach unbeirrt weiter. “Mal sehen ob ihr immer noch so denkt, nachdem ihr mir zugehört habt. Es war nicht Ra, der den Drachen Leben schenkte, und auch nicht Osiris. Ihr seid die Nachkommen der Schlange. Ihr seid die Kinder der Finsternis, die das Ma’at verschlingt. Ihr seid die Kinder von Apophis. Vergesst es. Verleugnet es. Eure Existenz dient nur einem Zweck: Die kosmische Ordnung zu vernichten.”

Bakari stieß die Hand des Gottes von seinem Kopf. “Das ist nicht wahr! Ihr mögt ein Gott sein, doch ihr wisst nicht wie Kheru wirklich ist. Er ist sanft, und gutmütig und nutzt seine Stärke um zu schützen und für seine Ideale einzustehen.” Die Mine der Gottheit schien eine Spur von Trauer zu zeigen. “Nachdem er drei Jahre lang die Soldaten deines Landes getötet hat denkst Du dennoch so über ihn? Deine Liebe zu ihm muss wirklich tief sein. Umso mehr schmerzt es mich, dir seine wahre Gestalt offenbaren zu müssen.” Funken stießen aus seiner Hand hervor. Der Drache krümmte sich und brüllte. Bakari wollte an seine Seite, doch etwas hielt ihn fest. Kherus Körper veränderte sich. Seine Krallen wurden länger, schärfer. Sein Rücken bäumte sich auf, wurde breiter und größer. Sein Gesicht veränderte sich ebenfalls, seine Augen wurden kleiner und sein Rachen breiter. Ein Grollen ließ seinen Körper erzittern und hallte von den Wänden und der Decke wieder. Eine Wildheit trat in seinen Blick, die den Fuchs erzittern ließ.

Instinktiv schoss Adrenalin durch Bakaris Körper, als Kherus Blick sich auf ihn richtete. Aus der Hocke heraus sprang er, doch erreichte ihn nicht. Um seinen Körper herum verformte sich die Luft. Egal wie sehr der Drache sich dagegen warf, er konnte ihn nicht berühren. Heka trat an Bakaris Seite und legte ihm eine Hand auf die Schulter. “Es tut mir leid. Dies ist seine wahre Gestalt. Schon als wir Götter die Einzigen waren, die auf der Erde wandelten war Apophis es, der sich gegen unsere Schöpfung stellte. Er verschlang schon einmal die Sonne und noch heute jagt er ihr Tag und Nacht hinterher. Er ist es, der das Licht verlöschen lassen will. Deshalb hat er die Drachen geschaffen.”

Bakari wurde ruhig. Mit geballter Kraft schlug er gegen die Barriere, die Kheru und ihn trennte. Wie Ton zerbrach sie. Kheru sprang nach vorne, doch er traf ihn nicht. Stattdessen fuhren seine Klauen durch Heka, welcher sich im gleichen Moment in Nebel auflöste. Verwirrt formte sich der Gott ein paar Schritte entfernt und blickte sie an. Kheru war über Bakari gebeugt, seine Arme schützend um ihn gelegt. “Du bist anders,” stellte der Gott fest. “Der Wille deines Erschaffers zerrt an deinem Geist, und doch gibt es für dich nur einen Gedanken. Ihn zu schützen.” Bakari strich mit seiner Pfote über Kherus Gesicht. Obwohl er hinter ihm kniete, musst er sich strecken. “Kannst du mich hören?” Als Antwort kam nur ein Knurren. “Es ist noch nicht entschieden,” bemerkte der Gott. Er kämpft. Doch ist er stark genug um gegen seine Bestimmung zu gewinnen?”

“Das ist er!” Bellte Bakari. “Als ich ihn das erste Mal sah verwirrten mich meine Gefühle. Ich hasste ihn, und doch fühlte ich mich zu ihm hingezogen. Was ich für Kheru empfinde ist mehr als nur körperliche Anziehung. Seine Vergangenheit ist mir egal, so wie mir egal ist, was sein Schicksal sein sollte!” Er holte Luft um weiter zu sprechen, doch hielt inne als er etwas schweres an seinem Rücken spürte.

Amüsiert schmunzelte Heka. “Gut gesprochen. Doch wollen wir sehen wie er mit seiner eigenen Wildheit zurecht kommt. Habt keine Angst, Prinz Bakari, meine Magie sorgt dafür das die körperlichen Unterschiede euch nicht schaden werden. Für seine Handlungen kann ich allerdings keine Garantie aussprechen. Ein Wort von euch und ich befreie euch aus seinem Griff.”

Bakari schüttelte den Kopf. “Ich vertraue ihm.” Im gleichen Moment griff eine gewaltige Klaue um seinen Körper und riss durch seine Kleidung. Der Fuchs verlor sein Gleichgewicht und fiel vornüber. Bevor er die Chance hatte sich aufzurichten, presste eine muskulöse Hand seinen Kopf auf den Boden. Er zog seine Beine zu sich, sodass sein Rumpf in der Luft war. Als Antwort kam ein tiefes Knurren, dessen Basstöne durch seinen Bauch vibrierten und sich bis zu seiner Hüfte hin ausbreiteten. Bakari wurde schwindelig. Eine Flut aus Angst und Lust füllte seine Gedanken.

Kheru griff seine Arme mit einer Hand und drehte sie auf seinen Rücken. Er kniff die Augen zusammen, doch obwohl es unangenehm war, blieb der Schmerz aus. Sein Schweif wurde mit einer fast beiläufigen Bewegung zur Seite gewischt. Seine Erektion zuckte heftig, als die Drachenzunge, bis zum Ansatz seiner Rute nach oben fuhr. Es war nur die Spitze, die in ihn eindrang, und doch passierte sie augenblicklich den zweiten Ring. Jetzt, wo ihm bewusst wurde das er komplett wehrlos war, übernahm die Hitze seine Gedanken wie nie zuvor. Adrenalin schoss durch seinen Körper, als etwas an seinen Eingang drückte. Das Drachenglied erschien ihm so größer und breiter als je zuvor. Er atmete keuchend aus als es in ihn hineindrang. Kherus Krallen schlossen sich enger um seine Handgelenke, gerade zu wenig um ihn ernsthaft zu verletzen. Er begann sich zu bewegen. Sein Unterleib explodierte förmlich in einem Feuerwerk aus Empfindungen. Jeder einzelne Muskel zuckte, jeder Nerv feuerte. Er spürte die Spitze des Drachen mit jedem Stoß vorwärts tiefer in seinem Bauch. Kheru beugte sich nach vorne. Er konnte den heißen Atem auf seinem Rücken spüren, das tiefe Grollen über seinem Kopf. Der Drache wurde langsamer. Bakari hatte keine Zeit sich darüber zu wundern. Mit einem Stoß, der ihn auf der Brust nach vorne rutschen ließ, änderte der Drache seinen Rhythmus.

Der Fuchs konnte sich nicht länger zurück halten. Jeder Stoß sendete Flutwellen von Lust und Hitze durch seinen Körper. Seine Beine verkrampften sich und sein Rücken machte einen Buckel. Das zucken ging bis nach vorne in seine Brust. Doch auch nachdem er das erste Mal gekommen war hörte Kheru nicht auf und die Empfindung wurde nicht weniger intensiv. Er spürte wie Kheru sein Gewicht verlagerte. Es presste ihm die Luft aus den Lungen als er sich kurz auf ihm abstützte. Beinahe wäre er in diesem Moment erneut gekommen. Kheru verlangsamte seine Bewegungen nicht, als er in ihm zu pulsieren begann. Bakari spürte regelrecht wie sich sein Bauch dehnte. Seine Gedanken verschwommen. Am Rand merkte er, dass er ein zweites Mal kam, doch alles kam ihm vor wie durch einen dichten Schleier hindurch. Als Kheru sein Glied aus ihm herauszog, floss das Sperma in Strömen an seinen Beinen hinab.

Die Welt kippte von ihm weg. Er registrierte das er in der Luft hing, gerade ein wenig über dem Boden. Kheru hielt seine beiden Arme immer noch in seiner Klaue. Er hob ihn auf Höhe seines Gesichtes. In seinen Augen konnte er sehen, das der Drache noch nicht fertig war. Unsanft wurde sein Rücken gegen eine kalte Steinwand gedrückt. Seine Beine wurden angehoben, und fast sanft an die geschuppte Brust gelegt. Er ließ seine Rute einfach hängen. Mit seinem Körper hielt Kheru ihn an die Wand gepresst, während er erneut eindrang. Bakari fühlte nur noch Lust in jeder einzelnen Faser. Das Drachenglied stieß bei diesem Mal nicht ganz so tief in ihn ein wie zuvor, dafür war sein Gesicht in Reichweite von Kherus Mund. Er wehrte sich nicht gegen die Zunge, die nicht nur über die Lippen, sondern über das ganze Gesicht fuhr. Sein eigenes Maul hing offen, und nur die Spitze war genug um seinen Rachen auszufüllen.

Beim dritten Mal kamen beide zugleich. Bakaris Beine zitterten inzwischen so heftig, dass er sie kaum noch spüren konnte. Doch in ihm gab es nur noch einen einzigen Gedanken. Er wollte mehr, noch einmal spüren wie sein ganzer Körper vom dem Drachen benutzt wurde.

Er sollte seinen Wunsch bekommen. Langsam ließ Kheru ihn an der Wand hinab gleiten. Seine Beine konnten sein Gewicht nicht tragen und er sackte zusammen. Von dem Drachenpenis tropfte Sperma auf ihn herab. Sein Körper war voll davon, innen wie außen. Der Drache kniete vor ihm nieder. Hände umschlossen seine Ohren, und er öffnete gehorsam den Mund. Ohne zu zögern rammte Kheru sein Glied in ihn. Es glitt problemlos in seinen Hals. Seine Ohren als Griffe nutzend, bewegte der Drache seinen Kopf vor und zurück. Bakari bewegte sich nicht, ließ sich einfach nur von ihm nutzen. Seine Arme hingen schlaff auf seine Schenkel hinunter. Er schloss die Augen. Alles was er noch spürte war Kheru. Um ihn herum. In ihm. In jedem Teil seines Körpers.

Bakari bekam kaum noch Luft. Nur wenn der Drache seinen Kopf zurück zog konnte er kurzzeitig atmen. Der Druck auf seiner Brust nahm zu, doch zeitgleich füllte der angenehme Schwindel und das Adrenalin ihn komplett aus. Er schaffte es zum Glück, die Luft anzuhalten als Kheru kam. Sein Glied pulsierte in seinem Rachen, in seinem Hals, in seiner Brust. Schwarze Punkte tanzten vor seinen Augen. Er merkte kaum, wie auch er noch einmal kam. Der Zug auf seinen Ohren ließ nach. Der Druck auf seiner Brust folgte.

Es wurde ruhig in dem Raum. Bakari hörte sein eigenes Herz, sah noch verschwommen wie Kherus Gestalt zusammenschrumpfte. Von weit her sprach seine Stimme zu ihm, wie durch dichten Stoff. “Bakari! Es tut mir leid, ich…” Der Fuchs hob die Pfote und strich dem Drachen über die Schnauze. “Alles in Ordnung. Du musst dich nicht entschuldigen.”

Klatschend trat Heka an sie heran. “Beeindruckend! Nicht einmal auf den griechischen Inseln habe ich so einem Schauspiel beiwohnen dürfen.” Auf Kherus hasserfüllten Blick fügte er hinzu: “Keine Sorge, ihm geht es gut. Du hast ihn nur ganz schön ausgelaugt.” Der Gott lehnte sich nach vorne, so dass er Auge in Auge mit Kheru war. “Ich bin beeindruckt von dir. Es ist einfach, den Status quo zu akzeptieren, sei es seine Natur oder etwas anderes. Gehe deinen eigenen Weg, Drache, und wenn du je davon abkommst erinnere dich an meine Worte.”

Ein blinzeln, und er war fort. Dort wo er vor einem Moment noch gestanden hatte lag ein halbrundes Stück Silber. Kheru hob es auf und drehte es in der Klaue hin und her. Es war die untere Hälfte eines Medaillons. Was es darstellen sollte konnte er allerdings noch nicht erkennen.

Er wandte sich wieder Bakari zu. “Kannst du gehen?” Der Fuchs lachte leise. “Geb‘ mir Mal noch einen Moment.” Zitternd versuchte er aufzustehen. Kheru griff ihm unter die Arme und half ihm auf. Er hob die Fetzen seiner Kleidung vom Boden und bot sie ihm an. Dankbar wischte Bakari sich Sperma und Speichel aus dem Gesicht und vom Fell. “Ich werde heute noch ein Bad brauchen. Nur diesmal mit Wasser,” scherzte er. Seine Ohren stellten sich auf. Das Nachglühen verschwand augenblicklich aus seinem Gesicht. “Da kommt jemand,” flüsterte er.

“Ihr beiden könnt wirklich keine fünf Minuten aushalten, ohne euch zu paaren wie die Tiere,” schallte eine höhnische Stimme durch den Raum. “Bruder, ich wünschte ich könnte deinen Anblick für die Ewigkeit festhalten.” Bakari knurrte. “Ruhak.” Der braune Fuchs verbeugte sich tief. “Zu euren Diensten.”

Schützend schob sich Kheru vor Bakari. “Wie habt ihr uns gefunden?” Ruhak lachte kurz auf. “Wirklich? Ich hatte euch doch Wort für Wort gesagt das ich euch wie ein Schatten folgen würde. Wobei, ich gebe zu es hat einen Moment gedauert bis ich den Trick mit den zwei Statuen und dem Königsblut herausgefunden habe. Jetzt geht mir das Auge, sofort.” Mit seinem Dolch deutete er auf das Amulett in Kherus Hand.

“Warum tust du das?” Bellte Bakari. “Weil ich verhindern will, dass unser Königreich in die Sklaverei dieser Echsen zurück fällt!” Knurrte Ruhak zurück. “Ihr habt das Amulett. Das bedeutet ihr habt mit Heka gesprochen. Hat er euch nicht die Wahrheit über die Drachen erzählt?” Der Fuchs trat an Kheru vorbei. “Das hat er. Er hat Kheru getestet, und wie sich herausstellt ist er sehr wohl dazu in der Lage, sein Schicksal zu ändern.” Sein Bruder kam drohend näher. “Was wenn das Auge wieder zusammengesetzt wird? Hast du eine Ahnung, was uns Kindern der Wüste dann wiederfahren würde?”

Er fing sich. “Ihr wollt Zeit schinden. Aber genug davon. Gebt mir das Auge!” Seine Hand fuhr nach vorne, doch bevor seine Pfote das silberne Medaillon zu fassen bekam, schoss ein kurzer Dolch an ihm vorbei. Er wirbelte herum. “Du!”

Nubia Schritt die Treppe hinab, zwei weitere Wurfmesser in der rechten. “Gut erkannt, Bruder. Nun lass ab, bevor es noch Verletzte gibt. Ich bin nicht die einzige die auf der Suche nach dir ist. In Ruhaks Augen flackerte Unsicherheit. Er senkte den Dolch und trat einen Schritt zurück. “Ich werde mir das Auge holen und es zerstören. Verlass dich darauf, Schwester.” Das letzte Wort spuckte er gerade zu aus, dann drückte er sich an ihr vorbei und verschwand in der Dunkelheit.

Die dunkelblaue Füchsin wandte sich nun ihnen zu. “Ihr beide,” blaffte sie. “Was denkt ihr eigentlich was ihr hier macht? Wir gehen jetzt alle zurück in den Palast, und dann habt ihr besser eine gute Erklärung.” Bakaris Ohren sanken. Etwas sanfter fuhr sie fort. “Ihr habt bestimmt ebenso viele Fragen. Ich werde euch bald alles erklären. Doch erst einmal solltest du dich waschen, Bruder.”